Lese-Ansicht

French board game distributor, publisher Atalia enters liquidation, blames market saturation and battle for bestsellers

French board game distributor and publisher Atalia has entered compulsory liquidation, saying an increasingly saturated market, the limited capacity of retailers and the loss of distribution rights to bestselling titles left the business unable to remain viable.

A statement posted to Atalia’s Facebook page said the rapid expansion of the tabletop market since the company was founded in 2015 had created a tougher commercial environment for smaller distributors, despite the industry’s continued growth.

Atalia said that despite soaring numbers of players in that time, “so many new games are being released today that the market has become saturated. Shops no longer have the space, the time or the cash flow to stock all the games arriving each week”.

It added, “They therefore naturally turn to distributors with the biggest marketing budgets, some of whom invest sums each year that exceed Atalia’s annual turnover.

“This year, Atalia has lost the distribution rights for its latest bestsellers, as their publisher has chosen to entrust them to a distributor offering greater financial and marketing resources.

“We naturally respect these decisions, but we cannot hide our regret. Without these bestsellers, it has become increasingly difficult to finance new releases and ensure the company’s long-term viability.

French board game distribution is dominated by industry heavyweights Asmodee and Hachette, the latter via its Gigamic and Blackrock subsidiaries.

Atalia was founded in 2015 as a French board game distributor, before expanding into localisation and then publishing in 2021. It distributed games to hundreds of specialist retailers across France and neighbouring francophone territories.

The company says on its website that it deliberately maintained a relatively small catalogue, so individual games entrusted to it would not be “lost amongst an overwhelming number of titles”.

Earlier this year Atalia revealed it was halting its own distribution operations to focus on publishing and localisation, with its distribution being handled by MAD from May.

Atalia’s previously published releases include French localisations of games including Underwater Cities and Lorenzo il Magnifico, while recent titles published by the company include The Royal Society of Archeology and Hands Off!.

The company had also faced financial difficulties in 2019, despite a prior year in which it had generated revenues of more than €1.8m and continued profitability.

Atalia’s decision to double its headcount to six amid that success backfired when the publisher of Limite Limite, a French adaptation of Cards Against Humanity which accounted for about half Atalia’s revenue, switched to a new distributor in 2019 with no prior warning.

The company placed itself into receivership the same year, but emerged intact from that process in early 2020, citing strong sales of its bestsellers including Punto and Dreamscape, and receiving court-ordered compensation from the publisher of Limite Limite for the abrupt termination of its distribution deal.

Atalia founder Cesare Mainardi

The company’s liquidation announcement today came a month after Atalia founder and managing director Cesare Mainardi revealed it was “facing an extremely difficult period”, and cancelled its planned attendance at the Paris est Ludique festival, citing financial difficulties and organisational constraints.

Atalia officially entered compulsory liquidation on July 8 via Nanterre Commercial Court.

The company’s assets, including stock, brand and customer database, will now be offered for sale by the liquidator. Mainardi said interested parties should contact him via private message on Facebook.

He said in the Facebook post, “Today, we turn the page with our heads held high, feeling immense pride in everything we have built together.

“The people we’ve met, the games we’ve played and the memories created during this adventure will remain with us forever.”

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Mistborn: Das Deckbauspiel – Im Rausch der Metalle (Rezension)

Mb - BannerDie phantastischen Welten von Bestseller-Autor Brandon Sanderson haben es bereits in Call to Adventure: The Stormlight Archive oder Mistborn House War auf den Brettspieltisch geschafft. Mit Mistborn: Das Deckbauspiel reiht sich nun ein weiteres strategisches Kartenspiel in die Liste ein, das in den USA bereits Erfolge feierte.

Dieser Beitrag wurde von Michelle Saarberg geschrieben

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dnup – Drehst du noch oder spielst du schon?

Kartenspiele mit Zahlen auf den Karten gibt es wie Sand am Meer. Naturgemäß ist dadurch auch viel Mittelmäßigkeit dabei. Ab und zu gibt es dann aber eines, das einen Kniff hat, der mich dazu bringt, eine Partie nach der anderen zu spielen. dnup von Kei Kajino ist eines davon. Was mich daran fasziniert, erfahrt ihr in unserem Test zum Spiel.

Viel Spaß beim Lesen!

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Spooky Tower – Eine geistreiche Fotosafari (Rezension)

ST - BannerEin Amulett zerbricht, ein alter Uhrturm gibt seine Geheimnisse frei und binnen Sekunden wimmelt es in der Kleinstadt von unsichtbaren Gespenstern. Mit einer Kamera ziehen Geisterjäger*innen in Spooky Tower los, um die entflohenen Geister aufzuspüren, zu fotografieren und so einzufangen. Oder sie versuchen, die Bruchstücke des schützenden Amuletts wieder zusammenzutragen.

Dieser Beitrag wurde von Andreas Memmert geschrieben

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Wilmot’s Warehouse

Visualisierung ist eine Methode, um Gedanken, Ideen oder Prozesse sichtbar zu machen, und kann auch komplexe Abläufe verständlich und transparent erscheinen lassen. Dabei ist Gehirnarbeit erforderlich, die noch mehr Gehirnarbeit…

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Empfehlung: Der Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft

HdR-Das-Schicksal-der-Gemeinschaft - Box

HdR-Das-Schicksal-der-Gemeinschaft - BoxDer Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft von Matt Leacock – erschienen bei Z‑Man Games Natürlich wäre es möglich, sich intensiv mit der Spielmechanik von DER HERR DER RINGE – DAS SCHICKSAL DER GEMEINSCHAFT zu befassen. Aufzuzeigen, wie Matt Leacock das Pandemic-System weiterentwickelt hat. Würdigen, wie sehr der besondere Geist der literarischen Vorlage […]

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LEGO Ninjago Brettspiel Impressionen | DieHausis unterwegs

Wir waren zu Gast im LEGOLAND Discovery Centre Oberhausen! ✨ Asmodee hat uns zum Presseevent eingeladen, um das neue LEGO NINJAGO Brettspiel „Destiny’s Bounty Adventures“ unter die Lupe zu nehmen.

In diesem Video zeigen wir euch unsere ersten Eindrücke vom Spiel, wie wir gemeinsam die Destiny’s Bounty verteidigt haben und warum das Spiel nicht nur für kleine Ninja-Fans ein Highlight ist. Außerdem haben wir endlich die Lücke geschlossen und eine Runde „Monkey Palace“ gespielt – inklusive einer spannenden Punktejagd und jeder Menge LEGO-Spaß!

Zum Schluss werfen wir noch einen kurzen Blick in das Discovery Centre selbst – einen Indoorspielplatz für Familien.!

!disclaimer: Wir wurden von Asmodee zu dem Event eingeladen

(Werbung unbezahlt) Danke für die Einladung.

Das Video auf Youtube: https://youtu.be/Oq6d2JhOf0A

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Collect!

CMON, Asmodee, 2026
Autoren: Jérémy Ducret & Johannes Goupy
2–5 Spieler:innen, ab 8 Jahre, 15 Minuten

Im Dschungel ist die Krone frei, und plötzlich benehmen sich alle Tiere so, als hätten sie schon immer Anspruch darauf gehabt. Vor euch wächst eine kleine Reihe aus Tierkarten, irgendwo fehlen nur noch ein oder zwei passende Karten, und genau in diesem Moment greift euch jemand dazwischen. Eine Karte verschwindet, eine andere rutscht an die falsche Stelle, und euer schöner Plan liegt wieder etwas schiefer auf dem Tisch. „Collect!“ macht daraus ein sehr schlankes Wettrennen. Ihr sammelt Tiere in eurer Auslage und versucht, vier gleiche Karten nebeneinanderzubekommen. In der Box stecken 64 Karten, acht Tierarten und Kronenplättchen. Die Idee ist nicht groß, aber sie trägt gut: Karten sammeln, Lücken schließen, andere ausbremsen, schneller sein als der Rest.

Wer am Zug ist, deckt eine Karte von einem der beiden Stapel auf und entscheidet dann, ob diese Karte behalten wird oder ob lieber die verdeckte Karte vom anderen Stapel genommen wird. Anschließend legt ihr die Karte links oder rechts an eure Reihe an. Das klingt fast zu einfach, bekommt aber durch die Tierfähigkeiten seinen Biss. Einige Tiere verschieben Karten, andere tauschen, entfernen oder verändern die eigene Auslage und die der Mitspieler:innen. Die Regel erlaubt diese Fähigkeiten direkt nach dem Ausspielen der Karte. Dadurch steht ihr ständig vor kleinen Entscheidungen. Nehme ich die sichtbare Karte, obwohl sie gerade nicht perfekt passt? Riskiere ich die verdeckte? Baue ich weiter an meiner eigenen Reihe oder nutze ich die Fähigkeit, um jemand anderem den sicheren Siegzug kaputtzumachen? Besonders reizvoll sind die Momente, in denen ihr seht, dass jemand fast durch ist. Dann wird aus einem harmlosen Kartenziehen plötzlich ein kleiner Angriff auf die Tischordnung. Der Spielfluss bleibt dabei angenehm schnell. Lange Grübelpausen entstehen kaum, weil die Entscheidungen klein bleiben und der nächste Zug sofort wieder interessant werden kann. Das Spiel lebt weniger von tiefem Planen als von Tempo, Timing und der Freude daran, im richtigen Moment eine fiese Karte zu spielen.

Am stärksten ist dieses Spiel, wenn es euch zum kurzen Aufstöhnen, Lachen oder Ärgern bringt. Es ist ein gutes Zeichen, wenn nach der ersten Partie sofort noch eine Runde folgt. Genau dieses Gefühl stellt sich hier schnell ein. Der Ablauf ist zugänglich, die Regeln sind rasch erklärt, und trotzdem sitzt ihr nicht nur da und zieht Karten. Ihr müsst abwägen, was ihr behaltet, was ihr aufgebt und wann ihr eure Mitspieler:innen stört. Der Zufall ist deutlich spürbar. Manchmal ziehen alle um euch herum genau die Karten, die sie brauchen, während ihr selbst nur unpassende Tiere auf die Hand beziehungsweise in die Auslage bekommt. Das kann ärgerlich sein, weil sich das Spiel dann kurz so anfühlt, als laufe es einfach an euch vorbei. Für ein kurzes Familienspiel ist dieser Glücksanteil aber meist gut verkraftbar. Die Partien sind schnell genug vorbei, und gerade die Tierfähigkeiten sorgen dafür, dass ihr euch nicht völlig ausgeliefert fühlt. Die Interaktion ist der Kern des Spaßes. Wer es nicht mag, wenn eigene Pläne wieder zerlegt werden, wird hier weniger Freude haben. Wer aber gern kleine Gemeinheiten verteilt und auch einstecken kann, bekommt ein lebendiges Kartenspiel mit schönem Tischgefühl. Der Ärger bleibt leicht, nicht bitter. Das ist wichtig, denn das Spiel will keine große taktische Schlacht sein, sondern ein flinker Schlagabtausch mit Tierkarten. Optisch funktioniert das Thema gut. Die Tiere sind freundlich, bunt und leicht zugänglich, ohne dass das Spiel dadurch beliebig wirkt. Die Kartenqualität liegt bei gutem Durchschnitt. Sie erfüllt ihren Zweck, wirkt aber nicht besonders luxuriös. Da das Spiel häufig gemischt und schnell gespielt wird, wären besonders robuste Karten ein Plus gewesen. Übersichtlichkeit und Symbolik gehen in Ordnung, auch wenn die Fähigkeiten anfangs kurz nachgeschlagen werden müssen. Für Familien, Gelegenheitsspieler:innen und als Absacker ist dieses Spiel sehr gut geeignet. Vielspieler:innen sollten keine große Tiefe erwarten, können aber trotzdem Spaß daran haben, wenn sie etwas Kurzes, Direktes und Interaktives suchen. Wenn ihr schnelle Kartenspiele mögt, bei denen ihr nicht nur nebeneinander sammelt, sondern euch gegenseitig charmant in die Parade fahrt, werdet ihr hier viele unterhaltsame Viertelstunden finden.

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kritisch gespielt: Got Five!

Got Five - Box

Got Five - BoxGot Five! von Yoann Levet – erschienen bei Blue Orange Ich gehöre zur Generation, die den Ausruf "Fünf ist trümpf" mit einer Comic-Figur namens Rolf assoziiert. Statt vierstellige Postleitzahlen mussten wir uns auf einmal fünf Ziffern merken – und dann auch noch unterschiedliche für die gleiche Stadt! Ich habe das dumpfe Gefühl, eine derartige zusätzliche […]

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Backstab Heroes – Karten-Lotterie im Dungeon (Rezension)

BH - BannerAls Möchtegern-Abenteurer*innen schubst ihr eure Mitspielenden gegen das vordere Monster, während ihr selbst im Schatten auf fette Beute wartet. Backstab Heroes von Ottavio klingt auf dem Papier herrlich hinterhältig. In der Praxis entscheidet aber zu oft der Kartenstapel, ob das Chaos Spaß macht oder einfach frustriert.

Dieser Beitrag wurde von Tim Billen geschrieben

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Heroes of Barcadia – Prost, du Monster! (Rezension)

HoB - BannerDie Taverne von Barcadia ruft, und wer ihr folgt, bringt seinen Becher mit. Heroes of Barcadia macht das eigene Glas zur Spielfigur und den Dungeon zur Bühne für feuchtfröhliche Intrigen. Ob das Trinkspiel mit echter Mechanik ist oder die Mechanik mit echtem Trinken, klärt unsere Rezension.

Dieser Beitrag wurde von Tim Billen geschrieben

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Cozy Stickerville – Ein Dorf, das bleibt (Rezension)

Cozy StickervilleEin Dorf, das Sticker für Sticker wächst, Bewohner*innen mit eigenen Geschichten und zehn Jahre voller kleiner Entscheidungen: Cozy Stickerville ist für das Spiel des Jahres 2026 nominiert und stellt uns dabei vor eine ehrliche Frage: Muss ein Brettspiel eigentlich ein Spiel sein?

Dieser Beitrag wurde von Tim Billen geschrieben

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Im Rampenlicht: Got Five!

Got Five! | Yoann Levet | 15 Minuten | 8 Personen | Blue Orange Games/Asmodee

Got Five! fordert die Spielenden dazu auf die Zahlen auf fünf Plättchen zu erraten, die auf ihrem Ständer liegen. Jeder Hinweis, den sie im Laufe des Spiels erfragen, liefert ihnen wertvolle Informationen. Es liegt an ihnen, ihn optimal zu nutzen und das Spiel vor den gegnerischen Personen zu gewinnen! Diese Denksportaufgabe regt naturgemäß die grauen Zellen an, aber wärmt es auch die Herzen der Spielenden?! Zumindest eine große Anzahl an Mitgliedern des Beeple Netzwerks gibt in diesem Rampenlicht eine Meinung ab. Doch lest selbst:

 

 

 

Dirk Roos rund Dirk (Ablagestapel)
Mit Got Five bekommt man ein Deduktionsspiel ohne zuviel Fett am Knochen präsentiert. Mit einem schlanken Regelwerk und gerade mal zwei Aktionsmöglichkeiten pro Zug kommt man schnell ins Spiel. Man kann natürlich auch mal Glück (oder Pech) beim Ziehen der eigenen Zahlen haben und dann durch wenige Fragen schnell auf die Lösung kommen, allerdings sind die Runden so flott gespielt, man hängt einfach eine weitere Partie hintendran! Das Material ist hochwertig und unterstützt das Gameplay auf der Design-Ebene.
Oli (Alles außer Toplisten)
Got Five! ist das perfekte Knobelspiel. Emittele deine 5 Zahlen, in dem du Informationen ableitest. Dabei ünerzeugt mich Got Five! nicht nur durch die Aufgabe, sondern bietet mir einen hervorragenden Mix aus Sinnesfreude, gefüllter Zeit, Glück und Logik. Fünf ist Trümpf!
JäiDie (Alles außer Toplisten)
Got 5 ist für mich eine Achterbahn der Emotionen. Es ist leicht zugänglich und hat meiner Ansicht nach genau die Prise Glück, die ein Spiel braucht. Denn lasst euch nicht von den schönen bunten Steinchen in die Irre treiben. Got 5 ist ein knallhartes, wenngleich auch sympathisches Deduktionserlebnis, das Alt und Jung zu verbinden vermag..
Frederik Malsy Frederik (Boardcast)
Dieses Spiel ist für mich ein echter Leckerbissen des Jahrgangs. Sehr direkt, sehr pur und mit der richtigen Menge an Knobeligkeit. Simple Regeln, tiefer Spielspaß. Ein Manko und Kritikpunkt: Es hat – für ein Deduktionsspiel eher unpassend – Glückselemente. Mitunter kann ich nur aus Steinen wählen, die für mich keine relevanten Informationen bieten. Dadurch verschenke ich einen meiner ohnehin wenigen Züge in diesem Wettrennen. Wenn das mehrfach in einer Partie passiert, kann das schon enttäuschend sein. Ich vermute, das könnte auch ein Grund sein, warum es nicht auf der Empfehlungsliste zum „Spiel des Jahres“ gelandet ist. Weit weg kann es aber nicht gelandet sein, denn mir macht nach wie vor jede Partie von „Got Five!“ viel Spaß und ich empfehle es auch sehr gerne weiter.
Dominik (Brettspielgalaxie)
Auf der Spiel Doch in Dortmund hatte André es gespielt als ich zu ihm gestoßen bin. Mein erster Gedanke war „Was ist das denn für ein Schmarrn?“ Und dann wollte er auch noch, dass ich es einmal mitspiele… Zum Glück habe ich das gemacht. Schon lange hat ein Spiel mit so wenig Regeln einen so großen Reiz auf mich ausgeübt. Ganz egal, wie Spielerfahren, hier sind alle schnell dabei und nach den ersten 2-3 Partien, erkennt man noch ein paar kleine Kniffe, wie man noch schneller auf seine Zahlen kommt. Grandios.
André (Brettspielgalaxie)
Für mich persönlich stand Got Five! ganz weit oben im Rennen um das Spiel des Jahres. Mit Got Five! bekommen wir meiner Meinung nach ein super Einsteigerspiel in die Welt der Deduktionsspiele, welches aufgrund der super simplen Regeln problemlos für die ganze Familie geeignet ist.
Johannes Johannes (Brettspielministerium)
Tolles zugängliches Deduktionsspiel, das durch Optik und Haptik Menschen an den Tisch lockt. Dem gegenüber steht allerdings ein für dieses Genre untypisch hoher Glücksfaktor und ein immer gleicher Spielablauf. Langfristspaß erzeugt es bei mir deshalb nicht.
Dafne (Bretter Late Than Never)
Got Five! hat mich vor allem mit seinen einfachen Regeln begeistert. Innerhalb weniger Minuten kann man losspielen, und trotzdem steckt erstaunlich viel Taktik dahinter. Besonders gefallen hat mir aber die Optik. Die bunten Zahlensteine sehen auf dem Tisch einfach großartig aus und machen direkt Lust auf eine Partie. Das Spiel schafft es, mit wenigen Regeln spannende Entscheidungen zu erzeugen und bleibt dabei angenehm zugänglich. Ein schönes Beispiel dafür, wie ein einfaches Spielkonzept und ein tolles Design zusammen ein richtig gelungenes Spielerlebnis schaffen können.
Fabian (Bretter Late Than Never)
Got Five ist ein einsteigerfreundliches Deduktionsspiel mit Bingo-Charakter. Eingefleischte Logik-Deduktions-Profis wird der Glücksanteil und die nicht allzu große Deduktionstiefe vielleicht eher abturnen. Für alle Deduktionsfreunde, die auch ein kleines Zocker-Gen haben, ist es aber genau das Richtige! Es gewinnen nicht immer die besten Dedukteur*innen, aber das ist auch gut so. Absolutes Suchtpotential.
Georgios Profilbild Georgios (spielbar.com)
Knuffige Aufmachung, einstiegsfreundliche Deduktion, schnell gespielt. Gerade in der Familie mit deutlichen Altersunterschieden eine schöne, gemeinsame Beschäftigung.
Jürgen - Spielbar Jürgen (spielbar.com)
Mein Rekord liegt bei 3 (drei!) notwendigen Hinweisen, dann war das Rätsel geknackt. Aber das ist schon der Ausnahmefall und einer extrem günstigen Zahlenverteilung zuzuschreiben. Got Five! bringt alles mit, was ein großartiges Spiel liefern muss: Fantastisches Material, eine gute Spielanleitung und Spielspaß über viele Partien hinweg. Allesamt Gründe, dass wir das Spiel hier mal ins verdiente Rampenlicht stellen sollten.
Peer_Profil 600 Peer (spielbar.com)
Flockiges Deduktionsspiel mit niedriger Einstiegshürde. Bietet nicht die ganz harten Nüsse ähnlicher Spiele, aber gerade deshalb für Zwischendurch geeignet
Stephan (Brettspielkulturerbe)
Deduktion trifft auf Design. Got Five ist mechanisch pure Deduktion mit einem klaren Sudoku-Gefühl. Doch die herausragende Aufmachung, die wertigen Steine, das Spielertableau, auf dem man so selbsterklärend Erkenntnisse notieren kann, machen das Spiel für nahezu jeden zugänglich. Spannung kommt durch den Wettbewerb, als erster Lösen zu wollen, ohne zu viel zu raten. Ein Logik-Spaß, der immer wieder Freude bereitet.
Daniel (The Spielträumers)
Got Five ist eigentlich gar kein richtiges Deduktionsspiel, sondern eher ein einfaches und daher zugängliches Ausschließen von offenen (oder dreivierteloffenen) Informationen. Dennoch eine spannende Beschäftigung mit tollem Material, die man immer wieder dazwischen schieben kann. Ich frage mich allerdings, ob es eine langfristige Wirkung haben wird, denn nach einer Handvoll Partien hat man schon alles gesehen – zumal der Glücksfaktor nicht gerade klein ist.

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Got Five! befassen wollt, dann schaut Euch doch mal die folgenden verlinkten Artikel an:

Alles außer Toplisten (Oli)

Brettspielbar (Jürgen)

Der Boardcast (Frederik) mit Bretter Late Than Never (Fabian)

spielbar.com (Peer)

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Der konfrontative Bruder von Bomb Busters: Got Five!

Vorzeitig lösen oder weiterspielen? Nur einer von uns kann gewinnen. Die Spannung liegt knisternd in der Luft oder verflüchtigt sich, wenn eine Partie in ratlose Überlänge geht und jeder am Tisch nur noch auf den entscheidenden Hinweis wartet. Wer zu lange wartet und zudem nichts wagt, der hat hier allerdings keine Chance.

Die Spieleschachtel von Got Five! (nur echt mit dem Ausrufezeichen, das ich hier ab sofort weglasse, um den Lesefluss zu erhalten und meine Rechtschreibprüfung nicht verrückt zu machen) hat schon einen starken Aufforderungscharakter. Da lächeln mich fünf farbige Klötzchen mit ihren Glubschaugen verschmitzt an und scheinen fröhlich aus der Reihe tanzen zu wollen. Zwei bis vier Spieler dürfen mitmachen und in rund 15 Minuten ist schon wieder alles vorbei, sofern wir uns nicht tot grübeln und an unseren Deduktionskenntnissen verzweifeln. Aber dazu später mehr.

Der Autor Yoann Levet ist kein Unbekannter. Vor nun mehr 14 Jahren hat er den Ameisenbau-Optimierer Myrmes bei Ystari Games veröffentlicht und uns 2022 das Codeknacken per Turing Machine gelehrt. Dieses Jahr nun der Ausflug ins Genre der knuffigen Familienspiele bei Blue Orange und Asmodee. So harmlos leicht Got Five optisch daherkommt, ist es dann doch nicht. Im spielerischen Kern versuchen wir unsere fünf geheimen Zahlen auf haptisch schönen Plastiksteinchen zu erraten und das, bevor unsere lieben Mitspieler uns zuvor kommen.

Das Gemeine ist, dass alle außer mir selbst (ich wechsele mal geschickt in die Einzahl, um Euch nicht zu verwirren) meine vor mir aufgebaute Steinchenreihe kennen. Die wird vorab von denen sogar noch aufsteigend sortiert. Ich weiß also, dass mein rotes Steinchen eine kleinere Zahl als mein grünes Steinchen zeigt. Das sagt mir im Spielverlauf mehr aus, als ich zunächst vermute. Da es 60 Steinchen gibt und keines davon einen doppelten Wert von 1 bis 60 hat, kann ich nun alle mir zugewandten Mitspieler-Zahlen auf meinem abwischbaren Spielertableau abstreichen. Das halte ich versteckt hinter meinem Sichtschirm, der mir zudem den Spielablauf in Erinnerung hält.

Noch dazu die fünf für alle offenen Steinchen abgestrichen und schon wird mir hoffentlich klar, dass ich noch etliche andere Zahlen für mich ausschließen kann. Schließlich kenne ich ja meine aufsteigende Farbreihenfolge. Bin ich am Zug und das sind wir reihum, decke ich ein beliebiges Steinchen meiner favorisierten Farbe aus der Mitte auf und ergänze damit den Vorrat der offen liegenden Steinchen. So habe ich immer sechs zur Auswahl und eines davon darf ich durch Mitspielerhand in meine Steinchenreihe einordnen lassen. Wenn Ihr dazu noch einen entsprechenden aufsteigenden Soundeffekt macht und es von links nach rechts wandern lässt, bis es in meiner Spielleiste seinen Platz gefunden hat, dann und genau dann habt Ihr die Stimmung zwischen locker-leicht und konzentriert-grüblerisch getroffen. Alternativ stapel ich das ausgesuchte Steinchen auf eines meiner fünf eigenen Steinchen und lasse den Punktewert von 1 bis 3 vergleichen. Auch das gibt mir Hinweise, denn mein Spielertableau listet nicht nur die farbigen Steinchen auf, sondern auch deren Punktewert-Verteilung.

Auf diese Weise komme ich meiner Lösung immer näher und rufe schließlich „Hab die Fünf!“ aus. Da das jeder am Tisch jederzeit machen kann, ist die Anspannung spürbar, wie viel Zeit wir uns noch lassen können oder ob wir es doch wagen sollten. Allerdings haben wir nur einen einzigen Lösungsversuch, der bei manchen, wie bei mir selbst erlebt, eher zum Rateversuch wird. Nach nur drei Zügen war ich mir so felsenfest sicher, dass ich vorschnell und glücklich zugleich „Hab die Fünf!“ ausrief. Meine Mitspieler schauten mich nur verdutzt an und nachdem ich meine vermeintliche Zahlenreihe vorlas und nur ein einstimmiges Kopfschütteln sah, war ich es, der nun verdutzt zurückblickte. Hatte ich mich so vertan? Oh ja, wie sich später zeigte.

Falsche Rater scheiden zudem für den Rest der Spielrunde aus und dürfen nur noch zuschauen. Finde ich fair, weil verhindert, dass sich so manch vorschnell aus der Deckung wagt und einfach nur wild rät. Einen Ausgleich für alle, die nicht Startspieler sind, gibt es übrigens nicht. Aus Gründen der Fairness empfehle ich deshalb, die laufende Runde nach einem geglückten Lösungsversuch noch zu Ende zu spielen, sodass jeder gleich oft aktiver Spieler war. So könnt Ihr nachlegen und nicht nur deshalb verlieren, weil Ihr einen Zug weniger hattet. Das ist allerdings eine Hausregel, denn die offizielle Anleitung schweigt sich dazu auf ihren vier Seiten aus.

Nach unserer Erstpartie, die ein paar Züge später richtig von einer Mitspielerin gelöst wurde, ging es direkt in die Revanche. Und hier zeigte sich dann ein kleines Problem von Got Five. Denn wenn alle nicht auf ihre Lösung kommen, weil noch zu viele Möglichkeiten offen sind, kann so eine Partie in die Überlänge von weit über 15 Minuten gehen und dann trägt der Spannungsbogen für mich nicht mehr so recht, weil alle nur noch auf den einen entscheidenden Hinweis warten. Mit etwas Pech bei der Steinchenauswahl kann das schon mal länger dauern. Diese Bandbreite zwischen durchweg toller und potenziell lahmer Partie Richtung Spielende müsst Ihr hinnehmen können.

Das ist dann aber auch meine einzige Kritik an dem Spiel, das für mich durchaus der kleine konfrontative Bruder von Bomb Busters sein könnte. Völlig anderes Spiel, aber der Nervenkitzel ist durchaus vergleichbar und hier wie da geht es um verdeckte aber stets aufsteigende Zahlenreihen. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber dann auch schon auf. Somit ist Got Five für mich eine einfachere und flotter gespielte Alternative, wenn wir mal nicht gemeinsam als Gruppe verlieren möchten. Bei Got Five hat es jeder von uns in der Hand, ob er gewinnt oder eben auch nicht. Und das Glück spielt ebenso mit, weil nicht jeder von jedem Zug gleich profitiert. Warum wir in der lokalisierten Version allerdings „Hab die Fünf!“ ausrufen, während selbst die Franzosen „Got Five!“ verkünden, das bleibt wohl ein Mysterium der Übersetzer. So oder so ist Got Five für mich eine Empfehlung des Brettspieljahrgangs 2026 – ein wahrlich schön-lockerer Logik- und Deduktionsspaß.

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kritisch gespielt: Cozy Stickerville

Cozy Stickerville - Box

Cozy Stickerville - BoxCozy Stickerville von Corey Konieczka – erschienen bei Unexpected Games Da ich in meinem Sprachgebrauch den "Cozy-Trend" verpennt habe, musste ich mich nachbilden. Und dabei wurde ich überrascht. Ich hätte den Begriff als recht neuzeitlich und aus dem Amerikanischen kommend eingeordnet. Aber dank eines Online-Etymologiewörterbuchs (übrigens: was für ein Wort!) weiß ich nun, dass sich […]

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Paleolino – Was kullert denn da? (Kurzrezension)

Auf einem Berg sitzt das Mammut Lino und hat dort Holz, Beeren, Steine und sogar seltene Kristalle gefunden. Diese schönen Sachen, die wir zum Bauen brauchen, lässt Lino den Berg herunterkullern. In welcher der vier Höhlen werden die besten Materialien wohl landen? Da heißt es gut aufpassen!

Dieser Beitrag wurde von Andreas Memmert geschrieben

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Tabletop Game Barometer 2026: Spieleabend statt Ausgehen

Tabletop Game Barometer 2026: Spieleabend statt Ausgehen

Pünktlich zum International Tabletop Day am 4. Juni 2026 legen der Spielekonzern Asmodee und das Marktforschungsinstitut Kantar erstmals das „Tabletop Game Barometer“ vor. Die Studie soll künftig jährlich erscheinen und fragt, wie Menschen Brett- und Kartenspiele nutzen. Befragt wurden im Mai 2026 rund 5.000 Erwachsene ab 18 Jahren in fünf Märkten: Deutschland, Frankreich, Schweden, Großbritannien und den USA, je 1.000 Personen pro Land, repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Region und sozioökonomischer Gruppe.

Eines vorweg, denn es gehört zur Einordnung: Das Barometer ist eine von Asmodee beauftragte Studie. Der weltgrößte Brettspielkonzern erhebt hier also Zahlen über den eigenen Markt. Die Befunde sind deshalb interessant, aber kein neutrales Marktgutachten. Wir referieren sie als das, was sie sind: Ergebnisse einer Herstellerstudie.

Was ist passiert?

Asmodee und Kantar veröffentlichen die erste Ausgabe einer geplant jährlichen Reihe. Der Aufhänger der Studie steckt schon in ihrer Überschrift: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) verbringt einen Samstagabend laut Barometer lieber zuhause mit einem Spiel als beim Ausgehen. 82 Prozent sagen, Spiele brächten Familie und Freunde näher zusammen.

Dahinter steht ein Befund zur Bildschirmmüdigkeit: 66 Prozent der Befragten wollen beim Zusammensein mit anderen präsenter sein, 57 Prozent wünschen sich, dass digitale Geräte im Alltag eine kleinere Rolle spielen. 62 Prozent geben an, Spiele hülfen ihnen, im Moment präsent zu sein, 63 Prozent erleben sie als Ausgleich zum Alltagsstress, und 71 Prozent schreiben dem Spielen einen positiven Einfluss auf die mentale Gesundheit zu.

Auch die soziale Funktion betont die Studie: 56 Prozent sagen, Spiele reduzierten sozialen Druck, 57 Prozent lernen darüber entspannter neue Menschen kennen, 51 Prozent führen beim Spielen leichter bedeutungsvolle oder unangenehme Gespräche. Den Hintergrund liefert eine Fremdquelle: Laut Meta-Gallup (Global State of Social Connections, 2023) fühlt sich weltweit fast jede vierte Person (24 Prozent) einsam.

Wer steckt dahinter?

Asmodee ist ein an der Nasdaq Stockholm gelisteter Konzern mit Marken wie Dobble, Zug um Zug, 7 Wonders und Exploding Kittens. Der operative Hauptsitz liegt in Frankreich, das deutsche Geschäft sitzt in Essen, von wo aus auch die Pressemitteilung datiert ist („Essen, 4. Juni 2026“). Mehr SPIEL-Stadt geht kaum: Essen ist im Oktober Gastgeber der weltgrößten Publikumsmesse für Brettspiele.

Asmodee-CEO Thomas Koegler ordnet die Zahlen so ein: „Am meisten beeindruckt mich an dieser Studie nicht, dass Menschen Spiele lieben. Das wussten wir bereits. Entscheidend ist vielmehr, dass Spiele heute eine Lücke füllen, die derzeit kaum etwas anderes schließen kann: das Bedürfnis, wirklich präsent mit anderen Menschen zu sein. […] Genau deshalb haben wir das Board Game Fest ins Leben gerufen.“ Das von Koegler erwähnte „Board Game Fest“ ist eine Initiative von Asmodee selbst, kein neutraler Branchentermin.

Die fünf Branchen-Entwicklungen im Überblick

Kantar bündelt die Daten zu fünf Entwicklungen, die laut Studie die Zukunft des Hobbys prägen sollen:

  1. Gegenmittel gegen digitale Reizüberflutung: Spiele als bewusste Pause vom Bildschirm.
  2. Ritual der Präsenz: der Leitsatz „Spieleabend ist das neue Ausgehen“.
  3. Sozialer (Wieder-)Verbinder: 73 Prozent der Spielenden sagen, das Spielen helfe ihnen, neue Menschen kennenzulernen.
  4. Kulturelle Ausdrucksform: 64 Prozent der Fans bezeichnen ihr Fandom als prägenden Teil der eigenen Identität.
  5. Verbreitete Form gemeinsamer Unterhaltung: Das Spielen wachse über das Nischen-Hobby hinaus. Den oft zitierten Wert, dass Spielen in jedem Alter zähle (94 Prozent), entnimmt das Barometer allerdings einer vorausgegangenen globalen Studie (The Shape of Play, 2025), nicht der eigenen Befragung.

Was bedeutet das für DACH-Spielerinnen und -Spieler?

Hier wird die Studie für uns konkret. In Deutschland geben 55 Prozent der Befragten an, mindestens einmal im Monat ein Brettspiel zu spielen, 20 Prozent sogar wöchentlich. Damit liegt das Brettspiel im deutschen Freizeitalltag laut Barometer vor Videospielen (54 Prozent) und deutlich vor Konzertbesuchen (23 Prozent).

Für den deutschsprachigen Markt bestätigt das vor allem eines: Was sich in Essen jeden Oktober auf der Messe zeigt, ist kein Sondereffekt einer Hobby-Blase, sondern eine breit verankerte Freizeitpraxis. Wer in der DACH-Region Spiele macht, verkauft oder bespricht, bewegt sich in einem Markt, der laut diesen Zahlen für mehr als die Hälfte der Erwachsenen Alltag ist.

Einordnung

Die Richtung der Daten passt zu dem, was viele auf den Messeböden und an den Spieltischen ohnehin beobachten: Brettspiele profitieren von der Sehnsucht nach Zeit ohne Bildschirm. Dass ausgerechnet der Marktführer diese Geschichte mit Zahlen unterlegt, ist nachvollziehbar und nicht zu beanstanden, solange klar bleibt, wer hier wen befragt hat. Eine Herstellerstudie ist ein Stimmungsbild mit Absender, kein unabhängiger Marktreport.

Spannend wird die zweite Ausgabe. Erst eine Zeitreihe zeigt, ob die hohen Zustimmungswerte stabil bleiben oder ob hier vor allem ein guter Moment für das Hobby vermessen wurde. Wir bleiben dran, gerade mit Blick auf die SPIEL in Essen, wo sich im Oktober zeigt, wie viel von diesem Barometer-Optimismus am Stand tatsächlich ankommt.

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Asmodee landet ersten Crowdfunding-Erfolg: 4,1 Millionen Dollar für Zombicide: Dead Men Tales

Asmodee landet ersten Crowdfunding-Erfolg: 4,1 Millionen Dollar für Zombicide: Dead Men Tales

Asmodee, einer der weltweit größten Brettspielverlage, hat seine erste eigene Crowdfunding-Kampagne mit deutlichem Erfolg abgeschlossen. Zombicide: Dead Men Tales sammelte bis zum Kampagnenende am 19. Mai 2026 rund 4,1 Millionen US-Dollar von etwa 11.000 Backern auf Gamefound. Das Finanzierungsziel von 200.000 US-Dollar wurde damit gut 20-fach übertroffen. Über das Ergebnis berichtete zuerst BoardGameWire am 2. Juni 2026.

Kampagne im Überblick

  • Verlag: Asmodee (Creator-Account: Fantasy Flight Games)
  • Plattform: Gamefound
  • Spiel: Zombicide: Dead Men Tales
  • Endsumme: rund 4,1 Mio. US-Dollar
  • Backer: ca. 11.000
  • Finanzierungsziel: 200.000 US-Dollar (gut 20-fach übertroffen)
  • Kampagnenende: 19. Mai 2026

Vom Konzernschwenk zur Gamefound-Endgame-Phase

Hinter der Kampagne steht eine Reihe von Personal- und Lizenzentscheidungen aus dem vergangenen Jahr. Im Juni 2025 übernahm Asmodee die Zombicide-Marke vom finanziell angeschlagenen US-Verlag CMON, im Oktober 2025 folgte mit Cthulhu: Death May Die eine zweite Großreihe. Beide hatten in früheren CMON-Kampagnen zusammen rund 10 Millionen US-Dollar an Crowdfunding eingespielt. Bereits im Mai 2025 hatte Asmodee zudem den ehemaligen CMON-COO David Preti eingestellt, der seither Crowdfunding und Miniaturenproduktion verantwortet.

Asmodee-CEO Thomas Koegler ordnet das Ergebnis in der Pressemitteilung des Unternehmens als Signal ein: „Diese erste Kampagne bedeutet mir viel und sendet ein klares Zeichen" (sinngemäß übersetzt), so der Konzernchef. Den Reihenrekord knackt Dead Men Tales allerdings nicht. Zombicide: Green Horde hatte 2017 gut 5 Millionen Dollar eingespielt, das Lizenz-Spin-off Marvel Zombies zuletzt rund 9 Millionen. Auffällig ist die Verlaufskurve: Bei regulärem Kampagnenende standen laut Asmodee rund 3 Millionen Dollar zu Buche, die restliche Million kam erst in den circa fünf Tagen des Gamefound-Features „Endgame" hinzu, einer verlängerten Late-Pledge-Phase.

DACH-Markt: viel Struktur, wenig Crowdfunding-Vorgeschichte

Für den deutschsprachigen Markt ist Asmodees Schwenk doppelt relevant. Über Asmodee Germany und die konzerneigenen Verlage Lookout Games, Z-Man und Fantasy Flight Games verfügt der Konzern über etablierte Vertriebs- und Lokalisierungsstrukturen. Bisher war Crowdfunding in dieser Konstellation eine Randerscheinung: Einzig Lookout Games hatte 2020 mit Grand Austria Hotel: Let's Waltz! eine eigene Kampagne durchgezogen, mit rund 383.000 Euro Volumen. Indirekte Berührungspunkte gab es über die Beteiligung an Exploding Kittens und über Gamegenic-Partnerschaften, etwa beim Sammelkartenspiel Altered.

Eine deutsche Ausgabe von Dead Men Tales ist auf der Gamefound-Kampagnenseite nicht angekündigt; ein deutscher Lokalisierungspartner wird dort nicht genannt. Für den Fachhandel im DACH-Raum stellt sich damit die Frage, wie Asmodee künftig zwischen Late-Pledge-Community und stationärem Vertrieb austariert.

FFG, Descent und Asmodees Konzernbilanz

Brisant ist der Zeitpunkt aus einem zweiten Grund. Im April 2026 stellte das Asmodee-Studio Fantasy Flight Games die Reihe Descent: Legends of the Dark ein und verwies dabei auf steigende Produktionskosten und Verluste. Ein Crowdfunding-Comeback dieser oder ähnlicher Reihen erscheint denkbar, FFG hat sich öffentlich allerdings nicht festgelegt. Auf Gamefound tritt formal Fantasy Flight Games als Creator von Dead Men Tales auf, im Marketing übernimmt Asmodee die Spitze.

Im Konzern ergeben die Zahlen ein zweischneidiges Bild. Asmodee meldete im Mai 2026 für das laufende Geschäftsjahr einen Nettoumsatzanstieg von 23 Prozent auf über 1,68 Milliarden Euro, getragen vom Vertriebsgeschäft mit Sammelkartenspielen. Das eigene Brettspielverlagsgeschäft sank dagegen um 5,8 Prozent, im ersten Quartal sogar um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Vor diesem Hintergrund dürfte die Frage, wie tragfähig die zweite Säule Crowdfunding wird, in der Branche länger nachhallen.

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