Emerland ist nicht Silverfrost, aber trotzdem konnte ich die Eiszeit zwischen meiner Frau und mir im Everdell-Kosmos besänftigen. Aber was war passiert? Dazu müsst ihr wissen, dass ich von meiner Frau mit harter Hand an der engen Leine geführt werde. Letztes Jahr durfte ich auf die SPIEL und Kati kam einen Tag dazu. Als sie...
Die TV-Show auf PRO 7 dient natürlich als Vorbild für das gleichnamige Quiz-Spiel Wer stiehlt mir die Show? Am Spieltisch können aber alle in die Rolle von Moderator Joko Winterscheidt schlüpfen, denn hier muss man sich über mehrere Runden beweisen,
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Deckbuilder gehen bei mir eigentlich immer. Wenn dann noch ein unverbrauchtes Thema wie das entbehrungsreiche Leben eines Künstlers dazukommt, garniert mit einem richtig schicken Cover und einem eigenwilligen Grafikstil – zack, habt ihr meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Mit Bohemians (hierzulande bei Pegasus, im Original von Portal Games) schien also eigentlich alles angerichtet für ein echtes Highlight. Ob es das auch wirklich ist, erfahrt ihr in unserer Review.
Im ersten Teil unseres Messeberichts haben wir unsere Eindrücke von der SPIEL 2026 in Essen geschildert. Jetzt wird es Zeit, einen genaueren Blick auf die Spiele zu werfen, die wir uns vor Ort bei verschiedenen Verlagen angeschaut haben.
Dito! ist eines dieser Brettspiele, bei denen man einfach Spaß am Tisch hat. Wenn zwei Personen tatsächlich denselben (völlig schrägen) Gedanken hatten und dafür einen BFF-Stern kassieren, ist das ein wunderbarer Moment. Aber auch wenn eine vermeintlich todsichere Antwort bei allen anderen nur ungläubige Blicke hervorruft, sorgt das für Gelächter. Ein lockeres, postives Partyspiel, das zu Recht Spiel des Jahres geworden ist!
Drei Orte mit Wartezimmer: Arztpraxis, Bürgeramt, Bahnhof: Ob die anderen wohl auf dieselben Ideen kommen? Genau darum geht es bei Dito! von Martin Ang (Game Factory). Das Assoziationsspiel für drei bis sieben Personen ab zehn Jahren stellt uns als Gruppe die Aufgabe, möglichst ähnlich zu denken. Über drei Runden sammeln wir Begriffe zu immer neuen Kategorien, schreiben unsere Antworten geheim auf ein Spielertableau und hoffen auf Übereinstimmungen. Wer dabei nicht nur die Gedanken der anderen trifft, sondern seine Antworten auch noch geschickt im eigenen 3×3-Raster verteilt, hat gute Chancen auf den Sieg.
Aufbau und Spielablauf
Drei Glücksspiele. Drei Länder mit guter Küche. Drei Dinge im Sandwich. Die Aufgaben bei Dito! sind abwechslungsreich und manchmal skurril. Eine Karte ziehen, eine der beiden Kategorie auswählen und schon geht das Grübeln los. Was fällt uns dazu ein? Und vor allem: Was schreiben die anderen wohl auf?
Jede Person notiert drei passende Begriffe auf dem eigenen Tableau. Dabei sind die Antworten geheim, denn schließlich wollen wir hinterher herausfinden, ob wir auf derselben Wellenlänge liegen. Falsche Antworten gibt es nicht – allenfalls solche, die uns am Ende keine Punkte einbringen. Denn bei Dito! zählt nicht unbedingt die originellste Idee, sondern vor allem die Übereinstimmung mit den Mitspielenden.
Das Spiel belohnt dabei gleich zwei Arten von Treffern: Haben mehrere Personen denselben Begriff notiert, gibt es für alle einen Punkt. Besonders erfreulich wird es, wenn genau eine andere Person denselben Gedanken hatte. Dann winkt ein BFF-Stern (Best Friends Forever!), der zusätzliche Punkte bringt. Die gefundenen Übereinstimmungen wollen allerdings auch noch geschickt im eigenen Neuner-Raster untergebracht werden. Wer vollständige Reihen und Spalten mit Treffern füllt, kassiert weitere Bonuspunkte. Es lohnt sich also durchaus, beim Eintragen ein wenig vorauszuplanen.
Zu Beginn einer Runde wandern die Stifte über die Tableaus. Die Blicke schweifen zwischen den eigenen Feldern und den Gesichtern der Mitspielenden hin und her. Gehen alle auf Nummer sicher und notieren die naheliegenden Begriffe? Oder ist jemand dabei, der um die Ecke denkt? Genau diese Überlegungen machen den Reiz aus. Sichere Kandidaten platziert man am besten dort, wo sie gleich mehrere Reihen und Spalten vervollständigen können. Bei gewagteren Einfällen bleibt dagegen die Hoffnung, dass vielleicht doch jemand ähnlich verrückt denkt.
Nach 3 x 3 Begriffen geht’s an die Auswertung. Reihum liest eine Person einen ihrer Begriffe vor. Haben mehrere am Tisch dieselbe Antwort notiert, schallt ein begeistertes „Dito!“ durch den Raum, die entsprechenden Felder dürfen eingekreist werden. Noch besser ist der Moment, wenn sich herausstellt, dass tatsächlich nur eine einzige andere Person denselben Gedanken hatte. Der BFF-Stern wird ausgemalt, beide Personen grinsen oder schauen sich verschworen an…
Und dann gibt es natürlich noch diese Situation: Ein Begriff wird vorgelesen, alle blicken verstohlen nach unten – und niemand hat ihn aufgeschrieben. Durchstreichen, null Punkte. Der Verdienst von Dito! ist es, dass sich selbst diese Momente oft in Lachen oder argumentativer Selbstverteidigung auflösen. „Wie kann es sein, dass wirklich niemand auf diesen Begriff gekommen ist? Leute!?“
3 x 3 Gründe, warum Dito! ein Volltreffer ist:
Ausgewogene Balance zwischen Leichtigkeit und Ehrgeiz
Dito! lebt von seinem unkomplizierten Spielprinzip und der unmittelbaren Beteiligung aller am Tisch. Die Regeln sind schnell erklärt, die Kategorien sorgen für Gesprächsstoff und die Auflösung bringt immer wieder überraschende Momente. Dabei entsteht eine schöne Mischung aus lockerem Wortspiel und spielerischem Ehrgeiz. Denn auch wenn es zunächst nur darum geht, drei passende Begriffe zu finden, entwickelt sich mit dem Tic-Tac-Toe-Element eine kleine taktische Aufgabe.
Besonders gut gefällt uns, dass nicht einfach nur möglichst viele Gemeinsamkeiten zählen. Die BFF-Sterne für exklusive Zweier-Treffer bringen Dynamik ins Spiel und sorgen dafür, dass auch ungewöhnlichere Assoziationen belohnt werden können. Gleichzeitig ist das Raster mehr als eine optische Spielerei: Wer seine Treffer geschickt platziert, kann mit vollständigen Reihen und Spalten ordentlich Zusatzpunkte sammeln.
Fragen und Antworten
Wie lange dauert eine Partie Dito!?
Eine vollständige Partie über drei Runden dauert rund 30 Minuten. Damit eignet sich Dito! hervorragend als lockeres Spiel für zwischendurch oder als Auftakt für einen gemeinsamen Spieleabend.
Für welche Gruppengröße ist Dito! am besten geeignet?
Dito! lässt sich mit drei bis sieben Personen spielen. Unserer Meinung nach sollten es mindestens vier bis fünf Mitspielende sein. Dann gibt es genügend unterschiedliche Assoziationen und überraschende Schnittmengen.
Was unterscheidet Dito! von klassischen Assoziationsspielen?
Dito! kombiniert das gemeinsame Finden gleicher Begriffe mit einem zusätzlichen Wertungsmechanismus. Neben den normalen Übereinstimmungen gibt es Sonderpunkte für exklusive Zweier-Treffer. Außerdem müssen die Antworten geschickt in einem 3×3-Raster angeordnet werden, um mit vollständigen Reihen und Spalten weitere Bonuspunkte zu sammeln.
Mein Fazit nach vielen Testrunden
Natürlich hängt der Spielspaß auch ein wenig von der Gruppe ab. Wer sich bei jeder Antwort in endlose Diskussionen über Synonyme und unterschiedliche Schreibweisen verstrickt, kann den Spielfluss durchaus ausbremsen. Auch in sehr stillen oder zurückhaltenden Runden kommt Dito! möglicherweise nicht ganz so gut in Fahrt. Das Spiel lebt schließlich davon, dass die Auflösung gemeinsam erlebt und kommentiert wird.
In einer geselligen Runde funktioniert das dafür umso besser. Hier wird gelacht, gerätselt, gejubelt und manchmal auch darüber gestritten, warum eine Antwort nun gelten soll oder eben nicht. Dito! ist damit ein wunderbar zugängliches Partyspiel, das ohne großen Regelballast auskommt und trotzdem genügend kleine taktische Entscheidungen bietet. Dass es zum Spiel des Jahres 2026 gekürt wurde, können wir gut nachvollziehen.
„Typische Zootiere“ und Co.: Beispiele für die insgesamt 200 Begriffskarten.
Pro & Contra
Was mir gut gefällt:
Extrem zugängliche Regeln mit schneller Erklärung in zwei Minuten
200 doppelseitige Kategorienkarten
Beteiligung ohne Wartezeiten beim Raten und Vorlesen
Was ich weniger mag:
Zieht in zu verkopften oder stillen Gruppen deutlich weniger
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).
Der Magic: The Gathering-Sommer liegt hinter uns und damit gleich zwei Jenseits des Multiversums-Sets, die uns begleiteten. Mit Marvel Super Heroes und dem Hobbit haben wir ein modernes und ein klassisches Fantasy-Setting bekommen. Doch sind die Sets auch gleich beliebt? Wir geben den Überblick.
Im Heissluftballon geniessen wir die Landschaft und gestalten Plättchen für Plättchen das Panorama aus Wäldern, Bergen, Wiesen und Feldern. Wer die richtige Wahl trifft und perfekte Kombinationen findet, kann am Ende so richtig punkten. Für einmal haben wir längliche Legeplättchen
Revenant hätte eine 9 von 10 werden müssen. Eigentlich. Da serviert mir Mindclash Games ein gigantisches Raumschiff-Spektakel im Voidfall-Universum, garniert mit epischem Material, asymmetrischem Worker-Placement, politischen Intrigen und einer verzweifelten Flucht vor einer Alien-Invasion. Im Kopf lief bereits Battlestar Galactica, während ich mich im Crowdfunding damals verschuldete. Gemeinsam gegen den Untergang kämpfen, aber heimlich den...
Die SPIEL Essen 2026 war an allen vier Tagen ausverkauft, belegte erstmals alle acht Hallen und knackte mit 230.000 Besuchenden den nächsten Rekord. Zwischen 2.012 Neuheiten, Lasertag und Spieleabenden in der ganzen Stadt stellt sich die Frage, wie lange das Wachstum noch gutgeht. Das Teilzeithelden-Team berichtet von Eindrücken und Highlights.
Wenn ich mir schon die Arbeit mache, jedes Jahr einen eigenen kleinen Brettspielkalender zu gestalten, dann kann ich diese Arbeit auch teilen. Deswegen nun der November 2026 meines privaten Brettspielkalenders: Das Bild konntet ihr so auch schon in meinem Beitrag zu SKULL QUEEN von Stefan Dorra (erschienen bei Schmidt Spiele) bewundern.
In unserem Format „Tipp um Tipp“ laden wir euch ein, mit uns zu quizzen. Wir beschreiben Euch einmal pro Woche in 15 bis 20 Hinweisen ein Brettspiel. Wie schnell bekommt Ihr es heraus? Am Ende gibt es direkt die Auflösung.
Ohne Frage: Die SPIEL 2026 war die größte SPIEL aller Zeiten. Von 220.000 Besuchern ging es rauf auf einen neuen Rekord von 230.000, und sämtliche verfügbaren Hallen waren ausgebucht – bis auf eine einzige kleine Halle, die noch als Notreserve bleibt. Unterm Strich heißt das ganz nüchtern: Die SPIEL kann nicht mehr weiter wachsen. Punkt.
Doch Wachstum ist nicht alles, was die Messe ausmacht. Die SPIEL ist viel mehr als ein reines Aufstellen von Rekorden. Und beim Blick auf das, was wirklich zählt, ist vieles beim Alten geblieben, während gleichzeitig neue Dinge dazugekommen sind.
Wie hatte ich im letzten Jahr mein Fazit begonnen? "Jedes Jahr fällt es mir schwerer, ein Fazit zur zurückliegenden SPIEL zu schreiben. Hauptsächlich habe ich das Gefühl, mich dabei zu wiederholen." An diesem Gedanken hat sich wenig geändert. Allerdings sind mir doch ein paar Sachen aufgefallen, die ich als selbsternannter Chronist gerne festgehalten sehe. Die […]
Okay … die SPIEL ’26 ist vorbei und eure Kommentare in Christians Fazit sauge ich gespannt auf. Als ich sein Resümee das erste Mal las, hatte ich Tränen in den Augen. Danke für diese wertschätzenden Worte. Ich habe auf der Messe zu Christian gesagt, dass dieser Blog, diese eine Nachricht, die ich vor sechs Jahren...
Hast du das Spiel schon gespielt?
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Machen wir es kurz: Erfahrungsgemäß werden keine Einleitungen gelesen. Insbesondere nicht von Top-Listen. Warum also hier viele Worte verschwenden, wenn doch sowieso gleich nach unten gescrollt wird? Natürlich hat man das Bedürfnis, sich erklären zu wollen. Einzuordnen, dass es mir nicht darum geht, Hypes nachzuspüren. Oder klarzumachen, dass diese Top-Liste zwangsläufig Ersteinschätzungen sind. Denn die […]