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Metro Bingo

11. Oktober 2026 um 16:12

Ein U-Bahnnetz zu planen, konnten wir in der Vergangenheit schon mehrfach üben. Beispielsweise mit den Titeln der Next-Station-Reihe oder bei dem noch besseren Voll verplant. Während bei den hier genannten Spielen Karten die Aktionen bestimmen, ziehen wir beim neuen Metro Bingo Tickets genannte Zahlenplättchen aus einem Beutel. Das ist quasi die Bingo-Anleihe. Doch diese Zahlen kreuzen wir nicht ab, sondern tragen sie in die Felder ein, aus denen hier eine Bahnstrecke besteht. Daraus ergibt sich ein äußerst zugängliches Einsteigerspiel, das einen Spannungsmoment an den nächsten reiht.

Metro Bingo

Wie bei Bingo fiebere ich jeder neu gezogenen Zahl entgegen. Habe ich noch ein Feld an der passenden Stelle frei? Aufgabe für jeden Einzelnen ist es nämlich, möglichst lange Abschnitte mit gleichbleibenden oder aufsteigenden Werten zu bilden. Der London-Plan beispielsweise besteht aus einer einzigen Strecke mit 20 Feldern zum Eintragen. Im Beutel sind zu Beginn einer Partie Zahlenplättchen mit den Werten von 1 bis 30, wobei alle Werte von 11 bis 19 doppelt vorhanden sind. Wo trage ich nun beispielsweise die 29 ein? Ganz hinten? Oder an vorletzter Stelle, weil ja die 30 noch kommen könnte? Klar ist nur: Ich muss den Wert jedes Tickets eintragen.

Was im Laufe einer Partie Metro Bingo zunimmt

Zu Beginn einer Partie schauen noch alle entspannt auf die Aufgabe. Gefühl, Intuition und die Hoffnung, dass die Zahlen einigermaßen gleichverteilt aus dem Beutel gezogen werden, leiten mich dabei, plausible Positionen für die einzelnen Werte zu finden. Doch je weniger freie Felder bleiben, je mehr ich auf bestimmte Zahlen angewiesen bin, um möglichst lange Strecken zu erreichen, desto mehr Kommentare kommen aus der Runde. „Jetzt eine 14!“ – „Nein, ich brauche eine hohe Zahl!“ – „Auf gar keinen Fall. Gerne was Kleines!“

Metro Bingo

Und folglich schwanken die Emotionen bei Metro Bingo zwischen Freude und Enttäuschung. Wobei das immer nur Mini-Ausbrüche sind. Um nachhaltig zu jubeln oder zu hadern, bleibt gar keine Zeit. Schon muss die nächste Zahl eingetragen werden. Solange bis schließlich alle Felder gefüllt sind. Nun schaue ich nach, zwischen welchen Zahlen die Vorgabe abreißt und unterteile damit die Gesamtstrecke in Teilstrecken, die jeweils gültige Folgen sind. Dann wird jede Teilstrecke gewertet.

Gibt es eine Taktik bei Metro Bingo?

Ein mögliches Ergebnis: Teilstrecken mit vier, zehn, fünf Zahlen sowie ein isolierter Wert. Das bringt 15 + 100 + 25 + 0 = 140 Punkte. Nicht schlecht, oder? Hmm, wer eine durchgängige Reihe schafft, erhält 400 Punkte. Eine Person, der keine besonders lange Teilstrecke gelingt, hat folglich wenig Chancen auf den Sieg. Wie gehe ich also taktisch vor? Setze ich darauf, die komplette Strecke passend zu gestalten? Oder plane ich von Beginn an ein, dass das sowieso nicht klappen wird? Wie auch immer: In diesem Spiel mit Wahrscheinlichkeiten obsiegt zumeist – wie beim Bingo – der Zufall. Wobei sich hier immer wieder das Gefühl einstellt, diesen in der nächsten Partie bestimmt austricksen zu können.

Metro Bingo

Mir gefällt Metro Bingo jedenfalls gut. Mit diesem Titel hole ich sowohl Menschen ab, die eher wenig spielen, als auch Personen, die zwischendurch mal eine schnelle Nummer ausprobieren möchten. Die Einstiegshürde ist ebenerdig. Zudem skaliert es sehr gut: Die Zahl der Mitspieler hängt nur von den verfügbaren Zetteln ab. Und wenn einer fehlen sollte, male ich halt 20 Kreise auf ein leeres Blatt. Doch der London-Plan ist ja nur eine Option. Im Grundspiel sind noch die Metropläne Seoul, Tokyo und Paris enthalten, bei denen entweder mehrere Strecken kreuzen oder die mit einem Kreisverkehr aufwarten. Drei Spezialtickets mit Sonderaktionen, die ebenfalls im Beutel liegen, runden das Spiel ab.

Metro Bingo | Game Factory, Happy Baobab | Yoshihisa Itsubaki | 1 bis 50 Personen | ab 8 Jahren | 10 Minuten | Spielanleitung | Meine Einschätzung: ★★★ (gut)

Game Factory: Herbstneuheiten 2026 zur SPIEL Essen

06. Oktober 2026 um 16:08
Game Factory: Herbstneuheiten 2026 zur SPIEL Essen

Game Factory zeigt zur SPIEL Essen 2026 vier Herbstneuheiten: ein Plättchen-Legespiel von Reiner Knizia, ein kooperatives Fantasy-Kartenspiel, ein Partyspiel in der Mini-Dose und eine neue Erweiterung zur Stichspiel-Reihe Claim. Das teilt der Schweizer Verlag in einer Pressemitteilung mit, drei der vier Titel erscheinen demnach bereits ab Mitte Oktober 2026 im Handel.

Professor Boom: Explosionsgefahr von Reiner Knizia

Reiner Knizia schickt 2 bis 4 Spielende ins Experimentierfeld: Wer beim Sammeln und Platzieren von Experimentplättchen zu viel riskiert, lässt das eigene Labor explodieren. Punkte gibt es nur über Wertungskärtchen. Vier einmalig nutzbare SOS-Plättchen helfen gegen die drohende Explosion. Die Partie dauert laut BGG sowie zwei Fachmedien 20 bis 40 Minuten.

Bei der Altersangabe gibt es einen Widerspruch: Der Verlag nennt ab 8 Jahren, während zwei unabhängige Fachmedien, brettspielbox.de und spieledorf.net, übereinstimmend ab 12 Jahren nennen. Professor Boom erscheint zur SPIEL Essen und ist laut Verlag voraussichtlich ab Mitte Oktober 2026 für 28,99 Euro im Handel.

Die vier Pforten: Kooperation gegen die Finsternis

Matt Leacock, der zuvor mit Pandemic das kooperative Brettspiel massenfähig machte, entwickelte Die vier Pforten zusammen mit Matthew Riddle und Ben Pinchback. Das kooperative Kartenspiel schickt 1 bis 5 Spielende ab 10 Jahren als Abenteurerteam in einen Leuchtturm: Gemeinsam müssen sie vier magische Relikte bergen und das Leuchtfeuer neu entfachen, bevor Schattenkarten die vier Pforten endgültig versiegeln. Laut BGG ist der Titel auch solo spielbar, und die Partie dauert laut Verlag rund 30 Minuten.

Die vier Pforten ist bereits im exklusiven Vorverkauf der Handelsaktion „Hoher Spielwert“ erhältlich, eines 2017 von zehn Spielefachgeschäften gegründeten Gemeinschaftsprojekts, das inzwischen auf 33 Mitglieder und rund 45 Verkaufsstellen in Deutschland angewachsen ist. Zugang zum Vorverkauf gibt es demnach nur über diese teilnehmenden Fachgeschäfte, nicht im allgemeinen Buchhandel. Der reguläre Handelsstart folgt laut Verlag voraussichtlich Ende Oktober 2026 zu einem UVP von 19,99 Euro.

Nix da!: Erstes Partyspiel in der Mini-Dose

Mit Nix da! von Ralf zur Linde bringt Game Factory laut eigenen Angaben sein erstes Partyspiel im Mini-Dosen-Format: 3 bis 8 Spielende ab 8 Jahren erklären in zwei Teams gesuchte Begriffe, dürfen dabei aber einen vorgegebenen Buchstaben nicht verwenden. Die 60-Sekunden-Runden dauern laut Verlag insgesamt rund 20 Minuten. Am Familientisch mit Kindern dürfte die tatsächliche Spieldauer durch gemeinsames Erklären und Raten aber oft länger ausfallen. Nix da! erscheint zur SPIEL Essen und ist voraussichtlich ab Mitte Oktober 2026 für 6,99 Euro erhältlich.

Claim Erweiterung Allianzen: Aus Duell wird Koop

Scott Almes dreht mit der Erweiterung Allianzen das Grundprinzip der Stichspiel-Reihe Claim um: Statt um den Thron zu duellieren, bilden die beiden Spielenden ab 10 Jahren eine Allianz gegen eine gemeinsame Bedrohung, ohne dabei zu kommunizieren. Zwei neue Fraktionen, Bärenmenschen und Käferwesen, lassen sich laut Verlag auch mit dem Grundspiel kombinieren. Reicht die Taktik nicht mehr aus, soll laut Verlag notfalls eine Katapult-Karte einen entscheidenden Vorteil liefern. Die Erweiterung dauert rund 25 Minuten, erscheint zur SPIEL Essen und kostet voraussichtlich ab Mitte Oktober 2026 11,99 Euro.

Game Factory ging laut eigenen Angaben 2008 aus dem Schweizer Fernsehquiz ABC SRF 3 hervor und gehört zur Carletto-Gruppe. Der Verlag gewann zuletzt mit Die magischen Schlüssel das Kinderspiel des Jahres 2024 und mit Dito! das Spiel des Jahres 2026.

Game Factory: Polaroid und Kutschfahrt zur Teufelsburg

07. September 2026 um 15:27
Game Factory: Polaroid und Kutschfahrt zur Teufelsburg

Carletto kündigt für September 2026 zwei Neuheiten aus dem hauseigenen Spieleverlag Game Factory an: das Erzähl- und Merkspiel POLAROID: The Game mit der Kultmarke als Namensgeber, und mit Die Kutschfahrt zur Teufelsburg eine Neuauflage des Social-Deduction-Kartenspiels von Michael Palm und Lukas Zach. Beide Titel sind laut Pressemitteilungen des Verlags voraussichtlich im September 2026 im Handel erhältlich.

POLAROID: The Game bringt die Kultmarke an den Tisch

In POLAROID: The Game erfinden mindestens drei Spielende ab 8 Jahren zu 120 Polaroid-Fotokarten gemeinsam Geschichten, unter dem Motto „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“. In der ersten Phase jeder Runde legen alle reihum Karten auf einen gemeinsamen Erzählstapel und verbinden sie erzählerisch mit der vorherigen Karte. Löst der Timer in Form einer Polaroid-Kamera aus, muss die aktive Person sich an die Fotomotive und deren Reihenfolge erinnern, für jede richtige Antwort gibt es ein Foto auf den eigenen Punktestapel. Wer sich beim Erinnern zu viel Zeit lässt, riskiert laut Verlag, von den Mitspielenden über einen Knopf an der Kamera herausgefordert zu werden und das Foto zu verlieren.

Eine Partie dauert rund 20 Minuten. Für mehr Abwechslung lassen sich die Fotokarten laut Verlag mit eigenen Aufnahmen im klassischen Polaroid-Format ergänzen, welche Ausrüstung dafür nötig ist, nennt die Pressemitteilung nicht. POLAROID: The Game ist voraussichtlich Anfang September 2026 zu einem UVP von 25,99 Euro erhältlich (Stand: 7. September 2026).

Kutschfahrt zur Teufelsburg: Neuauflage mit kompletter Erweiterung

Mit Die Kutschfahrt zur Teufelsburg geht laut Carletto die Zusammenarbeit des Verlags mit Adlung Spiele in die zweite Runde. Das ursprünglich 2006 bei Adlung Spiele erschienene Kartenspiel der Designer Michael Palm und Lukas Zach erscheint als Neuauflage erstmals zusammen mit der Erweiterung Die Dunkle Prophezeiung in einer Schachtel. 3 bis 10 Spielende ab 12 Jahren schlüpfen dabei in die Rolle heimlicher Anhänger zweier Geheimgesellschaften, tauschen Gegenstände, tragen inszenierte Duelle aus und versuchen, ihre Verbündeten zu erkennen und drei Artefakte zu sammeln.

Die Erweiterung Die Dunkle Prophezeiung ergänzt 25 Ereigniskarten sowie weitere Berufe, Gegenstände und Gesellschaftskarten für mehr Rollenspiel und Abwechslung. Eine Partie dauert laut Verlag rund 30 Minuten, unabhängig von der Spielendenzahl. Die Neuauflage kommt laut Verlag in neuem Design und größerem Verpackungsformat und ist voraussichtlich Ende September 2026 zu einem UVP von 19,99 Euro erhältlich (Stand: 7. September 2026).

Auf BoardGameGeek liegt das Original von 2006 bei einer Bewertung von 6,6 aus rund 950 Wertungen und mehr als 2.200 Einträgen in Sammlungen. Zur Erweiterung Die Dunkle Prophezeiung, die künftig serienmäßig in der Schachtel steckt, liegen auf BoardGameGeek dagegen nur wenige Bewertungen vor.

Wortspiele-Quartett mit Blitzwisser, Letter Hunt, Oh My Word und Tapple

30. August 2026 um 10:58

In dieser Rubrik stelle ich vier Spiele in jeweils vier Sätzen vor. Dieses Mal geht es um Wortspiele. Die Collage zeigt Ausschnitte der Cover von (oben links nach unten rechts) Letter Hunt, Tapple, Oh My Word und Blitzwisser. Mit dem letztgenannten Spiel geht es direkt los:

Blitzwisser

Zu Beginn jeder Runde liegen acht Kategorien aus, für die passende Begriffe gesucht werden. Gelingt es mir, innerhalb von zehn Sekunden ein Wort mit dem auf meiner aktuellen Karte gezeigten Anfangsbuchstaben zu finden, decke ich die entsprechende Kategorie mit meiner Karte ab. Besonderheit: Sind alle bis auf eine Kategorie mit einem Buchstaben abgedeckt, gilt es für alle zum noch offenen Oberbegriff ein Wort zu finden, das möglichst viele der nun sichtbaren Buchstaben beinhaltet. So mischt Blitzwisser Schnelligkeit mit Wortgefühl – und belohnt am Ende die Person, die als Erste all ihre Karten losgeworden ist.

Blitzwisser

Blitzwisser | Spiel für alle | Game Factory | Arno Steinwender | 2 bis 4 Personen | ab 10 Jahren | 20 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★ (gut)

Letter Hunt

Welche Zeichen gelten für mich? Erst wenn ich im 3×3-Raster erkannt habe, welche Buchstaben für meine Sicht richtig angeordnet sind, kann ich anfangen, nach einer Lösung zu suchen. Der Begriff muss zur gesuchten Kategorie passen sowie mit einem der für mich gültigen Buchstaben beginnen. Diese Doppelaufgabe bevorteilt vor allem die Personen, die eine schnelle visuelle Auffassungsgabe haben.

Letter Hunt

Letter Hunt | Spiel für alle | Piatnik | Kim Vandenbroucke | 2 bis 8 Personen | ab 8 Jahren | 20 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★ (ordentlich)

Oh My Word

Was ist zu tun? Buchstabenplättchen aus dem Beutel ziehen und eine Antwort mit diesem Anfangsbuchstaben finden, die noch zu einer offenen Kategorie passt – und dann schnell den Beutel weitergeben. Läuft der Timer ab, wenn ich den Beutel in der Hand habe, muss ich ein Pechplättchen nehmen – was Minuspunkte bedeutet. Eine nervige Timer-Melodie, Zufälligkeiten bei den Pechplättchen sowie eine unübersichtliche Kategoriendarstellung sind die Gründe dafür, warum mir das Spiel nicht so gut gefällt.

Oh My Word

Oh My Word | Spiel für alle | Kosmos | Andrew Lawson und Jack Lawson | 2 bis 6 Personen | ab 10 Jahren | 15 Minuten | Meine Bewertung: ★ (mäßig)

Tapple

Ein Spiel mit einem bekannten Prinzip: Bin ich dran, muss ich zu einer zufällig bestimmten Kategorie ein Wort nennen. Doch mit jeder Antwort reihum schwinden die Möglichkeiten, denn jeder Begriff muss mit einem anderen Buchstaben beginnen. Ist mir rechtzeitig etwas eingefallen, drücke ich den entsprechenden Buchstaben, bleibe damit in der Runde aktiv und starte dann auf dem Tapple-Rad den zehnsekündigen Timer für die folgende Person. Wer in einem Durchgang als Letzter übrig bleibt, erhält in diesem hektischen Spiel für Schnelldenker die Kategoriekarte als Punkt.

Tapple

Tapple | Spiel für alle | Huch!, Ooba Games | 2 bis 8 Personen | ab 8 Jahren | 20 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★ (ordentlich)

Picky – Spielkritik

Von: Paddy
03. August 2026 um 16:07
Picky

In der Ferne hören wir schon das Geräusch der Strassenkehrmaschine, da sammeln die Eichhörnchen noch flink die letzten Gegenstände von der Strasse. Picky ist ein kurzweiliges Merk- und Sammelspiel, bei dem man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen darf.

Der Beitrag Picky – Spielkritik erschien zuerst auf brettspielblog.ch.

Spiel des Jahres 2026: Dito! gewinnt den wichtigsten deutschen Brettspielpreis

12. Juli 2026 um 22:42
Spiel des Jahres 2026: Dito! gewinnt den wichtigsten deutschen Brettspielpreis

Dito! ist Spiel des Jahres 2026. Die Jury verkündete ihre Entscheidung am 12. Juli 2026 und zeichnete damit ein Assoziations-Partyspiel von Autor Martin Ang aus, das beim Verlag Game Factory erscheint. Die Begründung der Jury bringt den Reiz des Spiels auf den Punkt: Gespielt wird zwar gegeneinander, gewinnen kann aber nur, wer sich gut auf die Gedankenwelt der anderen einlässt.

Was Dito! ausmacht

Dito! ist ein Partyspiel für 3 bis 7 Personen ab 10 Jahren, eine Partie dauert rund 30 Minuten. Faktenwissen braucht es dafür nicht, gefragt ist Einfühlungsvermögen: Sie versuchen zu erraten, welche Begriffe den Mitspielenden zu einer Kategorie einfallen.

Dito! auf einen Blick

  • Spieleranzahl: 3 bis 7 Personen
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: rund 30 Minuten
  • Autor: Martin Ang
  • Verlag: Game Factory
  • Genre: Assoziations-Partyspiel

So läuft eine Runde ab. Aus zwei Optionen wählt die Gruppe eine Kategorie. Anschließend notiert jede Person Begriffe in einem Drei-mal-drei-Raster, also in einem Feld aus 3 x 3 Kästchen. Alle schreiben gleichzeitig, niemand scheidet aus. Ziel ist es, möglichst dieselben Begriffe zu treffen wie die anderen. Wer Reihen und Spalten des Rasters füllt, sammelt Punkte. Belohnt wird also nicht, wer die originellste Antwort findet, sondern wer die Perspektive der Runde am besten trifft.

Bemerkenswert ist auch die Herkunft des Autors: Martin Ang stammt aus Indonesien. Bei der Verleihung wurde eigens hervorgehoben, dass mit ihm erstmals ein Preisträger aus dem globalen Süden ausgezeichnet wird.

Die Begründung der Jury

Die Jury hebt hervor, dass Dito! ein Wettbewerbsspiel ist, das ohne echte Konfrontation auskommt. Zwar spiele man gegeneinander, doch der Erfolg hänge daran, wie gut man sich in die Assoziationswelten der Mitspielenden hineinversetze. Taktisches Geschick und das Verständnis für andere Sichtweisen zählten mehr als reines Wissen. Genau diese Mischung mache Dito! am Tisch zugänglich und zugleich reizvoll.

Die weiteren Nominierten zum Spiel des Jahres 2026

Neben Dito! standen zwei weitere Titel auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres 2026:

  • Cozy Sticker Ville (Autor: Corey Konieczka, Verlag: Unexpected Games)
  • Morty Sorty Magic Shop (Autor: Markus Slawitscheck, Verlag: Schmidt Spiele)

Die Empfehlungsliste

Die Jury sprach außerdem sechs Empfehlungen aus:

  • Hot Streak (Jon Perry, Strohmann Games)
  • Meister Makatsu (Reiner Knizia, Amigo)
  • Take Time (Alexi Piovesan und Julien Prothière, Asmodee)
  • Toriki (Wojciech Grajkowski, Mirakulus)
  • Toy Battle (Paolo Mori und Alessandro Zucchini, REPOS)
  • Wilmot's Warehouse (Ricky Haggett, Richard Hogg und David King, Asmodee)

Einordnung: die anderen Preise des Abends

Beim selben Festakt vergab die Jury auch die beiden Schwesterpreise. Kennerspiel des Jahres 2026 wurde Rebirth von Reiner Knizia (Frosted Games). Kinderspiel des Jahres 2026 wurde Die Insel der Mookies von Florian Sirieix (Kosmos, Originalausgabe bei Scorpion Masqué).

Dito! tritt die Nachfolge von Bomb Busters an, dem Spiel des Jahres 2025.

DITO: Nominiert zum Spiel des Jahres und ausverkauft?

Von: ravn
20. Juni 2026 um 15:34

Wenn gehypte Spieletitel plötzlich nicht mehr verfügbar sind, kann eine Begierde wachsen, die vorab nicht vorhanden war. War es doch kein Hype, sondern ein wirklich herausragendes Spiel? Ein Spiel, das sogar bis zur höchsten Auszeichnung aus seinem Genre und dem aktuellen Jahrgang hinausragt und diese überragt? Hier geht es konkret um das kommunikative Partyspiel für jede Gruppe, das schnell verstanden und sofort begeistern soll, wenn es kreativ oder offensichtlich wird.

Die Gier nach etwas Neuem kann umso größer werden, wenn es plötzlich nicht mehr kaufbar ist. Dann macht sich die quälende Luxusfrage breit, was ich da verpasst habe und ob es nicht noch eine Chance gibt, es hier jetzt und sofort doch noch zu bekommen. Eventuell sogar mit Extraaufwand und Extrakosten, die vorab gescheut worden sind. Ist das rational erklärbar? Besonders im Hobbybereich der Brettspiele, in dem jedes Jahr mehr als 1000 Neuheiten auf den Markt strömen, auf ihre Käufer warten und allzu schnell wieder vergessen oder verramscht werden.

Aktuell geht es mir so bei dem kommunikativen Partyspiel DITO. Im Frühjahr 2026 als „Dito!“ bei Game Factory veröffentlicht und für 3 bis 7 Spieler geeignet. Der Spieltitel scheint dabei nicht wirklich klar zu sein, denn selbst der Verlag der deutschsprachigen Version schreibt von „Dito“, während auf der Spieleschachtel und in der Anleitung „DITO!“ steht. Ich selbst habe mich hier auf „DITO“ geeinigt. Soweit die Nebensächlichkeiten. Bevor es zum Spiel des Jahres 2026 nominiert wurde, war es für mich eines von vielen dieser assoziativen Wortspiele. Ein Genre, das ich zwar mag, von dem ich allerdings auch schon ausreichend viele Varianten in meinen Spieleschränken stehen habe: Just One, Codenames, Trapwords, Perfect Words, Was ne Frage und mehr. Auf der grafischen Ebene kommen dann noch solche Spiele wie Ensemble und Dixit dazu, die für sich schon ein eigenes Genre bilden.

DITO wirkt auf den ersten Blick arg gewöhnlich. Und genau deshalb habe ich das Spiel bisher unbeachtet ausgelassen. Erst durch die Nominierung habe ich es in seinen Mechanismen und Besonderheiten mal genauer angeschaut. Bei den vielen Neuerscheinungen muss ich halt für mich sehr strikt filtern, ob mich irgendwas interessieren könnte. Da fallen eben eine ganze Menge Spiele durch mein Aufmerksamkeitsraster. Bis die dann plötzlich nicht mehr verfügbar sind und deshalb umso mehr Begehrlichkeiten wecken.

DITO vom Autor Martin Ang bietet uns 200 Karten mit insgesamt 400 verschiedenen Kategorien. Die sollen von skurril bis interessant reichen, aber teilweise auch eher gewöhnlich sind: Beispiele aus der Spielanleitung gefällig? „Dinge, die in Paaren auftreten“, „Typisch Deutschland“ und „Filme, die einen zum Weinen bringen“ Bis auf wenige Ausnahmen wie „Flaggen mit mindestens einem Stern“ geht es auch um Wissen. Ansonsten gibt es keine falschen Antworten, und wenn etliche meinen, dass die Republik Kongo so einen Stern in ihrer Flagge hat, dann geht auch diese gemeinsame Verwechslung mit der Demokratische Republik Kongo mit in die Wertung ein.

Denn Punkte gibt es für Antworten, die mit den Mitspielern übereinstimmen. Sonderpunkte, wenn wir die Schnittmenge mit nur einem Mitspieler treffen. Da wir direkt drei Kategorien spielen und jeweils drei Antworten geben und diese in unser abwischbares 3×3 Raster eintragen, bevor es dann zur gemeinsamen Auswertung geht, gibt es weitere Bonuspunkte für jedes vollständige Tic-Tac-Toe von übereinstimmenden Antworten. Ob es dabei zu Problemen mit Insider-Antworten kommen kann, die nur einer aus der Spielrunde überhaupt kennen kann, das kann ich nicht beurteilen.

Denn DITO kenne ich bisher nur aus der Ferne und aus anderen Online-Rezensionen. Diese anderen Meinungen schwanken von belanglos bis begeisternd. Bei Rezensionen für Millionen von Udo Bartsch, den nebenbei auf der Jury Spiel des Jahres angehört, landete DITO gleich in drei hintereinander liegenden Monaten in der Kategorie „Gern gespielt im letzten Monat“ und in der Spielbox 3/2026 vergibt er die Note 8 von 10 mit den Worten „Ich feiere DITO!“. Mehr als ein Zaunpfahlwink?

Im September bis Oktober soll der Nachdruck von DITO in den Handel kommen, so sagen es uns die Ankündigungen diverser Onlinehändler. So müssen wir wohl den Sommer ohne das Wortspiel auskommen, in dem wir unsere Gedanken mit denen der Mitspieler synchronisieren sollten. Es kommt also nicht auf ein „ich habe aber recht“ an, sondern auf einen gemeinsamen Konsens in der Spielrunde. Wer in Fremdsprachen unterwegs ist, kann auch zur englisch- oder spanischsprachigen Version greifen, weil die ist weiterhin verfügbar, wenn auch als Import. Ich selbst werde wohl bis zum Herbst warten müssen, um das bis dahin eventuell prämierte Spiel dann in meiner bevorzugten Sprache kaufen und spielen zu können.

Anmerkung der Redaktion: Nachdem ich diesen Artikel hier geschrieben habe, erreichte mich die Information, dass DITO in einem Buchhändler vor Ort als Pyramide aufgestapelt entdeckt wurde. Im online gelisteten Bestand allerdings nicht. Deshalb kann ich Euch nur empfehlen, vor Ort die Augen aufzuhalten, ob DITO nicht doch in Eurem Umfeld verfügbar ist. Deshalb das Fragezeichen im Titel nachträglich ergänzt.

kritisch gespielt: Dito!

Von: Tobias
16. Juni 2026 um 21:58
Dito - Box

Dito - BoxDito! von Martin Ang – erschienen bei Game Factory Ganz entgegen meiner Gewohnheit beginne ich mit einem Zitat. Der französische Moralist und Essayist meinte einst: "Nichts wirkt so eintönig wie ständige Zustimmung." Der gute Mann hat niemals DITO! gespielt und dabei die unheimliche Freude der Übereinstimmung gefühlt. Thema: Auch wenn das Cover Ufo, Taco, Spiegelei und die […]

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SWAMS Kids #12: Viele Schlüssel und ein Farmer

Von: Gnislew
31. Mai 2026 um 18:30
SWAMS Kids #12: Viele Schlüssel und ein Farmer Blogspiele Gnislew

Nachdem der Spieledreierpack in Folge 11 so gut geklappt hat, gibt es in Folge 12 wieder einen Dreierpack. Den Start macht das Roll & Write Ei Ei, Stempelei. Es folgt das Kinderspiel des Jahres 2024 Die magischen Schlüssel. Den Abschluss des Trios bildet Das Schloss der 7 Schlösser. Da ist mit Sicherheit für jeden was dabei!

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Dito!

19. Mai 2026 um 15:50

„Sack“, liest Annette vor. „Gilt ‚Intimbereich‘ auch?“, fragt Marco. Alle in der Runde prusten los. Wir spielen Dito! und wünschen uns, dass mindestens eine andere Person einen identischen oder zumindest synonymen Begriff notiert hat. Vorab hatte jede Person jeweils drei Antworten zu drei Kategorien geheim in ihr 3×3-Raster geschrieben. In geschilderten Fall gehörten zu den Oberbegriffen unter anderem ein „Alltagsgegenstand, der Mordwaffe sein könnte“ und „Schlechteste Stellen am Körper für ein Tattoo“. Bei den oben zitierten Wörtern hatten die Mitspieler unterschiedliche Kategorien im Sinn. Der Zufall wollte es, dass beim Vorlesen ganz neue Assoziationen ausgelöst wurden.

Dito

Solche Momente sind es unter anderem, die Dito! zu einem wunderbaren Wortspiel machen. Seinen Reiz zieht es grundsätzlich aus dem Umstand, dass ich nur gewinnen kann, wenn ich möglichst oft auf einer Wellenlänge mit anderen funke. Ich brauche Übereinstimmungen, um zu punkten. Im Gegensatz zu Stadt, Land, Fluss etwa, bei dem ich ja besonders für einmalige Antworten belohnt werde. Was Dito! zudem besonders macht: Es werden nicht zwingend alle aufgeschriebenen Begriffe verglichen. Das sorgt aus verschiedenen Gründen für Spannung.

Warum BFF-Sterne bei Dito! toll sind

Haben alle jeweils ihre neun Felder ausgefüllt, beginnt eine Person damit, einen einzelnen Begriff vorzulesen. Gibt es keine Übereinstimmung, muss das Feld durchgekreuzt werden. Ruft mindestens ein Mitspieler „Dito!“, dann kreisen alle diesen Begriff ein. Das bringt einen Punkt. Besonders cool ist es jedoch, wenn nur genau eine andere Person einen Treffer meldet. Dann nämlich dürfen beide in diesem Feld zusätzlichen den BFF-Stern ausmalen. Den Best-Friends-Forever-Stern! Macht zwei Extra-Punkte. Davon möchte ich natürlich so viele wie möglich haben. Also scheint klar zu sein, dass ich nicht nach den erstbesten Antworten suche. Oder?

Dito

Nun ja, vielleicht sollte ich meine Überlegungen ausweiten. Denn sobald eine erste Person all ihre neun Begriffe durchgestrichen oder eingekreist hat, endet die Runde, Bis dahin durfte reihum immer wieder der nächste Spieler einen neuen Eintrag nennen. Wer dabei viel einkreist, ist früher fertig. Und viele Treffer erziele ich eher nicht, wenn ich nur auf BFF-Antworten setze.

Zudem hat der indonesische Autor Martin Ang seinem Dito! noch eine Bingo-Komponente hinzugefügt. Ich ernte bis zu drei Bonuspunkte, wenn ich alle Felder einer Zeile oder Spalte eingekreist habe. Besonders lukrativ sind die oberste Reihe sowie die rechte Senkrechte. Deshalb schreibe ich den Begriff, den ganz sicher noch jemand anderes hat, in das Feld oben rechts. Typische Hundenamen? „Rex“ kommt in genau in diese Ecke. Noch „Hasso“ und „Bello“ dazu – fertig. Mindestens drei sichere Punkte, oder? Die Hoffnung lebt, doch dann werden „Pfiffi“, „Balou“ und „Nala“ vorgelesen. Waaaas? Tja, so kann’s laufen.

Welche Emotionen Dito! am Spieltisch hervorruft

Dito! schafft es, Emotionen zu wecken. Laut artikulierte Ungläubigkeit, wenn niemand mit meiner Antwort übereinstimmt. Doch schon im nächsten Moment stimmen alle in den „Dito!“-Chor ein, ehe ich mir kurz darauf mit der flachen Hand vor den Stirn schlage und damit hadere, dass mir einer der offensichtlichen Begriffe nicht eingefallen ist. Schön ist zudem, dass die Kategorien kein spezielles Wissen erfordern. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern schlicht um Übereinstimmungen. Da spielt es keine Rolle, wenn jemand die Schweiz als Land notiert hat, das ähnlich viele Einwohner wie Deutschland haben soll. Hauptsache ein anderer hat auch so gedacht. Ich kann quasi nichts falsch machen, weshalb Dito! ein großartiges Spiel für alle ist, die kurzweilige Unterhaltung mögen.

Dito
Ein Glücksmoment: In dieser Runde durfte ich alle neun Begriffe einkreisen.

Problematisch ist lediglich mitunter die Auslegung, welche Antworten als gleich eingestuft werden dürfen. Laut Regel bedeuten Synonyme wie Geige und Violine eine Übereinstimmung, Instrument als Oberbegriff würde jedoch in diesem Zusammenhang nicht gelten. „Wäsche waschen“ und „abwaschen“ bewerte als ich unterschiedlich. Aber wie wäre es mit „waschen“ und „abwaschen“? Um das zu klären, werden Wörter manchmal zu früh genannt. Die Spielanleitung macht es sich in diesem Punkt einfach: „Regelt Meinungsverschiedenheiten als Gruppe! Ganz egal wie alt ihr seid – ihr seid alt genug.“ Stimmt, sind wir. Und wir lassen uns von dieser Unschärfe den Spaß auch nicht verderben. Oder was meinst du? „Dito!“

Übrigens: Das eingangs genannte Beispiel mit „Sack“ und „Intimbereich“ hat freilich nicht als Übereinstimmung gezählt.

Dito! | Game Factory | Martin Ang | 3 bis 7 Personen | ab 10 Jahren | 30 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)

My Park

In My Park geht es ums geschickte Planen: In diesem kompakten Drafting-Spiel baut ihr aus neun Karten euren eigenen Park auf und versucht dabei, möglichst viele Punkte zu sammeln.

My Park

My Park – darum geht es:

In My Park baut ihr euren eigenen Vergnügungspark – mit Achterbahnen, Restaurants und Karussells. Das klingt zunächst nach einem klassischen Aufbau-Spiel, tatsächlich steckt aber ein Drafting-Spiel dahinter, bei dem ihr Runde für Runde entscheiden müsst, welche Attraktion in euren Park kommt – und welche ihr lieber an die Konkurrenz weiterreicht. 

Das Ziel ist einfach: Nach neun Runden soll euer Park möglichst viele Punkte einbringen. Der Weg dorthin ist allerdings gar nicht so trivial.

Karten draften und Park bauen

My Park gehört zu den Drafting-Spielen. Alle Spieler starten mit zehn Handkarten und wählen in jeder Runde gleichzeitig eine davon aus. Die restlichen Karten werden anschließend an den linken Nachbarn weitergereicht. So wandert der Kartenstapel Runde für Runde über den Tisch, bis jeder Spieler insgesamt neun Karten in seinem Park verbaut hat. 

Die gewählte Karte muss bezahlt und anschließend im eigenen Park ausgelegt werden. Das klingt simpel, doch gleich mehrere Regeln bestimmen, wo eine Karte überhaupt platziert werden darf.

Strenge Bauvorschriften

Zunächst einmal muss euer Park am Ende eine ganz bestimmte Form haben. Diese wird durch eine Projektplankarte vorgegeben und gilt für alle Spielenden gleichermaßen.

Hinzu kommt eine zentrale Regel: Die Zahlenwerte der Karten müssen im Park von oben links nach unten rechts aufsteigend angeordnet sein. Gleichzeitig darf jede Zahl nur einmal im Park vorkommen. 

Dadurch entsteht ein kleines Puzzle. Oft passt eine Karte zwar gut zu den Wertungen, lässt sich aber nur schwer sinnvoll im eigenen Park unterbringen.

Zusätzlich gilt: Neue Karten müssen immer an eine bereits liegende Karte angrenzen. Wer hier zu früh eine ungünstige Position wählt, kann sich später selbst blockieren.

Geld ist knapp

Zu Beginn erhält jeder Spieler 15 Münzen – und damit muss man über die gesamte Partie auskommen. Neue Einnahmequellen gibt es nicht. 

Das bedeutet: Jede Entscheidung hat Konsequenzen. Teure Karten können starke Effekte oder wertvolle Symbole bringen, gleichzeitig schmilzt das Budget aber schnell dahin. Wer zu großzügig bezahlt, muss später eventuell Karten verdeckt in den Park legen – und die bringen am Ende deutlich weniger Punkte.

  • MY PARK ist ein kleines Legespiel mit großen Attraktionen! Erbaue deinen eigenen Freizeitpark und punkte mit Weitsicht und guter Planung!
  • Ob aufregende Achterbahnen, coole Spielhallen oder verlockende Imbissbuden − versuche durch geschicktes Draften die perfekten Attraktionen für deinen Park zu kaufen. Aber das Geld ist begrenzt!
  • Wer sich beim Platzieren nicht an den Projektplan und die Reihenfolge hält, muss mit Einbußen rechnen. Schließlich will sich niemand in einem Park vergnügen, der nur zur Hälfte fertig gebaut ist!
  • Anzahl der Spieler: 2-5. Spieldauer: ca. 15 Minuten. Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren.
  • Aus dem Hause GAME FACTORY - SPIELE FÜR FAMILY & FRIENDS.

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Wertungen sorgen für Abwechslung

Für Punkte sorgen zwei Ebenen: Standard-Wertungen gibt es in jeder Partie. Sie belohnen etwa Tickets, verschiedene Symbole oder übrig gebliebenes Geld.

Dazu kommt eine variable Wertungskarte, die jedes Spiel verändert. Mal geht es darum, möglichst lange Zahlenreihen zu bilden, mal um Gruppen gleichfarbiger Karten oder bestimmte Farbkombinationen.

Wer möchte, kann zusätzlich noch Bonuskarten ins Spiel bringen, die weitere Ziele oder kleine Überraschungseffekte hinzufügen. Dadurch fühlt sich jede Partie etwas anders an.

Shop-Aktionen

Einige Parkkarten zeigen ein Shop-Symbol. Wird eine solche Karte platziert, löst sie eine besondere Aktion aus. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass ihr Karten tauscht, eine zusätzliche Karte ausspielt oder sogar Karten mit Mitspielern austauscht. Solche Effekte können den eigenen Park noch einmal ordentlich durcheinanderwirbeln – oder plötzlich neue Chancen eröffnen.

My park: Fazit und Wertung

My Park ist eines dieser Spiele, die zunächst unscheinbar wirken, aber schnell zeigen, wie viel Taktik in ihnen steckt. Das Drafting sorgt für einen flotten Spielfluss, während die strengen Platzierungsregeln und das knappe Budget immer wieder für knifflige Entscheidungen sorgen. Wer gern kleine Optimierungspuzzles löst und dabei auch im Blick behält, welche Karten bei den Mitspielern landen könnten, bekommt hier ein überraschend anspruchsvolles Kartenspiel. Dank kurzer Spielzeit und kompakter Schachtel eignet sich My Park zudem hervorragend als Spiel für zwischendurch oder für unterwegs.

My Park funktioniert übrigens auch hervorragend zu zweit. Gerade in dieser Besetzung wird das Drafting besonders taktisch, weil die wenigen Karten immer wieder zwischen beiden Spielern hin- und herwandern. So entsteht ein spannendes Abwägen: Greife ich jetzt zu oder hoffe ich darauf, dass die Karte noch einmal zurückkommt? Ein genauer Blick auf das Tableau des Gegenübers verrät dabei oft, auf welche Karten diese Person noch spekuliert – oder welche sie aufgrund der Platzierungsregeln gar nicht mehr sinnvoll anlegen kann. Dadurch entstehen immer wieder kleine taktische Vorteile, aber auch reizvolle Dilemmata, bei denen man Runde für Runde um die beste Kartenwahl ringt.

My Park ist ein frisches, kompaktes Drafting-Kartenspiel mit klaren Regeln und kurze, spannende Partien. Gerne auch für unterwegs!


My Park – auf einen Blick

Title

My Park überrascht als cleveres Drafting-Puzzle im Taschenformat, das mit einfachen Regeln startet, aber schnell zeigt, wie viel Planung und Timing in nur neun Karten stecken können.

Autor: Eugeni Castaño | 2025 | Game Factory | 2 bis 5 Personen | ab 8 Jahren | bis 15 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


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Alpaka

30. Januar 2026 um 16:00

Game Factory, 2025
Autor: Christian Giove
2–4 Spieler:innen, ab 8 Jahre, 30 Minuten

Mit „Alpaka“ entführt ihr euch in eine fröhlich-bunte Welt voller flauschiger Tierchen, in der ihr als ambitionierte:r Alpaka-Hirt:in eure ganz persönliche Herde zusammenstellt. Das Thema ist auf den ersten Blick charmant und lädt besonders durch die liebevollen, zum Teil augenzwinkernden Illustrationen dazu ein, sich mit den Karten auseinanderzusetzen. Jeder von euch beginnt mit einer kleinen, identischen Startauswahl an Alpaka-Karten und im Laufe des Spiels entwickelt sich daraus eine immer größer werdende und vielfältigere Herde. Die Karten zeigen nicht nur unterschiedliche Tiere, sondern auch kleine Persönlichkeitseigenschaften oder berufliche Rollen, die für den Spielverlauf relevant sind. Ziel ist es, am Ende die wertvollste Alpaka-Weide zu besitzen, indem ihr geschickt neue Tiere einkauft, Fähigkeiten ausnutzt und euren Hof ausbaut. Das Thema ist wirklich niedlich umgesetzt, ohne dabei in Kitsch abzurutschen, und schafft einen angenehmen Rahmen für ein strategisch leicht zugängliches Kartenspiel.

„Alpaka“ ist ein sogenanntes Deckbau-Spiel, bei dem ihr eure persönliche Kartenhand im Laufe des Spiels verbessert. Zu Beginn besitzt ihr nur einfache Karten, mit denen ihr Münzen erwirtschaften oder Gehege bauen könnt. In jeder Runde zieht ihr eine Hand von Karten und habt dann die Wahl, die Fähigkeiten eurer Alpakas zu nutzen, um Aktionen auszuführen, neue Alpakas vom zentralen Markt zu erwerben oder zusätzliche Gehege zu errichten. Die Reihenfolge dieser Aktionen ist frei wählbar und erlaubt euch damit, unterschiedliche Strategien auszuprobieren. Kaufen funktioniert über ein Einkommen, das ihr aus eurer Hand generiert, und neue Alpakas kommen auf euren Ablagestapel, um später wieder gezogen zu werden. Gehege sind wichtig, denn nur hinter einem solchen Zaun können eure Alpakas am Ende Punkte bringen. Jedes Gehege nimmt in der Regel zwei Tiere auf, und das Spiel endet, sobald jemand vier Gehege errichtet und vollständig befüllt hat. Dann wird verglichen, wer die wertvollste Sammlung hat. Die Mechanik ist insgesamt einfach, aber durch die Vielfalt der Alpaka-Fähigkeiten dynamisch und manchmal auch überraschend chaotisch.

Das Spielerlebnis von „Alpaka“ pendelt zwischen familienfreundlichem Einstieg und taktischen Entscheidungen. Die Regeln sind grundsätzlich überschaubar, doch der viele Text auf den Karten und die Vielzahl spezieller Effekte machen den Einstieg für jüngere Mitspieler:innen durchaus anspruchsvoll. Das wirkt sich sowohl positiv als auch negativ aus: Einerseits sorgt jede Karte für kleine Aha-Momente und kuriose Situationen am Tisch, andererseits können sich Spielzüge schnell repetitiv anfühlen, vor allem wenn ihr mehrere Runden hintereinander spielt. Die Interaktion zwischen euch entsteht vor allem über den gemeinsamen Markt und die taktische Nutzung von Fähigkeiten, direkte Konfrontationen findet ihr nur indirekt. Die Materialqualität ist solide. Die Karten sind hübsch illustriert, wirken aber eher wie typische Familienspiel-Karten ohne Luxusgefühl. Die niedliche Gestaltung kann jüngere Kinder ansprechen, doch die Komplexität des Textes schränkt dadurch eher ab. Insgesamt eignet sich dieses Spiel besonders gut für Familienrunden oder gemischte Gruppen, die leichte Deckbau-Kost mit einem Augenzwinkern schätzen. Für Vielspieler:innen, die tiefgründige Systeme suchen, bietet es weniger Langzeitmotivation, aber gerade durch die unterschiedlichen Kartensets bleibt jede Partie ein wenig frisch und überraschend.

Mini-Quartett mit Pan Am, Zug um Zug: Legacy, Wanderlust und Word Traveler

25. Dezember 2025 um 07:27

Vier Spiele in jeweils vier Sätzen: Dieses Mal geht es im Mini-Quartett im weitesten Sinn um Urlaub, Ferien und Reisen. Die Titelbild-Collage zeigt Cover-Ausschnitte von „Pan Am“, „Zug um Zug: Legacy“, „Wanderlust“ und „Word Traveler“ (von links oben nach rechts unten).

Pan Am

Dieses nostalgisch gestaltete Taktikspiel erinnert an die besten Zeiten einer der bekanntesten Fluggesellschaften des 20. Jahrhunderts. Wir konkurrieren um lukrative Flugrouten, indem wir Jets und Landerechte erwerben und neue Flughäfen bauen. Im Kern erweist sich „Pan Am“ dabei als Wirtschaftssimulation, weil wir unser Geld einerseits benötigen, um Auktionen zu gewinnen, andererseits aber auch, um Aktien zu kaufen. Denn am Ende gewinnt in diesem so elegant wie die Business-Klasse designten Spiel, wer die meisten Pan-Am-Anteile besitzt.

Pan Am

Pan Am | Funko Games | Prospero Hall | 2 bis 4 Spieler | ab 12 Jahren | 60 Minuten | Zielgruppe: Kenner | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)

Word Traveler

Paris, London, New York, Tokio – in einer dieser Metropolen planen wir Besichtigungstouren zu Sehenswürdigkeiten. Den Weg, den ich auf dem Stadtplan nehmen möchte, teile ich den anderen mit, indem ich die einzelnen Stationen mit Wortkarten und Richtungspfeilen beschreibe. Je besser wir uns gegenseitig durch die Stadt lotsen, desto besser punkten wir in diesem kooperativen Kommunikationsspiel. Ärgerlich: Verfransen wir uns früh, gleicht das Sightseeing schnell einer Irrfahrt..

Word Traveler

Word Traveler | Office Dog | Thomas Dagenais-Lespérance | 2 bis 5 Spieler | ab 10 Jahren | 30 bis 45 Minuten | Zielgruppe: alle | Meine Bewertung: ★☆☆☆☆ (mäßig)

Zug um Zug: Legacy – Legenden des Westens

Die Legacy-Variante des mehr als 20 Jahre alten Spieleklassikers trägt uns zurück in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Über zwölf Partien erschließen wir das Gebiet der heutigen USA und stellen durch das Ausspielen von Karten Bahnverbindungen zwischen Städten her. Zu Beginn der Kampagne besteht die Karte nur aus der Ostküste, doch es kommen in weiteren Partien immer mehr Kartenteile hinzu und mit jeder neuen Region halten neue Spielideen Einzug. Bereits nach Partie eins gibt es einen Wow-Effekt.

Zug um Zug: Legacy – Legenden des Westens

Zug um Zug: Legacy – Legenden des Westens | Days of Wonder | Alan R. Moon, Rob Daviau und Matt Leacock | 2 bis 5 Spieler | ab 10 Jahren | 20 bis 90 Minuten | Zielgruppe: Kenner | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)

Wanderlust

Mit einem seit “Dominion” bekannten Deckbau-Machenismus entführt “Wanderlust” in ein friedvolles Sommercamp. Kochen, Gruppenspiele, Wassersport – aus sieben thematischen Kartensets wählen wir drei aus, die unterschiedliche taktische Möglichkeiten eröffnen. Wir stellen nach und nach unsere Karten zusammen, um letztlich unsere Abenteurer auf ihren Wanderpfaden ins Ziel zu bringen. Das Prinzip ist nicht innovativ, bricht den Deckbau jedoch auf eine familienfreundliche Leichtigkeit herunter.

Wanderlust

Wanderlust | Game Factory | Phil Walker-Harding | 2 bis 4 Spieler | ab 10 Jahren | 40 Minuten | Zielgruppe: alle | Meine Bewertung: ★★☆☆☆ (ordentlich)

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