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Dito!

03. November 2026 um 15:55
Martin Ang
Game Factory
3-7
10+ Jahre
30 Min.
Unsere Wertung:
Dito! ist eines dieser Brettspiele, bei denen man einfach Spaß am Tisch hat. Wenn zwei Personen tatsächlich denselben (völlig schrägen) Gedanken hatten und dafür einen BFF-Stern kassieren, ist das ein wunderbarer Moment. Aber auch wenn eine vermeintlich todsichere Antwort bei allen anderen nur ungläubige Blicke hervorruft, sorgt das für Gelächter. Ein lockeres, postives Partyspiel, das zu Recht Spiel des Jahres geworden ist!

Darum geht’s beim Brettspiel Dito!

Drei Orte mit Wartezimmer: Arztpraxis, Bürgeramt, Bahnhof: Ob die anderen wohl auf dieselben Ideen kommen? Genau darum geht es bei Dito! von Martin Ang (Game Factory). Das Assoziationsspiel für drei bis sieben Personen ab zehn Jahren stellt uns als Gruppe die Aufgabe, möglichst ähnlich zu denken. Über drei Runden sammeln wir Begriffe zu immer neuen Kategorien, schreiben unsere Antworten geheim auf ein Spielertableau und hoffen auf Übereinstimmungen. Wer dabei nicht nur die Gedanken der anderen trifft, sondern seine Antworten auch noch geschickt im eigenen 3×3-Raster verteilt, hat gute Chancen auf den Sieg.

Aufbau und Spielablauf

Drei Glücksspiele. Drei Länder mit guter Küche. Drei Dinge im Sandwich. Die Aufgaben bei Dito! sind abwechslungsreich und manchmal skurril. Eine Karte ziehen, eine der beiden Kategorie auswählen und schon geht das Grübeln los. Was fällt uns dazu ein? Und vor allem: Was schreiben die anderen wohl auf?

Jede Person notiert drei passende Begriffe auf dem eigenen Tableau. Dabei sind die Antworten geheim, denn schließlich wollen wir hinterher herausfinden, ob wir auf derselben Wellenlänge liegen. Falsche Antworten gibt es nicht – allenfalls solche, die uns am Ende keine Punkte einbringen. Denn bei Dito! zählt nicht unbedingt die originellste Idee, sondern vor allem die Übereinstimmung mit den Mitspielenden.

Das Spiel belohnt dabei gleich zwei Arten von Treffern: Haben mehrere Personen denselben Begriff notiert, gibt es für alle einen Punkt. Besonders erfreulich wird es, wenn genau eine andere Person denselben Gedanken hatte. Dann winkt ein BFF-Stern (Best Friends Forever!), der zusätzliche Punkte bringt. Die gefundenen Übereinstimmungen wollen allerdings auch noch geschickt im eigenen Neuner-Raster untergebracht werden. Wer vollständige Reihen und Spalten mit Treffern füllt, kassiert weitere Bonuspunkte. Es lohnt sich also durchaus, beim Eintragen ein wenig vorauszuplanen.

Zu Beginn einer Runde wandern die Stifte über die Tableaus. Die Blicke schweifen zwischen den eigenen Feldern und den Gesichtern der Mitspielenden hin und her. Gehen alle auf Nummer sicher und notieren die naheliegenden Begriffe? Oder ist jemand dabei, der um die Ecke denkt? Genau diese Überlegungen machen den Reiz aus. Sichere Kandidaten platziert man am besten dort, wo sie gleich mehrere Reihen und Spalten vervollständigen können. Bei gewagteren Einfällen bleibt dagegen die Hoffnung, dass vielleicht doch jemand ähnlich verrückt denkt.

Nach 3 x 3 Begriffen geht’s an die Auswertung. Reihum liest eine Person einen ihrer Begriffe vor. Haben mehrere am Tisch dieselbe Antwort notiert, schallt ein begeistertes „Dito!“ durch den Raum, die entsprechenden Felder dürfen eingekreist werden. Noch besser ist der Moment, wenn sich herausstellt, dass tatsächlich nur eine einzige andere Person denselben Gedanken hatte. Der BFF-Stern wird ausgemalt, beide Personen grinsen oder schauen sich verschworen an…

Und dann gibt es natürlich noch diese Situation: Ein Begriff wird vorgelesen, alle blicken verstohlen nach unten – und niemand hat ihn aufgeschrieben. Durchstreichen, null Punkte. Der Verdienst von Dito! ist es, dass sich selbst diese Momente oft in Lachen oder argumentativer Selbstverteidigung auflösen. „Wie kann es sein, dass wirklich niemand auf diesen Begriff gekommen ist? Leute!?“

3 x 3 Gründe, warum Dito! ein Volltreffer ist:

Ausgewogene Balance zwischen Leichtigkeit und Ehrgeiz

Dito! lebt von seinem unkomplizierten Spielprinzip und der unmittelbaren Beteiligung aller am Tisch. Die Regeln sind schnell erklärt, die Kategorien sorgen für Gesprächsstoff und die Auflösung bringt immer wieder überraschende Momente. Dabei entsteht eine schöne Mischung aus lockerem Wortspiel und spielerischem Ehrgeiz. Denn auch wenn es zunächst nur darum geht, drei passende Begriffe zu finden, entwickelt sich mit dem Tic-Tac-Toe-Element eine kleine taktische Aufgabe.

Besonders gut gefällt uns, dass nicht einfach nur möglichst viele Gemeinsamkeiten zählen. Die BFF-Sterne für exklusive Zweier-Treffer bringen Dynamik ins Spiel und sorgen dafür, dass auch ungewöhnlichere Assoziationen belohnt werden können. Gleichzeitig ist das Raster mehr als eine optische Spielerei: Wer seine Treffer geschickt platziert, kann mit vollständigen Reihen und Spalten ordentlich Zusatzpunkte sammeln.

Fragen und Antworten

Wie lange dauert eine Partie Dito!?

Eine vollständige Partie über drei Runden dauert rund 30 Minuten. Damit eignet sich Dito! hervorragend als lockeres Spiel für zwischendurch oder als Auftakt für einen gemeinsamen Spieleabend.

Für welche Gruppengröße ist Dito! am besten geeignet?

Dito! lässt sich mit drei bis sieben Personen spielen. Unserer Meinung nach sollten es mindestens vier bis fünf Mitspielende sein. Dann gibt es genügend unterschiedliche Assoziationen und überraschende Schnittmengen.

Was unterscheidet Dito! von klassischen Assoziationsspielen?

Dito! kombiniert das gemeinsame Finden gleicher Begriffe mit einem zusätzlichen Wertungsmechanismus. Neben den normalen Übereinstimmungen gibt es Sonderpunkte für exklusive Zweier-Treffer. Außerdem müssen die Antworten geschickt in einem 3×3-Raster angeordnet werden, um mit vollständigen Reihen und Spalten weitere Bonuspunkte zu sammeln.

Mein Fazit nach vielen Testrunden

Natürlich hängt der Spielspaß auch ein wenig von der Gruppe ab. Wer sich bei jeder Antwort in endlose Diskussionen über Synonyme und unterschiedliche Schreibweisen verstrickt, kann den Spielfluss durchaus ausbremsen. Auch in sehr stillen oder zurückhaltenden Runden kommt Dito! möglicherweise nicht ganz so gut in Fahrt. Das Spiel lebt schließlich davon, dass die Auflösung gemeinsam erlebt und kommentiert wird.

In einer geselligen Runde funktioniert das dafür umso besser. Hier wird gelacht, gerätselt, gejubelt und manchmal auch darüber gestritten, warum eine Antwort nun gelten soll oder eben nicht. Dito! ist damit ein wunderbar zugängliches Partyspiel, das ohne großen Regelballast auskommt und trotzdem genügend kleine taktische Entscheidungen bietet. Dass es zum Spiel des Jahres 2026 gekürt wurde, können wir gut nachvollziehen.

„Typische Zootiere“ und Co.: Beispiele für die insgesamt 200 Begriffskarten.

Pro & Contra

Was mir gut gefällt:

  • Extrem zugängliche Regeln mit schneller Erklärung in zwei Minuten
  • 200 doppelseitige Kategorienkarten
  • Beteiligung ohne Wartezeiten beim Raten und Vorlesen

Was ich weniger mag:

  • Zieht in zu verkopften oder stillen Gruppen deutlich weniger

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

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JinxO wins 2026 Spiel des Jahres, Rebirth secures historic triple for Reiner Knizia

13. Juli 2026 um 16:11

Word association party game JinxO has been crowned the winner of this year’s hugely influential Spiel des Jahres award, on a night which also saw legendary game designer Reiner Knizia make history with his Kennerspiel award win.

Martin Ang’s design won over the judges ahead of Corey Konieczka’s Cozy Stickerville and Markus Slawitscheck’s Morty Sorty Magic Shop, becoming only the fourth word-focused game to win the 47-year-old prize after Barbarossa, Codenames and Just One.

JinxO’s win brings an end to a three-year run of cooperative games taking home the Spiel des Jahres prize, in the shape of Dorfromantik: The Board Game, Sky Team and Bomb Busters.

Indonesia-based Ang’s victory underscored the growing internationality of the venerable German award, which until last year’s triumph by Hisashi Hayashi’s Bomb Busters had never been won by an Asian designer.

The 2026 ceremony also delivered a historic first for veteran designer Reiner Knizia, whose tile-laying title Rebirth claimed the higher complexity Kennerspiel des Jahres prize.

JinxO designer Martin Ang with his Spiel des Jahres award || Photo Credit: Spiel des Jahres

That win made Knizia the first designer in history to complete the full set of Spiel des Jahres, Kinderspiel des Jahres and Kennerspiel des Jahres wins, having previously picked up awards for Keltis and the children-focused Whoowasit? in 2008.

Morty Sorty Magic Shop designer Markus Slawitscheck narrowly missed matching that feat this year after finishing runner up to JinxO, following his 2023 Kennerspiel victory with Challengers! and 2024 Kinderspiel win for Magic Keys.

Rebirth contended with Michael Palm and Lukas Zach design Boss Fighters QR and Donald X Vaccarino’s Moon Colony Bloodbath in the final for this year’s Kennerspiel.

The children-focused Kinderspiel award this year was won by Florian Sirieix’s Mooki Island, ahead of his co-design with Benoit Turpin, Boo Party, and Verflixt Verzaubert, a localisation of Thomas Dagenais-Lespérance’s Mimose & Sam et le Voleur de Fruits.

Winning the Spiel des Jahres can transform the fortunes of games, designers and publishers alike, with Pegasus Spiele co-founder Karsten Esser previously telling BoardGameWire the award can increase sales by 10 to 20 times in the months following the ceremony, thanks to huge exposure in Germany’s mainstream retail market ahead of Christmas.

Receiving his trophy at the ceremony in Berlin, Ang thanked Swiss publisher Game Factory “for really believing in Dito! [the German-language localisation of JinxO] and in us”.

JinxO || Photo Credit: Tabletoys Games

He dedicated the victory to supporters across Asia, adding: “Thank you also to all the friends and publishers from Asia, especially from southeast Asia… finally we made it, and this is all for you also.”

Speaking separately during the ceremony, Ang said the game’s origins lay in Indonesia’s enthusiasm for social games.

“We made a party game because in Indonesia people really love to play party games,” he said. “It’s really famous in Indonesia right now and a lot of people like it, even the gamers also like it.”

Spiel des Jahres Association chairman Harald Schrapers said Ang’s success reflected the awards’ increasingly international reach.

He said, “We have had nominees from Japan and New Zealand in past years, but we always had a blind spot on the world map. We have never had a nominated author from the global south here on stage, and we are very proud of our Indonesian game author.

“Maybe there will also be a game from Africa or South America in the future. That is the great thing about playing – we play the same games here in Germany as they play in Indonesia.”

That geographic expansion has not been similarly reflected in the gender of nominated designers, however, with non-male designers once again heavily underrepresented.

The Spiel des Jahres jury looked at a record 571 games for this year’s awards – but just 2.3% of those games were from women designers, with male creators making up 94% of the cohort, and the rest being designed by mixed teams.

That figure has barely moved in recent years, having stood at 2% in 2025 and 2.6% in 2024 – an ongoing lack of diversity highlighted in great detail in this excellent feature by Wargamer’s Mollie Russell earlier this year.

The 440 titles reviewed across the Spiel and Kennerspiel categories was up 14% on last year, while the 92 games considered for the Kinderspiel marked a roughly 50% rise compared to the 61 from 2025. Another 39 titles were considered by judges across both the Spiel and Kinderspiel awards.

Number of games reviewed in recent Spiel des Jahres years – red is Spiel and Kennerspiel, blue is Kinderspiel, and purple is games which span both segments

JinxO’s victory marked a milestone for Zurich-based publisher Game Factory, which claimed its first Spiel des Jahres 18 years after being founded.

Game Factory previously won the Kinderspiel category with Magic Keys in 2024, and was also shortlisted for this year’s Kinderspiel through Verflixt Verzaubert.

The publisher had picked up a nominated for the Kennerspiel last year with viking-themed resource gathering game Looot.

Reiner Knizia’s win with Rebirth provided Germany publisher Frosted Games back-to-back Kennerspiel victories, having triumphed last year with its localisation of Endeavor: Deep Sea.

Accepting the award, Knizia – dressed in a kilt and tartans to reflect the Scottish map in Rebirth – paid tribute to his wife Margaret, whom he described as “the love of my life” and thanked for “giving me the space to fill my life with games”, before highlighting the importance of playtesters in modern game development.

Rebirth designer Reiner Knizia || Photo Credit: Spiel des Jahres

“Developing games, you cannot do alone,” he said. “You can’t develop games without playing them. No matter how much experience you have, you have to play, play, play.”

He added that his Munich testing group had made “a very significant contribution” to the game, saying playtesters should not be underestimated because “without them nothing is possible”.

Knizia also praised Rebirth’s graphic designers, who he said made a major contribution to designing the game – “it is about haptics, it is about the visuals” – and the game’s original, Malta-based publisher Mighty Boards.

He said, “We are not publishers, we create one handmade prototype, and then we need somebody who puts this into practice very professionally and who makes the game even better.

“And now you will ask me, ‘why do you then pick a publisher on Malta? What can they sell on Malta?’ Well, today things are different, today we have many localisation partners across the world – that said, it doesn’t really matter where the original publishing house is located.”

Knizia closed his long speech by urging players not to overlook the other nominees.

“In the end, it doesn’t matter who wins, because we carry the message about good games out to the people,” he said.

“There has to be one on top, but the top is amongst equals… Buy the other games, play them and honour the authors and all the contributors as much as the winners.”

The 2025 Spiel des Jahres Awards longlists:

Spiel des Jahres

WINNER: JinxO – designed by Martin Ang (Published by Game Factory / Tabletoys Games)

Nominated: Cozy Stickerville – Corey Konieczka (Unexpected Games)
Nominated: Morty Sorty Magic Shop – Markus Slawitscheck (Schmidt Spiele)

Recommended
Hot Streak by Jon Perry (Strohmann Games / CMYK)
Meister Makatsu by Reiner Knizia (Amigo)
Take Time by Alexi Piovesan and Julien Prothière (Libellud)
Toriki by Wojciech Grajkowski (Mirakulus / Lucky Duck Games)
Toy Battle by Paolo Mori and Alessandro Zucchini (Repos Production)
Wilmot’s Warehouse by David King, Ricky Haggett and Richard Hogg (CMYK)

Kennerspiel des Jahres

WINNER: Rebirth – Reiner Knizia (Frosted Games / Mighty Boards)

Nominated: Boss Fighters QR – Michael Palm and Lukas Zach (Pegasus Spiele)
Nominated: Moon Colony Bloodbath – Donald X Vaccarino (Alea / Rio Grande Games)

Recommended
Artengarten (Sanctuary) by Mathias Wigge (Feuerland / Capstone Games)
Frosted Blooms by Bruno Cathala and Ludovic Maublanc (Elznir Games / Synapses Games)
Grundstein von Metropolis (Foundations of Metropolis) by Emerson Matsuuchi (Kobold Spieleverlag / Arcane Wonders)
Tag Team by Gricha German and Corentin Lebrat (Kosmos / Scorpion Masqué)

Kinderspiel des Jahres

WINNER: Mooki Island – Florian Sirieix (Kosmos / Scorpion Masqué)

Nominated: BOO PARTY -Florian Sirieix and Benoit Turpin (Loki)
Nominated: Verflixt verzaubert – Thomas Dagenais-Lespérance (Game Factory / Locomuse)

Recommended
Kleiner Stinker (Little Stinker) by Elan Lee, Ken Gruhl and Quentin Weir (Kitten Games)
Magische Spiegel (Half-and-Seek) by Kseniya Kuznetsova (Ravensburger / Red Cat Games)
Paleolino by Marco Teubner and Peter Rustemeyer (Hans im Glück)

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DITO: Nominiert zum Spiel des Jahres und ausverkauft?

Von: ravn
20. Juni 2026 um 15:34

Wenn gehypte Spieletitel plötzlich nicht mehr verfügbar sind, kann eine Begierde wachsen, die vorab nicht vorhanden war. War es doch kein Hype, sondern ein wirklich herausragendes Spiel? Ein Spiel, das sogar bis zur höchsten Auszeichnung aus seinem Genre und dem aktuellen Jahrgang hinausragt und diese überragt? Hier geht es konkret um das kommunikative Partyspiel für jede Gruppe, das schnell verstanden und sofort begeistern soll, wenn es kreativ oder offensichtlich wird.

Die Gier nach etwas Neuem kann umso größer werden, wenn es plötzlich nicht mehr kaufbar ist. Dann macht sich die quälende Luxusfrage breit, was ich da verpasst habe und ob es nicht noch eine Chance gibt, es hier jetzt und sofort doch noch zu bekommen. Eventuell sogar mit Extraaufwand und Extrakosten, die vorab gescheut worden sind. Ist das rational erklärbar? Besonders im Hobbybereich der Brettspiele, in dem jedes Jahr mehr als 1000 Neuheiten auf den Markt strömen, auf ihre Käufer warten und allzu schnell wieder vergessen oder verramscht werden.

Aktuell geht es mir so bei dem kommunikativen Partyspiel DITO. Im Frühjahr 2026 als „Dito!“ bei Game Factory veröffentlicht und für 3 bis 7 Spieler geeignet. Der Spieltitel scheint dabei nicht wirklich klar zu sein, denn selbst der Verlag der deutschsprachigen Version schreibt von „Dito“, während auf der Spieleschachtel und in der Anleitung „DITO!“ steht. Ich selbst habe mich hier auf „DITO“ geeinigt. Soweit die Nebensächlichkeiten. Bevor es zum Spiel des Jahres 2026 nominiert wurde, war es für mich eines von vielen dieser assoziativen Wortspiele. Ein Genre, das ich zwar mag, von dem ich allerdings auch schon ausreichend viele Varianten in meinen Spieleschränken stehen habe: Just One, Codenames, Trapwords, Perfect Words, Was ne Frage und mehr. Auf der grafischen Ebene kommen dann noch solche Spiele wie Ensemble und Dixit dazu, die für sich schon ein eigenes Genre bilden.

DITO wirkt auf den ersten Blick arg gewöhnlich. Und genau deshalb habe ich das Spiel bisher unbeachtet ausgelassen. Erst durch die Nominierung habe ich es in seinen Mechanismen und Besonderheiten mal genauer angeschaut. Bei den vielen Neuerscheinungen muss ich halt für mich sehr strikt filtern, ob mich irgendwas interessieren könnte. Da fallen eben eine ganze Menge Spiele durch mein Aufmerksamkeitsraster. Bis die dann plötzlich nicht mehr verfügbar sind und deshalb umso mehr Begehrlichkeiten wecken.

DITO vom Autor Martin Ang bietet uns 200 Karten mit insgesamt 400 verschiedenen Kategorien. Die sollen von skurril bis interessant reichen, aber teilweise auch eher gewöhnlich sind: Beispiele aus der Spielanleitung gefällig? „Dinge, die in Paaren auftreten“, „Typisch Deutschland“ und „Filme, die einen zum Weinen bringen“ Bis auf wenige Ausnahmen wie „Flaggen mit mindestens einem Stern“ geht es auch um Wissen. Ansonsten gibt es keine falschen Antworten, und wenn etliche meinen, dass die Republik Kongo so einen Stern in ihrer Flagge hat, dann geht auch diese gemeinsame Verwechslung mit der Demokratische Republik Kongo mit in die Wertung ein.

Denn Punkte gibt es für Antworten, die mit den Mitspielern übereinstimmen. Sonderpunkte, wenn wir die Schnittmenge mit nur einem Mitspieler treffen. Da wir direkt drei Kategorien spielen und jeweils drei Antworten geben und diese in unser abwischbares 3×3 Raster eintragen, bevor es dann zur gemeinsamen Auswertung geht, gibt es weitere Bonuspunkte für jedes vollständige Tic-Tac-Toe von übereinstimmenden Antworten. Ob es dabei zu Problemen mit Insider-Antworten kommen kann, die nur einer aus der Spielrunde überhaupt kennen kann, das kann ich nicht beurteilen.

Denn DITO kenne ich bisher nur aus der Ferne und aus anderen Online-Rezensionen. Diese anderen Meinungen schwanken von belanglos bis begeisternd. Bei Rezensionen für Millionen von Udo Bartsch, den nebenbei auf der Jury Spiel des Jahres angehört, landete DITO gleich in drei hintereinander liegenden Monaten in der Kategorie „Gern gespielt im letzten Monat“ und in der Spielbox 3/2026 vergibt er die Note 8 von 10 mit den Worten „Ich feiere DITO!“. Mehr als ein Zaunpfahlwink?

Im September bis Oktober soll der Nachdruck von DITO in den Handel kommen, so sagen es uns die Ankündigungen diverser Onlinehändler. So müssen wir wohl den Sommer ohne das Wortspiel auskommen, in dem wir unsere Gedanken mit denen der Mitspieler synchronisieren sollten. Es kommt also nicht auf ein „ich habe aber recht“ an, sondern auf einen gemeinsamen Konsens in der Spielrunde. Wer in Fremdsprachen unterwegs ist, kann auch zur englisch- oder spanischsprachigen Version greifen, weil die ist weiterhin verfügbar, wenn auch als Import. Ich selbst werde wohl bis zum Herbst warten müssen, um das bis dahin eventuell prämierte Spiel dann in meiner bevorzugten Sprache kaufen und spielen zu können.

Anmerkung der Redaktion: Nachdem ich diesen Artikel hier geschrieben habe, erreichte mich die Information, dass DITO in einem Buchhändler vor Ort als Pyramide aufgestapelt entdeckt wurde. Im online gelisteten Bestand allerdings nicht. Deshalb kann ich Euch nur empfehlen, vor Ort die Augen aufzuhalten, ob DITO nicht doch in Eurem Umfeld verfügbar ist. Deshalb das Fragezeichen im Titel nachträglich ergänzt.

kritisch gespielt: Dito!

Von: Tobias
16. Juni 2026 um 21:58
Dito - Box

Dito - BoxDito! von Martin Ang – erschienen bei Game Factory Ganz entgegen meiner Gewohnheit beginne ich mit einem Zitat. Der französische Moralist und Essayist meinte einst: "Nichts wirkt so eintönig wie ständige Zustimmung." Der gute Mann hat niemals DITO! gespielt und dabei die unheimliche Freude der Übereinstimmung gefühlt. Thema: Auch wenn das Cover Ufo, Taco, Spiegelei und die […]

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Dito!

19. Mai 2026 um 15:50

„Sack“, liest Annette vor. „Gilt ‚Intimbereich‘ auch?“, fragt Marco. Alle in der Runde prusten los. Wir spielen Dito! und wünschen uns, dass mindestens eine andere Person einen identischen oder zumindest synonymen Begriff notiert hat. Vorab hatte jede Person jeweils drei Antworten zu drei Kategorien geheim in ihr 3×3-Raster geschrieben. In geschilderten Fall gehörten zu den Oberbegriffen unter anderem ein „Alltagsgegenstand, der Mordwaffe sein könnte“ und „Schlechteste Stellen am Körper für ein Tattoo“. Bei den oben zitierten Wörtern hatten die Mitspieler unterschiedliche Kategorien im Sinn. Der Zufall wollte es, dass beim Vorlesen ganz neue Assoziationen ausgelöst wurden.

Dito

Solche Momente sind es unter anderem, die Dito! zu einem wunderbaren Wortspiel machen. Seinen Reiz zieht es grundsätzlich aus dem Umstand, dass ich nur gewinnen kann, wenn ich möglichst oft auf einer Wellenlänge mit anderen funke. Ich brauche Übereinstimmungen, um zu punkten. Im Gegensatz zu Stadt, Land, Fluss etwa, bei dem ich ja besonders für einmalige Antworten belohnt werde. Was Dito! zudem besonders macht: Es werden nicht zwingend alle aufgeschriebenen Begriffe verglichen. Das sorgt aus verschiedenen Gründen für Spannung.

Warum BFF-Sterne bei Dito! toll sind

Haben alle jeweils ihre neun Felder ausgefüllt, beginnt eine Person damit, einen einzelnen Begriff vorzulesen. Gibt es keine Übereinstimmung, muss das Feld durchgekreuzt werden. Ruft mindestens ein Mitspieler „Dito!“, dann kreisen alle diesen Begriff ein. Das bringt einen Punkt. Besonders cool ist es jedoch, wenn nur genau eine andere Person einen Treffer meldet. Dann nämlich dürfen beide in diesem Feld zusätzlichen den BFF-Stern ausmalen. Den Best-Friends-Forever-Stern! Macht zwei Extra-Punkte. Davon möchte ich natürlich so viele wie möglich haben. Also scheint klar zu sein, dass ich nicht nach den erstbesten Antworten suche. Oder?

Dito

Nun ja, vielleicht sollte ich meine Überlegungen ausweiten. Denn sobald eine erste Person all ihre neun Begriffe durchgestrichen oder eingekreist hat, endet die Runde, Bis dahin durfte reihum immer wieder der nächste Spieler einen neuen Eintrag nennen. Wer dabei viel einkreist, ist früher fertig. Und viele Treffer erziele ich eher nicht, wenn ich nur auf BFF-Antworten setze.

Zudem hat der indonesische Autor Martin Ang seinem Dito! noch eine Bingo-Komponente hinzugefügt. Ich ernte bis zu drei Bonuspunkte, wenn ich alle Felder einer Zeile oder Spalte eingekreist habe. Besonders lukrativ sind die oberste Reihe sowie die rechte Senkrechte. Deshalb schreibe ich den Begriff, den ganz sicher noch jemand anderes hat, in das Feld oben rechts. Typische Hundenamen? „Rex“ kommt in genau in diese Ecke. Noch „Hasso“ und „Bello“ dazu – fertig. Mindestens drei sichere Punkte, oder? Die Hoffnung lebt, doch dann werden „Pfiffi“, „Balou“ und „Nala“ vorgelesen. Waaaas? Tja, so kann’s laufen.

Welche Emotionen Dito! am Spieltisch hervorruft

Dito! schafft es, Emotionen zu wecken. Laut artikulierte Ungläubigkeit, wenn niemand mit meiner Antwort übereinstimmt. Doch schon im nächsten Moment stimmen alle in den „Dito!“-Chor ein, ehe ich mir kurz darauf mit der flachen Hand vor den Stirn schlage und damit hadere, dass mir einer der offensichtlichen Begriffe nicht eingefallen ist. Schön ist zudem, dass die Kategorien kein spezielles Wissen erfordern. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern schlicht um Übereinstimmungen. Da spielt es keine Rolle, wenn jemand die Schweiz als Land notiert hat, das ähnlich viele Einwohner wie Deutschland haben soll. Hauptsache ein anderer hat auch so gedacht. Ich kann quasi nichts falsch machen, weshalb Dito! ein großartiges Spiel für alle ist, die kurzweilige Unterhaltung mögen.

Dito
Ein Glücksmoment: In dieser Runde durfte ich alle neun Begriffe einkreisen.

Problematisch ist lediglich mitunter die Auslegung, welche Antworten als gleich eingestuft werden dürfen. Laut Regel bedeuten Synonyme wie Geige und Violine eine Übereinstimmung, Instrument als Oberbegriff würde jedoch in diesem Zusammenhang nicht gelten. „Wäsche waschen“ und „abwaschen“ bewerte als ich unterschiedlich. Aber wie wäre es mit „waschen“ und „abwaschen“? Um das zu klären, werden Wörter manchmal zu früh genannt. Die Spielanleitung macht es sich in diesem Punkt einfach: „Regelt Meinungsverschiedenheiten als Gruppe! Ganz egal wie alt ihr seid – ihr seid alt genug.“ Stimmt, sind wir. Und wir lassen uns von dieser Unschärfe den Spaß auch nicht verderben. Oder was meinst du? „Dito!“

Übrigens: Das eingangs genannte Beispiel mit „Sack“ und „Intimbereich“ hat freilich nicht als Übereinstimmung gezählt.

Dito! | Game Factory | Martin Ang | 3 bis 7 Personen | ab 10 Jahren | 30 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)

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