Die SPIEL'26 kommt mit großen Schritten näher! In dieser Folge schauen wir was bei den in Folge 90 besprochen Verlagen an Spielen dazu gekommen ist und werfen einen Blick auf alle noch offenen Verlage. Gut 2 1/2 Stunden Spielewahnsinn!
In unserem Format „Tipp um Tipp“ laden wir euch ein, mit uns zu quizzen. Wir beschreiben Euch einmal pro Woche in 15 bis 20 Hinweisen ein Brettspiel. Wie schnell bekommt Ihr es heraus? Am Ende gibt es direkt die Auflösung.
Heute zeigen wir euch das exklusive Preview des Fatehold Chronologist aus Reality Fracture, der kommenden Erweiterung für Magic: The Gathering. Der Bird Wizard gehört zur Fatehold-Schule und nutzt die zurückkehrende Prepare-Mechanik. Sein zusätzlicher Zauber „Peer Review“ erzeugt einen Kreaturenspielstein und lässt euch Überwachen 1 anwenden.
Es war wieder so weit: B-Rex Tage 2026 in Merseburg. Wie gerne nehme ich die 7 Stunden Autofahrt von Trier zur Burg Liebenau auf mich. Ankommen, Herzschlag, anmelden, wohlfühlen. B-Rex setzt am Wahlwochenende in Sachsen-Anhalt direkt ein ganz klares Statement und verteilt Regenbogenanstecker für Toleranz und Vielfalt. Bei dem Wahlausgang auch ein bitter nötiges Zeichen....
Die Spielschachtel ist gut gefüllt mit allerlei Dokumenten. Bei Dark Cases – Feuerfest sind erneut akribische Ermittler gefragt, denn es ist bereits der zweite Teil der Reihe. Diesmal suchen wir die verschwundene Bürgermeisterin. Beim Krimispiel muss man ermitteln, wie man
In Folge 44 verirren wir uns mit ARIDNYK in die Karparten und mit DIE SÜMPFE VON FEYA in selbige. Zusätzlich tauschen wir uns über die Sinnhaftigkeit eines Brettspielkanons aus.
Alle Jahre wieder bevor die SPIEL in Essen Ihre Tore aufmacht, veranstalten Verlage Presse-Events, wo Medienschafende, Freunde oder Personen die in irgendeine Weise beruflich mit dem Thema Brettspiel zu tun haben, die Neuheiten des Jahres kennenlernen und sich ein Eindruck machen können. So auch bei den B-REX Tagen in Schkopau bei Merseburg, die vom 04.-06.09.2026 stattgefunden haben, wo die Verlage Giant Roc, Corax Games, Fun Bot, Kobold, Grimspire und Mirakulus Ihre Spiele vorstellen wollten. Die Location ist wie jedes Jahr in der Burg Burgliebenau, die im 12. Jahrhundert erbaute ehemalige Wasserburg macht es zu einem besonderem Ereignis. Für mich war es um so besonderer, da ich zum ersten Mal bei diesem Presse-Event war und die Zeit vollumfänglich genossen habe.
Am Freitagnachmittag trafen die ersten Gäste ein. Geschäftsführer Frank Noack begrüßte uns herzlich und wünschte uns viel Spaß mit den über 52 Neuheiten. Nach und nach füllten sich die Tische. Nachdem ich mir einen Überblick verschafft hatte, wo überall gespielt wurde – denn die Spiele fanden in unterschiedlichen Räumen der Burg statt, die nach Verlagen aufgeteilt waren –, stand ich plötzlich an einem Stehtisch.
CHAMÄLIO von Fun Bot (Für 2-4 Personen ab 8 Jahren, Spielzeit ca. 15 min)
In Chamälio sammelst du Karten. Diese gibt es in vier Farben und haben 1 bis 3 Symbole am unteren Teil der Karte. Diese Symbole geht es zu sammeln und zwar genau 5. Sobald du die hast kannst du die Farbreihe sichern. Bei drei gesicherten Farben endet das Spiel und du gewinnst. Bist du am Zug ziehst du eine Karte vom Stapel oder nimmst dir die offene Karte. Die Rückseite der Karten, geben dir einen Hinweis was auf der Karte drauf sein kann. Ist die Farbe angegeben, weißt du nicht wieviele Symbole sich auf der Karte sind oder auch andersherum. Der Clou dabei, du kannst dich auch entscheiden die Karte die du nimmst, jemand anderes zu schenken. Denn sobald man mehr als 5 Symbole hat, kommt die Kartenreihe auf den Ablagestapel. Gesicherte Farben, können auch auf den Ablagestapel kommen, sobald du bei derselben Farbe, erneut fünf Symbole sammelst. Ein kleines Push-your-luck Spiel mit Ärgerfaktor.
EXCALIBUR von Mirakulus (Für 2-8 Personen ab 14 Jahren, Spielzeit ca. 25 min)
Vom Stehtisch weg, ging es zum nächsten Stehtisch wo Excalibur aufgebaut war und zwar die Deluxe Version, mit wertigen Plättchen aus Hartplastik und den, wie witzigerweise mein Spielpartner meinte, die coolsten Bereichtrenner die es gibt, den Metallschwerter. In diesem Spiel haben wir Plättchen die unterschiedlich Effekte haben. Der Dieb stiehlt vom Mitspielern, die Herrin vom See, befehlt alle Plättchen in eine Richtung weiterzugeben. Zu Beginn jeder Runde hat man 4 Plättchen von denen man sich eins aussucht und verdeckt hinlegt. Gleichzeitig wird dann aufgedeckt und vom Startspieler aus werden die Effekte nach und nach ausgeführt. Ziel ist es, am Ende das ExcaliburSchwert zu haben sobald ein Bereich mit Plättchen leer ist. Das Holzschwert kann auf dem Siegeszug aufsteigen, wenn das Excalibur Schwert links vom ihn ist. Da wäre aber noch das verfluchte Schwert, welches man auf keinen fall haben möchte, sonst verliert man das Spiel auf jedem Fall. Ein schönes Spiel, wo man sich Plättchen merken muss, oder auch die Mitspieler:in lesen muss um herauszufinden wer nun das Excalibur Schwert hat. Ein gutes Spiel welches in dieser Location natürlich thematisch perfekt einbettet.
PSYNC von Fun Bot ( Für 2-8 Personen ab 8 Jahre, Spielzeit ca. 15 min)
Bevor das erste etwas größere Spiel frei wurde, begnügten wir uns mit dem nächsten kleineren Spiel. Beim Partyspiel PSYNC versucht man so zu denken wie die anderen Mitspieler:in. Als aktiver Spieler sag ich ein Wort und erst dann werden von den 3 Kartenstapel am Rand des Rasters neue Karten aufgedeckt. Die Karten sagen etwas aus welches ich dem gesagtem Wort zurechne oder nicht. Verdeckt stelle ich meinen Pöppel hinter dem Sichtschirm auf das Raster wo ich denke, dass das Wort mehr Zustimmung findet, den je mehr Personen dasselbe Feld haben, desto mehr Punkte gibt es. Witzig sind die Unterhaltung danach, wieso man sich so eingeordnet hat. Das sorgt für Stimmung! Wir hatten unseren Spaß mit dem Spiel.
COMING OF AGE von Giant Roc (Für 1-4 Personen ab 14 Jahren, Spielzeit ca. 40-80 min)
Dann war es endlich Zeit für ein größeres Spiel. Coming of Age ist ein Kennerspiel, in dem wir unsere Kindheit bis hin zur Pubertät durchleben. Und das macht jeder Mitspieler für sich selbst.
Das eigene Spielertableau in Form eines Kopfes – und was darin alles vor sich geht, ganz im Sinne des Animationsfilms „Alles steht Kopf“ – ist doppellagig, sodass alle Marker ihren Platz haben. Gedanklich ist man direkt beim Film und bei Freude, Kummer & Co. Das Spiel ist dadurch direkt einladend.
In diesem Spiel wachsen wir thematisch als Person auf und bekommen immer weitere Leisten freigeschaltet, je älter wir werden. Dafür erhalten wir immer mehr Würfel und weitere Aktionsfelder werden freigeschaltet. Als Jugendlicher kannst du zum Beispiel das Aktionsfeld „Pizzeria“ besuchen. Diese Aktion markieren wir mit einem Würfel.
Bei jeder Aktion bewegen sich die Leisten, die suggerieren sollen, dass wir fröhlicher, schlauer usw. werden. Dadurch erhalten wir Aufträge, Ressourcen oder Siegpunkte.
Teilweise wird simultan gespielt und so spielt es sich richtig flott herunter. Mir ging es manchmal sogar etwas zu schnell, da ich schon gerne sehen möchte, was die anderen so in ihrem „Kopf“ anstellen.
Ansonsten hat es mir gut gefallen.
THESSALONIKI von Giant Roc ( Für 1-4 Personen ab 14 Jahren, Spielzeit ca. 90-120 Min.)
Den nächsten Tag konnte ich kaum abwarten, denn da wollte ich unbedingt das Spiel Thessaloniki kennenlernen – das nächste „T“-Spiel des Autorenteams Federico Pierlorenzi und Daniele Tascini.
Mit dieser Stadt verbindet mich sehr viel. Mit meiner Cousine bin ich oft durch die Marktgassen und Cafés spaziert. Erst letztes Jahr besuchten wir die Stadt wieder, unter anderem, um die neu gebaute Metro (U-Bahn) zu erleben. Nach 18 Jahren Bauzeit wurde sie 2024 endlich eingeweiht. Durch archäologische Funde während der Bauarbeiten hatte sich das gesamte U-Bahn-Projekt immer wieder verzögert. Die Relikte aus der Spätrömischen Zeit, wurden schließlich in das U-Bahn-Konzept integriert, und insbesondere die Station Venizelou gleicht heute einem Museum.
Kommen wir nun zu dem Spiel, das sich möglicherweise an diesen archäologischen Fundstätten abgespielt haben könnte.
Thessaloniki im Römischen Reich: Eine griechische Metropole unter Roms Flagge im 4. Jahrhundert.
Das Spiel überzeugt zunächst mit seinem achteckigen Spielplan in der Mitte. Dort bewegen wir im sogenannten Roundel unsere drei Spielfiguren – zwei Händler und den Patrizier – im Uhrzeigersinn ein bis drei Schritte. Je nach Bewegung können dabei Kosten entstehen. Auf den verschiedenen Feldern sammeln wir Ressourcen und führen Aktionen aus.
Bei jeder Aktion gibt es drei Felder, die mit Spielfiguren belegt werden können. Die Farbe der Figuren entspricht dabei der Farbe der Ressourcen. Je mehr eigene Spielfiguren auf einem Aktionsfeld stehen, desto mehr Ressourcen erhält man – maximal drei. Dafür bekommt man umso mehr Aktionspunkte, je leerer das Aktionsfeld ist. Da die Blitze auf den Feldern von den Figuren nicht verdeckt werden.Timing spielt hier eine wesentliche Rolle.
Die Ressourcen sammeln wir zunächst im Rohzustand und können sie anschließend weiterveredeln, beispielsweise Trauben zu Wein oder Oliven zu Olivenöl. Diese Waren werden dann auf den anlegenden Schiffen verkauft, um Siegpunkte zu erhalten.
Auch bei den Schiffen ist gutes Timing gefragt, denn irgendwann fahren sie wieder ab. Das Schiff bekommt derjenige, der die Mehrheit an Waren seiner Spielerfarbe darauf liegen hat. Befüllst du ein Schiff allerdings komplett, als Letzter, fährt es direkt ab und kommt somit zu dir. Die Schiffe bringen Boni und können als Multiplikator dienen, sofern die entsprechende Stadt – erkennbar an den Symbolen – bereits ausliegt und du eine Statue drauf platziert hast.
Zudem lässt sich durch das Platzieren von Statuen und Mosaiken Aktionen zusätzlich verstärken.
Die Karten bieten entweder sofortige oder dauerhafte Effekte, die nicht zu unterschätzen sind. Abgerundet wird das Ganze durch verschiedene Set-Collection-Elemente, die am Ende des Spiels zusätzliche Punkte bringen können.
Mir hat das Spiel insgesamt gut gefallen. Ich hatte Spaß an meinen Zügen und finde es spannend, dass jeder eine andere Taktik verfolgen kann, um an seine Punkte zu gelangen. Eine feste Rundenanzahl gibt es nicht. Stattdessen gibt es verschiedene Parameter, die das Spielende auslösen können – und diese können von den Mitspielern bewusst vorangetrieben werden oder eben auch nicht.
In dieser ersten Partie zu viert hatte ich allerdings das Gefühl, dass das Spielende von allen irgendwann herbeigesehnt wurde. Es spielte sich für meinen Geschmack einige Runden zu lange, sodass ich im letzten Viertel langsam genug hatte.
Vielleicht lag es aber auch einfach an unserer Erstpartie und daran, dass wir noch nicht genau wussten, wie wir das Spieltempo beeinflussen können. Denn trotz dieses kleinen Kritikpunkts würde ich Thessaloniki sehr gerne noch einmal spielen.
Das war der erste Teil meiner Spieleeindrücke von den B-REX Pressetagen. Natürlich konnte ich nicht alle Neuheiten spielen – dafür waren es einfach viel zu viele.
Einige Spiele konnte ich aber genauer unter die Lupe nehmen, und über diese möchte ich euch noch weiter berichten und meine Eindrücke mit euch teilen.
Seid also gespannt auf den 2. Teil mit den Spielen TRASH POKER von Corax Games,YONDER von Giant Roc und einigen weiteren Neuheiten!
Der August war sehr spielereich und dank Urlaub gab es viele Spiele mit den Kindern. Zur KOSMOS-McDonald's-Happy-Meal-Kooperation habe ich bereits einen eigenen Beitrag geschrieben, sodass ich die Titel hier nicht extra erwähne. Aber langsam halte ich auch Ausschau nach Neuheiten für die SPIEL'26 in Essen im Oktober. Die BGG-Previewliste umfasst bereits über 1000 Titel und ich habe schon viel zu viele als „interessant“ markiert. Da ist es schön, dass ich mit „Wuselige Wiesen“ und „Road Master“ schon zwei Titel online spielen und somit von meiner Liste streichen konnte. Mit „Tyrants of the Underdark“ kam nur ein neuer Titel real auf den Tisch.
In Kooperation mit KOSMOS gibt es vom 20. August bis zum 23. September 2026 beim McDonald's Happy Meal einige KOSMOS-Kinderspiele in einer Art Reiseedition dazu. Nachdem wir uns die ersten zwei Spiele geholt hatten, folgten noch drei weitere, die wir teils ausgiebig gespielt haben. Getestet haben wir „EXIT Kids: Monstermäßiger Rätselspaß“, „Cascadia Junior“, „Monsterfalle“, „Ubungo! Junior“ und „Catan Junior“.
Die kleinen Wesen aus der fernen Galaxie sehen sehr freundlich aus und sie lieben Blumen in allen Farben. Gloomies ist ein Sammelspiel, bei dem man in zwei unterschiedlichen Phasen auf Punktejagd geht, die Blumen immer im Zentrum. Aus der Spieleschachtel
Markus, mein Lieber! Heute überrasche ich dich mit einem Talk, den ich mit jemand anderem aus der Szene im Privaten hatte. Nun sind wir hier ganz privat unter uns. Zeit, deine Meinung einzuholen und genauso meine Annahme zu schärfen oder womöglich in die Tonne zu kloppen. Mir geht es um folgende Ausgangslage: Gibt es wirklich...
In unserem Format „Tipp um Tipp“ laden wir euch ein, mit uns zu quizzen. Wir beschreiben Euch einmal pro Woche in 15 bis 20 Hinweisen ein Brettspiel. Wie schnell bekommt Ihr es heraus? Am Ende gibt es direkt die Auflösung.
Ihr wollt in Batman: Gotham City Chronicles eintauchen? Dann seid ihr hier genau richtig, aber macht euch auf etwas gefasst. Der dunkle Ritter ist eine meiner absoluten Lieblingsfiguren. Dunkel, ohne die unglaublichen Superkräfte eines Kal-El. Technisch mit jeder Menge Gimmicks und Gadgets. Moralisch mit einem Kodex. Ambivalent, denn der maskierte Rächer biegt sich das System...
Kniffel: Das Duell von Reiner Knizia – erschienen bei Schmidt Spiele 2‑Personenspiele sind ein Trend der letzten Jahre. Mal kooperativ, häufiger aber ein Gegeneinander. Mal eher ungewöhnliche Konzepte, häufiger aber ein taktisches Tauziehen. So ist es jedenfalls nicht verwunderlich, dass mit KNIFFEL: DAS DUELL eines der populärsten Spiele der Neuzeit ebenfalls eine Duellversion erhält. Dabei wurde mit […]
Für 2-6 Personen ab 14 Jahre Verlag: Office Dog, Vertrieb: Asmodee Autoren: Matthew O’Malley, Ben Rosset Design: u.a. David Ardila, Asep Ariyanto, Borja Pindado Arribas, Imad Awan + 44 mehr
Genre: Strategiespiel
Kategorie: Kennerspiele
Mechanismus: Engine Building, Area Control / Influence
Hast du das Spiel schon gespielt?
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Das bekannte Legespiel gibt es nun in der Kindervariante. Bei Crazy Cubes Junior legt man mit vier Blöcken vorgegebene Muster nach. Ein Spiel, bei dem man schnell und richtig kombinieren muss. Die Aufgabenkarten gibt es in vier Level. Crazy Cubes
Wenn ich mir schon die Arbeit mache, jedes Jahr einen eigenen kleinen Brettspielkalender zu gestalten, dann kann ich diese Arbeit auch teilen. Deswegen nun der September 2026 meines privaten Brettspielkalenders: Das Bild konntet ihr so noch in keinem Beitrag hier auf dem Blog finden. Denn über AM GOLDENEN FLUSS von Keith Piggott (erschienen bei KOSMOS) habe ich stattdessen […]
Turbo-Flitzpiepen 2000 funktioniert deshalb so hervorragend, weil es gar nicht erst versucht, fair zu sein, sondern die reine Freude an absurden Kettenreaktionen feiert. Genau dieser kontrollierte Kontrollverlust macht aus einem simplen Würfelrennen ein echtes Highlight für (fast) jede Runde.
Darum geht’s beim Brettspiel Turbo-Flitzpiepen 2000
In Turbo-Flitzpiepen 2000 übernehmen die Spielerinnen und Spieler die Rolle von Trainern, die ihr Team durch ein Turnier führen. Über vier Runden hinweg treten die Läufer in verschiedenen Rennen gegeneinander an, immer mit dem gleichen Ziel vor Augen: möglichst viele Siegpunkte durch vordere Platzierungen zu sammeln. Das Spiel verbindet dabei das Grundprinzip eines klassischen Laufspiels mit einer Vielzahl an Spezialfähigkeiten, die den scheinbar geradlinigen Rennverlauf permanent durcheinanderwirbeln. Schnelligkeit allein reicht selten aus, denn oft entscheidet das richtige Timing über Erfolg oder Stillstand auf der Strecke.
Aufbau und Spielablauf
Bevor es überhaupt an den Start geht, steht die Zusammenstellung des eigenen Teams im Mittelpunkt. In einer Rekrutierungsphase draften die Spieler aus insgesamt 36 Charakterkarten ihre Läufer aus. Jeder dieser Athleten bringt eine individuelle Fähigkeit mit, die später im Rennen für ganz unterschiedliche Effekte sorgt. Schon hier entsteht ein erstes Kräftemessen, denn jede Figur ist nur einmal im Spiel vertreten.
Sind alle Teams zusammengestellt, folgen vier Rennen auf dem doppelseitigen Spielplan. Vor jedem Rennen wählen die Spieler genau einen Athleten aus ihrem Kader aus, der an den Start geht. Da eingesetzte Charaktere in der Regel für spätere Rennen nicht mehr zur Verfügung stehen, wird Planung über mehrere Runden hinweg wichtig. Die Strecken selbst unterscheiden sich spürbar: Während die „Mild Mile“ einen eher überschaubaren Kurs bietet, sorgen die „Wild Wilds“ mit besonderen Feldern und Effekten für zusätzliche Unruhe im Feld. Welche Fähigkeit auf welcher Strecke ihr volles Potenzial entfaltet, zeigt sich oft erst im Spiel.
Gruppenbild mit (schrägen) Athleten: Am Anfang hat man beim Draften die Qual der Wahl.Turbo-Flitzpiepen 2000 (wir haben die Originalversion „Magical Athlete“ getestet)
Würfelglück und Spezialkräfte
Der eigentliche Rennablauf ist schnell erklärt. Die Spieler würfeln reihum und ziehen ihre Figur entsprechend vor. Doch kaum ist der Würfel gefallen, greifen die Charakterfähigkeiten ein und verändern das Geschehen. Manche Athleten fungieren als bewegliche Hindernisse und zwingen andere dazu, ihren Lauf vorzeitig zu beenden. Andere ignorieren Blockaden, überspringen Felder oder profitieren von der Position ihrer Mitspieler. So kann es passieren, dass ein hoher Würfelwurf wenig bringt, während eine gut platzierte Fähigkeit das gesamte Feld neu ordnet.
Diese ständige Wechselwirkung zwischen Würfelglück und Spezialkräften macht den Reiz von Turbo-Flitzpiepen 2000 aus. Die Spieler beobachten aufmerksam, welche Läufer bereits eingesetzt wurden und welche noch im Hintergrund warten. Ein sicher geglaubter Vorsprung kann durch eine einzelne Aktion schrumpfen oder ganz verschwinden, während vermeintliche Außenseiter plötzlich nach vorne katapultiert werden. Der wichtigste Einflussfaktor bleibt dabei die Auswahl des passenden Athleten zum richtigen Zeitpunkt.
Ein paar Spezialfelder auf der Strecke sorgen für zusätzliches Chaos.Die Ziellinie vor Augen: An seiner Stelle würde ich aber nicht zu früh lachen…
Regelseitig bleibt das Spiel zugänglich. Die Fähigkeiten sind klar auf den Karten beschrieben, sodass auch weniger erfahrene Spieler schnell den Überblick behalten. Durch die große Auswahl an Figuren und die unterschiedlichen Strecken verläuft kaum eine Partie wie die andere. Der Glücksanteil durch das Würfeln sorgt zusätzlich dafür, dass die Spannung bis zum letzten Rennen erhalten bleibt.
Fragen und Antworten
Wie lange dauert eine Partie Turbo-Flitzpiepen 2000?
Eine komplette Partie über vier Läufe dauert in der Regel etwa 30 bis 45 Minuten und spielt sich durch die kurzen Züge sehr flott herunter.
Für welche Spielgruppen eignet sich Turbo-Flitzpiepen 2000?
Das Spiel richtet sich an Familien sowie lockere Runden ab drei Personen, die Freude an direktem Ärgerpotenzial, witzigen Sonderfähigkeiten und hohem Tempo haben.
Welche der 36 Figuren ist am stärksten?
Bei Turbo-Flitzpiepen 2000 hat jede Figur ihre eigenen Stärken und Schwächen. Doch wie groß sind die Unterschiede wirklich? Mit einer eigens programmierten Web-App habe ich 10 Millionen (!) simulierte Rennen ausgewertet. Die Computersimulation berücksichtigte alle Sonderfähigkeiten und spielte komplette Partien mit sechs Teilnehmenden nach. Die Ergebnisse zeigen, welche Charaktere statistisch besonders erfolgreich sind. Trotzdem gilt: Am Spieltisch sorgen Würfelglück, Mitspieleraktionen und das allgemeine Chaos von Turbo-Flitzpiepen 2000 weiterhin für Überraschungen. Die Liste versteht sich daher als Orientierung – nicht als endgültiges Urteil. Zur vollständigen Auswertung
Mein Fazit nach vielen Testrunden
Turbo-Flitzpiepen 2000 bietet damit eine Mischung aus Planung, direkter Interaktion und chaotischen Rennmomenten. Im Mittelpunkt steht weniger die perfekte Strategie als das gemeinsame Erlebnis am Tisch, bei dem sich Vorteil und Rückschlag oft abwechseln. Wer Freude an lebhaften Wettläufen hat und mit unvorhersehbaren Wendungen umgehen kann, findet hier ein kurzweiliges Spiel für gemischte Gruppen.
Im Fazit zeigt sich, warum Turbo-Flitzpiepen 2000 so gut funktioniert. Das Spiel nimmt das ganz ursprüngliche Prinzip des Laufspiels mit Würfeln und hohem Glücksanteil und verwandelt es durch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Figuren in ein überraschend spannendes Erlebnis, ein wenig wie ein Tag auf der Rennbahn. Statt Pferden gehen hier Charaktere mit ganz eigenen Eigenheiten an den Start, ohne dass man den Ausgang wirklich kontrollieren könnte. Genau darin liegt der Reiz: Die Spieler müssen nicht jeden Zug zerdenken, keine Ressourcen sammeln, keine Karten sortieren oder Effekte optimieren. Man würfelt, beobachtet, was passiert, und lässt sich von den Wendungen des Rennens mitreißen.
Designer Richard Garfield hat das mehr als 20 Jahre alte Original Magical Athlete vor allem optisch auf Stand gebracht – und wie: Die bedruckten Holzfiguren sehen einfach klasse aus, quietschbunt und individuell. Kein Vergleich zu den Pappaufstellern aus der 2003er-Version von Takashi Ishida.
Pro & Contra
Was mir gut gefällt:
36 einzigartige Läufer mit völlig unterschiedlichen Fähigkeiten
Kaum Wartezeiten durch schnelle Züge
sensationelles Artwork (Spielfeld, Figuren, selbst die Anleitung!)
Was ich weniger mag:
Hoher Glücksfaktor durch den Würfelwurf und teils unausgewogene Kombinationen
Man braucht eine große Spielrunde, damit es richtig rockt
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).