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B-REX Pressetage 2026 – Teil 1

Von: Dimi
09. September 2026 um 22:03

Alle Jahre wieder bevor die SPIEL in Essen Ihre Tore aufmacht, veranstalten Verlage Presse-Events, wo Medienschafende, Freunde oder Personen die in irgendeine Weise beruflich mit dem Thema Brettspiel zu tun haben, die Neuheiten des Jahres kennenlernen und sich ein Eindruck machen können. So auch bei den B-REX Tagen in Schkopau bei Merseburg, die vom 04.-06.09.2026 stattgefunden haben, wo die Verlage Giant Roc, Corax Games, Fun Bot, Kobold, Grimspire und Mirakulus Ihre Spiele vorstellen wollten. Die Location ist wie jedes Jahr in der Burg Burgliebenau, die im 12. Jahrhundert erbaute ehemalige Wasserburg macht es zu einem besonderem Ereignis. Für mich war es um so besonderer, da ich zum ersten Mal bei diesem Presse-Event war und die Zeit vollumfänglich genossen habe.

Am Freitagnachmittag trafen die ersten Gäste ein. Geschäftsführer Frank Noack begrüßte uns herzlich und wünschte uns viel Spaß mit den über 52 Neuheiten. Nach und nach füllten sich die Tische. Nachdem ich mir einen Überblick verschafft hatte, wo überall gespielt wurde – denn die Spiele fanden in unterschiedlichen Räumen der Burg statt, die nach Verlagen aufgeteilt waren –, stand ich plötzlich an einem Stehtisch.

CHAMÄLIO von Fun Bot (Für 2-4 Personen ab 8 Jahren, Spielzeit ca. 15 min)

In Chamälio sammelst du Karten. Diese gibt es in vier Farben und haben 1 bis 3 Symbole am unteren Teil der Karte. Diese Symbole geht es zu sammeln und zwar genau 5. Sobald du die hast kannst du die Farbreihe sichern. Bei drei gesicherten Farben endet das Spiel und du gewinnst. Bist du am Zug ziehst du eine Karte vom Stapel oder nimmst dir die offene Karte. Die Rückseite der Karten, geben dir einen Hinweis was auf der Karte drauf sein kann. Ist die Farbe angegeben, weißt du nicht wieviele Symbole sich auf der Karte sind oder auch andersherum. Der Clou dabei, du kannst dich auch entscheiden die Karte die du nimmst, jemand anderes zu schenken. Denn sobald man mehr als 5 Symbole hat, kommt die Kartenreihe auf den Ablagestapel. Gesicherte Farben, können auch auf den Ablagestapel kommen, sobald du bei derselben Farbe, erneut fünf Symbole sammelst. Ein kleines Push-your-luck Spiel mit Ärgerfaktor.

EXCALIBUR von Mirakulus (Für 2-8 Personen ab 14 Jahren, Spielzeit ca. 25 min)

Vom Stehtisch weg, ging es zum nächsten Stehtisch wo Excalibur aufgebaut war und zwar die Deluxe Version, mit wertigen Plättchen aus Hartplastik und den, wie witzigerweise mein Spielpartner meinte, die coolsten Bereichtrenner die es gibt, den Metallschwerter. In diesem Spiel haben wir Plättchen die unterschiedlich Effekte haben. Der Dieb stiehlt vom Mitspielern, die Herrin vom See, befehlt alle Plättchen in eine Richtung weiterzugeben. Zu Beginn jeder Runde hat man 4 Plättchen von denen man sich eins aussucht und verdeckt hinlegt. Gleichzeitig wird dann aufgedeckt und vom Startspieler aus werden die Effekte nach und nach ausgeführt. Ziel ist es, am Ende das Excalibur Schwert zu haben sobald ein Bereich mit Plättchen leer ist. Das Holzschwert kann auf dem Siegeszug aufsteigen, wenn das Excalibur Schwert links vom ihn ist. Da wäre aber noch das verfluchte Schwert, welches man auf keinen fall haben möchte, sonst verliert man das Spiel auf jedem Fall. Ein schönes Spiel, wo man sich Plättchen merken muss, oder auch die Mitspieler:in lesen muss um herauszufinden wer nun das Excalibur Schwert hat. Ein gutes Spiel welches in dieser Location natürlich thematisch perfekt einbettet.

PSYNC von Fun Bot ( Für 2-8 Personen ab 8 Jahre, Spielzeit ca. 15 min)

Bevor das erste etwas größere Spiel frei wurde, begnügten wir uns mit dem nächsten kleineren Spiel. Beim Partyspiel PSYNC versucht man so zu denken wie die anderen Mitspieler:in. Als aktiver Spieler sag ich ein Wort und erst dann werden von den 3 Kartenstapel am Rand des Rasters neue Karten aufgedeckt. Die Karten sagen etwas aus welches ich dem gesagtem Wort zurechne oder nicht. Verdeckt stelle ich meinen Pöppel hinter dem Sichtschirm auf das Raster wo ich denke, dass das Wort mehr Zustimmung findet, den je mehr Personen dasselbe Feld haben, desto mehr Punkte gibt es. Witzig sind die Unterhaltung danach, wieso man sich so eingeordnet hat. Das sorgt für Stimmung! Wir hatten unseren Spaß mit dem Spiel.

COMING OF AGE von Giant Roc (Für 1-4 Personen ab 14 Jahren, Spielzeit ca. 40-80 min)

Dann war es endlich Zeit für ein größeres Spiel. Coming of Age ist ein Kennerspiel, in dem wir unsere Kindheit bis hin zur Pubertät durchleben. Und das macht jeder Mitspieler für sich selbst.

Das eigene Spielertableau in Form eines Kopfes – und was darin alles vor sich geht, ganz im Sinne des Animationsfilms Alles steht Kopf – ist doppellagig, sodass alle Marker ihren Platz haben. Gedanklich ist man direkt beim Film und bei Freude, Kummer & Co. Das Spiel ist dadurch direkt einladend.

In diesem Spiel wachsen wir thematisch als Person auf und bekommen immer weitere Leisten freigeschaltet, je älter wir werden. Dafür erhalten wir immer mehr Würfel und weitere Aktionsfelder werden freigeschaltet. Als Jugendlicher kannst du zum Beispiel das Aktionsfeld „Pizzeria“ besuchen. Diese Aktion markieren wir mit einem Würfel.

Bei jeder Aktion bewegen sich die Leisten, die suggerieren sollen, dass wir fröhlicher, schlauer usw. werden. Dadurch erhalten wir Aufträge, Ressourcen oder Siegpunkte.

Teilweise wird simultan gespielt und so spielt es sich richtig flott herunter. Mir ging es manchmal sogar etwas zu schnell, da ich schon gerne sehen möchte, was die anderen so in ihrem „Kopf“ anstellen.

Ansonsten hat es mir gut gefallen.

THESSALONIKI von Giant Roc ( Für 1-4 Personen ab 14 Jahren, Spielzeit ca. 90-120 Min.)

Den nächsten Tag konnte ich kaum abwarten, denn da wollte ich unbedingt das Spiel Thessaloniki kennenlernen – das nächste „T“-Spiel des Autorenteams Federico Pierlorenzi und Daniele Tascini.

Mit dieser Stadt verbindet mich sehr viel. Mit meiner Cousine bin ich oft durch die Marktgassen und Cafés spaziert. Erst letztes Jahr besuchten wir die Stadt wieder, unter anderem, um die neu gebaute Metro (U-Bahn) zu erleben. Nach 18 Jahren Bauzeit wurde sie 2024 endlich eingeweiht. Durch archäologische Funde während der Bauarbeiten hatte sich das gesamte U-Bahn-Projekt immer wieder verzögert. Die Relikte aus der Spätrömischen Zeit, wurden schließlich in das U-Bahn-Konzept integriert, und insbesondere die Station Venizelou gleicht heute einem Museum.

Kommen wir nun zu dem Spiel, das sich möglicherweise an diesen archäologischen Fundstätten abgespielt haben könnte.

Thessaloniki im Römischen Reich: Eine griechische Metropole unter Roms Flagge im 4. Jahrhundert.

Das Spiel überzeugt zunächst mit seinem achteckigen Spielplan in der Mitte. Dort bewegen wir im sogenannten Roundel unsere drei Spielfiguren – zwei Händler und den Patrizier – im Uhrzeigersinn ein bis drei Schritte. Je nach Bewegung können dabei Kosten entstehen. Auf den verschiedenen Feldern sammeln wir Ressourcen und führen Aktionen aus.

Bei jeder Aktion gibt es drei Felder, die mit Spielfiguren belegt werden können. Die Farbe der Figuren entspricht dabei der Farbe der Ressourcen. Je mehr eigene Spielfiguren auf einem Aktionsfeld stehen, desto mehr Ressourcen erhält man – maximal drei. Dafür bekommt man umso mehr Aktionspunkte, je leerer das Aktionsfeld ist. Da die Blitze auf den Feldern von den Figuren nicht verdeckt werden.Timing spielt hier eine wesentliche Rolle.

Die Ressourcen sammeln wir zunächst im Rohzustand und können sie anschließend weiterveredeln, beispielsweise Trauben zu Wein oder Oliven zu Olivenöl. Diese Waren werden dann auf den anlegenden Schiffen verkauft, um Siegpunkte zu erhalten.

Auch bei den Schiffen ist gutes Timing gefragt, denn irgendwann fahren sie wieder ab. Das Schiff bekommt derjenige, der die Mehrheit an Waren seiner Spielerfarbe darauf liegen hat. Befüllst du ein Schiff allerdings komplett, als Letzter, fährt es direkt ab und kommt somit zu dir. Die Schiffe bringen Boni und können als Multiplikator dienen, sofern die entsprechende Stadt – erkennbar an den Symbolen – bereits ausliegt und du eine Statue drauf platziert hast.

Zudem lässt sich durch das Platzieren von Statuen und Mosaiken Aktionen zusätzlich verstärken. 

Die Karten bieten entweder sofortige oder dauerhafte Effekte, die nicht zu unterschätzen sind. Abgerundet wird das Ganze durch verschiedene Set-Collection-Elemente, die am Ende des Spiels zusätzliche Punkte bringen können.

Mir hat das Spiel insgesamt gut gefallen. Ich hatte Spaß an meinen Zügen und finde es spannend, dass jeder eine andere Taktik verfolgen kann, um an seine Punkte zu gelangen. Eine feste Rundenanzahl gibt es nicht. Stattdessen gibt es verschiedene Parameter, die das Spielende auslösen können – und diese können von den Mitspielern bewusst vorangetrieben werden oder eben auch nicht.

In dieser ersten Partie zu viert hatte ich allerdings das Gefühl, dass das Spielende von allen irgendwann herbeigesehnt wurde. Es spielte sich für meinen Geschmack einige Runden zu lange, sodass ich im letzten Viertel langsam genug hatte.

Vielleicht lag es aber auch einfach an unserer Erstpartie und daran, dass wir noch nicht genau wussten, wie wir das Spieltempo beeinflussen können. Denn trotz dieses kleinen Kritikpunkts würde ich Thessaloniki sehr gerne noch einmal spielen.

Das war der erste Teil meiner Spieleeindrücke von den B-REX Pressetagen. Natürlich konnte ich nicht alle Neuheiten spielen – dafür waren es einfach viel zu viele.

Einige Spiele konnte ich aber genauer unter die Lupe nehmen, und über diese möchte ich euch noch weiter berichten und meine Eindrücke mit euch teilen.

Seid also gespannt auf den 2. Teil mit den Spielen TRASH POKER von Corax Games, YONDER von Giant Roc und einigen weiteren Neuheiten!

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