Abenteuer in Koromanthia enthält vier Abenteuer für das Pen-and-Paper Myranor und bietet einer heldenhaften Gruppe den Einstieg in das wilde Land und kann den Grundstein zu epischen Geschichten legen. Die vier Abenteuer können als kleine Kampagne gespielt werden oder aber einzeln, da sie in sich geschlossen sind.
Lars Ehresmann hat in diesem Jahr nicht nur seiner Heimatstadt Kiel ein spielerisches Denkmal gesetzt (Kilia), sondern auch das Tippi Toppi-Prinzip neu aufgelegt. Das bekannte Konzept verlangt, gemeinsam auf Karten abgedruckte Aufgaben, wie Farbreihen oder bestimmte Werte auf dem Tableau, durch passgenaues Ablegen zu erfüllen. Der neue Entwurf bohrt diesen Mechanismus auf, ohne ihn plump zu…
Besonders gefallen haben mir bei Kavango die flüssigen simultanen Züge, die vielen kleinen Kombinationen beim Ausspielen der Tiere und die ständige Abwägung zwischen kurzfristigen Punkten und langfristigem Naturschutz. Dazu kommt eine fantastische Gestaltung mit liebevoll illustrierten Karten, die dem Spiel viel Atmosphäre verleihen.
Mit Kavango schicken uns die Autoren Matt Brown und Zara Reid mitten hinein in die afrikanische Savanne – und zwar nicht als Safari-Touristen, sondern als Naturschutz-Expertinnen und -Experten. Das wunderschön illustrierte Brettspiel dreht sich um den Aufbau eines funktionierenden Ökosystems in der Kavango-Region, einem Schutzgebiet, das sich über fünf afrikanische Länder erstreckt und unter anderem Heimat für rund die Hälfte aller afrikanischen Elefanten ist.
Hinweis: Die Abbildungen zeigen die englischsprachige Originalausgabe (inkl. Kickstarter-Deluxe-Komponenten), die sich ggf. von der deutschen Retail-Version unterscheiden.
Aufbau und Spielablauf
Eure Aufgabe: Über drei Spielrunden hinweg erschafft ihr ein möglichst erfolgreiches Naturreservat. Ihr siedelt Tiere an, erfüllt Forschungsaufgaben und investiert Geld in Habitat-, Wildtier- und Klimaschutz. Gewonnen hat am Ende die Person mit den meisten Punkten – und die gibt es vor allem für clevere Kombinationen aus Artenvielfalt, Schutzmaßnahmen und effizientem Ressourcenmanagement.
Die Tierkarten zeigen links unten die Bedingungen, die in eurem Reservat erfüllt sein müssen.Der Frosch durfte „einziehen“, da wir zuvor die passende Anzahl Wirbellose gesammelt hatten.
Karten draften statt würfeln
Das Herzstück von Kavango ist ein angenehm flotter Drafting-Mechanismus. Jede Partie läuft über drei Runden mit jeweils zehn Zügen. Alle spielen gleichzeitig: Jede Person wählt eine Karte aus der aktuellen Hand, legt sie verdeckt ab und reicht den Rest weiter. Dadurch entsteht kaum Downtime, selbst mit vier Personen bleibt das Spiel erstaunlich dynamisch.
Die Karten bilden dabei Schritt für Schritt euer eigenes Ökosystem. Zunächst braucht ihr die Grundlagen: Gräser, Bäume, Fische oder Wirbellose aus Deck A. Diese Produzenten lassen sich immer problemlos ausspielen und bilden die Basis für spätere Tiere.
Richtig spannend wird es dann mit den Tierkarten aus den Decks B und C. Jedes Tier hat bestimmte Anforderungen – sowohl beim Nahrungsbedarf als auch beim Schutzstatus eures Reservats. Eine Impala braucht zum Beispiel Gras, mehrere Bäume und eine gewisse Wildtier-Schutzstufe, bevor sie dauerhaft bei euch einziehen darf. Fehlen noch Voraussetzungen, landet das Tier zunächst in der Auffangstation und wartet dort auf bessere Bedingungen. Das sorgt regelmäßig für schöne kleine Komboketten, wenn plötzlich mehrere Tiere gleichzeitig ins Reservat nachrücken dürfen.
Clever planen statt einfach sammeln
Was Kavango besonders gelungen macht, ist die Verzahnung seiner Mechaniken. Tiere bringen nicht einfach nur Punkte – sie beeinflussen Forschungsaufgaben, ermöglichen neue Nahrungsketten und eröffnen weitere Strategien.
Die Forschungsaufgaben sorgen dabei für den wirtschaftlichen Motor des Spiels. In jeder Runde liegen neue Ziele aus, etwa bestimmte Mengen an Bäumen, Fischfressern oder spezialisierten Tierarten. Wer die Bedingungen erfüllt, kassiert Geld (ein Cube = 1 Mio. Dollar) und Siegpunkte. Das verdiente Budget investiert ihr anschließend in verschiedene Schutzmaßnahmen.
Forschungskarten der Originalversion: Vort allem hier generiert ihr Einkommen.
Vor allem der gemeinsame Klimaschutz ist ein cleverer Kniff: Investitionen helfen nämlich allen am Tisch, nicht nur euch selbst. Dadurch entsteht ein interessanter Mix aus Kooperation und Konkurrenz. Einerseits wollt ihr profitieren, andererseits möchtet ihr natürlich nicht ständig für die Mitspielenden mitzahlen.
Zugänglich, aber überraschend taktisch
Trotz seines ernsten Themas bleibt Kavango zugänglich. Die Grundregeln sind schnell verstanden, weil das Spiel viele Dinge logisch aus seinem Thema ableitet. Gleichzeitig steckt erstaunlich viel strategische Tiefe darin.
Für zusätzliche Varianz sorgen die Spezialistenkarten. Jede Rolle bringt eigene Fähigkeiten mit – manche erleichtern den Zugang zu Geld, andere helfen beim Ausspielen schwieriger Tiere oder beim langfristigen Planen. Die Charaktere besitzen unterschiedliche Komplexitätsstufen, wodurch sich das Spiel gut an Gelegenheitsspieler oder erfahrene Vielspielerinnen anpassen lässt. Aber Achtung: Manche Spezialkarten sind deutlich stärker als andere, was im Spielverlauf durchaus zu einem Ungleichgewicht führen kann.
Den eigenen Habitatschutz ausbauen: Dadurch siedeln sich später „wertvollere“ Tierarten an.
Auch der Solo-Modus wirkt erfreulich durchdacht. Der automatische Gegner spielt sich anders als ein normaler Mitspieler, erzeugt aber trotzdem Druck und interessante Entscheidungen. Für ein modernes Eurogame ist das definitiv ein Pluspunkt.
Fragen und Antworten
Wie komplex ist Kavango wirklich?
Auf den ersten Blick wirkt Kavango recht umfangreich, vor allem wegen der vielen Symbole und Kartenarten. Nach ein bis zwei Spielzügen greift das System aber erstaunlich intuitiv. Wer schon einmal ein Drafting- oder Engine-Building-Spiel gespielt hat, findet sich schnell zurecht. Die eigentliche Stärke liegt eher in der strategischen Tiefe als in komplizierten Regeln.
Für wen eignet sich das Spiel besonders?
Kavango richtet sich an Spielerinnen und Spieler, die ruhige Strategiespiele mit langfristiger Planung mögen. Besonders Fans von Natur- und Tier-Themen kommen hier voll auf ihre Kosten. Wer dagegen direkte Konfrontation oder viel Chaos am Spieltisch sucht, wird vermutlich weniger angesprochen.
Ist Kavango für bis zu vier oder fünf Personen?
Es kommt darauf an, welche Version du spielst. In der englischsprachigen Originalversion von Mazaza Games können bis zu fünf Personen mitspielen. Leider ist die deutsche Version, die von Schmidt Spiele lokalisiert wurde, nur für maximal vier Personen geeignet. Warum das verändert wurde, bleibt fraglich.
Mein Fazit nach vielen Testrunden
Kavango ist eines dieser Brettspiele, bei denen Thema und Mechanik wirklich zusammenpassen. Der Aufbau eines funktionierenden Ökosystems fühlt sich nie aufgesetzt an, sondern ergibt spielerisch Sinn. Gleichzeitig schafft das Spiel den Spagat zwischen entspannter Atmosphäre und anspruchsvollen Entscheidungen.
Besonders gefallen haben mir die flüssigen simultanen Züge, die vielen kleinen Kombos beim Ausspielen der Tiere und die ständige Abwägung zwischen kurzfristigen Punkten und langfristigem Naturschutz. Dazu kommt eine fantastische Gestaltung mit liebevoll illustrierten Karten, die dem Spiel enorm viel Atmosphäre verleihen.
Wer strategische Drafting-Spiele mit Naturthema mag, sollte sich Kavango definitiv ansehen. Fans von Arche Nova dürften hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen – auch wenn Kavango eher an der unteren Grenze von Kennerspielen angesiedelt ist.
Kurz gesagt: Ein wunderschön produziertes Strategiespiel mit cleveren Ideen, spannenden Entscheidungen und einer angenehm positiven Botschaft über Natur- und Klimaschutz.
Pro & Contra
Was mir gut gefällt:
Tolles Naturschutzthema
Karten und Boards sind optisches Highlight auf jedem Spieltisch
Cleverer Drafting-Modus
Was ich weniger mag:
kein gutes Balancing bei den Spezialisten: Investorin ist z.B. deutlich stärker als andere Karten
das eigene Board hat (im Grundspiel) keinerlei Funktion, was das Ablegen von Karten in den Reihen oder Spalten angeht.
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).
Victoriana – eine Welt aus Fantasy und Steampunk. Mitten in der Industrialisierung treffen Magie und Technik, profane Verbrecher*innen und übernatürliche Monster im Schmelztiegel London zusammen. In all dem befinden sich die Charaktere, die es sich als Irregulars zur Aufgabe gemacht haben, den Bürger*innen wenigstens etwas mehr Sicherheit zu bringen.
Quizspiele gibt es wie Sand am mehr. Vielleicht weil sie so einfach umzusetzen sind? Oder weil sie trotz ihrer weiten Verbreitung immer wieder gern hervorgezogen werden? Ich weiß es nicht. Jedoch finde ich eine Entwicklung gut. Spezialisierte Quizzes, bei denen man sich auf seine bevorzugten Genres konzentrieren kann. Haben wir uns früher noch mit Trivial Pursuit oder dem Spiel des Wissens so manche Blöße geben müssen, haben wir mit der richtigen Wahl weit bessere Chancen. Problematischer ist es dann schon eher genügend Mitspieler mit demselben Faible an Nischenwissen um einen […]
Ohne Götter bleibt fast nur Finsternis: Der Campaign Guide des Dark-Fantasy-Rollenspiels Grim Hollow liefert einige Charakter-Optionen und Hintergrundinfos, um das Leben auf dem Kontinent Etharis richtig in Szene setzen zu können. Was Spielleitungen in der Welt von Ghostfire Gaming alles finden können, erfahrt ihr hier.
Ich erinnere mich an eine frühere Catan-Partie, in der mir eine Familie ihre Hausregel erklärt hat. Erhalte ich in einer Runde keine Rohstoffe, dann gibt’s zumindest ein Streichholz. Oder wie sie sagten: ein Mitleidsstäbchen. Wer vier davon hat, darf sie gegen einen beliebigen Rohstoff tauschen. Eine schöne Regel, um vor allem bei Kindern Frust zu vermeiden. Warum schreibe ich das? Ich habe bei Panda Royale nun Bekanntschaft gemacht mit dem Mitleidswürfel. Anderes Spiel, ähnliches Prinzip: Wer Mist würfelt, bekommt für die nächste Runde einen Würfel mehr.
Ein Mitleidswürfel.
Und an Würfeln mangelt es bei Panda Royale bei Weitem nicht. Mehr als einhundert sind in der Schachtel enthalten. Gelbe. rote, blaue, grüne, pinkfarbene, violette, durchsichtige. Sechsseiter, Achtseiter, Zwölfseiter, Zwanzigseiter. Jeder fängt mit einem gelben Sechsseiter an und erhält dann Runde für Runde einen weiteren Würfel hinzu. Am Ende hat jeder zehn in der Hand. Diese auf den Tisch klackern zu lassen, fühlt sich einfach gut an. Was für eine Würfel-Orgie – insbesondere in Vollbesetzung zu zehnt!
Bei Panda Royale kann es auch negative Werte geben
Jede Runde würfele ich all meine Würfel und berechne mein Ergebnis. Für jede Farbe gilt eine andere Formel. Die Summe der blauen wird verdoppelt, wenn ich einen glitzernden Würfel habe. Lila wird per se verdoppelt. Und bei den roten ziehe ich die Summe der schwarzen Zahlen von der Summe der weißen Zahlen ab und multipliziere das Ergebnis mit der Zahl meiner roten Würfel. Letzteres kann durchaus einen negativen Wert ergeben.
Auf Rot zu setzen, rentiert sich erst in den späten Runden, wenn der Multiplikator hoch ist. Dafür muss ich aber auch konsequent diese Strategie verfolgen. Blau zu favorisieren, ohne einen Glitzerwürfel zu haben, ist unklug. Betrachte ich den mathematischen Erwartungswert, ist es schlauer, auf die Zwanzigseiter zu setzen, bei denen jeder Wurf zwischen 1 und 20 schwankt. Noch besser: ein violetter Zwölfseiter. Oder ich wähle einen gelben, um mit der höchsten gelben Summe in der kommenden Runde als Erster aus dem Pool neuer Würfel auswählen zu dürfen. Das früh zu tun, bringt mich wahrscheinlich häufiger in die Pole Position und erleichtert es mir folglich, einen Würfel zu erhalten, der bessere Ergebnisse verspricht als andere.
Mit Berechnung oder mit Bauchgefühl?
Nun habe ich es bislang eher selten erlebt, dass sich Neulinge über die Erwartungswerte von Würfeln Gedanken machen. Folglich wählen sie eher nach Bauchgefühl aus. Das ist freilich in Ordnung, schließlich zähle ich Panda Royale zu den Fun-Spielen. Doch wer ein bisschen rechnet, wird schnell eine immer wieder ähnliche Vorgehensweise bei der Würfelwahl präferieren. Manche Farben sind halt attraktiver als andere.
Dass diese Rechnereien nicht zwingend zum Sieg leiten, liegt in der Zufälligkeit des Würfelns begründet. Und auch darin, welche neuen Würfel für mich überhaupt noch im Pool zur Verfügung stehen. Doch ich kann meine Chancen durchaus erhöhen, wenn die Konkurrenz mich lässt.
Warum Panda Royale zu bürokratisch ist
Wie welche Farben zu werten sind, ist schnell verinnerlicht. Dennoch ist der Rundenablauf nicht eingängig, weil er sich in viele Phasen gliedert. Würfeln, dann Summe der gelben Würfel ausrechnen, um die Reihenfolge zu bestimmen, wer wann in Phase fünf einen neuen Würfel erhält. Bevor das geschieht, rechnen wir aber erst das Rundenergebnis aus, um dann den Schlechtesten einen Mitleidswürfel für die kommende Runde auszuhändigen. Wer jetzt noch einen durchsichtigen Würfel hat, darf ihn mit einem Würfel einer anderen Person tauschen. Danach gibt es neue Würfel. Um dieses sperrige, langatmige und bürokratische Procedere in Panda Royale zu steuern, hätte ich mir für jeden Spieler zumindest einen Ablaufplan gewünscht. Als Karte etwa.
Das ist jedoch nicht die einzige redaktionelle Schwäche. In meiner Version wurde die Verwendung des durchsichtigen Würfels nicht klar genug formuliert, sodass sich merkwürdige Züge entwickelt haben. Der Würfel berechtigt, ihn mit einem beliebigen Würfel einer anderen Person zu tauschen. Erst in der überarbeiteten Anleitung wird nun aber ausgeschlossen, einen erhaltenen Tauschwürfel in derselben Runde erneut einzusetzen (und sich seinen verlorenen Würfel zurückzuholen).
Und was ist mit dem Mitleidswürfel? Nun, er gleicht Würfelpech zumindest ein bisschen aus. Oder die falsche Würfelwahl.
Panda Royale | Spiel das! | Nate & Jake Jenne | 2 bis 10 Personen | ab 8 Jahren | 20 bis 30 Minuten | Spielanleitung | Meine Einschätzung: ★★☆☆☆ (ordentlich)
„Sack“, liest Annette vor. „Gilt ‚Intimbereich‘ auch?“, fragt Marco. Alle in der Runde prusten los. Wir spielen Dito! und wünschen uns, dass mindestens eine andere Person einen identischen oder zumindest synonymen Begriff notiert hat. Vorab hatte jede Person jeweils drei Antworten zu drei Kategorien geheim in ihr 3×3-Raster geschrieben. In geschilderten Fall gehörten zu den Oberbegriffen unter anderem ein „Alltagsgegenstand, der Mordwaffe sein könnte“ und „Schlechteste Stellen am Körper für ein Tattoo“. Bei den oben zitierten Wörtern hatten die Mitspieler unterschiedliche Kategorien im Sinn. Der Zufall wollte es, dass beim Vorlesen ganz neue Assoziationen ausgelöst wurden.
Solche Momente sind es unter anderem, die Dito! zu einem wunderbaren Wortspiel machen. Seinen Reiz zieht es grundsätzlich aus dem Umstand, dass ich nur gewinnen kann, wenn ich möglichst oft auf einer Wellenlänge mit anderen funke. Ich brauche Übereinstimmungen, um zu punkten. Im Gegensatz zu Stadt, Land, Fluss etwa, bei dem ich ja besonders für einmalige Antworten belohnt werde. Was Dito! zudem besonders macht: Es werden nicht zwingend alle aufgeschriebenen Begriffe verglichen. Das sorgt aus verschiedenen Gründen für Spannung.
Warum BFF-Sterne bei Dito! toll sind
Haben alle jeweils ihre neun Felder ausgefüllt, beginnt eine Person damit, einen einzelnen Begriff vorzulesen. Gibt es keine Übereinstimmung, muss das Feld durchgekreuzt werden. Ruft mindestens ein Mitspieler „Dito!“, dann kreisen alle diesen Begriff ein. Das bringt einen Punkt. Besonders cool ist es jedoch, wenn nur genau eine andere Person einen Treffer meldet. Dann nämlich dürfen beide in diesem Feld zusätzlichen den BFF-Stern ausmalen. Den Best-Friends-Forever-Stern! Macht zwei Extra-Punkte. Davon möchte ich natürlich so viele wie möglich haben. Also scheint klar zu sein, dass ich nicht nach den erstbesten Antworten suche. Oder?
Nun ja, vielleicht sollte ich meine Überlegungen ausweiten. Denn sobald eine erste Person all ihre neun Begriffe durchgestrichen oder eingekreist hat, endet die Runde, Bis dahin durfte reihum immer wieder der nächste Spieler einen neuen Eintrag nennen. Wer dabei viel einkreist, ist früher fertig. Und viele Treffer erziele ich eher nicht, wenn ich nur auf BFF-Antworten setze.
Zudem hat der indonesische Autor Martin Ang seinem Dito! noch eine Bingo-Komponente hinzugefügt. Ich ernte bis zu drei Bonuspunkte, wenn ich alle Felder einer Zeile oder Spalte eingekreist habe. Besonders lukrativ sind die oberste Reihe sowie die rechte Senkrechte. Deshalb schreibe ich den Begriff, den ganz sicher noch jemand anderes hat, in das Feld oben rechts. Typische Hundenamen? „Rex“ kommt in genau in diese Ecke. Noch „Hasso“ und „Bello“ dazu – fertig. Mindestens drei sichere Punkte, oder? Die Hoffnung lebt, doch dann werden „Pfiffi“, „Balou“ und „Nala“ vorgelesen. Waaaas? Tja, so kann’s laufen.
Welche Emotionen Dito! am Spieltisch hervorruft
Dito! schafft es, Emotionen zu wecken. Laut artikulierte Ungläubigkeit, wenn niemand mit meiner Antwort übereinstimmt. Doch schon im nächsten Moment stimmen alle in den „Dito!“-Chor ein, ehe ich mir kurz darauf mit der flachen Hand vor den Stirn schlage und damit hadere, dass mir einer der offensichtlichen Begriffe nicht eingefallen ist. Schön ist zudem, dass die Kategorien kein spezielles Wissen erfordern. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern schlicht um Übereinstimmungen. Da spielt es keine Rolle, wenn jemand die Schweiz als Land notiert hat, das ähnlich viele Einwohner wie Deutschland haben soll. Hauptsache ein anderer hat auch so gedacht. Ich kann quasi nichts falsch machen, weshalb Dito! ein großartiges Spiel für alle ist, die kurzweilige Unterhaltung mögen.
Ein Glücksmoment: In dieser Runde durfte ich alle neun Begriffe einkreisen.
Problematisch ist lediglich mitunter die Auslegung, welche Antworten als gleich eingestuft werden dürfen. Laut Regel bedeuten Synonyme wie Geige und Violine eine Übereinstimmung, Instrument als Oberbegriff würde jedoch in diesem Zusammenhang nicht gelten. „Wäsche waschen“ und „abwaschen“ bewerte als ich unterschiedlich. Aber wie wäre es mit „waschen“ und „abwaschen“? Um das zu klären, werden Wörter manchmal zu früh genannt. Die Spielanleitung macht es sich in diesem Punkt einfach: „Regelt Meinungsverschiedenheiten als Gruppe! Ganz egal wie alt ihr seid – ihr seid alt genug.“ Stimmt, sind wir. Und wir lassen uns von dieser Unschärfe den Spaß auch nicht verderben. Oder was meinst du? „Dito!“
Übrigens: Das eingangs genannte Beispiel mit „Sack“ und „Intimbereich“ hat freilich nicht als Übereinstimmung gezählt.
Dito! | Game Factory | Martin Ang | 3 bis 7 Personen | ab 10 Jahren | 30 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)
Kein klassischer Kampf, keine Traumlande, kein König in Gelb – und trotzdem ein stimmungsvolles Rollenspiel ganz im Sinne des Lovecraftian Horror? Macabre Tales besticht durch sein liebevoll gestaltetes, retro anmutendes Gesamtpaket und ein exotisches Element: Statt zu würfeln, spielen wir Domino!
Tja, was soll ich sagen? Es gibt da zwei Spielegattungen, bei denen ich zuverlässig schwach werde – und in Friedrich Ebert: Der Weg zur Demokratie treffen sie aufeinander wie nirgendwo sonst. Da wäre zum einen die Geschichtsvermittlung im Brettspielgewand. Ich liebe es, wenn ein Spiel mir nebenbei etwas beibringt – ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Belehrungston, ohne dass ich es überhaupt merke. Twilight Struggle hat mir auf diese Weise den Kalten Krieg näher gebracht, Das Ende des Triumvirats den Untergang der römischen Republik, A Few Acres of Snow den Konflikt zwischen […]
Simple, elegant and entertaining: in Flamme Rouge, you hop on your road bike and battle for victory at every stage. This tactical board game by Asger Harding Granerud is rightly regarded as one of the best and most thematically rich sports games. A detailed review.
Every year, the Tour de France captivates millions of spectators worldwide as they follow the thrilling battles between the world’s best cyclists on the most demanding routes. During this prestigious race, many fans find themselves wanting to get on their bikes and experience the atmosphere of a cycling race for themselves. What could be better than a board game that brings the thrill and tactics of a cycle race to the gaming table? That is exactly what “Flamme Rouge” by Asger Harding Granerud offers; published by Lautapelit in 2016, it has long since become a classic.
In this blog post, we’ll start by explaining the base game and then take a look at the ‘Peloton’, ‘Meteo’ and ‘Grand Tour’ expansions, which add even more variety and depth to the game. We’ll finish with a summary, of course – enjoy the read!
Flamme Rouge is a tactical cycling game; the basic version is suitable for two to four players and takes around 30 to 45 minutes to play. Each player controls a team of two cyclists (a rouleur and a sprinter), directs their movements using cards from their hand, and tries to get one of their cyclists to cross the finish line first.
Set-up: At the start of the game, the race track is assembled in a modular fashion from various track tiles, which include straight and curved sections. A selection of pre-designed track types is available on small cards. Each player receives two decks of cards with numerical values between three and nine: one deck for the Rouleur and one for the Sprinteur. The cyclists are placed in their starting positions.
Energy phase: In this phase, each player simultaneously draws four cards from both decks (Rouleur and Sprinter). One of these cards is selected and played face down; the remaining cards are returned to the bottom of the deck. The card played determines how many spaces the rider moves forward on the track.
Movement phase: Once all players have selected their cards, the riders are moved according to the numerical values on the cards. The rider in the lead is always moved first. The played cards are then removed from the game!
Drafting phase: If a rider comes to a stop two spaces behind another rider, they benefit from the slipstream and can move an extra space. This introduces a strategic element to the game, where the aim is to find the right position on the track.
Exhaustion phase: After the movement phase, exhaustion cards are dealt to all riders who are ‘in the wind’, i.e. who have no other riders directly in front of them. These cards have low numerical values and represent the riders’ exhaustion. They are shuffled into the relevant riders’ decks, which limits their future movement options.
In Flamme Rouge, alongside the flat sections of the course, there are also mountain stages that introduce additional challenges and strategic elements. These sections are marked by special tiles and affect the riders’ movement as follows:
Climbs: On climb tiles, the riders’ movement is restricted. Regardless of the card value played, riders can move a maximum of 5 spaces on climb tiles. This simulates the difficulty of a steep climb and forces players to plan their moves carefully and pace themselves well. Furthermore, it is not permitted to enter such a mountain too quickly (card value >5).
Descents: On descent tiles, riders have the opportunity to move faster. A minimum of 5 spaces applies here, even if the card played has a lower value. This means that riders automatically travel at least 5 spaces on descent sections, which increases the game’s dynamism and creates exciting moments.
Flamme Rouge stands out for its elegant simplicity and the ease with which the rules can be learnt. Despite its simple mechanics, even the basic version of the game offers a deep tactical challenge, requiring players to conserve their energy, make use of slipstreams and find the right moment to sprint for the finish line. This blend of strategy and luck, combined with the atmosphere of a cycle race, makes Flamme Rouge an ideal game for fans of the Tour de France and board game enthusiasts alike. It is never a pure strategy game, as chance influences the values of the cards drawn.
Flamme Rouge – in five pics (German):
„Peloton“ Expansion
Cobblestones, additional players, AI duos (so-called dummy teams) and a solo mode: just listing the core elements included in the first expansion for Flamme Rouge is enough to set cycling fans’ hearts racing. In “Peleton”, you’ll tackle narrow cobbled sections, catch your breath in the wider supply zones and, thanks to the pink and white team, can line up at the start with up to six players. Best of all: these new teams can also be used as dummy teams for solo play or for an enhanced two-player experience.
What are dummy teams? Peloton introduces two types of dummy teams that can be added to fill out the game when there are fewer than the maximum number of players.
The Peloton team consists of two riders of the same colour and uses only the Rouleur card deck, to which two ‘Attack!’ cards are added. It always starts before the human players in the yellow starting zone, with the riders placed as far forward as possible. During the movement phase, after the human players, a card is revealed for the Peloton Team, and both riders are moved according to the card drawn. If an ‘Attack!’ card is drawn, the front rider moves two spaces and the rear rider moves nine spaces. The Peloton Team does not draw Exhaustion cards.
Muscle Team: Multiple Muscle Teams can be added, consisting of two riders of one colour and the two corresponding card decks, to each of which a ‘Muscle!’ card is added. They also start before the human players in the yellow starting zone, with the sprinter placed in front of the rouleur.
During the movement phase, a card is drawn for each rider in a Muscle Team and the riders are moved accordingly. Muscle Teams do not draw Exhaustion cards.
Would you like to play Flamme Rouge on your own? No problem: in the solo version, we recommend adding one Peloton team and one Muscle team. You can add extra Muscle teams if you wish to increase the difficulty. In the two-player variant, a Peloton team is added first. If this works well, further Muscle teams can be added, with each human player managing a dummy team to keep the pace of the game high.
„Meteo“ Expansion
Meteo is the second expansion for Flamme Rouge and adds special weather conditions to the game, including rainstorms and varying wind directions. To determine which sections are affected by the weather, you first place a weather token at random on each of the straight track tiles. You then position the 3D cardboard stands along the track to indicate the wind direction or precipitation.
There is an additional rule for every weather condition: for example, when riding into a headwind, you may only draw three cards from the draw pile instead of four, as long as your cyclist is on that section of the track. Or you must be careful not to crash on a rain-slicked road. This happens whenever your move ends on a space where another cyclist is already standing. “Meteo” is a relatively small expansion, but by introducing the influence of the weather, it adds a game element that was previously missing from Flamme Rouge.
„Grand Tour“ Expansion
The Grand Tour expansion adds a comprehensive campaign mode to Flamme Rouge. Players now have the option not only to compete in individual races, but also to complete entire tours consisting of multiple stages. A tour can consist of just a few stages – such as a short 3-stage tour – or a full Grand Tour with up to 21 stages.
Campaign
In Campaign Mode, riders’ results are aggregated across multiple stages. After each stage, riders are awarded times based on their finishing position and any time bonuses. These times are added together to form an overall general classification. The aim is to achieve the lowest total time by the end of the entire tour. Special rules ensure that fatigue cards carry over from stage to stage, meaning the riders’ condition changes noticeably over the course of the tour. This adds a new strategic dimension to resource management across multiple races. A very clever solution!
New route tiles and special stages
Grand Tour also introduces new double-sided route tiles, including roundabouts and tight bends. There are also special stage variants, such as a time trial. In these, riders start one by one at fixed intervals and race against the clock.
Specialist Riders
Specialist riders are also being introduced. Players can now equip their teams with customised decks. There are various specialisations to choose from, such as climbers or sprinters, which influence how the riders perform on the course. Each specialist receives a slightly modified energy card deck that reflects their strengths and weaknesses. These specialists add more variety and allow strategies to be tailored even more precisely to specific stage profiles.
Conclusion on the Grand Tour expansion
The Grand Tour expansion adds a new depth to Flamme Rouge and offers long-term appeal that unfolds over many games. With the ability to play campaigns, deploy new specialists and tackle varied stages, it authentically captures the feel of a real-life tour. For both experienced Flamme Rouge players and newcomers, Grand Tour offers plenty of new ways to experience the game time and time again.
Flamme Rouge: Conclusion
Flamme Rouge is an outstanding board game that impresses with its thematic depth, ease of learning and strategic variety. It is suitable for both experienced board gamers and newcomers, offering an exciting simulation of cycle racing. The lovingly designed retro graphics and short playing times make it an ideal game for social evenings. The balance between chance and strategy ensures that every game plays out differently and remains captivating time and time again. Flamme Rouge is therefore a must-have for every board game fan and a perfect game for bringing the excitement of cycling to the gaming table.
The basic rules are quickly explained: draw four cards, choose one and place it face down, then repeat with the other pile. It is also easy for beginners and those with little experience of complex board games to get started. The intuitive mechanics, such as using the slipstream or avoiding exhaustion, are easy to grasp yet offer strategic depth. After all, if you use up all your high-value cards too quickly (and have to remove them from the game), you might run out of steam right at the finish line. The clever player coordinates the movements of their two riders so that they frequently provide each other with slipstream, thereby advancing a few extra spaces as a bonus.
Asger Granerud, who years later released another excellent racing game in the form of “Heat – Pedal to the Metal”, captures the dynamics of a cycle race realistically. The scenarios range from breakaway riders who are overtaken by exhaustion just before the finish line, to riders who miss the right moment for the final sprint or get left behind in the mountains. Cobblestones and rain add extra excitement and challenges, much like in real-life cycling. To access all features, you’ll need all the expansions alongside the base game, which is highly recommended.
Energy Cards
It also appeals to people who rarely play
Flamme Rouge has the potential to get even those who normally show little interest in board games excited about the hobby. The game features familiar elements such as moving pieces along a track and a finish line, which makes it more accessible. The rules are simple enough not to overwhelm older relatives or casual players. Flamme Rouge skilfully balances chance and strategy. Whilst chance plays a role through the drawing of movement cards, experienced players can still often win through clever decisions and by reading their opponents. This provides a good mix of predictable and unpredictable elements, keeping the game exciting and entertaining. Even when you lose, it feels fair, as you can see your own decisions as the cause. This feels far more realistic than simply rolling six-sided dice to move forward on the board.
Over the years, Flamme Rouge has built up a growing fanbase, particularly on Board Game Geek, where fans contribute a wealth of content in the form of tactical tips, racing strategies and suggested routes for circuit races. Inexplicably, the board game didn’t even make it onto the shortlist for the 2016/17 Game of the Year award. If there were awards for cult games, Flamme Rouge would have won countless accolades by now.
Flamme Rouge – A quick view
Flamme Rouge is an accessible board game, with elegant mechanics that capture the essence of a real-life cycle race. Thanks to the expansions, solo players and larger groups alike can get in on the action, drafting behind others or making breakaway attempts. Great fun, every time!
Designer: Asger Harding Granerud | Lautapelit, Pegasus | 2016 | 2 – 4 Players in the base game, 1 to 6 Players with expansions | from 10 Years | 30 – 45 Minutes
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).
Endlich ein Legespiel, bei dem ich das Treiben meiner Tischnachbarn genau im Auge behalten muss. Welche Plättchen biete ich ihnen an, welche kann ich mir schnappen? In knackig-kurzen vier Runden zählt jede Entscheidung. Und ganz klar: Nur mit der Erweiterung, die direkt mit in der Box liegt, macht „Rom an einem Tag“ richtig Spaß.
In Rom an einem Tag müssen wir aus den Überresten des zerfallenden Römischen Imperiums ein neues Reich erschaffen. „I cut, you choose“-Prinzip: Beim Wiederaufbau rangeln wir mit unseren Tischnachbarn um die besten Gebietsplättchen und Gebäude. Ziel des Spiels ist es, durch das geschickte Bilden zusammenhängender Landschaften und das Platzieren passender Gebäude die meisten Punkte zu erzielen. Das Spiel ist kurz: Lediglich vier Runden entscheiden über Sieg oder Niederlage.
Aufbau und Spielablauf
Zur Vorbereitung von Rom an einem Tag (Strohmann Games) erhält jede Mitspielerin einen Sichtschirm, zwei Auswahlkarten und ein Set aus 20 Landschaftsplättchen, die verdeckt als persönlicher Nachziehstapel bereitgelegt werden. Zusätzlich zieht jeder eine Gebäudekarte, auf der die acht zur Verfügung stehenden Gebäude für die Partie markiert sind. Ein Richtungsweiser gibt in jeder der vier Runden vor, ob man Landschaften vom linken oder rechten Nachbarn erhält.
Eine Spielrunde hat vier Phasen: entdecken, teilen, wählen und anbauen. In der Entdeckungsphase werden fünf Landschaften vom eigenen Stapel offen ausgelegt und mit zwei Gebäuden von der Gebäudekarte bestückt. Danach folgt das mechanisch gewollte Dilemma: Hinter dem Sichtschirm muss man diese fünf Plättchen in zwei Gruppen aufteilen. Um die kleinere Gruppe attraktiver zu machen, muss ihr ein Kristall aus dem eigenen Vorrat beigefügt werden.
Hinterm Sichtschirm teile ich Plättchen und Gebäude auf und biete sie meinen Tischnachbarn an.
Dem Tischnachbarn eine schwierige Entscheidung aufzwingen
Sobald die Schirme gehoben werden, wählen die Spieler gleichzeitig mittels ihrer Auswahlkarten eine der beiden Gruppen ihres jeweiligen Nachbarn aus. Hierbei entsteht eine interessante Dynamik: Man möchte dem Nachbarn eine schwierige Entscheidung aufzwingen, während man selbst hofft, dass die andeere Nachbarin einem die gewünschten Plättchen übrig lässt. In der abschließenden Anbauphase müssen alle erhaltenen Landschaften an das eigene Reich angelegt werden, wobei mindestens eine Kante an ein bestehendes Plättchen angrenzen muss.
In dieser Runde wähle ich von meinem rechten Nachbarn. Nachbarin links nimmt stattdessen von mir.
Besonders hervorzuheben ist, dass in der Box bereits die „Erweiterte Version“ (The Merchants) enthalten ist. Diese ergänzt das Grundspiel um zusätzliche Elemente wie Elefanten, die als wandernde Händler fungieren, sowie Auftragskarten und ein Markt-Tableau. In dieser Version ziehen Spieler Aufträge, sobald sie Elefanten in neue Gebiete setzen. Diese Aufträge dienen als Währung, um auf dem Markt um Bonusmaterial wie Doppel-Landschaften, Festungen oder zusätzliche Gebäude zu bieten.
Abgerechnet wird erst zum Schluss: Jedes Gebäude in Rom an einem Tag generiert dann Punkte, wenn es mit farblich passender Fläche verbunden ist. Wer beispielsweise ein Windrad in (oder angrenzend an) ein Feld aus fünf gelben Kornfeldern setzt, sichert sich damit fünf Punkte; stehen zwei Windräder im selben Gebiet, verdoppelt sich dieser Wert entsprechend. Über diese Flächenwertungen hinaus tragen gesammelte Kristalle mit einer steigenden Zahl an Punkten zum Gesamtergebnis bei, während die Erweiterung durch zusätzliche Auftragskarten lukrativere Punktequellen für spezifische Konstellationen ermöglicht.
Erweiterung The Merchants: Elefanten und Aufträge kommen ins Spiel.
Fragen und Antworten
Wie funktioniert die Interaktion bei Rom an einem Tag?
Die Interaktion ist durch den „I cut, you choose“-Mechanismus sehr hoch, aber indirekt. Man agiert immer nur mit seinen direkten Tischnachbarn, was das Spiel auch bei voller Besetzung sehr flott hält. Man muss ständig antizipieren, was die Konkurrenz benötigt, um die Teilung so unattraktiv wie möglich zu gestalten.
Sollte man direkt mit der Erweiterung spielen?
Das Grundspiel ist ein idealer Einstieg für Familien. Für erfahrene Spieler bietet das Spiel jedoch erst mit der integrierten Erweiterung „The Merchants“ den nötigen Tiefgang. Die zusätzliche Ebene durch die Aufträge und den Markt macht das Spiel deutlich herausfordernder und strategischer.
Wie ist das Verhältnis zwischen Aufbauzeit und Spieldauer?
Da das Spiel nach nur vier Runden endet, ist die reine Spielzeit sehr kurz (oft unter 30 Minuten). Tatsächlich nimmt der Aufbau der vielen Plättchen, Gebäude und des Marktes einen signifikanten Teil der Gesamtzeit ein. Das Spieltempo ist jedoch so hoch, dass oft direkt eine Revanche-Partie folgt.
Der gemeinsame Markt in der Erweiterung: Hier erhalten wir zusätzliche Plättchen und Gebäude.
Mein Fazit nach vielen Testrunden
Rom an einem Tag präsentiert sich als dynamisches Legespiel, das seine Stärke aus der geschickt implementierten „I-cut-you-choose“-Mechanik zieht. Diese sorgt in jeder der lediglich vier Runden für angenehmes Taktieren, da wir uns ständig fragen müssen, wie wir die Plättchengruppen so aufteilen, dass für uns am Ende das bestmögliche Ergebnis übrig bleibt. Dabei entsteht eine bemerkenswert hohe Interaktion, da man unweigerlich von den Entscheidungen und Bedürfnissen der direkten Tischnachbarn abhängt.
Seien wir ehrlich: Ohne diesen Kniff bliebe Rom an einem Tag ein Legespiel mit den typischen Wertungsmustern, die man schon aus etlichen Vorgängern kennt.
MIt oder ohne Erweiterung spielen? Während das Grundspiel als zugänglicher Familienspaß überzeugt, entfaltet das System erst durch die bereits im Karton enthaltene Erweiterung mehr Potenzial und bietet die notwendige Komplexität für anspruchsvollere Runden. Ohne diese Zusatzmodule könnte das Spielgefühl für erfahrene Vielspieler auf Dauer etwas zu repetitiv wirken.
Da fast alle Spielphasen gleichzeitig ablaufen, gibt es so gut wie keine Wartezeiten, was den Spielfluss beschleunigt und Rom an einem Tag zu einem idealen Kandidaten für den Start oder den Ausklang eines Spieleabends macht. Man sollte jedoch bedenken, dass der administrative Aufwand beim Aufbau im Vergleich zur recht kurzen Spieldauer spürbar ins Gewicht fällt – man verbringt mitunter fast so viel Zeit mit dem Vorbereiten der Komponenten wie mit dem eigentlichen Ausbau des Imperiums. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt zudem der beigelegte Wertungsblock, der für die Menge an zu erfassenden Daten viel zu klein geraten ist und auch optisch nicht mit dem restlichen Material mithalten kann. Dennoch bleibt das Spiel eine klare Empfehlung für alle, die eine schnelle, aber dennoch taktisch reizvolle Herausforderung suchen.
Pro & Contra Rom an einem Tag
Was mir gut gefällt:
I-cut-you-choose-Mechanik sorgt für spannende Auswahl in jeder Runde.
hohe Interaktion durch die direkte Abhängigkeit von den Nachbarn
enthält direkt eine Erweiterung, die den strategischen Anspruch deutlich hebt
sehr kurze Wartezeiten, da fast alle Phasen gleichzeitig abgehandelt werden.
Was ich weniger mag:
Grundspiel allein könnte für Vielspieler zu schnell repetitiv wirken
Verwaltungsaufwand für den Aufbau ist im Verhältnis zur kurzen Spieldauer recht hoch
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).
Im frühen 20. Jahrhundert konnten Forschende noch echte Entdecker sein. Fernab digitaler Medien reisten sie als „Langstrecken-Abenteurer“ herum und buddelten – wenn nicht die Bundeslade – dann zumindest wertvolle Relikte aus der Erde. Bestes thematisches Material für ein ambitioniertes Brettspielprojekt. Seit 2016 werkelt der französische Autor ERIC JUMEL an seinem Opus Magnum. Schade…
Eisige Winde wehen durch Winholt. Ein Hauch von Frost markiert den epischen Auftakt einer neuen Splittermond-Kampagne. Während eine unheimliche Kälte das Land überzieht, müssen die Held*innen düstere Geheimnisse lüften und Gefahren trotzen. Können sie dabei dem Frost standhalten oder werden sie an den Herausforderungen zerbrechen?
Tenby ist ein ruhiges, durchdachtes Aufbauspiel, das mit klaren Abläufen, sinnvoll verzahnten Mechanismen und einer stimmigen Gestaltung langfristig trägt. Was für ein fulminanter Erstling von Autor Benjie Talbott, der hoffentlich auch bald auf Deutsch lokalisiert wird.
Das Brettspiel Tenby entführt uns an die malerische Küste von Pembrokeshire, wo die bunten Häuserreihen und das maritime Flair den Takt vorgeben. Der Autor Benjie Talbott hat mit diesem Titel eine persönliche Hommage an seine Heimatstadt geschaffen, die er nicht nur erdacht, sondern auch selbst illustriert hat.
Aufbau und Spielablauf
Gespielt wird über genau zehn Runden, die immer nach demselben Ablauf strukturiert sind.
Jede Runde beginnt mit der Nachtphase. In dieser Phase wählen die Spieler aus mehreren ausliegenden Tageskarten eine aus. Diese Karten bestimmen sowohl die Aktionen, die ein Spieler in dieser Runde ausführen darf, als auch die Reihenfolge, in der die Spieler anschließend am Zug sind. Die Auswahl erfolgt der Reihe nach, wobei die aktuelle Position auf den Nachtkarten vorgibt, wer zuerst wählen darf. Da jede Tageskarte nur einmal vergeben werden kann, entsteht hier bereits eine wichtige taktische Entscheidung: Will man sich früh eine bestimmte Aktion sichern oder lieber später im Zug sein, um vielleicht eine bessere Kombination auszunutzen?
In der anschließenden Tagesphase werden die gewählten Aktionen ausgeführt. Die Spieler sind nun in der Reihenfolge ihrer Tageskarten an der Reihe und führen jeweils alle Aktionen ihrer Karte vollständig aus. Typische Aktionen bestehen darin, neue Gebäude in Form von Terrassenkarten zu nehmen, Piers zu bauen, besondere Sehenswürdigkeiten zu integrieren oder neue Bewohnerkarten zu erhalten, die am Spielende zusätzliche Punkte bringen können. Zusätzlich gibt es eine Art Währung in Form von Rettungsringen, mit denen sich weitere Aktionen kaufen oder flexible Anpassungen vornehmen lassen.
Gemeinsamer Markt zur Auswahl von neuen Straßenkarten.Tenby: Die Nachtkarten oben definieren die Zugreihenfolge für die aktuelle Runde.
Straßen bilden, Muster erfüllen
Das zentrale Element des Spiels ist dabei der Aufbau der eigenen Stadt. Die erhaltenen Karten werden direkt in die eigene Auslage gelegt und bilden Straßen, die sich nach und nach erweitern. Neue Karten dürfen nur an den Enden bestehender Straßen angelegt oder als neue Straße begonnen werden, und die Kanten der Karten müssen dabei immer zueinander passen. So entsteht ein räumliches Puzzle, bei dem es nicht nur darauf ankommt, möglichst viele Karten zu sammeln, sondern sie auch sinnvoll anzuordnen. Viele Karten bringen ihre Punkte nämlich erst durch bestimmte Kombinationen mit benachbarten Karten oder über eine bestimmte Reichweite innerhalb einer Straße. Gleichzeitig stellen die Bewohnerkarten zusätzliche Anforderungen, etwa bestimmte Merkmale oder Muster innerhalb einer Straße zu erfüllen.
Nachdem alle Spieler:innen ihre Aktionen ausgeführt haben, folgt die Aufräumphase. Übrig gebliebene Karten im Markt werden entfernt und durch neue ersetzt, sodass sich die Auslage jede Runde verändert. Eine nicht gewählte Tageskarte bleibt liegen und wird mit einem Bonus in Form eines Rettungsrings attraktiver gemacht. Außerdem werden die Spielerfiguren wieder auf die Nachtkarten zurückgesetzt, wodurch die Reihenfolge für die nächste Runde neu bestimmt wird. Dann beginnt der Ablauf von vorne.
Nach der zehnten Runde endet das Spiel sofort. Anschließend werden alle Städte gewertet. Dabei zählen sowohl die Punkte der gelegten Karten als auch die erfüllten Bedingungen der Bewohnerkarten. Wer insgesamt die meisten Punkte erzielt, gewinnt.
Zwei Straßenzüge in Tenby, die zum Schluss unabhängig voneinander gewertet werden.Tenby: Karten mit Wertungsbeispielen
Fragen und Antworten
Was macht den Reiz des Brettspiels Tenby aus?
Tenby ist eine gelungene Verbindung aus taktischem Legespiel und atmosphärischem Setting. Die Regeln sind schnell verinnerlicht, doch die Vielzahl an Karten und Kombinationen sorgt langfristig für Abwechslung. Der Fokus liegt klar auf der eigenen Auslage, was für eine angenehm ruhige, fast schon meditative Spielatmosphäre sorgt.
Hat Tenby einen Solomodus?
Ja, Tenby kann man richtig gut auch alleine spielen. Ein kleiner Extrastapel definiert in jeder Spielrunde, welche Karten vom gemeinsamen Markt entfernt werden müssen. Das ist clever gelöst und macht Tenby zu einer knackigen Angelegenheit im Kampf um deinen neuen Highscore.
Beim ersten Blick auf Tenby (Mighty Boards) fällt sofort auf, wie zugänglich das Regelwerk gestaltet ist. Für ein Erstlingswerk ist das bemerkenswert: Die Mechaniken greifen sauber ineinander, werden Schritt für Schritt logisch eingeführt und durch die stimmungsvollen Illustrationen des Autors anschaulich begleitet. Dadurch gelingt der Einstieg erstaunlich mühelos, selbst für Spieler, die mit solchen Legespielen bislang wenig Berührung hatten. Gleichzeitig zeigt sich schnell, dass unter der Oberfläche mehr steckt, als es zunächst scheint.
Besonders gelungen ist die Skalierung. Je nach Spielerzahl verändert sich die Dynamik der Kartenauswahl spürbar, ohne dass das Spiel an Struktur verliert. Zu zweit entsteht ein eher kontrolliertes Puzzle, während in größeren Runden der Konkurrenzdruck auf die ausliegenden Karten deutlich steigt. Dass darüber hinaus ein Solomodus enthalten ist, rundet das Gesamtpaket sinnvoll ab. Hier tritt man nicht einfach nur gegen den eigenen Punktestand an, sondern muss sich mit einem System auseinandersetzen, das gezielt in den eigenen Aufbau eingreift. Das macht Tenby auch abseits klassischer Spielrunden interessant.
Tenby: Die Karte rechts punktet, wenn sie benachbart zu Karten mit Vordächern liegt.
Spielerisch fordernd
Auch produktionstechnisch hinterlässt das Spiel einen sehr guten Eindruck. Das ursprünglich über Kickstarter finanzierte Projekt überzeugt mit wertigem Material und einer klaren gestalterischen Linie. Die Karten sind detailreich illustriert und transportieren den Charme der walisischen Küste ausgesprochen stimmungsvoll. Diese visuelle Leichtigkeit darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tenby spielerisch durchaus fordert. Wer seine Stadt wirklich effizient entwickeln möchte, muss vorausschauend planen, Synergien erkennen und den richtigen Moment für bestimmte Entscheidungen abpassen.
Unterm Strich ist Tenby eine gelungene Verbindung aus taktischem Legespiel und atmosphärischem Setting. Die Regeln sind schnell verinnerlicht, doch die Vielzahl an Karten und Kombinationen sorgt langfristig für Abwechslung. Der Fokus liegt klar auf der eigenen Auslage, was für eine angenehm ruhige, fast schon meditative Spielatmosphäre sorgt. Gleichzeitig bietet das Spiel genügend Tiefe, um auch erfahrene Spieler bei der Optimierung ihrer Stadt zu fordern. Damit empfiehlt sich Tenby sowohl für Familien als auch für Kenner, die ein zugängliches, aber nicht triviales Aufbauspiel suchen.
Anekdote am Rande, die nicht untergehen darf: Benjie Talbott hat nicht nur das Spiel erfunden und illustriert, sondern auch gleich den passenden Soundtrack zu Tenby komponiert. Wow!
Pro & Contra
Was mir gut gefällt:
sehr eleganter Verzahnung von bekannten Elementen
sieht klasse aus
guter Solomodus
Was ich weniger mag:
Abbildungen auf den Karten sehr klein
In voller Besetzung kann die Downtime stark ansteigen
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).
Ein feiner Nebel liegt über den stillen Wassern. Zwischen dichten Pflanzen und uralten Wurzeln treiben kleine Boote durch enge Kanäle. Inseln tauchen aus dem Sumpf auf, kaum mehr als feste Flecken im endlosen Grün – doch genau hier beginnt das Leben. Clans errichten ihre ersten Siedlungen, sammeln Ressourcen und wagen sich immer tiefer in das geheimnisvolle Gebiet hinein. Jeder Zug verändert die Landschaft ein wenig, jede Entscheidung schreibt die Geschichte weiter.
Kurzüberblick
In Die Sümpfe von Feya übernehmen die Spielenden jeweils einen Clan und entwickeln diesen über mehrere Runden hinweg weiter. Durch das Platzieren von Siedlungen, das Nutzen von Aktionen und den geschickten Umgang mit Ressourcen entstehen Schritt für Schritt funktionierende Strukturen – immer mit dem Ziel, möglichst viele Siegpunkte zu sammeln.
🧩 Die Sümpfe von Feya – Kurzinfo
Spieler: 1–4 Dauer: ca. 60–120 Minuten Alter: ab 12 Jahren Komplexität: ⭐⭐⭐⭐☆ (Kennerspiel)
Worum geht’s? In einer geheimnisvollen Sumpflandschaft führen wir unseren Clan durch ein Geflecht aus Wasserwegen und Inseln. Mit Booten erkunden wir neue Orte, setzen Arbeiter ein, sammeln Ressourcen und errichten Siedlungen. Viele Aktionen greifen ineinander – wer effizient plant, baut nicht nur sein Gebiet aus, sondern sorgt auch für stetiges Einkommen und punkteträchtige Kombinationen.
Für wen geeignet? Für Spieler:innen, die verzahnte Eurogames mögen und Freude daran haben, mehrere Züge im Voraus zu planen. Besonders interessant für Fans von komplexeren Worker-Placement-Spielen mit vielen kleinen Stellschrauben und variablen Startbedingungen.
Eine Partie verläuft über mehrere Runden, die stets demselben Fluss folgen:
Einkommen: Zu Beginn füllen sich die Vorräte – gespeist aus bestehenden Siedlungen und Clan-Fähigkeiten
Aktionsphase: Reihum entscheidet sich jede Person für genau eine Aktion
Rundenende: Figuren kehren zurück, Auslagen ändern sich, und der Sumpf bereitet sich auf die nächste Runde vor
Mit jeder Runde wächst nicht nur das eigene Gebiet, sondern auch die Komplexität der Entscheidungen.
Aktionsmöglichkeiten im Detail
Die Aktionen bilden das Herzstück des Spiels – sie bestimmen, wie sich dein Clan im Sumpf entfaltet:
Boot-Aktion: Deine Boote gleiten über das Wasser zu neuen Feldern. Dort nutzt du die jeweilige Aktion des Zielortes und erschließt neue Möglichkeiten
Land-Aktion: Ein eingesetzter Arbeiter aktiviert gezielt Effekte – ein präziser Eingriff in deine Strategie
Je nach gewählter Aktion kann man dann verschiedene Aktivitäten ausüben:
Fischen: In den Gewässern sammelst du Nahrung und Ressourcen, abhängig von deinen Fähigkeiten und Positionen
Handeln: Überschüsse werden umgewandelt – aus Rohstoffen entstehen gezielt nutzbare Werte wie Gold
Eine Siedlung bauen: Neue Außenposten entstehen auf Inseln und erweitern dein Einflussgebiet
Segeln: Auf der Segelleiste voranschreiten, um Vorteile und Siegpunkte zu erhalten
Feiern: Erfolgreiche Siedlungsstrukturen bringen zusätzliche Siegpunkte ein
Totem hinzufügen: Totemplättchen werden platziert und verstärken bestimmte Effekte auf den Inseln
Passen: Wer innehält, sichert sich Vorteile für den weiteren Verlauf der Runde
Die Aktionen greifen dann ineinander: Bewegung eröffnet neue Orte, Ressourcen ermöglichen Wachstum, und Siedlungen steigern langfristig deine Möglichkeiten.
Ziel und Spielende
Nach der letzten Runde wird der Erfolg jedes Clans sichtbar. Alle gesammelten Siegpunkte – aus Aktionen, erfüllten Zielen und weiteren Boni – werden addiert. Der Clan mit den meisten Punkten entscheidet das Spiel für sich.
Wie es gefällt
Die Sümpfe von Feya waren schon in Essen ein vielgesuchter Titel, und die wenigen englischen Exemplare waren schnell ausverkauft. Umso schöner, dass das Spiel nun bereits auf Deutsch erhältlich ist. Auf der Spiel doch! in Dortmund konnte ich bereits ein Exemplar mitnehmen und einen ersten Blick darauf werfen. Und allein der Autor sollte Spieleprofis hellhörig werden lassen: Helge Ostertag hat zuvor mit Terra Mystica und seinen Iterationen ein komplexes Gesamtwerk geschaffen. Die Sümpfe von Feya kommen nun etwas leichtfüßiger daher. Doch schon nach wenigen Partien kann ich sagen: „Vorsicht an der Bahnsteigkante!“ In den Sümpfen von Feya verbergen sich komplexere Zusammenhänge und Zwänge, als man zunächst vermutet. Klar, dass man die erst entdeckt, wenn man etwas tiefer eingetaucht ist.
Aber fangen wir vorne an. Im Kern ist es erst mal das, was wir als Worker-Placement bezeichnen: Arbeitstier auf einen Ort einsetzen und Sachen machen. Diese Aktionen können dann zu Wasser oder zu Land ausgeführt werden – und auch nur, wenn man vorher für die notwendigen Ressourcen gesorgt hat. Da muss man schon aufpassen, dass man nicht statt mit allen beiden oder gar drei Booten nur mit einem die Aktion ausführen kann. Wäre ja Verschwendung! Und das mögen wir Optimierer so gar nicht. Das heißt aber auch, dass ich vorher genügend Geld zusammenhaben muss, damit ich viele Siedlungen bauen kann. Und dazu muss ich Fisch verkaufen, den ich vorher geangelt haben muss. Ihr merkt, worauf ich hinauswill: Im Sumpf ist Planung alles.
Das Bauen der Siedlungen ist natürlich irgendwie der Kern des Ganzen. Das bringt nicht nur Punkte ein, sondern schaltet vor allem weitere Elemente oder Einkommen frei. Es gibt insgesamt vier Leisten mit je fünf Plätzen, von denen ich Siedlungen wählen kann. Auch da muss wieder gut geplant werden, welche Siedlung ich nehme und was ich damit freischalte. Ganz wichtig sind natürlich die zusätzlichen Arbeitskräfte, die ich so gewinnen kann.
Und damit es nicht langweilig wird und man beim Planen noch mehr aufpassen muss, gibt es in jeder Runde einen anderen Clanführer, mit dem man spielen muss. Da gibt es welche mit starken Sonderfähigkeiten, die aber dafür eine schlechte Initiative haben und dafür sorgen, dass ich in der Spielfolge hinten sitze. Dafür können sie umso günstiger Siedlungen bauen, aber nicht weit segeln. Und welche Sonderfähigkeit mir gerade nutzt, hängt ja auch noch von meiner Planung ab. Denn ich möchte mich ja nicht nur ausbreiten um des Ausbreitens willen, sondern vor allem so, dass ich Punkte mache – mit den zwei Wertungsbedingungen, die ab Spielbeginn ausliegen. Während des Spiels macht man dann noch Punkte mit den Zielkarten, die bestimmte Voraussetzungen bieten, die zu erfüllen sind, und über Feste auf den Inseln, bei denen der ganze Fisch gegessen wird, der am Ende ggf. auch noch Punkte bringt.
Und last but not least hat jedes der vier Clan-Tableaus noch eine Rückseite, die asymmetrische Fähigkeiten ins Spiel bringt. Die Krokodile sind viele (eine Figur mehr zur Verfügung). Die Salamander haben auf den Siedlungsleisten zufällig verteilte Plättchen mit Bonusdreingaben und so weiter … Da ist viel Varianz im Spiel und lässt auch künftige Partien bestimmt nicht langweilig werden. Und neue Völker als Erweiterung könnten auch schon in den Startlöchern stehen.
Spannend war auch, dass man das Spiel natürlich auch so spielen kann, dass man mit seinen Spielzügen es den anderen am Tisch möglichst schwer macht. So kann man es durch geschicktes Platzieren der Siedlungen für andere schwer machen die Zielkarten zu erreichen oder auch möglichst wenig Punkte mit den Wertungskarten zu erzielen.
Die mit Spieldauer steigenden Möglichkeiten erhöhen natürlich auch die Dauer der einzelnen Spielzüge. Gerade Personen, die alle Möglichkeiten abwägen wollen, können hier schon mal in die Grübelstarre verfallen. Zumal man häufig auch erst kurz vor seinem eigenen Zug entscheiden kann, ob man alles so umsetzen kann, wie man es vorhatte. Downtime ist also hier ein Thema falls es euch stört, sollte sich aber mit zunehmender Regel- und Strategiekenntnis deutlich verkürzen.
Fazit
Die Sümpfe von Feya verbinden ein zugängliches Grundprinzip mit einem deutlich höheren Anspruch, als es zunächst den Anschein hat. Hinter den klaren Abläufen entfaltet sich ein Geflecht aus Abhängigkeiten, das Planung und vorausschauendes Handeln konsequent einfordert. Besonders das Zusammenspiel aus Ressourcenmanagement, Siedlungsbau und den wechselnden Clanführern sorgt dafür, dass sich jede Partie anders entwickelt und immer wieder neue Schwerpunkte setzt.
Gleichzeitig lebt das Spiel von seiner Varianz: unterschiedliche Tableaus, variable Boni und wechselnde Ziele bringen Abwechslung ins Spiel und erhöhen den Wiederspielreiz. Wer bereit ist, sich tiefer mit den Mechanismen auseinanderzusetzen, entdeckt nach und nach die Feinheiten, die unter der Oberfläche des scheinbar ruhigen Sumpfes verborgen liegen.
Transparenzhinweis: Das Spiel wurde zu Rezensionszwecken vergünstigt vom Verlag zur Verfügung gestellt. Die aktuelle Ersteinschätzung basiert auf den 3 ersten Partien mit jeweils zwei Personen.
Auf geht es nach Myranor, einem Kontinent voller Wunder, Schrecken und Abenteuer. Angesiedelt in der Welt von Das Schwarzen Auge unter der ELF-Lizenz bereist man das Güldenland, wie Myranor auch genannt wird, und erkundet große Metropolen eines verfallenden Imperiums, während an den Grenzen untote Armeen des Schädelgottes einfallen.
Seit Jahrzenten erleben legendäre Held*innen Abenteuer in Faerûn. Mit Heroes of Faerûn und Adventures in Faerûn dürfen Charaktere in D&D 5E in Schneeschuhen durch Neverwinter stiefeln oder ein Bad in einer Oase der Wüste Calim nehmen. Wie gut die Erweiterungen diesen Teil der Vergessenen Reiche darstellen, haben wir uns angesehen.
Bei Railroad Tiles begebt ihr euch auf eine strategische Planungsreise, bei der ihr durch das geschickte Legen von Plättchen ein Schienen- und Straßennetz errichtet. Wir haben uns das Spiel für euch genauer angesehen und berichten von unseren Eindrücken.
Railroad Tiles
Willkommen in der Welt der Weichensteller und Städteplanerinnen! Heute entführt uns Railroad Tiles (Horrible Guild) in das bekannte Universum der beliebten „Railroad Ink“-Reihe, tauscht jedoch die Würfel gegen haptisch viel ansprechendere Plättchen aus. Ziel des Spiels ist es, in acht Runden ein möglichst effizientes Verkehrsnetz aus Straßen und Schienen zu erschaffen. Dabei versuchen wir, durch Platzierung von Zügen, Autos und Fahrgästen die höchste Punktzahl zu erreichen, während wir gleichzeitig darauf achten, möglichst wenige offene Enden bei unseren Wegen zu hinterlassen.
Railroad Tiles – so wird es gespielt:
In der Tischmitte liegt die gemeinsame Bahnhof-Tafel, welche die Zugfolge und den allgemeinen Markt regelt. Zu Beginn jeder Runde werden dort Strecken-Plättchen in mehreren Spalten ausgelegt, die das Angebot für bis zu vier Personen bilden. Wir stehen jede Runde vor der Entscheidung, welche dieser Spalten am besten zu unserem persönlichen Streckenplan passt. Wer sich zuerst für eine Spalte entscheidet, sichert sich nicht nur die begehrten Wegstücke, sondern bestimmt damit auch die Zugfolge für die kommende Runde. Dieser dynamische Markt sorgt für eine angenehme Interaktion, da man stets ein Auge auf die Pläne der Konkurrenz werfen muss, um die passenden Anschlüsse nicht weggeschnappt zu bekommen.
Sobald wir unsere Plättchen aus dem Markt gewählt haben, geht es an den individuellen Ausbau unseres Netzwerks auf der eigenen Spielfläche. Wir erweitern unsere Wege, wobei die goldene Regel gilt: Schiene muss an Schiene und Straße an Straße grenzen. Wir platzieren ein Kurvenstück geschickt so, dass es eine Verbindung zu einem Wohngebiet herstellt, während wir zeitgleich eine gerade Strecke nutzen, um eine neue Station zu gründen. In diese Stationen setzen wir Fahrgast-Figuren ein, während wir Züge auf die Schienen und Autos auf die Straßen schicken, sobald die entsprechenden Symbole auf den Plättchen erscheinen. Diese Figuren sind am Ende wertvolle Siegpunkte wert, sofern die Wege lang genug sind.
Plättchenwahl aus dem gemeinsamen Markt.
Timing ist gefragt – bei den Anzeiger-Markern
Die taktische Tiefe von Railroad Tiles (dt. Ausgabe bei Heidelbär Games) entfaltet sich durch das nötige Timing beim Einsatz der Anzeiger-Marker auf der Bahnhof-Tafel. Jede der acht Runden wird durch einen neuen Marker definiert, der festlegt, welche Figurentypen – ob Züge, Autos oder Fahrgäste – in diesem Moment überhaupt aktiviert werden können. Wir müssen also genau vorausplanen: Ein Plättchen mit einem Auto-Symbol bringt uns nur dann eine physische Figur für die spätere Wertung ein, wenn in dieser Runde auch der entsprechende Auto-Anzeiger aktiv ist.
Wer darüber hinaus eine zusätzliche strategische Ebene sucht, greift zu den optionalen Aufgaben-Plättchen, die das Spiel um eine spannende Langzeitkomponente erweitern. Diese fungieren als spezifische Zielvorgaben und belohnen uns am Spielende mit satten Bonuspunkten, sofern wir die geforderten Bedingungen in unserem Schienennetz erfüllen konnten. Dieses Zusammenspiel aus der kurzfristigen Entscheidung, wann welcher Figurentyp platziert wird, und der Jagd nach den Bedingungen der Aufgaben-Plättchen macht den Reiz von Railroad Tiles aus.
Anzeigenmarker definieren für jede Runde die einzusetzenden Meeples.Erst mit den Aufgaben-Karten wird die eigene Auslage schön komplex.
Am Ende der achten Runde folgt die Abrechnung, bei der jede Figur in unserem Netzwerk Punkte generiert, abhängig von der Komplexität der Strecke, auf der sie steht. Wir zählen die Punkte für unsere erfüllten Aufgabenkarten zusammen und addieren die Boni der Rundenanzeiger. Achtung: Jedes offene Streckenende, das nicht fachgerecht abgeschlossen wurde, führt zu Punktabzug. Wer es schafft, ein geschlossenes System aus weit verzweigten Gleisen und fließendem Straßenverkehr zu errichten, wird am Ende als Sieger:in hervorgehen.
Railroad Tiles: Fazit und Wertung
Mit der Railroad-Ink-Reihe sind wir nie richtig warm geworden. Trotz eingängiger Regeln blieb uns das krakelige Einzeichnen von Straßen und Schienen auf den kleinen Tableaus immer etwas fremd, und was die anderen am Tisch machten, spielte sich gefühlt zu sehr nebeneinander ab.
Dass das Spielprinzip mit Railroad Tiles als Plättchenlegespiel weitergedacht werden sollte, machte uns dagegen sofort neugierig. Wir mögen solche puzzlelastigen Legespiele sehr, und schon die ersten Previews mit ihrem charmanten Artwork hatten uns angesprochen. Beim Kickstarter hielten wir uns dennoch zurück – nicht zuletzt, weil uns die große Collector’s Edition mit ihren vielen Beuteln und Tütchen ohne echtes Inlay eher abschreckte als überzeugte.
Nun hatten wir Gelegenheit, das Basisspiel und mehrere Erweiterungen ausführlich zu testen. Und tatsächlich überrascht Railroad Tiles mit mehr spielerischer Substanz, als das leichte Familienspiel zunächst vermuten lässt. Hinter dem zugänglichen Drafting- und Puzzle-Prinzip stecken immer wieder reizvolle Entscheidungen: früh in der Zugreihenfolge dran sein oder lieber mehr Plättchen nehmen, kompakt für die Schlusswertung bauen oder andere Punktechancen verfolgen, kurzfristige Möglichkeiten nutzen oder langfristig auf bestimmte Wertungen spielen. Besonders gelungen wirkt dabei, wie ausgewogen die verschiedenen Wege zum Punkten erscheinen – unterschiedliche Strategien können zum Erfolg führen.
Holzmarker in Railroad Tiles: Personen, Autos, Züge, Sterne.
Befriedigendes Puzzlegefühl
Trotz überschaubarer Komplexität erzeugt das Spiel ein sehr befriedigendes Puzzlegefühl, unterstützt durch die liebevolle Gestaltung mit Landschaften und Meeples. Die Interaktion bleibt bewusst zurückhaltend und konzentriert sich vor allem auf Markt und Zugreihenfolge, doch gerade als entspanntes Zwei-Personen-Spiel oder Solospiel funktioniert das ausgesprochen gut. Der Solomodus wirkt zudem nicht wie ein nachgereichter Zusatz, sondern sinnvoll integriert und wird elegant über das wechselseitige Entfernen von Plättchen aus dem gemeinsamen Markt gesteuert.
Besonders positiv fanden wir, dass Railroad Tiles nicht nur charmant aussieht, sondern tatsächlich interessante taktische Überlegungen bietet, ohne unnötig komplex oder verkopft zu werden. Das Spiel bleibt zugänglich, bietet aber genug kleine Dilemmata und Timing-Fragen, um über reine Wohlfühl-Puzzlei hinauszugehen. Wer leichte bis mittelschwere Tile-Laying-Spiele mag, bekommt hier ein rundes Gesamtpaket mit überraschend viel Raffinesse.
Zu den Erweiterungen lässt sich insgesamt sagen: nett, aber keineswegs Pflicht. Das Grundspiel bringt bereits alles mit, was den Reiz ausmacht, während viele Erweiterungen eher Variationen und neue Akzente setzen als das System grundlegend erweitern. Gerade deshalb erscheint uns die Standardausgabe als die rundeste Empfehlung – auch mit Blick auf Preis und Umfang. Railroad Tiles erreichte Platz 4 auf unserer Jahresliste 2025.
Die Welt der Erweiterungen
Das Basisspiel von Railroad Tiles lässt sich durch insgesamt acht verschiedene Erweiterungen modular ergänzen. Jede dieser Erweiterungen bringt neue Plättchen, Figuren und spezielle Regeln mit sich, wobei pro Partie jeweils genau eine Erweiterung mit dem Grundspiel kombiniert wird. Hier ist eine Übersicht der verfügbaren Module:
Brücken errichten, durch Grachten schippern: die Kanal-Erweiterung.
Railroad Tiles: Canals Expansion
In dieser Erweiterung dreht sich alles um das Element Wasser und die Errichtung eines funktionalen Kanalnetzes. Wir platzieren neue Kanal-Plättchen, die parallel zu unseren Straßen und Schienen verlaufen können und mithilfe von Schleusen verbunden werden. Die Herausforderung für uns besteht darin, möglichst lange, ununterbrochene Wasserwege zu schaffen, um zusätzliche Punkte durch die Schifffahrt zu generieren.
Railroad Tiles: Monuments Expansion
Die Monument-Erweiterung bringt Bauwerke ins Spiel, die unser Netzwerk optisch und punktetechnisch aufwerten. Wir haben die Aufgabe, spezielle Monument-Plättchen so in unsere Landschaft zu integrieren, dass sie von möglichst vielen Verkehrswegen umschlossen oder passiert werden.
Stromleitungen verlegen, Windräder bauen: die Energy-Erweiterung.
Railroad Tiles: Energy Expansion
Die Modernisierung hält Einzug mit der Energy-Erweiterung, bei der wir uns um die Stromversorgung unseres stetig wachsenden Gebiets kümmern müssen. Wir verlegen Stromleitungen und verbinden Kraftwerke mit den Städten und Stationen unseres Netzwerks, um die Energieeffizienz zu steigern. Der Fokus liegt für uns darauf, geschlossene Stromkreise zu bilden und möglichst viele Verbraucher an das Netz anzuschließen.
Railroad Tiles: Forest Expansion
Mit der Wald-Erweiterung kehrt die Natur in unsere Infrastrukturplanung ein, indem wir dichte Waldgebiete zwischen unseren Wegen wachsen lassen. Die Spielerinnen und Spieler versuchen, zusammenhängende Waldflächen zu bilden, die an ihre Strecken grenzen, um ökologische Bonuspunkte zu sammeln. Dabei müssen wir darauf achten, dass die Wälder nicht wahllos verstreut sind, sondern durch geschickte Plättchenwahl zu großen, punktstarken Gebieten zusammenwachsen.
Railroad Tiles: Countryside Expansion
In der Countryside-Erweiterung widmen wir uns der ländlichen Erschließung und dem Aufbau von Bauernhöfen und Feldern entlang unserer Schienen. Wir erhalten Punkte für das Umschließen von Agrarflächen mit unseren Verkehrswegen und für die Anbindung entlegener Gehöfte an das Hauptnetzwerk.
Railroad Tiles: Desert Expansion
In der Wüsten-Erweiterung stehen wir vor der Herausforderung, trotz extremer Hitze und karger Landschaften ein funktionierendes Verkehrsnetz zu errichten. Wir platzieren Wüsten-Plättchen, die Oasen und Dünen enthalten, und müssen versuchen, diese Gebiete sinnvoll zu überbrücken oder zu nutzen.
Railroad Tiles: World Expansion
Die World-Erweiterung ist ein buntes Paket aus verschiedenen neuen Aufgaben und Spezial-Figuren, die das Spielgeschehen noch abwechslungsreicher gestalten. Wir begegnen hier neuen Elementen wie Zirkuswagen, Rennwagen oder sogar Polizeiautos, die jeweils ganz eigene Bedingungen für ihre Wertung mitbringen. Unsere Aufgabe ist es, die speziellen Anforderungen dieser Welt-Plättchen zu erfüllen, indem wir beispielsweise bestimmte Figurenkonstellationen schaffen oder thematische Nachbarschaften auf unserer Spielfläche errichten.
Railroad Tiles: Lake Expansion
Die See-Erweiterung führt große Wasserflächen ein, die unser Netzwerk zunächst unterbrechen, aber durch den Einsatz von Fähren zu neuen Möglichkeiten führen. Wir platzieren See-Plättchen und nutzen Fähr-Figuren, um Straßen und Schienen über das Wasser hinweg miteinander zu verknüpfen. Unsere Aufgabe ist es, die Seen nicht als Hindernis, sondern als logistisches Drehkreuz zu nutzen.
Railroad Tiles – auf einen Blick
Positive Überraschung: Railroad Tiles ist ein charmantes, cleveres Wohlfühlspiel mit mehr spielerischer Tiefe, als man ihm zunächst zutraut, und aus unserer Sicht eines der stärkeren leichteren Plättchenlegespiele der letzten Zeit. Für Leute mit Freude an entspanntem Tüfteln, kleinen taktischen Entscheidungen und liebevoll gestaltetem Material.
Autoren: Hjalmar Hach, Lorenzo Silva | 2025 | Horrible Guild, Heidelbär | 1-4 Personen | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).
Das heutige Dossier kommt als dicker Aktenstapel daher. In zwei Krimidinnern wurde lecker gegessen, ASMODEE lieferte neue UNLOCK!-Fälle und auch für Kinder ist etwas dabei…