Normale Ansicht

Wo ist Alice? & Silent Falls – Stumm und intensiv immersiv (Rezension)

27. Juli 2026 um 09:00

Beim Rollenspiel geht es immer um Kommunikation. In der Regel sprechen die Spielenden über das Geschehen oder nehmen gar die Rolle ihrer Charaktere ein. Bei Wo ist Alice? wird diese Kommunikation genutzt, um den Ereignissen des Spiels durch bewusste Regulation eine dramatische Tiefe zu geben.

Dieser Beitrag wurde von Norbert Schlüter geschrieben

Endless Horizons – Offenes Rollenspiel mit bunten Facetten (Ersteindruck)

17. Juli 2026 um 09:00

Artikelbild Endless Horizons„Es ist eure Geschichte, also erfüllt sie mit Leben“: Das ist der Kern des Fantasy-Rollenspiels Endless Horizons. Statt auf Reihen an Zufallstabellen oder klar definierte Landkarten setzt Autor Malte Koster auf flexible Regeln und optionale Fragmente. Welche Freiheiten das Universal-System für Gruppen lässt, erfahrt ihr hier.

Dieser Beitrag wurde von Andreas Schellenberg geschrieben

Renegade beerdigt Essence20: Transformers & Co. auf D&D 5.5E

30. Juni 2026 um 13:01
Renegade beerdigt Essence20: Transformers & Co. auf D&D 5.5E

Renegade Game Studios zieht einen Schlussstrich unter sein eigenes Rollenspiel-System. Auf der Renegade Con 2026, im Livestream vom 12. Juni, kündigte der US-Verlag an, dass die zweiten Editionen seiner Hasbro-Lizenzspiele Transformers, G.I. Joe und Power Rangers künftig nicht mehr auf dem hauseigenen Essence20-System laufen, sondern auf D&D 5.5E, also dem 2024 überarbeiteten Regelwerk von Dungeons & Dragons. Das hauseigene System, das diese Marken seit 2021 trug, wird damit eingestellt.

Für den deutschsprachigen Raum ist das kein reines US-Branchengeplänkel. Es zeigt, wie konsequent Hasbro seine Marken auf das eigene Zugpferd D&D ausrichtet, und es betrifft eine DACH-Community, die diese Spiele bislang ohnehin auf Englisch spielen musste. Die Umstellung läuft über Crowdfunding, das auch hierzulande erreichbar ist.

Was ist passiert?

Laut übereinstimmenden Berichten von EN World, TechRaptor und Tabletop Sentinel verkündete Renegade auf der Renegade Con, dass die nächste Generation seiner Action-Rollenspiele auf einer angepassten Fassung von D&D 5.5E aufbaut. Die Reihenfolge steht bereits: Zuerst kommen Transformers und G.I. Joe, deren Crowdfunding-Kampagnen laut Verlag in den nächsten Monaten über die Plattform BackerKit starten sollen. Power Rangers folgt zu einem späteren Zeitpunkt mit einer eigenen Kampagne. Zu den Grundregelwerken sind jeweils Starter Sets geplant.

Bestehende Spielrunden lässt Renegade nicht im Regen stehen: Für die vorhandenen Essence20-Inhalte soll es einen kostenlosen Konvertierungsleitfaden geben, der später über den Renegade-Webstore bereitsteht und alte Inhalte auf das neue Regelwerk überträgt.

Nicht erwähnt wurden im Stream zwei weitere Essence20-Titel: das My-Little-Pony-Rollenspiel und das auf dem Podcast basierende Welcome to Night Vale. TTRPG Insider weist darauf hin, dass insbesondere zu My Little Pony keine Ankündigung fiel. Beide Linien waren schlicht nicht Teil der Präsentation, ihr Status bleibt vorerst offen.

Was war Essence20, und worin liegt der Unterschied zu D&D 5.5E?

Essence20 war Renegades Versuch, ein eigenes, leicht zugängliches d20-System zu etablieren. Im Kern würfeln Spielende einen W20 und legen einen Fertigkeitswürfel obendrauf, dessen Größe vom Trainingsgrad abhängt und von einem W2 bis hinauf zum W20 reicht. Wer auf eine Fertigkeit spezialisiert ist, würfelt den Fertigkeitswürfel und alle kleineren Würfel darunter und behält das beste Ergebnis. Vorteile und Nachteile, in Essence20 Edges und Snags genannt, funktionieren ähnlich wie die Advantage-Mechanik aus D&D. Charaktere stützen sich auf vier Essenzen: Stärke, Tempo, Verstand und Soziales. Klassische Rettungswürfe, wie sie D&D kennt, gibt es im System nicht.

Am Spieltisch machte sich das durchaus bemerkbar. In Community-Diskussionen, etwa bei EN World, wird Essence20 ein vergleichsweise flaches Trefferpunkte-Gerüst und ein ausgeprägter Fokus auf Fernkampf zugeschrieben, in dem auch nicht spezialisierte Figuren zielsicher schießen. Gefechte fühlten sich dadurch tendenziell tödlicher und beweglicher an als der klassische D&D-Nahkampf, in dem Charaktere über viele Runden Treffer wegstecken. Genau diese Eigenheit geben Essence20-Runden mit dem Wechsel auf.

Der Wechsel zu D&D 5.5E ist damit mehr als ein Etikettentausch. Statt der charakteristischen Kombination aus W20 plus skalierendem Fertigkeitswürfel greift Renegade künftig auf die vertraute D&D-Logik aus W20 plus Modifikator, Rettungswürfen und dem 2024 überarbeiteten Klassen- und Regelgerüst zurück. Für Tabletop-Veteranen senkt das die Einstiegshürde an einer Stelle, weil das Grundgerüst bereits Millionen Spielenden weltweit vertraut ist. Ganz ohne Kehrseite ist der Tausch aber nicht: D&D 5.5E bringt für schnelle Action-Lizenzen auch mehr Regelballast mit als ein eigens dafür gebautes System, und Fans des eigenständigeren Essence20-Ansatzes verlieren ein Regelwerk, das sich bewusst von D&D abgesetzt hatte.

Warum der Wechsel, und was hat Hasbro damit zu tun?

Die offizielle Begründung lieferte Renegade laut EN World und Bell of Lost Souls über den hauseigenen Discord nach: Die Verkaufszahlen von Essence20 reichten nicht aus, um weitere Veröffentlichungen auf dieser Basis zu rechtfertigen. Der Wechsel ziele auf ein Modell, das neue Spielende leichter gewinnt. Auf Deutsch: Ein System, das jeder im Hobby ohnehin schon kennt, verkauft sich leichter als eine Eigenentwicklung, die erst erklärt werden muss.

Dahinter steht der Konzern. Transformers, G.I. Joe und Power Rangers sind allesamt Hasbro-Lizenzen, und Hasbro ist zugleich Mutterkonzern von Wizards of the Coast und damit von Dungeons & Dragons. Hasbro-Chef Chris Cocks hatte sich öffentlich für mehr D&D-Crossover über die Markengrenzen hinweg ausgesprochen. Ein Detail nährt den Verdacht, dass die Weichen früh gestellt wurden: Im 3D-Tabletop Sigil, das zu D&D Beyond gehört, tauchte bereits Optimus Prime auf. In den EN-World-Kommentaren wird daraus geschlossen, dass die Pläne schon seit Anfang 2024 in der Schublade lagen. Eine künftige Anbindung der neuen Editionen an D&D Beyond liegt damit nahe, auch wenn Renegade dazu noch nichts Konkretes verkündet hat.

Was bedeutet das für DACH-Spielende?

Hier wird es für den deutschsprachigen Raum interessant, gerade weil eine naheliegende Erwartung enttäuscht wird: Offizielle deutsche Ausgaben der drei Renegade-Rollenspiele gab es nie. Weder Transformers noch G.I. Joe noch Power Rangers erschienen auf Deutsch, und kein deutscher Verlag hat die Essence20-Linie lokalisiert. Selbst die deutschsprachige Rollenspielpresse, etwa PnPnews, berichtete über die englischen Originalausgaben. Wer diese Spiele in DACH gespielt hat, tat das auf Englisch.

Genau deshalb trifft der Systemwechsel die hiesige Community an einer anderen Stelle als in den USA. Erstens ist das gemeinsame Regelfundament jetzt D&D, und D&D 5E ist auch im DACH-Raum das mit Abstand dominierende Rollenspiel, mit breit verfügbarem deutschsprachigem Grundwissen, unzähligen Spielrunden und einem riesigen Pool an Material. Eine deutschsprachige Gruppe, die Transformers ausprobieren möchte, muss künftig kein verlagseigenes System mehr lernen, sondern setzt auf vertraute D&D-Grundlagen auf. Das senkt die Einstiegshürde, auch wenn die Renegade-Bücher selbst weiter auf Englisch erscheinen dürften.

Zweitens läuft die Finanzierung über BackerKit, und Crowdfunding ist für DACH-Backer grundsätzlich erreichbar, wie zuletzt Renegades BackerKit-Erfolg mit Dungeon Crawler Carl zeigte. Praktisch heißt das für hiesige Runden aber auch: Bis die Kampagnen in den kommenden Monaten starten, bleibt nur der englische Import der bestehenden Ausgaben, und ein Termin für einen regulären Handelsvertrieb der zweiten Editionen ist offen. Wer eine Kampagne unterstützt, sollte zudem Versandkosten und mögliche Einfuhrabgaben einkalkulieren, wie bei US-Crowdfunding üblich. Drittens ist der kostenlose Konvertierungsleitfaden auch für hiesige Bestandsrunden relevant: Wer Essence20-Material besitzt, kann es laut Verlag später auf das neue Regelwerk übertragen, ohne bei null anzufangen.

Einordnung

Der Schritt fügt sich in ein Muster: Hasbro bündelt seine Marken rund um sein mit Abstand profitabelstes Tabletop-Zugpferd. Aus Verlagssicht ist die Logik nachvollziehbar, ein etabliertes Regelwerk verkauft sich leichter als eine Nischenentwicklung, und ein gemeinsamer Systemunterbau eröffnet Crossover- und Digitalpotenzial bis hinein in D&D Beyond. Das ist die wirtschaftlich rationale Lesart.

Es gibt aber auch eine Kehrseite, und sie ist Einordnung, keine gesicherte Tatsache: Mit Essence20 verschwindet ein System, das bewusst eigene Wege ging, vom skalierenden Fertigkeitswürfel bis zum eigenen Tempo am Spieltisch. Mehr Vereinheitlichung auf D&D-Basis bedeutet zwangsläufig weniger mechanische Vielfalt am oberen Ende des lizenzierten Marktes, und die vielzitierte niedrigere Einstiegshürde gilt vor allem für Neulinge, nicht zwingend für Essence20-Veteranen, die ein vertrautes System gegen ein regelschwereres tauschen. Für DACH-Spielende überwiegt unter dem Strich aber wohl der pragmatische Gewinn: vertrautes Fundament, erreichbares Crowdfunding und ein Konvertierungspfad für vorhandene Inhalte. Den nächsten echten Prüfstein liefern die Transformers- und G.I.-Joe-Kampagnen auf BackerKit. Erst dort zeigt sich, ob das neue Modell tatsächlich die neuen Spielenden anzieht, mit denen Renegade den Wechsel begründet.

Offenlegung: keine Zuwendungen. Der Beitrag stützt sich auf den öffentlich zugänglichen Renegade-Con-Stream und die Berichterstattung der verlinkten Fachpublikationen. Wörtliche, autorisierte Renegade-Originalzitate lagen nicht vor; die Verlagsbegründung ist als Discord-Aussage von EN World und Bell of Lost Souls dokumentiert und hier paraphrasiert wiedergegeben.

MODERN LIQUID: CALLISTO – Sci-Fi küsst Cyberpunk (Ersteindruck)

30. Juni 2026 um 09:00

MODERN LIQUID: CALLISTO ist ein leidenschaftliches Projekt mit dem Ansatz von „Cyberpunk in Space“. Es geht 350 Jahre in die Zukunft, das Sonnensystem zu erkunden, das von Großkonzernen bestimmt wird. Um diese Dystopie zu erleben, benötigt es lediglich ein paar W10 und etwas Abenteuergeist.

Dieser Beitrag wurde von Norbert Schlüter geschrieben

Warhammer 40.000 Imperium Maledictum: Adeptus Mechanicus GM’s Guide – Praise the Omnissiah (Kurzcheck)

20. Juni 2026 um 11:06

Der Eine der Alles ist: der Maschinengott. Kaum eine Geschichte kommt ohne die Jünger*innen des Maschinenkultes aus. Neben einem Leitfaden für Spielende, hat Cubicle 7 nun auch ein Handbuch für Spielleiter*innen veröffentlicht. Wir legen die Schwäche des Fleisches ab und widmen uns den geheimen Riten.

Dieser Beitrag wurde von Michael Engelhardt geschrieben

Kampagnenplanung als Spielleitung – selbst schreiben oder kaufen?

16. Juni 2026 um 09:00

Artikelbild-SchreibenEine eigene Kampagne erschaffen oder lieber zum Kaufabenteuer greifen? Früher oder später steht jede Spielleitung im Pen-and-Paper-Rollenspiel vor dieser Frage. Zwischen kreativer Freiheit und vorgegebenen Plots warten Chancen und lauern Fallstricke. Beide Wege versprechen großartige Geschichten – mit ihren ganz eigenen Herausforderungen.

Dieser Beitrag wurde von Gastautor*in geschrieben

Improvisieren oder Notizenschlacht – Vorbereitung für den Rollenspielabend

30. Mai 2026 um 09:00

Artikelbild NotizenMorgen steht Rollenspiel an und dafür muss noch alles vorbereitet werden. Aber die Herangehensweisen an die Vorbereitung sind schier endlos und je nach System, Spielleitung und Situation funktioniert die eine oder andere Variante besser. Einige davon werden in diesem Artikel vorgestellt.

Dieser Beitrag wurde von Verena Kröger geschrieben

Cthulhu – Am Rande der Finsternis

26. Mai 2026 um 22:34

Der Wahnsinn lauert auf dem Dachboden

Über 30 Jahre sind vergangen, seitdem ich das letzte mal Spielleiter bei einem RPG war.  So dachte ich mir es wäre mal wieder an der Zeit sich dieser Herausforderung zu stellen. Thematisch war klar für mich, dass ich mich gerne wieder dem Cthulhu Mythos widmen möchte. Das Thema fand ich schon seit jeher spannend und eine  Einsteigerbox gibt es auch.

Einstiegsbox der 7.Edition

Die Einsteigerbox für 25 Euro beinhaltet 3 Abenteuer, ein Solo und zwei Gruppenabenteuer sowie ein Grundregelwerk mit vereinfachten Regeln, einen Spielleiterschirm, blanko Charakterbögen, 5 vorgefertigte Charaktere und einen Satz mit mystischen Zeichen verzierter Würfel. Insgesamt ist der Inhalt sein Geld Wert, im gegensatz zur US Version gibts sogar einen SL-Schirm.

Inhalt der Box

Das Solo-Abenteuer „Allein gegen die Flammen“ mit über 250 Textabschnitten dient dazu, sich erstmal mit dem Grundregelwerk vertraut zu machen, was auch gut gelingt.

Nach diesem kurzen Abenteuer machte ich mich an das Gruppenabenteuer „Am Rande der Finsternis“. ( Ich war dann doch überrascht wie lange die Vorbereitungszeit dafür ist und man hat immer das Gefühl man hätte noch mehr machen müssen.)

Cthulhu in der 7.Edition funktioniert Würfel-technisch vertraut. Alle Würfelproben laufen gleich ab, mit zwei zehnseitigen Würfeln eine Zahl von 1–100 würfeln und den eigenen Fertigkeitswert unterbieten. Je niedriger das Ergebnis, desto besser.
Es gibt dabei drei Erfolgsstufen: regulär (unter vollem Wert), schwierig (unter halbem Wert) und extrem (unter einem Fünftel des Wertes). Fehlgeschlagene Proben können forciert werden – mit verschärften Konsequenzen bei erneutem Fehlschlag.

Die Spieler*innen übernehmen die Rollen von Ermittler*innen (sogenannten Investigator*innen), die übernatürliche Bedrohungen aufdecken. Der Hintergrund basiert auf den H.P. Lovecraft-Geschichten der 1920er bis 1930er Jahre.
Das Abenteuer „Am Rande der Finsternis“ handelt von einem bösen Dschinn, der vor vielen Jahren von einer Gruppe jugendlicher frei gesetzt wurde. Die Aufgabe der Spieler ist es diesen Dschinn wieder zu bannen. Anders als in vielen anderen Rollenspielen ist der Kampf bei Cthulhu sehr gefährlich und kann ausserordentlich schnell zum Tod führen. Im Gegensatz zu den meisten RPGs ist Kampf in Cthulhu keine bevorzugte Lösung. Schon ein einzelner Angriff kann eine schwere Wunde verursachen (Verlust von mehr als der Hälfte der Trefferpunkte in einer Runde), die ohne sofortige Erste Hilfe tödlich endet. Es gibt aber keine Regeneration im Kampf, keine Heiltränke, keine Wiederbelebung. Tote bleiben tot. So verbringen die Investigator*innen damit Dokumente und Hinweise zu lesen und daraus Schlüsse zu ziehen wie sie Monster ohne Kampf besiegen können. Im Falle unseres Dschinns geht es darum, diesen durch ein Ritual aus unserer Welt zu bannen. Auf dem Weg dorthin spielt die eigene Geistige Stabilität eine zentrale Rolle.  Jede Begegnung mit dem Übernatürlichen erfordert einen Stabilitätswurf. Bei Verlust drohen Wahnvorstellungen, Phobien oder temporärer Wahnsinn. Die Stabilität sinkt dauerhaft und Charaktere können im Verlauf einer Kampagne psychisch labil werden. In unserem Fall haben sich die Investigator*innen dann aber doch wacker geschlagen und nur geringfügig Schaden genommen.

Was am Anfang alle etwas verwirrt hat, waren die vielen Fertigkeiten, die jeder Charakter hat. Viele von den Fertigkeiten kamen leider nicht zum Einsatz. Dies war natürlich auch meiner Unerfahrenheit als SL und dem Abenteuer, was Einsteigerfreundlich gestaltet ist, geschuldet. Dies Fähigkeiten sind aber der zentral Punkt der Weiterentwicklung der Charaktere. Die Steigerung der Fertigkeiten erfolgt nur wenn diese erfolgreich eingesetzt wurden und auch dann nur mit Glück, da sie höher als den aktuellen Wert würfeln müssen, was schwerer wird je höher der Wert selbst ist.

Herauszuheben ist noch die Fertigkeit Cthulhu-Mythos-Wissen. Dies Fertigkeit wächst durch Begegnungen mit dem Übernatürlichen – und senkt dabei die maximale Stabilitätsgrenze. Mehr Wissen bedeutet mehr Gefährdung.

Das Wissen über die „Großen Alten“ schadet dem Charakter messbar. Je mehr ein Investigator über den Mythos lernt, desto geringer wird seine maximale geistige Stabilität.

 

Fazit:

Nach einer Session als Spielleiter kann ich sagen: Der Wahnsinn hat mich wieder. Im besten Sinne.

Cthulhu ist kein 0815 Rollenspiel. Es nimmt deine Charaktere, zieht sie durch arkanes Grauen, und schickt sie – wenn sie Glück haben – mit zitternden Händen und einer neuen Phobie nach Hause. Tote bleiben tot und Wissen macht krank.
Das Regelwerk belohnt Vorsicht, Recherche und Teamwork – und bestraft den Spieler, der glaubt, er wäre in Dungeons & Dragons.

Genau das macht es für mich so gut.

Stubenscore: 8,5 / 10


Pegasus

Grim Hollow Campaign Guide – Einblicke ins düstere Etharis (Rezension)

22. Mai 2026 um 09:00

Grim-Hollow-CampaignOhne Götter bleibt fast nur Finsternis: Der Campaign Guide des Dark-Fantasy-Rollenspiels Grim Hollow liefert einige Charakter-Optionen und Hintergrundinfos, um das Leben auf dem Kontinent Etharis richtig in Szene setzen zu können. Was Spielleitungen in der Welt von Ghostfire Gaming alles finden können, erfahrt ihr hier.

Dieser Beitrag wurde von Andreas Schellenberg geschrieben

Dungeon Crawler Carl: Backerkit-Kampagne knackt 10-Millionen-Dollar-Marke

11. Mai 2026 um 23:33
Dungeon Crawler Carl: Backerkit-Kampagne knackt 10-Millionen-Dollar-Marke

Die Backerkit-Kampagne von Renegade Game Studios für Dungeon Crawler Carl hat die Marke von 10 Millionen US-Dollar überschritten. Das Doppelprojekt aus dem skillbasierten Rollenspiel und dem Card-Crafting-Deckbuilder Unstoppable ist damit die am höchsten finanzierte Spiele-Kampagne in der Geschichte von Backerkit. Mehr als 40.000 Unterstützer haben das ursprüngliche Finanzierungsziel von 250.000 US-Dollar um über 4.000 Prozent übertroffen. Die Crowdfunding-Kampagne läuft seit dem 14. April 2026 und endet am 15. Mai 2026.

Dungeon Crawler Carl: Vom Sub-Minute-Funding zur achtstelligen Summe

Renegade hat die Kampagne am 14. April 2026 gestartet, das Finanzierungsziel von 250.000 US-Dollar fiel in weniger als einer Minute. Bereits zum Start der Deckbuilder-Kampagne standen nach 24 Stunden über 4,5 Millionen US-Dollar von rund 18.000 Unterstützern auf dem Zähler. Über das erste Wochenende sprang der Wert auf mehr als 8 Millionen US-Dollar bei rund 34.500 Backern, kurz darauf folgte das 9-Millionen-Stretch-Goal samt Community-Vote auf eine neue Sidequest.

Am 5. Mai 2026 überschritt die Kampagne die Marke von 40.000 Unterstützern und schaltete damit eine Floor-10-Mordecai-Miniatur als Gratisbeigabe für alle physischen Tiers frei. Mit dem 10-Millionen-Dollar-Meilenstein setzt sich Dungeon Crawler Carl an die Spitze der Backerkit-Bestenliste für Spiele-Kampagnen und reiht sich zugleich unter den höchstfinanzierten Crowdfunding-Projekten der Plattform überhaupt ein. Auch außerhalb der Funding-Rangliste sorgte der Titel für Aufmerksamkeit: In den ersten Kampagnentagen eroberte das Spiel Platz eins der BoardGameGeek-Hotness und verwies Schwergewichte wie Arcs oder Brass: Birmingham auf hintere Ränge.

Dungeon Crawler Carl: Backerkit-Kampagne knackt 10-Millionen-Dollar-Marke
Coverartwork zu Dungeon Crawler Carl: Unstoppable – Illustration von Luciano Fleitas (Quelle: BoardGameGeek).

Die Kampagne verzeichnet damit eine Funding-Quote von mehr als 4.000 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Ziel. Über die Pay-Over-Time-Option von Backerkit lassen sich Pledges ab 150 US-Dollar zinsfrei auf vier Monatsraten verteilen. Die Auslieferung der physischen Komponenten ist weiterhin für Oktober 2026 angesetzt, Versandkosten werden erst nach Kampagnenende über den Pledge Manager abgerechnet.

Stretch Goals, VTT-Anbindung und Ausblick für Dungeon Crawler Carl

Mit jedem Millionen-Schritt schaltet Renegade weitere Inhalte für Dungeon Crawler Carl frei, die ohne Aufpreis in den physischen Pledges landen. Auf die Mordecai-Miniatur folgten unter anderem aufgewertete Holz-Token für Unstoppable, ein digitaler PDF-Threat für das Rollenspiel, ein erweiterter Season Pass mit zehn statt sechs digitalen Content-Drops sowie freischaltbare Charakter-Journal-PDFs für alle RPG-Tiers. Die höheren Pledge-Stufen Legendary und Celestial erhalten zusätzlich kostenlose Foundry-VTT-Unterstützung und einen 10-Dollar-Gutschein für StartPlaying.Games. Damit reiht sich Foundry neben Fantasy Grounds, Roll20 und Alchemy in die Liste unterstützter virtueller Tabletop-Plattformen ein.

Inhaltlich bleibt das Doppelpaket aus skillbasiertem Tabletop-Rollenspiel und solo- beziehungsweise koop-tauglichem Deckbuilder unverändert. Beide Spiele lassen sich einzeln oder gemeinsam unterstützen. Für Unstoppable sind die Erweiterungen Crawler Chaos und The Iron Tangle über die jeweiligen Pledges abrufbar, das Rollenspiel kommt mit Starter Set, einem über 300 Seiten starken Core Book, Miniaturen-Boxen, Würfelsets, GM-Screen und Season Pass.

Mit Buch 8 der Romanreihe von Matt Dinniman, A Parade of Horribles, erscheint am 12. Mai 2026 ein neuer Band, der die Aufmerksamkeit rund um Dungeon Crawler Carl in den letzten Kampagnen-Tagen zusätzlich anheizt. Wie weit Renegade den Zähler bis zum geplanten Ende am 15. Mai 2026 noch nach oben treibt, ist offen. Sicher ist, dass das Projekt die Backerkit-Rekordliste für Spiele-Kampagnen bereits jetzt neu geschrieben hat.

Kampagnen-Eckdaten auf einen Blick: Plattform Backerkit, Verlag Renegade Game Studios, Buchvorlage Matt Dinniman, Illustration Luciano Fleitas, Kampagnenzeitraum 14. April bis 15. Mai 2026, Finanzierungsziel 250.000 US-Dollar, aktueller Stand über 10 Millionen US-Dollar bei mehr als 40.000 Unterstützern, Auslieferung Oktober 2026. Alle Details auf der Projektseite auf Backerkit.

Rückblick: Am Anfang stand Dungeons & Dragons Teil 2

Von: natokh
01. Mai 2026 um 16:20

Nachdem wir einige Jahre Midgard gespielt und nebenher immer auch Inspiration in anderen Regelwerken gesucht und gefunden haben, entschlossen wir (Wilhelm Klippel aka „Fiomall“ und ich) uns 1994 dazu unser eigenes Regelwerk zu schreiben. Unter tätiger Mitwirkung von Simone (Arne), Patty (Dulmer) und Uwe (Haplo), aber auch weiteren Mitspielern, wie u. a. André. Wir waren mit einigen Aspekten von Midgard und auch anderen uns bekannten Systemen unzufrieden.

Das war der Beginn von Mag Mor, Rollenspielsystem und gleichzeitig auch Welt, auf der dieses System spielt. Und selbst nach 32 Jahren haben wir immer noch nicht die ganze Welt erkundet und auch unsere Regeln werden nach wie vor ständig erweitert, verfeinert und natürlich auch verbessert.

Mit über 600 echten verschiedenen Zaubersprüchen (plus Runenmagie) und über 110 Fertigkeiten ist unser Spielsystem sicher eines der umfangreichsten überhaupt. Da wir uns aber viel bei anderen System bedient haben und uns von D&D, Midgard, Palladium, MERS, Runequest, Das schwarze Auge etc. haben inspirieren lassen, wird Mag Mor wohl nie außerhalb unserer Spielerunde das Licht der Welt erblicken. Aber das war auch nie unser Ziel.

Inspiration haben wir auch immer aus den Fantasyromanen von Alan Dean Foster, R. A. Salvatore, Ed Greenwood, Karl Edward Wagner, Robert E. Howard, Lyon Sgrague de Camp, Fletcher Pratt, Robert Asprin, Marion Zimmer Bradley, Trudi Canavan und vielen vielen mehr gezogen.

Wir spielen nach wie vor mehrmals im Jahr und diskutieren dann auch immer wieder Aspekte unseres Regelwerks und bauen es um. Und obwohl es eine typische Fantasywelt mit Elfen, Zwergen, Trollen, Drachen und jeder Menge Magie ist haben wir versucht viele Aspekte unseres Regelwerkes möglichst nah an der Realität zu halten, wie z. B. der Reichweite und Durchschlagskraft von Langbögen, den Reisegeschwindigkeiten (wenn sie hier denn keine Magie zum Einsatz kommt), den Auswirkungen von Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel und so weiter.

Nebenher wir auch immer wieder viel Zeit in die Beschreibung der Welt Mag Mor gesteckt, was vor allem in den vielen Kampagnen passiert ist, die wir dort schon gespielt haben. Es gab und gibt aber auch immer wieder Ausflüge in andere Welten. Aktuell sind wir in unserer Kampagne zum Beispiel auf Aventurien unterwegs. Das liegt auch viel daran, dass wir fertige Abenteuer (seien es nun Fanabenteuer oder Kaufabenteuer) verwenden und diese mal mehr, mal weniger für unser System anpassen. Manchmal verlegen wir die Handlung dabei nach Mag Mor und manchmal spielen wir auf der beschriebenen Welt. Mit Magie ist das ja alles kein Problem.

Auch nach mittlerweile 42 Jahren haben wir nicht die Lust am Spielen verloren. Dabei hat sich unser Fokus von Kämpfen und Looten, aus den Frühtagen mit D&D, doch sehr in Richtung Geschichten erleben, Rätsel lösen und Lösungen für vertrackte Situationen finden, verlagert.

Und es gibt noch sehr viel zu erkunden auf der Welt Mag Mor.

Natokh el Rohan I

Abenteuer von OSR bis Cyberpunk – Interview zum Rollenspiel-Blog Kritischer Fehlschlag

30. April 2026 um 09:00

KF - BannerGemeinsam schreiben macht Spaß: Auf dem kollaborativen Rollenspiel-Blog Kritischer Fehlschlag geben Spielleitungen seit 2024 Einblicke ins Schreiben von Abenteuern. Wir haben mit Sebastian Hahn, Gründer des Projekts, über die Entstehung des Blogs, die Rückmeldungen der Community und aktuell erschienene Abenteuer gesprochen.

Dieser Beitrag wurde von Andreas Schellenberg geschrieben

Dungeon Crawler Carl: Unstoppable erobert Platz eins der BGG-Hotness

23. April 2026 um 14:14
Dungeon Crawler Carl: Unstoppable erobert Platz eins der BGG-Hotness

Auf der aktuellen Hotness-Liste von BoardGameGeek steht ein Spiel ganz oben, das noch gar nicht erschienen ist. Dungeon Crawler Carl: Unstoppable von Renegade Game Studios hat Rang eins übernommen und verweist Titel wie Arcs, Ark Nova oder Brass: Birmingham auf weit hintere Plätze. Die Hotness misst dabei keine Qualität, sondern dynamische Aufmerksamkeit: Forenposts, Seitenaufrufe, Kommentare, Videos und Bilder aus den letzten Tagen. Wer dort oben landet, hat gerade Gesprächsstoff geliefert.

Was hinter dem Spiel steckt

Der Titel ist ein koop-fähiger Deckbuilder für ein oder zwei Personen und basiert auf dem Unstoppable-System von John D. Clair. Dessen namensgebender Grundtitel aus dem Jahr 2025 hält aktuell selbst Platz vier der BGG-Hotness. Du kämpfst dich durch die ersten drei Etagen des sogenannten World Dungeon, trittst gegen Bosse aus Nachbarschaft, Bezirk und Stadt an und baust dein Deck Schritt für Schritt aus. Zentrales Element ist das Card-Crafting, mit dem du Fähigkeiten und Ausrüstung aufwertest – jede Verbesserung stärkt allerdings auch den Boss mit.

Das Artwork liefert Luciano Fleitas, der bereits die Buchvorlage illustriert und damit einen visuellen Brückenkopf zur bestehenden Fanbase schlägt. Auf BoardGameGeek steht der Titel bei 602 Personen auf der Wunschliste, der Bewertungsdurchschnitt liegt bei 8,11 von 10 aus bislang neun Wertungen. Das Grundspiel bietet vier Schwierigkeitsgrade, verschiedene spielbare Crawler und zufällig kombinierte Bosse. Zwei Erweiterungen sind angekündigt: Crawler Chaos mit Charakteren wie Katia, Imani, Prepotente und Archie sowie The Iron Tangle, das die vierte Dungeon-Etage abbildet.

Dungeon Crawler Carl: Unstoppable erobert Platz eins der BGG-Hotness
Coverartwork zu Dungeon Crawler Carl: Unstoppable – Illustration von Luciano Fleitas (Quelle: BoardGameGeek).

Die Buchreihe als Fundament

Ohne die literarische Vorlage wären weder die Kampagne noch die aktuelle Hotness-Platzierung denkbar. Dungeon Crawler Carl ist eine LitRPG-Reihe von Matt Dinniman, 2020 zunächst auf Royal Road und bei Amazon selbst veröffentlicht und 2024 von Ace Books (Penguin Random House) übernommen. Bis Dezember 2025 verkaufte sich die Serie über sechs Millionen Mal und erreichte wiederholt die Bestsellerlisten der New York Times. Erzählt wird die Geschichte eines Coast-Guard-Veteranen und der Katze seiner Ex-Freundin, die nach einer Alien-Invasion in einer intergalaktischen Dungeon-Gameshow um ihr Leben kämpfen.

Rund um die Bücher ist in kurzer Zeit ein ganzes Medienuniversum entstanden. Seit Juli 2025 läuft eine Webtoon-Adaption, Vault Comics bringt eine Graphic Novel namens Dungeon Crawler Carl: Crocodile, eine TV-Umsetzung ist angekündigt. Die Hörbücher von Jeff Hays' Soundbooth Theater haben laut Dinniman die Print- und E-Book-Verkäufe überholt. Für das Spiel bedeutet das eine Ausgangslage, die im Brettspielmarkt selten ist: eine Lizenz, deren Bekanntheit schon vor der Veröffentlichung eine hohe Grundlast an Aufmerksamkeit garantiert.

Warum der Titel gerade ganz oben steht

Die wichtigste Erklärung liefert der laufende Crowdfunding-Start. Am 14. April 2026 startete Renegade auf BackerKit eine gemeinsame Kampagne für das Kartenspiel und das offizielle Dungeon Crawler Carl Rollenspiel. Das Finanzierungsziel von 250.000 US-Dollar fiel nach weniger als einer Minute, nach 24 Stunden standen rund 4,5 Millionen Dollar auf dem Zähler. Wenige Tage später überschritt die Kampagne die Sechs-Millionen-Dollar-Marke bei über 25.000 Unterstützern, laut Renegade die bestfinanzierte Spielekampagne in der Geschichte von BackerKit.

Hinzu kommen strukturelle Faktoren, die das Ausmaß plausibel machen. Die Buchreihe bringt eine eingeschworene Fangemeinde mit, die in den vergangenen Jahren praktisch nichts Physisches zum Anfassen hatte und jetzt gleich zwei Produkte parallel bekommt. Das Unstoppable-System ist im Brettspielmarkt etabliert und hat eine eigene Sammlerschaft, die ohnehin auf neue Titel dieser Baureihe wartet. Die Kombi-Kampagne mit dem Rollenspiel erzeugt Cross-Traffic: Wer wegen der Bücher kommt, entdeckt das Kartenspiel, wer wegen Clair kommt, stolpert über die Lizenz.

Auch die Hotness-Mechanik selbst spielt dem Titel zu. Jedes Kampagnen-Update, jedes Stretch-Goal, jede Diskussion über Pledge-Stufen oder Exklusivinhalte schlägt sich in Forenposts, Kommentaren und Seitenaufrufen nieder. Mit rund 65.000 Followern auf der Vorab-Seite war die Kampagne schon vor dem Start eines der sichtbarsten Tabletop-Projekte des Jahres. In Kombination mit der hohen Anzahl aktiver Backer reicht das, um den Titel an Schwergewichten mit Jahrzehnten an BGG-Historie vorbeizuziehen.

Ob sich der aktuelle Platz halten lässt, ist offen. BGG-Hotness ist volatil und reagiert stark auf Ereignisse wie SPIEL in Essen, Gen Con oder Kampagnenenden. Wahrscheinlich ist ein Rückgang nach Kampagnenschluss am 15. Mai 2026, gefolgt von einer zweiten Welle rund um Auslieferung und Retail-Start, die laut Renegade noch für dieses Jahr geplant sind. Bis dahin bleibt Dungeon Crawler Carl: Unstoppable ein Lehrstück darüber, wie stark externe Medienreichweite inzwischen auf das Brettspiel-Ökosystem durchschlägt.

Spieldaten auf einen Blick: Spieleranzahl 1–2, solo oder koop, Designer John D. Clair, Illustration Luciano Fleitas, Verlag Renegade Game Studios, Komplexität 2,0 / 5, BGG-Schnitt 8,11 / 10, Release 2026. Alle Angaben und weitere Infos auf der BoardGameGeek-Seite zum Spiel.

NSC ohne vor Ort zu sein?

23. April 2026 um 09:00

Remote - BannerBei den meisten Larps sind alle Teilnehmenden gemeinsam vor Ort. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, an einem Liverollenspiel teilzunehmen, ohne physisch anwesend zu sein. Wie geht das? Wir stellen das Konzept von digital zugeschalteten NSC für analoge Larps vor, oder Remote NPC.

Dieser Beitrag wurde von Rumo Wehrli geschrieben

Rückblick: Am Anfang stand Dungeons & Dragons Teil 1

Von: natokh
18. April 2026 um 13:46
D&D Basisset 1. Auflage (1983)

Es begann alles am 6. Oktober des Jahres 1984. Damals war die 1. Auflage des D&D Basis Set gerade mal 11 Monate auf Deutsch erhältlich. Einige Interessierte trafen sich im Bücherwurm, in Bad Camberg, um einen ersten Einblick in die Welt des Fantasy-Rollenspiels zu bekommen. Heute, mehr als 40 Jahre später, spielen einige von Ihnen immer noch dieses Spiel und Ihre Begeisterung dafür hat nicht nachgelassen.

Dies ist auch der Grund für meinen Internet-Nickname NATOKH. Natokh war einer meiner ersten Charaktere in einem Fantasy-Rollenspiel und die Figur die ich am längsten gespielt habe. Der Name geht auf eine Kurzgeschichte aus dem Conan-Universum von Robert E. Howard zurück. Dort war der dunkle Zauberer Natohk (Thugra Khotan) ein Gegenspieler von Conan.

Aber vielleicht sollte ich erst einmal kurz erläutern, worum es sich bei Fantasy Rollenspielen überhaupt handelt. Eigentlich ist es ganz einfach. Eine Gruppe von Spielern, nach unserer Erfahrung mindestens 3 aber höchstens 4-5, versuchen mit fiktiven Charakteren, welche nur auf dem Papier existieren, Aufgaben zu lösen, welche Ihnen ein Spielleiter stellt. Eine Aufgabe kann zum Beispiel das Erretten einer Prinzessin aus den Klauen eines bösen Drachen sein oder aber Detektivarbeit à la Sherlock Holmes oder vielleicht auch nur Metzeln und Looten in der Art eines Dungeon Crawlers. Der PHANTASIE sind hierbei keine Grenzen gesetzt, bzw. nur die des Spielleiters.

Zuerst beginnt man damit sich einen Charakter zu erstellen. Im ersten Schritt werden einige Attribute des Charakters ermittelt, zumeist mit Hilfe von Würfeln, dies sind z.B. die Stärke, das Aussehen, die Intelligenz oder aber das Zaubertalent. Aufgrund der Attributswerte muss sich nun der Spieler eine passende Profession für die Figur aussuchen. Hier gibt es unter anderem den Dieb, den Krieger oder einen Magier. Außerdem legt man fest, welche Rasse man spielen möchte. Neben Menschen gibt es da zum Beispiel Halblinge, Zwerge oder Elfen. Allerdings sollte man für nichtmenschliche Rassen schon etwas Spielerfahrung mitbringen, da es beim Spiel noch einige Besonderheiten und Verhaltensweiten der jeweiligen Rasse zu berücksichtigen gilt.

Hat der Spieler nun die Attribute, Rasse und Profession seines Charakters ermittelt muss er sich an dessen Beschreibung machen. Ist die Figur feige oder mutig, ist sie Links- oder Rechtshänder, ist sie hilfsbereit oder ein grenzenloser Egoist, liebt sie das Glücksspiel oder ist sie ein enthaltsamer Asket. Dies alles ist später wichtig, da der Spieler seine Figur entsprechend spielen soll, er wird also zum Schauspieler, zumindest verbal.

Hat man nun eine Gruppe von Charakteren entworfen beginnt das Spiel. Der Spielleiter übernimmt hierbei die Rolle der Welt sowie aller darin befindlichen Lebewesen. Die Gruppe agiert in dieser Welt. Dies geschieht zum Teil mit dem Einsetzen ihrer Fertigkeiten, wie z.B. dem Stehlen, dem Wirken von Zaubersprüchen und ihren Waffenfertigkeiten, dem Wissen über Kräuter und Gifte usw., zum anderen aber mit der PHANTASIE der Spieler.

Nachdem wir eine Zeit lang das D&D System gespielt haben sind wir relativ schnell zu Midgard gewechselt, dem ersten deutschen Rollenspiel, da uns einiges am D&D Regelwerk gestört hat. Midgard erschien bereits 1981, also 2 Jahre bevor D&D das Licht des deutschen Rollenspielmarktes erblickte und 3 Jahre vor dem Schwarzen Auge, welches 1984 veröffentlicht wurde.

Wir haben dann einige Jahre Midgard gespielt. Da entstand auch mein Zauberer Natokh. Damals haben wir uns fast jede 2 Woche zum Spielen getroffen. Zwischendurch haben wir uns aber auch immer andere Rollenspielsysteme angeschaut. So haben wir auch ein paar Runden Sternengarde gespielt (sozusagen D&D im Weltraum), haben uns Regelwerke wie MERS (Mittelerde Rollenspiel), Runequest, Pathfinder oder Palladium. Wir haben auch ein paar Mal In nomine Satinis gespielt. Ein besonders abgefahrenes Pen & Paper Rollenspiel in dem man Dämonen spielt, mit übernatürlichen Kräften und zum Teil sehr seltsamen Phobien, wie der Angst vor Kindern oder Colaautomaten. Man spielt einen Diener des Teufels und erledigt Aufträge in seinem Namen. Das Spielsystem ist sehr satirisch und nimmt sich nicht Ernst. Wer auf schwarzen Humor und Gemetzel steht, der ist hier genau richtig. Wir haben allerdings nie eine Kampagne gespielt sondern immer nur Einzelabenteuer.

Als Gegenpol gab bzw. gibt es Magna Veritas. Hier spielt man einen Engel und ist natürlich im Auftrag Gottes unterwegs. Das habe ich jedoch nie gespielt. Überhaupt habe ich mir sehr viele Rollenspielbücher nur gekauft, um mir daraus Inspiration zu holen. Was uns zu unserer nächsten großen Veränderung führt.

Anfang der 90er, begannen wir nämlich damit unser eigenes Regelwerk zu schreiben und die Welt Mag Mor aus der Taufe zu heben. Aber das erzähle ich euch beim nächsten Mal.

To be contuined …

Dungeon Crawler Carl: Unstoppable – Deckbuilder-Kampagne auf Backerkit gestartet

16. April 2026 um 09:45
Dungeon Crawler Carl: Unstoppable – Deckbuilder-Kampagne auf Backerkit gestartet

Renegade Game Studios hat die Backerkit-Kampagne für Dungeon Crawler Carl: Unstoppable gestartet. Der solo- und koop-taugliche Card-Crafting-Deckbuilder von Designer John D. Clair basiert auf der Bestseller-Buchreihe von Matt Dinniman und läuft parallel zum ebenfalls finanzierten Dungeon Crawler Carl Rollenspiel. Schon am ersten Tag übertraf die Crowdfunding-Kampagne ihr Finanzierungsziel von 250.000 US-Dollar um rund das Zwanzigfache.

Zwei Spiele, eine Backerkit-Kampagne

Renegade bündelt gleich zwei Tabletop-Titel in einem Projekt. Neben Unstoppable entsteht das skillbasierte Dungeon Crawler Carl Rollenspiel (kurz: CarlRPG), ausgelegt für eine Spielleitung plus mindestens einen Crawler. Das TTRPG bietet über 30 spielbare Völker, eine breite Klassenliste, ein Starter Set, ein über 300 Seiten starkes Core Book für die Etagen drei bis fünf, Miniaturen, Würfelsets, einen GM-Screen und einen Season Pass mit sechs digitalen Content Drops. Beide Spiele lassen sich einzeln oder gemeinsam unterstützen.

Gestartet ist die Finanzierung am 14. April 2026, das Ende ist auf den 15. Mai 2026 angesetzt. Rund einen Tag nach dem Start stehen knapp 4,94 Millionen US-Dollar und rund 20.000 Unterstützer auf der Projektseite – die Kampagne ist damit zu über 2.000 Prozent finanziert. Renegade bietet über Backerkit zusätzlich eine „Pay Over Time"-Option an, mit der sich Pledges ab 150 US-Dollar auf vier monatliche Raten verteilen lassen.

Stretch Goals schalten fortlaufend zusätzliche Inhalte frei, die bei physischen Pledges automatisch beiliegen. Die Illustrationen für beide Spiele stammen erneut von Luciano Fleitas, der bereits die Cover der Romanreihe verantwortet hat. Damit zieht sich eine durchgehende Bildsprache von den Büchern bis zur Tabletop-Umsetzung.

Pledge-Stufen im Überblick

Die Kampagne bündelt Einstiegs-, Unstoppable-, Rollenspiel-, Kombi- und Händlertiers auf einer gemeinsamen Auswahlseite. Alle Preise verstehen sich in US-Dollar, Versandkosten kommen nach Kampagnenende über den Pledge Manager hinzu.

Für den Einstieg ohne physische Ware gibt es zwei Tiers:

  • À La Carl ($1): Reiner Zugang zum Pledge Manager.
  • Tunnel Tuner ($40): Digitale Versionen von Core Book und Starter Set.

Wer ausschließlich den Deckbuilder möchte, wählt einen der beiden Unstoppable-Tiers:

  • Unstoppable – „You Will Not Break Me" ($60): Grundspiel und die kostenlose Crawler-Chaos-Erweiterung.
  • Unstoppable – All In! ($130): Grundspiel, Crawler-Chaos- und Iron-Tangle-Erweiterung, dazu zwei Standard-Playmats und ein Koop-Playmat.

Für das Rollenspiel reichen die Optionen vom günstigen Regelwerk-Bundle bis zum kompletten Miniaturen-Paket:

  • Bronze ($55): Starter Set (physisch und digital) samt Sticker und Art Prints.
  • Silver ($60): Core Book (physisch und digital) samt Sticker und Art Prints.
  • Gold ($150): Starter Set und Core Book (physisch plus digital), GM-Screen, Season Pass sowie die Würfelsets „Carl's Big Boi Boxers" und „Princess Donut's Crown of the Sepsis Whore".
  • Platinum ($269): Gold-Inhalte plus ein zusätzliches Smush-Würfelset, drei Würfelbeutel und ein Dice Tray.
  • Legendary ($399): Platinum-Inhalte plus alle drei Miniaturen-Boxen (Royal Court, Allies and Enemies, Mobs of Mordecai).

Beide Spiele gemeinsam bieten zwei Kombi-Tiers:

  • Gold Plus+ ($210): Alle Gold-Inhalte plus Unstoppable-Grundspiel und Crawler-Chaos-Erweiterung.
  • Celestial ($490): Legendary-Inhalte plus Unstoppable-Grundspiel, Crawler-Chaos- und Iron-Tangle-Erweiterung sowie zwei Standard-Playmats und ein Koop-Playmat.

Für stationäre Fachhändler steht zudem das Retailer Pledge ($100) als Anzahlung zur Verfügung. Darüber hinaus gab es mehrere Gen-Con-bezogene Spezial-Tiers zwischen $640 und $900, darunter „Jeff Hays Celestial", „Designer For A Day" sowie drei Crawler-Con-Varianten für Donnerstag bis Samstag. Diese exklusiven Stufen sind bereits ausverkauft.

Unstoppable im World Dungeon: Mechanik und Modi

Unstoppable setzt auf das gleichnamige System von John D. Clair, hier angepasst an die Welt von Carl und Prinzessin Donut. Das Kartenspiel ist für eine oder zwei Personen ausgelegt: Solo übernehmen Spieler die Rolle von Carl, im Koop-Modus schlüpft der zweite Platz in die Rolle von Prinzessin Donut. Gegnerisch treten Nachbarschafts-, Bezirks- und Stadt-Bosse an, die mit jeder Etage des 18-stöckigen World Dungeon härter werden.

Die Eckdaten im Kurzformat:

  • Spielerzahl: 1–2 Personen
  • Modi: Solo und Koop, jeweils als Arcade- oder Kampagnen-Partie
  • Designer: John D. Clair
  • Illustrationen: Luciano Fleitas
  • Verlag: Renegade Game Studios
  • System: Unstoppable (Card Crafting)
  • Buchvorlage: Matt Dinniman
  • Erscheinungsjahr laut BoardGameGeek: 2026

Kern der Mechanik ist das Card Crafting. Fähigkeiten und Ausrüstung werden im Verlauf einer Partie Stück für Stück aufgewertet. Jede Verbesserung stärkt allerdings zugleich den aktiven Boss, sodass das Risikomanagement fester Bestandteil jedes Zugs ist. Laut Verlag entsteht daraus ein momentum-basiertes Gameplay, in dem sich Konfrontationen mit jedem Einsatz zuspitzen.

Zwei Spielmodi stehen zur Auswahl. Der Arcade-Modus konzentriert sich auf eine einzelne Etage und liefert kürzere Partien, während der Kampagnen-Modus die Fortschritte über mehrere Etagen hinweg verknüpft. BoardGameGeek listet den Titel derzeit mit einer Komplexität von 2,00 auf der fünfstufigen Skala. Die Durchschnittsbewertung liegt bei 9,33, basiert bislang aber auf lediglich drei Stimmen und ist damit noch wenig belastbar.

Für Fans der Buchreihe bietet Unstoppable einen solo- und koop-tauglichen Einstieg in den World Dungeon, ohne eine komplette Rollenspielgruppe zu erfordern. Versandkosten werden erst nach Kampagnenende über den Pledge Manager abgerechnet. Konkrete Auslieferungstermine nennt Renegade auf der Projektseite bislang nicht. Alle Details zur Finanzierung und den einzelnen Tiers finden sich auf der Projektseite auf Backerkit.

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