Kosmos, 2025 Autor:innen: Eric Olsen und Alyssa Swatek 3–28 Spieler:innen, ab 8 Jahre, 20 Minuten
Die Runde ist angespannt, alle schauen auf eure Karten. Ihr habt schon einiges gesammelt, ein weiterer Zug könnte euch deutlich nach vorne bringen. Doch genau hier liegt die Gemeinheit von „Flip 7 – Voll fies!“. Ihr wisst, dass ein einziger falscher „Flip“ alles zerstören kann. Und trotzdem juckt es euch in den Fingern. Dieses Spiel greift die Grundidee des Vorgängers „Flip 7“ auf, dreht die Schraube aber spürbar an. Statt euch vor allem mit eurem eigenen Risiko zu konfrontieren, mischt euch diese Version aktiv ineinander ein. Neue Kartentypen sorgen dafür, dass ihr euch nicht mehr nur selbst im Blick behalten müsst, sondern ständig auch die Mitspieler:innen. Das Spielgefühl verschiebt sich dadurch von einem eher solitären Abwägen hin zu einem kleinen Schlagabtausch am Tisch.
Der Ablauf bleibt vertraut. Ihr deckt Karten auf, sammelt Punkte und entscheidet euch immer wieder, ob ihr aussteigt oder weiterzieht. Doch die neuen Karten bringen frischen Wind in genau diese Entscheidungen. Einige Karten greifen direkt in fremde Auslagen ein. Ihr könnt Mitspieler:innen zwingen, zusätzliche Risiken einzugehen, ihre sichere Position zu verlassen oder ihnen gezielt eine unangenehme Karte zuschieben. Andere Effekte drehen an euren eigenen Möglichkeiten, etwa indem ihr besser planen könnt oder kurzfristig mehr Kontrolle bekommt. Dadurch entstehen deutlich mehr Situationen, in denen ihr nicht nur euer Glück kalkuliert, sondern aktiv Chancen nutzt, um andere auszubremsen. Gerade dieser Unterschied zum Grundspiel wird schnell spürbar. Während ihr im Original oft für euch selbst entscheidet, entsteht hier ein ständiges Hin und Her. Ihr überlegt nicht nur, ob ihr noch eine Karte nehmt, sondern auch, wer gerade gefährlich nah am Sieg ist und wie ihr das verhindern könnt. Typisch ist eine Szene, in der jemand scheinbar sicher aussteigen will und plötzlich durch eine Effektkarte wieder ins Risiko gedrängt wird. Oder ihr nutzt genau den richtigen Moment, um eine führende Person aus dem Tritt zu bringen. Diese Eingriffe machen die Partie unberechenbarer, aber auch deutlich lebendiger.
„Flip 7 – Voll fies!“ punktet vor allem mit diesen neuen Karten und ihren Auswirkungen. Sie verändern das Spiel nicht nur oberflächlich, sondern geben ihm eine andere Dynamik. Die Spannung entsteht nicht mehr allein aus dem eigenen Risiko, sondern aus der Interaktion am Tisch. Ihr seid ständig aufmerksam, reagiert auf die anderen und nutzt Gelegenheiten, wenn sie sich bieten. Die Mechanismen wirken dabei erstaunlich rund. Trotz der zusätzlichen Effekte bleibt das Spiel schnell und zugänglich. Die neuen Karten sind leicht verständlich, entfalten aber genug Wirkung, um jede Partie anders verlaufen zu lassen. Besonders gelungen ist, dass sie gezielt Spannung erzeugen, ohne das Spiel unnötig zu verkomplizieren. Das Material überzeugt mit solider Qualität. Die Karten sind gut lesbar, die Symbole verständlich, und die Gestaltung unterstützt den schnellen Spielfluss. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt alles etwas lebendiger, ohne unübersichtlich zu werden. Natürlich bringt die stärkere Interaktion auch mehr Reibung. Wer lieber in Ruhe vor sich hin spielt, könnte die gezielten Eingriffe als störend empfinden. Auch der Glücksfaktor bleibt präsent, wird durch die neuen Karten aber eher verstärkt als abgeschwächt. Am Tisch entsteht eine deutlich intensivere Stimmung als im Original. Es wird mehr geredet, mehr gelacht und auch mehr gestichelt. Gerade die Momente, in denen jemand kurz vor dem sicheren Punktestand noch einmal ins Risiko gezwungen wird, sorgen für Emotionen und Gesprächsstoff. Für Familien, Gelegenheitsspieler:innen und gesellige Runden ist dieses Spiel eine sehr gute Wahl. Besonders Gruppen, die Interaktion und kleine Gemeinheiten mögen, werden hier auf ihre Kosten kommen. Wer das ruhigere Grundspiel bevorzugt, sollte wissen, dass diese Version deutlich konfrontativer ist. Wenn ihr schnelle Kartenspiele mit direkter Einflussnahme mögt, werdet ihr hier viel Freude haben. Für Gruppen, die sich gerne gegenseitig herausfordern und dabei lachen können, ist dieses Spiel besonders geeignet.
Four Planets ist ein reines Zwei-Personen-Spiel, in dem zwei rivalisierende Heimatplaneten um die Vorherrschaft im All konkurrieren. In jeder Runde entsenden beide Spieler ihre Raumschiffe zu vier fremden Planeten, um dort Spezialisten anzuwerben und deren Fähigkeiten für den eigenen Aufbau
Als Tag-Team bezeichnet man eine Kombination von mindestens zwei Wrestlern. Diese wechseln sich jeweils während des Matches durch Abschlagen (engl. tag) ein. Bei der ursprünglichen Version des Tag-Team-Matches, nehmen jeweils…
Fast hätte ich im ganzen Trubel einen meiner guten Vorsätze vergessen. Ich hatte mir doch vorgenommen, immer auch kurz etwas über die Spiele zu schreiben, die ich in unserem Vereinspodcast "Das spielerische Quartett" bespreche. Der Zufall wollte es, dass ich im letzten Quartett für einen Kollegen eingesprungen bin und deswegen den angefangenen Beitrag über 13 […]
Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2026. Dies sind die Abenteuer von zwei Weltraumbewohnern, die sich duellieren um ein für alle mal festzustellen, wer den größten hat. Den…
Die Karten auf der Hand wählt man alle selber aus. Doch bei The Lie weiss man nie, was man genau erhält. Die beiden Kartenseiten besitzen nämlich nur jeweils eine Gemeinsamkeit – entweder die Farbe oder den Kartenwert. Lasst euch überraschen
Kosmos, the German publisher of board games including Catan and the Exit series, has taken full ownership of distribution arm Thames & Kosmos UK amid the retirement of the latter’s founding directors Stephen O’Connor and Joanna Drage.
O’Connor and Drage launched the business as Science Shop in 2009, with Kosmos making the company a subsidiary by buying an 80% stake four years later.
The deal makes T&K UK the German company’s first wholly-owned foreign subsidiary. Kosmos currently has another foreign branch in the USA, named Thames & Kosmos.
Kosmos said in a press release that the buyout of the UK operation was part of the company “consistently pursuing its internationalisation strategy and further expanding its international activities”.
It added that the British market remains “a key component” of Kosmos’ international growth strategy.
Emma Hanlon – T&K UK’s first employee who has been with the business 12 years – and Andrew Morris have taken over as managing directors of the subsidiary.
Kosmos managing director Thilan Tran said, “Stephen O’Connor and Joanna Drage built and successfully led Thames & Kosmos UK with entrepreneurial vision, high personal integrity, and great dedication.
“They have sustainably established the Kosmos brand in the United Kingdom and thus made a significant contribution to the international development of our company. We thank them very much for this achievement and the many years of trusting collaboration.”
Fellow Kosmos managing director Matthias Kienzle, who runs the company in a dual leadership role with Tran, added, “With the new ownership structure and the newly formed management team, we aim to further scale and continuously expand our international sales activities.
“Our focus is on further market penetration of existing product categories and the development of additional growth potential.”
Last year Heiko Windfelder, the Kosmos board game lead who played a key role building up brands including Catan and the Exit family of games, retired after 30 years at the company – making Tran and Kienzle joint leaders of the business.
Two years earlier long-time managing director Michael Fleissner retired, handing over operational management of the German company to Windfelder, Tran and Kienzle.
W Eric Martin from Board Game Beat reported last week that Kosmos’ board game releases this year are set to include Bernhard Weber design Temple Twist, and Happy Holiday by Matthew Dunstan and Brett J Gilbert.
Kosmos is also celebrating the 10th anniversary of its Exit series of games, which have sold more than 30 million copies worldwide across more than 50 titles.
New Exit releases this year will include a young children-focused Puzzle Fun in the Sea title and a Fourth Wing game based on the Empyrean novels by Rebecca Yarros, while the company will also be sending an armoured truck around Germany in which players can solve Exit puzzles.
Kosmos’ Exit-themed armoured truck, which will tour Germany this year
Ich habe lange überlegt, ob ich meinen Bericht von der Spielwarenmesse 2026 in Nürnberg wie in alten Zeiten zweiteilen soll oder nicht. Die Lesezeit des einteiligen Berichts aus dem letzten Jahr soll knapp 20 Minuten betragen, was zugegebenermaßen etwas viel ist. Allerdings gehe ich ein wenig davon aus, dass diese Form des Berichts hauptsächlich dazu […]
Schattenwald stammt von Florian Nadler. Erschienen ist es bei Kosmos. Bei Schattenwald handelt es sich um ein Legacy-Spiel, das mehrere Kapitel beinhaltet. Unsere Wertung zu Schattenwald Zum Spieleralter Wenn sich…
In Die Weiße Burg – Das Duell von Sheila Santos und Israel Cencerro ringen zwei mächtige Familien um ihre Stellung am Hof der Burg Himeji. Als eines der Oberhäupter einer…
Castle Combo ist ein Kartenspiel, das euch in die Rolle von Baumeistern eines ganz persönlichen Hofstaats versetzt. Ziel ist es, über mehrere Runden hinweg ein Raster aus neun Charakterkarten zu errichten und deren Fähigkeiten sowie Wertungsbedingungen möglichst clever miteinander zu verzahnen. Jede Partie endet mit einer gemeinsamen Abrechnung, bei der sich zeigt, wessen Auslage die meisten Punkte generiert. Thema und Mechanik greifen dabei eng ineinander: Schloss und Dorf liefern unterschiedliche Figuren, die zusammen ein funktionierendes Ganzes ergeben sollen.
Der Einstieg gelingt angenehm zügig. Nach kurzer Erklärung ist klar, was zu tun ist, denn Castle Combo arbeitet mit einer sehr klaren Ikonografie. Jede Karte zeigt übersichtlich, was sie beim Ausspielen bewirkt und wie sie am Spielende punktet. Im eigenen Zug wählt man eine der offen ausliegenden Karten aus Schloss oder Dorf, bezahlt sie mit Gold, führt sofort ihren Effekt aus und platziert sie in der eigenen 3×3-Auslage. Die Position ist dabei entscheidend, denn viele Karten beziehen sich auf Reihen, Spalten oder benachbarte Karten. So entsteht nach und nach ein kleines Puzzle, bei dem nicht nur die Auswahl der Karte zählt, sondern auch der Platz, an dem sie landet.
Interaktionen auf dem Kartenmarkt
Manche Charaktere liefern sofort Ressourcen wie Gold oder Schlüssel, andere verändern die Auslage der Mitspielenden oder eröffnen neue Rabatte. Gleichzeitig sind die Wertungsbedingungen so gestaltet, dass sie sich gut kombinieren lassen, ohne völlig aus dem Ruder zu laufen. Auch nach mehreren Partien bleibt das Ergebnis offen, denn die Kartenkombinationen variieren stark und führen immer wieder zu neuen Synergien. Trotz dieser Variabilität bleibt die Endabrechnung erfreulich nachvollziehbar und transparent, was gerade für Familien und Gelegenheitsspieler ein großer Pluspunkt ist.
Die Interaktion entsteht vor allem über den gemeinsamen Kartenmarkt. Da immer nur wenige Karten offen ausliegen und der Herold bestimmt, ob aus Schloss oder Dorf gewählt werden darf, beeinflussen sich die Spieler indirekt ständig gegenseitig.
Leider kann es bei steigender Spielerzahl zu spürbarer Downtime kommen. Wer gerade einen Plan im Kopf hat, muss oft eine Zeitlang zusehen, wie gewünschte Karten verschwinden oder sich der Markt bis zum eigenen Zug komplett verändert. Vorauszuplanen ist daher nur eingeschränkt möglich, weil man erst abwarten muss, was überhaupt noch verfügbar ist, wenn man wieder an der Reihe ist.
Trotzdem funktioniert das Spielgefühl insgesamt sehr rund. Der schnelle Einstieg, die klare Symbolsprache und die hohe Varianz sorgen dafür, dass Castle Combo auch nach vielen Partien frisch bleibt. Wer Freude an überschaubaren Kartenkombos und einem leichten, aber nicht belanglosen Optimierungsgefühl hat, findet hier ein Spiel, das sich gut erklären lässt und dennoch genug Tiefe bietet.
Castle Combo ist ein kurzweiliges, elegant verzahntes Kartenspiel ist, das mit wenig Regeln viel Kombinationsfreude erzeugt und gerade dann überzeugt, wenn man sich auf den wechselhaften Markt einlässt und flexibel auf das reagiert, was die Partie gerade anbietet. 1/2 Punkt Abzug bei Partien zu Fünft.
Autoren: Grégory Grard, Mathieu Roussel | Kosmos | 2025 | 2 bis 5 Personen | ab 10 Jahren | bis 30 Minuten
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).
(Ihr seid) Die Jury: Fällt euer Urteil von Jacob Berg ist erschienen bei Kosmos und für 2-4 Spieler ab 14 Jahren. Die Spieldauer ist mit 120 Minuten angegeben und entspricht…
Am Goldenen Fluss gibt es zahlreiche Regionen, in denen man mit jedem Handel und mit jedem Hafen an Einfluss gewinnt. Wer die richtigen Optionen wählt, gelangt am Ende zu Wohlstand. Doch dazu muss man erst die richtigen Verbindungen aufbauen. Das
Mit ihren erzählerischen Adventures Games haben die Autoren Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan das aus Computerspielen bekannte Click-and-Point-Prinzip in einer analogen Rätselspielreihe etabliert. Die ersten Abenteuer entführten in eher düstere Umgebungen. Aber es gibt auch einen Einstiegsfall – deklariert als “Family”. Und das passt in der Tat: Story und Schwierigkeitsgrad machen “Dimension Fünf-Sieben” zu einem idealen Spiel für Neulinge und Jüngere. Das liegt nicht zuletzt an der Geschichte, die hier erstmals der Fantasie von Jan Cronauer entsprungen ist. Der Drehbuchautor (Folgen für “Tatort”, “Der Kriminalist”, und “Dünentod”) ist in der Spieleszene als Youtuber unter seinem Künstlernamen “Cron” bekannt.
Herr Feinbier und die Dimension Fünf-Sieben
Drei Freunde und Hund Lucky wundern sich über Veränderungen ihres Lehrers. Schnell merken sie, dass mit Herrn Feinbier etwas nicht stimmt. Der Name des Falls lässt es bereits erahnen: Erklärungen für das Verhalten sind nicht allein in der Schule zu finden. Im Gegenteil: Die Freunde kommen fremden Welten, anderen Dimension auf die Spur. Wir helfen ihnen, indem wir Orte untersuchen, Gegenstände finden, Dinge kombinieren, Aufgaben erfüllen, Rätsel lösen. Was wann passiert, lässt sich dank Zahlencodes im Abenteuerbuch nachlesen. Mehr Spaß macht es jedoch, sich die Passagen mittels App vorlesen zu lassen.
Der in fünf Kapitel unterteilte Fall lässt sich recht stringent angehen. Tiefgang und Herausforderung sprechen insbesondere Acht- bis Zwölfjährige an. Für erfahrene Rätselfans dürften die Aufgaben eher geringe Herausforderungen darstellen. Gleichwohl entfaltet die Geschichte einen Charme, der auch junggebliebene Erwachsene unterhält. Und als solcher fühle ich mich noch immer.
Adventure Games Family – Dimension Fünf-Sieben | Kosmos | Phil Walker-Harding, Matthew Dunstan, Jan Cronauer | 1 bis 4 Spieler | ab 8 Jahren | 5 Kapitel à bis zu 45 Minuten | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)
Schon einmal haben wir uns in Japan durch Die weisse Burg bewegt und uns um Ruhm und Ehre am Hof gekümmert. Mit der etwas knackigeren Duell-Variante des Spiels gibt es mit Die weisse Burg – Das Duell nun eine eigene
The Gang bekommt bei Thames & Kosmos gleich zwei neue Ausgaben rund um die Gen Con 2026. Zum einen erscheint „More Players“, eine Erweiterung, die KOSMOS bereits im November 2025 angekündigt hatte und die für Q2 2026 eingeplant ist. Zum anderen folgt eine „Deluxe Edition“ als Gen-Con-Release.
More Players bringt bis zu zehn Personen an den Tisch
„The Gang: More Players“ erweitert das kooperative Spiel um vier neue Sets an Biet-Pokerchips. Damit sind Partien mit bis zu zehn Spielern möglich. Zusätzlich werden neue Mechanismen angedeutet, ohne Details zu nennen.
Neu erwähnt werden außerdem „Exit Chips“. Sie sollen das Spiel vereinfachen, wenn du mit fünf oder sechs Personen spielst. Die Erweiterung kostet 10 US-Dollar.
Deluxe Edition mit hochwertigen Komponenten und Mini-Erweiterungen
Für die Gen Con 2026 ist „The Gang: Deluxe Edition“ angekündigt. Diese Ausgabe setzt auf aufwendige Ausstattung und bündelt mehrere Inhalte in einer Box. Der Preis liegt bei 40 US-Dollar.
Enthalten sein sollen:
Keramik-Pokerchips
Karten in Casino-Qualität
eine eigene Spielmatte
die Komponenten der „More Players“-Erweiterung
drei Mini-Erweiterungen: „The Jokers & More“ (2024), „Tools of the Trade“ (2025) und die neue Mini-Erweiterung „The Dealer“
„The Dealer“ wird dabei als exklusiver Bestandteil der Deluxe Edition genannt.
The Crew: Journey to the Ends of the Earth ist ein eigenständiger Nachfolger zu Thomas Sings „The Crew: The Quest for Planet Nine“ aus dem Jahr 2019. Thames & Kosmos bringt das Spiel als Gen-Con-2026-Neuheit in den Handel. Inhaltlich bleibt es beim Grundprinzip, bekommt aber ein neues Thema und eine neue Reise.
Kooperatives Stichspiel mit globaler Schatzsuche
Wie beim Vorgänger spielst du kooperativ und versuchst, Missionen gemeinsam über Stichspiel-Karten zu erfüllen. Der Rahmen ist diesmal eine Weltreise gegen die Zeit. Du folgst Hinweisen auf der Jagd nach dem geheimen Schatz Karls des Großen.
Die Stationen führen dich unter anderem auf den Mount Everest und durch den Amazonas-Regenwald. Wie die Geschichte endet, hängt von deinem Spielverlauf ab. Auch Lava soll irgendwo eine Rolle spielen.
Umfang, Preis und geplanter Versand
Thames & Kosmos nennt 25 Etappen, die die Reise der Gruppe abbilden. Der Preis liegt bei 15 US-Dollar.
Als Versandtermin wird Mitte August 2026 genannt. Damit ist klar, dass der Auftritt auf der Gen Con 2026 der Startpunkt für die Veröffentlichung sein soll.
Wir müssen wir ein Bild stehlen. Es geht also um Gemälde. Da passt es doch, die Illustrationen des Spiels selbst einmal genauer zu betrachten – in einer Rezension, die sich an zehn Bildern entlang hangelt.
Bild 1
„Stillleben“ gehört zu der Kosmos-Reihe „Masters of Crime“. In diesem kooperativen Krimi-Spiel planen wir gemeinsam einen Kunstraub. Dazu lösen wir Rätsel und knifflige Aufgaben. Kennen wir die Story, erübrigt sich eine zweite Partie. Wenn wir darauf verzichten, auf das Material zu schreiben, ließe sich das Spiel jedoch weitergeben. Nun aber Fokus auf die Aufgabe.
Bild 2
Unser Auftraggeber möchte, dass wir eines dieser beiden Bilder aus einem Museum in Amsterdam stehlen. Welches genau? Diese Entscheidung überlässt er uns. Bevor der Coup jedoch beginnen kann, müssen wir ein Team zusammenstellen.
Bild 3
Wir besuchen verschiedene Orte. Zu jedem gehört ein Stapel mit Karten. Haben wir die jeweils erste gelesen, müssen wir uns oftmals für eine von mehreren Optionen entscheiden: Wie gehen wir weiter vor? Wen befragen wir zu welchen Dingen? Die Illustrationen auf den schwarz umrandeten Karten geben die passende Atmosphäre wieder.
Bild 4
Nach und nach lernen wir Personen kennen, die uns bei unserem Raub behilflich sein könnten. Doch nur drei von sechs können zum Team stoßen. Wer eignet sich am besten? Wen brauchen wir?
Bild 5
Wir haben jedoch nur ein begrenztes Budget, das uns zum Anheuern der Spezialisten zur Verfügung steht. Auf welche Skills können wir verzichten, auf welche auf gar keinen Fall?
Bild 6
Zudem erhalten wir regelmäßig wichtige Informationen darüber, worauf wir bei unserem Coup achten sollten. Manche müssen wir erst entschlüsseln, indem wir die Rätsel lösen, die auf sogenannten Objektkarten auf uns warten. Diese sind gestaltet wie Briefumschläge, die wir zu gegebener Zeit öffnen dürfen.
Bild 7
Lösungen für die Rätsel geben wir online auf der entsprechenden Homepage ein. Wer Hilfe beim Rätseln benötigt, erhält diese ebenfalls auf der entsprechenden Internetseite. Ist der Code geknackt, erfahren wir, wie es weitergeht.
Bild 8
Abhängig von unseren Entscheidungen legen wir bestimmte Karten in den sogenannten Durchführungsstapel. Das Spiel ist nämlich zweigeteilt. In der ersten Phase planen wir den Raubüberfall und stellen das Team zusammen, in der zweiten Phase schauen wir, wie sich die getroffenen Entscheidungen auf die Durchführung des Raubs auswirken. Dazu werden die Karten im Durchführungsstapel nun umgedreht, vorgelesen und abgearbeitet.
Bild 9
Wie schon bei der Planung erhalten wir auch während der Durchführung für einzelne Entscheidungen Sterne als Belohnungen. Je mehr Sterne wir am Ende haben, desto besser unsere Beurteilung. Aber Achtung: Riskante Entscheidungen weisen uns Alarmsymbole zu, die das Ergebnis beeinträchtigen.
Bild 10
„Das immersive Thriller-Erlebnis“ heißt es im Untertitel des Spiels. Und tatsächlich: „Stillleben“ schafft es, uns rund drei Stunden lang zu fesseln. Die Geschichte ist stimmig, die Aufgaben sind nicht zu leicht und nicht zu schwer. Manchmal müssen wir uns aufteilen beim Rätseln, oft gemeinsam diskutieren, kombinieren und entscheiden. Und es gehört dazu, online zu recherchieren.
Eine Gewissensfrage am Ende von „Masters of Crime: Stillleben“
Als Kritik mag gelten, dass sich die Story allzu linear abarbeiten lässt. Aber das ist auch ein Vorteil: So landen wir eben nicht in einer Sackgasse, sondern wissen genau, welche Schritte noch zu gehen sind. Und ganz am Ende – das lässt sich sagen, ohne zu spoilern – folgt eine Gewissensfrage, die tief in unser Inneres blicken lässt …
Masters of Crime: Stillleben | Kosmos | Verena Wiechens, Martin Student, Lukas Setzke | 1 bis 6 Personen | ab 14 Jahren | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)
Auch 2025 war bei uns wieder ein echtes Spielejahr: Über 100 Neuerscheinungen landeten auf dem Tisch der Brettspielelust-Jury, wurden gespielt, diskutiert und immer wieder neu bewertet. Doch am Ende stellt sich jedes Jahr dieselbe Frage: Welche dieser Spiele bleiben hängen? Welche funktionieren nicht nur beim ersten Eindruck, sondern begeistern Familien dauerhaft – und haben das Potenzial, echte Klassiker zu werden?
Genau dieser Frage sind wir auch diesmal nachgegangen. Wie in den Jahren 2022, 2023 oder 2024 haben wir aus einer umfangreichen Longlist unsere Top 10 Familienspiele 2025 gewählt. Uns wichtig waren dabei klare Regeln, ein schneller Einstieg und zugleich genug spielerische Tiefe, um auch erfahrene Spielerinnen und Spieler zu fordern. Spiele also, die Generationen an einen Tisch bringen – vom Gelegenheitsspieler bis zum Vielspieler.
Die folgende Rangliste führt dich Schritt für Schritt von Platz 10 bis zu unserem persönlichen Spiel des Jahres. Ob Partyspiel mit Lachgarantie, taktisches Abenteuer oder cleveres Denkspiel: Diese Auswahl steht für unvergessliche Spielabende und gemeinsame Zeit am Tisch. Viel Freude beim Stöbern, Wiederentdecken – und vielleicht beim Finden eures nächsten Lieblingsspiels.
Von Phil Walker-Harding, Steve Finn | Kosmos | 2024 | 2 bis 4 Personen | ab 10 Jahren | bis 45 Minuten
Cities
Cities gehört zu den positiven Überraschungen des Jahres und hat sich einen Platz in unseren Liste „Beste Famiilienspiele des Jahres“ mehr als verdient. In dem Städtebauspiel von Phil Walker-Harding und Steve Finn planen die Spielenden ihr eigenes Stadtviertel aus Bauflächen, Parks und Wasserzonen, errichten farbige Hochhäuser und erfüllen dabei öffentliche Stadtziele sowie private Aufträge. Der Kernreiz entsteht aus der cleveren Kombination aus Drafting, räumlichem Puzzle und indirekter Interaktion: Jede Entscheidung wirkt sich nicht nur auf das eigene Viertel, sondern auch auf die Möglichkeiten der Mitspielenden aus.
Trotz der vielen Materialien bleibt der Ablauf angenehm übersichtlich. Die Regeln sind schnell erklärt, bieten aber genug taktische Tiefe, um auch Vielspieler zu fordern. Besonders das Stapeln der Gebäude sorgt für eine schöne Tischpräsenz und langfristige Planung. Cities spielt sich flott, skaliert gut mit vier Personen und verbindet Zugänglichkeit mit strategischen Entscheidungen. Ein elegantes Familienspiel, das Planung, Optimierung und Wettbewerb gelungen vereint.
von Angela Vögtli | 2025 | Kampfhummel Spiele | 3 bis 4 Personen | ab 10 Jahren | 30 Minuten
Ultraviolett
Ultraviolett ist eines dieser Partyspiele, bei denen weniger das Gewinnen als das gemeinsame Lachen im Mittelpunkt steht. Mit unsichtbarer Tinte und UV-Licht bringt Kampfhummel frischen Wind ins klassische „Mal-und-rate“-Prinzip. Die Spielenden würfeln sich aus mehreren Begriffen absurde Satzkombinationen zusammen und müssen diese anschließend zeichnen – ohne zu sehen, was sie eigentlich aufs Papier bringen. Erst bei der Auswertung werden die Bilder mithilfe der UV-Lampe sichtbar, was regelmäßig für Überraschungen, Diskussionen und Gelächter sorgt.
Der Reiz entsteht vor allem aus dem Chaos: vermeintlich klare Zeichnungen entpuppen sich als Rätsel, während wilde Kritzeleien plötzlich erstaunlich eindeutig sind. Die Regeln sind schnell erklärt, das Tempo hoch, und niemand sitzt lange untätig herum. Die strenge Punktewertung tritt dabei klar in den Hintergrund. Ultraviolett funktioniert am besten in humorvollen Runden, die Freude an absurden Ideen haben. Kein Spiel für Perfektionisten, aber ein originelles Partyspiel mit starkem Erlebnisfaktor und hohem Spaßpotenzial.
HUMOR SCHLÄGT TALENT: Endlich ein Spiel, bei dem man kein Zeichenprofi sein muss. Durch den innovativen Spielmechanismus sind neben Humor und Kreativität vor allem auch taktisches Geschick gefragt.
EINZIGARTIGES SPIELPRINZIP: Schlüpf in die Rolle eines durchgeknallten Künstlers und zeichne absurde Sätze mit unsichtbarer Zaubertinte. Erlebe ein kompetitives Mal-Rate-Partyspiel mit UV-Stiften.
WÜRFELN, ZEICHNEN, RATEN: Alle würfeln gleichzeitig. Danach malt jeder sein unsichtbares Meisterwerk aus 4 Satzfragmenten. Mit UV-Licht werden die Zeichnungen sichtbar und müssen von den Mitspielern erraten werden.
SCHNELLER START, LANGES VERGNÜGEN: Alles ist dabei inkl. Batterien. Einfache Regeln und eine Videoanleitung garantieren einen leichten Einstieg. Hoher Wiederspielwert durch Millionen von Kombinationsmöglichkeiten.
GROßARTIGE GESCHENKIDEE: Tolles Geschenk für Spiele- und Ratefans zu Weihnachten, zum Geburtstag, zu Silvester oder als Mitbringsel zum lustigen Spieleabend mit Familie und Freunden.
Von Johannes Goupy, Corentin Lebrat | Kosmos | 2024 | 2 bis 6 Personen | ab 10 Jahren | bis 20 Minuten
Faraway
Faraway ist ein kleines Kartenspiel mit einem großen Kniff – und genau dieser macht es zu einem der spannendsten Titel des Jahres. In kurzen Partien erkunden die Spielenden den geheimnisvollen Kontinent Alula, legen Regionenkarten aus und sammeln Ressourcen sowie Aufgaben. Das Besondere zeigt sich erst am Ende: Die Wertung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge der ausgespielten Karten. Was man früh legt, wird zuletzt – und nur mit den dann noch sichtbaren Ressourcen – gewertet.
Dieser Mechanismus zwingt zu vorausschauendem Denken und macht jede Entscheidung bedeutsam. Während des Spiels weiß man nie genau, welche Karten später optimal zusammenpassen werden. Das sorgt für permanente Spannung, viele „Aha“-Momente und einen hohen Wiederspielreiz. Die Interaktion entsteht vor allem durch das Wettrennen um Karten und Heiligtümer, bleibt aber stets angenehm indirekt.
Faraway ist schnell erklärt, flott gespielt und bietet dennoch erstaunlich viel strategische Tiefe. Gerade dieser Kontrast aus einfacher Struktur und anspruchsvollen Entscheidungen macht den Reiz aus. Ein cleveres, elegantes Kartenspiel, das zu Recht für Preise nominiert ist und in keiner Liste „Die besten Familienspiele des Jahres 2025“ fehlen sollte.
von Julian Courtland-Smith | Zygomatic | 2024 | 2-5 Personen | ab 8 Jahren | bis 45 Minuten
Survive the Island
Survive the Island ist ein herrlich gemeines Familienspiel, das Spannung, Chaos und Schadenfreude perfekt miteinander verbindet. Alle versuchen gleichzeitig, ihre Abenteurer von einer sinkenden Insel in Sicherheit zu bringen – doch Platz auf Flößen ist knapp, Monster lauern im Meer, und die Mitspielenden sind oft die größte Gefahr. Besonders reizvoll ist der Memory-Aspekt: Jede Figur trägt einen geheimen Schatzwert, sodass man genau überlegen muss, wen man rettet – und wen man notfalls opfert.
Die Regeln sind schnell erklärt, das Spieltempo hoch, und schon nach wenigen Zügen entsteht eine hochinteraktive Dynamik voller Sabotage, überraschender Wendungen und lautstarker Reaktionen am Tisch. Würfelglück, taktische Entscheidungen und gezielte Gemeinheiten greifen ineinander und sorgen für emotionale Spielmomente. Das hochwertige Material und die eindrucksvollen Monsterfiguren verstärken das Erlebnis zusätzlich. Survive the Island ist kein Spiel für empfindliche Gemüter, aber ein Garant für erinnerungswürdige Spielabende – ideal für alle, die Interaktion, Drama und ein bisschen Chaos lieben.
„Survive the Island“ ist ein familienfreundliches Brettspiel, bei dem die Spieler von einer versinkenden Insel fliehen und Schätze retten müssen. Die spannende Mischung aus Strategie und Glück zieht Spieler jeden Alters in ihren Bann.
Ziel des Spiels ist es, mit 10 Abenteurern und ihren Schätzen von der Insel zu entkommen, bevor drei der vier Vulkane ausbrechen. Jeder Abenteurer trägt einen wertvollen Schatz, während riesige Kreaturen und andere Spieler drohen.
Das Spiel enthält 1 Spielplan, 40 Inselplättchen, 75 Holzfiguren, darunter 50 Abenteurer, 13 Kreaturen, 12 Flöße, 5 Spielhilfen und 1 Gefahrenwürfel. Hochwertige Materialien und ansprechendes Design versprechen langanhaltenden Spielspaß.
Überlebe gefährliche Begegnungen mit Monstern und meistere hinterlistige Strategien gegen Mitspieler. Dieses Brettspiel bietet eine fesselnde Erfahrung mit unvorhersehbaren Wendungen bis zum spannenden Ende.
„Survive the Island“ eignet sich hervorragend für Familienabende und führt Kinder spielerisch an moderne Brettspiele heran. Es fördert strategisches Denken und die Fähigkeit, schnelle Entscheidungen zu treffen. 2-5 Spieler, ab 8+ Jahren, 45 Minuten Spielzeit je Partie, von Julian Courtland-Smith, Deutsch
von Richard Garfield, Takashi Ishida, Illustration: Angela Kirkwood | CMYK | 2025 | 2 bis 6 Personen | ab 6 Jahren | bis 30 Minuten
Magical Athlete
Magical Athlete ist pures Chaos auf der Rennbahn – und genau das macht den Reiz des grell-bunten Brettspiels aus. Schon beim Aufstellen der Figuren ist klar: Hier geht es weniger um Kontrolle als um Schadenfreude, Überraschungen und lautes Gelächter. Das auffällige Artwork ist ein echter Hingucker und trägt enorm zur Stimmung bei.
Zu Beginn draften alle Spielenden vier von insgesamt 36 völlig durchgeknallten Athleten, die jeweils einzigartige, oft spielverändernde Spezialfähigkeiten besitzen. Diese kommen dann in vier aufeinanderfolgenden Rennen zum Einsatz. Gewürfelt wird klassisch, doch kaum ein Zug bleibt ohne Kettenreaktionen: Figuren stolpern, teleportieren sich, beeinflussen andere oder brechen vermeintlich sichere Führungen im letzten Moment. Wer am Ende die meisten Siegpunkte aus den Rennen gesammelt hat, gewinnt.
Magical Athlete ist kein Spiel für Grübler oder Perfektionistinnen, sondern ein bewusst chaotisches Rennspiel mit enormem Unterhaltungswert. Ideal für Runden, die bereit sind, Kontrolle abzugeben, das Chaos zu feiern – und über sich selbst zu lachen. Ein tolles, modernes Laufspiel, dessen Sog man sich kaum entziehen kann!
Die besten Familienspiele 2025 – weiter geht’s mit den Plätzen 5 bis 1:
Platz 5: Krakel Orakel
Von 7 Bazis | TOPP | 2025 | 2-8 Personen | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten
Krakel Orakel
Krakel Orakel ist ein Partyspiel, das Kreativität nicht belohnt, sondern herausfordert – und genau darin liegt sein Reiz. Statt frei zu zeichnen, müssen die Spielenden vorgegebene, chaotische Linien nutzen, um geheime Begriffe darzustellen. Das sorgt für überraschende Ideen, absurde Bilder und viele Aha-Momente, ganz ohne Zeichentalent. Alle zeichnen gleichzeitig, der Zeitdruck ist moderat, der Einstieg kinderleicht.
Besonders stark ist der kooperative Kern: In der Ratephase versuchen alle gemeinsam herauszufinden, welche Begriffe nicht gezeichnet wurden. Jede falsche Entscheidung trifft die Gruppe als Ganzes und führt zu lebhaften Diskussionen darüber, wie ein Bild gemeint gewesen sein könnte. Krakel Orakel lebt von Fantasie, Kommunikation und Humor – weniger von Regeln oder Perfektion.
Durch wechselnde Boards und Begriffe bleibt jede Partie frisch. Das Spiel funktioniert generationenübergreifend, ist ideal für größere Runden und lockert Spielabende sofort auf. Ein kreatives Partyspiel, das Chaos in Teamgeist verwandelt und völlig zurecht in einer Top-10-Liste seinen Platz findet.
ERST ZEICHNEN, DANN RATEN – die vorgegebenen Linien dürfen beim Zeichnen nicht verlassen werden, das entstehende Chaos lässt sich nicht immer leicht entwirren
LANGANHALTENDER SPIELSPASS – 480 Begriffe in zwei Schwierigkeitsstufen
Von Heidelbär Games – Hjalmar Hach, Lorenzo Silva | 1–4 Personen | ab 8 Jahren | ca. 30 Minuten
Railroad Tiles
In Railroad Tiles, dem Nachfolger der beliebten Railroad Ink-Reihe, entwerfen wir unser eigenes Verkehrsnetz – diesmal nicht mehr auf Papier, sondern mit hochwertig gestalteten Plättchen. Runde für Runde draften wir Streckenteile und bauen Straßen, Schienen und Stationen zu einem möglichst effizienten Netz aus. Autos, Züge und Reisende bringen zusätzlich Leben auf das eigene Tableau und eröffnen weitere Punktemöglichkeiten. Gleichzeitig gilt es, vorausschauend zu planen: Wer sich früh verbaut, blockiert wertvolle Verbindungen und vergibt Chancen im späteren Spielverlauf.
Die Wertung belohnt clevere Netzwerke, große zusammenhängende Rechtecke sowie geschickt platzierte Stadtplättchen. So entsteht ein schnelles, taktisches Puzzlespiel, das besonders Fans von Verkehrs- und Optimierungsspielen anspricht.
Für zusätzliche Abwechslung sorgen acht separat erhältliche Erweiterungen, die einzeln mit dem Grundspiel kombiniert werden können. Sie führen neue Elemente wie Tierfarmen, Energietrassen oder Kanäle ein und erhöhen den Anspruch spürbar. Trotz dieser Erweiterungen bleibt Railroad Tiles ein klar strukturiertes, familienfreundliches Brettspiel mit hervorragendem Material, starker Tischpräsenz und kniffligen, überwiegend solitären Optimierungsaufgaben.
von Frank Crittin, Grégoire Largey und Sébastien Pauchon | Monolith, Pegasus Spiele | 2024 | 2 bis 4 Personen | ab 8 Jahren | bis 45 Minuten
Tower Up
Auf Platz 3 unserer Liste „Beste Familienspiele des Jahres 2025“ landet mit Tower Up ein elegantes Städtebauspiel, das mit einfachen Regeln erstaunlich viel taktische Tiefe entfaltet. Auf einem gemeinsamen Spielplan errichten zwei bis vier Personen dreidimensionale Wolkenkratzer, sammeln Baumaterialien und platzieren ihre Dächer möglichst punkteträchtig. Der zentrale Kniff: Wer baut, muss auch alle angrenzenden Gebäude mitwachsen lassen – ein Mechanismus, der permanente Interaktion erzeugt und langfristige Planung erzwingt.
Jede Entscheidung will gut überlegt sein: Baue ich ein hohes Gebäude für viele Punkte oder sichere ich mir lieber schnell Dächer und Stadtbauziele? Ressourcenmanagement, Timing und der Blick auf die Mitspielenden sind entscheidend. Besonders in voller Besetzung zu viert entfaltet Tower Up seine größte Stärke, wenn sich die Stadt schnell verdichtet und taktische Zwänge entstehen. Das hochwertige Material und die starke 3D-Tischpräsenz verstärken den Reiz zusätzlich.
Tower Up bleibt klar auf Familienspielniveau, bietet aber genug strategische Herausforderungen, um auch erfahrene Spieler zu begeistern. Ein schnörkelloser, hochinteraktiver Titel, der verdient zu den Highlights des Jahres zählt.
Von Leonardo Alese, James Ernest, Tom Jolly, Emanuele Santellani | Tablescope, Pegasus | 2025 | 2 bis 4 (6) Personen | ab 8 Jahren | bis 15 Minuten
Light Speed Arena
Light Speed Arena ist eines der spannendsten Hybridspiele des Jahres und ein echtes Ausrufezeichen in Sachen Innovation. In kurzen, intensiven Echtzeit-Runden platzieren die Spielenden gleichzeitig ihre Raumschiffplättchen in einer gemeinsamen Arena – unter massivem Zeitdruck und mit klaren taktischen Überlegungen zu Ausrichtung, Prioritäten und Schusslinien. Die eigentliche Magie entsteht anschließend durch die App: Ein Foto des Spielfelds genügt, und die digitale Auswertung verwandelt das Chaos auf dem Tisch in eine animierte Weltraumschlacht, inklusive Treffern, Explosionen und überraschenden Wendungen.
Diese Kombination aus hektischer Platzierungsphase und passiver „Zuschauerrolle“ bei der Auswertung ist ungewöhnlich und äußerst reizvoll. Die App löst elegant die Schwächen des Originals von 2003, sorgt für Fairness bei der Auswertung und nimmt Diskussionen den Wind aus den Segeln, ohne das analoge Spielgefühl zu zerstören. Der erfolgreiche Kickstarter Light Speed Arena ist schnell gespielt, hochinteraktiv und lädt sofort zu Revanchen ein. Wer Echtzeitspiele mag und offen für digitale Unterstützung ist, findet hier einen der frischesten und mutigsten Titel des Jahrgangs – absolut Top-10-würdig.
Von Reiner Knizia | Mighty Boards | 2024 | 2-4 Personen | ab 8 Jahren | bis 60 Minuten
Rebirth
Rebirth ist ein typisches Reiner-Knizia-Spiel im besten Sinne: klar strukturiert, schnell gespielt und dennoch voller spannender Entscheidungen. Als Clanoberhäupter bauen die Spielenden ein zerstörtes Schottland oder Irland neu auf, indem sie Landschaftsplättchen clever platzieren, Mehrheiten an Burgen sichern und über Kathedralen lukrative Missionsziele freischalten. Jeder Zug ist schnell erledigt, fühlt sich aber bedeutsam an – oft lösen einzelne Plättchen überraschend hohe Punktekombinationen aus.
Besonders reizvoll ist die Balance aus entspannter Atmosphäre und konstantem Wettbewerb. Rückstände können jederzeit aufgeholt werden, was Rebirth bis zum Schluss offen hält. Die zwei Spielpläne sorgen zudem für Abwechslung: Schottland bietet einen sanften Einstieg, während Irland mit offenen Missionszielen und zusätzlichen Boni deutlich mehr taktische Tiefe entfaltet. Das Spiel lebt von direkter Interaktion über Mehrheiten, ohne dabei konfrontativ zu werden.
Rebirth überzeugt durch elegantes Design, hohen Belohnungsfaktor und starke Varianz. Ein zugängliches, zugleich anspruchsvolles Plättchenlegespiel, das sich sofort gut anfühlt und lange motiviert – mit diesem Fazit schafft es das Brettspiel auf Platz 1 unserer Lieblings-Familienspiele des Jahres 2025.
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