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Published — 01. März 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Mitmach-Krimi: Fussballrausch – Der Tod wartet abseits

Von: ferengi
01. März 2026 um 07:38

Nur der HSV

Auf der Such nach nach einem Krimidinner für 4 Personen sind wir auf die Mitmach-Krimis von Sarina gestoßen, die im familiären Spielverlag seit 2017 eine Reihe Krimigeschichten entwickelt hat.

Wir haben uns für einen Mordfall im Fußball-Umfeld entschieden, da fällt uns das Verkleiden auch leicht. Die zwei Starspieler des FC Sternburg, eine Spielerfrau und die Physiotherapeutin stehen unter Verdacht, den Manager des Vereins ermordert zu haben. Natürlich haben alle ein mehr oder weniger gutes Motiv und auch die Gelegenheit den Mord durchzuführen.

Das Team

Die Rolleninformationen können einfach per Link über z.B. WhatsApp verschickt werden. Für die Rollen gibt es dann vor Ort ein kleines Rollenheft mit Zusatzinformationen und den Ablauf für die 3 Runden. Der Kommissar führt uns über einen Audiofile in den Fall ein und los geht’s. Insgesamt gibt es 9 Hinweise, jeweils 3 in den 3 Runden. Die Diskussion der neuen Erkenntnisse je Runde sollte man erst starten, nachdem die drei Hinweise aufgedeckt wurden. Passend zu einem Krimidinner gibt es einen Menüvorschlag.

Ich spielte den schnellen Philipp
Um die Atmosphäre zu steigern haben die Gastgeber passende Tischdecke, Sticker & Co organisiert.

Fazit:

Die angegebene Spieldauer von drei Stunden kommt gut hin. Das Material ist nicht so opulent wie bei einem großen Spieleverlag, aber schließlich kommt es auf die Geschichte und erzeugte Atmosphäre an. Dieses fand wir sehr gut gelungen, wobei dies natürlich auch vom Mitmachen der Spieler abhängt und wie man sich seiner Rolle annimmt. Wir haben schon einige Krimidinner gespielt und hierbei kam es schon vor, dass die Lösung sehr merkwürdig und kaum auflösbar war. Dieses ist hier anders. Natürlich gibt es vier Verdächtige, aber es war mit den Hinweisen und Informationen schon möglich, den oder die Täter/in herauszubekommen. Dieser Fall ist nicht unbedingt leicht zu lösen, aber einsteigerfreundlich. Positiv ist auch, dass das Spielmaterial nicht verändert wird und man es daher an Freunde weitergeben kann.

Stubenscore: 7,7 / 10


MITMACH-KRIMI: FUSSBALLRAUSCH – DER TOD WARTET ABSEITS

Brettspiel (getestet)

Published — 24. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Saboteur

Von: ferengi
24. Februar 2026 um 17:52

Zwerge, Gold und semi-koop.

Wir als Team suchen in einer Mine Gold und legen hierzu Wegeplättchen, um zum Ziel zu kommen. Doch nicht alle im Team wollen dies wirklich, denn einige sind Saboteure und lügen oder legen „versehentlich“ eine falsche Abzweigung.

Links im Bild aus dem Loch sind wir gekommen und legen einen „mehr oder weniger“ sinnvollen Weg zu den drei Zielplättchen.

Zu Spielbeginn zieht jeder seine Rolle. Der Spielplan besteht aus einem Startfeld und drei Zielfeldern, die 7 Plättchen entfernt sind. Aber nur unter einem der drei Zielfelder ist wirklich das Gold. Mit unseren 4-6 Handkarten (abhängig von der Anzahl an Mitspielern) legen wir nun Wege oder zerstören einen Weg durch einen Steinschlag, wir legen Sabotagekarten (z.B. zerbrochene Spitzhacke) oder Reparturkarten eines Schadens oder wir gucken unter eine der drei Schatzkarten. Alternativ kann man auch eine Karte einfach ablegen, macht einen vielleicht unverdächtig.

Mit der Karte links (Steinschlag) kann ich eine Karte vom Spielbrett entfernen. Als Saboteur einen guten Weg, der dann wieder passend geschlossen werden muss. Als Goldsucher z.B. eine Sackgassenkarte.
Die Goldsucher haben gewonnen und den Goldschatz gefunden.

Fazit:

Die Kunst besteht darin, dass man als Saboteur nicht zu früh seine Absicht preisgibt, sonst wird man ständig mit Saboteurkarten blockiert und die Zwerge rennen zum Ziel. Bei wenigen Spielern ist dies schwierig. Das Spiel ist definitiv eher für eine größere Gruppe ab 6 Personen geeignet. Da wäre ich dann gern wieder dabei.

Stubenscore: 7,0 / 10


SABOTEUR
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Brettspiel (getestet)

Published — 23. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Escape the Chocolate Factory

Von: ferengi
23. Februar 2026 um 16:15

Spaß mit Schoko?

Die Idee ist zumindest schon einmal gut: Eine Packung Schokolade als Escape-Spiel. Als Story wurden wir nach einer Besichtigung der Fabrik zurückgelassen und müssen nun nachts aus der Fabrik entkommen. In fünf Puzzleabschnitten machen wir uns auf den Weg in die Freiheit und legen Logik-Schalter um oder suchen Hinweise in Bücherwänden. Und dabei essen wir mittelmäßige Schokolade.

Menge des Materials ist ok. Aber preislich kann man sich auch eine Tafel Schokolade und ein EXIT-Spiel zulegen.
Rätsel 1: Wie muss man die Schalter kippen, damit die drei Schlösser sich öffnen?

Fazit:

Die kleinen Rätsel sind leicht bis undurchsichtig, selbst wenn man auf der Webseite sich die Lösung durchliest. Auch spielt das Material der Packung leider nicht mit, da ist man von der EXIT-Reihe aber auch sehr verwöhnt. Die Schokostückchen selber sind auch nur zum essen und sind kein Rätselbestandteil. Da hätte man mehr draus machen können.

Stubenscore: 5,0 / 10


ESCAPE THE CHOCOLATE FACTORY
Brettspiel (getestet)

Published — 22. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Trivial Pursuit: Genus VI

Von: ferengi
22. Februar 2026 um 11:51

Wie lautet der bürgerliche Vorname von Atze Schröder?

1979, in den Anfangszeiten der Computerspiele, war es für Scott Abbott und Chris Haney schwer, Begeisterung für ihre Spielidee zu finden. Erst nachdem die reinen Wissensthemen durch Fragen zum Schwerpunkt Film getauscht und Schauspieler als Werbepartner gefunden wurden, begann 1983 die Erfolgsgeschichte von Trivial Pursuit. Ab 1984 war das Spiel auch in Deutschland erhältlich und es landete auch in unserem Schrank. Interessant ist, dass für die deutsche Version alle 200.000 Fragen und Antworten bis 2012 von einer Person, Willi Andresen, erstellt wurden.

 

Etwas bunter als früher, aber am Spielprinzip hat sich (leider) nichts geändert.

Neben unzähligen Varianten und Ergänzungen gab es auch Umsetzung für den Computer und Fernsehsendungen. Während damals meine Disney-Ergänzung (1992) eine Seltenheit war, kamen später mit Herr der Ringe (2018) oder Harry Potter (2019) unzählige Fragenpakete auf den Markt, zuletzt Rick & Morty 2020. Besonders hervorzuheben ist die Version des Deutschen Panzermuseums Munster. Wie immer haben Fans eines Themas hier einen Vorteil.

Mit 2400 Fragen ist die hier getestete Genus-Version VI von 2005 eine kleine Klassik-Version, aber bunt aufgemacht. Die Fragenkategorien mit Erdkunde, Unterhaltung, Geschichte, Kunst & Literatur, Wissenschaft & Technik sowie Sport & Vergnügen entsprechen der Erstauflage von 1984.

Das Quizspiel ist einfach aufgebaut: Wir würfeln und ziehen unseren Wissensspeicher entsprechend weiter. Beantworten wir eine Frage richtig, dürfen wir Weiterwürfeln. Beantworten wir eine Frage auf einem Eckfeld richtig, bekommen wir einen der sechs verschiedenen Wissensecken, die wir alle sammeln müssen. Zum Ende würfeln wir uns zum Zentrum und müssen dort eine Frage nach Wahl der anderen Spieler beantworten, um zu gewinnen.

Bei zwei Möglichkeiten und dann noch leichten Optionen ist das Spiel schon ungerecht.

Fazit:

Nervig ist das Würfelglück. Es kann schon viele Runden dauern, bis wir auf dem Feld sind, das uns noch fehlt. Auch sind die Fragen nicht gut ausbalanciert. So kann es sein, dass man eine entweder-oder-Frage bekommt oder man sich schon gut in Historie oder Geographie auskennen muss. Die hiermit zu recht angegebene Spieldauer von 4 Stunden kann man durch die vorgeschlagenen Hausregeln abkürzen, indem z.B. jede beantwortete Frage zu einer Wissensecke führt und man nicht nur glücklich auf den Eckfeldern landen muss. Aber es macht schon Spaß, sich mit richtigen oder lustigen Fragen abzuquizzen und man kann Trivial Pursuit immer mal wieder als Lückenfüller mit Hausregeln spielen.

Stubenscore: 5,8 / 10


TRIVIAL PURSUIT VI
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Brettspiel (getestet)

Published — 21. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Brass: Birmingham

21. Februar 2026 um 11:53

„Seize the means of  of production“ … für den Profit!

Es wird jetzt auch endlich einmal Zeit.

Als renommiertestes Spieletest-Medium der Hamburger Peripherie können wir selbstredend nicht umhin, um das bei Board Game Geek seit Jahren auf Platz 1 stehende Brass: Birmingham eingehend zu testen.

Die Brass Saga begann 2007 mit der visuell spröden Brass Erstauflage. Im Deutschen Vertrieb  erschien es 2008 unter dem (cringe-Alarm) Namen „Kohle: Mit Volldampf zum Reichtum“. Chleudert den Marketing Purschen zu Poden. Das Spiel hatte trotz dessen eine sehr engagierte Spielerschaft und so war es nur folgerichtig, dass Anno 2017 in einer überaus erfolgreichen Kick-Starter Kampagne nicht nur eine Neuauflage sondern auch gleich den Nachfolger feil geboten wurde. Das ursprüngliche Spiel firmiert seitdem unter Brass: Lancashire und Teil 2 sei genannt Brass: Birmingham.

Das Spiel begleitet die furiose technische und gesellschaftliche Transformation der Industriellen Revolution von 1770 bis 1870, deren Auswirkungen bis heute Nachhallen.

„…Down on the borders they are felling trees – good trees. Some of the trees they just cut down and leave to rot – orc-mischief that; but most are hewn up and carried off to feed the fires of Orthanc. There is always a smoke rising from Isengard these days…“ J.R.R. Tolkien The Lord of the Rings 

 

Die Immersion des Spiels ist wunderbar gelungen. Artwork und Spieler-Charaktere passen hervorragend in die Zeit. Wer es noch düsterer haben möchte, der Wende gerne die Spiel-Tableaus, um die Nacht Mittelenglands zu genießen. Selbst war ich sehr angetan mir direkt den Isambard Kingdom Brunel Spielchip ergattern zu können.

Das Spiel-Tableau zur Zeit der Kanäle. Es bestand eine strikte Zylinderpflicht zu Tische.

Der Spiel-Flow richtet sich nach den gezogenen Karten und den Aktionen der werten Mitspieler-Schaft. Dabei steht man selbst über das ganze Spiel hinweg im Wechselbad der Gefühle, entweder „wow gleich mache ich DEN mega Zug“  oder „heilige Mutter der Dampfmaschine – hoffentlich kommt mir keiner der anderen Bagaluten in die Quere“. Alle Entscheidungen haben Bedeutung, Leerlauf hatte ich persönlich nicht empfunden.

 

„Eine Eisenbahn besteht zu 95% aus Menschen und zu 5% aus Eisen.“ – Adam Smith (das Civilization 4 Zitat bei der Erforschung von Eisenbahnen)

Dieser menschliche Part wird durch die im ursprünglichen Brass: Lancashire noch nicht vorhandenen Ressource Bier Rechnung getragen. Das Bier spielt dabei das stets limitierte und strategische Schmiermittel aller industriellen Anstrengungen.

Das Spieler-Tableau. Teile werden von hier in aufsteigender Reihenfolge auf das Haupt-Spielbrett bewegt.

Historisch wunderschön eingewoben ist die sprunghafte technologische Innovation, die zur Mitte des Spiels auf einmal erhebliche Teile des Boards obsolet macht. Dampfende, eiserne Schienen-Rösser verdrängen das Treideln im Kanal und die Produktionsbetriebe der ersten Stufe sind hinfort. Dadurch ändern sich nicht nur die Wege-Möglichkeiten zwischen den Ortschaften, sondern auch die Geschwindigkeit mit der die Verbindungen  gelegt werden können. Gleichzeitig ist das ein eleganter Mechanismus, um die Spieler in Ihrer Entwicklung wieder aufholen zu lassen, falls jemand technologisch schon etwas entfleucht ist.

Der Herr in rot macht sich im Süd-Osten breit.

Spielmechanisch hatte mich beeindruckt, dass meine übliche Strategie mich am „Rand der Karte einzugraben“, zwar valide ist, aber dadurch auch einige Chance verwehrt blieben. Wirft man sich eher in das Getümmel sind Profit und Risiko jeweils deutlich höher. Schon allein deshalb hätte man diese Spiel für diese Vorlage kaum besser designen können.

Unter den Kohleschwaden ist nicht alles Sonnenschein. So ist die überraschend kurze Anleitung didaktisch nicht ganz auf der Höhe und das Aufbauen etwas zeitraubend. Allerdings auch „nur“ 0,3 Gloomhaven-Einheiten. Des Weiteren sollte der oder die geneigte Industrie-MagnatIn gegenüber etwas frickeligen Auszähl-Episoden, derer es zwei gibt, aufgeschlossen sein.

 

 „Niemals Freundschaft über Profit stellen.“ Ferengi Erwerbsregel 21

 

Fazit: Ist das das Beste Spiel aller Zeiten? Nein (das ist eh eine alberne Frage)

Ist das ein großartiges Spiel, dass wir unbedingt wieder spielen müssen, um auch nur ein kleinen Teil seiner Design-Eleganz ermessen zu können? JA

 

Stubenscore:

8 2/3  Long Tons of coal


BRASS BIRMINGHAM

Boardgamegeek

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Published — 19. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Tag Team

Von: ferengi
19. Februar 2026 um 17:21

Spielst Du auch gern Autobattler?

Noch vor einigen Jahren hätte ich auf die Frage im Betreff nur dumm geguckt. Seitdem ich aber Challengers! kenne, ist auch dieser Begriff in meinem Sprachgebrauch eingegangen.

In einem Autobattler haben wir und unser Gegner einen Kartenstapel, die wir gegeneinander spielen. Und zwar in der Reihenfolge, wie sie im Stapel liegen. Also automatisch, wir ändern nie die Reihenfolge der Karten. Challengers! macht dieses als Turnierspiel für bis zu 8 Personen. Im Gegensatz hierzu ist Tag Team ein 2-Personen-Spiel. Jeder Spieler hat zwei Kämpfer mit unterschiedlichen Kartendecks und auch sehr unterschiedlicher Spielweise/Sonderaktionen im Team. Wenn jeder Spieler seine zwei Kämpfer gezogen/gedraftet oder anders erhalten hat, guckt man sich erst einmal die Besonderheiten seiner Kämpfer an.

Das Buch mit den Regeln der Kämpfer und die Spielsteine hierzu.

Für jeden Kämpfer hat man eine Startkarte, wir beginne also mit zwei Karten. Jetzt legen wir die Reihenfolge fest, in der wir diese ausspielen möchten. Und dann decken die Spieler die oberste Karte auf. Dieses sind in der Regel ein Angriff, eine Verteidigung, eine Verstärkung oder Heilung oder eine Sonderfunktion des Charakters. Nachdem die ersten beiden Kartenpaare gespielt wurden und somit unser Stapel leer ist, zieht man drei neue Karten und wählt eine davon aus, die wir an eine beliebige Stelle in unserem Deck einschieben. So kann ich an Position X im Stapel eine neue Verteidigungskarte einbauen, da bisher immer an der Stelle X ein starker Angriff kam. Aber rechnet mein Gegner damit und schiebt seine neue Karte vor dem Angriff ein, so dass dieser dann eine Karte später kommt? Mit nun drei Karten im Stapel kann man hier noch gut planen. Komplexer wird es dann in den Runden danach, wenn immer eine Karte hinzu kommt.

Shango ist schwierig zu spielen. Er muss fünfmal den gleichen Gegner ein Feuerplättchen hinlegen, dann ist dieser aber verbrannt und man hat gewonnen.
Das Material sieht schon schick aus.

Fazit:

Das ist schon ein wenig ein Memoryspiel mit Taktikkomponente. Aber lange dauert eine Runde nicht, man muss sich also keine Kartenreihenfolge mit 10 Karten merken. Die unterschiedlichen Kämpfer bringen viel Abwechslung. Perfekt ist es, wenn beide aufeinander abgestimmt sind. Hat man einen Angreifer, der seine Stärke erst langsam aufbaut, dann aber später kaum zu verteidigen ist, sollte man als Kämpfer 2 einen starken Verteidiger mit vielen Heilungssprüchen haben. Ja, man kann auch glücklich zwei starke Kämpfer haben und der Gegner ist platt, bevor er sich entwickeln kann. Aber ein Spiel ist kurz und es geht in den nächsten Fight. Die Karten und Fähigkeiten sind schon sehr unterschiedlich, ich freue mich auf die Erweiterungen. Ein Spiel mit viel Potential und sicher ein Kandidat zum Spiel des Jahres 2026.

Stubenscore: 8,0 / 10


TAG TEAM
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Brettspiel (getestet)

Published — 18. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

The DUNGENERATOR: DIE in a Dungeon

18. Februar 2026 um 09:12

Crawling ohne Trefferwurf

Gleich Wortspiele im Titel: im Spiel von Adam West generieren wir Zug um Zug ein Dungeon und platzieren unsere Abenteurer in Form von Würfeln – und ja, wir sterben dabei in der Regel.

Obwohl diese Würfel eine zentrale Rolle spielen, hängt der Ausgang einer Aktion nur selten vom eigentlichen Würfelwurf ab. Stattdessen dienen die aktuell oben liegenden Würfelseiten der Helden als Ressource, mit der verschiedenste Aktionen ausgeführt werden können. Unsere Handkarten können entweder ausgespielt oder selbst als Unterstützung genutzt werden.

Wir können dabei solo oder im Koop aus unserem Dorf starten und haben pro Runde fünf dieser Karten auf der Hand. Es gilt abzuwägen welche der insgesamt sechs Helden wir entweder bewegen, kämpfen oder nach Loot suchen lassen. Und die Würfel sind dabei entscheidend: so sind mein Berserker (D20), War Priest (D12) und Archmage (D10) eher die Kämpfer. Mein Mercenary (D8), Scout (D6) und Outlaw (D4) bieten sich eher an um an Gegnern vorbei zu schleichen oder Schätze zu entdecken.

Wir können die ständig nachkommenden Gegner platzieren wir selbst möglichst weit von unserem Dungeoneingang – doch Vorsicht: es kann sich nur ein Monster pro Dungeonfeld aufhalten und nachkommende Monster werden sonst immer weiter in Richtung unseres Dorfes platziert. Werden dann unsere Gebäude im Dorf überrannt, verlieren wir das Spiel.

Das Spiel von Adam West bietet eine erstaunliche strategische Tiefe ohne glückslastig zu sein. Es macht wirklich Spaß die verschiedenen Optionen abzuwägen und zu versuchen durch Loot oder das Abschließen von Quests sein Kartendeck für ein nächstes Dungeon zu verbessern. Angenehm dazu: im Regal benötigt es nur rund 2 % des Platzes, den Gloomhaven beansprucht.

Stubenscore: 7,9 / 10

Anfangs ist die Lage noch im Griff. Die grünen Würfel sind meine Abenteurer, der gelbe das erste Monster.
Die Monster nehmen Überhand und nähern sich meinem Dorf. Hätte ich weniger Looten und mehr Kämpfen sollen? Hilft ein Glas Wein?
Die neue Karte in meinem Deck behalte ich auch für das nächste Dungeon.
Der Oger ist leicht besiegt. Mit einem Charakter mit 6 oder weniger kann ich vorbeischleichen, einer mit 10 oder mehr sieht im Kampf.

DUNGENERATOR: DIE IN A DUNGEON
BGG

Published — 15. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Angelspiel

Von: ferengi
15. Februar 2026 um 14:00

Kellerfund

… oder „was die Eltern so beim Aufräumen finden“.
Komplexität 1,00 bei BoardGameGeek, trotzdem hatte dieses Spiel jedes Kind unserer Generation in der Ludothek. Zu den Regeln: Mit einer magnetischen Angel versuchen wir Spieler möglichst wertvolle Fische aus dem Meer zu holen. Die Punkte stehen auf den Fischen. Für Dinge, die nicht ins Meer gehören (Dosen, Schuh, Flasche), gibt es 10 Extrapunkte. Man beachte den didaktischen Wert des Spieles. Und dann gibt es noch eine Sonderregel: Wer den wertvollsten Fang macht und mit der Schatztruhe gleich 20 Punkte erhält, ist noch einmal dran. Crazy.

Die Spannung steigt: Ist was an Haken?
Kleine Fische bringen eher wenig Punkte. Aber besser als nichts.

Fazit:

Das interessante an dem Spiel ist, wie vor über 100 Jahren Spiele konzipiert wurden. Und hier Interesse für Magnetismus spielerisch geweckt wurde. Im Unterschied zum richtigen Angeln geht es bei dem Spiel in Kinderrunden ab 3 Jahren sicher hektischer zu, dafür sind die Kinderangler aber erfolgreicher. Die Bewertung dieses Spiels ist eigentlich nicht möglich, auch wenn andere es probieren (7/10).

Stubenscore: keine Wertung


ANGELSPIEL
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Brettspiel (getestet)

Published — 14. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Jamaica

Von: ferengi
14. Februar 2026 um 09:35

Wettrennen in der Karibik

Nachdem jeder Spieler mit 11 Handkarten (stabile Pappkarten) ausgestattet wurde und seinen Lagerraum im Schiff inspiziert hat, geht es auch schon los. Wir ziehen drei Karten und würfeln zwei Sechserwürfel. Nun entscheiden wir anhand unserer drei Handkarten, welchen Würfel wir als Tag (für die Aktion links auf der Handkarte) und Nachtaktion (rechts) einsetzen und legen eine unserer Handkarten für diese Runde verdeckt hin. Die weiteren Spieler können die Würfelreihenfolge nicht beeinflussen und wählen ebenfalls eine ihrer Handkarten für diese Runde. Das ist schon ein cooler Mechanismus.

Die Würfel liegen, alle Schiffe sind Startbereit fürs Rennen um die Insel

Nun werden die gewählten Piratenkarten nacheinander abgehandelt. Je Spieler die Tag- und Nachtaktion nacheinander, dann kommt der nächste dran. Und so fahren wir mit dem Schiff vor- oder zurück und lösen am Zielort eine Aktion aus. Hierbei kann ein Schatz gehoben werden, oder wir landen im Hafen und müssen Goldmünzen zahlen. Oder es kommt zu einem Konflikt und wir bekämpfen uns. Neben der Bewegung kann man als Aktion auf den Karten Ressourcen erhalten: Gold, Futter oder Kanonen für den nächsten Kampf.

Meine Handkarten. Mit den beiden Würfeln mache ich erst die linke Tagaktion, hier also x Felder vorwärts fahren. Danach die Nachtaktion, also Y Felder zurück, abhängig vom Würfelergebnis
Wenn das Rennen beendet ist, gibt es Punkte für die Platzierung des Schiffes. Aber auch für Goldmünzen und Sonderkarten, die wir als Piratenschatz finden können.

Fazit:

Ein leicht zu lernendes und kurzweiliges Ärgerspiel für bis zu sechs Personen. Die Regeln für das Einlagern der Waren, die Probleme, wenn man zu wenig Nahrung oder Gold zum bezahlen hat und die Kämpfe mit den Konsequenzen sind gut durchdacht, auch mit einer kleinen Glückskomponente. Jamaica ist ein buntes Familienspiel mit vorbildlichem Material. Von der tolle Anleitung bis zum Inlay des hochwertigen Materials bis zum Layout. Alles ist perfekt und macht Lust auf die nächste Runde.

Stubenscore: 7,6 / 10


JAMAICA
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Brettspiel (getestet)

Published — 13. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

The Shipwreck Arcana

Von: ferengi
13. Februar 2026 um 14:42

Ein Plättchenratespiel

Dieses kooperative Deduktionsspiel hat schon seinen Reiz.

Ziel ist es, 7 korrekte Rätsel zu lösen. Hierzu ziehen wir zwei Plättchen mit Zahlen zwischen 1 und 7 aus einem Beutel und legen eine dann auf eine von vier vor uns ausliegenden Arcana-Karten. Hiermit geben wir einen Hinweis an die Mitspieler, welches zweites Zahlenplättchen wir bei uns liegen haben.

Legen wir das Plättchen auf „Wenn deine beide Plättchen zusammen eine ungerade Summe haben, lege ein Plättchen hier ab“, und dieses bei unserem Pärchen der Fall ist, können wir

  • eine gerade Zahl ablegen und damit aussagen, dass das andere Plättchen eine 1,3,5 oder 7 ist. Also bleiben vier Optionen.
  • eine ungerade Zahl ablegen und damit aussagen, dass das andere Plättchen eine 2,4 oder 6 ist. Also eine Einschränkung auf drei Optionen.

Und so müssen wir zwischen den Arcana-Karten gut entscheiden, wie wir möglichst optimale Hinweise geben. Da jede Zahl nur dreimal im Beutel ist, spielt die Statistik auch noch eine Rolle.

Mit dem ersten Hinweis kommt man in der Regel noch nicht weiter. Nun ist der nächste Spieler an der Reihe und legt ebenfalls ein Plättchen auf eine der vier Karten. Hier kommt es aber bald zu dem Problem, dass bei zu vielen Plättchen auf einer Karte diese „verblassen“ kann. Hier bekommt das Team Minuspunkte. Und so kommt es zum Wettlauf zwischen Pluspunkten zum Gewinnen und Minuspunkten und wir verlieren.

Der Reiz des Spiels liegt an den sehr variablen und kniffligen Arcana-Karten mit ihren Aussagen. Und den Spielern, die die optimale Karten mit dem besten Hinweis für ihr Plättchen auswählen müssen.

Links ist die „Stundenkarte“, auf der der rote und grüne Marker bis zur 7 wandert und somit über Sieg oder Niederlage entschiedet. Daneben sind vier Arcanakarten für die Plättchen. Hätte ich die 4 und 7 und würde die 4 auf „4 apart“ legen, müssten alle darauf kommen können, dass ich nur die 7 verdeckt haben kann.
Die 5 auf „higher“ hilft wenig. Denn es kann die 1 bis 4 sein.
Die Mitspieler drehen bei meinem Plättchensatz (1-7) die Zahlen um, die sie nicht bei mir vermuten.

Fazit:

Ein cleveres kleines Logikspiel. Etwas Glück muss man mit den Arcanakarten haben, denn wenn die Aussagen darauf schwierig zu lösen sind oder wenig zur Lösung beitragen, kann man kaum gewinnen. Die um das Spiel gesponnene Geschichte ist zwar ziemlich willkürlich und optisch ist es auch kein Hingucker, ich wäre aber bei einer nächsten Runde wieder dabei.

Stubenscore: 7,5 / 10


THE SHIPWRECK ARCANA
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Brettspiel (getestet)

Published — 12. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Der Hobbit: Hin und zurück

Von: ferengi
12. Februar 2026 um 12:34

Der neue Knizia

Gerüchteweise soll das „Team Knizia“ ca. 90 „neue Spiele“ (inkl. Erweiterungen etc.) zur SPIEL 2025 auf den Markt gebracht haben. Das Roll & Write im Herr der Ringe – Universum gehört hier sicher zu den begehrtesten unter den Käufern und so hat das Team Stubenzocker auch gleich drei Exemplare erstanden.

Im Vergleich zu anderen Roll & Write, wie Hochsaison, Troyes Dice oder dem Klassiker Dungeons, Dice & Danger (die mir alles sehr gut gefallen) spielen wir mit unseren Hobbits eine Kampagne in einem Buch.

So besteht das Material aus abwaschbare Stiften und einem dickeren Buch mit den Kapiteln, obligatorischen Würfel und Sammelobjekten. Die Sammelobjekte wie Schwerter, Brot und Kieferzapfen hätte man natürlich auch als Ressourcen malen und abstreichen können. So wirkt das Paket aber wertiger.

Mit den Würfeln kann man auf dem Spielplan voranschreiten oder man nimmt sich Brote/Schwerter für spätere Aktionen.
Im ersten Kapitel müssen wir 12 Zwerge als Gäste nach Beutelsend verbinden. Mit gesammelten Brot und Schwerter erhält man zusätzliche Siegpunkte.
Im dritten Kapitel muss man Gewittern ausweichen und es wird recht taktisch: Gewinnen wird, wer die Brot und Schwerter maximal einsetzt, nicht wer zu erst im Ziel ist.

Die acht Kapitel spielen sich schon unterschiedlich, aber im Grunde laufen wir mit den Reisewürfeln von Start zum Ziel und sammeln Objekte, die wir dann an bestimmten Positionen einsetzen oder als Siegpunkte ins Ziel retten. Jedes Kapitel hat seine Sonderregeln und das Thema um Bilbo, Gandalf & Freunde wird gut eingefangen.

Fazit:

Wer schon ein paar Roll & Write gespielt hat, kommt hier schnell rein. Die Auswahl der Aktionen hat eine kleine Glückskomponente. Es werden fünf Würfel geworfen und alle nehmen sich reihum einen. Liegt keiner mehr, wird neu gewürfelt. Wer immer die freie Auswahl hat (also alle 5 Würfel), kann wertvolle Dreierwege oder Brot (was alle gerade besonders benötigen) den anderen wegschnappen. Aber das mittelt sich raus. Die Kapitel haben mit 30 Minuten die richtige Länge. Da bekommt man Lust, auch mal wieder ein anderes Roll & Write zu spielen. Ich mag die Mechanik.

Stubenscore: 8,0 / 10


DER HOBBIT: HIN UND ZURÜCK
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Brettspiel (getestet)

Published — 07. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Villen des Wahnsinns

Von: Madmix
07. Februar 2026 um 20:57

„Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!“

 

 

Wir werden das sehen, was die Hunde im Dunkeln anheulen, und das, worauf die Katzen nach Mitternacht die Ohren spitzen.

– H.P. Lovecraft, Vom Jenseits

 

Düstere Herrenhäuser ragen aus den schmutzigen Gassen Arkhams hervor. Hinter ihren Fassaden lauern die Mächte des Mythos, schreckliche Geheimnisse und unaussprechliche Monster. Heute Nacht wird eine tapfere Schar von Ermittlern hinter Arkhams verschlossene Türen blicken und dem Wahnsinn Einhalt gebieten.

Und so starten wir in die Villen des Wahnsinns 2. Edition von fantasy flight games. Zuerst beim Heidelberger Spieleverlag, liegen die Rechte jetzt bei asmodee. Laut diesen ist es ein vollständig kooperatives Horror- und Krimispiel welches wir wunderbar zu fünft in unserer Stubenzocker-Runde spielen können. Man kann sich aber auch alleine in das Abenteuer wagen, auf die Gefahr hin durch das lauerde Entsetzen dem Wahnsinn zu verfallen…

 

Der große Unterschied zur ersten Edition ist, das eine (kostenlose) App den Spielleiter ersetzt und während des Spiels die benötigten Karten und Marker für den Aufbau des Spielplans vorgibt. Auch das Auftauchen und die Bewegung der Gegner und alptraumhaften Monster übernimmt die App. Doch dazu kommen wir später.

Asmodee schreibt weiter, wir bestreiten mysteriöse Abenteuer, sammeln Waffen, Ausrüstung und Informationen und lösen verzwickte Rätsel, um die Monster aus fremden Welten, den Wahnsinn und sogar den Tod zu besiegen. Da sind wir mal gespannt, ob das so auch stimmt. Als großem Freund der Literatur von Lovecraft hat mich das Spiel schon lange angelacht und ich bin froh, endlich (mehr oder weniger) begeisterte Mitstreiter für die kommenden Abenteuer gefunden zu haben.

Über die App können wir uns für eins der Szenarien entscheiden und dann unsere Ermittler wählen. Durch düstere Klänge und stimmungsvolle Bilder wird hier schon ein angenehmes Ambiente aufgebaut. Wir erfahren, welche Startgegenstände wir unter unseren Charakteren aufteilen können und bekommen dann einen kurzen Text als Einleitung für unsere Aufgabe vorgelesen (später im Spiel dürfen wir selber lesen). Wir müssen im gewählten Level aus Innsmouth fliehen und sollen dabei noch Beweise über die schrecklichen Machenschaften der Familie Marsch sammeln. Zu jedem Ermittler und jeder Ermittlerin gibt es eine Karte, auf der die Werte bestimmter Fähigkeiten, wie Stärke, Geschicklichkeit, Willenskraft und auch die überlebenswichtigen Attribute wie Ausdauer und geistige Gesundheit, die die physischen- und psychischen-Lebenspunkte wiederspiegeln.

 

Auf der Rückseite steht auch noch etwas Hintergrundgeschichte zu den einzelnen Charakteren, ich finde es sehr spannend, andere haben den Fluff eher schnell abgehandelt.

 

Nun beginnt der Aufbau mit dem ersten Spielplanteil. Durchsuchungs-, Erkundungs- und andere Marker werden gemäß der Anweisungen von der App gelegt und das Spiel beginnt.

Pro Runde gibt es immer eine Ermittlerphase und eine Mythosphase. In der Ermittlerphase haben unsere Ermittler je zwei Aktionen zur Verfügung. Hier können wir uns zum Beispiel mit einer Aktion bis zu 2 Felder weit bewegen oder auf unserem Feld etwas durchsuchen oder etwas erkunden, Dinge vom Boden aufheben / fallen lassen oder mit anderen Ermittlern auf unserem Feld Dinge tauschen. Wenn wir etwas durchsuchen oder erkunden wollen, müssen wir dafür den Marker, der auch in der App an der gleichen Position auf der Karte abgebildet ist anklicken und haben dann verschiedenen Möglichkeiten.

Häufig muss man gegen eine bestimmte Zahl würfeln, hierfür nehmen wir so viele Würfel wie das gewüschte Attribut unseres Ermittlers hoch ist und schauen dann, ob wir aufmerksam genug sind, etwas herauszufinden, oder doch zu „dumm“ dafür sind, den versteckten Gegenstand der unter der Schublade festgeklebt ist zu finden. Die Würfel zeigen auf 3 Seiten das ältere Zeichen (ein gebogenes Pentagram) als Erfolgssymbol, auf 2 Seiten eine Lupe, das Ermittlersymbol und auf den letzten 3 Seiten ein erschreckendes nichts. Die Lupe dürfen wir gegen Bezahlung eines Hinweismarkers zu einem Erfolgssymbol drehen.

Manchmal müssen hier aber auch auf dem Tablet Zahlenrätsel geknackt oder Schiebepuzzel gelöst werden, bei denen jeder Ermittler, abhängig von den persönlichen Fähigkeitswerten, unterschiedlich viele Versuche bekommt. Beim Erkunden und öffnen einer Tür, kann dahinter ein Gegner zum Vorschein kommen, der mit einer weiteren Aktion angegriffen werden kann. Es können aber auch Personen auftauchen, die uns gerne freiwillig helfen oder dazu erst noch mit Charme überzeugt werden müssen.

Jemand hat sich an unserer Hotelzimmertür zu schaffen gemacht, erst fragen wir nett, wer denn da sei. Auf eine unfreundlich quäkende Antwort hin stoßen wir die Tür auf und stehen einem Dorfbewohner gegenüber, der uns mit einer Keule in der Hand nicht wohl gesonnen ist. Sind das da Kiemen an seinem Hals? Und überhaupt, das sind doch eher die Augen eines Fisches als die eines Menschen? Durch einen Schlagring als Startgegenstand und das richtige Würfelergebnis können wir ihn aber überzeugen, das er sich schlafen legt und uns nicht weiter in die Quere kommt.

 

In jede Richtung gibt es Möglichkeiten zu erkunden und wir entscheiden uns dafür in 2 2er Teams und einem Springer weiter vorzudringen.

Nach unseren Aktionen kommt die Mythosphase. Hier treten zuerst die unterschiedlichsten mysteriösen Ereignisse auf, die uns alle, einen bestimmten Charakter oder denjenigen mit dem höchsten / niedrichsten Wert in einer gewissen Region betrifft. Mal gaukeln uns unsere Sinne ewig lange Korridore mit unendlich vielen Türen vor, mal scheint es Blut zu regnen oder es sdchlägt aus heiterem Himmel (oder eher aus dem Nebel) ein Blitz ein. Danach bewegen sich die vorhandenen Gegner und greifen an, wenn sie in die Nähe kommen. Und zum Schluss muss jeder Ermittler, jede Ermittlerin in Reichweite eines Gegners einen Horrortest ablegen.

 

Im Laufe des Spiels „sammeln“ wir so Schadens- und Horror-Karten die unsere körperliche und geistige Gesundheit angreift. Erlangen wir genausoviel Schaden, wie wir Ausdauer (Lebenspunkte) haben, werden wir Verwundet und bekommen eine Verwundet-Karte, die uns sagt, welche Beeinträchtigung wir ab jetzt dadurch bekommen. Wenn ein Ermittler zum zweiten Mal soviel Schaden erleidet, scheidet er / sie aus.

Bei dem Horror ist das ähnlich, nur werden wir beim ersten Mal, wenn wir soviel Horror erlitten haben, wie unsere geistige Gesundheit beträgt oder überschreitet, wird der Ermittler wahnsinnig. Auch hier gibt es eine Karte, die allerdings verdeckt gelesen werden muss, da sich hierdurch die Siegbedingungen dieses Ermitterls ändern können.

 

Die Teams haben sich mitlerweile auch etwas aufgeteilt, um möglichst viel parallel zu erkunden.

 

Ein wütender Mob aus Dorfbewohnern sucht nach uns, aus dem sich immer wieder einzelne Individuen lösen und uns den Weg abscheiden wollen. Durch ihren fanatsichen Sing-Sang haben sie dazu auch noch ein Monster aus den Tiefen des Meeres heraufbeschworen.

 

Wir müssen die Informationen auf diesem Bild in die richtige Reihenfolge bringen, um belastende Informationen gegen die Familie Marsch zu bekommen.

 

Fazit:

Auch wenn man viel mit dem Tablet interagiert, findet das eigentliche Spiel auf dem Tisch statt und es kommt nicht der Eindruck auf, warum wir nicht gleich ein Videospiel spielen. Ich finde die Kombination sehr gelungen. (Ein weiteres Spiel mit der Kombination Tablet – Tisch aber auf eine gänzlich andere Art, die mir aber auch sehr gefällt ist Boss Fighters QR ) Die Regeln sind schnell verstanden und nicht zu komplex. Mit fünf Personen hat man pro Ermittlerphase zwar viele Aktionen um schnell auf dem Plan voranzukommen, es zieht sich auf Dauer aber schon etwas, wenn man von der Story nicht so gefesselt ist wie ich. Die für das gewählte Szenario angegebene Zeit von 60-90 min haben wir mehr als verdreifacht (aber hey, es war quality Time!). Die Rufe nach kleinen Hausregeln bei den Kämpfen, könnten auch jedem beim gleichzeitigen Auftauchen vieler Gegner den Spielspaß etwas erhöhen, ist aber nicht zwingend erforderlich, es sei denn, man möchte das Szenario auf jden Fall beim ersten Mal erfolgreich meistern. Die düstere Stimmung, die Lovecraft in seinen Werken hervorruft, wird gut wiedergegeben und ich kann es jedem Cthulhuisten wärmstens ans Herz legen!

 

Stubenscore: 8,6 / 10


VILLEN DES WAHNSINNS
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Brettspiel (getestet)

Published — 04. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Tea Garden

Von: ferengi
04. Februar 2026 um 18:29

Entspannte Tee-Zeremonie?

Ob im Weltall (SETI), im Froschteich, im Aquarium (kommt bald) oder demnächst im Lovecraft-Universum (B.E.L.O.W.: Asylum), entspannt ist es bei Tomáš Holek nie.

Thematisch befassen wir uns bei Tea Garden über fünf Runden mit dem Anbau von Tee, der Fermentation und dem Verkauf. Oder wir segeln dem Fluss entlang. Hierzu haben wir eine Hauptaktion und manchmal auch eine Nebenaktion und dann noch freie Aktionen. Hört sich viel an. Aber in den ersten der fünf Runden ist das noch recht übersichtlich. Gegen Ende der Spiels ist ein Zug dann schon „etwas“ komplexer.

Das Spielfeld mit den Teeplantagen

Unsere Aktionen triggern wir mit unseren Handkarten. Diese haben einen Wert, um Aktionen bezahlen zu können. Außerdem haben die Karten auch Teekannen oder Symbole für Nebenaktionen.

Da man mit einer 1er-Karte wenig anfangen kann, legen wir in der Regel einen Schwung Karten auf unser erstes Feld im Tableau für die erste Aktion in dieser Runde. Die Werte werden addiert, so dass wir auch anfangs schon 2er oder 3er Aktionen ausführen können. Für Zusatzaktionen oder Teekannen zählt dann nur die oben liegende Karte, so dass man gut vorausplanen muss. Anfangs wird man erstmal versuchen neue, bessere Karten zu kaufen. Denn Tea Garden ist ein Deckbuilder. Hierzu benötigt man zusätzlich zum Wert der Karte die abgebildete Teekannen und Tee in bestimmten Wertigkeiten, um spezielle Karten zu kaufen. Puh, hört sich komplex an, man kommt aber rein.

Das Tableau mit den Teefeldern, dem Fluss, der Kaiserleiste und ein paar anderen Dingen. Wichtig sind unten links die sechs Karten, die wir für die Kosten über der Karte (1 bis 5) und den weiteren Kosten ganz unten auf der Karte (Teekannen in einer bestimmten Farbe und Teeblätter bestimmter Wertigkeiten) kaufen können.

In anderen „Haupt“-Aktionen erwerben wir neue Plantagen, können Tee ernten oder verkaufen. Und in Nebenaktionen (also das Symbol in der Mitte der oben liegenden Karte zur Hauptaktionen) schreiten wir bei der Universität voran, fahren mit dem Boot oder sammeln Teekannen. Dann gibt es noch freie Aktionen, womit wir z.B. auf der Kaiserleiste voranschreiten und Karten für Siegpunktebedingungen erhalten.

Eine Schlüsselkomponente ist die Ressourcenplanung mit unseren Teeblättern. Die gibt es 6 Stufen und am Ende der Runde werden sie eine Stufe wertloser. Es sei denn, man hat sie fermentiert.

Fazit:

Ein Szenario mit Tee, entspannenden Farben und ein großes China mit dem Jangtse. Aber all dies soll nicht täuschen, denn dies ist kein Familienspiel. Tomáš Holek hat hier wieder ein komplexes Eurogame designt mit Deckbuildung, Arbeitereinsatz & Ressourcenmanagement. So langsam entwickelt er sich zu meinem Lieblingsdesigner, denn seine Spiele sind wunderschön und herausfordernd, aber nicht zu komplex. Der BGG-Empfehlung als 3-Personen-Spiel sollte man folgen, denn mit vier Personen wurde es dann schon etwas zäh zum Spielende.

Stubenscore: 8,4 / 10


TEA GARDEN
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Brettspiel (getestet)

Published — 02. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Froschreich

Von: ferengi
02. Februar 2026 um 11:26

Ein Wasserspiel


Spätestens nach Castle Combo sind Kartenlegespiele in 3×3-Raster, oder hier 3×5-Raster, beliebt.

Und wenn Tomáš Holek ein Kartenspiel designt muss ich das spielen. Ganz leicht zugänglich ist das Froschsammelspiel nicht. Auch wenn man von Castle Combo den sich ändernden Siegpunktemechanismus gewohnt ist, bringt Holek mit acht Fröschen, 5 Lebensräumen und der Rückseite mit Wasser und Boni einige Abhängigkeiten in unseren Teich. Da wir sich wiedersprechende Siegpunktebedingungen einhalten müssen, ist die Planung wichtig. Denn einige Frösche bringen nur dann Punkte, wenn sie viele verschiedene Nachbarn haben. Andere wollen im ganzen Teich maximal drei verschiedene Frösche. Das macht es komplex.

Und nun kommt das Problem: Wir haben nur drei Karten auf der Hand. Dann ziehen wir eine aus der Auslage und legen eine aus. Wir bewegen dann den Frosch auf der Leiste und können an den beiden Stellen, wo er landet, weitere Karten unter die Futterkarten legen. Viel planen kann man da am Anfang zumindest nicht.

Unten die Auswahl der Karten. Ziehen wir z.B. die mittlere Karte auf die Hand, wandert der Frosch oben um ein Feld. Und wir können jeweils eine Handkarte unter den beiden Futtertieren bei uns schieben.

Legen wir eine Futterkarte, z.B. unter die Spinne, dann bekomme wir später je Karte in unserem Teich mit einer Spinne als Futter einen Punkt. Legen wir später eine weitere Karte unter die Spinne sind es zwei. Doch wir haben ja nur wenige Karten. Wollen wir mehr Karten erhalten, müssen wir Karten ablegen, die uns das ziehen einer weiteren Karte ermöglicht. Oft geht dies nur, indem wir die Karte mit der Rückseite (dann als Wasserkarte) auslegen. Die gibt aber nur selten Siegpunkte und blockiert ein Feld. Das hört sich jetzt alles komplexer an, als es ist. Aber man braucht schon etwas Konzentration, um da rein zu kommen.

Aber man bekommt auch noch Siegpunkte für Frösche. Für einen 5, für 2 schon 12, für 3 dann 21 usw., siehe Bild 1. Aber hierzu müssen wir die Bedingungen erfüllen.

Die Siegpunkte zum Spielende. Den gelben (Panamanian golden frog) habe ich zusammenhängend 5mal und ich habe mindestens 4 gleiche Futterquellen (hier Spinnen).
Die BG Stats App erleichtert die Auswertung

Fazit:

Etwas komplexer als Castle Combo und auch etwas weniger Spielspaß. Zu oft musste man noch mal gucken, was denn bei welchem Frosch zu bedenken ist. Nach ein paar Spielen kennt man die Mechanik und Abhängigkeiten und trotzdem würde ich Castle Combo vorziehen.

Stubenscore: 7,2 / 10


FROSCHREICH
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Brettspiel (getestet)

Published — 01. Februar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Unsolved Crimes

01. Februar 2026 um 08:45

Detektivarbeit mit Stylus

Unsolved Crimes heimste 2008 eher durchschnittliche Wertungen ein, war aber zumindest so erfolgreich, dass ein Jahr später auch ein Nachfolger kam. Im Vergleich zu Titeln wie Phoenix Wright oder Professor Layton schwamm es aber eher in der Bugwelle – bei verkauften 154 Millionen NDS scheint sich es trotzdem gelohnt zu haben. Macht es trotzdem Spaß?

Im Stile von CSI:Irgendwas ermittle ich in New York vertrackte Mordfälle. Dabei begehe ich den Tatort, sondiere Aussagen verdächtiger Personen und begutachte Beweise. Mittels aufpoppender Multiple-Choice fragen, nähere ich mich dann der Lösung des Falls und berichte letztendlich an meinem Boss meinen Verdacht.

Es macht Spaß eine Szenerie abzusuchen und direkt zu erkennen, dass beispielsweise anhand des Winkels eines Schusses, der Mord von einer bestimmten Stelle passiert sein muss. Leider führt mich das Spiel erst später zu dieser Multiple-Choice Auswahl, so dass man sich wirklich sehr geduldig Schritt für Schritt der Lösung nähern muss. Meine Kollegin führt mich Schritt für Schritt durch die Fälle. Und sie redet auch ganz gern. Die nicht allzu ausufernden Texte werden wie bei Hotel Dusk Zeichen für Zeichen eingeklickert – und ja, sie sind nicht skipbar. Auch sonst ist es technisch nicht das beeindruckendste Nintendo DS Spiel, was etwas schade ist, da die erzählten Fälle an sich ganz spannend erdacht sind.

Die japanischen Entwickler Nowpro, gegründet 1986, ist auch heute noch aktiv, arbeitet aber heute als meist als Auftrags- oder Partnerstudio und macht heute sowas wie Pac-Man World Re-Pac 2 – schade, da wäre mir ein gutes Remake von Unsolved Crimes lieber.

Stubenscore: 6,5 / 10

Ich mag die Retro-Stiftsteuerung
Endlich darf ich beantworten, was mir gleich aufgefallen ist: die Kugel muss von hier gekommen sein – siehe Loch in der Wand gegenüber.
Da liegt doch was unter dem Tisch? Neben Frage und Antwort Spielen, sucht man sie Tatorte ab.

UNSOLVED CRIMES
METACRITIC

NDS

Published — 31. Januar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Unsolved: Der Jagdunfall

Von: ferengi
31. Januar 2026 um 08:04

… oder war es etwa Mord?

3 Boxen mit je drei Fällen hat Fréderic Moyersoen in der Unsolved-Reihe entwickelt und gut abgeschnitten hat die Reihe nicht. Schauen wir uns das mal an.

Das Spiel besteht aus 30 festen Karten für alle Fälle und sechs weiteren spezifischen Karten für jeweils der drei Fälle. Die x Spieler schauen sich je Runde x Karten an, machen sich Notizen und können im gesamten Spiel 12 Karten offen auslegen und den Rest müssen sie ablegen. Hier ist man dann also auf die Notizen angewiesen. Und man könnte jeweils viel notieren.

Mit der ersten Karte sehen wir einen Toten, viel erkennen kann man aber nicht. Nun müssen wir über die Karten ermitteln, ob und wer ermordet wurde, wer der Mörder ist und welches Motiv es gab. Ca. 30 Minuten (abhängig, wieviel man sich notiert) braucht man für einen Fall. Hierbei stimmen wir uns ab, was zu notieren ist und welche Karten wir behalten. Dann diskutieren wir den Fall. Im Anschluss lesen wir die Lösung durch und geben uns Punkte für unsere Erfolge. Ab Fall 2 kennt man schon viele Karten, achtet aber auf andere Dinge.

Unsere ersten Karten. Oben der Tote. Ein Unfall? Unten unsere ersten Indizien. Wer chattet da und freut sich über einen Treffer? Und wer raucht und hat einen Ring am Daumen? Rätsel über Rätsel …

Fazit:

Gar nicht so einfach. Man musste schon sehr auf Details achten. Da die Karten in zufälliger Reihenfolge gezogen werden, ist auch der Zeitablauf nicht immer eindeutig. Oder spielt er keine Rolle? Wir waren recht erfolgreich, auch wenn wir den Mörder nicht immer gefunden haben. Es gibt aber auch interaktivere Kriminalfälle wie z.B. die Unlock-Reihe. Es war ok, aber eine weitere Box kaufe ich nicht.

Stubenscore: 6,4 / 10


UNSOLVED: DER JAHGDUNFALL
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Brettspiel (getestet)

Published — 30. Januar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Revolver Noir

30. Januar 2026 um 08:22

Kann man mit 16 Karten ein gutes Spiel machen?

Die Idee hinter den Spielen von Button Shy Games ist es, mit möglichst wenig Material gute Spiele zu machen. Die sogenannten „Wallet Games“ sollen einfach in der Brieftasche, bzw. im Portemonnaie, immer mitnehmbar sein. Aber kann man wirklich gute Spiele mit dieser Vorsatz machen?

Die anfängliche Skepsis war bei Revolver Noir schnell verflogen. Was Xavier Davidson hier mit wenig Material erzeugt, ist erstaunlich. In Gedenken an Spy vs. Spy laufen wir als zwei Agenten durch ein Haus mit acht Zimmern, ohne zu wissen, wo sich der jeweilige zu erschießende Gegner aufhält.

In unseren Zügen haben wir jeweils zwei Aktionspunkte. Damit können wir uns bewegen, lauschen, wo sich unser Gegner befindet, eine Falle platzieren, in eine Richtung schießen oder die Sonderaktion des Raumes auslösen, in dem wir uns gerade befinden. Riskiere ich einen Schuss, der direkt zwei Aktionspunkte kostet oder bewege ich mich, um die vielleicht taktisch clevere Funktion des angrenzenden Raumes zu nutzen?

Das Katz-und-Maus-Spiel ist wirklich durchdacht und der schmale Grad sich zu verstecken und gleichzeitig seinem Gegner Schaden zuzufügen, ist wirklich spannend. Es ist schon überraschend wieviel Kopfzerbrechen „schnelle Runde“ mit den wenigen Karten bereiten kann. Auch das Handling mit den eigenen Karten ist gut gelöst: so legt man den aktuellen Aufenthaltsraum oben auf sein Set oder dreht den Raum um 90 Grad, in dem man eine Falle platziert hat – man hat sein eigenes Setting mit den 8 Karten zu jeder Zeit in seiner Hand.

Mit weiteren 5 Karten kommt direkt eine Erweiterung mit, die etwas Variabilität bringt und zu weiteren Runden einlädt. Ob man Revolver Noir nun viel häufiger spielt, mag fraglich sein, aber für den geringen Material und Kosteneinsatz ist es ein bemerkenswert gutes Spiel.

Stubenscore: Für jede der 16 Karten einen halben Punkt.

Ich bin im Schlafzimmer und kann in den Flur oder in die Küche gehen. Oder schieße ich in einen angrenzenden Raum?
Neben den acht Karten gibt es noch eine Karte des Hauses und eine Übersicht der möglichen Aktionen.
Alles wird mit den acht Karten erledigt.

REVOLVER NOIR
BGG

Published — 29. Januar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Everdell Duo

Von: ferengi
29. Januar 2026 um 08:07

Ach ist das wieder niedlich

Zu jedem erfolgreichen Spiel folgt inzwischen eine Würfel-, Reise- oder auch Duo-Version. Und so konnte das Ehepaar Wilson nicht widerstehen und sie sprangen auf den Zug auf. Wie auch schon allgemein bei Everdell zeichnet sich auch die Duo-Version durch einen hohen Preis aus. Aber dafür sieht alles wieder sehr niedlich gezeichnet aus und das Material ist auch schön.

Spielerisch hat sich zum normalen Everdell aber einiges geändert, wobei Grundmechanismen vom großen Bruder aber übernommen wurden. Wir platzieren weiterhin unsere tierischen Arbeiter und haben Karten, die wir gegen Ressourcen in unsere Stadt bauen. Neu ist z.B., dass wir zusätzlich Karten von der „Wiese“ spielen können und dort auch Sonne & Mond vorangehen, die die Auswahl der Wiesenkarten beeinflussen und auch die Rundendauer regelt (Änderung der Jahreszeit). Es gibt diesmal also kein Kartenlimit in der Stadt, welches das Spielende einleitet.

Neu ist auch, dass wir konfrontativ oder auch in einer Kampagne kooperativ 15 Kapitel spielen können.

Der Spielaufbau. Unsere Aktionen setzen wir im unteren und oberen Spielbereich auf die bewährten Bärentatzenfelder. In der Mitte ist die Auslage „Wiese“ mit 12 Karten, die wir alternativ zu unseren Handkarten spielen können. Zwischen den Kartenreihen wandern die Sonne und der Mond, die – rechts angekommen – die nächste Jahreszeit einläuten. Alles sehr „kompakt“ oder beengt.
Meine Stadt wächst nicht so schnell wie beim Hauptspiel und die Karten machen auch weniger.

Fazit:

Auch wenn mit die große Version besser gefällt, hat die Duo-Version doch ihre Berechtigung. Mit einer Stunde Spieldauer ist sie auch deutlich kürzer, insgesamt auch nicht so komplex und daher einsteigerfreundlicher. In der Sammlung muss ich es aber nicht haben. Um Materialkosten zu sparen wurde alles leider sehr eng packt und geplant. Vielleicht hätte man der Schachtel (und dem Spielplan) 3-5cm mehr gönnen sollen.

Stubenscore: 7,9 / 10


EVERDELL DUO
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Brettspiel (getestet)

Published — 27. Januar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Wizardry 7 Crusaders of the Dark Savant

27. Januar 2026 um 12:17

Coming Home.

 

Wenige Dinge haben mich in meiner Jugend so geprägt wie Wizardry 7. So begab ich mich in jugendlichem Leichtsinn Anno 1993 auf eine denkwürdige Reise nach Lost Guardia. Als ich den Planeten nach 7 Monaten meines Lebens wieder verließ war ich nicht mehr derselbe, denn für mich war dieses Spiel das Portal in die Wunderwelt des Nerdtums aus dem es bis heute kein zurück gab. Über die Jahre wurde aus meiner ehemaligen Begeisterung eine Legende. So stelle ich mir heute mit leichtem Unbehagen im Jahre 2026 die Frage: wieviel an dem Mythos ist heute nurmehr verklärte Romantik? Abenteurer, begleitet mich auf meiner erneuten Reise zum Spiel meines Lebens.   
  
OK – Pathos beiseite. Das Spiel ist eine amtliche Herausforderung. Fangen wir hier an: es liegt eine 107-seitige Anleitung bei. Diese ist nicht nur zum Schönsehen da. Du wirst sie lesen müssen. Aufmerksam … und freilich auch immer wieder aufblättern müssen, weil sie ist gleichzeitig noch zur Passwortabfrage dient.   
Auch so eine retro Rollenspielsache ist das „Party auswürfeln“. Nicht nur solltest Du eine grobe Vorstellung davon haben welche der 11 Rassen- (von Mensch, Elf, Dracon, Felpurr bis Mook) und 14 Klassen-Kombinationen (Fighter, Thief, Mage, Ninja, Bard bis Samurai) Du in deine 6er Party aufnehmen möchtest, sondern Du musst sie Dir auch verdienen.
Verdienen durch Auswürfeln, Auswürfeln und Auswürfeln.
Das sollten Dir grob 2 Stunden wert sein. Du wirst es Dir später danken, denn das Spiel ist … schwer. Nicht so ein 2026 „git-gud“ schwer sondern so ein „1992-Leben-ist-unfair-sterblicher-Wicht-nimm-das“ schwer.   
Das Charaktermanagement ist so tief wie fummelig.
Noch dabei? 
   
Die Party bewegt sich im alten RPG-Standard  „quadratweise“. Die sowohl zufälligen als auch getriggerten, rundenbasierenden Kämpfe sind komplex, oft langwierig und RNG-lastig. Aus den Fähigkeiten, Items und Vielzahl an Zaubern (aus 4 Schulen, 6 Elementen mit jeweils 7 Stärken)  kombiniert mit einer weiten Auswahl und Gegnertypen und deren Angriffsmuster sowie Resistenzen wird man wohl oder übel viel lernen müssen, um bestehen zu können. Die 2026 Test-Kampagne profitiert allerdings von detaillierten Wikis mit allen Stats („Ach, Rattkin haben nur 16% Fire Resistance? Fire ball coming ONLINE :D“). Hier kommt für mich der Großteil der Motivation her, denn gewonnene Kämpfe fühlen sich „verdient“ an.             
Lasst mir euch ein Lied spielen. Meine Bardin hat mich mit Ihrer Kunst durch die ersten Spielstunden getragen.
Die Welt ist groß. Auch wenn sie für mich heute dank Wiki-Map, gegenüber der Vorstellung meines alten Selbst mit 15, deutlich kleiner wirkt hat man es sehr leicht (auch dank der gleichförmigen Präsentation) sich zu verlieren.    
Automap fragt Du? Grundsätzlich gibt es das. Nur muss man erst die Karte finden. Und ein Charakter sollte den Karten-Skill hochleveln. Sonst sieht das, was einem das Spiel als Karte präsentiert wird so aus, als hätte es in der Kita heute Cola und Fingerfarben gegeben.    
Aliens ! Damit könnte ein nicht unerheblicher Teil der Stubenzockercommunity angesprochen werden.
Eine große Innovation ist und gleichzeitig auch heute wieder ein Kopfzerbrecher ist das gerne auch mehrfache Umlernen der Klassen deiner Charaktere. Ein Priester muss nicht die ganze Zeit Priester sein. Wie wäre ein Upgrade zum Bischoff, oder eine völlig andere Karriere als Ninja. Gegeben natürlich der Fall, dass Dein Charakter die Mindestvoraussetzung mitbringt. Eine Party die dies aktiv nutzt hat direkte (und bitter nötige) Vorteile im Spiel. Selbst nutze ich gerade ein rollierendes System, bei dem immer ca. 2 Charaktere gerade umschulen (und deshalb nicht ganz so fähig sind). 
Zur Hölle mit Dir Lord of the Dark Forrest. Nach einer Woche umskillen und grinden hab‘ ich ihn endlich gelegt bekommen. Die gezeigte Party von „vor der ganzen Arie“ wurde in 2 Kampfrunden komplett aus den Socken gehauen.
So, das waren die Standards. Damit wäre das Spiel solide, fordernd und spaßig. Aber woher kommt das spezielle Etwas, dass dieses Spiel nicht in der Versenkung verschwinden lässt?   
Es ist das Worldbuilding.   
    
Die erzählerische Spannweite und die offensichtliche Lust des Authors David W. Bradley am Schreiben, Verzaubern und Überraschen, ist eine Freude.
Du kommst als naive Heldentruppe mir einem Raumschiff auf Lost Guardia an. Nach einem einem schönen Vorspann bekommst Du kryptische Dinge von einem Dark Savant gezeigt, bist aber völlig überfordert und überfragt, wie das denn alles von Schwert und Schild bis Raumschiffen zusammenpasst. Damit bist Du auf dem selben Level wie deine eigene Party, die sich Mühe gibt eine Muskete mit der Vorstellungswelt eines Bauern aus dem 12. Jahrhundert zu erklären. Von Chipkarten und Lasern ganz zu schweigen. Die Fantasy blüht zwischen den Lücken der Erzählung.     
In dieser Welt leben nicht nur High-Fantasy Völker wie die orkisch, feudalen Gorn, die gnomischen, zelotischen Munk, die magischen, zelotischen Dane sondern auch die in „Landspeedern“ fliegenden Helazoid und fremde Invasoren wie die Steam-Punk-Nashörner Umpani und die alienhaften (im Sinn von „Alien“, dem Film) alles verzehrender T’Rang samt eierlegender Mutter.    
mystisch, kryptisch, schön
Es sind aber vor allem die kleinen eigentlich „nicht notwendigen“ Geschichten, die einen die Welt lebendig werden lässt.   
Ein Beispiel. Deine Party ist seit geraumer Zeit in einem tiefen Wald. Alles ist eine Bedrohung, Du freust dich über jeden Kampf bei dem deine Party nicht direkt ausgelöscht wurde und dann kommt eine Reihe ominöser Texteinblendungen (meine Übersetzung):
    
In der ferne hörst du ein schauerliches Wehklagen    
es kommt näher     
es ist furchtbar, grässlich …
… 
es ist…
Bruder T’Shober !
der jaulend, singende (und leicht trunkene) Mönch stolpert Euch entgegen: 
„Seid gegrüßt HICKS werte Brüder“
Dieses und weitere zufällige Begegnungen zwischen Komödie und blankem Horror lassen einem die ansonsten schmucklosen und eher öden Gegenden im eigenen Geiste lebendig werden. 
Emotionales Gegenbeispiel: in den ersten 10 Spielstunden bekommt man einen Artefakt, den man die 100+ Stunden bis zum Ende mit sich herumträgt. Konstant nagt es in der Zwischenzeit an einem, was es damit auf sich hat. Die Auflösung bringt einen traurig schönen Abschluss zu einer Tragödie zweier Liebender. Wunderschön. 
Die Präsentation unterstützt aktiv Deinen eigenen „inner empire“ Skill aus Disco Elysium
Übrigens hatte ich dann Anno 1993 noch vollem Momentum Teil 6 „The Bane of the Cosmic Forge“ erstanden und … nunja angespielt. Die EGA Grafik wäre wohl noch erträglich gewesen, aber der noch einmal erhöhte Frustfaktor (Prädikat „albern“) hatte mir das in Windeseile vergällt (ich kam nicht über den ersten Raum hinaus). Teil 8 und das Ende der „Dark Savant Trilogie“ versuchte sich in die stufenlose 3D Welt zu evolvieren. Das hatte auch halbwegs funktioniert, auch wenn das darunterliegende Mechanik-Gerüst es nur leidlich trug. Teil 6 bis 8 bilden zusammen die abgeschlossene Dark Savant Trilogie und ganz hartgesottene können Ihre Party von Teil 6 aus 1990 bis Teil 8 aus 2001 verwenden und haben noch einmal eine ganz andere Spielerfahrung und Story Arcs.          
Fazit:
Was bleibt ist die Frage, ob die Illusionen und der Zauber in meiner Jugend gegenüber dem technokratischen Blick hinter die Mechanik meiner Selbst von heute bestehen kann. Auch gewonnene Weisheit hat ihren Preis.    
In Summe bin ich jetzt dankbar und erleichtert, dass für mich der alte Zauber des Spiels (und auch in mir) noch nicht erloschen ist.  
Spricht aus mir eine verklärte Nostalgie? Absolut. Und ich freue mich für jeden, der sie für andere Werke in sich trägt und ebenso offen ist, sich auch heute von neuen Geschichten neu verzaubern zu lassen.   
Jahrelang trug ich das Zitat aus der ersten Seite des Handbuchs mit mir herum:  
„Für all‘ jene die sich gegen das Gewicht des Universums stemmen, um sich einen Schritt über ihren Horizont zu erheben“.
Das, wie das gesamte Spiel, sind untrennbar mit mir verbunden.  
Ich starte es gleich wieder. Es gibt noch so viel zu erleben.  
Stubenscore:
Gerald Be 1993 mit Pickeln: 9,4 (weil die PowerPlay auch eine 94 gab)
Gerald Be 2026 mit dicker Retrobrille: 8,5
Gerald Be 2026 mit 2026 Spielererwartung: ach ne lass mal. 
Bonus Links: Mit diesen [!] Powerplay Tests begann bei mir alles  
Bonus: Spielmechaniken aus der Retro-Hölle
Kopierschutz Anno 1992. Zum Glück ist die Anleitung jetzt „frei“ im Netz erhältlich.
Auch Freunde des gepflegten Parserns kommen auf Ihre Kosten.
Published — 26. Januar 2026 … endlich ein Blog über Spiele

Bound VR

Von: ferengi
26. Januar 2026 um 08:22

Tanzen befreit

 

Wir sind am Strand, schwanger, haben ein Buch mit merkwürdigen Zeichnungen. Und Flashbacks.

Angekommen im Spiel

Plötzlich sind wir in einer Polygonenwelt, durch die wir tanzen und andere anmutige Bewegungen machen. Kunstvoll. Doch die abstrakte Welt führt uns durch unsere Vergangenheit. Und unsere Familiengeschichte. Was möchte uns unsere Mutter über die Familiengeschichte erzählen? Und warum ist das alles so geheimnisvoll?

Anfangs im Spiel probiert man erstmal seine Bewegungsmöglichkeiten aus. Man wird viel tanzen …

Auf unserem Weg über enge Wege kann uns nicht viel passieren. Fallen wir runter, spawnen wir direkt wieder am selber Punkt. Merkwürdige schwarze Objekte oder rote Flammen umtanzen wir, wir rollen durch Grashalme, verstecken uns vor „Lärm“. Echte Gegner gibt es nicht, Bound lebt von der Geschichte, die uns erzählt wird. Dabei kommen wir immer wieder ins Jetzt zurück und gehen ein paar Schritte am Strand und gucken in unser Buch mit Aufzeichnungen.

Bild 3 Unser Vater spielt mit uns Schach. Werden wir gewinnen?

Zur Athmosphäre passt die Musik von Oleg „Heinali“ Shpudeiko, die teilweise große Überschneidungen mit der Stranger-Things-Theme hat.

Die Polygonenwelt ist schon wild
Es gibt auch wenige „leichte“ Geschicklichkeitseinlagen. Also von einer fahrenden Plattform im richtigen Moment auf die nächste springen.
Die Aufzeichnungen gucken wir uns immer wieder an, gehen ein paar Schritte am Strand bis zum „Finale“.

 

Fazit:
Ich habe das Kunstwerk in 2,5 Stunden im VR-Modus abgeschlossen. Die Kamera muss man hier leider sehr häufig neu fokussieren. Vermutlich ist das Erlebnis auch in 2D nicht schlechter, aber wofür hat man den die VR-Brille. Im Anschluss kann man die Geschichte im Speed-Run erneut durchlaufen und wahrscheinlich viele Trophäen erspielen. Aber kennt man die Geschichte, ist der Reiz vorbei. Und die Geschichte ist schon gut und vor allem gut erzählt.

Stubenscore: 7,4 / 10


BOUND VR

OPENCRITIC

PS4 | PS5 | PS4 VR (getestet)

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