Lese-Ansicht

Propolis

Brettspiel Propolis: Unsere Rezension auf Brettspieleust.de
Molly Johnson, Robert Melvin, Shawn Stankewich
Alderac, Ravensburger
1-4
10+ Jahre
45 Min.
Unsere Wertung:
„Wer glaubt, bei diesem Thema handele es sich um ein seichtes Bienchen-und-Blümchen-Spiel, wird bereits nach wenigen Zügen eines Besseren belehrt. Propolis versteckt unter seiner charmanten Optik ein überraschend taktisches Kräftemessen um Mehrheiten, Ressourcen und den Ausbau der eigenen Kolonie.“

Darum geht’s beim Brettspiel Propolis

Mit Propolis nehmen uns die Autoren Molly Johnson, Robert Melvin und Shawn Stankewich mit in die Welt rivalisierender mittelalterlicher Bienenstaaten. Der Titel von Alderac Entertainment Group (AEG), in Deutschland lokalisiert von Ravensburger/Alea, richtet sich an ein bis vier Personen ab zehn Jahren und verbindet Worker-Placement, Engine-Building und Area-Control zu einem Gesamtpaket. Ziel ist es, die eigene Kolonie zum angesehensten Volk zu entwickeln und die Gunst der Königin zu gewinnen.

Dafür entsenden wir unsere Arbeiterinnen in verschiedene Landschaften, sammeln Ressourcen und erweitern ihre Wabe um neue Strukturen (=Gebäudekarten). Mit jedem errichteten Gebäude wächst die eigene Kolonie weiter, bis schließlich ein prächtiger Palast für die Königin entstehen kann. Hinter dem freundlichen, etwas aufgesetzt wirkenden Thema verbirgt sich dabei ein Spiel, das von knappen Entscheidungen und Konkurrenzdruck lebt.

Aufbau und Spielablauf

Der Ablauf einer Partie in Propolis ist klar strukturiert. Wer am Zug ist, entscheidet sich für genau eine von fünf möglichen Aktionen. Arbeiterinnen können eingesetzt, bereits platzierte Figuren (Beeple!) befestigt, zurückgerufen oder neue Waben- beziehungsweise Palastteile gebaut werden. Trotz dieser überschaubaren Auswahl entsteht schnell eine Vielzahl taktischer Überlegungen.

Besonders interessant ist das Zusammenspiel zwischen Ressourcengewinnung und Gebietskontrolle. Bereits das Platzieren von Arbeiterinnen auf dem Ressourcen-Tableau bringt sofort Rohstoffe wie Pollen, Nektar oder Wachs ein. Noch wichtiger wird jedoch das anschließende Befestigen der Beeple. Dabei werden die Figuren auf die Seite gelegt und zählen später doppelt für die Mehrheitenwertung der jeweiligen Landschaftsreihe. Dadurch entsteht ständig die Frage, ob man lieber weitere Ressourcen sammelt oder seine Position für kommende Wertungen absichert.

Platzieren von Arbeiterinnen auf dem Ressourcen-Tableau bringt sofort Rohstoffe.
Strukturkarten im offenen Markt: erweitern unsere Wabe um neue Gebäude.

Viel Interaktion am Spieltisch

Wie eng die einzelnen Mechanismen miteinander verzahnt sind, zeigt sich in einer typischen Spielsituation. Drei Arbeiterinnen werden auf einer Wiesenkarte eingesetzt und liefern sofort zwei Einheiten Wachs sowie einen zusätzlichen Nektar. Gleichzeitig wird damit das letzte freie Feld einer Landschaftsreihe besetzt. Als Belohnung gibt es einen Joker-Rohstoff, außerdem wird unmittelbar die Mehrheitenwertung ausgelöst. Wer hier die meisten befestigten Einheiten besitzt, gewinnt die Kontrolle über die Reihe, nimmt seine Figuren zurück auf die Hand und kann dadurch deutlich flexibler planen als die Konkurrenz, deren Arbeiter vorerst auf dem Spielfeld verbleiben.

Diese Wertungen sorgen für eine bemerkenswert hohe Interaktion. Kaum eine Entscheidung betrifft nur die eigene Kolonie. Jeder Zug kann Einfluss darauf haben, wann eine Reihe gewertet wird, welche Landschaften verschwinden oder welche Chancen den Mitspielern offenstehen. Dadurch bleibt die Konkurrenz jederzeit präsent und die Auslage wird ständig neu bewertet.

Fragen und Antworten

Wie funktioniert die Mehrheitenwertung beim Brettspiel Propolis?

Eine Mehrheitenwertung wird ausgelöst, sobald in einer Reihe von Landschaftskarten kein einziges Feld mehr komplett frei ist. Bei der Auswertung zählt jede normale Arbeiterbiene als ein Punkt, während jede auf der Seite liegende Biene als zwei Punkte für die Mehrheit gewertet wird.

Welche Funktion hat der Palast der Königin im Spiel?

Der Palast der Königin ist eine spezielle Strukturkarte, von der jede Person maximal ein Exemplar errichten darf. Sie erfordert das Vorhandensein bestimmter permanenter Ressourcen in der eigenen Auslage, bringt am Spielende wertvolle Siegpunkte und fungiert als Joker-Symbol für alle Gildenwertungen.

Wie wird das Spielende von Propolis ausgelöst?

Das Spielende wird eingeleitet, sobald ein Spieler oder eine Spielerin insgesamt zehn Strukturkarten (inklusive der Startkarte und eines eventuellen Palasts) in der eigenen Auslage errichtet hat. Die laufende Runde wird dann noch so zu Ende gespielt, dass alle Beteiligten gleich viele Züge absolviert haben.

Mein Fazit nach vielen Testrunden

Propolis richtet sich vor allem an erfahrene Familienspieler:innen. Die Symbolik ist übersichtlich und der Einstieg gelingt relativ problemlos, doch die langfristige Planung verlangt durchaus Weitsicht. Neue Wabenstrukturen gewähren Rabatte, zusätzliche Ressourcen oder neue Möglichkeiten zur Punktewertung (erinnert an das Spiel Splendor). Wer diese Effekte geschickt kombiniert, baut sich im Laufe der Partie eine immer effizientere Engine auf.

Schade ist allerdings, dass das Bienenthema hinter dem gelungenen Mechanikmix weitgehend zurücktritt. Abgesehen von den liebevoll gestalteten Beeple-Figuren fühlt sich das Geschehen oft überraschend abstrakt an. Beim Blick auf das Ressourcentableau und den offenen Markt mit Strukturkarten dreht sich vieles eher um Farben und Buchstaben als um das Leben und Wirken eines Bienenvolks. Und warum eigentlich im Mittelalter?

Brettspiel Propolis: Unsere Rezension auf Brettspieleust.de
Königinnenpalast-Karte.
Ressourcen-Tableau für jeden Spieler/jede Spielerin.

Wer vor allem über das Thema Zugang zu einem Brettspiel findet, könnte deshalb Schwierigkeiten haben, sich in Propolis hineinzufinden. Die spielerischen Abläufe sind stark von Optimierung und Effizienz geprägt und weniger von thematischen Erlebnissen.

Auch beim Wiederspielwert bleiben für mich Fragezeichen. Zwar sorgen die zahlreichen doppelseitigen Landschafts- und Strukturkarten für unterschiedliche Ausgangssituationen. In der Praxis entwickeln sich die Partien jedoch oft in ähnliche Richtungen, sodass sich das taktische Grundgefühl nur begrenzt verändert.

Propolis verbindet mehrere beliebte Mechanismen zu einem kompakten und zugleich anspruchsvollen Spielerlebnis. Hinter der farbenfrohen Comic-Optik verbirgt sich ein eng verzahntes System, in dem Ressourcenmanagement, Mehrheitenwertungen und der Ausbau der eigenen Kolonie konsequent ineinandergreifen. Wer genau diese Art von Optimierungsspiel sucht, findet hier eine interessante Herausforderung.

Pro & Contra

Was mir gut gefällt:

  • guter Mechaniken-Mix aus Worker Placement, Gebietskontrolle und Engine Builder
  • kompakte Spielschachtel mit schönes Material
  • inkl. Solomodus

Was ich weniger mag:

  • Aufgesetztes Thema
  • Deutlich länger als auf der Spielschachtel angegeben
  • Buchstaben der Gildenkarten schwer lesbar

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

Der Beitrag Propolis erschien zuerst auf .

  •  

Meine zwölf Lieblingsrennspiele auf dem Brettspieltisch

Ich liebe Rennspiele! Sie leben vom Tempo, von Spannungskurven und davon, dass sich eine Partie selten nur im Kopf abspielt. Man fiebert mit. Man kommentiert. Man ärgert sich. Und oft erinnert man sich noch Tage später an genau diese eine Zielankunft.

Kaum ein Genre erzeugt am Spieltisch so unmittelbar Emotionen wie Rennspiele. Es gibt nur wenige Momente im Brettspielbereich, die sich so physisch anfühlen wie eine letzte Kurve in Heat, ein perfekt vorbereiteter Zielsprint in Flamme Rouge oder das kollektive Geschrei, wenn bei Camel Up plötzlich drei Kamele gleichzeitig übereinander getragen werden und sämtliche Wetten wertlos sind.

Rennspiele leben vom Tempo, von Spannungskurven und davon, dass sich eine Partie selten nur im Kopf abspielt. Man fiebert mit. Man kommentiert. Man ärgert sich. Und oft erinnert man sich noch Tage später an genau diese eine Zielankunft.

Gerade deshalb ist das „Rennspiel“ auch kein einheitliches Genre. Manche Spiele versuchen, Geschwindigkeit und Fahrzeugkontrolle live auf den Tisch zu bringen. Andere interessieren sich viel stärker für das Drumherum: das Publikum, die Wetten, das Chaos oder die gemeinsame Stimmung am Tisch. Und wieder andere funktionieren hervorragend mit Kindern, weil sie Rennen mit einfachen Regeln familiengerecht umsetzen.

Die folgenden zwölf Spiele decken genau diese Bandbreite ab. Nicht als bloße Bestenliste, sondern als Überblick darüber, warum Rennspiele seit Jahren zu meinen liebsten Spielerfahrungen gehören.

Rennsimulationen: Wenn sich Geschwindigkeit plötzlich echt anfühlt

Heat – Pedal to the Metal, Flamme Rouge, Rallyman GT/Dirt

Die besten Rennsimulationen schaffen etwas Schwieriges: Sie lassen uns Entscheidungen treffen, die nicht abstrakt bleiben, sondern sich direkt auf das Spielgeschehen auswirken. Genau deshalb funktionieren Spiele wie Heat – Pedal to the Metal, Flamme Rouge oder die beiden Rallyman-Varianten so gut.

Heat – Pedal to the Metal: Rezension Aufmacher
Heat – Pedal to the Metal: Mix aus Kontrolle und Risiko

Bei Heat: Pedal to the Metal entsteht dieses Gefühl vor allem über das brillante Handkarten-Management. Wer aggressiv fährt, produziert durch Hitzekarten Probleme für später. Wer zu vorsichtig bleibt, verliert den Anschluss. Die Kurven werden dadurch automatisch zu kleinen Nervenzentren jeder Partie. Man sieht genau, was passieren müsste, um noch die Kurve passieren zu können — und weiß gleichzeitig, dass eine einzige falsche Entscheidung das Deck mit nutzlosen Hitzekarten verstopfen kann. Das Spiel erzeugt damit genau jene Mischung aus Kontrolle und Überforderung, die man mit klassischen Motorsportbildern verbindet. Besonders beeindruckend ist dabei, wie zugänglich das Ganze bleibt. Heat erklärt sich erstaunlich schnell, obwohl es sich wie ein deutlich komplexeres Rennspiel anfühlt.

Flamme Rouge: Wer permanent im Wind fährt, erschöpft sich.

Ganz anders arbeitet Flamme Rouge. Hier gibt es keine Motoren, keine spektakulären Manöver und keine Würfelorgien. Stattdessen geht es um Windschatten, Kräfteverschleiß und Timing. Das Spiel versteht den Straßenradsport erstaunlich gut und setzt jede Menge Elemente eines echten Radrennens thematisch um. Wer permanent vorne fährt, erschöpft sich. Wer zu lange wartet, verliert die entscheidenden Meter. Gerade diese Dynamik sorgt dafür, dass sich Partien oft wie echte Radrennen entwickeln: lange kontrollierte Phasen, kleine Gruppenbildungen und plötzlich ein explosiver Endspurt. Besonders schön ist, wie elegant das System funktioniert. Die Regeln verschwinden nach wenigen Minuten beinahe vollständig hinter dem eigentlichen Rennen.

Interessant ist, dass sich Heat und Flamme Rouge trotz ähnlicher Grundstruktur emotional komplett unterschiedlich anfühlen. Heat lebt vom Risiko und von aggressiven Entscheidungen. Flamme Rouge dagegen erzeugt eher dieses stille Beobachten des Feldes, das geduldige Warten auf den richtigen Moment. Beide Spiele zeigen aber exemplarisch, warum Rennspiele oft stärker von Rhythmus als von Komplexität leben.

Die Rallyman GT- / Rallyman: DIRT-Reihe geht noch einen Schritt weiter Richtung Fahrsimulation. Hier wird jede Kurve geplant, jeder Gangwechsel bewusst gesetzt. Besonders gelungen ist der Push-your-Luck-Aspekt beim Würfeln. Man kann vorsichtig und kontrolliert fahren — oder alles riskieren und sämtliche Würfel gleichzeitig werfen. Genau in diesen Momenten entsteht dieses Rallye-Gefühl: der schmale Grat zwischen perfekter Ideallinie und Kontrollverlust. Während Rallyman GT stärker von Positionskämpfen und sauberem Asphalt lebt, fühlt sich Dirt rauer an, das Driften durch Kurven verändert die gesamte Fahrweise.

Gemeinsam haben diese Spiele, dass sie Rennen nicht nur darstellen, sondern nachvollziehbar machen. Man versteht während der Partie, warum eine Entscheidung funktioniert — oder eben nicht. Genau das macht große Rennsimulationen aus.

Rennspiele als Party: Laut und chaotisch

Magical Athlete, Cubitos

Nicht jedes Rennspiel braucht Simulation. Manche der besten Genrevertreter funktionieren gerade deshalb so gut, weil sie Rennen als gemeinsames Spektakel begreifen. Spiele wie Magical Athlete oder Cubitos zum Beispiel.

Magical Athlete: Chaos-Rennen mit absurden Charakteren.

Magical Athlete ist dafür bis heute eines meiner liebsten Beispiele. Das Spiel wirkt zunächst wie reines Chaos: Fantasywesen würfeln sich über absurde Strecken, Fähigkeiten brechen ständig sämtliche Regeln und scheinbar sichere Führungen lösen sich sofort wieder auf. Trotzdem entsteht erstaunlicherweise eine sehr eigene Dramaturgie. Der Riese blockiert den gesamten Weg. Der Dieb stiehlt Fähigkeiten. Andere Figuren profitieren davon, Letzter zu sein oder mitten im Feld zu stehen.

Cubitos Spiel von Pegaus
Cubitos: Braucht ein bisschen Anlauf, um in der Gruppe gut zu funktionieren.

Cubitos mit seine 121(!) Würfeln sorgt permanent für kleine Entscheidungen zwischen Sicherheit und Eskalation. Besonders gelungen ist dabei die Entwicklung der eigenen Würfelkombinationen. Push your luck bleibt dabei ein zentrales Element, denn Würfelspiele sind natürlich Glücksspiele. Wer sich gerade zu Beginn eines Rennens wenige Fehlwürfe leistet, kann durch das geschickte Einkaufen von Zusatzwürfeln immerhin die Wahrscheinlichkeiten zu den eigenen Gunsten verschieben. Das richtige Maß aus Vorsicht und Risiko ist entscheidend. Und wer nicht wagt, wird das Rennen nicht gewinnen Im Laufe des Rennens baut man sich kleine Maschinen zusammen, die plötzlich enorme Geschwindigkeitsausbrüche erzeugen können. Cubitos braucht ein bisschen Anlauf, um in der Gruppe gut zu funktionieren. Am besten kennt eine(r) schon vorab die Regeln und kann sie besser erklären als die etwas komplizierte Anleitung.

Diese Art von Rennspielen ist ideal für Abende, an denen weniger die perfekte Strategie als die gemeinsame Dynamik zählt. Sie erzeugen Atmo und spontane Reaktionen. Genau darin liegt ihre Stärke.

Rennen als Wettereignis: Zuschauer sitzen mit am Tisch

Downforce, Hot Streak, Ready Set Bet, Camel Up

Eine besonders spannende Unterkategorie von Rennspielen beschäftigt sich gar nicht primär mit dem Fahren selbst, sondern mit dem Zuschauen. Spiele wie Downforce, Hot Streak, Ready Set Bet oder das Spiel des Jahres 2024, Camel Up, machen den Spieltisch zur Tribüne.

Downforce ist dabei schon ein Klassiker des Genres. Das Faszinierende an Wolfgang Kramers Design ist bis heute, wie elegant Besitz und Kontrolle auseinanderfallen. Man besitzt vielleicht einen Wagen, bewegt über die ausgespielte Handkarte aber oft gleichzeitig auch die Fahrzeuge der Konkurrenz. Dadurch entsteht ein permanentes Abwägen zwischen Eigeninteresse und notwendiger Kooperation. Besonders gelungen sind die Zwischenwetten während des Rennens. Sie sorgen dafür, dass sich das Spiel ständig neu bewertet. Führungen wirken plötzlich fragil, Außenseiter interessant und Blockaden extrem wichtig.

Hot Streak: Witziger Spaß aus den USA.

Deutlich chaotischer präsentiert sich Hot Streak. Das Spiel fühlt sich wie eine Mischung aus Sportübertragung und Glücksspielshow an. Die eigentliche Stärke liegt dabei weniger im Mechanismus als in der Atmosphäre. Sobald das vorbereitete Kartendeck abgearbeitet wird, entwickelt das Rennen ein erstaunliches Eigenleben. Man feuert Maskottchen an, obwohl man rational längst ahnt, dass die eigene Wette verloren ist. Ein irrwitziger Spaß aus den USA; der in Deutschland von Strohmann Games lokalisiert wurde und in einer besonders auffälligen Spielschachtel mit ausrollbarer Rennstrecke daherkommt.

Ready Set Bet Rezension Testbericht Brettspiel
Ready Set Bet: Kaum ein anderes Rennspiel erzeugt so schnell kollektive Hektik.

Ready Set Bet wiederum übersetzt Pferdewetten in puren Echtzeitstress. Kaum ein anderes Rennspiel erzeugt so schnell kollektive Hektik. Während die Pferde durch Würfelbewegungen voranrasen (oder über eine App digital auf die Strecke gehen) und ständig neue Quoten entstehen, greifen alle gleichzeitig nach Chips und versuchen noch rechtzeitig die richtigen Felder zu besetzen. Das Spiel funktioniert deshalb so gut, weil es nicht versucht, Ruhe oder Übersicht zu schaffen. Es will genau dieses nervöse Rennbahngefühl erzeugen — und trifft es erstaunlich präzise. Absolutes Highlight ist, wenn eine von euch am Tisch das Renngeschehen lautstark wie ein TV-Reporter kommentiert…

Auch Camel Up lebt genau vom Wettprinzip. Eigentlich setzen wir nur auf ein Kamelrennen. Emotional fühlt sich das Spiel aber eher an wie eine Sportübertragung, bei der alle gleichzeitig Kommentatorinnen und Kommentatoren werden. Das Geniale daran ist die Stapelmechanik der Kamele. Sie macht das Rennen komplett unberechenbar, ohne beliebig zu wirken. Selbst Menschen, die normalerweise kaum Brettspiele spielen, verstehen innerhalb weniger Sekunden, warum gerade alle schreien.

Solche Rennspiele sind ideal für größere Gruppen oder für Runden, in denen nicht alle permanent komplexe Entscheidungen treffen möchten. Selbst Menschen, die gerade nicht vorne liegen, bleiben emotional vollständig im Rennen. Genau das unterscheidet gute Wettspiele von klassischen Rennsimulationen.

Rennspiele mit Kindern: Direkt und sofort verständlich

Pitch Car, Monza, Wildwasser – der große Flusslauf

Gerade mit Kindern funktionieren Rennspiele oft besser als viele andere Genres. Das Ziel ist klar. Fortschritt ist sichtbar, die Ziellinie immer vor Augen. Spannung entsteht automatisch. Gute Kinderrennspiele reduzieren deshalb nicht einfach Komplexität, sondern übersetzen Rennen in unmittelbare Erfahrungen.

Pitch Car Mini: Zu schnell in die Kurve geschnippt? Fahrzeug raus.

PitchCar (Mini) macht das über Geschicklichkeit. Sobald die Holzscheiben über die Strecke schnippen, verwandelt sich der Tisch fast automatisch in eine kleine Carrerabahn ohne Elektronik. Besonders schön ist dabei, wie ernst Kinder und Erwachsene dieselben Situationen nehmen. Zu schnell in die Kurve? Fahrzeug raus. Gegner von der Strecke katapultiert? Riesiges Gelächter. Das Spiel funktioniert generationsübergreifend, weil die Regeln praktisch unsichtbar werden.

Monza verfolgt einen ganz anderen Ansatz. Hier entsteht Spannung nicht über Geschicklichkeit, sondern über Reihenfolgen und Planung. Kinder ab fünf Jahren lernen spielerisch, mehrere Schritte vorauszudenken, ohne dass sich das wie Lernen anfühlt. Genau deshalb funktioniert Monza seit Jahren so gut als Einstiegsspiel. Die Entscheidungen bleiben nachvollziehbar und erzeugen trotzdem ständig kleine Erfolgserlebnisse.

Wildwasser – der große Flusslauf: Dynamik, die Kinder sofort verstehen.

Besonders unterschätzt finde ich Wildwasser – der große Flusslauf. Das Spiel verbindet Rennen mit einer fast lebendigen Umgebung. Die Baumstämme bewegen sich, Tiere driften plötzlich ab und sichere Positionen verschwinden innerhalb weniger Züge wieder. Dadurch entsteht eine Dynamik, die Kinder sofort verstehen. Gleichzeitig bietet das Spiel auch Erwachsenen genug interessante Entscheidungen, um mehrere Partien hintereinander spielen zu wollen.

Gerade diese Kategorie zeigt, warum Rennspiele so universell funktionieren. Sie brauchen oft keine komplizierten Themen oder langen Erklärungen. Bewegung, Spannung und Zielgeraden verstehen praktisch alle sofort.

Fragen und Antworten

Warum haben Rennspiele einen festen Platz in meinem Brettspielregal?

Rennspiele gehören für mich zu den Genres, die besonders stark von der Gruppe leben. Viele Eurogames funktionieren still und konzentriert. Rennspiele dagegen entfalten ihre besten Momente meist dann, wenn am Tisch kommentiert, gejubelt oder verzweifelt wird. Sie erzeugen Emotionen nicht erst in der Schlusswertung, sondern während jeder einzelnen Runde.

Gibt es das eine perfekte Rennspiel für mich?

Nein. Mal möchte man die konzentrierte Spannung eines knappen Windschatten-Duells in Flamme Rouge. An anderen Abenden braucht es das völlige Chaos von Camel Up oder die hektische Wettatmosphäre von Ready Set Bet. Und manchmal reicht schlicht ein Holzchip auf einer selbstgebauten Strecke in PitchCar, um den gesamten Tisch für eine Stunde in Ausnahmezustand zu versetzen.

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

Der Beitrag Meine zwölf Lieblingsrennspiele auf dem Brettspieltisch erschien zuerst auf .

  •  

Kavango

Kavango Brettspiel-Test: Lies unsere Rezension zum Naturschutz-Spiel.
Matt Brown, Zara Reid
Mazaza Games, Schmidt Spiele
1-4(5)
10 Jahre
60 Min.
Unsere Wertung:
Besonders gefallen haben mir bei Kavango die flüssigen simultanen Züge, die vielen kleinen Kombinationen beim Ausspielen der Tiere und die ständige Abwägung zwischen kurzfristigen Punkten und langfristigem Naturschutz. Dazu kommt eine fantastische Gestaltung mit liebevoll illustrierten Karten, die dem Spiel viel Atmosphäre verleihen.

Darum geht’s beim Brettspiel Kavango

Mit Kavango schicken uns die Autoren Matt Brown und Zara Reid mitten hinein in die afrikanische Savanne – und zwar nicht als Safari-Touristen, sondern als Naturschutz-Expertinnen und -Experten. Das wunderschön illustrierte Brettspiel dreht sich um den Aufbau eines funktionierenden Ökosystems in der Kavango-Region, einem Schutzgebiet, das sich über fünf afrikanische Länder erstreckt und unter anderem Heimat für rund die Hälfte aller afrikanischen Elefanten ist.

Hinweis: Die Abbildungen zeigen die englischsprachige Originalausgabe (inkl. Kickstarter-Deluxe-Komponenten), die sich ggf. von der deutschen Retail-Version unterscheiden.

Aufbau und Spielablauf

Eure Aufgabe: Über drei Spielrunden hinweg erschafft ihr ein möglichst erfolgreiches Naturreservat. Ihr siedelt Tiere an, erfüllt Forschungsaufgaben und investiert Geld in Habitat-, Wildtier- und Klimaschutz. Gewonnen hat am Ende die Person mit den meisten Punkten – und die gibt es vor allem für clevere Kombinationen aus Artenvielfalt, Schutzmaßnahmen und effizientem Ressourcenmanagement.

Die Tierkarten zeigen links unten die Bedingungen, die in eurem Reservat erfüllt sein müssen.
Der Frosch durfte „einziehen“, da wir zuvor die passende Anzahl Wirbellose gesammelt hatten.

Karten draften statt würfeln

Das Herzstück von Kavango ist ein angenehm flotter Drafting-Mechanismus. Jede Partie läuft über drei Runden mit jeweils zehn Zügen. Alle spielen gleichzeitig: Jede Person wählt eine Karte aus der aktuellen Hand, legt sie verdeckt ab und reicht den Rest weiter. Dadurch entsteht kaum Downtime, selbst mit vier Personen bleibt das Spiel erstaunlich dynamisch.

Die Karten bilden dabei Schritt für Schritt euer eigenes Ökosystem. Zunächst braucht ihr die Grundlagen: Gräser, Bäume, Fische oder Wirbellose aus Deck A. Diese Produzenten lassen sich immer problemlos ausspielen und bilden die Basis für spätere Tiere.

Richtig spannend wird es dann mit den Tierkarten aus den Decks B und C. Jedes Tier hat bestimmte Anforderungen – sowohl beim Nahrungsbedarf als auch beim Schutzstatus eures Reservats. Eine Impala braucht zum Beispiel Gras, mehrere Bäume und eine gewisse Wildtier-Schutzstufe, bevor sie dauerhaft bei euch einziehen darf. Fehlen noch Voraussetzungen, landet das Tier zunächst in der Auffangstation und wartet dort auf bessere Bedingungen. Das sorgt regelmäßig für schöne kleine Komboketten, wenn plötzlich mehrere Tiere gleichzeitig ins Reservat nachrücken dürfen.

Clever planen statt einfach sammeln

Was Kavango besonders gelungen macht, ist die Verzahnung seiner Mechaniken. Tiere bringen nicht einfach nur Punkte – sie beeinflussen Forschungsaufgaben, ermöglichen neue Nahrungsketten und eröffnen weitere Strategien.

Die Forschungsaufgaben sorgen dabei für den wirtschaftlichen Motor des Spiels. In jeder Runde liegen neue Ziele aus, etwa bestimmte Mengen an Bäumen, Fischfressern oder spezialisierten Tierarten. Wer die Bedingungen erfüllt, kassiert Geld (ein Cube = 1 Mio. Dollar) und Siegpunkte. Das verdiente Budget investiert ihr anschließend in verschiedene Schutzmaßnahmen.

Kavango Brettspiel-Test: Lies unsere Rezension zum Naturschutz-Spiel.
Forschungskarten der Originalversion: Vort allem hier generiert ihr Einkommen.

Vor allem der gemeinsame Klimaschutz ist ein cleverer Kniff: Investitionen helfen nämlich allen am Tisch, nicht nur euch selbst. Dadurch entsteht ein interessanter Mix aus Kooperation und Konkurrenz. Einerseits wollt ihr profitieren, andererseits möchtet ihr natürlich nicht ständig für die Mitspielenden mitzahlen.

Zugänglich, aber überraschend taktisch

Trotz seines ernsten Themas bleibt Kavango zugänglich. Die Grundregeln sind schnell verstanden, weil das Spiel viele Dinge logisch aus seinem Thema ableitet. Gleichzeitig steckt erstaunlich viel strategische Tiefe darin.

Für zusätzliche Varianz sorgen die Spezialistenkarten. Jede Rolle bringt eigene Fähigkeiten mit – manche erleichtern den Zugang zu Geld, andere helfen beim Ausspielen schwieriger Tiere oder beim langfristigen Planen. Die Charaktere besitzen unterschiedliche Komplexitätsstufen, wodurch sich das Spiel gut an Gelegenheitsspieler oder erfahrene Vielspielerinnen anpassen lässt. Aber Achtung: Manche Spezialkarten sind deutlich stärker als andere, was im Spielverlauf durchaus zu einem Ungleichgewicht führen kann.

Den eigenen Habitatschutz ausbauen: Dadurch siedeln sich später „wertvollere“ Tierarten an.

Auch der Solo-Modus wirkt erfreulich durchdacht. Der automatische Gegner spielt sich anders als ein normaler Mitspieler, erzeugt aber trotzdem Druck und interessante Entscheidungen. Für ein modernes Eurogame ist das definitiv ein Pluspunkt.

Fragen und Antworten

Wie komplex ist Kavango wirklich?

Auf den ersten Blick wirkt Kavango recht umfangreich, vor allem wegen der vielen Symbole und Kartenarten. Nach ein bis zwei Spielzügen greift das System aber erstaunlich intuitiv. Wer schon einmal ein Drafting- oder Engine-Building-Spiel gespielt hat, findet sich schnell zurecht. Die eigentliche Stärke liegt eher in der strategischen Tiefe als in komplizierten Regeln.

Für wen eignet sich das Spiel besonders?

Kavango richtet sich an Spielerinnen und Spieler, die ruhige Strategiespiele mit langfristiger Planung mögen. Besonders Fans von Natur- und Tier-Themen kommen hier voll auf ihre Kosten. Wer dagegen direkte Konfrontation oder viel Chaos am Spieltisch sucht, wird vermutlich weniger angesprochen.

Ist Kavango für bis zu vier oder fünf Personen?

Es kommt darauf an, welche Version du spielst. In der englischsprachigen Originalversion von Mazaza Games können bis zu fünf Personen mitspielen. Leider ist die deutsche Version, die von Schmidt Spiele lokalisiert wurde, nur für maximal vier Personen geeignet. Warum das verändert wurde, bleibt fraglich.

Mein Fazit nach vielen Testrunden

Kavango ist eines dieser Brettspiele, bei denen Thema und Mechanik wirklich zusammenpassen. Der Aufbau eines funktionierenden Ökosystems fühlt sich nie aufgesetzt an, sondern ergibt spielerisch Sinn. Gleichzeitig schafft das Spiel den Spagat zwischen entspannter Atmosphäre und anspruchsvollen Entscheidungen.

Besonders gefallen haben mir die flüssigen simultanen Züge, die vielen kleinen Kombos beim Ausspielen der Tiere und die ständige Abwägung zwischen kurzfristigen Punkten und langfristigem Naturschutz. Dazu kommt eine fantastische Gestaltung mit liebevoll illustrierten Karten, die dem Spiel enorm viel Atmosphäre verleihen.

Wer strategische Drafting-Spiele mit Naturthema mag, sollte sich Kavango definitiv ansehen. Fans von Arche Nova dürften hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen – auch wenn Kavango eher an der unteren Grenze von Kennerspielen angesiedelt ist.

Kurz gesagt: Ein wunderschön produziertes Strategiespiel mit cleveren Ideen, spannenden Entscheidungen und einer angenehm positiven Botschaft über Natur- und Klimaschutz.

Pro & Contra

Was mir gut gefällt:

  • Tolles Naturschutzthema
  • Karten und Boards sind optisches Highlight auf jedem Spieltisch
  • Cleverer Drafting-Modus

Was ich weniger mag:

  • kein gutes Balancing bei den Spezialisten: Investorin ist z.B. deutlich stärker als andere Karten
  • das eigene Board hat (im Grundspiel) keinerlei Funktion, was das Ablegen von Karten in den Reihen oder Spalten angeht.

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

Der Beitrag Kavango erschien zuerst auf .

  •  

Flamme Rouge: A (Solo) App Experience

Flamme Rouge is an excellent board game for crowded tables and thrilling, tactical multiplayer races. But how does it hold up as a solo experience, and how smoothly can bot teams be integrated? While the box includes an official Automa, the community has designed brilliant fan-made variants that add much deeper strategic layers.

I tried one of these custom rulesets myself and quickly ran into a dilemma: the tactical depth was amazing, but managing multiple physical bot decks became tedious. It made me wonder: Could a dedicated web app fully automate the card-drawing process for the bots? And more importantly—was I capable of programming such an app myself?

This hub brings together my three-part journey with the cycling classic. Below, you will find my mechanical analysis of the core game, the finished companion app itself, and a detailed field report from an eleven-stage Grand Tour that served as the ultimate stress test for my custom code.

Have fun reading, testing & racing!
Oliver

The Game

In this extensive review of Flamme Rouge (+ Expansions), I analyze the mechanics behind the popular bicycle racing board game. I take a close look at the tactical hand management, the slipstream system, and the crucial balance of exhaustion. Read my full assessment to see how the game performs on the table. Review in German only.

The App

My Flamme Rouge web companion app fully automates the card management for the unofficial ‚Specialist Bots‘ variant. It draws, shuffles, and tracks Exhaustion cards for up to five simulated teams. Skip printing multiple decks, keep your table clear, and focus entirely on your own racing tactics.

The Grand Tour

I completed an eleven-stage Grand Tour in Flamme Rouge to evaluate the new Specialist Riders across diverse terrains and to run a live trial of my custom-built companion app. I wanted to observe exactly how asymmetric rider abilities alter the peloton’s dynamics and test whether the software effectively streamlines the race management.

Der Beitrag Flamme Rouge: A (Solo) App Experience erschien zuerst auf .

  •  

10 years „Flamme Rouge“: A Modern Classic

Simple, elegant and entertaining: in Flamme Rouge, you hop on your road bike and battle for victory at every stage. This tactical board game by Asger Harding Granerud is rightly regarded as one of the best and most thematically rich sports games. A detailed review.

Zur deutschen Version

Flamme Rouge Brettspiel Rezension Spieletest Radrennen
Flamme Rouge

Every year, the Tour de France captivates millions of spectators worldwide as they follow the thrilling battles between the world’s best cyclists on the most demanding routes. During this prestigious race, many fans find themselves wanting to get on their bikes and experience the atmosphere of a cycling race for themselves. What could be better than a board game that brings the thrill and tactics of a cycle race to the gaming table? That is exactly what “Flamme Rouge” by Asger Harding Granerud offers; published by Lautapelit in 2016, it has long since become a classic.


In this blog post, we’ll start by explaining the base game and then take a look at the ‘Peloton’, ‘Meteo’ and ‘Grand Tour’ expansions, which add even more variety and depth to the game. We’ll finish with a summary, of course – enjoy the read!

This text is part of a three-part series:

Flamme Rouge: Set up

Flamme Rouge is a tactical cycling game; the basic version is suitable for two to four players and takes around 30 to 45 minutes to play. Each player controls a team of two cyclists (a rouleur and a sprinter), directs their movements using cards from their hand, and tries to get one of their cyclists to cross the finish line first.

Set-up: At the start of the game, the race track is assembled in a modular fashion from various track tiles, which include straight and curved sections. A selection of pre-designed track types is available on small cards. Each player receives two decks of cards with numerical values between three and nine: one deck for the Rouleur and one for the Sprinteur. The cyclists are placed in their starting positions.

Energy phase: In this phase, each player simultaneously draws four cards from both decks (Rouleur and Sprinter). One of these cards is selected and played face down; the remaining cards are returned to the bottom of the deck. The card played determines how many spaces the rider moves forward on the track.

Movement phase: Once all players have selected their cards, the riders are moved according to the numerical values on the cards. The rider in the lead is always moved first. The played cards are then removed from the game!

Drafting phase: If a rider comes to a stop two spaces behind another rider, they benefit from the slipstream and can move an extra space. This introduces a strategic element to the game, where the aim is to find the right position on the track.

Exhaustion phase: After the movement phase, exhaustion cards are dealt to all riders who are ‘in the wind’, i.e. who have no other riders directly in front of them. These cards have low numerical values and represent the riders’ exhaustion. They are shuffled into the relevant riders’ decks, which limits their future movement options.

In Flamme Rouge, alongside the flat sections of the course, there are also mountain stages that introduce additional challenges and strategic elements. These sections are marked by special tiles and affect the riders’ movement as follows:

Climbs: On climb tiles, the riders’ movement is restricted. Regardless of the card value played, riders can move a maximum of 5 spaces on climb tiles. This simulates the difficulty of a steep climb and forces players to plan their moves carefully and pace themselves well. Furthermore, it is not permitted to enter such a mountain too quickly (card value >5).

Descents: On descent tiles, riders have the opportunity to move faster. A minimum of 5 spaces applies here, even if the card played has a lower value. This means that riders automatically travel at least 5 spaces on descent sections, which increases the game’s dynamism and creates exciting moments.

  • Schnelles, taktisches Fahrrad-Rennspiel
  • Spieler steuern je ein Team aus zwei Personen: den Rouleur und den Sprinteur
  • Spieler bewegen ihre Fahrer vorwärts indem sie Zahlenkarten ziehen und ausspielen
  • Familienspiel ab 10 Jahren
  • Spieldauer: 30-45 Minuten
  • Spieleranzahl: 2-4

Amazon-Link*

Flamme Rouge stands out for its elegant simplicity and the ease with which the rules can be learnt. Despite its simple mechanics, even the basic version of the game offers a deep tactical challenge, requiring players to conserve their energy, make use of slipstreams and find the right moment to sprint for the finish line. This blend of strategy and luck, combined with the atmosphere of a cycle race, makes Flamme Rouge an ideal game for fans of the Tour de France and board game enthusiasts alike. It is never a pure strategy game, as chance influences the values of the cards drawn.

Flamme Rouge – in five pics (German):


„Peloton“ Expansion

Cobblestones, additional players, AI duos (so-called dummy teams) and a solo mode: just listing the core elements included in the first expansion for Flamme Rouge is enough to set cycling fans’ hearts racing. In “Peleton”, you’ll tackle narrow cobbled sections, catch your breath in the wider supply zones and, thanks to the pink and white team, can line up at the start with up to six players. Best of all: these new teams can also be used as dummy teams for solo play or for an enhanced two-player experience.

What are dummy teams? Peloton introduces two types of dummy teams that can be added to fill out the game when there are fewer than the maximum number of players.

The Peloton team consists of two riders of the same colour and uses only the Rouleur card deck, to which two ‘Attack!’ cards are added. It always starts before the human players in the yellow starting zone, with the riders placed as far forward as possible. During the movement phase, after the human players, a card is revealed for the Peloton Team, and both riders are moved according to the card drawn. If an ‘Attack!’ card is drawn, the front rider moves two spaces and the rear rider moves nine spaces.
The Peloton Team does not draw Exhaustion cards.

Muscle Team: Multiple Muscle Teams can be added, consisting of two riders of one colour and the two corresponding card decks, to each of which a ‘Muscle!’ card is added. They also start before the human players in the yellow starting zone, with the sprinter placed in front of the rouleur.

During the movement phase, a card is drawn for each rider in a Muscle Team and the riders are moved accordingly. Muscle Teams do not draw Exhaustion cards.

Would you like to play Flamme Rouge on your own? No problem: in the solo version, we recommend adding one Peloton team and one Muscle team. You can add extra Muscle teams if you wish to increase the difficulty. In the two-player variant, a Peloton team is added first. If this works well, further Muscle teams can be added, with each human player managing a dummy team to keep the pace of the game high.


„Meteo“ Expansion

Meteo is the second expansion for Flamme Rouge and adds special weather conditions to the game, including rainstorms and varying wind directions. To determine which sections are affected by the weather, you first place a weather token at random on each of the straight track tiles. You then position the 3D cardboard stands along the track to indicate the wind direction or precipitation.

There is an additional rule for every weather condition: for example, when riding into a headwind, you may only draw three cards from the draw pile instead of four, as long as your cyclist is on that section of the track. Or you must be careful not to crash on a rain-slicked road. This happens whenever your move ends on a space where another cyclist is already standing. “Meteo” is a relatively small expansion, but by introducing the influence of the weather, it adds a game element that was previously missing from Flamme Rouge.

„Grand Tour“ Expansion

The Grand Tour expansion adds a comprehensive campaign mode to Flamme Rouge. Players now have the option not only to compete in individual races, but also to complete entire tours consisting of multiple stages. A tour can consist of just a few stages – such as a short 3-stage tour – or a full Grand Tour with up to 21 stages.

Campaign

In Campaign Mode, riders’ results are aggregated across multiple stages. After each stage, riders are awarded times based on their finishing position and any time bonuses. These times are added together to form an overall general classification. The aim is to achieve the lowest total time by the end of the entire tour. Special rules ensure that fatigue cards carry over from stage to stage, meaning the riders’ condition changes noticeably over the course of the tour. This adds a new strategic dimension to resource management across multiple races. A very clever solution!

New route tiles and special stages

Grand Tour also introduces new double-sided route tiles, including roundabouts and tight bends. There are also special stage variants, such as a time trial. In these, riders start one by one at fixed intervals and race against the clock.

Specialist Riders

Specialist riders are also being introduced. Players can now equip their teams with customised decks. There are various specialisations to choose from, such as climbers or sprinters, which influence how the riders perform on the course. Each specialist receives a slightly modified energy card deck that reflects their strengths and weaknesses. These specialists add more variety and allow strategies to be tailored even more precisely to specific stage profiles.

Conclusion on the Grand Tour expansion

The Grand Tour expansion adds a new depth to Flamme Rouge and offers long-term appeal that unfolds over many games. With the ability to play campaigns, deploy new specialists and tackle varied stages, it authentically captures the feel of a real-life tour. For both experienced Flamme Rouge players and newcomers, Grand Tour offers plenty of new ways to experience the game time and time again.


Flamme Rouge: Conclusion

Flamme Rouge is an outstanding board game that impresses with its thematic depth, ease of learning and strategic variety. It is suitable for both experienced board gamers and newcomers, offering an exciting simulation of cycle racing. The lovingly designed retro graphics and short playing times make it an ideal game for social evenings. The balance between chance and strategy ensures that every game plays out differently and remains captivating time and time again. Flamme Rouge is therefore a must-have for every board game fan and a perfect game for bringing the excitement of cycling to the gaming table.

The basic rules are quickly explained: draw four cards, choose one and place it face down, then repeat with the other pile. It is also easy for beginners and those with little experience of complex board games to get started. The intuitive mechanics, such as using the slipstream or avoiding exhaustion, are easy to grasp yet offer strategic depth. After all, if you use up all your high-value cards too quickly (and have to remove them from the game), you might run out of steam right at the finish line. The clever player coordinates the movements of their two riders so that they frequently provide each other with slipstream, thereby advancing a few extra spaces as a bonus.

Asger Granerud, who years later released another excellent racing game in the form of “Heat – Pedal to the Metal”, captures the dynamics of a cycle race realistically. The scenarios range from breakaway riders who are overtaken by exhaustion just before the finish line, to riders who miss the right moment for the final sprint or get left behind in the mountains. Cobblestones and rain add extra excitement and challenges, much like in real-life cycling. To access all features, you’ll need all the expansions alongside the base game, which is highly recommended.

Energy Cards

It also appeals to people who rarely play

Flamme Rouge has the potential to get even those who normally show little interest in board games excited about the hobby. The game features familiar elements such as moving pieces along a track and a finish line, which makes it more accessible. The rules are simple enough not to overwhelm older relatives or casual players. Flamme Rouge skilfully balances chance and strategy. Whilst chance plays a role through the drawing of movement cards, experienced players can still often win through clever decisions and by reading their opponents. This provides a good mix of predictable and unpredictable elements, keeping the game exciting and entertaining. Even when you lose, it feels fair, as you can see your own decisions as the cause. This feels far more realistic than simply rolling six-sided dice to move forward on the board.

Over the years, Flamme Rouge has built up a growing fanbase, particularly on Board Game Geek, where fans contribute a wealth of content in the form of tactical tips, racing strategies and suggested routes for circuit races. Inexplicably, the board game didn’t even make it onto the shortlist for the 2016/17 Game of the Year award. If there were awards for cult games, Flamme Rouge would have won countless accolades by now.


Flamme Rouge – A quick view

Title

Flamme Rouge is an accessible board game, with elegant mechanics that capture the essence of a real-life cycle race. Thanks to the expansions, solo players and larger groups alike can get in on the action, drafting behind others or making breakaway attempts. Great fun, every time!

Designer: Asger Harding Granerud | Lautapelit, Pegasus | 2016 | 2 – 4 Players in the base game, 1 to 6 Players with expansions | from 10 Years | 30 – 45 Minutes

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


Der Beitrag 10 years „Flamme Rouge“: A Modern Classic erschien zuerst auf .

  •  

The Companion App

If you enjoy playing Flamme Rouge (solo), especially with the Grand Tour expansion, you have likely come across the Specialist Bots variant published on BoardGameGeek by Fredrik Stahre. Fredrik designed a system to make the automated riders use all the new specialist powers. However, playing this solo variant requires printing and cutting out a large number of cards. It takes up significant table space and adds a layer of administrative overhead that can distract from the actual race.

To solve this, I developed a web-based companion app*. It digitally simulates the drawing and playing of Energy Cards for the Specialist Bots, allowing you to compete against up to five automated teams without the clutter of physical card decks.

The Concept and Development Process

My approach to building this app was highly pragmatic: I wanted to eliminate the deck management while keeping the tactile joy of the board game intact. I designed the application strictly as a client-side tool using HTML, CSS, and native JavaScript. The app runs entirely in your browser. It performs no server-side calculations and requires no database. Instead, it saves your ongoing stage or tour directly to your browser’s local storage. This lightweight architecture guarantees fast performance, respects your privacy, and keeps the technical footprint incredibly small.

Screenshots: Specialist Bots App

Screenshot Homepage
Screenshot Energy Card
Screenshot Exhaustion

Over several development iterations, I refined the features to support the nuanced solo rules. I added a dedicated Breakaway Phase logic for the first round of a race, an optional extended stage and integrated manual reshuffling options. Finally, I added three difficulty levels (Easy, Medium, Hard) to properly scale the challenge, carefully tweaking the bots‘ abilities to ensure they push you to your limits throughout the entire stage.

What the App Can Do

The app takes over the complete card management for all available specialist types. Before you hit the starting line, you set up your race:

  • Choose between a Single Race or a Grand Tour.
  • Draft up to five bot teams, assigning exactly one Rouleur and one Sprinteur to each.
  • Assign team colors to match your plastic cyclists.

Once the race begins, the app handles the heavy lifting. It simulates the draw decks, manages the discard and recycle piles, and automatically shuffles in Exhaustion Cards when necessary. If you ride a Grand Tour, the app calculates the carry-over at the end of a stage and keeps exactly half of each bot’s Exhaustion Cards for the next race.

How to Use the App at the Table

This digital tool does not replace the physical board game. You still build the track, place your riders, and move the plastic figures by hand. The app strictly replaces the paper decks of your automated opponents.

During a round, you simply call up the active bot riders in turn order on your screen and draw their virtual cards. You use the solo rules‘ color logic (green, yellow, red) to determine if the bot moves immediately or draws a second card to weigh its options. Once you resolve the movement on the physical board, you click „Done“ in the app. The system automatically sorts the used and unused cards into the correct virtual piles.

This hybrid approach keeps your focus exactly where it belongs: on the race track and your own tactical decisions, rather than on shuffling tiny stacks of paper.

Enhance the Code:
The code for this app is licensed under Creative Commons and is available on GitHub. Feel free to adopt or contribute suggestions to this project.


This is an unofficial, fan-made web app intended strictly for private, non-commercial use. I am not commercially associated with the game’s author or publisher. All credits for the Flamme Rouge board game belong to designer Asger Aleksandrov Granerud and publisher Lautapelit.

Credits & Disclaimer

This web app is based on a fan-made solo version published on BoardGameGeek by Fredrik Stahre. Fredrik’s aim was to make the Flamme Rouge Bots use all the new rules included in the Grand Tour expansion (specialist powers).

* developed with the assistance of AI to help streamline the coding and bring the project to life.

This text is part of a three-part series:

Der Beitrag The Companion App erschien zuerst auf .

  •  

Playing a Flamme Rouge Grand Tour

In May 2026, I completed an eleven-stage Grand Tour in Flamme Rouge to evaluate the new Specialist Riders across diverse terrains and to run a live trial of my custom-built companion app. I wanted to observe exactly how asymmetric rider abilities alter the peloton’s dynamics and test whether the software effectively streamlines the race management.

I played as the white Visma-Lease a Bike team (Jonas Vingegaard and Wout van Aert), competing against a full peloton of five bot teams.

Here is my full review, including the match breakdown, the race results, an analysis and my observations.

This text is part of a three-part series:

The Specialist Riders

Sprinteur Jasper Philipsen (Super Sprinteur): Recognized as one of the fastest men globally in mass sprints.

Rouleur Mathieu van der Poel (Flandrien): The premier specialist for cobblestones and demanding one-day races.

Sprinteur Mads Pedersen (Flahute): A power sprinter who excels particularly under adverse weather conditions.

Rouleur Lennard Kämna (Grimpeur): Utilizes his strengths as a climber and a calculated breakaway specialist.

Sprinteur Sam Welsford (Descender): Noted for his aerodynamic sprint tuck; is regarded as an elite descender.

Rouleur Filippo Ganna (Super Rouleur): Multi-time Time Trial World Champion.

Sprinteur Wout van Aert (Polyvalent): All-rounder capable of winning sprints, time trials and providing support in the mountains.

Rouleur Jonas Vingegaard (Grimpeur): A specialist dedicated to securing the General Classification.

Sprinteur Fabio Jakobsen (Super Sprinteur): A traditional finisher designed for flat stage arrivals.

Rouleur John Degenkolb (Flandrien): An experienced pavé specialist who frequently operates as the squad’s road captain.

Sprinteur Marius Mayrhofer (Polyvalent): Widely considered the top German talent for fast finishes.

Rouleur Julian Alaphilippe (Puncheur): The quintessential explosive attacker for short, steep climbs.

The Teams

Alpecin-Premier Tech

This squad presents one of the most formidable combinations for flat finishes and classic arrivals.

Lidl-Trek

Through strategic new signings, this team has evolved into a versatile force across all terrains, with a pronounced focus on its German contingent.

INEOS Grenadiers

The British outfit relies on a synergy of exceptional raw speed and technical precision.

Visma | Lease a Bike

The Dutch equipe merges multi-disciplinary versatility with absolute dominance in the high mountains.

Team Picnic PostNL

This roster brings together two veterans who perfectly embody a classic tactical division of labor.

Tudor Pro Cycling Team

The Swiss project has seen significant reinforcement for the 2026 season, specifically targeting the classics specialist department.

The Grand Tour 2026 Teardown

General Classification

Name Gap
1 Rouleur Jonas Vingegaard + 0:00 Min
2 Sprinteur Wout van Aert + 0:02 Min
3 Rouleur John Degenkolb + 6:30 Min
4 Sprinteur Mads Pedersen + 8:20 Min
5 Rouleur Julian Alaphilippe + 8:22 Min
6 Rouleur Lennard Kämna + 9:00 Min
7 Rouleur Filippo Ganna + 9:52 Min
8 Sprinteur Marius Mayrhofer + 11:02 Min
9 Rouleur Mathieu van der Poel + 13:06 Min
10 Sprinteur Sam Welsford + 24:26 Min
11 Sprinteur Jasper Philipsen + 35:56 Min
12 Sprinteur Fabio Jakobsen + 36:06 Min
Name Sprints
1 Sprinteur Wout van Aert 10
2 Rouleur Lennard Kämna 8
3 Rouleur Julian Alaphilippe 6
4 Sprinteur Jasper Philipsen 5
5 Rouleur Jonas Vingegaard 4
6 Sprinteur Marius Mayrhofer 2
7 Sprinteur Fabio Jakobsen 1
Name Mountains
1 Rouleur Julian Alaphilippe 13
2 Sprinteur Marius Mayrhofer 12
3 Rouleur Jonas Vingegaard 11
4 Sprinteur Wout van Aert 9
5 Rouleur John Degenkolb 6
Sprinteur Mads Pedersen 6
7 Rouleur Lennard Kämna 3
Rouleur Filippo Ganna 3
9 Rouleur Mathieu van der Poel 2
Sprinteur Sam Welsford 2
11 Sprinteur Jasper Philipsen 1

The Podcast

Tune in to experience the thrilling duel of my Flamme Rouge Grand Tour in a completely new and immersive audio format! Two AI voices conversing and analyzing the action as if they were live commentators right at the race!

Stage Results

Stage 1

Stage 1 Results (Team Time Trial) + General Classification:

Stage 2

Stage 2 Results:

General Classification after stage 2:

Stage 3

Stage 3 Results:

General Classification after stage 3:

Stage 4

Stage 4 Results:

General Classification after stage 4:

Stage 5

Stage 5 Results:

General Classification after stage 5:

Stage 6

Stage 6 Results:

General Classification after stage 6:

Stage 7

Stage 7 Results:

General Classification after stage 7:

Stage 8

Stage 8 Results:

General Classification after stage 8:

Stage 9

Stage 9 Results:

General Classification after stage 9:

Stage 10

Stage 10 Results:

General Classification after stage 10:

Stage 11

Stage 11 Results:

General Classification after stage 11:

Tracking the Specialists: Stage-by-Stage Performance

Analysis: What I learned

What a blast! At the heart of the Grand Tour I played was a phenomenal duel between two giants from my dominant Visma | Lease a Bike team. We witnessed an epic battle between the climbing specialist (Grimpeur) Jonas Vingegaard and the incredibly versatile powerhouse (Polyvalent) Wout van Aert. The Yellow Jersey changed hands multiple times throughout the race. From van Aert’s early dominance to John Degenkolb’s surprise two-stage stint in the overall lead as a classic Flandrien, the tension never dropped.

But it all came down to a nail-biting finale on the final mountain stage! In a spectacular display of endurance, Vingegaard snatched the ultimate victory, securing the Yellow Jersey by a mind-blowing margin of just 2 seconds!

The fierce competition extended to the other classifications as well. Van Aert rewarded his consistent brilliance by taking home the Green Jersey with 10 sprint points, while the explosive Puncheur Julian Alaphilippe conquered the grueling climbs to claim the Polka Dot Jersey with 13 mountain points.

Whether you’re a die-hard cycling fan or a newcomer to the peloton, this Grand Tour was a perfect showcase of strategy, grit, and the incredible dynamic between Sprinteurs and Rouleurs.

Bots tend to dominate the stage beginning

Let’s take a look of how the bot teams performed!

If you have raced against bots over a multi-stage tour, you might have noticed a specific pattern: they tend to absolutely dominate the first half of a stage, only to completely bonk and fall apart in the finale.

After running 11 stages of a Grand Tour with an early version of the app, I dug into the math behind the decks to figure out why this happens. The core issue lies in how the red an yellow movement points—the triggers that let a bot draw a second card—are distributed. In the original design, these colors are often attached to the highest value cards. Early in the race, when the deck is perfectly clean, the bots will constantly hit these triggers. They draw two cards, filter out the weaker ones, and burn through their top speeds immediately. But once the mid-game hits and their draw piles get clogged up with Exhaustion cards, all those valuable suffixes are sitting in the discard pile. The bots have no lifeline left to skip a bad draw, leading to a massive drop in performance just when the sprint to the finish line starts.

To fix this for the new Medium and Hard difficulty levels of my app, I didn’t just blindly inflate the numbers. Instead, I re-engineered the trigger system. I stripped the red and yellow values from the absolute peak cards and strategically moved them to the mid-tier values (like the 5s and 6s).

I think this changes the pacing. In the first half of the race, the bots now play their top speeds straight up without filtering their deck too fast. The start is slightly more controlled. But in the crucial final stretches, when their decks are heavily diluted with Exhaustion, drawing a mid-tier card now triggers a second draw. This gives the bots a much higher chance to bypass an Exhaustion card right when it matters most, keeping them consistently competitive until the very end.

More realistic bot movements

I also realized that simply adding a flat +1 movement to every card to create a „Hard“ mode breaks the game. If a bot gets more than a dozen extra movement points per deck cycle, no human player managing standard cards and slipstreams can catch them over a 70-square stage.

Because of this, the Easy level remains Fredrik Stahre’s balanced original baseline. For Medium and Hard, the base speeds of the bots remain grounded so the peloton doesn’t instantly shatter. The difficulty scales entirely through targeted tactical spikes. The bots get significantly higher peaks on their specific terrain—like a Super Sprinteur hitting a massive 13 on the final straight, or a Grimpeur surviving a steeper Uphill limit—making them incredibly dangerous exactly where their real-world counterparts would attack.

Check out my app

Der Beitrag Playing a Flamme Rouge Grand Tour erschien zuerst auf .

  •  

Rom an einem Tag

Jewgeni Petrow
Strohmann Games
2-5
8+ Jahre
30 Min.
Unsere Wertung:
Endlich ein Legespiel, bei dem ich das Treiben meiner Tischnachbarn genau im Auge behalten muss. Welche Plättchen biete ich ihnen an, welche kann ich mir schnappen? In knackig-kurzen vier Runden zählt jede Entscheidung. Und ganz klar: Nur mit der Erweiterung, die direkt mit in der Box liegt, macht „Rom an einem Tag“ richtig Spaß.

Darum geht’s beim Brettspiel Rom an einem Tag

In Rom an einem Tag müssen wir aus den Überresten des zerfallenden Römischen Imperiums ein neues Reich erschaffen. „I cut, you choose“-Prinzip: Beim Wiederaufbau rangeln wir mit unseren Tischnachbarn um die besten Gebietsplättchen und Gebäude. Ziel des Spiels ist es, durch das geschickte Bilden zusammenhängender Landschaften und das Platzieren passender Gebäude die meisten Punkte zu erzielen. Das Spiel ist kurz: Lediglich vier Runden entscheiden über Sieg oder Niederlage.

Aufbau und Spielablauf

Zur Vorbereitung von Rom an einem Tag (Strohmann Games) erhält jede Mitspielerin einen Sichtschirm, zwei Auswahlkarten und ein Set aus 20 Landschaftsplättchen, die verdeckt als persönlicher Nachziehstapel bereitgelegt werden. Zusätzlich zieht jeder eine Gebäudekarte, auf der die acht zur Verfügung stehenden Gebäude für die Partie markiert sind. Ein Richtungsweiser gibt in jeder der vier Runden vor, ob man Landschaften vom linken oder rechten Nachbarn erhält.

Eine Spielrunde hat vier Phasen: entdecken, teilen, wählen und anbauen. In der Entdeckungsphase werden fünf Landschaften vom eigenen Stapel offen ausgelegt und mit zwei Gebäuden von der Gebäudekarte bestückt. Danach folgt das mechanisch gewollte Dilemma: Hinter dem Sichtschirm muss man diese fünf Plättchen in zwei Gruppen aufteilen. Um die kleinere Gruppe attraktiver zu machen, muss ihr ein Kristall aus dem eigenen Vorrat beigefügt werden.

Rom an einem Tag: Hinterm Sichtschirm teile ich Plättchen und Gebäude auf und biete sie meinen Tischnachbarn an.
Hinterm Sichtschirm teile ich Plättchen und Gebäude auf und biete sie meinen Tischnachbarn an.

Dem Tischnachbarn eine schwierige Entscheidung aufzwingen

Sobald die Schirme gehoben werden, wählen die Spieler gleichzeitig mittels ihrer Auswahlkarten eine der beiden Gruppen ihres jeweiligen Nachbarn aus. Hierbei entsteht eine interessante Dynamik: Man möchte dem Nachbarn eine schwierige Entscheidung aufzwingen, während man selbst hofft, dass die andeere Nachbarin einem die gewünschten Plättchen übrig lässt. In der abschließenden Anbauphase müssen alle erhaltenen Landschaften an das eigene Reich angelegt werden, wobei mindestens eine Kante an ein bestehendes Plättchen angrenzen muss.

Rom an einem Tag: In dieser Runde wähle ich von meinem rechten Nachbarn. Nachbarin links nimmt stattdessen von mir.
In dieser Runde wähle ich von meinem rechten Nachbarn. Nachbarin links nimmt stattdessen von mir.

Besonders hervorzuheben ist, dass in der Box bereits die „Erweiterte Version“ (The Merchants) enthalten ist. Diese ergänzt das Grundspiel um zusätzliche Elemente wie Elefanten, die als wandernde Händler fungieren, sowie Auftragskarten und ein Markt-Tableau. In dieser Version ziehen Spieler Aufträge, sobald sie Elefanten in neue Gebiete setzen. Diese Aufträge dienen als Währung, um auf dem Markt um Bonusmaterial wie Doppel-Landschaften, Festungen oder zusätzliche Gebäude zu bieten.

Abgerechnet wird erst zum Schluss: Jedes Gebäude in Rom an einem Tag generiert dann Punkte, wenn es mit farblich passender Fläche verbunden ist. Wer beispielsweise ein Windrad in (oder angrenzend an) ein Feld aus fünf gelben Kornfeldern setzt, sichert sich damit fünf Punkte; stehen zwei Windräder im selben Gebiet, verdoppelt sich dieser Wert entsprechend. Über diese Flächenwertungen hinaus tragen gesammelte Kristalle mit einer steigenden Zahl an Punkten zum Gesamtergebnis bei, während die Erweiterung durch zusätzliche Auftragskarten lukrativere Punktequellen für spezifische Konstellationen ermöglicht.

Rom an einem Tag: Erweiterung The Merchants: Elefanten und Aufträge kommen ins Spiel.
Erweiterung The Merchants: Elefanten und Aufträge kommen ins Spiel.

Fragen und Antworten

Wie funktioniert die Interaktion bei Rom an einem Tag?

Die Interaktion ist durch den „I cut, you choose“-Mechanismus sehr hoch, aber indirekt. Man agiert immer nur mit seinen direkten Tischnachbarn, was das Spiel auch bei voller Besetzung sehr flott hält. Man muss ständig antizipieren, was die Konkurrenz benötigt, um die Teilung so unattraktiv wie möglich zu gestalten.

Sollte man direkt mit der Erweiterung spielen?

Das Grundspiel ist ein idealer Einstieg für Familien. Für erfahrene Spieler bietet das Spiel jedoch erst mit der integrierten Erweiterung „The Merchants“ den nötigen Tiefgang. Die zusätzliche Ebene durch die Aufträge und den Markt macht das Spiel deutlich herausfordernder und strategischer.

Wie ist das Verhältnis zwischen Aufbauzeit und Spieldauer?

Da das Spiel nach nur vier Runden endet, ist die reine Spielzeit sehr kurz (oft unter 30 Minuten). Tatsächlich nimmt der Aufbau der vielen Plättchen, Gebäude und des Marktes einen signifikanten Teil der Gesamtzeit ein. Das Spieltempo ist jedoch so hoch, dass oft direkt eine Revanche-Partie folgt.

Rom an einem Tag: Der gemeinsame Markt in der Erweiterung: Hier erhalten wir zusätzliche Plättchen und Gebäude.
Der gemeinsame Markt in der Erweiterung: Hier erhalten wir zusätzliche Plättchen und Gebäude.

Mein Fazit nach vielen Testrunden

Rom an einem Tag präsentiert sich als dynamisches Legespiel, das seine Stärke aus der geschickt implementierten „I-cut-you-choose“-Mechanik zieht. Diese sorgt in jeder der lediglich vier Runden für angenehmes Taktieren, da wir uns ständig fragen müssen, wie wir die Plättchengruppen so aufteilen, dass für uns am Ende das bestmögliche Ergebnis übrig bleibt. Dabei entsteht eine bemerkenswert hohe Interaktion, da man unweigerlich von den Entscheidungen und Bedürfnissen der direkten Tischnachbarn abhängt.

Seien wir ehrlich: Ohne diesen Kniff bliebe Rom an einem Tag ein Legespiel mit den typischen Wertungsmustern, die man schon aus etlichen Vorgängern kennt.

MIt oder ohne Erweiterung spielen? Während das Grundspiel als zugänglicher Familienspaß überzeugt, entfaltet das System erst durch die bereits im Karton enthaltene Erweiterung mehr Potenzial und bietet die notwendige Komplexität für anspruchsvollere Runden. Ohne diese Zusatzmodule könnte das Spielgefühl für erfahrene Vielspieler auf Dauer etwas zu repetitiv wirken.

Da fast alle Spielphasen gleichzeitig ablaufen, gibt es so gut wie keine Wartezeiten, was den Spielfluss beschleunigt und Rom an einem Tag zu einem idealen Kandidaten für den Start oder den Ausklang eines Spieleabends macht. Man sollte jedoch bedenken, dass der administrative Aufwand beim Aufbau im Vergleich zur recht kurzen Spieldauer spürbar ins Gewicht fällt – man verbringt mitunter fast so viel Zeit mit dem Vorbereiten der Komponenten wie mit dem eigentlichen Ausbau des Imperiums. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt zudem der beigelegte Wertungsblock, der für die Menge an zu erfassenden Daten viel zu klein geraten ist und auch optisch nicht mit dem restlichen Material mithalten kann. Dennoch bleibt das Spiel eine klare Empfehlung für alle, die eine schnelle, aber dennoch taktisch reizvolle Herausforderung suchen.

Pro & Contra Rom an einem Tag

Was mir gut gefällt:

  • I-cut-you-choose-Mechanik sorgt für spannende Auswahl in jeder Runde.
  • hohe Interaktion durch die direkte Abhängigkeit von den Nachbarn
  • enthält direkt eine Erweiterung, die den strategischen Anspruch deutlich hebt
  • sehr kurze Wartezeiten, da fast alle Phasen gleichzeitig abgehandelt werden.

Was ich weniger mag:

  • Grundspiel allein könnte für Vielspieler zu schnell repetitiv wirken
  • Verwaltungsaufwand für den Aufbau ist im Verhältnis zur kurzen Spieldauer recht hoch
  • Wertungsblock ist zu klein und optisch schlecht

Amazon-Link*

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

Der Beitrag Rom an einem Tag erschien zuerst auf .

  •  

Tenby

Benjie Talbott
Mighty Boards
1-5
10+ Jahre
60 Min.
Unsere Wertung:
Tenby ist ein ruhiges, durchdachtes Aufbauspiel, das mit klaren Abläufen, sinnvoll verzahnten Mechanismen und einer stimmigen Gestaltung langfristig trägt. Was für ein fulminanter Erstling von Autor Benjie Talbott, der hoffentlich auch bald auf Deutsch lokalisiert wird.

Darum geht’s beim Brettspiel Tenby

Das Brettspiel Tenby entführt uns an die malerische Küste von Pembrokeshire, wo die bunten Häuserreihen und das maritime Flair den Takt vorgeben. Der Autor Benjie Talbott hat mit diesem Titel eine persönliche Hommage an seine Heimatstadt geschaffen, die er nicht nur erdacht, sondern auch selbst illustriert hat.

Aufbau und Spielablauf

Gespielt wird über genau zehn Runden, die immer nach demselben Ablauf strukturiert sind.

Jede Runde beginnt mit der Nachtphase. In dieser Phase wählen die Spieler aus mehreren ausliegenden Tageskarten eine aus. Diese Karten bestimmen sowohl die Aktionen, die ein Spieler in dieser Runde ausführen darf, als auch die Reihenfolge, in der die Spieler anschließend am Zug sind. Die Auswahl erfolgt der Reihe nach, wobei die aktuelle Position auf den Nachtkarten vorgibt, wer zuerst wählen darf. Da jede Tageskarte nur einmal vergeben werden kann, entsteht hier bereits eine wichtige taktische Entscheidung: Will man sich früh eine bestimmte Aktion sichern oder lieber später im Zug sein, um vielleicht eine bessere Kombination auszunutzen?

In der anschließenden Tagesphase werden die gewählten Aktionen ausgeführt. Die Spieler sind nun in der Reihenfolge ihrer Tageskarten an der Reihe und führen jeweils alle Aktionen ihrer Karte vollständig aus. Typische Aktionen bestehen darin, neue Gebäude in Form von Terrassenkarten zu nehmen, Piers zu bauen, besondere Sehenswürdigkeiten zu integrieren oder neue Bewohnerkarten zu erhalten, die am Spielende zusätzliche Punkte bringen können. Zusätzlich gibt es eine Art Währung in Form von Rettungsringen, mit denen sich weitere Aktionen kaufen oder flexible Anpassungen vornehmen lassen.

Tenby: Gemeinsamer Markt zur Auswahl von neuen Straßenkarten.
Gemeinsamer Markt zur Auswahl von neuen Straßenkarten.
Tenby: Die Nachtkarten oben definieren die Zugreihenfolge für die aktuelle Runde.
Tenby: Die Nachtkarten oben definieren die Zugreihenfolge für die aktuelle Runde.

Straßen bilden, Muster erfüllen

Das zentrale Element des Spiels ist dabei der Aufbau der eigenen Stadt. Die erhaltenen Karten werden direkt in die eigene Auslage gelegt und bilden Straßen, die sich nach und nach erweitern. Neue Karten dürfen nur an den Enden bestehender Straßen angelegt oder als neue Straße begonnen werden, und die Kanten der Karten müssen dabei immer zueinander passen. So entsteht ein räumliches Puzzle, bei dem es nicht nur darauf ankommt, möglichst viele Karten zu sammeln, sondern sie auch sinnvoll anzuordnen. Viele Karten bringen ihre Punkte nämlich erst durch bestimmte Kombinationen mit benachbarten Karten oder über eine bestimmte Reichweite innerhalb einer Straße. Gleichzeitig stellen die Bewohnerkarten zusätzliche Anforderungen, etwa bestimmte Merkmale oder Muster innerhalb einer Straße zu erfüllen.

Nachdem alle Spieler:innen ihre Aktionen ausgeführt haben, folgt die Aufräumphase. Übrig gebliebene Karten im Markt werden entfernt und durch neue ersetzt, sodass sich die Auslage jede Runde verändert. Eine nicht gewählte Tageskarte bleibt liegen und wird mit einem Bonus in Form eines Rettungsrings attraktiver gemacht. Außerdem werden die Spielerfiguren wieder auf die Nachtkarten zurückgesetzt, wodurch die Reihenfolge für die nächste Runde neu bestimmt wird. Dann beginnt der Ablauf von vorne.

Nach der zehnten Runde endet das Spiel sofort. Anschließend werden alle Städte gewertet. Dabei zählen sowohl die Punkte der gelegten Karten als auch die erfüllten Bedingungen der Bewohnerkarten. Wer insgesamt die meisten Punkte erzielt, gewinnt.

Zwei Straßenzüge in Tenby, die zum Schluss unabhängig voneinander gewertet werden.
Zwei Straßenzüge in Tenby, die zum Schluss unabhängig voneinander gewertet werden.
Tenby: Karten mit Wertungsbeispielen
Tenby: Karten mit Wertungsbeispielen

Fragen und Antworten

Was macht den Reiz des Brettspiels Tenby aus?

Tenby ist eine gelungene Verbindung aus taktischem Legespiel und atmosphärischem Setting. Die Regeln sind schnell verinnerlicht, doch die Vielzahl an Karten und Kombinationen sorgt langfristig für Abwechslung. Der Fokus liegt klar auf der eigenen Auslage, was für eine angenehm ruhige, fast schon meditative Spielatmosphäre sorgt.

Hat Tenby einen Solomodus?

Ja, Tenby kann man richtig gut auch alleine spielen. Ein kleiner Extrastapel definiert in jeder Spielrunde, welche Karten vom gemeinsamen Markt entfernt werden müssen. Das ist clever gelöst und macht Tenby zu einer knackigen Angelegenheit im Kampf um deinen neuen Highscore.

Und wo finde ich die Spielanleitung?

Bei BoardGameGeek kannst du die Anleitung auf Englisch herunterladen.

Mein Fazit nach vielen Testrunden

Beim ersten Blick auf Tenby (Mighty Boards) fällt sofort auf, wie zugänglich das Regelwerk gestaltet ist. Für ein Erstlingswerk ist das bemerkenswert: Die Mechaniken greifen sauber ineinander, werden Schritt für Schritt logisch eingeführt und durch die stimmungsvollen Illustrationen des Autors anschaulich begleitet. Dadurch gelingt der Einstieg erstaunlich mühelos, selbst für Spieler, die mit solchen Legespielen bislang wenig Berührung hatten. Gleichzeitig zeigt sich schnell, dass unter der Oberfläche mehr steckt, als es zunächst scheint.

Besonders gelungen ist die Skalierung. Je nach Spielerzahl verändert sich die Dynamik der Kartenauswahl spürbar, ohne dass das Spiel an Struktur verliert. Zu zweit entsteht ein eher kontrolliertes Puzzle, während in größeren Runden der Konkurrenzdruck auf die ausliegenden Karten deutlich steigt. Dass darüber hinaus ein Solomodus enthalten ist, rundet das Gesamtpaket sinnvoll ab. Hier tritt man nicht einfach nur gegen den eigenen Punktestand an, sondern muss sich mit einem System auseinandersetzen, das gezielt in den eigenen Aufbau eingreift. Das macht Tenby auch abseits klassischer Spielrunden interessant.

Tenby: Die Karte rechts punktet, wenn sie benachbart zu Karten mit Vordächern liegt.
Tenby: Die Karte rechts punktet, wenn sie benachbart zu Karten mit Vordächern liegt.

Spielerisch fordernd

Auch produktionstechnisch hinterlässt das Spiel einen sehr guten Eindruck. Das ursprünglich über Kickstarter finanzierte Projekt überzeugt mit wertigem Material und einer klaren gestalterischen Linie. Die Karten sind detailreich illustriert und transportieren den Charme der walisischen Küste ausgesprochen stimmungsvoll. Diese visuelle Leichtigkeit darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tenby spielerisch durchaus fordert. Wer seine Stadt wirklich effizient entwickeln möchte, muss vorausschauend planen, Synergien erkennen und den richtigen Moment für bestimmte Entscheidungen abpassen.

Unterm Strich ist Tenby eine gelungene Verbindung aus taktischem Legespiel und atmosphärischem Setting. Die Regeln sind schnell verinnerlicht, doch die Vielzahl an Karten und Kombinationen sorgt langfristig für Abwechslung. Der Fokus liegt klar auf der eigenen Auslage, was für eine angenehm ruhige, fast schon meditative Spielatmosphäre sorgt. Gleichzeitig bietet das Spiel genügend Tiefe, um auch erfahrene Spieler bei der Optimierung ihrer Stadt zu fordern. Damit empfiehlt sich Tenby sowohl für Familien als auch für Kenner, die ein zugängliches, aber nicht triviales Aufbauspiel suchen.

Anekdote am Rande, die nicht untergehen darf: Benjie Talbott hat nicht nur das Spiel erfunden und illustriert, sondern auch gleich den passenden Soundtrack zu Tenby komponiert. Wow!

Pro & Contra

Was mir gut gefällt:

  • sehr eleganter Verzahnung von bekannten Elementen
  • sieht klasse aus
  • guter Solomodus

Was ich weniger mag:

  • Abbildungen auf den Karten sehr klein
  • In voller Besetzung kann die Downtime stark ansteigen

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

Der Beitrag Tenby erschien zuerst auf .

  •  

Logikrätsel und Denksport: Spiele-Sammlung für helle Köpfe

Logikspiele haben sich längst vom klassischen Solo-Knobelspaß emanzipiert und sind heute ein spannender Teil der Brettspielwelt. Sie fordern nicht nur das räumliche Denken heraus, sondern verbinden Tüfteln, Ausprobieren und manchmal sogar Zeitdruck zu überraschend abwechslungsreichen Spielerlebnissen. Mal müssen wir mit wenigen Teilen stabile Konstruktionen erschaffen, mal knifflige Aufgaben aus unterschiedlichen Blickwinkeln lösen oder unter hohem Tempo Muster erkennen und richtig kombinieren. Gerade diese Mischung aus Konzentration, Haptik und cleveren Aha-Momenten macht den Reiz vieler moderner Logikspiele aus.

Dabei zeigt sich, wie vielseitig das Genre inzwischen geworden ist. Manche Titel funktionieren als ruhige Denkaufgabe, bei der jeder Zug gut überlegt sein will, andere bringen Wettbewerb, Kommunikation oder sogar kooperative Elemente ins Spiel. Wenn plötzlich mehrere Personen gleichzeitig an einer Lösung tüfteln, entsteht oft eine Dynamik, die weit über klassisches Puzzeln hinausgeht. Aus einem stillen Logikproblem wird dann schnell ein gemeinsames Spielerlebnis.

Besonders spannend ist dabei, wie unterschiedlich aktuelle Spiele ihre Herausforderungen inszenieren. Mal spielen physikalische Prinzipien wie Balance oder Schwerkraft eine Rolle, mal stehen geometrische Formen und Perspektivwechsel im Mittelpunkt. Andere setzen auf magnetische Bauteile, raffinierte 3D-Aufbauten oder Aufgaben, bei denen nur gutes Abstimmen in der Gruppe zum Ziel führt. Gerade diese kreativen Ideen zeigen, wie lebendig und innovativ moderne Denksport-Spiele inzwischen sind.

Wir haben uns deshalb eine Reihe Neuheiten und Klassiker angesehen, die mal entspanntes Grübeln, mal hektisches Knobeln und oft beides zugleich bieten. Ob allein, zu zweit oder in der Runde mit Familie und Freunden – diese Spiele fordern Köpfchen, überraschen mit cleveren Ideen und zeigen, wie unterhaltsam Logik auf dem Spieltisch sein kann.

Unsere Logikspiele-Sammlung: los geht’s:

Colour up

Colour Up (Huch) ist ein wunderbar typisches Logikpuzzle: Aus farbigen Holzelementen entsteht ein Turm, doch kein Teil darf seitlich oder oben herausragen. 74 Aufgaben sorgen dabei für reichlich Futter – von schnell lösbaren Einstiegsrätseln bis zu Herausforderungen, bei denen man mehrere Züge vorausdenken muss. Reizvoll ist vor allem, dass nicht einfach ausprobiert wird, bis etwas passt. Die ersten Teile eines Rätsels sollen in einer vorgegebenen Reihenfolge eingesetzt werden, die restlichen muss man sich selbst erschließen. Genau daraus entsteht dieser typische Tüftel-Sog: kurz grübeln, etwas drehen, umdenken, neu ansetzen – und plötzlich fällt die Lösung ins Auge. Durch das wertige Holzmaterial und die angenehme Haptik wirkt das alles wie ein kleines Denkspiel zum Anfassen. Gerade in Familien kann „Colour Up“ gut funktionieren, weil sich die Aufgaben nach und nach steigern. Wer Spiele mag, bei denen räumliches Denken und logische Kombinationen im Mittelpunkt stehen, findet hier ein sehr zugängliches, aber keineswegs anspruchsloses Puzzle.

Sea Stax

Mit Sea Stax (Huch) tauchen wir tief in das bunte Treiben der Weltmeere ab, wobei das Ziel so simpel wie fordernd ist: Eine bunte Schar aus Meeresbewohnern muss exakt auf einer vorgegebenen Rasterfläche platziert werden. Das Thema wird durch die zwölf charmant gestalteten Kunststofffiguren wie Hai, Krake und Seepferdchen lebendig. Die Spielerinnen und Spieler wählen eine der 48 Aufgabenkarten und legen die darauf abgebildeten Tiere bereit. Nun gilt es, die Meeresbewohner so zu drehen, zu wenden und zu verschachteln, dass am Ende kein Teil über den Rand ragt und das gesamte Gitter lückenlos gefüllt ist. Die besondere Finesse offenbart sich in den höheren Leveln, wenn die Aufgaben zweistöckig werden. Wir stapeln beispielsweise den Aal in der zweiten Ebene quer über den Wal und stellen die Krabbe hochkant daneben, um die exakte Höhe zu erreichen. Diese vertikale Komponente fordert das räumliche Vorstellungsvermögen massiv heraus.

Roll on

Bei Roll on! (Huch) kommt ordentlich Bewegung in die Denksport-Ecke, denn hier ist die Schwerkraft unser wichtigster Verbündeter – oder unser größter Gegner. Auf einer geneigten Spielfläche schicken wir kleine Kugeln auf die Reise durch ein Labyrinth aus Barrieren; manche sind vom Level vorgegeben, andere müssen wir erst noch einstecken in das gerasterte Spielfeld. Das Ziel ist klar: Die Murmeln müssen punktgenau in den markierten Zielfeldern landen. Wir stehen also vor der Herausforderung, die Barrieren so geschickt zu platzieren, dass jede Kugel ihren vorbestimmten Weg findet. Dabei ist Köpfchen gefragt, denn oft müssen wir um die Ecke denken. Wir isolieren eine überzählige Kugel in einer Sackgasse oder nutzen den Schwung einer rollenden Murmel, um eine andere überhaupt erst in Bewegung zu setzen. Wenn wir schließlich den mechanischen Hebel betätigen und das Klackern der Kugeln durch den Raum schallt, folgt der Moment der Wahrheit. Rollt alles wie geplant? Dieses haptische Erlebnis macht physikalische Zusammenhänge greifbar und sorgt für eine tolle räumliche Antizipation, die besonders bei Kindern für leuchtende Augen sorgt.

Dot to Dot

Das Logikspiel Dot to Dot (moses. Verlag) basiert auf 80 Aufgabenstellungen. Das Spielprinzip nutzt sechs transparente Schablonen mit Liniensegmenten, die auf Aufgabenkarten so angeordnet werden müssen, dass eine durchgehende, kreuzungsfreie Verbindung zwischen allen markierten Punkten entsteht. Die Mechanik erlaubt das Drehen und Wenden der Bauteile, wobei die Komplexität durch die Anzahl der einzusetzenden Schablonen und die Variabilität ihrer Ausrichtung skaliert. Strukturell überzeugt das System durch ein minimalistisches Design. Die kognitive Anforderung liegt in der räumlichen Deduktion und der systematischen Kombination der Fragmente. Während die Einstiegslevel eine geringe Hürde bieten, erfordern die fortgeschrittenen Aufgaben ein hohes Maß an abstraktem Vorstellungsvermögen. Das Spiel ist vor allem für Solospieler ab acht Jahren interessant; es fördert die Konzentrationsfähigkeit und setzt analytische Ausdauer voraus.

Turing Machine

Das Deduktionsspiel Turing Machine (Huch) überträgt das Prinzip mechanischer Rechenmaschinen in eine analoge Brettspielform. Die zentrale Aufgabe besteht darin, einen dreistelligen Code durch systematische Ausschlussverfahren zu ermitteln. Die technische Realisierung erfolgt über ein System aus Lochkarten, die durch physische Überlagerung logische Abfragen ermöglichen. Spieler:innen testen pro Runde Hypothesen gegen spezifische Prüfkriterien – etwa zu Parität oder Summenwerten –, wobei das System binäre Rückmeldungen liefert. Analytisch betrachtet handelt es sich um ein puristisches Logikspiel mit hoher kognitiver Dichte. Der Spielablauf ist weitgehend solitär, was eine ausgeprägte Affinität zu mathematischen Problemstellungen voraussetzt. Eine ergänzende Web-Datenbank gewährleistet eine massive Skalierbarkeit der Aufgabenstellungen und sichert so die Langzeitmotivation für die Zielgruppe.

Rush Hour

Welt-der-Form, Wiki

Der Klassiker: Bei Rush Hour manövriert eine Person ihr Auto durch einen Stau, indem sie andere Fahrzeuge aus dem Weg schiebt. 40 Aufgabenkarten in vier Schwierigkeitsstufen geben die Ausgangspositionen des roten Autos und der anderen Fahrzeuge vor. Jede Karte ist eine neue Herausforderung, denn die Aufgaben werden immer schwieriger – aber nur so viel, dass man sie mit etwas Überlegen lösen kann. Wir schieben den gelben Bus zur Seite und befreien die Fahrbahn für unsere Flucht aus dem Verkehrschaos. Der Denk- und Tüftelspaß ist ideal für eine Person und bietet einen schnellen Einstieg.

By The Book

By The Book (HCM Kinzel) ist ein haptisches Puzzle, bei dem zwölf farbige Holzbücher sowie eine Katzenfigur präzise zwischen zwei Regalböden angeordnet werden müssen. Kernziel ist die Herstellung einer waagerechten Ausrichtung des oberen Regalbretts. Wir stapeln die Bücher so, dass sie als Stützen dienen, und platzieren die Katze an der richtigen Stelle. Die Aufgabenkarten definieren jeweils das zu verwendende Material und etwaige Beschränkungen. Wenn dir dieses Spiel gefällt, könnte auch Sea Stax interessant sein. Das Spiel stellt kognitive Anforderungen an räumliches Vorstellungsvermögen und logische Deduktion, während es im Regal auch noch dekorativ aussieht.

Magnefix

Für das Reaktionsspiel Magnefix (Amigo) benötigt ihr vor allem ein gutes Auge und müsst euch einem hektischen Wettkampf gegen die Tischnachbarn stellen. Hier kommen die originalen, quadratischen Magformers-Bauteile zum Einsatz – ein magnetisches Konstruktionsspielzeug, das bei Kindern ohnehin extrem beliebt ist. Autor Roberto Fraga hat daraus ein rasantes Bauspiel auf Zeit gemacht, das Familien vor eine echte Herausforderung stellt. Jede Spielerin erhält einen eigenen Satz Magformers in fünf verschiedenen Farben. Sobald die oberste der 55 Aufgabenkarten umgedreht wird, beginnt das große Wuseln: Alle versuchen gleichzeitig, die abgebildete Konstruktion so schnell wie möglich nachzubauen.

Wer zuerst fertig ist, klatscht schnell die Hand auf die Aufgabenkarte. Ist alles korrekt zusammengesetzt, wandert die Karte als Belohnung in den eigenen Vorrat. Wir merken schnell, wie die Nervosität steigt, wenn die Mitspieler bereits fast fertig sind. In der Hektik ist fixes Antizipieren gefragt, denn wenn ein Magnet mal wieder falsch herum angebaut wird und sich prompt vom Rest der Konstruktion abstößt, kostet das wertvolle Sekunden. Magnefix ist ein klassisches Generationenspiel, das man beim Besuch der Oma genauso gut auf den Tisch bringen kann wie beim Kindergeburtstag. Es bietet einen sofortigen Einstieg ohne langes Regelstudium und sorgt für reichlich Action am Spieltisch.

Das verrückte Haus

„Das verrückte Haus“ (Game Factory) ist die grafisch überarbeitete Neuauflage des Klassikers „La Boca“ von Inka und Markus Brand. In wechselnden Zweier-Teams stapelt ihr bunte Holzklötze auf einem kleinen 4×4-Raster aufeinander, wobei die Spielschachtel kreativ in das Geschehen integriert wird. Das Ziel ist es, gemeinsam eines der über 100 Gebäude so schnell wie möglich zu errichten. Die besondere Herausforderung liegt in der asymmetrischen Sichtweise: Ihr sitzt euch gegenüber und jeder blickt auf der im Fundament steckenden Karte nur auf seine eigene Seite des Bauplans. Da sämtliche Steine verbaut werden müssen, ist ein ständiger Austausch zwischen den Partnern unerlässlich.

„Kann ich den blauen Stein hier links ablegen?“, fragen wir uns laut, während das Gegenüber einwendet, dass dort nur ein schwarzer Block sichtbar sein darf. Je schneller ihr die Aufgabe meistert, desto mehr Punktechips dürft ihr euch am Ende nehmen. Wer mag, nutzt die kostenlose App zum Spiel, die mit schneller werdenden Beats den Zeitdruck akustisch untermalt. Der Reiz liegt im kommunikativen, semi-kooperativen Gameplay, das Kinder ab acht Jahren und Erwachsene gleichermaßen motiviert. Für das perfekte Spielerlebnis solltet ihr auf gute Lichtverhältnisse achten, da die Pastellfarben der Steine bei schwachem Kunstlicht schwer voneinander zu unterscheiden sind.

Block and Key

In Block and Key schlüpfen wir in die Rolle ehrgeiziger Archäologen, die einen vergessenen Tempel voller Hieroglyphen erforschen. Das Herzstück ist ein erhöhter 3D-Spielplan auf einem Kartonrahmen, an dem bis zu vier Personen Platz nehmen. Das Besondere: Jede Seite des Tempels bietet eine völlig andere Perspektive auf das Geschehen. Das Ziel ist es, Blockmuster zu bilden, die exakt den Vorgaben der eigenen Auftragskarten – den sogenannten Schlüsseln – entsprechen. Da man nur aus der eigenen Sichtposition auf die Architektur blickt, ist ein quadratischer Spieltisch ideal, damit alle nah am Geschehen sitzen und die beste Sicht auf die Blöcke haben.

In deinem Zug hast du zwei Optionen: Entweder ziehst du drei neue Blöcke aus der Auslage oder du platzierst einen deiner Steine auf dem Tempelboden. Dabei gelten strikte Bauvorgaben, etwa dass nur gerade Brücken erlaubt sind und keine Lücken entstehen dürfen. Wir setzen beispielsweise einen massiven Block so geschickt, dass er aus unserer Perspektive gleich mehrere Schlüsselkarten auf einmal „entsperrt“. Taktische Tiefe entsteht dadurch, dass man die Absichten der anderen erahnen und ihnen gezielt die Sicht verbauen kann. Das Spiel endet, sobald jemand acht Karten erfüllt hat, wobei Punktesammler auch in einer Solovariante vom Trainee zum „Expert Archaeologist“ aufsteigen können. Einziger Kritikpunkt ist die teils schwierige Farbdifferenzierung bei gedämpftem Licht. Wer Ubongo 3D oder Project L schätzt, findet hier eine gelungene Herausforderung.

Der Beitrag Logikrätsel und Denksport: Spiele-Sammlung für helle Köpfe erschien zuerst auf .

  •  

SPIEL DOCH 2026: Trotz Wachstum weiterhin gemütlich

Wenn die SPIEL DOCH! die kleine Schwester der Essener SPIEL ist, dann darf man nach der 2026er-Ausgabe in Dortmund erfreut feststellen: Das Geschwisterchen wächst und gedeiht, geht inzwischen in die Schule (siebte Ausgabe seit 2018) und wird selbstbewusster, bleibt aber kindlich verspielt. Und das ist gut so!

Freie Spielfläche auf der SPIEL DOCH: am Samstag komplett belegt.

Vom 24. bis 26. April setzte die SPIEL DOCH! in Dortmund ihren Kurs als wichtige Publikumsmesse für Brett- und Kartenspiele im deutschsprachigen Raum fort. Erneut mit einem Rekord bei Fläche und Ausstellerzahl: Mit 8.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche kommt der veranstaltende Nostheide-Verlag an die Grenzen des Wachstum von Halle 4. Mehr geht – zumindest hier –nicht.

Das besondere Markenzeichen der Messe, die Verbindung aus entspannter Atmosphäre und großzügigen Freispielflächen, stand auch 2026 klar im Mittelpunkt. Rund 18.000 Spielefans hatten Gelegenheit, aktuelle Brettspiele auszuleihen und sich von Erklärern beim Einstieg helfen zu lassen (in Kooperation mit Meeplebox und der SpieleUnion Dortmund). Egal, ob man Frühjahrsneuheiten wie frische Familienspiele, strategische Kenner-Highlights oder kreative Kinderspiele testen wollte, es war für alle etwas dabei. Außerdem lohnte sich ein Abstecher zu den Flohmärkten, auf denen Schnäppchenjägerinnen und Sammler auf Raritäten und gut erhaltene Klassiker trafen.

Die Besuchenden konnten mit Spieleautoren plaudern, einen der 180 Aussteller bzw. Verlage direkt ansprechen und sich Inspiration für die heimische Spielesammlung holen, denn verkauft wurden viele Neuheiten ebenfalls. Im Vergleich zur großen SPIEL in Essen ging es hier ruhiger zu, mit breiten Gängen und selbst am Samstag mit wenig Stau, was gerade für Familien und Gelegenheitsspielerinnen den Reiz ausmachte. Die freie Spielfläche wurde noch einmal erweitert, sodass es genug Platz für lange Spieletage gab.

Neue Brettspiele ausprobiert

Als Brettspielelust-Team haben wir mitgemischt und an den drei Messetagen zahlreiche Neuheiten unter die Lupe genommen. Teilweise kannten wir die Titel bereits aus den vergangenen Wochen: Im Draft- und Sammelspiel Punktegalaxie (Pegasus) versuchen wir, durch geschickte Auswahl und Kombination von Karten eine effiziente Punkte-Engine in unserer Auslage aufzubauen. Wie seine Vorgänger Punktestadt und Punktsalat fokussiert das Kartenspiel auf schnelle Spielzüge und eine klare Ikonographie (mehr darüber lesen). Bei Die hängenden Gärten (Pitanik) erschafft man über vier Runden hinweg einen Garten aus Pflanzen, Tieren und Bewässerung, um das Königspaar zu beeindrucken und die meisten Punkte zu sammeln. Das zugängliche Worker-Placement-Spiel setzt auf vertraute Mechaniken und bietet durch viele Kombinationsmöglichkeiten und variable Wertungen genügend Abwechslung, ohne dabei zu komplex zu werden (mehr darüber lesen).

In Project Skyline (Piatnik) steht die vertikale Stadtplanung im Vordergrund. Die Spielenden platzieren Etagensteine auf einem gemeinsamen Spielfeld, wobei unterschiedliche Höhenstufen und Nachbarschaftsboni taktische Entscheidungen über die effizienteste Flächennutzung erfordern. Project Skyline ist der Erstling von Autor Florian Maas und kombiniert gekonnt Deckbau-Elemente mit Flächenmanagement (mehr darüber lesen). Einen thematisch anderen Ansatz verfolgt das Strategiespiel Kilia (Huch): Wir sind aufstrebende Reeder, die sich in der Hafenmetropole Kiel einen Namen machen wollen. Kilia überzeugt als modernes, angenehm zügiges Euro-Game mit starkem Multi-Use-Kartenpuzzle und cleverem Schifffahrts-Einkommen – mit eher geringer Interaktion und etwas Auslagen-Glück als Kehrseite (mehr darüber lesen).

Messe-Highlight Hot Streak: schnell ausverkauft.
Messe-Highlight Got Five: Kandidat Spiel des Jahres?

Für Freunde kooperativer Spielerlebnisse bietet Tippi Toppi Hoch hinaus (Schmidt Spiele) eine Weiterentwicklung des bewährten Spielprinzips. Die Spielgruppe muss gemeinsam und reihum Handkarten ablegen, um immer neue, teils herausfordernde Zielvorgaben zu erfüllen, was eine präzise Abstimmung verlangt, ohne sich konkret abstimmen zu dürfen. Während der Nachziehstapel kleiner wird, überlegen die Spieler, welche Aufgabe als nächstes erreichbar erscheint und wie sich die noch vorhandenen Plättchen schnellstmöglich einsetzen lassen (mehr darüber lesen).

Viele kleinere oder Kleinstspiele hatten wir auf der SPIEL DOCH! ebenfalls im Blick: Während Fußball Ligretto (Schmidt Spiele) das bekannte Echtzeit-Reaktionsprinzip auf den Rasen überträgt, setzt Cat Trick (Helvetiq) auf einen cleveren Stichmechanismus mit Katzenmotiven: kurzweilige Spielerfahrungen in kleiner Schachtel! Solche Titel eignen sich prima, wenn man unterwegs ist, z.B. im Urlaub oder mit Kindern im Restaurant.

Ein Anwärter auf das Spiel des Jahres kam schließlich mit Got Five! (Blue Orange) auf den Spieltisch. Per Deduktion müssen wir fünf Plättchen mit aufsteigenden Ziffern durch gezielte Fragen sowie den Vergleich mit Steinen aus der Tischmitte entschlüsseln und versuchen, diese als Erste korrekt zu benennen. Der mögliche Sieg wird durch den Ausruf „Fünf und fertig!“ angekündigt, wobei eine einzige Fehlkalkulation zum Ausscheiden führt. Absolut preiswürdig war auch Hot Streak (Strohmann Games): In dem herrlich chaotischen Rennspiel treten vier Maskottchen gegeneinander an und wir Spielenden wetten darauf, wer es als Sieger ins Ziel schafft. Clever: Ein Teil der Karten, mit denen die Bewegungen der Maskottchen gesteuert werden, sind uns vorab bekannt. Doch mit geheimen Handkarten darf jeder von uns manipulieren und das Rennen zum eigenen Nutzen verändern. Nach drei Durchgängen entscheidet sich, wer den richtigen Riecher bzw. Glück bei den risikoreichen Wetten hatte.

Das Zwei-Personen-Legespiel Portals (Squink) ließ uns hingegen ratlos zurück. Im neuen Titel von Uwe Rosenberg geht es um das Sammeln magischer Energien über ausgelegte Plättchen, um Portalsteine nach den Bedingungen des eigenen Zauberbuchs zu platzieren. Der Fokus liegt auf der Ressourcenverwaltung, da das Spiel endet, sobald eine Person sämtliche Steine in der eigenen Auslage untergebracht hat. Optisch und auch spielerisch leider kein Highlight, da spielen wir lieber weiterhin Nova Luna. Also schnell rüber zu Stuglandet (Haba), wo Grundstücke an Seen oder auf Inseln mittels Würfelwurf gebaut werden sollen. Witzige Idee 1: Die Verpackung sieht aus wie ein kleines Schwedenhaus und lockte uns sofort an den Stand. Witzige Idee 2: Keine Würfel, sondern die kleinen farbigen Häuschen an sich werden gewürfelt und je nach Wurf-Neigung eines Gebäudes dürfen bestimmte Handlungen (bauen, tauschen, versetzen) durchgeführt werden. Dabei gilt es, die lukrativsten Bauplätze gegen die Mitspielenden zu verteidigen, die ebenfalls versuchen, durch Mehrheiten und geschickte Raumplanung Punkte zu generieren. Fazit: Stuglandet bleibt letztlich ein hübsch verpacktes Kinderspiel, dass erfahrene Spieler kaum begeistern dürfte.

Zwei weitere Familienspiele probierten wir bei Strohmann Games aus: In Tic Tac Top sollen wir Begriffe in einem Raster so anordnen, dass sie möglichst viele Übereinstimmungen mit der Prioritätenliste des jeweiligen Spielleiters der Runde erzielen. Das Kernelement bildet hierbei die Einschätzung der Mitspielenden, um durch die vorgelesenen Begriffe die für den Punktgewinn notwendigen Dreierreihen zu vervollständigen. Classic Party-und-Wort-Ratespiel!

Rom an einem Tag nutzt das „I-cut-you-choose“-Prinzip, um Landschaften und Gebäude aufzuteilen und diese zu punktträchtigen Gebieten zu kombinieren. Die taktische Herausforderung besteht darin, den Kontrahenten Angebote zu unterbreiten, die deren strategische Optionen minimieren, während man selbst die benötigten Ländereien behält. Zusammen mit der enthaltenen Erweiterung eine sehr positive Überraschung eines strategischen Familienspiels mit knackig-kurzer Spieldauer von unter 30 Minuten.

30 Minuten oder doch eher 30 Minuten pro Person? Die Angabe auf der Schachtel von Nussfieber (Squink) ist stark untertrieben. Reihum steuern wir einen Fuchs und unsere eigenen Eichhörnchenbanden, um Territorien im einem gemeinsamen Wald zu kontrollieren und strategische Wegeverbindungen zu schaffen. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, die Bewegungen des Fuchses so zu beeinflussen, dass die eigenen Einheiten optimal positioniert und gegnerische Formationen gestört werden. Das dauert zu Fünft leider eine gefühlte Ewigkeit und führt zu Frust, weil die Aufgabenkarten nicht bei Erfüllung, sondern erst am Spielende gewertet werden (blöd, wenn der böse Fuchs im letzten Spielzug noch bestehende Wegverbindungen auseinanderreißt).

Endlich mal auf dem Tisch hatten wir anschließend INK (Asmodee), das auf einen Rondell-Mechanismus zur Auswahl von Tintenplättchen setzt, die zu farbigen Mustern zusammengefügt werden, um sukzessive Tintenfässchen zu platzieren. Durch das Vervollständigen ausreichend großer Farbbereiche werden Bonusaktionen freigeschaltet, die den Fortschritt im Wettlauf um die Platzierung aller Fässchen beschleunigen. Gefällig, wenn auch letztlich sehr abstrakt. Zu guter Letzt wählen wir als Absacker in Ich steck im Lift simultan Ziel-Etagen, wobei die Addition der Kartenwerte aller Spieler die Bewegungsweite des Lifts bestimmt. Baustellen auf den Etagen fungieren dabei als Hindernisse. Der Fahrstuhl fährt hoch und runter, alles bleibt komplett unplanbar und am Ende fragen wir uns: „Was soll das?“ und nehmen uns vor, künftig lieber die Treppe als diesen merkwürdigen Fahrstuhl zu nehmen…

Expansion im kommenden Jahr: Ende der Eine-Halle-Messe?

Und wie geht es weiter mit der SPIEL DOCH?

Da die Kapazitäten der Messehalle Halle 4 ausgeschöpft sind und um dem „anhaltenden Wachstumstrend und dem großen Interesse weiterer Aussteller gerecht zu werden“, befindet man sich laut Nostheide-Verlag aktuell in Verhandlungen mit der Messe Dortmund über die Hinzunahme einer weiteren Halle ab dem nächsten Jahr. Die 8. SPIEL DOCH! in Dortmund findet vom 9. bis 11. April 2027 statt. Zuvor steht vom 20. bis 21. Juni 2026 die SPIEL DOCH! in der Messe Friedrichshafen an.

Der Beitrag SPIEL DOCH 2026: Trotz Wachstum weiterhin gemütlich erschien zuerst auf .

  •  

Railroad Tiles

Bei Railroad Tiles begebt ihr euch auf eine strategische Planungsreise, bei der ihr durch das geschickte Legen von Plättchen ein Schienen- und Straßennetz errichtet. Wir haben uns das Spiel für euch genauer angesehen und berichten von unseren Eindrücken.

Railroad Tiles

Willkommen in der Welt der Weichensteller und Städteplanerinnen! Heute entführt uns Railroad Tiles (Horrible Guild) in das bekannte Universum der beliebten „Railroad Ink“-Reihe, tauscht jedoch die Würfel gegen haptisch viel ansprechendere Plättchen aus. Ziel des Spiels ist es, in acht Runden ein möglichst effizientes Verkehrsnetz aus Straßen und Schienen zu erschaffen. Dabei versuchen wir, durch Platzierung von Zügen, Autos und Fahrgästen die höchste Punktzahl zu erreichen, während wir gleichzeitig darauf achten, möglichst wenige offene Enden bei unseren Wegen zu hinterlassen.

Railroad Tiles – so wird es gespielt:

In der Tischmitte liegt die gemeinsame Bahnhof-Tafel, welche die Zugfolge und den allgemeinen Markt regelt. Zu Beginn jeder Runde werden dort Strecken-Plättchen in mehreren Spalten ausgelegt, die das Angebot für bis zu vier Personen bilden. Wir stehen jede Runde vor der Entscheidung, welche dieser Spalten am besten zu unserem persönlichen Streckenplan passt. Wer sich zuerst für eine Spalte entscheidet, sichert sich nicht nur die begehrten Wegstücke, sondern bestimmt damit auch die Zugfolge für die kommende Runde. Dieser dynamische Markt sorgt für eine angenehme Interaktion, da man stets ein Auge auf die Pläne der Konkurrenz werfen muss, um die passenden Anschlüsse nicht weggeschnappt zu bekommen.

Sobald wir unsere Plättchen aus dem Markt gewählt haben, geht es an den individuellen Ausbau unseres Netzwerks auf der eigenen Spielfläche. Wir erweitern unsere Wege, wobei die goldene Regel gilt: Schiene muss an Schiene und Straße an Straße grenzen. Wir platzieren ein Kurvenstück geschickt so, dass es eine Verbindung zu einem Wohngebiet herstellt, während wir zeitgleich eine gerade Strecke nutzen, um eine neue Station zu gründen. In diese Stationen setzen wir Fahrgast-Figuren ein, während wir Züge auf die Schienen und Autos auf die Straßen schicken, sobald die entsprechenden Symbole auf den Plättchen erscheinen. Diese Figuren sind am Ende wertvolle Siegpunkte wert, sofern die Wege lang genug sind.

Plättchenwahl aus dem gemeinsamen Markt.

Timing ist gefragt – bei den Anzeiger-Markern

Die taktische Tiefe von Railroad Tiles (dt. Ausgabe bei Heidelbär Games) entfaltet sich durch das nötige Timing beim Einsatz der Anzeiger-Marker auf der Bahnhof-Tafel. Jede der acht Runden wird durch einen neuen Marker definiert, der festlegt, welche Figurentypen – ob Züge, Autos oder Fahrgäste – in diesem Moment überhaupt aktiviert werden können. Wir müssen also genau vorausplanen: Ein Plättchen mit einem Auto-Symbol bringt uns nur dann eine physische Figur für die spätere Wertung ein, wenn in dieser Runde auch der entsprechende Auto-Anzeiger aktiv ist.

Wer darüber hinaus eine zusätzliche strategische Ebene sucht, greift zu den optionalen Aufgaben-Plättchen, die das Spiel um eine spannende Langzeitkomponente erweitern. Diese fungieren als spezifische Zielvorgaben und belohnen uns am Spielende mit satten Bonuspunkten, sofern wir die geforderten Bedingungen in unserem Schienennetz erfüllen konnten. Dieses Zusammenspiel aus der kurzfristigen Entscheidung, wann welcher Figurentyp platziert wird, und der Jagd nach den Bedingungen der Aufgaben-Plättchen macht den Reiz von Railroad Tiles aus.

Anzeigenmarker definieren für jede Runde die einzusetzenden Meeples.
Erst mit den Aufgaben-Karten wird die eigene Auslage schön komplex.

Am Ende der achten Runde folgt die Abrechnung, bei der jede Figur in unserem Netzwerk Punkte generiert, abhängig von der Komplexität der Strecke, auf der sie steht. Wir zählen die Punkte für unsere erfüllten Aufgabenkarten zusammen und addieren die Boni der Rundenanzeiger. Achtung: Jedes offene Streckenende, das nicht fachgerecht abgeschlossen wurde, führt zu Punktabzug. Wer es schafft, ein geschlossenes System aus weit verzweigten Gleisen und fließendem Straßenverkehr zu errichten, wird am Ende als Sieger:in hervorgehen.

Railroad Tiles: Fazit und Wertung

Mit der Railroad-Ink-Reihe sind wir nie richtig warm geworden. Trotz eingängiger Regeln blieb uns das krakelige Einzeichnen von Straßen und Schienen auf den kleinen Tableaus immer etwas fremd, und was die anderen am Tisch machten, spielte sich gefühlt zu sehr nebeneinander ab.

Dass das Spielprinzip mit Railroad Tiles als Plättchenlegespiel weitergedacht werden sollte, machte uns dagegen sofort neugierig. Wir mögen solche puzzlelastigen Legespiele sehr, und schon die ersten Previews mit ihrem charmanten Artwork hatten uns angesprochen. Beim Kickstarter hielten wir uns dennoch zurück – nicht zuletzt, weil uns die große Collector’s Edition mit ihren vielen Beuteln und Tütchen ohne echtes Inlay eher abschreckte als überzeugte.

Nun hatten wir Gelegenheit, das Basisspiel und mehrere Erweiterungen ausführlich zu testen. Und tatsächlich überrascht Railroad Tiles mit mehr spielerischer Substanz, als das leichte Familienspiel zunächst vermuten lässt. Hinter dem zugänglichen Drafting- und Puzzle-Prinzip stecken immer wieder reizvolle Entscheidungen: früh in der Zugreihenfolge dran sein oder lieber mehr Plättchen nehmen, kompakt für die Schlusswertung bauen oder andere Punktechancen verfolgen, kurzfristige Möglichkeiten nutzen oder langfristig auf bestimmte Wertungen spielen. Besonders gelungen wirkt dabei, wie ausgewogen die verschiedenen Wege zum Punkten erscheinen – unterschiedliche Strategien können zum Erfolg führen.

Holzmarker in Railroad Tiles: Personen, Autos, Züge, Sterne.

Befriedigendes Puzzlegefühl

Trotz überschaubarer Komplexität erzeugt das Spiel ein sehr befriedigendes Puzzlegefühl, unterstützt durch die liebevolle Gestaltung mit Landschaften und Meeples. Die Interaktion bleibt bewusst zurückhaltend und konzentriert sich vor allem auf Markt und Zugreihenfolge, doch gerade als entspanntes Zwei-Personen-Spiel oder Solospiel funktioniert das ausgesprochen gut. Der Solomodus wirkt zudem nicht wie ein nachgereichter Zusatz, sondern sinnvoll integriert und wird elegant über das wechselseitige Entfernen von Plättchen aus dem gemeinsamen Markt gesteuert.

Besonders positiv fanden wir, dass Railroad Tiles nicht nur charmant aussieht, sondern tatsächlich interessante taktische Überlegungen bietet, ohne unnötig komplex oder verkopft zu werden. Das Spiel bleibt zugänglich, bietet aber genug kleine Dilemmata und Timing-Fragen, um über reine Wohlfühl-Puzzlei hinauszugehen. Wer leichte bis mittelschwere Tile-Laying-Spiele mag, bekommt hier ein rundes Gesamtpaket mit überraschend viel Raffinesse.

Zu den Erweiterungen lässt sich insgesamt sagen: nett, aber keineswegs Pflicht. Das Grundspiel bringt bereits alles mit, was den Reiz ausmacht, während viele Erweiterungen eher Variationen und neue Akzente setzen als das System grundlegend erweitern. Gerade deshalb erscheint uns die Standardausgabe als die rundeste Empfehlung – auch mit Blick auf Preis und Umfang. Railroad Tiles erreichte Platz 4 auf unserer Jahresliste 2025.

Die Welt der Erweiterungen

Das Basisspiel von Railroad Tiles lässt sich durch insgesamt acht verschiedene Erweiterungen modular ergänzen. Jede dieser Erweiterungen bringt neue Plättchen, Figuren und spezielle Regeln mit sich, wobei pro Partie jeweils genau eine Erweiterung mit dem Grundspiel kombiniert wird. Hier ist eine Übersicht der verfügbaren Module:

Brücken errichten, durch Grachten schippern: die Kanal-Erweiterung.

Railroad Tiles: Canals Expansion

In dieser Erweiterung dreht sich alles um das Element Wasser und die Errichtung eines funktionalen Kanalnetzes. Wir platzieren neue Kanal-Plättchen, die parallel zu unseren Straßen und Schienen verlaufen können und mithilfe von Schleusen verbunden werden. Die Herausforderung für uns besteht darin, möglichst lange, ununterbrochene Wasserwege zu schaffen, um zusätzliche Punkte durch die Schifffahrt zu generieren.

Railroad Tiles: Monuments Expansion

Die Monument-Erweiterung bringt Bauwerke ins Spiel, die unser Netzwerk optisch und punktetechnisch aufwerten. Wir haben die Aufgabe, spezielle Monument-Plättchen so in unsere Landschaft zu integrieren, dass sie von möglichst vielen Verkehrswegen umschlossen oder passiert werden.

Stromleitungen verlegen, Windräder bauen: die Energy-Erweiterung.

Railroad Tiles: Energy Expansion

Die Modernisierung hält Einzug mit der Energy-Erweiterung, bei der wir uns um die Stromversorgung unseres stetig wachsenden Gebiets kümmern müssen. Wir verlegen Stromleitungen und verbinden Kraftwerke mit den Städten und Stationen unseres Netzwerks, um die Energieeffizienz zu steigern. Der Fokus liegt für uns darauf, geschlossene Stromkreise zu bilden und möglichst viele Verbraucher an das Netz anzuschließen.

Railroad Tiles: Forest Expansion

Mit der Wald-Erweiterung kehrt die Natur in unsere Infrastrukturplanung ein, indem wir dichte Waldgebiete zwischen unseren Wegen wachsen lassen. Die Spielerinnen und Spieler versuchen, zusammenhängende Waldflächen zu bilden, die an ihre Strecken grenzen, um ökologische Bonuspunkte zu sammeln. Dabei müssen wir darauf achten, dass die Wälder nicht wahllos verstreut sind, sondern durch geschickte Plättchenwahl zu großen, punktstarken Gebieten zusammenwachsen.

Railroad Tiles: Countryside Expansion

In der Countryside-Erweiterung widmen wir uns der ländlichen Erschließung und dem Aufbau von Bauernhöfen und Feldern entlang unserer Schienen. Wir erhalten Punkte für das Umschließen von Agrarflächen mit unseren Verkehrswegen und für die Anbindung entlegener Gehöfte an das Hauptnetzwerk.

Railroad Tiles: Desert Expansion

In der Wüsten-Erweiterung stehen wir vor der Herausforderung, trotz extremer Hitze und karger Landschaften ein funktionierendes Verkehrsnetz zu errichten. Wir platzieren Wüsten-Plättchen, die Oasen und Dünen enthalten, und müssen versuchen, diese Gebiete sinnvoll zu überbrücken oder zu nutzen.

Railroad Tiles: World Expansion

Die World-Erweiterung ist ein buntes Paket aus verschiedenen neuen Aufgaben und Spezial-Figuren, die das Spielgeschehen noch abwechslungsreicher gestalten. Wir begegnen hier neuen Elementen wie Zirkuswagen, Rennwagen oder sogar Polizeiautos, die jeweils ganz eigene Bedingungen für ihre Wertung mitbringen. Unsere Aufgabe ist es, die speziellen Anforderungen dieser Welt-Plättchen zu erfüllen, indem wir beispielsweise bestimmte Figurenkonstellationen schaffen oder thematische Nachbarschaften auf unserer Spielfläche errichten.

Railroad Tiles: Lake Expansion

Die See-Erweiterung führt große Wasserflächen ein, die unser Netzwerk zunächst unterbrechen, aber durch den Einsatz von Fähren zu neuen Möglichkeiten führen. Wir platzieren See-Plättchen und nutzen Fähr-Figuren, um Straßen und Schienen über das Wasser hinweg miteinander zu verknüpfen. Unsere Aufgabe ist es, die Seen nicht als Hindernis, sondern als logistisches Drehkreuz zu nutzen.


Railroad Tiles – auf einen Blick

Title

Positive Überraschung: Railroad Tiles ist ein charmantes, cleveres Wohlfühlspiel mit mehr spielerischer Tiefe, als man ihm zunächst zutraut, und aus unserer Sicht eines der stärkeren leichteren Plättchenlegespiele der letzten Zeit. Für Leute mit Freude an entspanntem Tüfteln, kleinen taktischen Entscheidungen und liebevoll gestaltetem Material.

Autoren: Hjalmar Hach, Lorenzo Silva | 2025 | Horrible Guild, Heidelbär | 1-4 Personen | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


Der Beitrag Railroad Tiles erschien zuerst auf .

  •  

Project Skyline

Bei Project Skyline baut ihr Hochhäuser und konkurriert um die besten Standorte, während ihr euer Kartendeck gezielt erweitert. Wir haben uns das Spiel genauer angesehen und berichten von unseren Eindrücken.

Project Skyline

Mit Project Skyline dreht sich alles um den Bau moderner Hochhäuser in bekannten Metropolen. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Bauunternehmen, die ihre Projekte möglichst gewinnbringend umsetzen wollen. Dabei geht es nicht allein darum, möglichst viele Gebäude zu errichten, sondern gezielt die attraktivsten Stadtbereiche zu nutzen und die Nähe zu Monumenten auszuspielen. Wer es schafft, sein Kartendeck sinnvoll zu entwickeln und gleichzeitig die Dynamik auf dem Spielplan im Blick zu behalten, kann sich am Ende die meisten Einnahmen sichern. 

Project Skyline: So wird es gespielt

Im Zentrum des Spiels steht ein Deckbau-Mechanismus, der mit einem räumlichen Bauprinzip kombiniert wird. Zu Beginn verfügen alle über ein identisches Kartenset, das grundlegende Aktionen ermöglicht. Im Verlauf erweitern die Spieler dieses Deck durch neue Karten aus dem Basis- und Upgrade-Markt. Diese Karten bestimmen, welche Bauaktionen möglich sind, etwa das Errichten von Etagen in bestimmten Stadtgebieten oder das Platzieren von Gebäuden in der Nähe besonderer Felder. Gleichzeitig eröffnen sie zusätzliche Optionen wie das Verschieben bereits gebauter Strukturen oder das Generieren von Geld.

Der Spielplan zeigt eine Stadt, die in verschiedene Zonen unterteilt ist. Wohn-, Industrie-, Geschäfts- und Erholungsgebiete bringen unterschiedliche Anforderungen und Möglichkeiten mit sich. In jeder Runde ziehen die Spieler Karten von ihrem persönlichen Deck und entscheiden, wie sie diese einsetzen. So kann etwa eine Karte genutzt werden, um mehrere Etagen in einem Geschäftsviertel zu errichten, während eine andere gezielt das Bauen neben einem Monument erlaubt. Diese Monumente spielen eine zentrale Rolle, da sie zusätzliche Vorteile gewähren und damit bestimmte Bauplätze besonders attraktiv machen.

Während sich die eigene Skyline langsam entwickelt, entsteht auf dem Spielplan eine spürbare Konkurrenzsituation. Da die verfügbaren Bauflächen begrenzt sind, müssen die Spieler abwägen, ob sie früh bestimmte Positionen sichern oder zunächst ihr Deck verbessern wollen. Wer sich auf eine Strategie festlegt, muss gleichzeitig flexibel bleiben, denn die Kartenhand variiert von Runde zu Runde. Die Entscheidung, ob man direkt baut oder zunächst in neue Karten investiert, beeinflusst den weiteren Spielverlauf deutlich.

Ein typischer Spielzug kann darin bestehen, mehrere Karten zu kombinieren, um gezielt in einem lukrativen Gebiet zu bauen und gleichzeitig einen Bonus durch ein angrenzendes Monument zu erhalten. In einer späteren Runde kann eine Upgrade-Karte dann genutzt werden, um ein bereits gebautes Stockwerk an eine bessere Position zu versetzen und dadurch zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Solche Wechselwirkungen zwischen Karten und Spielplan prägen das Spielgefühl und sorgen dafür, dass sich jede Partie anders entwickelt.

Das Spiel endet, sobald bestimmte Bedingungen erreicht sind, und die Spieler werten ihre Einnahmen aus. Entscheidend ist dabei nicht nur die Anzahl der errichteten Gebäude, sondern auch deren Platzierung und die Nutzung von Synergien. Project Skyline verbindet damit klassische Deckbau-Elemente mit einem taktischen Aufbau auf dem Spielplan, bei dem Timing und Position eine zentrale Rolle spielen.

(c) Piatnik

Project Skyline: Fazit und Wertung

Ja, auf den ersten Blick erinnert die vertikale Bauweise von „Project Skyline“ etwas an Tower Up. Die hochwachsenden Kunststoffgebäude sehen ähnlich aus, spielerisch geht das Ganze aber in eine andere Richtung.

Und das ist gut so!

Thematisch dreht sich alles um den Immobilienmarkt von New York oder Tokio, mit einem feinen Deckbau-Mechanismus: Mit einem Starter-Set aus acht Karten entwickelt ihr Stadtviertel, baut Gebäude Etage für Etage und versucht, möglichst wertvolle Immobilien zu schaffen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höhe, sondern vor allem die Lage – besonders in der Nähe von bekannten Wahrzeichen.

Sehr gelungen ist die Idee, wie man im Spielverlauf das eigene Kartendeck verbessert, wenn man neue Karten erwirbt oder bestehende aufwertet, um stärkere Kombinationen zu nutzen. In jedem Spielzug zieht man zwar immer nur vier vom eigenen Nachziehstapel. Doch auch die besten Karten kommen regelmäßig wieder auf die Hand und können strategische Vorteile bieten.

Da Bauplätze auf dem gemeinsamen Spielfeld schnell knapp werden, lohnt sich immer auch ein Blick auf die Konkurrenz. Mit rund 60 Minuten Spielzeit bietet „Project Skyline“ ein taktisches Städtebauspiel, das deutlich mehr bietet als nur hübsche Wolkenkratzer. Immer noch auf Familienspiele-Niveau, aber herausfordernd und eher ab 12 Jahren aufwärts zu empfehlen.


Project Skyline – auf einen Blick

Title


Project Skyline ist der Erstling von Autor Florian Maas und kombiniert gekonnt Deckbau-Elemente mit
Flächenmanagement. Ohne Dinge zu verkomplizieren, haben bis zu vier Spieler Gelegenheit, sich strategisch auf einem gemeinsam Spielfeld zu messen. Macht Spaß!

Autor: Florian Maas | 2026 | Piatnik | 2 bis 4 Personen | ab 12 Jahren | bis 60 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


Der Beitrag Project Skyline erschien zuerst auf .

  •  

Match my Beat

Neues Spielkonzept der Hitster-Macher: In jeder Runde setzt ihr Szenenkarten ein, um den Vibe eines vorgespielten Songs bestmöglich zu treffen.

Match my Beat: Welcher Satz passt am besten zum Vibe von „One more Time“?

In einer Zeit, in der das Smartphone auf dem Spieltisch oft als Störfaktor wahrgenommen wird, schlägt Match My Beat eine spannende Brücke. Das neue Jumbo-Spiel nutzt ähnlich wie Hitster euren Zugang zu Spotify und Co., um Songs zu starten. Aber diesmal spielt der Titel oder das Veröffentlichungsjahr keine Rolle. Was zählt, ist allein der Vibe – und eure möglichst passenden Handkarten.

Das Konzept: Musik meets Metaebene

Der Kern des Spiels ist denkbar simpel, aber effektiv: Ein Song wird über einen der gängigen Streaming-Dienste (Spotify, Deezer, Apple Music oder Amazon Music) abgespielt und die Mitspielenden müssen aus ihren sieben Handkarten eine Situation auswählen, die am besten, witzigsten oder absurdesten zur Stimmung des Liedes passt.

Beispiel: Ihr hört gemeinsam One more Time von Daft Punk und du überlegst, welche Karte du ins Rennen schickst. Du entscheidest dich für: „Die perfekte Art zu feiern, wenn du eine Eins im Test bekommst, obwohl du gar nicht gelernt hast.“ Schieb die Karte verdeckt dem Punktrichter dieser Runde zu. Der sammelt auch die Karten der anderen drei Spieler ein, mischt sie und liest sich dann alles durch.

Anschließend sucht er die eine Karte heraus, die aus seiner Sicht am besten passt und liest alle laut vor (als Highlight sollte die siegreiche Karte zum Schluss vorgelesen werden!). Die Besitzerin dieser Karte erhält einen Punkt, in der nächsten Runde wechselt der Punktrichter. Nach zwei kompletten Durchgängen dürft ihr eure Punkte zusammenaddieren und den Sieger oder die Siegerin küren. Falls das bei einem guten Partyspiel überhaupt eine Rolle spielt…

Warum „Match My Beat“ überzeugt

Die Stärke von Match my Beat liegt in der Interaktivität. Während klassische Partyspiele oft auf reinem Text oder Wissen basieren, fügt die Musik eine auditive Ebene hinzu, die sofort Erinnerungen und Stimmungen triggert. Das hat schon bei Hitster perfekt funktioniert und zielt hier auf eine Art Metaverständnis: Welcher Spruch auf den Karten am besten passt, wird jeder von euch anders interpretieren. Aber es gibt keine falschen Entscheidungen, niemand muss sich erklären oder gar rechtfertigen und alle haben ungezwungenen Spaß.

Das geht schon los, wenn man den Song laut hört und währenddessen alle ihre Handkarten durchstöbern. Grinsen am Tisch, Kichern, laute Rufe „Wow, das ist die perfekte Beschreibung!“ Ob das Selbstbewusstsein wirklich zum Punkten reicht, ist völlig unklar, weil der Punktrichter ja ebenfalls subjektiv und mit eigenem Bauchgefühl über den perfekten Vibe entscheidet.

  • Hohe Barrierefreiheit: Da das Spiel auf bekannte Streaming-Plattformen setzt, entfällt das Erlernen komplexer Regeln oder der Umgang zu viel Technik. Karten austeilen, Playlist starten, los geht’s.
  • Genre-Vielfalt: Durch die vier verschiedenen Playlist-Kategorien (Heart, Mood, Party, Past) lässt sich die Tonalität des Abends steuern – von nostalgisch-melancholisch bis hin zu ausgelassener Party-Stimmung gibt es vier vorbereitete, reichlich gefüllte Playlists.
  • Subjektiver Spielspaß: Es gibt kein Richtig oder Falsch. Der Reiz entsteht durch die individuelle Interpretation der Musik. Wenn Dance Beats auf eine völlig unpassende, seriöse Alltagssituation treffen, entstehen die besten Momente des Spiels.

Match my Beat: Fazit und Wertung

Match My Beat (Jumbo) ist unsere Empfehlung für alle, die ein modernes Gesellschaftsspiel suchen, das Kommunikation fördert, witzig ist und Musik nicht nur als Hintergrundrauschen, sondern als aktives Spielelement begreift. Es ist ein hervorragender „Icebreaker“ für gemischte Gruppen und bietet durch die schier endlose Musikauswahl einen sehr hohen Wiederspielwert. Es kann auch jederzeit mit eigenen Playlists oder Lieblingssongs gespielt werden.

Ein kleiner kritischer Punkt ist die Abhängigkeit von einer stabilen Internetverbindung und einem werbefreien Streaming-Account, da Unterbrechungen den Spielfluss stören können. Das Regelwerk bietet hierfür jedoch bereits pragmatische Lösungsvorschläge (wie den Wechsel der Playlist nach jeder Runde im Gratis-Modus).

Die ungewöhnliche Altersangabe ab 17 Jahren auf der Verpackung ist realistisch: Das Spiel richtet wich tatsächlich eher an Erwachsene oder zumindest ältere Jugendliche. Ein gewisses Abstraktionsvermögen und der Umgang mit popkulturellen oder selbstironischen Phrasen ist Voraussetzung, damit das Spiel seine Wirkung erreicht. Jüngere Kinder werden Probleme haben, mit ihren Karten tatsächlich zu punkten.


Match my Beat – auf einen Blick

Title


Match my Beat ist ein Partyspiel, bei dem du nichts wissen, nichts nachahmen und nichts vorsingen musst. Einfach mitmachen, sich auf den Vibe des Songs einlassen und in jeder Runde eine passende Handkarte ins Rennen schicken. Wetten, dass das Spaß macht?

Autor/in: N.N. | 2026 | Jumbo | 3 bis 8 Personen | ab 17 Jahren | bis 20 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


Der Beitrag Match my Beat erschien zuerst auf .

  •  

Reisespiele 2026: Neuheiten für unterwegs

Endlich Urlaubszeit! Egal ob lange Fahrten im Zug, Wartezeiten am Flughafen oder gemütliche Spielabende in der Ferienwohnung – ein gutes Spiel im Gepäck darf nicht fehlen. Oft ist der Platz im Koffer jedoch begrenzt, weshalb große Schachteln meistens zu Hause bleiben müssen.

In diesem Beitrag möchten wir euch eine Liste von acht neuen, kompakten Spielen vorstellen, die sich gut als Reise- oder Mitnehm-Spiele für die ganze Familie eignen.

Die Auswahl ist abwechslungsreich und bietet für jeden Geschmack das Richtige: Wer gerne kreativ mit Wörtern und Bildern umgeht, wird an dem Memo-Spiel „Wort im Wort“ Freude haben. Für Action, Hektik und Reaktionen sorgen hingegen das Echtzeit-Spiel „Fußball Ligretto“ und der Klatsch-Wettbewerb „Mücken drücken“.

Wer es lieber etwas ruhiger und taktischer mag, kommt bei Kartenduellen wie der Golf-Clubmeisterschaft „Golfie“, dem Samurai-Kartenspiel „Makoto“ oder dem Zwei-Personen-Wettstreit der Baumeister in „Turm: Das Duell“ voll auf seine Kosten. Abgerundet wird die Empfehlungsliste durch das Stichspiel „Cat Trick“ und die kooperative Team-Herausforderung „Top Drop“.

Hier kommt die Übersicht zu diesen acht kleinen Spiele-Highlights, die in jedes Handgepäck passen und auf eurer nächsten Reise garantiert keine Langeweile aufkommen lassen!

Noch mehr Empfehlungen für „Brettspiele unterwegs“ findet ihr in unserer Reisespiele-Liste 2023.

Bei einigen Empfehlungen findest du Amazon-Links. Wenn du darüber einkaufst, unterstützt du unsere Arbeit – ohne Mehrkosten für dich.

Neue Reisespiele 2026 – los geht’s:

Fußball Ligretto

Britta Fiore | 2026 | Schmidt Spiele | 2 bis 4 Personen | ab 7 Jahren | bis 15 Minuten

Darum geht’s: Anpfiff fürs Karten-Chaos! Bei Fußball Ligretto ist Tempo gefragt, denn hier wartet ihr nicht ab, bis ihr an der Reihe seid. Stattdessen spielen alle Beteiligten gleichzeitig in zwei Teams (Rot gegen Blau) um den Sieg. Euer Ziel ist es, so schnell wie möglich einen Treffer zu erzielen. Sobald der „Ball“ in Form einer Karte mit der Zahl 4 im Spiel ist, durchsucht ihr hektisch eure Auslage nach passenden Anschlusskarten. Angriff und Verteidigung wechseln dabei auf dem Tisch blitzschnell, während ihr Symbole wie Trillerpfeifen, Pokale, Eckfahnen oder Torwarthandschuhe aufeinanderlegt, um den Gegnern den Ball abzujagen oder selbst vor das Tor zu ziehen. Wer behält die Nerven und knallt im richtigen Moment die rettende Torkarte auf den Stapel? Das Team, das in diesem Wettstreit zuerst drei Tore schießt, holt sich den Sieg.

Unsere Einschätzung: Neuauflage des hektischen Ligretto-Feelings als Fußballspiel. Das Spielen in Mannschaften und Passen des Balls an das entsprechende Teammitglied startet zunächst gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Runden wird’s ein kurzweiliger Spaß. Den Stress am Spieltisch muss man aber mögen.

  • Ligretto, das rasante Kartenspiel. Jetzt mit massig Torchancen! Zwei Mannschaften treten in einer turbulenten Partie gegeneinander an. Wer legt die Karten am schnellsten ab, bleibt am Ball und schießt die meisten Tore?
  • Geschwindigkeit, gute Kombinationsgabe und schnelles Reaktionsvermögen sind hier gefragt
  • ab 7 Jahren
  • für 2 bis 4 Spieler
  • circa 10 Minuten Spieldauer

Amazon-Link*

Cat Trick

Nagi-an | 2026 | Helvetiq | 3 bis 5 Personen | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten

Darum geht’s: Miau! In diesem raffinierten Stichspiel schlüpft ihr in die Rolle kleiner, verspielter Kätzchen, die am liebsten jedes verfügbare Spielzeug für sich allein beanspruchen würden. Euer Ziel ist es, fünf verschiedene Spielzeuge (dargestellt in fünf Farben) zu sammeln, indem ihr reihum Karten ausspielt und Stiche gewinnt. Wer die höchste Trumpfkarte oder die höchste Karte der angespielten Farbe in die Mitte legt, schnappt sich die Beute. Aber Vorsicht, denn Gier wird sofort bestraft: Wer zu viele Karten von derselben Sorte ansammelt – genauer gesagt vier oder mehr einer Farbe –, muss seine hart verdiente Beute plötzlich an die restlichen Mitspielenden verteilen. Schlaue Katzen wissen also genau, wann sie am besten auf der Lauer liegen, Karten durchlassen und wann sie im richtigen Moment zuschlagen müssen. Es gewinnt nicht, wer die meisten Stiche macht, sondern wer am Ende den komplettesten Spielzeugmix besitzt.

Unsere Einschätzung: Mini-Karten, großes Miau-Vergnügen bei Cat Trick! Die Lokalisation des japanischen Spiels „Take that Toy“ fügt der beliebten Mechanik des Stichspiels eine raffinierte Facette hinzu. Mit ganz wenigen Regeln gelingt ein taktisch geprägtes Ringen um viele, aber bloß nicht zu viele Karten einer bestimmten Farbe.

Mücken drücken

Reiner Knizia | 2025 | Denkriesen | 2 bis 7 Personen | ab 8 Jahren | bis 20 Minuten

Darum geht’s: Auf die Plätze, fertig, klatschen! Bei Mücken drücken sind Reaktionsschnelligkeit und ein wachsames Auge entscheidend. Eine Person übernimmt die aktive Rolle des Dealers und deckt zügig nacheinander Insektenkarten auf einem offenen Stapel in der Tischmitte auf. Sobald diese Auslage für euch lohnend aussieht, heißt es: Blitzschnell mit der Hand auf den Pott hauen und sich die Karten sichern! Aber schaut vor dem Zuschlagen genau hin, was da alles kreucht und fleucht: Süße kleine Mücken bringen euch wertvolle Pluspunkte, während andere lästige Krabbeltiere Minuspunkte bedeuten. Sammelt Insektenpärchen, schnappt euch die fette Fliegenfalle zur richtigen Zeit oder fangt die Bruzzler, um euer Punktekonto im Blitztempo aufzuladen. Wer nach drei Runden die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt diesen Klatsch-Wettbewerb.

Unsere Einschätzung: Passt gut in eine Runde mit spielerfahrenen Kindern, solange niemand zu verbissen ans Werk geht. Beim Klatschen und Sammeln von bestimmten Mengen bzw. Kartenpaaren helfen ein gutes Gedächtnis, aber auch die nötige Portion Glück, wenn ganz am Ende ausgezählt und mitunter überraschende Ergebnisse auf euch warten.

Turm – Das Duell

Heiko Eggers | 2026 | Jimeggz | 2 Personen | ab 12 Jahren | bis 90 Minuten

Darum geht’s: Tretet an zum Duell der Baumeister! In diesem Zwei-Personen-Spiel errichtet ihr in der Tischmitte gemeinsam acht Türme aus Plättchen. Das Ziel jedes Spielers ist es, zügig seinen persönlichen verdeckten Nachziehstapel fehlerfrei abzubauen. Ihr legt eure Turmkarten von 0 bis 12 aufsteigend auf die Bauplätze oder auf sogenannte Lagerplätze (dort im Farbwechsel und absteigend!). Passt eine gezogene Karte momentan absolut nicht, müsst ihr sie notgedrungen in einem Zwischenlager parken (sie kommt später wieder auf die Hand). Wer die wichtigen Bau-Stufen 4, 8 oder 12 eines Turms vollendet, wird sofort mit Goldnuggets belohnt! Mit diesem wertvollen Gold könnt ihr Sonderaktionen freischalten, wie zum Beispiel blockierende Karten aus dem Depot entfernen oder sogar das Zwischenlager blockieren. Sobald eine Person alle Plättchen losgeworden ist, endet das Spiel. Wer dann das meiste Gold gescheffelt hat, gewinnt das Bau-Duell.

Unsere Einschätzung: Tolles Design (Verpackung als aufklappbares Spielfeld), aber länglich und repetitiv im Ablauf. Wenig Taktik möglich – man wartet meist auf passende Karten und sollte die Möglichkeit fürs Ablegens nicht verpassen. Anleitung mit Schwächen.

  • TAKTISCHES 2-SPIELER-SPIEL: TURM - Das Duell ist ein strategisches Kartenspiel für zwei Spieler mit einfachen Regeln und hoher Spannung, bei dem jede Entscheidung den Spielverlauf beeinflusst. Das Spiel wird im Verlauf komplexer und bis zum Schluss kann sich das Blatt noch komplett wenden.
  • SPIELPRINZIP: Baut gemeinsam Türme, blockiert strategisch wichtige Felder und sammelt wertvolle Goldnuggets, um deinen Gegner zu übertreffen und das Spiel zu gewinnen.
  • STYLISCHES DESIGN: Das Spiel kommt mit einem detailreich gestalteten Turm-Verpackung im Steinmauer-Look, der perfekt zum mittelalterlichen Thema passt und als praktische Aufbewahrung dient.
  • KOMPLETTES SPIELSET: Enthält einen dekorativen Turm-Box Spielkarten mit mittelalterlichen Motiven und alles, was für ein spannendes Strategiespiel benötigt wird.
  • SCHNELLER SPIELEINSTIEG: Dank einfacher Regeln und maximaler Spannung ist TURM - Das Duell ideal für Spieleabende, bei denen taktisches Geschick und strategisches Denken gefragt sind.

Amazon-Link*

Top Drop

Simona Greco, Marco Rava | 2026 | Helvetiq | 2 bis 4 Personen | ab 8 Jahren | bis 15 Minuten

Darum geht’s: Stellt euch gemeinsam der Herausforderung! Im kooperativen Kartenspiel Top Drop spielt ihr nicht gegeneinander, sondern zieht als Team an einem Strang. Euer gemeinsames Ziel: alle 60 Zahlenkarten sicher und fehlerfrei auf den zentralen Ablagestapel zu spielen. Der Haken an der Sache ist eine beidseitige Richtungskarte, die euch vorgibt, ob ihr die Zahlen in aufsteigender (UP) oder absteigender (DOWN) Reihenfolge ablegen müsst. Eure Rettung in der Not sind spezielle Aktionskarten, mit denen ihr die Spielrichtung umdrehen, die strengen Vorgaben durch einen Farbwechsel kurzzeitig brechen oder einfach mal aussetzen könnt, wenn gar nichts mehr geht. Kommuniziert miteinander (ohne eure genauen Zahlen oder Farben zu verraten) und meistert eine Runde Top Drop.

Unsere Einschätzung: Ruhiges, gemeinsames Spielen ohne große Höhepunkte. Der Vorteil ist die handliche Minibox, die man problemlos überall hin mitnehmen und eine Runde zocken kann.

Makoto

Simon Weinberg | 2026 | Huch | 2 bis 6 Personen | ab 8 Jahren | bis 20 Minuten

Darum geht’s: Reist als einsame Krieger – sogenannte Ronin – durch das historische Japan und beweist auf dem Schlachtfeld eure Aufrichtigkeit! Makoto ist ein taktisches Kartenspiel, bei dem ihr eure Handkarten so geschickt wie möglich loswerden müsst. Wenn ihr am Zug seid, spielt ihr entweder Karten mit gleichen Werten oder legt aufsteigende Zahlenreihen aus. Wichtig ist dabei nur eine eiserne Regel: Eure gespielte Kombination muss immer höher und stärker sein als die, die gerade ausliegt! Wer die Vorgabe nicht mehr überbieten kann, muss passen. Die letzte Person, die in einer Runde nicht gepasst hat, streicht alle in der Tischmitte liegenden Karten für die spätere Punktewertung ein. Doch wählt weise, wann ihr angreift, denn nicht jede Karte bringt am Ende wertvolle Punkte. Wer als Erster seine komplette Hand leerspielt, kassiert zudem noch einen Punktebonus für die Endwertung.

Unsere Einschätzung: Wer Krass kariert kennt, besitzt und mag, braucht eigentlich kein Makoto. Der Vorgänger verzichtete auf ein aufgesetztes Thema und glänzte mit flottem Ablauf und eingängigen Regeln. Beides vermissen wir bei Makoto.

Golfie

Jimmy Dorion | 2025 | Huch | 1 bis 8 Personen | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten

Darum geht’s: Willkommen auf dem satten Grün! Bei Golfie liefert ihr euch ein Kartenduell, bei dem es ganz wie im echten Golf darum geht, nach 9 oder 18 Löchern die niedrigste Punktzahl zu haben. Jeder startet mit einem 3×3-Raster aus verdeckten Schlag-Karten, von denen zu Beginn zwei aufgedeckt werden. Wer am Zug ist, zieht die oberste Karte vom Aktionsstapel, die verschiedene Handlungen vorgibt: Sogenannte Zonenkarten zeigen exakt, an welcher Position in eurem Raster ihr eine Karte aufdecken oder mit einer benachbarten Karte vertauschen müsst. Zieht ihr das Golf Cart, dürft ihr diese Aktionen an einer völlig beliebigen Stelle eurer Auslage ausführen. Euer Ziel beim Aufdecken und Verschieben: Sobald drei offene Karten mit demselben Wert horizontal oder vertikal in einer Reihe liegen, bildet ihr eine Combo. Diese Karten werden abgeräumt, neue rücken nach, und die Combo verringert euer Endergebnis um zwei wertvolle Punkte. Zieht ihr hingegen eine Einlochen-Karte, müsst ihr eine Karte eurer obersten Reihe für euren Score auf dem Wertungsblock notieren. Die Aktionskarte Letztes Loch funktioniert genauso, markiert aber zusätzlich das Ende der aktuellen 9-Loch-Runde.

Unsere Einschätzung: Simples Kartenspiel mit Anleihen bei Skyjo, Hilo und Co. Zu glückslastig, um wirklich ein Rennen um die niedrigste Schlagzahl zu werden. Wer zur falschen Zeit eine Einlochkarte aufdeckt und in der oberen Reihe nur hohe Werte liegen hat, ist schnell frustriert.

  • 🏌️‍♂️ SPIELSASS AUF DEM GOLFPLATZ: Mit dem Kartenspiel GOLFIE erwartet dich eine amüsante Herausforderung, bei der du die wenigsten Schläge erzielen und gewinnen musst.
  • ♟ ALLE SPIELEN GLEICHZEITIG: Das FAMILIENSPIEL AB 8 ist schnell erklärt und bietet durch die verdeckten Karten und Strategieoptionen stets spannende Partien.
  • 👨‍👩‍👧‍👦 IDEALES KARTENSPIEL AB 8: Optimal geeignet für gesellige Runden mit Familie oder Freunden, für 1 bis 8 Spieler ab 8 Jahren und ca. 25 Minuten Spielzeit.
  • 📖 KURZANLEITUNG: 1. Karten aufdecken und hohe Werte entfernen | 2. Niedrige Werte gezielt nach vorne bringen | 3. Nach 18 Bahnen gewinnt der niedrigste Punktestand
  • ✨ Spiele-Fans aufgepasst! Ihr sucht neue Highlights für den nächsten Spieleabend, Geburtstag, Party oder Familienfeier? Bei uns findet ihr euer nächstes Lieblingsspiel! Hutter Trade ist ein süddeutscher Spieleverlag, der neben HUCH! viele weitere tolle Marken im Sortiment führt - Abwechslung garantiert!

Amazon-Link*

Wort im Wort

Steffi-Maria Schlinke | 2026 | Piatnik | 2 bis 6 Personen | ab 8 Jahren | bis 20 Minuten

Darum geht’s: Bei „Wort im Wort“ deckt ihr, wie bei einem klassischen Memo-Spiel, reihum Plättchen in der Tischmitte auf und sucht nach den passenden Paaren. Der Clou dabei ist: Die gesuchten Begriffe müssen sich wortwörtlich und komplett ineinander verstecken. Findet ihr zum Beispiel die kleine EULE in der großen KEULE? Oder könnt ihr das ROT im BROT entdecken? Neben diesen Beispielen gibt es insgesamt 27 solcher außergewöhnlicher und lustiger Bildpaare freizulegen. Wer ein passendes Paar aufdeckt, darf es behalten und ist direkt noch einmal an der Reihe. Das Spiel endet sofort, wenn alle Paare gefunden wurden. Wer dann den größten Stapel an Memo-Plättchen vor sich liegen hat, gewinnt dieses Gedächtnisspiel, bei dem die jüngeren Mitspieler bei uns am Tisch wie immer die Nase vorn hatten.

Unsere Einschätzung: Memo-Idee, bei der man bildlich um die Ecke denken muss, um ein Pärchen zu finden. Einzig die viel zu große Schachtel (für das, was drin liegt = sehr kleine dünne Pappkärtchen) enttäuscht.

  • Neue und herausfordernde Memo-Variante
  • Nach "Old & New" und "Eindeutig Zweideutig" ein neues Memo
  • Für Jung und Alt gleichermaßen geeignet

Amazon-Link*

Der Beitrag Reisespiele 2026: Neuheiten für unterwegs erschien zuerst auf .

  •  

Die Hängenden Gärten

Im Brettspiel „Die Hängenden Gärten“ erschafft ihr vier Runden lang einen Garten aus Pflanzen, Tieren und Bewässerung, um das Königspaar zu beeindrucken und die meisten Punkte zu sammeln.

Die Hängenden Gärten

Ihr übernehmt die Rolle eines Gartenteams am Hof von König Nebukadnezar II. und gestaltet euren eigenen Garten. Ziel ist es, durch geschicktes Sammeln und Anordnen von eingesammelte Karten – mit Bäumen, Tieren und Blumen darauf – sowie durch erfüllte Ziele und funktionierende Bewässerung die meisten Punkte zu erzielen und das Königspaar zu beeindrucken.

Die Hängenden Gärten – so wird es gespielt:

Der Spielablauf ist dabei klar strukturiert: In jeder der vier Runden setzt ihr nacheinander eure drei Gärtner ein. Diese werden auf einem zentralen Tableau platziert, um Karten aus einer Auslage zu wählen. Je nachdem, aus welcher Zeile ihr eine Karte nehmt, ist die Karte umsonst oder ihr müsst dafür Werkzeugmarker abgeben. Die gewählte Karte wird anschließend direkt in euren persönlichen Garten eingebaut, der sich bei Spielende aus insgesamt zwölf Karten pyramidenartig zusammensetzen muss.

  • Errichtet euren Hängenden Garten mithilfe eures Gartenteams
  • Bringt die Karten in eine geschickte Anordnung und wertet sie mit Verschönerungen auf
  • Erfüllt königliche Ziele, um die meisten Punkte zu erreichen

Amazon-Link*

Diese Bauweise sorgt dafür, dass jede Entscheidung langfristige Auswirkungen hat. Die unterste Reihe legt das Fundament, während die oberen Ebenen gezielt darauf aufbauen. Dabei greifen die verschiedenen Wertungsarten ineinander: Tiere bringen Punkte, je nachdem, ob se in einer der drei „Etagen“ platziert wurden, Bäume bevorzugen Kombinationen aus derselben Art und Blumen entfalten ihr Potenzial in möglichst großen Gruppen gleicher Farbe. Gleichzeitig lohnt es sich, auf Karten mit Bonuseffekten zu achten, die zusätzliche Vorteile verschaffen können.

Die Hängenden Gärten
Die Hängenden Gärten

Ein Zug beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Auswählen und Einbauen einer Karte. Nachdem der Garten erweitert wurde, wird die Auslage zunächst wieder aufgefüllt (alle bisherigen Karten rutschen einen Platz hinunter und werden dadurch billiger). Optional könnt ihr zudem Verschönerungen erwerben, die zusätzliche Punkte oder Effekte bringen, oder eines der ausliegenden königlichen Ziele erfüllen. Diese Ziele verlangen meist bestimmte Kombinationen – etwa eine bestimmte Anzahl an Tieren in einer Spalte deines Gartens – und sorgen dafür, dass ihr euren Fokus immer wieder neu ausrichten müsst.

Besonders interessant ist die Bewässerung: Jeder Spieler erhält zu Beginn einen eigenen Plan, der vorgibt, wie die Wasserversorgung im Garten angeordnet sein sollte. Wer es schafft, diesen Plan beim Bau einzuhalten, wird mit zusätzlichen Punkten belohnt. Dadurch entsteht ein weiterer strategischer Layer, der sich mit den übrigen Entscheidungen verzahnt und das Puzzle komplexer macht, ohne es unübersichtlich werden zu lassen.

Die Hängenden Gärten: Fazit und Wertung

Das Worker-Placement-Element in „Die hängenden Gärten“ sorgt für Interaktion: Die Plätze auf dem Tableau sind begrenzt, sodass ihr euch gegenseitig wichtige Optionen wegnehmen könnt. Gerade bei mehreren Spieler:innen verändert sich die Kartenauslage zwischen den eigenen Zügen deutlich, wodurch Planung zwar möglich bleibt, aber immer flexibel angepasst werden muss. In kleineren Runden ist die Situation besser kalkulierbar, während größere Gruppen für mehr Dynamik sorgen – wobei die Züge angenehm flott bleiben.

Aber klar: Es kann frustrierend sein, wenn man an der Reihe ist und einfach keine passenden Karten in Sicht sind.

Die Hängenden Gärten wirkt insgesamt vertraut, kombiniert bekannte Mechanismen wie Set Collection und Worker Placement aber so, dass ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Das Spiel macht wenig neu, bleibt aber jederzeit zugänglich und lässt sich, trotz der Vielzahl an Wertungsmöglichkeiten, in etwa 10 Minuten erklären. Für erfahrene Spieler:innen könnte sich das Erlebnis nach mehreren Partien etwas repetitiv anfühlen, während Einsteigerinnen und Gelegenheitsspieler gerade die Mischung aus Übersichtlichkeit und kleinen Optimierungsentscheidungen schätzen dürften. Schöne Optik und angenehme Haptik des Spielmaterials!

Die Hängenden Gärten
Die Hängenden Gärten

Die Hängenden Gärten – auf einen Blick

Title


Ein zugängliches Worker-Placement-Spiel mit vertrauten Mechaniken, das durch viele Kombinationsmöglichkeiten und variable Wertungen genügend Abwechslung bietet, ohne dabei zu komplex zu werden.

Autoren: Grégory Grard, Matthieu Verdier | 2026 | Piatnik | 1 bis 5 Personen | ab 10 Jahren | bis 45 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


Der Beitrag Die Hängenden Gärten erschien zuerst auf .

  •  

My Park

In My Park geht es ums geschickte Planen: In diesem kompakten Drafting-Spiel baut ihr aus neun Karten euren eigenen Park auf und versucht dabei, möglichst viele Punkte zu sammeln.

My Park

My Park – darum geht es:

In My Park baut ihr euren eigenen Vergnügungspark – mit Achterbahnen, Restaurants und Karussells. Das klingt zunächst nach einem klassischen Aufbau-Spiel, tatsächlich steckt aber ein Drafting-Spiel dahinter, bei dem ihr Runde für Runde entscheiden müsst, welche Attraktion in euren Park kommt – und welche ihr lieber an die Konkurrenz weiterreicht. 

Das Ziel ist einfach: Nach neun Runden soll euer Park möglichst viele Punkte einbringen. Der Weg dorthin ist allerdings gar nicht so trivial.

Karten draften und Park bauen

My Park gehört zu den Drafting-Spielen. Alle Spieler starten mit zehn Handkarten und wählen in jeder Runde gleichzeitig eine davon aus. Die restlichen Karten werden anschließend an den linken Nachbarn weitergereicht. So wandert der Kartenstapel Runde für Runde über den Tisch, bis jeder Spieler insgesamt neun Karten in seinem Park verbaut hat. 

Die gewählte Karte muss bezahlt und anschließend im eigenen Park ausgelegt werden. Das klingt simpel, doch gleich mehrere Regeln bestimmen, wo eine Karte überhaupt platziert werden darf.

Strenge Bauvorschriften

Zunächst einmal muss euer Park am Ende eine ganz bestimmte Form haben. Diese wird durch eine Projektplankarte vorgegeben und gilt für alle Spielenden gleichermaßen.

Hinzu kommt eine zentrale Regel: Die Zahlenwerte der Karten müssen im Park von oben links nach unten rechts aufsteigend angeordnet sein. Gleichzeitig darf jede Zahl nur einmal im Park vorkommen. 

Dadurch entsteht ein kleines Puzzle. Oft passt eine Karte zwar gut zu den Wertungen, lässt sich aber nur schwer sinnvoll im eigenen Park unterbringen.

Zusätzlich gilt: Neue Karten müssen immer an eine bereits liegende Karte angrenzen. Wer hier zu früh eine ungünstige Position wählt, kann sich später selbst blockieren.

Geld ist knapp

Zu Beginn erhält jeder Spieler 15 Münzen – und damit muss man über die gesamte Partie auskommen. Neue Einnahmequellen gibt es nicht. 

Das bedeutet: Jede Entscheidung hat Konsequenzen. Teure Karten können starke Effekte oder wertvolle Symbole bringen, gleichzeitig schmilzt das Budget aber schnell dahin. Wer zu großzügig bezahlt, muss später eventuell Karten verdeckt in den Park legen – und die bringen am Ende deutlich weniger Punkte.

  • MY PARK ist ein kleines Legespiel mit großen Attraktionen! Erbaue deinen eigenen Freizeitpark und punkte mit Weitsicht und guter Planung!
  • Ob aufregende Achterbahnen, coole Spielhallen oder verlockende Imbissbuden − versuche durch geschicktes Draften die perfekten Attraktionen für deinen Park zu kaufen. Aber das Geld ist begrenzt!
  • Wer sich beim Platzieren nicht an den Projektplan und die Reihenfolge hält, muss mit Einbußen rechnen. Schließlich will sich niemand in einem Park vergnügen, der nur zur Hälfte fertig gebaut ist!
  • Anzahl der Spieler: 2-5. Spieldauer: ca. 15 Minuten. Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren.
  • Aus dem Hause GAME FACTORY - SPIELE FÜR FAMILY & FRIENDS.

Amazon-Link*

Wertungen sorgen für Abwechslung

Für Punkte sorgen zwei Ebenen: Standard-Wertungen gibt es in jeder Partie. Sie belohnen etwa Tickets, verschiedene Symbole oder übrig gebliebenes Geld.

Dazu kommt eine variable Wertungskarte, die jedes Spiel verändert. Mal geht es darum, möglichst lange Zahlenreihen zu bilden, mal um Gruppen gleichfarbiger Karten oder bestimmte Farbkombinationen.

Wer möchte, kann zusätzlich noch Bonuskarten ins Spiel bringen, die weitere Ziele oder kleine Überraschungseffekte hinzufügen. Dadurch fühlt sich jede Partie etwas anders an.

Shop-Aktionen

Einige Parkkarten zeigen ein Shop-Symbol. Wird eine solche Karte platziert, löst sie eine besondere Aktion aus. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass ihr Karten tauscht, eine zusätzliche Karte ausspielt oder sogar Karten mit Mitspielern austauscht. Solche Effekte können den eigenen Park noch einmal ordentlich durcheinanderwirbeln – oder plötzlich neue Chancen eröffnen.

My park: Fazit und Wertung

My Park ist eines dieser Spiele, die zunächst unscheinbar wirken, aber schnell zeigen, wie viel Taktik in ihnen steckt. Das Drafting sorgt für einen flotten Spielfluss, während die strengen Platzierungsregeln und das knappe Budget immer wieder für knifflige Entscheidungen sorgen. Wer gern kleine Optimierungspuzzles löst und dabei auch im Blick behält, welche Karten bei den Mitspielern landen könnten, bekommt hier ein überraschend anspruchsvolles Kartenspiel. Dank kurzer Spielzeit und kompakter Schachtel eignet sich My Park zudem hervorragend als Spiel für zwischendurch oder für unterwegs.

My Park funktioniert übrigens auch hervorragend zu zweit. Gerade in dieser Besetzung wird das Drafting besonders taktisch, weil die wenigen Karten immer wieder zwischen beiden Spielern hin- und herwandern. So entsteht ein spannendes Abwägen: Greife ich jetzt zu oder hoffe ich darauf, dass die Karte noch einmal zurückkommt? Ein genauer Blick auf das Tableau des Gegenübers verrät dabei oft, auf welche Karten diese Person noch spekuliert – oder welche sie aufgrund der Platzierungsregeln gar nicht mehr sinnvoll anlegen kann. Dadurch entstehen immer wieder kleine taktische Vorteile, aber auch reizvolle Dilemmata, bei denen man Runde für Runde um die beste Kartenwahl ringt.

My Park ist ein frisches, kompaktes Drafting-Kartenspiel mit klaren Regeln und kurze, spannende Partien. Gerne auch für unterwegs!


My Park – auf einen Blick

Title

My Park überrascht als cleveres Drafting-Puzzle im Taschenformat, das mit einfachen Regeln startet, aber schnell zeigt, wie viel Planung und Timing in nur neun Karten stecken können.

Autor: Eugeni Castaño | 2025 | Game Factory | 2 bis 5 Personen | ab 8 Jahren | bis 15 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


Der Beitrag My Park erschien zuerst auf .

  •  

Cat and the Tower

Cat and the Tower

Ein Turm aus dünnen Pappteilen wächst in die Höhe – und mittendrin wartet Kater Toto darauf, immer weiter nach oben getragen zu werden. In Cat and the Tower arbeiten alle Spielerinnen und Spieler zusammen, um das wacklige Bauwerk Runde für Runde zu erhöhen und gleichzeitig stabil zu halten. Doch schon kleine Fehler sorgen dafür, dass Teile herabstürzen oder das gemeinsame Bauprojekt ganz in sich zusammenfällt.

Das Spielziel

Die Aufgabe der Gruppe ist es, den kleinen Kater Toto bis mindestens in den zehnten Stock des Turms zu bringen. Warum? Weil dort „seine Mutter auf ihn wartet“ (deutsche Anleitung) bzw. seine Mutter bereits „ein Stern im Himmel ist und er sich mit ihr wiedervereinigen“ (sic) möchte (englische Anleitung). Gelingt das und der Turm bleibt anschließend stehen, haben alle gemeinsam gewonnen.

Der Spielablauf

Los geht’s: Gespielt wird reihum im Uhrzeigersinn, ein Zug besteht immer aus zwei Schritten – einer Bauaktion und der Überprüfung der Ziele.

Zunächst wählt die aktive Spielerin eine von zwei offen ausliegenden Aktionskarten. Diese Karte gibt vor, welche Elemente auf dem Turm platziert werden müssen. Das können neue Wandteile, zusätzliche Stockwerke oder auch farbige Katzenfreunde aus Holz sein. Manche Karten verlangen außerdem, dass eine bereits platzierte Katze vorsichtig „gestreichelt“ wird – also leicht mit dem Finger berührt wird. Dabei ist eine ruhige Hand gefragt, denn beim Bauen dürfen andere Teile möglichst nicht verschoben werden.

Aufgabenkarte: Zeigt, was du als nächstes auf dem Turm platzieren musst.

Anschließend überprüft der Spieler die zwei ausliegenden Zielkarten. Eine Zielkarte gilt als erfüllt, wenn die Katzenfreunde auf der Etage direkt über Toto genau der vorgegebenen Anordnung entsprechen. Ist das der Fall, darf Toto um die angegebene Anzahl an Stockwerken nach oben bewegt werden. Zum Schluss werden die Karten wieder aufgefüllt, bevor der nächste Spieler an der Reihe ist.

Auf diese Weise wächst der Turm allmählich weiter – bis Toto sein Ziel erreicht oder die Schwerkraft dem Bauprojekt ein Ende setzt. Während des Bauens können Wandteile herunterfallen. Sobald fünf oder mehr Teile als Trümmer vom Turm gestürzt sind, gilt das Gebäude als eingestürzt und die Partie ist verloren.

Fazit

Wer unseren Blog Brettspielelust verfolgt, kennt unsere Schwäche für Geschicklichkeitsspiele. Und wenn dabei auch noch ein Turm gebaut wird wie bei Tummple! (Rezension lesen), sind wir normalerweise sofort dabei. Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen an Cat and the Tower, das wir auf der SPIEL 2025 entdeckt haben. Ganz erfüllt wurden sie am Ende allerdings nicht.

Woran liegt das? Vielleicht am Material, denn die dünnen Pappteile fühlen sich schlicht weniger befriedigend an als massive Holzklötze, wie man sie aus anderen Turmbauspielen kennt. Vielleicht auch daran, dass Cat and the Tower wie ein Rhino Hero für erfahrenere Spieler:innen wirken möchte, die Bauvorgaben auf den Karten aber nicht immer sofort intuitiv zu verstehen sind.

Oder liegt es am Ende doch an der Geschichte, die dem Spiel mitgegeben wurde? „Armer Toto – deine Mutter ist tot, und wir bauen dir jetzt einen Turm, damit du zu ihr in den Himmel klettern kannst.“ Nun ja.

Wandteile sind unterschiedlich hoch

Gelungener ist dagegen eine Design-Idee: Die Wandteile unterscheiden sich minimal in ihrer Höhe. Legt man zwei davon nebeneinander, liegt die nächste Etagenplatte oft ganz bewusst schief auf. In den ersten Stockwerken ist das noch gut zu kontrollieren. Doch je höher der Turm wird, desto deutlicher neigt sich das Bauwerk – und irgendwann steht auf dem Spieltisch ein beeindruckend wackeliger Turm von Pisa.

Mehr als einen halben Meter hoch, alle halten kurz die Luft an – jetzt bloß nicht laut ausatmen oder gegen den Tisch stoßen.

Genau in diesen Momenten zeigt Cat and the Tower, welches Chaos in diesem Turmbauspiel eigentlich steckt.

Toto ganz oben, ganz nah bei seiner Mutter…


Cat and the Tower: Auf einen Blick

Title

Wenn der Turm gefährlich schief steht und alle kurz die Luft anhalten, zeigt Cat and the Tower seine besten Seiten – bis dahin bleibt das Spiel jedoch etwas hinter seinen Möglichkeiten.

Autor: Masakazu Takizawa | Arcane Wonders | 2025 | 1 bis 5 Personen | ab 6 Jahren | bis 30 Minuten


Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

Der Beitrag Cat and the Tower erschien zuerst auf .

  •  

Waldland

In Waldland wetteifern ein bis vier Spielende darum, ein möglichst ertragreiches Wald‑Ökosystem des pazifischen Nordwestens aufzubauen.

Waldland

Waldland braucht vor allem Platz auf dem Spieltisch: Da wächst auf den Tableaus von bis zu vier Spieler:innen ein kompletter Wald heran. Bäume entstehen aus Pappteilen, zahlreiche Tierkarten siedeln sich im Laufe einer Partie an, Wald- und Wetterkarten beeinflussen das Ökosystem. Waldland von Autor Tim Eisner ist ein Brettspiel, das Drafting, Push‑Your‑Luck und Tableau‑Aufbau miteinander kombiniert.

Waldland – so wird es gespielt:

Eine Partie dauert genau drei Jahreszeiten, die jeweils eine Spielrunde darstellen. Alle starten mit einem eigenen Waldplan, auf dem später die Bäume wachsen.

Ein Zug besteht aus bis zu drei Phasen:

  1. Tiere anlocken: Zu Beginn eines Zuges können wir gesammelte Nahrung ausgeben, um Tiere aus einer offenen Auslage in ihren Wald zu erhalten. Diese Tiere bringen unterschiedliche Effekte: Manche liefern sofortige Fähigkeiten, andere Punkte während der Saison oder erst am Spielende.
  2. Karten wählen (Push‑Your‑Luck): In der Tischmitte liegen drei verdeckte Kartenstapel. Zunächst schaut man sich den ersten Stapel geheim an. Man kann ihn komplett nehmen – oder zurücklegen. Legt man ihn zurück, wird blind eine zusätzliche Karte darauf gelegt. Der Stapel wird damit für die nächste Person interessanter. Anschließend darf man den zweiten Stapel prüfen und ebenso entscheiden. Wer alle drei Stapel ablehnt, zieht stattdessen blind eine Karte vom Nachziehstapel.
  3. Karten in den Wald legen: Nimmt man einen Stapel, müssen alle enthaltenen Karten in den eigenen Wald integriert werden. Wurzeln, Stämme und Baumkronen lassen physische 3D‑Bäume entstehen. Wird eine Baumkrone gesetzt, ist der Baum abgeschlossen und bringt sofort Punkte. Die Höhe des Baumes multipliziert sich dabei mit dem Wert der Krone. Außerdem können fertiggestellte Bäume Ökosystem‑Plättchen freischalten. Pflanzen‑, Wetter‑ oder Gefahrenkarten werden daneben im eigenen Tableau gesammelt.
  • Errichtet ein gesundes und ausgewogenes Ökosystem
  • Lasst möglichst hohe Bäume wachsen, sammelt Pflanzen, vermehrt euren Tierbestand, sorgt für passendes Wetter und wehrt Bedrohungen ab
  • Wer hat nach 3 Saisons das beste Ökosystem und ergattert die meisten Punkte?

Amazon-Link*

3D-Pappbäumchen wachsen heran, bringen Punkte und spielen Bonusplättchen frei.
Tierkarten-Auslage: Die Bananen-Schnecke „kostet“ drei Nahrung.

Am Ende jeder Jahreszeit folgt eine umfangreiche Zwischenwertung. Tiere bringen Punkte, Gefahren wie Feuer oder Krankheiten werden abgehandelt und Pflanzen‑ sowie Wettersets gewertet. Zusätzlich erhält der höchste Baum mit Baumkrone aus dieser Runde eine Prämie. Danach werden fast alle Waldkarten abgeworfen – nur Tiere und Ökosystem‑Plättchen bleiben bestehen.

Unterschiede zum ursprünglichen Kartenspiel „Baumkronen“

Waldland ist ein eigenständiges Spiel und erweitert das ursprüngliche Baumkronen (Unser Test im Dez. 2021) deutlich. Das Original war für zwei Personen ausgelegt, während hier reguläre Regeln für ein bis vier Spielende enthalten sind.

Der sichtbarste Unterschied ist die Darstellung des Waldes. Im ursprünglichen Spiel bestanden die Bäume lediglich aus Karten, die man übereinander gefächert auslegte, um die Höhe des Baums zu dokumentieren. In Waldland werden stattdessen echte 3D‑Bäume aus Pappteilen gebaut, die auf einem eigenen Waldplan wachsen.

Auch mechanisch gibt es Erweiterungen. Die Ressource Nahrung erlaubt es, Tiere gezielt aus einer Auslage zu kaufen. Außerdem kommen Ökosystem‑Plättchen hinzu, die durch bestimmte Baumkonstellationen freigeschaltet werden. Am Spielende können zusätzlich Tierketten entstehen, wenn Symbole verschiedener Tierkarten miteinander verbunden werden.

Waldland: Fazit und Wertung

Waldland ist ein mechanisch durchdachtes Brettspiel, das Set‑Collection, Tableau‑Building und einen Push‑Your‑Luck‑Mechanismus sinnvoll miteinander kombiniert. Mehrere Strategien können zum Erfolg führen – etwa über Pflanzen‑Sets, hohe Bäume oder Tierketten. Ein besonderer Kniff ist, dass die Waldkarten am Ende jeder Jahreszeit weitgehend abgeräumt werden, die einmal angelockten Tiere aber bei uns bleiben. Dadurch müssen sich Spielende einerseits wieder auf neue Karten einstellen, andererseits „starke“ Tierkarten und deren Effekte in folgenden Runden weiternutzen.

Wer Baumkronen noch nicht kannte, wird für den Einstieg ein Weilchen brauchen. Die Anleitung ist recht lang, aber gut strukturiert. Die vielen Arten, um zu punkten, sollte man vor der ersten Partie einigermaßen verstanden haben, um sich nicht komplett zu verrennen. Für ein thematisch ruhiges Naturspiel verlangt Waldrand den Spielenden einiges an Überblick ab. Nahrung verwalten, Tierfähigkeiten nutzen, Gefahren berücksichtigen und gleichzeitig Bäume aufbauen – all das läuft parallel. Zudem benötigt das Spiel viel Platz auf dem Tisch. Der nahezu komplette Neustart der Auslage nach jeder Jahreszeit kann außerdem den Eindruck von Wiederholung erzeugen. Durch das Kartenziehen und den Push‑Your‑Luck‑Mechanismus spielt auch Glück eine gewisse Rolle, etwa wenn bestimmte Symbole für Sets benötigt werden.

Die Präsentation trägt viel zur Wirkung des Spiels bei. Die wachsenden 3D‑Bäume machen den Fortschritt im eigenen Wald sichtbar, und die Illustrationen von Vincent Dutrait unterstützen das Naturthema. Hinzu kommt eine komplett plastikfreie Produktion, die gut zum Thema passt.

Waldland sieht gut aus und überzeugt mit hochwertigem, nachhaltigen Material. Wer mit dem Platzbedarf auf dem Spieltisch, der längeren Einarbeitungszeit und einer Spieldauer von 60 bis 90 Minuten kein Problem hat, erhält ein spannendes Spiel mit mehreren strategischen Wegen. Spielende, die meist zu zweit spielen und es etwas zügiger mögen, sollten eher zum Vorgänger Baumkronen greifen.

Waldbrandgefahr: Hast du zwei dieser Karten in deiner Auslage, musst du zwei andere Karten vor der Wertung entfernen!


Waldland – auf einen Blick

Title

In Waldland bauen Spielende über drei Jahreszeiten ein eigenes Wald‑Ökosystem auf. Karten‑Drafting, Tierkombinationen und wachsende 3D‑Bäume bestimmen das taktische Spielgeschehen.

Autor: Tim Eisner | 2025 | Piatnik | 1-4 Personen | ab 10 Jahren | bis 90 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


Der Beitrag Waldland erschien zuerst auf .

  •  

Tippi Toppi – Hoch hinaus

Bei Tippi Toppi – Hoch hinaus versucht ihr gemeinsam, Aufgaben mit farbigen Zahlenplättchen zu erfüllen und baut dabei in mehreren Ebenen in die Höhe.

Tippi Toppi Hoch hinaus

Tippi Toppi Hoch hinausso wird es gespielt:

Mit dem kooperativen Tippi Toppi – Hoch hinaus knüpft Schmidt Spiele an das Kartenspiel Tippi Toppi (2018) an und entwickelt dessen Idee weiter. Diesmal werden die Aufgaben jedoch nicht erfüllt, indem ihr Karten auf vier Stapeln verteilt, sondern mit Plättchen, die ihr auf einem Spielplan auslegt – und sogar übereinander stapelt. Das Ziel bleibt dabei ähnlich: Die Spielerinnen und Spieler versuchen gemeinsam, alle ausliegenden Aufgaben zu erfüllen, bevor ihnen die Möglichkeiten ausgehen. 

Schon beim Aufbau wird deutlich, dass Tippi Toppi – Hoch hinaus stärker auf räumliches Denken setzt. In der Tischmitte liegt der Spielplan, daneben werden mehrere offene Aufgaben ausgelegt, während weitere Aufgaben verdeckt bereitliegen und im Verlauf der Partie hinzukommen können. Jeder Spieler erhält eine Hand aus drei Plättchen, die zwei Felder mit Zahlen und Farben zeigen. Diese Informationen bleiben geheim, sodass man zwar gemeinsam plant, aber nie genau weiß, welche Möglichkeiten die anderen gerade haben. 

Der Ablauf einer Runde ist schnell erklärt: Wer am Zug ist, legt eines seiner Plättchen auf den Spielplan. Dabei dürfen Plättchen nicht nur nebeneinander, sondern auch auf bereits ausliegende Plättchen gelegt werden. Auf diese Weise wächst nach und nach eine kleine Landschaft aus farbigen Zahlenfeldern. Die Höhe spielt für viele Aufgaben eine wichtige Rolle. Manche verlangen etwa eine bestimmte Anzahl an Feldern einer Farbe, andere achten auf Zahlenkombinationen oder darauf, dass bestimmte Felder auf unterschiedlichen Höhen liegen. 

  • Das beliebte Kartenspiel in einer neuen Dimension. Gemeinsam legt ihr eure Plättchen, um die abwechslungsreichen Aufgaben zu erfüllen. Doch der Platz wird schnell knapp.
  • 3D-Bau sorgt für Spannung.
  • Für 1 bis 4 Spieler, ab 8 Jahren
  • Spieldauer ca 30 Minuten

Amazon-Link*

Während die Struktur auf dem Spielplan immer komplexer wird, entsteht ein typisches kooperatives Puzzle-Gefühl. Die Spieler überlegen gemeinsam, welche Aufgabe als nächstes erreichbar erscheint und wie sich die vorhandenen Plättchen sinnvoll einsetzen lassen. Gleichzeitig bleibt ein Unsicherheitsfaktor bestehen, weil niemand seine Plättchen offen zeigen darf. Man beschreibt also Möglichkeiten, deutet Optionen an und versucht einzuschätzen, ob ein Mitspieler vielleicht genau das passende Teil besitzt, um eine Aufgabe abzuschließen.

Im Spielverlauf können mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllt werden, wenn die aktuelle Auslage die geforderten Bedingungen erfüllt. Neue Aufgaben rücken dann vom Nachzehstapel nach und verändern das Puzzle sofort wieder. Dadurch steigt der Druck auf die Gruppe, denn die Anforderungen variieren zufällig und unplanbar, während gleichzeitig die verfügbaren Plättchen allmählich weniger werden.

Tippi Toppi – Hoch hinaus: Fazit und Wertung

Wer das ursprüngliche Tippi Toppi im Regal stehen hat, erkennt viele Grundideen wieder. Auch dort versuchten die Spieler gemeinsam, Aufgaben zu erfüllen, während sie Karten auf verschiedene Stapel spielen, die nach Farben oder Zahlen kombiniert werden müssen. In Tippi Toppi – Hoch hinaus wirkt dieses Prinzip deutlich greifbarer. Statt abstrakter Kartenstapel entsteht auf dem Tisch ein wachsendes Gebilde aus Plättchen, das sich in mehrere Ebenen ausdehnt. Dadurch verändert sich nicht nur die Optik des Spiels, sondern auch das Spielgefühl: Die räumliche Komponente eröffnet zusätzliche Möglichkeiten und sorgt dafür, dass jede Partie ein wenig anders aussieht.

Im Laufe einer Runde entsteht so ein gemeinsames Denkspiel, bei dem Planung, Kommunikation und Improvisation zusammenkommen. Mal gelingt es der Gruppe, mehrere Aufgaben hintereinander zu erfüllen und das Spielfeld optimal zu nutzen. In anderen Momenten merkt man, dass ein unbedacht gelegtes Plättchen plötzlich wichtige Optionen verbaut hat. Gerade dieser Wechsel zwischen Planung und spontanen Lösungen prägt das Spielerlebnis.

Tippi Toppi – Hoch hinaus bleibt dabei zugänglich und schnell erklärt, bietet aber durch die unterschiedlichen Aufgaben und die variable Höhe der Plättchen eine vielseitige Knobelaufgabe. Wer kooperative Denkspiele mag, bei denen Kommunikation und gemeinsames Tüfteln im Mittelpunkt stehen, findet hier eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Idee.

tippi-toppi-hoch-hinaus
Tippi Toppi Hoch hinaus

Ein kleiner Wermutstropfen betrifft allerdings das Material. Die Qualität der funktionalen Spielkomponenten ist eher durchschnittlich. Auch die Schachtel fällt deutlich größer aus, als es der Inhalt eigentlich erfordern würde. Im Karton bleibt spürbar viel Luft, sodass sich der Eindruck aufdrängt, dass das Spiel problemlos auch in einer deutlich kleineren Verpackung Platz gefunden hätte – ein Trend, der zurzeit bei vielen aktuellen Veröffentlichungen zu beobachten ist.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Gestaltung der Plättchen: Für Spielerinnen und Spieler mit Farbfehlsichtigkeit gibt es keinerlei Unterstützung. Die Farben Orange, Grün, Pink und Lila sind ausschließlich über die Farbe selbst zu erkennen – zusätzliche Symbole oder Markierungen fehlen, sodass sich die Felder nicht über alternative Merkmale unterscheiden lassen. Gerade bei einem Spiel, das stark auf Farbkombinationen basiert, fällt dieser fehlende Hinweis auf Farbfehlsichtigkeit besonders ins Gewicht.


Tippi Toppi Hoch hinaus – auf einen Blick

Title

Tippi Toppi – Hoch hinaus überträgt die kooperative Aufgabenidee des Vorgängers in ein räumliches Plättchenspiel, bei dem gemeinsames Planen und geschicktes Stapeln im Mittelpunkt stehen.

Autor: Lars Ehresmann | 2026 | Schmidt Spiele | 1 bis 4 Personen | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


Der Beitrag Tippi Toppi – Hoch hinaus erschien zuerst auf .

  •  
❌