In der heutigen Podcast-Episode 348 blicke ich ein letztes mal auf die SPIEL 2025 zurück. Ihr erfahrt, was bisher meine Top 25 Messe-Neuheiten sind. Vorher gehe ich auf die vielen Online Brettspiel-Adventskalender ein, die gerade an den Start gegangen sind, unter anderem meinen eigenen, und ihr erfahrt, was es da zu gewinnen bzw. zu sparen […]
Es ist das bekannte Dilemma nach dem Ende einer großen Kampagne: Die Mischung aus Triumph und jener Leere, die ein abgeschlossenes Epos hinterlässt. Dungeon Crawler, das ist für mich immer eine heiße Liebe auf Zeit, denn glücklicherweise habe ich eine feste Runde von 3–4 Personen, die sich mit voller Begeisterung von einem in das nächste Abenteuer stürzt. Erst GLOOMHAVEN, dann MACHINA ARCANA…
Was gibt es denn schöneres als die langen kalten Winterabende mit Freunden und Brettspielen zu verbringen? Genau, nichts. Deshalb habe ich heute die meiner Meinung nach aktuell besten 5 Expertenspiele als Geschenk zu Weihnachten 2025 zusammengetragen. Welche Expertenspiele das sind und warum ich euch diese als Weihnachtsgeschenk empfehle, erfahrt ihr im Folgenden. Viel Spaß. Die […]
02.12.2025 - Am 24. April öffnet auf dem Gelände der Messe Dortmund die SPIEL DOCH! in Dortmund zum mittlerweile siebten Mal ihre Pforten. Drei Tage lang heißt es dann wieder: Spielen was das Zeug hält!
Dieses Jahr nutzen wir erstmals die ganze Halle 4, um all die vielen kleinen und großen Aussteller, die das ganze Spektrum der Brett- und Kartenspielwelt abbilden werden, auch unterzubringen. Und da unsere Standflächen bereits nahezu ausverkauft sind, kann man sich auf viele altbekannte, aber auch einige neue Aussteller freuen, deren zahlreiche Neuheiten auf der SPIEL DOCH! zum ersten Mal öffentlich gespielt werden können!
In meinem Brettspiel Pixel-Cover Quiz könnt ihr euer Brettspiel-Wissen testen und dabei eine Menge Spaß haben. Im November habe ich ein Gewinnspiel veranstaltet, bei dem ihr ein Brettspiel gewinnen konntet. Heute erfahrt ihr, wer das Spiel gewonnen hat. Was ist das Brettspiel Pixel-Cover Quiz? Erstmal aber ein paar grundlegende Infos. Beim Brettspiel Pixel-Cover Quiz geht […]
In Green Team Wins, der neuen Lokalisation vom PD-Verlag, dreht sich alles darum, auf der Gewinnerseite stehen. Ursprünglich bei 25th Century Games erschienen, ist das Partyspiel jetzt auch auf Deutsch erhältlich. Und wie der Name schon verrät, will hier jeder zum grünen Team gehören – denn das ist die Gruppe, in der jeder mehr Punkte bekommt.
Wir haben uns das Spiel für große Runden angesehen, bei dem nicht das richtige oder klügste, sondern das populärste Ergebnis am Spieltisch zählt.
Die Grundidee ist schnell erklärt: Alle Spielerinnen und Spieler bekommen ein kleines Whiteboard und schreiben simultan eine Antwort auf die offene Frage der aktuellen Spielkarte. Dabei gibt es drei verschiedene Fragetypen, die auf den Karten auftauchen. Bei „Entweder… oder“ wählt man zwischen zwei Möglichkeiten. „1, 2 oder 3“ präsentiert feste Antwortoptionen, von denen man die am wahrscheinlichsten gewählte notieren soll. Und bei „Mut zur Lücke“ sind Kreativität und Gruppengefühl gefragt – hier wird eine Lücke vor oder nach einem Wort gefüllt, etwa bei „Zauber_____“.
Sobald alle ihre Antwort aufgeschrieben haben, wird gleichzeitig aufgedeckt. Die Antwort, die am häufigsten vorkommt, ist die „gewinnende“. Wer sich dieser Mehrheit angeschlossen hat, wechselt (oder bleibt) auf die grüne Teamseite und erhält Punkte. Dabei lohnt sich Kontinuität: Wer bereits im grünen Team war und erneut die Mehrheit trifft, bekommt sogar zwei Punkte statt einem. Wer falsch liegt, wechselt ins oder bleibt im Team Orange – dort gibt es nichts zu holen. Angezeigt wird die aktuelle eigene Teamzugehörigkeit mit einem doppelseitigen farbigen Plättchen, dessen passende Seite man immer vor sich auslegt.
Das Spiel lebt vollständig von Gruppendynamik und Einschätzungsvermögen. Nicht gefragt ist, was du wirklich für die beste Antwort hältst, sondern was du glaubst, was die Gruppe sagen wird. So entwickeln sich schnell launige Diskussionen, Überraschungen und eine Menge Situationskomik. Eine Runde dauert rund 15 Minuten und besteht aus 15 Fragen – da werden sich manche als Meister der Gruppeneinschätzung profilieren, andere hingegen ständig zwischen Team Orange und Grün wechseln…
Besonders reizvoll ist das Spiel in großen Gruppen – bis zu zwölf Personen können mitspielen. Je mehr Spieler, desto unvorhersehbarer die Entscheidungen, desto spannender das Raten. Da keine Vorkenntnisse nötig sind und die Regeln in einer Minute erklärt sind, eignet sich Green Team Wins hervorragend für Spieleabende mit mehreren Genrerationen oder als Aufwärmer zu Beginn eines langen Brettspielabends.
Wer Spaß an Spielen wie So Kleever! oder Fun Facts hat, wird sich hier sofort zuhause fühlen. Green Team Wins punktet durch seinen Mix aus Quiz, Gruppendruck und Bauchgefühl – ganz ohne Leistungserwartung, aber mit Unterhaltungsgarantie.
Bei Green Team Wins versucht ihr, mit der beliebtesten Antwort ins grüne Gewinnerteam zu wechseln – ein lockeres Partyspiel vom PD-Verlag, das bei uns in größeren Gruppen besonders gut funktioniert hat.
Autor: Nathan Thornton | PD-Verlag | 2025 | bis 12 Personen | ab 10 Jahren | bis 15 Minuten
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).
Ich schreibe nicht nur selbst, sondern konsumiere auch gerne und viel Brettspiel-Content von anderen. In dieser Rubrik findest du meine persönliche monatliche Medienschau, in der ich aus meiner Sicht besonders gelungene und/oder relevante Beiträge des vergangenen Monats würdige.Habe ich etwas übersehen oder hast du Vorschläge für den nächsten Monat? Bitte schreib mir gerne – zum Beispiel bei…
Wenn ich mir schon die Arbeit mache, jedes Jahr einen eigenen kleinen Brettspielkalender zu gestalten, dann kann ich diese Arbeit auch teilen. Deswegen nun der Dezember 2025 meines privaten Brettspielkalenders: Das Bild konntet ihr so noch in keinem Beitrag hier auf dem Blog finden. Denn über das Spiel habe ich ausführlich zusammen mit Jenny in Folge […]
Politische Bildung ist ein gern hinausposauntes Schlagwort, wenn es mal wieder darum geht, wie wir den Rechtsruck in der Gesellschaft eindämmen können. Leider wird aber nicht entsprechend gehandelt, weswegen unser Bildungssystem weiter mit Sparzwängen kämpfen muss. Schade, so finde ich zum Beispiel gefüllte Köpfe wichtiger als neue Autobahnen. In leeren Köpfen finden Versprechungen besseren Widerhall. […]
Kein schöner Start eines Artikels, wenn man mit einem Disclaimer beginnt, aber: Ich habe Vantage trotz Titelbild tatsächlich nicht gespielt. Das wäre blöd, wenn ich eine Rezension schreiben würde, aber zum Glück schreibe ich keine Rezension, sondern einen Blogartikel. Und für den hat Vantage (und die Berichterstattung darüber) den Anstoß gegeben. Vantage ist ein “Multiplayer […]
Es gibt Spiele, die haben einfach einen
kleinen, aber feinen Dreh. Verso (Alexis Allard & Joan Dufour / Strohmann
Games) gehört genau in diese Kategorie. Eine Karte umdrehen und schon ändert
sich nicht nur die eigene Auslage. Nein, auch die Pläne der Mitspielenden
geraten schnell ins Wanken.
Nur ein paar Karten
Ein Stapel aus Karten, jeweils mit einer
von 3 unterschiedlichen Farben auf Vorder- und Rückseite, Zahlenwerten von 1 bis 6 und Siegpunkten. Viel
mehr braucht es nicht. Im eigenen Zug wandert die oberste Karte in die eigene
Auslage. Bin ich mit der offenen Seite zufrieden, nutze ich diese. Oder aber
ich wende die Karte und spiele damit auf Risiko. Gänzlich zufällig ist das
Resultat allerdings nicht. Die Rückseite zeigt stets eine andere Farbe und eine
benachbarte Zahl. Das ist insbesondere wichtig, weil ich keine 2 gleichen
Karten in meiner Auslage haben darf. Ziehe ich eine Doppelte, wandert diese auf
den Ablagestapel und der Zug ist verschwendet.
Zeit, an Punkte zu denken
Über Kurz oder Lang ist meine Auslage zu
groß, passende Karten werden zunehmend unwahrscheinlicher. Zeit also, an Punkte
zu denken. Anstatt eine weitere Karte zu ziehen, kann ich eine der farbigen
Zahlenfolgen werten. Das bringt Punkte, allerdings muss ich zwei der genutzten
Karten abwerfen. Da lange Reihen zudem mehr Punkte versprechen, ist an dieser
Stelle das Timing entscheidend. Zumal das Werten einen weiteren Effekt hat.
Denn meine Sitznachbarn müssen sofort ihre höchste Karte dieser Farbe umdrehen,
was ihre Pläne gerne mal zerlegt. Und wem es gelingt, drei Reihen in drei
Farben komplett auszufüllen, der bekommt ebenfalls ein paar Punkte. Ist der
Nachziehstapel leer, zeigt sich, wer am cleversten gedreht, gesammelt und im
richtigen Moment gepunktet hat.
Fazit
Verso ist eines dieser Spiele, bei denen
die Regeln kaum Raum einnehmen, die Gedanken aber plötzlich um jede kleine
Entscheidung kreisen. Das ständige Abwägen zwischen Sicherheit oder Risiko, das
richtige Timing beim Werten und die Beobachtung der Mitspielenden erzeugen ein ruhige,
aber dauerhafte Spannung. Dabei mischt sich Taktik immer wieder mit einer guten
Portion Glück: Welche Karte gezogen wird, ob die Rückseite gerade passt, und ob
eine Farbfolge entsteht, hängt wesentlich auch vom Zufall ab. Das kann durchaus
zu Frustration am Tisch führen, wenn einfach gar nichts passen will. Gleichzeitig macht genau dieser Zufall das
Spiel aber auch lebendig und verhindert, dass es sich zu verkopft anfühlt.
Gleiches gilt für die zwar überschaubare, aber alles andere als unbedeutende
Interaktion. Frust und Schadenfreue liegen hier eng beieinander und schlussendlich
hebt genau diese Mischung Verso aus der Masse ähnlicher Spiele hervor.
Lese Zeit: 10MinutenKampagnenspiel, 1-4 Spieler, ca. 90 Minuten pro Session, ab 12 Jahren Designer: Marcin Welnicki, Into the Unknown, 2022 Die riesige Box, die insgesamt drei Zyklen (aufeinander folgende Spiel-Kampagnen) enthält, habe ich vor zwei Jahren auf der Messe in Essen für […]
Von Spielzügen und Suppenkellen – wie man die Demokratie spielerisch schmackhaft macht.
Jan-Dirk Steffens
Ich fange diese Kolumne gleich mal mit einem unpopulären Downer an: Die Demokratie ist in Gefahr. Und das immer wieder. Denn Obacht: Demokratie ist keine Option, die einfach so da ist, keine natürliche Tatsache. Demokratie muss gelebt, gelehrt und gefördert sowie von den jeweiligen Generationen immer wieder neu errungen werden. In Haltung und Sprache. In öffentlichen Diskursen. Und schließlich auch am heimischen Spieltisch. Doch wie genau sollen uns die bunten Schachteln, bedruckte Pappe und Holzklötzchen helfen, die Ausgestaltung der Demokratie zu leben und zu üben? Hier sind einige Gedanken zum Gelingen.
Der Spieltrieb. Ein Motor, der unsere Entwicklung zum Homo sapiens erst so richtig ermöglichte. Schon Huizinga setzte in seinem anthropologischen Erklärungsmodell das Spiel in das Zentrum des menschlichen Seins. Das ist nun sehr kurz gefasst, aber ausgehend von diesem Kerngedanken schauen wir uns mal an, wie unser liebstes Hobby die Demokratie fördern, ja sogar beflügeln kann.
Zunächst gilt es zu schauen, welche Kompetenzen wir denn brauchen, damit uns das köstliche Gericht der Demokratie gelingt – und hiermit willkommen im Beeple-Kochstudio. Man nehme ein großes Stück Sozialkompetenz, teile dies in Konfliktmanagement, Selbstwirksamkeit und Kooperations- sowie Kommunikationsfähigkeit. Da sich demokratische Systeme stets durch Gleichachtung und Wertschätzung auszeichnen, schmecken wir diesen Brocken noch mit Toleranz und Gleichheit ab. Denn: Am Spieltisch sind, je nach gewähltem Spiel, alle Spieler*innen gleich. Spielen ist auch immer ein In-Kontakt-bleiben, eine Interaktion, in der es gilt, den bitteren Beigeschmack der Frustration auszuhalten, ja, gar auch mal zu unterliegen.
Wie gehen wir mit Niederlagen um?
Und hier kommen wir zu einer Geheimzutat, die das Spielen und etwaige zunächst negativ konnotierte Themenbereiche entkräften kann. Stichwort: Fehlerkultur. Wie gehen wir mit unseren Niederlagen um? Gehen wir in die Emotion und verlieren uns in heillosem Durcheinander? Das macht das Gericht sauer, das wollen wir nicht. Oder ist jemand anderes schuld an der persönlichen spielerischen Schlappe? Wohl kaum, denn auch Schuldzuweisungen verderben das Gericht.
Viel spannender (und zuweilen konstruktiver) kann hier eine Analyse sein, ein „Was wäre, wenn …“. Eine gemeinsame Evaluierung der Spielzüge in einer harmonischen Melange eines Wir-Gefühls, das am Spieltisch entsteht. Eine Immersion der Zusammengehörigkeit, die unser soziales Wesen auf mehreren Ebenen anspricht. Und nicht zuletzt auch die Tatsache, einfach einen schönen Abend mit netten Menschen verbracht zu haben. Und das Spiel spricht dabei sämtliche Bereiche an: Ich bin selbstwirksam, wenn ich eigene Entscheidungen im Spiel treffen kann. Ich kommuniziere mit meinen Mitmenschen auf verschiedenste Art und Weise. Das Spektrum geht hier vom (un-)sinnigsten Trashtalk bis hin zu höchst anspruchsvollen Regeldiskussionen. Das schmeckt nicht nur dem Sozialwesen, sondern auch der Frucht der Personalkompetenz. Was da für Hormone ausgeschüttet werden – je nachdem, ob man gewinnt oder verliert: Adrenalin (beim Nervenkitzel und Mitfiebern), Dopamin und/oder Serotonin (beim Gewinnen oder anderen positiven Ereignissen) sorgen nicht nur für eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Serotonin wirkt auch entspannend und motivierend. Und das alles im geschützten Rahmen des Spiels. Das alles in einer Runde, in der Einigkeit herrscht über das, was auf dem Tisch passiert. Und so manches Mal, wenn einem eine Regel nicht schmeckt, wird gemeinsam eine Hausregel entworfen. Ganz partizipativ. Miteinander. Um den Spielspaß zu erhalten. Das alles ist Demokratie, das alles sind Kompetenzen, die „mal eben so“ an den Spieltischen dieser Welt gefördert und gefordert werden.
Geschichte verstehen
Und dann gibt es noch diese Spiele, die Sachkompetenzen vermitteln. Spiele wie Dindex, Weimar oder Friedrich Ebert, die ihren Fokus auf historische Ereignisse und/oder demokratische Prozesse und die Förderung politisch-analytischer Kompetenzen legen. Die klar aufzeigen, was passieren kann. Was bereits passiert ist. Und was wir dafür/dagegen tun können. Somit lernen wir. Wieder. In einem geschützten Rahmen. Wir nehmen Positionen ein, um zu verstehen, wir agieren anders, als wir es im Alltag tun würden. Um zu verstehen. Und all dies wieder – in einem geschützten Rahmen.
Das Spiel gilt zurecht als immaterielles Kulturerbe, schafft es doch unter anderem, die Menschen auf unterschiedlichen Ebenen zu verbinden. Und nicht zuletzt, und damit kommen wir langsam zur Quintessenz dieser Kolumne, ist da, wo Menschen spielen, ein (zumeist) friedliches Miteinander. Unsere Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Darum ist es wichtig, diese bunten Schachteln mit dem bedruckten Papier und den Holzklötzchen auch weiterhin zur Förderung demokratischer Prozesse zu nutzen. Dann schmeckt auch die Zukunft. Wieder. Guten Appetit.
Heute ist der 30. November und damit der 1. Advent. Heute startet mein Abenteuer Brettspiele Adventskalender 2025, bei dem ihr natürlich wieder etwas gewinnen könnt. Wie genau der Adventskalender funktioniert, was ihr in dieser ersten Advents-Woche gewinnen könnt und wie ihr teilnehmt, erfahrt ihr im Folgenden. Viel Spaß. Update: Die Gewinnerin der ersten Woche steht […]
Björn nutzt ab und zu aus, dass ich Regeln gerne lese und bringt mir mittlerweile Spiel und Regeln vorbei, um ein Stück Pile of Shame loszuwerden. Als er mir Men Nefer von Pegasus Spiele mitbrachte, war ich erst enttäuscht. Ein Arnak Abklatsch mit Ägypten-Setting? Beim Aufschlagen des Regelheftes wurde ich überrascht. Moment, ist das ein echtes Setting? Heute wird die Ruinenstadt Memphis genannt – altägyptisch tatsächlich Men Nefer. Es gibt zwar keine gesicherten Quellen, aber es wird erwähnt, dass – der ebenso umstrittene Pharao – Menes die Stadt gegründet hat. Wie auch immer es gibt auf jeden Fall die Ruinen und den Stadtnamen. Beim Recherchieren bin ich dann auch auf andere – für mich – interessante Neuigkeiten gestossen: die Menschen am Nil haben die Jahreszeiten in drei Ereignisse unterteilt: Die Überschwemmungszeit (Achet), die Aussaat (Peret) und die Erntezeit (Schemu). Genau in diese drei Phasen ist auch das Spiel eingeteilt.
Der besondere Reiz liegt für mich also in der thematischen Umsetzung und den historischen Hintergründe. Dann soll es ein Expertenspiel für ca. 90 Minuten sein. Naja…die Zeiteingabe kennen wir ja schon.
Eindruck von der Bühne
Auf der Brettern der Welt präsentiert, muss sich das Spiel nun beweisen. Ich muss sagen es gibt einige Dinge, die mich richtig angefixt haben. Zum einen finde ich es thematisch schon mal richtig gut, dass die Jahreszeiten die Rundenstruktur darstellen. Auch die Aktionen sind so richtig gut. Mit der einen Aktion kann ich von meinem Tableau einen der Arbeiter auf dem zentralen Board platzieren. An der Stelle, wo der Arbeiter war gibt es noch ein Aktionsplättchen, dass ich ausspielen darf und dann ablege. Mit einer weiteren Aktion verschiebe ich den auf dem zentralen Board platzierten Arbeiter, dadurch bekomme ich im Laufe des Spieles immer besser und/oder vielseitigere Aktionen. Mit der letzten Aktion hole ich mir wieder ein Aktionsplättchen für die nächste Runde zurück. Ich liebe dieses Vorausplanen, sich untereinander hochschaukelnde Aktionen.
Auch die Einstiegshürde in Bezug auf Regelerklärung ist schnell gemacht. Einzig der Aufbau dauert etwas länger wegen der vielen kleinen Elemente.
Und wie auf der Schachtel versprochen, erlebt man – zumindest im Spiel zu zweit – in 90 Minuten ein ziemlich gut verzahntes Expertenspiel. Das ist grandios. Das Ende ist übrigens hart auf Basis der Rundenzahl beschnitten. Also keine weitere Dynamik.
Wo gute Riffs sind, fallen auch schräge Noten. Was meine Euphorie etwas gebremst hat, war ein Spiel-Element: der Pyramidenbau. Irgendwie auch logisch, dass der wichtig ist, aber die geben je weiter man vorrückt explorative Punkte. Erstaunlicherweise, ist dies relativ leicht und ohne viel Tara durchzuführen. Bei allen anderen Aktionen wie Mumien, Priester, Sphinx platzieren oder Göttergefälligkeiten erfüllen, ist meist immer viel mehr an Vorbereitung notwendig. In der Partie mit Björn, der sich primär auf die Pyramiden gestürzt hat, hat er auch Pyramidenhoch gewonnen. Hat mich etwas enttäuscht. Das einzige Element, dass den Pyramidenbau eindämmt, sind übrigens die richtigen Aktionsplättchen zu bekommen. Damit wird es dann noch mehr zur Lotterie, wenn ihr eine Person sich die Plättchen vor den anderen schnappt.
Groupie auf Tour
Was bleibt für mich hängen? Ich will es unbedingt noch einmal spielen. Hätte Björn es nicht im Besitz, wäre ich wahrscheinlich schon längst in den Kaufrausch abgedriftet, um weitere Grabbeigaben in Form von Brettspielen zu sammeln.
Bei der nächsten Partie würde ich noch einmal darauf achten, um man wirklich mit der Konzentration des Pyramidenbaus am Ehesten durchrauscht. Persönlich fände ich das dann sehr schade. Zum einen, weil es dann trotz der vielen Angebote Punkte zu erlangen, doch nur einen Fokus gibt und zum anderen, weil es eigentlich die langweiligste Aktion ist.
Also braucht es auch noch eine dritte (oder vierte …) Runde, um dann noch herauszufinden, wie man sonst noch gut Punkte scheffeln kann. Mal sehen, wann ich es wieder spielen werde. Björn?
Ach ja … wäre natürlich auch hinsichtlich Zeitaspekt, aber auch Variabilität in der Siegpunkt-Steuerung interessant, mit mehreren Spielenden nach Memphis auf Tour zu gehen.
Kurzfazit: Könnte ich mir gut vorstellen in der eigenen Sammlung zu haben.
Björns Meinung
Zu meiner Verteidigung möchte ich vorweg sagen, dass Horst einfach ein Phänomen ist, wenn es um das Erklären von Regeln geht. Man hört ihm einfach gerne zu, und das will bei Regelwerken schon was heißen. Also an dieser Stelle vielen Dank dafür.
Aber zurück zum Spiel: Unsere erste Runde war richtig stark, und man hat sofort gemerkt, wie viel Potenzial in dem Titel steckt. Das Planen und Ausführen der Aktionen macht einfach Spaß und fühlt sich wunderbar thematisch an, als würde man tatsächlich mit Hammer und Meißel an den Monumenten der Geschichte werkeln.
In meiner zweiten Partie lief’s dann fast schon zu gut. Wieder habe ich mit dem Bau der Pyramiden einen wahren Punkteturm errichtet und das so überzeugend, dass man fast meinen könnte, die Götter selbst hätten mir den Bauplan zugeflüstert. Das Ganze wirkt momentan schon ziemlich mächtig, denn die Pyramiden scheinen nicht nur Steine, sondern auch ordentlich Siegpunkte zu stapeln. Trotzdem war es ein knappes Rennen, denn die Mitspielerin, die sich dem Beten und Opfern im Tempel verschrieben hatte, hatte sogar nochmal 2 Punkte Vorsprung.
Auch wenn ich dachte das Pyramidenbauen ist extrem mächtig, fühlte es sich doch wunderbar ausbalanciert an. Niemand hatte das Gefühl, chancenlos zu sein, und alle am Tisch hatten sichtlich Spaß.
Ich denke, Spezialisierung ist hier der Schlüssel. Mit den wenigen Aktionen pro Runde sollte man sich lieber auf einen Bereich konzentrieren, statt überall ein bisschen mitzuspielen. Ich bleibe jedenfalls beim Bauen – das scheint mein Ding zu sein.
Unterm Strich bin ich mir sicher: Der Titel bleibt in meiner Sammlung. Ich errichte hier nicht nur Pyramiden, sondern auch ein Denkmal für gute Spielmechanik.
HITSTER von Marcus Carleson ist ein Phänomen. Erst war das Spiel aus dem Hause Jumbo ein Geheimtipp auf der SPIEL 22. Dann wurde es immer populärer und erfolgreicher, sodass es nun auch ganz viele Menschen außerhalb der Brettspielblase begeistert. Kein Wunder, dass andere Verlage versuchen, auf den Hit-Train aufzuspringen. So hat beispielsweise der KOSMOS Verlag […]
In der ZDFneo-Serie High Stakes spielt Jan Cronauer, bekannt als „Cron“ an der Seite des Brettspiel-Youtubers „Hunter“, eine zentrale Rolle hinter den Kulissen: Er ist der Drehbuchautor von drei der sechs Folgen. Cronauer interessiert sich nicht nur für Brettspiele, sondern auch für Texas Hold’em, was der Serie seinen Stempel aufdrückt. „Jan Cronauer ist leidenschaftlicher Pokerspieler“, berichtet Hauptdarstellerin Via Jikeli (Ayla Güler) von ihrer Vorbereitung auf die Rolle. Er habe sie zum Spielen zu sich nach Hause eingeladen.
Ist Poker überhaupt ein Spiel? Wenn Ayla es mit Süßigkeiten spielt, taugt es allenfalls zum Training.
Ayla ist eine gläubige Muslima in einer ansonsten säkularen Familie. Dass sie ein Kopftuch trägt, wird in der Serie beeindruckend beiläufig zur Kenntnis genommen. Sie hat ihren Astrophysik-Bachelor (Note 1,0) in der Tasche und erhält das Angebot für ein Praktikum bei der NASA. Doch wie soll sie den USA-Aufenthalt finanzieren? Über einen Freund kommt sie mit der Welt des Pokerns und ihren Verheißungen in Berührung. Aber Glücksspiel ist harām. Von diesem Zwiespalt, den sozialen Herausforderungen, denen sich Ayla stellen muss, und den abgründigen Facetten des Pokerspiels handelt die Dramaserie. Wer Spiele mag, ist von High Stakes fasziniert.
Meine Rezension von High Stakes findet sich in der spielbox Nr. 5 Oktober–November 2025.» spielbox
Stellt euch einen geheimnisvollen Wald vor, in dem Tiere nicht nur beobachtet, sondern klug gelenkt werden wollen. „Instinkt“ führt euch in eine Welt, in der ihr nicht kämpft, sondern ein gemeinsames Mosaik aus Tierkarten erschafft. Jedes Wesen hat eigene Vorlieben für seinen Platz im entstehenden Raster und eröffnet euch damit immer neue Möglichkeiten. Die Stimmung ist ruhig und zugleich angespannt, weil jede Karte ein kleines Ringen um den besten Platz darstellt. Die Illustrationen wirken stimmungsvoll und verleihen der Tierwelt einen Hauch mystischer Eleganz. Schon nach wenigen Minuten entsteht ein intensives Kopfkino, das euch in diese stille, aber raffinierte Wildnis hineinzieht.
Ihr tretet zu zweit gegeneinander an. Jede:r erhält ein eigenes Deck in Schwarz oder Weiß und zieht drei Karten. Aus diesen trefft ihr jeweils eine verdeckte Wahl. Danach deckt ihr gleichzeitig auf und legt eure Karten nacheinander in ein entstehendes Raster mit vier mal vier Feldern. Die Platzierung muss stets an eine bereits liegende Karte angrenzen, egal ob seitlich, diagonal oder nur über eine Ecke verbunden. Jede Karte bringt eigene Bedingungen mit, die am Ende Punkte liefern, etwa eine Position am Rand, in der Mitte oder in einer Ecke. Einige Karten erlauben besondere Eingriffe, etwa das Neuplatzieren einer eigenen Karte oder das Entwerten einer gegnerischen. So entsteht eine Partie voller Abwägen, denn ihr müsst stets einschätzen, welche Karte gerade sinnvoll ist und welche ihr lieber für einen späteren Moment aufhebt. Sobald alle Felder gefüllt sind, wertet ihr aus und vergleicht eure Punkte. Eine Runde dauert wenig länger als zwanzig Minuten und bleibt dadurch angenehm überschaubar.
„Instinkt“ entfaltet ein bemerkenswert dichtes Duellerlebnis. Jede Entscheidung ist relevant und ihr spürt bei jedem Zug, wie stark sich die Platzierung einer einzigen Karte auf das Gesamtgefüge auswirken kann. Die Interaktion ist hoch, denn ihr beeinflusst fortlaufend den gemeinsamen Plan und reagiert zugleich auf eure:n Mitspieler:in. Das Material wirkt solide und die Gestaltung hebt sich durch klare Kontraste positiv hervor. Ein kleines Manko zeigt sich bei den Symbolen, die anfangs etwas ungewohnt sind. Mit ein wenig Erfahrung wird jedoch alles gut nachvollziehbar. Besonders geeignet ist dieses Spiel für Paare, Freund:innen oder alle, die gern kompakte taktische Duelle spielen. Weniger geeignet ist es für größere Runden oder für Familien mit sehr jungen Kindern, da der Reiz vor allem im direkten Vergleich und im Feingefühl für kleine taktische Wendungen liegt. Auf Dauer kann die begrenzte Zahl an Karten den Überraschungseffekt etwas verringern, dennoch bleibt der Wiederspielreiz durch die stets neuen Kombinationen hoch. Insgesamt entsteht ein stimmiges Gesamtpaket, das leicht zugänglich ist und gleichzeitig genug Tiefe bietet, um immer wieder auf den Tisch zu kommen.
Der geheimnisvolle Brunnen | Kinderspiel | ab 5 Jahren | 2-4 Spielende | Guido Hoffmann | DREI MAGIER
Im geheimnisvollen Brunnen findet die große Wasserwichtelprüfung statt. Nun gilt es herauszufinden, welcher Wasserwichtel sich darin versteckt, denn nur wer genau hinsieht, kann die Herausforderung bestehen.
Cover: Der geheimnisvolle Brunnen / Foto: Schmidt Spiele
Der geheimnisvolle Brunnen ist ein Kinderspiel von Guido Hoffmann und bei Drei Magier erschienen. Es ist für 2-4 Spielende geeignet und kann ab 5 Jahren gespielt werden.
Der 3D-Brunnen ist schon ein Hingucker und lässt die Kinderaugen weit aufleuchten. Er ist sehr imposant, und es macht Spaß, ihn aufgebaut zu sehen. Im Spiel geht es darum, die unterschiedlichen Wasserwichtel im Brunnen zu erraten. Die Wasserwichtel unterscheiden sich in ihren Formen und Farben, und wer nach der dritten Runde die meisten Goldtaler in Form von Karten hat, gewinnt das Spiel.
Das komplette Spielmaterial mit dem 3D-Brunnen
Eine Runde besteht darin, dass du eine Wichtelscheibe in den Brunnen einlegst. Es gibt insgesamt 38 Wichtelscheiben, und auf jeder befinden sich immer zwei Wichtel.
Es ist sehr praktisch gelöst: Du legst die Scheibe verdeckt auf die Türklappe, und durch das Schließen der Tür positioniert sich die Scheibe richtig im Brunnen. Durch das Drehen des Strudels erhebt sich der Teller, auf dem sich die Wichtelscheibe befindet. Nun gilt es, in den Brunnen zu schauen und zu erkennen, welche Wichtel sich darin befinden. Durch die Milchfolie lässt sich zu Beginn nur schwer erraten, welche Wasserwichtel im Brunnen sind, aber dabei bleibt es nicht.
Die Frösche haben sich schon bei einen Wasserwichtel platziert. Ob sie richtig stehen?
Nach und nach werden die Frösche dann reihum auf die Seerosenblätter platziert, die jeweils einem Wasserwichtel zugeordnet sind. Zu Beginn wird es schwer sein, irgendetwas zu erraten. Da bist du erst einmal im Blindflug. Aber nachdem alle Frösche platziert wurden, wird der Strudel um 360° gedreht und siehe da: Die Wasserwichtel nehmen ihre Formen und Farben an. Jetzt lasst einen eurer Frösche springen, um möglichst als Erste:r auf den richtigen Wasserwichtel zu setzen. Das geschieht reihum, beginnend mit dem/der Startspieler:in.
Erste Umrisse und Farben sind bereits zu erkennen
Je früher du auf den richtigen Wasserwichtel gesetzt hast, desto mehr Goldtaler in Form einer Karte bekommst du. Die Frösche lassen sich auch türmen, nur verringert sich die Anzahl der Goldtaler entsprechend der Position deines Froschs im Turm. Die Gewinnkarten haben nicht alle denselben Goldtalerwert der entsprechenden Froschreihe, sondern enthalten eine kleine Glückskomponente, sodass es bis zum Schluss spannend bleiben kann.
Die Gewinnerkarten werden auf dem eigenen Tableau gelegt bis zur Schlusswertung
Sobald alle Mitspielenden gepasst haben und denken, dass ihre Frösche richtig liegen, wird der Strudel so oft gedreht, bis die Wichtelscheibe direkt an der Brunnenoberfläche angekommen ist. Dann kommt es zur Wertung, und ihr nehmt euch die entsprechenden Gewinnkarten.
Je mehr Goldtaler, desto besser
Das Spiel ist schnell gespielt, und die Frösche springen umher, um beim richtigen Wasserwichtel zu sein. Die Tischpräsenz des Spiels ist sehr schön gestaltet, und es macht Spaß, es zu spielen. Die Kinder sind sofort begeistert und mochten dieses kurzweilige Spiel sehr. Der Autor Guido Hoffmann hat bereits mit „Die Villa der Vampire“ und „Burg Flatterstein“ einige schöne Kinderspiele in der Drei Magier Reihe veröffentlicht und ist immer wieder für eine Überraschung gut.
Eine Rezension von Dimitrios Barbas
Bewertung / Test + Schöne Tischpräsenz durch den 3D-Brunnen + Kurzweiliges Spiel, das Spaß macht + Begeistert Kinder sofort – Der Brunnen ist relativ hoch, sodass man zum Reinschauen von oben manchmal aufstehen oder sich weit über den Tisch beugen muss
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Verlag: Drei Magier Autoren: Guido Hoffmann Illustration: Rolf Vogt Erscheinungsjahr: 2025 Spieleranzahl: 2-4 Personen Alter: ab 5 Jahren Dauer: 25 Minuten
Vielen Dank an Schmidt Spiele für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!