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Roll & Dine Essen: Crowdfunding fürs Brettspielbistro

21. Juni 2026 um 10:27
Roll & Dine Essen: Crowdfunding fürs Brettspielbistro

In Essen, der Stadt der weltgrößten Brettspielmesse, sammelt ein kleines Brettspielbistro Geld, um seine Zukunft zu sichern. Auf der Plattform Startnext wirbt das Roll & Dine (in der Kampagne auch „Roll'n Dine“ geschrieben) seit Mitte Mai um Startkapital, damit Köchin Gosia den Laden allein weiterführen kann. Wir haben uns die Kampagne angesehen: worum es geht, wie weit sie ist und was du als Unterstützer bekommst.

Was das Roll & Dine ist

Das Roll & Dine an der Kämpenstraße 17 in Essen-Holsterhausen ist kein normales Restaurant, sondern ein Bistro, das wir zur Eröffnung schon einmal vorgestellt haben, in dem Essen und Brettspiele zusammengehören. Eröffnet wurde es Ende April 2024, gerade hat es seinen zweiten Geburtstag gefeiert. Die Idee ist einfach: Du zahlst einen kleinen Betrag pro Person und spielst, so lange du willst, aus einer Sammlung von rund 1.000 Brettspielen, die nach Spieleranzahl sortiert im Regal stehen. Laut Betreiberangaben kostet das fünf Euro pro Person, für Kinder unter 14 Jahren vier Euro. Dazu wird frisch gekocht, wöchentlich wechselnd und immer mit vegetarischer wie veganer Variante.

Familien sind dabei ausdrücklich mitgedacht: Neben dem ermäßigten Eintritt für Kinder unter 14 Jahren soll die Kinderecke laut Betreiberangaben weiter ausgebaut werden. Rund um die Spiele gibt es ein festes Eventprogramm: Brettwoch und Sunday Swingers als offene Spielrunden, Blood on the Clocktower mit Anfänger- und Fortgeschrittenenrunden, Pen-&-Paper-Abende, Krimidinner, Challenges und freitags die Runde „Mädels unter sich“. Regelmäßig kommen laut Kampagne namhafte Spieleautoren zum Prototypentest vorbei. Für die Essener Brettspielszene ist der Ort damit eine Art ganzjähriges Wohnzimmer.

Warum jetzt das Crowdfunding

Das Bistro gibt es seit zwei Jahren, die Kampagne ist neu. Der Grund: Das Roll & Dine steht an einem Wendepunkt. „Gosia übernimmt das Bistro nun selbst“, schreibt Initiatorin Claudia Kukuk auf der Kampagnenseite. Sie hat das Crowdfunding nicht für sich, sondern für Gosia gestartet, die das Roll & Dine von Anfang an als Köchin und als Organisatorin vieler Events geprägt hat. Für die Übernahme braucht Gosia Startkapital.

Konkret soll das Geld laut Kampagne in die laufenden Betriebskosten fließen, also Miete, Lebensmittel und Getränke, dazu in die Löhne des Teams, in einen Puffer für unerwartete Reparaturen (genannt werden Kaffee- und Spülmaschine) und in neue Brettspiele. Den Ton der Kampagne sollte man dabei ernst nehmen: „Ohne deine Unterstützung droht dieser Ort zu verschwinden“, heißt es dort. Es geht also nicht um eine Erweiterung, sondern darum, das Bistro über den Eigentümerwechsel hinaus abzusichern.

Zahlen, Stand und Finanzierungsmodell

Stand 21.06.2026 hat die Kampagne 2.990 Euro von 23 Unterstützerinnen und Unterstützern eingesammelt, sieben davon anonym. Als Fundingschwelle nennt Startnext 10.000 Euro; mit dieser Summe seien „Miete und Nebenkosten der nächsten Monate gesichert“. Die Fundingphase läuft noch bis zum 19. Juli 2026.

Anders als beim klassischen Alles-oder-Nichts-Prinzip fließt das Geld flexibel: Das gesammelte Funding geht laut Kampagne „nach Abzug der Startnext-Gebühren zu 100 % an Gosia“, auch wenn die 10.000-Euro-Marke bis zum Ende nicht erreicht wird. Darüber hinaus hat das Projekt vier Etappenziele gesetzt. Bei 10.000 Euro sind Miete und Nebenkosten gedeckt. Bei 15.000 Euro kann eine zusätzliche Servicekraft eingestellt werden, um die Öffnungszeiten zu halten. 20.000 Euro sollen zusätzlich Lieferantenrechnungen und neue Spiele finanzieren. Und ab 25.000 Euro bliebe Geld für Renovierungen und Reparaturen.

Die Dankeschöns

Die Gegenleistungen bleiben bewusst nah am Bistro: Laut Kampagne reichen die Dankeschöns vom Freigetränk bis zum Spieleabend zu zweit und werden alle direkt vor Ort bei Gosia eingelöst. Die Einstiegsstufe ist schon mit einem Freigetränk erreicht, sodass auch ein kleiner Beitrag eine passende Gegenleistung hat; die genaue Staffel mit den einzelnen Beträgen führt die Kampagnenseite auf. Wer unterstützt, bekommt seine Gegenleistung also an genau dem Ort zurück, den das Geld sichern soll, statt als anonymes Add-on per Post.

Was bleibt

Für Brettspielfans im Ruhrgebiet ist die Sache überschaubar: Wer schon einmal einen Abend im Roll & Dine verbracht hat, kann mit ein paar Euro dazu beitragen, dass es das Bistro auch nach dem Eigentümerwechsel noch gibt. Und für alle anderen ist es eine gute Erinnerung daran, dass Essen nicht nur einmal im Jahr zur Brettspielhauptstadt wird, wenn die SPIEL ihre Tore öffnet, sondern das ganze Jahr über kleine Orte hat, an denen gewürfelt, gegessen und gewonnen wird.

Boss Fighters QR: Elite-Boss-Modus freigeschaltet

19. Juni 2026 um 22:38
Boss Fighters QR: Elite-Boss-Modus freigeschaltet

Für das kooperative App-Spiel Boss Fighters QR hat Pegasus Spiele den Elite-Boss-Modus freigeschaltet, spielbar mit dem neuesten Update der Begleit-App. Der Modus fordert Gruppen, die ihre Kampagne abgeschlossen haben, zu härteren Rückkämpfen gegen die ersten fünf Bosse auf.

Was Boss Fighters QR ausmacht

Boss Fighters QR (2025) stammt von den Autoren Michael Palm und Lukas Zach und wird von Pegasus Spiele verlegt. Zwei bis vier Spielende treten kooperativ gegen zehn Bossmonster an, wobei eine Begleit-App die Gegnerseite übernimmt. Über die Scan&Play-Mechanik liest die App die QR-Codes auf den ausgespielten Karten und reagiert in Echtzeit auf die Züge der Gruppe. Jeder Boss verfolgt eigene Taktiken, Stärken und Schwächen, die das Heldenteam erst durchschauen muss, bevor es ihn gezielt bezwingen kann. Laut BoardGameGeek lässt sich jeder Kampf auf einer von vier Schwierigkeitsstufen angehen. Wie der Titel grundsätzlich funktioniert, haben wir in unserer Vorstellung von Boss Fighters QR beschrieben.

Zu Beginn der Kampagne wählt jede Person ein Heldendeck (Jungle Troll, Hill Halfling, Copper Dwarf oder Wood Elf) und kombiniert es mit einer von vier Klassen: Krieger, Magier, Schurke oder Druide. Wer einen Boss besiegt, erhält Loot-Karten, mit denen sich das eigene Deck über die Kampagne hinweg verstärken und um neue Fähigkeiten erweitern lässt. Boss Fighters QR ist auf zwei bis vier Spielende ausgelegt; einen Solo-Modus sieht das Spiel nicht vor.

Eckdaten zu Boss Fighters QR

  • Spielerzahl: 2 bis 4
  • Spieldauer: 40 bis 60 Minuten
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Modus: kooperativ, app-gestützt
  • Komplexität: leicht bis mittel (BGG-Gewicht rund 2,1)

Der Elite-Boss-Modus im Detail

Der neue Elite-Boss-Modus setzt nach dem Ende der Kampagne an. Laut Pegasus Spiele können Gruppen, die durchgespielt haben, den ersten fünf Bossen erneut gegenübertreten, diesmal in einer deutlich stärkeren Elite-Variante. Um diese Gegner zu schlagen, brauchen die Helden die im Kampagnenverlauf freigespielten Verbesserungen und Gegenstände. Dazu kommen teils kleine neue Herausforderungen. Neuen Kampagnen-Inhalt gibt es damit nicht, wohl aber zusätzlichen Wiederspielwert für Gruppen, die bereits durch sind. Freigeschaltet wird der Modus über das neueste App-Update.

Sticker und Spielmatten als Begleitmaterial

Rund um das Spiel gibt es zwei weitere Neuigkeiten. Im teilnehmenden Fachhandel liegen Boss-Sticker bereit, solange der Vorrat reicht. Außerdem sind neue Spielmatten erhältlich, laut Pegasus Spiele im Viererpack mit allen vier Charakteren. Beides ist Zubehör und greift nicht in den Spielablauf ein.

Einordnung: nominiert, nicht ausgezeichnet

Boss Fighters QR steht 2026 auf der Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres, gemeinsam mit Moon Colony Bloodbath und Rebirth. Eine Nominierung ist dabei noch keine Auszeichnung: Welcher der drei Titel den Preis erhält, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht entschieden. Einen Überblick über das Feld bietet unsere Übersicht zu den Nominierungen 2026.

Dune: Imperium - Conspiracy angekündigt für Herbst 2026

19. Juni 2026 um 14:51
Dune: Imperium - Conspiracy angekündigt für Herbst 2026

Dire Wolf Digital hat mit Dune: Imperium - Conspiracy eine neue Erweiterung für seine Dune-Reihe angekündigt. Sie soll im Herbst 2026 zunächst auf Englisch erscheinen und lässt sich sowohl mit dem Grundspiel Dune: Imperium (2020) als auch mit dem eigenständigen Dune: Imperium - Uprising (2023) verbinden.

Entwickelt hat die Erweiterung Paul Dennen, der bereits das Grundspiel und Uprising gestaltet hat. Conspiracy bringt laut Dire Wolf neue Karten, neue Anführer, neue Mechaniken und einen neuen Spielmodus mit. Thematisch rückt die Erweiterung die Schattenseiten des Landsraad in den Vordergrund: Intrigen, geheime Allianzen und politische Manipulation.

Worum es im Spiel geht

Dune: Imperium verbindet zwei Mechaniken, die sonst selten zusammen auftauchen: Deck-Building und Worker Placement. Jede Runde ziehen Sie eine Hand Karten und spielen abwechselnd jeweils eine Karte aus, um einen Ihrer Agenten auf ein Feld des Spielplans zu schicken. Haben Sie keine Agenten mehr, decken Sie den Rest Ihrer Hand auf. Daraus ergeben sich Überzeugung, mit der Sie neue Karten kaufen, und Schwerter, mit denen Ihre Truppen um die Belohnung der aktuellen Konfliktkarte kämpfen.

Über dem Brett stehen vier politische Fraktionen: der Imperator, die Raumgilde, die Bene Gesserit und die Fremen. Wie Sie Ihr Deck aufbauen, entscheidet, ob Sie militärisch dominieren oder über die Fraktionen punkten. Genau in dieses Geflecht aus Karten, Agenten und Politik greift Conspiracy ein.

Wie Conspiracy in die Reihe passt

Die Dune-Imperium-Reihe ist seit 2020 stetig gewachsen. Auf das Grundspiel folgten die drei größeren Erweiterungen Rise of Ix, Immortality und Bloodlines sowie 2023 das eigenständige Dune: Imperium - Uprising, das einen Sechs-Spieler-Modus mit zwei Teams einführte. Conspiracy ist die nächste große Erweiterung. Dass sie an beide Grundspiele andockt, ist für Besitzerinnen und Besitzer der Reihe die zentrale Information: Sie brauchen Conspiracy nicht doppelt, egal ob bei Ihnen Dune: Imperium oder Uprising auf dem Tisch steht.

Bestätigt ist bisher vor allem der Rahmen: neue Karten, neue Anführer, neue Mechaniken, ein neuer Modus und die Kompatibilität mit beiden Grundspielen. Wie die Mechaniken im Detail funktionieren, was den neuen Modus auszeichnet, ob er den Automa-Solo-Modus der Grundspiele mitnimmt und ob sich Conspiracy auch mit den älteren Erweiterungen Rise of Ix, Immortality und Bloodlines kombinieren lässt, hat Dire Wolf noch nicht ausgeführt. Nach dem angekündigten Umfang ist Conspiracy als vollwertige Erweiterung angelegt, nicht als kleines Promo-Set; wie tief sie ins System greift, zeigt sich mit diesen Details.

Deutsche Ausgabe: bisher nicht angekündigt

Für den DACH-Raum ist die wichtigste Einordnung: Eine deutsche Ausgabe von Conspiracy ist bislang nicht angekündigt. Dire Wolf hat zunächst nur die englische Fassung bestätigt. Die übrige Reihe erscheint auf Deutsch bei Asmodee Deutschland, das Grundspiel, Uprising und Bloodlines im Programm führt. Ob und wann Asmodee Deutschland auch Conspiracy lokalisiert, ist offen. Wer auf eine deutsche Ausgabe wartet, plant also vorerst ohne festes Datum.

Eckdaten

Die Erweiterung selbst nennt keine eigenen Eckdaten; sie übernimmt den Rahmen des jeweiligen Grundspiels. Zur Orientierung die Werte der beiden kompatiblen Basisspiele:

mit Dune: Imperium (2020)mit Dune: Imperium - Uprising (2023)
Spielerzahl1 bis 41 bis 6 (Sechs-Spieler-Team-Modus)
Spielzeit60 bis 120 Minuten60 bis 120 Minuten
Alterab 14 Jahrenab 13 Jahren
Solo-Modusja (Automa)ja (Automa)

Beide Grundspiele lassen sich solo gegen einen Automa spielen.

Einordnung

Dune: Imperium gehört zu den meistgespielten Strategiespielen überhaupt; Grundspiel und Uprising stehen bei BoardGameGeek beide in den Top 10. Eine weitere Erweiterung von Paul Dennen ist damit ein verlässlicher Termin im Brettspieljahr. Für den DACH-Raum bleibt die deutsche Fassung der entscheidende Punkt. Sobald Dire Wolf und Asmodee Deutschland konkrete Angaben machen, liefern wir sie nach.

Backstab Heroes – Karten-Lotterie im Dungeon (Rezension)

18. Juni 2026 um 09:00

BH - BannerAls Möchtegern-Abenteurer*innen schubst ihr eure Mitspielenden gegen das vordere Monster, während ihr selbst im Schatten auf fette Beute wartet. Backstab Heroes von Ottavio klingt auf dem Papier herrlich hinterhältig. In der Praxis entscheidet aber zu oft der Kartenstapel, ob das Chaos Spaß macht oder einfach frustriert.

Dieser Beitrag wurde von Tim Billen geschrieben

SPIEL DOCH! Dortmund 2027 bekommt eine zweite Halle

17. Juni 2026 um 14:59
SPIEL DOCH! Dortmund 2027 bekommt eine zweite Halle

Die Brettspielmesse SPIEL DOCH! in Dortmund stößt an ihre Grenzen, und der Nostheide-Verlag reagiert: Für die 8. Ausgabe 2027 kommt mit Halle 7 eine zweite Messehalle dazu. Vom 9. bis 11. April 2027 verteilt sich die Frühjahrsmesse damit erstmals auf die Hallen 4 und 7 des Dortmunder Messegeländes. Auslöser sind eine ausverkaufte Ausstellungsfläche und eine Warteliste, die der Veranstalter mit dem zusätzlichen Platz auflösen will.

SPIEL DOCH! Dortmund 2027 auf einen Blick

  • Datum: 9. bis 11. April 2027 (8. Ausgabe)
  • Ort: Messe Dortmund, Hallen 4 und 7
  • Fläche: rund 8.300 m² (Halle 4) plus zunächst rund 3.000 m² (Halle 7), insgesamt rund 11.300 m²
  • Ausstellende: rund 190 geplant
  • Anmeldung für Ausstellende: ab Juli 2026 (laut Veranstalter)
  • Veranstalter: w. nostheide verlag gmbh (spielbox, SPIEL DOCH! Magazin)

Was ist passiert?

Die Ausstellungsfläche in Halle 4, rund 8.300 Quadratmeter, war bereits 2026 Wochen vor der Messe ausgebucht. Mit über 18.000 Besucherinnen und Besuchern verzeichnete die Ausgabe 2026 im April einen neuen Rekord. Weil die Nachfrage von Ausstellenden die Kapazität übersteigt, verhandelte Nostheide mit der Messe Dortmund über eine zweite Halle. Das Ergebnis: Halle 7 bietet laut Veranstalter Platz für bis zu 6.000 Quadratmeter, 2027 belegt die Messe davon zunächst rund 3.000 Quadratmeter. Die Gesamtfläche steigt damit auf etwa 11.300 Quadratmeter, geplant sind rund 190 Ausstellende. Den zusätzlichen Platz nutzt der Veranstalter nach eigenen Angaben doppelt: Er will damit die Warteliste bei den Ausstellenden abbauen und Standvergrößerungen ermöglichen und zugleich die Freispielflächen ausbauen.

Wer steckt dahinter?

Veranstalter ist die w. nostheide verlag gmbh aus Memmelsdorf, bekannt durch das Fachmagazin spielbox und das SPIEL DOCH! Magazin. Seit dem Wechsel auf das Dortmunder Messegelände wächst die Messe Jahr für Jahr in Fläche und Besucherzahl. Neben Dortmund betreibt Nostheide eine Schwestermesse: Die SPIEL DOCH! am Bodensee findet am 20. und 21. Juni 2026 in der Messe Friedrichshafen statt.

Was bedeutet das für den deutschsprachigen Raum?

Gesichert ist zunächst der Flächenzuwachs selbst. Für Besucherinnen und Besucher dürfte er sich vor allem in mehr Freispielflächen und zusätzlichen Tischen niederschlagen. Ob auch die Wartezeiten an den Demo-Ständen spürbar kürzer werden, hängt davon ab, wie viele zusätzliche Stände am Ende tatsächlich einziehen. Für Ausstellende, von großen Verlagen über Indie-Labels bis zu Autorenständen, öffnet die zweite Halle wieder Standkapazitäten, die zuletzt knapp waren. Die Anmeldung für Ausstellende soll laut Veranstalter im Juli 2026 starten.

Einordnung

Die Erweiterung bestätigt einen Trend, der sich seit Jahren abzeichnet: Die SPIEL DOCH! hat sich als feste Frühjahrsadresse für Brett- und Kartenspiele im deutschsprachigen Raum etabliert. Gegenüber der Essener SPIEL im Herbst, dem mit Abstand größten Branchentreff, bleibt sie die kompaktere Veranstaltung, gewinnt aber Jahr für Jahr an Fläche und Publikum. Ob Halle 7 mittelfristig über die ersten 3.000 Quadratmeter hinaus wächst, dürfte davon abhängen, wie schnell die Warteliste 2027 in gebuchte Stände umschlägt.

Heroes of Barcadia – Prost, du Monster! (Rezension)

17. Juni 2026 um 09:00

HoB - BannerDie Taverne von Barcadia ruft, und wer ihr folgt, bringt seinen Becher mit. Heroes of Barcadia macht das eigene Glas zur Spielfigur und den Dungeon zur Bühne für feuchtfröhliche Intrigen. Ob das Trinkspiel mit echter Mechanik ist oder die Mechanik mit echtem Trinken, klärt unsere Rezension.

Dieser Beitrag wurde von Tim Billen geschrieben

Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück

16. Juni 2026 um 12:34
Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück

Der minimalistische Verlies-Crawler Mini Rogue geht in die zweite Runde: Auf der Spieleschmiede sammelt Corax Games unter dem Titel Mini Rogue: The Council Geld für die große Erweiterung The Council und bündelt die deutsche Ausgabe der Reihe. Im Mittelpunkt stehen eine neue Overlord-Variante mit Verstärkungskarten, frische Symbole und Monster sowie ein gestaffeltes Pledge-System, das vom 20-Euro-Einstieg bis zum Komplettpaket für 120 Euro reicht.

Eckdaten

Die folgenden Werte beziehen sich auf das Grundspiel und die Reihe (Quelle: BoardGameGeek). The Council baut darauf auf.

Spielende1 bis 2 (eigenständig), mit Grundspiel und Zusatzmaterial bis 4
Spieldauer30 bis 45 Minuten
Alterab 12 Jahren
Komplexität2,0 von 5 (BGG-Gewicht)
MechanikenPush-your-luck, Würfeln, Solo, Kooperativ
DesignerPaolo Di Stefano, Gabriel Gendron
IllustrationGabriel Gendron, Prashanka Mawalagedara
Deutsche AusgabeCorax Games

Worum es bei Mini Rogue geht

Mini Rogue übersetzt das Roguelike-Genre der Computerspiele auf den Tisch: Eine kleine Heldengruppe steigt in ein tiefes Verlies hinab, um den sagenumwobenen Rubin Og’s Blood zu bergen. Das Spiel arbeitet mit Würfeln und Karten, die Ebenen und Begegnungen werden laut Verlag zufällig erzeugt, sodass jede Partie anders verläuft. Eine Partie dauert rund 30 bis 45 Minuten, wobei dieser Wert für eingespielte Runden gilt; die erste Partie mit Regelerklärung dauert länger.

Mechanisch ist Mini Rogue im Kern ein Push-your-luck-Spiel. Raum für Raum steigen Sie tiefer, würfeln Kämpfe gegen immer härtere Monster aus und entscheiden bei jedem Wurf neu, ob Sie weitermachen oder das Risiko zu groß wird. Misslingt eine Serie von Würfen, kann ein Abstieg auch abrupt scheitern; dieses kalkulierte Risiko ist Teil des Roguelike-Reizes. Dazwischen verwalten Sie knappe Ressourcen: Lebenspunkte, Erfahrung zum Aufstieg Ihrer Figur, Gold, Nahrung sowie Tränke und Schriftrollen. Die Komplexität liegt auf BoardGameGeek bei moderaten 2,0 von 5 Punkten, die Reihe ist also eher Einstiegs- als Expertenkost. Gespielt wird allerdings allein oder zu zweit ab 12 Jahren, also kein Titel für die große Familienrunde, sondern für den Solo- oder Zweiertisch.

Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück
Grafik: Corax Games (Spieleschmiede-Kampagne)

Mini Rogue solo und kooperativ spielen

Das Grundspiel ist auf 1 bis 2 Spielende ausgelegt und glänzt vor allem solo: Auf BoardGameGeek wird die Ein-Personen-Variante klar am häufigsten als beste Besetzung genannt. Zu zweit wird kooperativ gespielt, eine echte Mehrspielerschlacht ist Mini Rogue traditionell nicht. Wer größere kooperative Erlebnisse sucht, wird bei einem kooperativen Solo-Highlight wie Spirit Island fündig; Mini Rogue bleibt bewusst kompakt und trägt auf BoardGameGeek ausdrücklich die Mechanik-Schlagworte Solo / Solitaire und Cooperative Game.

Für Solo-Spielende liegt der eigentliche Zugewinn von The Council daher weniger in der Overlord-Variante, die eine zweite Person am Tisch voraussetzt, als im zusätzlichen Spielinhalt: mehr Monster, Symbole und Karten erhöhen die Varianz jedes Abstiegs.

Was The Council bringt

The Council ist die große neue Erweiterung der zweiten Staffel und ist eigenständig spielbar, das Grundspiel ist also keine Voraussetzung: Allein oder zu zweit steigen Sie direkt ins Verlies. Größere Runden, kooperativ zu dritt oder kompetitiv zu viert, öffnen sich erst in Kombination mit dem Grundspiel und dem passenden Zusatzmaterial. Der auffälligste Neuzugang ist eine Overlord-Variante, die das sonst kooperative oder solitäre Spiel in ein asymmetrisches Duell verwandelt: Eine Person übernimmt die Rolle des Overlords und steuert die Gegner aktiv gegen die Heldengruppe, statt dass diese wie sonst aus dem Stapel gezogen werden. Über eigene Verstärkungskarten kann der Overlord einzelne Kämpfe gezielt verschärfen und so Druck aufbauen. Dazu kommen laut Kampagne neue Symbole und Monster sowie eine erzählerische Klammer rund um den Rat der Hohepriesterin, vor den die Helden treten. Die Reihe bekommt außerdem Überlieferungskarten in zwei Geschmacksrichtungen: literarische Überlieferungskarten und Volksüberlieferungskarten erweitern den narrativen Rahmen.

Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück
Artwork: Corax Games (Spieleschmiede-Kampagne)
Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück
Artwork: Corax Games (Spieleschmiede-Kampagne)

Material und Komponenten-Upgrades

Neben dem Spielinhalt setzt die Kampagne stark auf hochwertige Ausstattung. The Council kommt wahlweise mit mehrlagigen Charakter- und Overlord-Tableaus, die Würfel und Marker an ihrem Platz halten. Als Add-on gibt es ein dreilagiges Dungeon-Tableau und ein zusätzliches Verlies-Tableau, dazu ein doppelseitiges Neopren-Playmat für 28 Euro. Die Erweiterung Glittering Throne wird mit einem Hologramm-Effekt beworben. Diese Aufwertungen sind reine Komponenten-Boni und verändern das Spielgefühl nicht, sondern den Auftritt auf dem Tisch.

Die Pledge-Stufen im Überblick

Corax Games staffelt die Unterstützung in fünf Stufen. Wichtig vorab: Die unterste Stufe enthält kein physisches Spiel.

  • Geißler (5 Euro): rein digitale Errungenschaft im Spielernetzwerk, kein Spielmaterial. Eher ein symbolischer Unterstützer-Beitrag als ein Spielkauf.
  • Rattenfänger (20 Euro): die Erweiterung Mini Rogue: The Council in der deutschen Version. Da The Council eigenständig spielbar ist, taugt die Stufe nicht nur als Nachschub für Besitzende des Grundspiels, sondern auch als vollwertiger Solo- oder Eins-gegen-eins-Einstieg.
  • Okkultistin (55 Euro): The Council plus vier weitere Erweiterungen (Mountain of Torments, Forgotten Guardians, Glittering Throne und Beyond the Portal), alle auf Deutsch. Hier liegt der Zuwachs klar im zusätzlichen Spielinhalt.
  • Seuchendoktor (90 Euro): das Okkultistin-Paket plus die Mini-Erweiterungen (Schatzkarte, literarische und Volksüberlieferungskarten, Huntress and Ferret) sowie die mehrlagigen Tableaus von The Council. Hier mischt sich zusätzlicher Inhalt mit dem ersten reinen Komponenten-Upgrade.
  • Overlord (120 Euro): das Komplettpaket. Es enthält zusätzlich das Grundspiel Mini Rogue auf Deutsch sowie die älteren Titel Glänzende Schätze, Tiefen der Verdammnis und Alte Götter aus der ersten Staffel. Die richtige Wahl für Neueinsteiger und Komplettierer in einem Aufwasch.

Kurz gesagt: Wer die Reihe schon kennt, steigt bei Rattenfänger oder Okkultistin ein; wer bei null anfängt, fährt mit Overlord am rundesten.

Add-ons

Wer einzeln zusammenstellen will, findet eine breite Add-on-Liste. Das Grundspiel Mini Rogue gibt es als deutsche Version für 17 Euro, die Haupterweiterung The Council einzeln für 20 Euro. Dazu kommen Einzel-Erweiterungen wie Mountain of Torments (12 Euro), Beyond the Portal und Glittering Throne (je 10 Euro), Forgotten Guardians (6 Euro) sowie das Staffel-1-Erweiterungspack mit drei Mini-Erweiterungen für 12 Euro. Auf der Komponentenseite stehen das Neopren-Playmat (28 Euro), die mehrlagigen Boards, Kartenhüllen (4 Euro) und ein Sticker-Set für die Spielfiguren (2 Euro).

Finanzierung und Laufzeit

Den aktuellen Finanzierungsstand entnehmen Sie bitte direkt der Kampagnenseite: Das Funding-Widget der Spieleschmiede wird in einem eingebetteten Frame ausgespielt und ist über die Projekt-Schnittstelle nicht zuverlässig auslesbar. Laut Kampagnen-Snapshot vom 16. Juni 2026 lief die Kampagne zu diesem Zeitpunkt noch rund 28 Tage. Die konkreten Verbesserungsziele der zweiten Staffel kommuniziert Corax Games auf der Kampagnenseite als Grafik; welche davon das Spiel mechanisch erweitern und welche reine Ausstattung aufwerten, lesen Sie am besten dort im Original nach.

Einordnung

Mini Rogue hat sich als kompaktes Solo- und Koop-Roguelike einen festen Platz erspielt (BoardGameGeek-Schnitt 7,3 bei über 3.500 Bewertungen). Die zweite Staffel ist weniger ein Neustart als ein Sammelpunkt: The Council bringt mit der Overlord-Variante und neuen Monstern frischen Inhalt, der größere Teil der Kampagne dreht sich aber um die gebündelte deutsche Veröffentlichung der ganzen Reihe samt hochwertiger Materialaufwertungen. Für DACH-Backer, die bislang auf eine deutsche Komplettausgabe gewartet haben, ist genau das der eigentliche Reiz.

Wer im Genre stöbert, findet bei uns weitere Dungeon-Crawler-Neuheiten und eine Solospiele-Übersicht.

Designt wurde Mini Rogue von Paolo Di Stefano und Gabriel Gendron, die Illustrationen stammen von Gabriel Gendron und Prashanka Mawalagedara. Die deutsche Ausgabe verantwortet Corax Games.

„Die Dänen“: Rosenbergs Wikinger-Epos bei Feuerland

16. Juni 2026 um 09:36
„Die Dänen“: Rosenbergs Wikinger-Epos bei Feuerland

Feuerland Spiele wirbt auf Gamefound mit einer Vorschau-Seite für „Die Dänen“ (englischer Titel: „The Danes“), den kommenden Titel im Universum von „Ein Fest für Odin“. Was als zweite große Erweiterung begann, ist zu einem eigenständigen Spiel von Uwe Rosenberg und Gernot Köpke gewachsen: mehr Material, größere Schachtel und eine Kampagne, die noch nicht live ist.

Eckdaten
TitelDie Dänen / The Danes
AutorenUwe Rosenberg, Gernot Köpke
IllustrationDennis Lohausen
VerlagFeuerland Spiele
Spielerzahl1 bis 4
Spielzeit90 bis 180 Minuten
Alterab 14 Jahren
GenreWorker Placement (schwer)
PlattformGamefound (Vorschau, Kampagne noch nicht live)

Vom Erweiterungsplan zum eigenständigen Spiel

Ursprünglich sollte „Die Dänen“ eine weitere große Erweiterung zu „Ein Fest für Odin“ werden. Daraus ist ein eigenständiges Spiel geworden, das ohne Grundspiel auskommt. Nach Angaben von brettspiel-news.de bringt der Titel über 200 neue Handwerkskarten mit, darunter 128 Kaupang-Karten. Die Schachtel soll in der Größenordnung von Gloomhaven liegen, also deutlich über dem, was Vielspieler von einer normalen Kennerspiel-Box kennen.

Für das DACH-Publikum hat der Titel Gewicht: ein neuer schwerer Rosenberg, direkt aus dem deutschen Verlag Feuerland, mit deutschsprachiger Ausgabe als Heimmarkt. Wer den Crowdfunding-Weg des Autors verfolgt, kennt ihn schon von Rosenbergs Agricola Special Edition. Auf BoardGameGeek liegt die Komplexität bei 4,12 von 5, das Spiel rangiert damit klar im Expertenbereich.

Was Sie im Spiel tun

Die Rahmenhandlung setzt im Jahr 825 ein: Eine Schar Wikinger bricht zu einer Reise auf, die deutlich länger dauert als geplant. Sie starten mit einer kleinen Gruppe, die von Runde zu Runde wächst, ebenso wie der Hunger und die Abgabenlast Ihrer Gemeinschaft.

Im Kern ist „Die Dänen“ ein Worker-Placement-Spiel. Sie setzen Ihre Wikinger ein, um neue Gebiete zu erkunden und mit ihnen Handel zu treiben. Parallel läuft das tägliche Geschäft: Tiere züchten, Waren sammeln, jagen. Daraus speisen sich ein stetiges Einkommen und am Ende die Siegpunkte. Wer am Schluss die meisten Siegpunkte hält, gewinnt. BoardGameGeek listet als Mechaniken unter anderem Aktionspunkte, automatisches Ressourcenwachstum, Würfeleinsatz, Flächendeckung (Grid Coverage) und Plättchenauslage.

Wer „Ein Fest für Odin“ kennt, erkennt die Familie: das Puzzle aus dem Auslegen von Waren auf der eigenen Fläche bleibt prägend. Der neue Hebel ist die Reise- und Handelsebene. Statt nur die eigene Auslage zu optimieren, erkunden Sie Gebiete und treiben dort Handel. Genau das soll „Die Dänen“ über einen reinen „Ein Fest für Odin“-Nachschlag hinausheben. Ob daraus spürbar neue Spannung entsteht oder vor allem ein längerer Motor, zeigt erst das fertige Spiel. Die in der Vorschau genannten 90 bis 180 Minuten sind dabei ein Eckwert; bei einem Schwergewicht dieser Komplexität dürfte das obere Ende eher die Regel als die Ausnahme sein.

Solo-Modus

„Die Dänen“ lässt sich von 1 bis 4 Personen spielen, ein Solo-Modus ist also an Bord; BoardGameGeek führt das Spiel ausdrücklich mit Solo-Mechanik. Wie anspruchsvoll dieser Solo-Modus ausfällt und welche Aufgabe er stellt, nennt die Vorschau noch nicht. Erste Community-Stimmen empfehlen den Titel auch für eine Person, ein belastbares Urteil ist das aber noch nicht. Auch wie unterschiedlich sich eine Partie zu zweit und zu viert anfühlt, lässt sich vor dem fertigen Spiel nicht sagen.

Zeitplan, Gamefound und Follower-Bonus

Der Zeitplan ist in Bewegung. Ursprünglich war ein Start früher im Jahr angepeilt, laut brettspiel-news.de ist die Gamefound-Kampagne inzwischen für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, die Auslieferung grob für das erste Quartal 2027. Als Grund nennt die Quelle den Feinschliff: Das deutsche Regelheft sei fertig, übersetzt und gelayoutet werde noch, bevor die Kampagne online geht. Wir nehmen diese Daten als den derzeit kommunizierten Stand; bis zum Kampagnenstart können sie sich verschieben.

Da die Kampagne noch in der Vorschau-Phase steht, gibt es weder Finanzierungsstand noch feste Pledge-Stufen oder Stretch-Goals. Den verlässlichsten Blick liefert die Gamefound-Seite selbst. Ein konkreter Anreiz steht aber schon fest: Wer der Kampagne vor dem Start folgt, erhält laut Verlag ein besonderes Gebäude gratis dazu.

Einordnung

„Die Dänen“ ist für Kennerspiel-Fans im deutschsprachigen Raum einer der am meisten erwarteten Titel der kommenden Monate: über 1.800 Einträge auf den BGG-Wunschlisten sprechen eine deutliche Sprache. Das ist ein Signal, kein Urteil. Wie sich das gewachsene Material in der Praxis spielt, ob die Reise- und Handelsebene den vertrauten Odin-Motor wirklich erweitert oder nur verlängert, lässt sich erst am fertigen Spiel beurteilen. Wer solche Vorschauen ohnehin verfolgt, findet aktuell mit einem weiteren schweren Euro-Spiel in der Gamefound-Vorschau Vergleichsmaterial. Bis dahin lohnt der Blick auf die Gamefound-Vorschau, schon wegen des Follower-Gebäudes. Wer tiefer einsteigen will, findet bei uns auch weitere Titel von Uwe Rosenberg.

Greenwood von Feuerland: Urgeister gegen die Druiden

16. Juni 2026 um 09:34
Greenwood von Feuerland: Urgeister gegen die Druiden

Feuerland Spiele kündigt mit Greenwood ein neues Strategiespiel für 1 bis 4 Spielende an, in dem Sie als uralter Urgeist eine Gefolgschaft anführen und mystische Wesen aus den Fängen der Druiden befreien. Die deutsche Ausgabe ist für Herbst 2026 geplant, finanziert wird der Titel über eine angekündigte Gamefound-Kampagne, deren Start zum Redaktionsschluss Mitte Juni 2026 noch aussteht.

Worum es geht

Die sagenumwobene Halbinsel Greenwood wird vom Hohen Zirkel der Druiden als grünes Naturparadies und ideales Reiseziel angepriesen. Diese Idylle ist eine Lüge: Hinter der Fassade werden die magischen Wesen der Insel aus ihren Lebensräumen gerissen und ausgebeutet. Sie schlüpfen in die Rolle eines Urgeists, scharen eine Gefolgschaft aus Gefährten um sich und befreien die gefangenen Kreaturen, um sie in Sicherheit zu bringen.

Eckdaten

SpielGreenwood
VerlagFeuerland Spiele (Black Label); internationale Ausgaben über Capstone Games und Cranio Creations
AutorenChristos Giannakoulas, Manolis Zachariadis
IllustrationMartin Mottet, Maurice Mosqua
Spielerzahl1 bis 4 (Solomodus enthalten)
Alterab 14 Jahren
Spielzeitrund 40 Minuten pro Person (etwa 40 bis 160 Minuten)
Komplexitätrund 3,0 von 5 (frühe BGG-Einschätzung)
ReleaseHerbst 2026, Premiere zur SPIEL 2026 in Essen
CrowdfundingGamefound (Kampagnenstart angekündigt)

Was Sie im Zug tun

Greenwood läuft über drei Nächte. In jedem Zug treffen Sie eine knappe Entscheidung: Setzen Sie die Fähigkeit eines eigenen Gefährten ein, nutzen Sie die Fähigkeit eines Gefährten eines Mitspielenden, oder schicken Sie einen Ihrer Gefährten in den Wald? Wer in den Wald zieht, verbessert seine Wegfindung, sammelt Wissen über Fallen, Banne und Illusionen und befreit mystische Wesen. Genau dieses Wissen ist die Voraussetzung, um die Kreaturen aus ihrer Gefangenschaft zu holen.

Dass Sie auch auf die Gefährten der anderen zugreifen können, verzahnt die Züge am Tisch spürbar miteinander, auch wenn am Ende jede und jeder für sich punktet: Es gewinnt, wer die meisten Wesen befreit und damit die meisten Siegpunkte sammelt.

Bedrohungskarten und der Schutz in der Dämmerung

Die Druiden vom Hohen Zirkel legen über Bedrohungskarten laufend neue Hürden aus. Diese Karten behindern Ihre Bewegung, den Einsatz Ihrer Spioninnen und Ihrer Urgeistfähigkeiten, das Sammeln von Wissen und das Befreien selbst. Bedrohungen sind also kein Beiwerk, sondern greifen direkt in Ihre wichtigsten Aktionen ein.

In der Dämmerung können Sie gegensteuern: Sie wappnen Ihre Gefolgschaft gegen einzelne Bedrohungen und kassieren dafür die Schutzbelohnung, die unten rechts auf der jeweiligen Bedrohungskarte abgebildet ist. Zusätzlich helfen einige Gefährten dabei, bestimmten Effekten ganz zu entgehen.

Clans und ihre Fähigkeiten

Ihre Gefährten gehören verschiedenen Clans an, und im fortgeschrittenen Spiel bringt jeder Clan eine einzigartige Fähigkeit mit: eine kleine Zusatzregel mit großer Wirkung. Der Clou: Sie dürfen die Fähigkeit jedes Clans nutzen, der gerade im Spiel ist, nicht nur die Ihres eigenen. Welche Clans am Tisch liegen, formt also jede Partie neu.

Besonders deutlich wird das bei den Bedrohungen: Nur Gefährten des Clans der Naturelementare können auf Bedrohungskarten Einfluss nehmen. Fehlt dieser Clan in einer Partie, müssen Sie ohne diesen Hebel mit den Gemeinheiten der Druiden zurechtkommen. Weitere Clan-Fähigkeiten stellt Feuerland in seiner Newsletter-Reihe nach und nach vor.

Das Tiefenschiff: befreite Wesen einpuzzeln

Eine befreite Kreatur ist noch nicht gerettet. Im Schutz der Dunkelheit bringen Sie die Wesen ins Tiefenschiff, das der Newsletter augenzwinkernd „U-Boot“ nennt. Dort werden sie eingepuzzelt: ein Lege- und Puzzle-Element, bei dem die richtige Platzierung Siegpunkte und mögliche Platzierungsboni einbringt. Wie Sie Ihr Tiefenschiff füllen, ist damit eine eigene taktische Ebene neben dem Befreien.

Zu retten gibt es eine ganze Menagerie eigenwilliger Geschöpfe: Nachtpirscher, Goldkolibris, Koboldschwingen, Bannraupen, Schlammlauerer, Bernsteinwyrmlinge, Herzschimmer, Geweihlinge und Kristallhirsche.

Für wen ist das, und warum DACH-Relevanz?

Mit einer Komplexität, die die BoardGameGeek-Community bislang auf rund 3,0 von 5 schätzt (ein früher Orientierungswert in dieser Vorabphase), zielt Greenwood auf Kennerspielerinnen und Kennerspieler, die variable Fähigkeiten, planerische Tiefe und spürbare Interaktion am Tisch mögen. Das Zusammenspiel aus Aktionswahl, dem Zugriff auf fremde Gefährten und dem Lege-Element rund um das Tiefenschiff verspricht Entscheidungen mit Gewicht, ohne in reine Mehrheitenrechnerei zu kippen. Die Spannweite von 1 bis 4 Spielenden schließt einen Solomodus ein; wie er konkret funktioniert, hat Feuerland öffentlich noch nicht erklärt.

Für den deutschsprachigen Raum ist der Titel doppelt interessant. Feuerland Spiele ist einer der profiliertesten deutschen Verlage für anspruchsvolle Strategiespiele, eine deutsche Ausgabe ist also gesichert, und die Premiere soll auf der SPIEL 2026 in Essen stattfinden, der zentralen Branchenmesse der Region. Auf BoardGameGeek hat Greenwood bereits rund 85 Einträge auf Wunschlisten gesammelt, ein erstes Interesse ist also vorhanden. Wer auf Feuerlands gehobene Linie steht, kennt das Muster bereits von der jüngst angekündigten Special Edition von Vantage.

Ausblick

Der Materialumfang deutet auf eine üppige Produktion hin: Feuerland nennt unter anderem 151 einzigartige Karten, über 200 Holzteile, über 280 Teile aus stabilem Karton sowie vier Clan-Tableaus. Die deutsche Ausgabe ist für Herbst 2026 angekündigt, die Crowdfunding-Kampagne läuft über Gamefound. Wer früh dabei sein möchte, kann das Projekt dort vormerken und die kommenden Teaser zu den einzelnen Clan-Fähigkeiten verfolgen, so wie zuletzt bei unserer Gamefound-Vorstellung zu Altera. Sobald die Kampagne live ist und konkrete Zahlen zu Finanzierungsstand, Laufzeit, Preisen und Pledge-Stufen vorliegen, reichen wir diese nach.

Board Game Arena: Neue Spiele vom 8. bis 15. Juni 2026

15. Juni 2026 um 15:54
Board Game Arena: Neue Spiele vom 8. bis 15. Juni 2026

Zwischen dem 8. und dem 15. Juni 2026 sind auf Board Game Arena drei neue Titel erschienen. Sie reichen von einer Verfolgungsjagd zu zweit über ein pokerinspiriertes Kartenspiel bis zu einem Domino-Spiel mit Stapelmechanik.

Red Notice: Verfolgungsjagd zu zweit

Red Notice ist ein reines Zwei-Personen-Spiel von Gautier de Cottreau und Baptiste Laurent, erschienen bei Catch Up Games. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Eine Partie dauert rund 20 bis 40 Minuten und richtet sich an Spielende ab 10 Jahren.

Eine Seite übernimmt die Fälscherin Angela Farbank, die gefälschte Schecks über eine Million Dollar einlösen will. Die andere Seite spielt die FBI-Agentin Jessah Hope, die Farbank aufspüren und verhaften muss. Pro Runde geben vier zufällig gezogene Aktionskarten vor, welche Züge beiden Seiten offenstehen. Zu den Mechaniken zählen versteckte Rollen, Deduktion und eine Aktionswarteschlange, das BGG-Rating liegt bei 7,5 aus 130 Bewertungen.

All In: Predictions: Poker ohne Chips

All In: Predictions stammt von Phil Walker-Harding und erscheint bei Next Move Games. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Das Kartenspiel ist für 2 bis 5 Personen ausgelegt, eine Partie dauert etwa 25 Minuten, das Mindestalter liegt bei 10 Jahren.

Die Spielenden schlüpfen in die Rolle von Wahrsagern und treten in einem von Poker inspirierten Wettstreit gegeneinander an. Über Handkartenmanagement formst Du Dein Blatt und sagst voraus, wer am Ende die stärkste Hand hält. Auf BGG kommt das Spiel auf eine Bewertung von 6,9 aus 493 Stimmen, die durchschnittliche Komplexität wird mit 1,6 von 5 angegeben.

Kumata: Domino in drei Dimensionen

Kumata ist ein Domino-Spiel von Claude Leroy, erschienen bei Cosmoludo. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Es ist für 2 bis 4 Personen ausgelegt, eine Partie dauert rund 15 bis 20 Minuten, das Mindestalter liegt bei 8 Jahren.

Statt Dominosteine aneinanderzulegen, stapelst Du sie zu einem dreidimensionalen Dschungeldach. Nur die sichtbaren Steine zählen am Ende Punkte, weshalb Du gegnerische Steine überdeckst und Deine eigenen schützt. Jede Seite eines Steins muss einen gleichen Wert überdecken, leere Felder gelten als Joker. Das BGG-Rating liegt bei 6,3 aus 159 Bewertungen, gespielt wird im Duell oder zu dritt und zu viert.

Hoxfall: Teburu-Survival-Horror als Gamefound-Vorschau

15. Juni 2026 um 13:22
Hoxfall: Teburu-Survival-Horror als Gamefound-Vorschau

Mit Hoxfall kündigt der italienische Entwickler Xplored einen kooperativen Survival-Horror-Dungeon-Crawler für seine digital-hybride Teburu-Plattform an. Die Kampagne ist als Vorschau auf Gamefound online; das Crowdfunding startet laut Vorschau am 21. Juli 2026 um 15:00 Uhr (MESZ) und läuft bis zum 20. August 2026.

Eckdaten

FeldAngabe
TitelHoxfall
Verlag / EntwicklerXplored (Teburu-Plattform)
DesignerDavide Garofalo, Riccardo Landi
IllustrationJarrod Castaing
Spielerzahl1 bis 5
Spieldauer60 bis 90 Minuten
Mindestalter13 Jahre
Genrekooperativer Survival-Horror-Dungeon-Crawler
Geplantes Erscheinungsjahr2027 (laut BoardGameGeek)
PlattformTeburu (App plus Smart-Miniaturen und Smart-Würfel)
KampagneGamefound; Funding 21. Juli bis 20. August 2026 (laut Vorschau)

Worum es geht

Hoxfall spielt in einer geheimen Militärbasis tief unter der Wüste von Nevada. Ein Experiment ist schiefgegangen, ein außerirdisches Mutagen breitet sich durch die Korridore aus und schreibt alles Organische um, das es berührt. Als kleine Gruppe von Überlebenden kämpfen Sie sich gegen wachsende Mutantenhorden zum Ausgang. Der zentrale Kniff laut Xplored: Das Mutagen lernt im Laufe der Partie dazu und breitet sich weiter aus, ob die Gruppe handelt oder nicht. Zeit und Ressourcen arbeiten gegen Sie. Mit der Freigabe ab 13 Jahren, dem Horror-Thema und den Mutantenhorden richtet sich Hoxfall klar an ältere Jugendliche und Erwachsene, nicht an einen Spieleabend mit jüngeren Kindern.

Das Teburu-System: was am Tisch passiert

Hoxfall läuft über das Teburu-System: eine App, dazu physische Smart-Miniaturen und Smart-Würfel. Das System erkennt Würfelergebnisse und Figurenbewegungen auf dem Brett, übernimmt die Regeln, steuert das Verhalten der Gegner und löst Story-Ereignisse aus. Vereinfacht gesagt: Sie spielen am physischen Brett mit Figuren und Würfeln, während die App im Hintergrund Buch führt, die Gegner steuert und die Geschichte vorantreibt. Regelbücher und Wartezeiten zwischen den Zügen entfallen laut Xplored, weil die App diese Aufgaben übernimmt und die Spielenden am Brett bleiben. Wie das Teburu-System am Tisch funktioniert, haben wir bereits ausführlich beschrieben.

Wichtig für die Kaufentscheidung: Anders als bei einem klassischen Brettspiel gehören App und elektronische Komponenten fest zum Spiel; ohne sie läuft Hoxfall nicht. Das Spiel erscheint exklusiv für Teburu. Ob die Kampagne eine eigenständige Box mit allem nötigen Material anbietet oder zusätzlich bereits vorhandene Teburu-Hardware voraussetzt, geht aus der Vorschau noch nicht eindeutig hervor. Für den Einstiegspreis ist das eine zentrale Frage, die die ausführliche Kampagnenseite klären muss.

Mechanisch nennt BoardGameGeek für Hoxfall Aktionspunkte (jede Figur hat pro Zug ein festes Budget an Aktionen), Bewegung über Gebiete (das Brett ist in Zonen geteilt, durch die Sie ziehen), Würfeleinsatz und ein modulares Spielbrett. Jede Sektion der Basis ist ein eigenes Szenario: Sie entscheiden, welchen Abschnitt Sie als Nächstes erkunden, und beeinflussen damit den Verlauf der Geschichte. Dazu kommen narrative Entscheidungen mit Paragraphen-System und ein Kampagnen-Aufbau über mehrere Szenarien. Munition und Energie sind knapp; wann und wofür Sie diese Ressourcen einsetzen, ist eine der zentralen Entscheidungen jeder Partie. Jede Figur bringt zudem eigene Stärken mit. Das Spielprinzip in einem Satz: Erkunden Sie Abschnitt für Abschnitt eine verseuchte Basis, verwalten Sie knappe Munition und Energie und entkommen Sie, bevor das Mutagen die Oberhand gewinnt. Wie sich die Aktionen pro Zug im Detail aufteilen, zeigt erst die ausführliche Kampagnenseite.

Spielerzahl und Solo-Modus

Hoxfall ist für eine bis fünf Personen ausgelegt. BoardGameGeek führt Hoxfall ausdrücklich mit Solo-Modus; das Spiel lässt sich also allein bestreiten. Wie tragfähig der Solo-Betrieb tatsächlich ist und ob es bei vier oder fünf Personen zu längeren Wartezeiten oder zu starkem Mitsteuern durch einzelne Spielende kommt, lässt sich aus der Vorschau noch nicht beurteilen. Auch diese Einordnung liefert erst die vollständige Kampagnenseite.

Wer dahintersteckt

Verantwortlich für das Design sind Davide Garofalo und Riccardo Landi, die Illustrationen stammen von Jarrod Castaing. Hinter Hoxfall steht Xplored, ein 2008 gegründetes Studio und Erfinder des Teburu-Systems.

Deutsche Ausgabe und DACH-Relevanz

Für Spielende in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist eine Frage besonders interessant: Kommt Hoxfall auf Deutsch? BoardGameGeek listet bereits eine mehrsprachige Ausgabe (Multilingual edition) für 2027, die neben Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch auch Deutsch umfasst. Eine deutsche Sprachfassung ist also vorgesehen.

Das Teburu-System selbst vertreibt im deutschsprachigen Raum Pegasus Spiele; Pegasus Spiele übernahm den Vertrieb des Teburu-Systems bereits vor einiger Zeit. Das Grundbrett und mehrere Spiele, etwa The Bad Karmas oder Vampire: The Masquerade, sind über Pegasus im Handel; zuletzt kamen 17 neue Teburu-Erweiterungen bei Pegasus hinzu. Ob Pegasus auch Hoxfall für DACH übernimmt, hat das Unternehmen bislang nicht angekündigt. Den genauen Vertriebsweg der deutschen Ausgabe sollten Interessierte daher zum Kampagnenstart im Blick behalten.

Kampagne, Pledges und Stretch Goals

Das Funding startet laut Gamefound-Vorschau am 21. Juli 2026 und endet am 20. August 2026. Wer Hoxfall auf Gamefound vormerkt, erhält mit dem späteren Pledge Duke kostenlos dazu: eine spielbare Smart-Miniatur in Gestalt eines kryogen eingefrorenen Geheimagenten aus den 1950er-Jahren. Laut Vorschau ist dieser Follower-Bonus an einen Core Pledge (oder höher) gebunden.

Über diesen Core Pledge hinaus sind die einzelnen Pledge-Stufen, ihre genauen Inhalte und mögliche Add-ons in der Vorschau noch nicht vollständig aufgeführt. Auch eine Liste der Stretch Goals liegt bisher nicht vor; eine Trennung in mechanisch relevante Ziele und reine Komponenten-Upgrades ist daher noch nicht möglich. Sobald die ausführliche Kampagnenseite zum Start online ist, reichen wir diese Details nach.

Einordnung

Spielerisch zeichnet sich Hoxfall als ressourcengetriebener Überlebenskampf mit fortlaufender Bedrohung ab: Der Druck entsteht weniger aus dicken Gegner-Statistiken als aus knappen Ressourcen und einer Bedrohung, die laut Xplored auch dann weiterwächst, wenn die Gruppe zögert. Damit reiht sich der Titel in die wachsende Teburu-Familie ein, etwa neben dem Teburu-Dungeon-Crawler Sword & Sorcery, und setzt das app-gesteuerte Brettspiel auf ein klassisches Horror-Crawler-Thema an. Reiz und Risiko liegen wie bei jedem digital-hybriden Titel dicht beieinander: Das System verspricht Immersion ohne Regelnachschlagen, bindet das Spielerlebnis aber an App und Hardware. Ob Hoxfall die Erwartungen einlöst, zeigt sich, sobald die Kampagne startet und mehr zu Pledges, Umfang und Spielmaterial bekannt ist.

Spirit Island digital: Koop-Strategiehit für 4,90 Euro im Steam-Angebot

13. Juni 2026 um 14:32
Spirit Island digital: Koop-Strategiehit für 4,90 Euro im Steam-Angebot

Wer den kooperativen Strategie-Klassiker Spirit Island schon immer einmal ausprobieren wollte, bekommt gerade einen günstigen Einstieg: Die digitale Umsetzung von Handelabra Games kostet auf Steam aktuell 4,90 Euro statt 24,50 Euro, ein Rabatt von 80 Prozent. Das Angebot läuft nur noch bis zum 16. Juni 2026, der reduzierte Preis gilt für das Grundspiel.

Spirit Island digital auf Steam, die Eckdaten:

  • Preis: 4,90 statt 24,50 Euro (80 Prozent reduziert)
  • Angebot endet: 16. Juni 2026
  • Spieleranzahl: 1 bis 4
  • Alter: ab 13 Jahren
  • Spieldauer (Tabletop): 90 bis 120 Minuten
  • Sprache: nur Englisch
  • Modi: Einzelspieler, Online- und lokaler Koop, Cross-Platform, Remote Play Together

Worum geht es bei Spirit Island?

Spirit Island ist ein kooperatives Strategiespiel für 1 bis 4 Spieler ab 13 Jahren, entworfen von R. Eric Reuss und 2017 erstmals erschienen. Sie spielen keine Eroberer, sondern Naturgeister, die gemeinsam eine Insel gegen eindringende Kolonisatoren verteidigen. Dieses (anti-)koloniale Thema ist ein Markenzeichen des Spiels und dreht die übliche Aufbau-Logik um: Statt Land zu erschließen, drängen Sie die Siedler zurück, bevor sie die Insel überrennen.

Mechanisch setzt Spirit Island auf asymmetrische Geister mit eigenen Kräften (Variable Player Powers): Jeder Geist spielt sich spürbar anders. Pro Runde wählen alle Beteiligten ihre Kräfte gleichzeitig aus, danach breiten sich die Kolonisatoren aus, bauen, und es kommt zur Verheerung. Im Kern ist es ein Spiel um Flächenkontrolle: Sie steuern Furcht, Schaden und Präsenz auf einer sich ständig verschärfenden Karte. Das gilt als anspruchsvoll. Auf BoardGameGeek liegt das Brettspiel-Original (ID 162886) bei einem Komplexitätsgewicht von 4,07 von 5, also schwer. Belohnt wird der Aufwand mit einer Bewertung von 8,34 und Platz 11 im Board Game Rank.

Spirit Island solo: stark im Einzelspieler-Modus

Für alle, die erst einmal allein hineinschnuppern wollen: Spirit Island gilt als eines der besten Solospiele im kooperativen Genre, und die digitale Version bringt einen Einzelspieler-Modus mit. Gerade am PC nimmt Ihnen das Spiel die gesamte Buchhaltung ab, die am Tisch viel Zeit frisst. Eine belastbare Angabe zur reinen Digital-Spieldauer macht Handelabra auf der Steam-Seite nicht. Als Anhaltspunkt dient die Tabletop-Angabe von 90 bis 120 Minuten, am Bildschirm dürfte eine Partie wegen der automatisierten Abläufe spürbar schneller laufen.

Was bekommen Sie für 4,90 Euro?

Den reduzierten Preis zahlen Sie für das Grundspiel. Die digitale Fassung erschien am 29. Juli 2020 (nach einer Early-Access-Phase ab April 2020) und bietet Einzelspieler, Online-Koop sowie lokalen Koop im geteilten Bildschirm für bis zu vier Personen. Dazu kommt Cross-Platform-Multiplayer für das Online-Spiel; lokal lässt sich der geteilte Bildschirm auch per Remote Play Together streamen, sodass Freunde ohne eigenes Exemplar mitspielen können. Wer mag, kann das mit einer weiteren digitalen Brettspiel-Umsetzung auf Steam vergleichen.

Wer tiefer einsteigen will, findet eine ganze Reihe kostenpflichtiger Erweiterungen als DLC, darunter Branch & Claw, Jagged Earth und Nature Incarnate sowie die Promo-Packs Flame und Feather. Ob diese DLC ebenfalls reduziert sind, prüfen Sie am besten direkt auf der jeweiligen Steam-Seite, das Angebot bezieht sich auf das Grundspiel. Wer einen leichteren Einstieg sucht, stößt auf Horizons of Spirit Island. Ein wichtiger Hinweis: Während die Tabletop-Ausgabe von Horizons eigenständig spielbar ist, handelt es sich bei der digitalen Steam-Fassung um einen DLC, der das Grundspiel voraussetzt (die Steam-Seite weist ausdrücklich darauf hin, dass dieser Inhalt das Grundspiel Spirit Island benötigt). Einen günstigen Einstieg ohne weitere Anschaffung bietet am PC deshalb gerade das jetzt reduzierte Grundspiel selbst.

Spirit Island auf Deutsch? Nur englische Sprachfassung

Ein Punkt, den Interessenten vor dem Kauf kennen sollten: Die Steam-Produktseite führt als Spielsprache ausschließlich Englisch (Oberfläche, Audio und Untertitel). Eine offizielle deutsche Lokalisierung der digitalen Version ist dort nicht ausgewiesen. Dass im Sprachmenü „Deutsch“ auftaucht, bezieht sich auf die Anzeigesprache der Steam-Seite selbst, nicht auf das Spiel. Eine frühere fan-gemachte deutsche Übersetzung existierte nur als Community-Modifikation für den Tabletop Simulator und ist nicht mehr verfügbar. Kurz: Sie sollten mit dem englischen Regel- und Kartentext zurechtkommen. Das Spiel ist sprachlastig, viele Kräfte stehen als englischer Kartentext auf dem Bildschirm.

Für wen lohnt sich der Deal?

Für 4,90 Euro ist die digitale Spirit Island ein günstiger Weg, einen anspruchsvollen Koop-Klassiker auszuprobieren, vor allem für Solospieler und für alle, die das schwergewichtige Original erst einmal ohne Tischaufbau testen wollen. Und keine Sorge, dass Sie nur eine halbe Sache kaufen: Schon das Grundspiel bringt mehrere, sehr unterschiedlich spielende Geister, zuschaltbare Gegner-Fraktionen mit Schwierigkeitsstufen und verschiedene Szenarien mit, also reichlich Varianz für viele Partien. Die DLC erweitern das später um zusätzliche Geister, Gegner und Mechaniken, für den Einstieg brauchen Sie sie nicht. Wer Englisch im Spiel scheut, sollte das im Hinterkopf behalten. Das Angebot endet am 16. Juni 2026.

Die deutsche Brettspiel-Ausgabe erscheint übrigens bei Pegasus Spiele, wer das Original lieber physisch und auf Deutsch spielt, wird bei der deutschen Spirit-Island-Ausgabe von Pegasus Spiele fündig.

Thunder Road Vendetta: Maximum Chrome wieder vorbestellbar

12. Juni 2026 um 20:56

Frosted Games öffnet die Vorbestellung für Maximum Chrome erneut

Thunder Road Vendetta: Maximum Chrome wieder vorbestellbar

Wer die große Box zu Thunder Road Vendetta verpasst hat, bekommt eine zweite Chance: Frosted Games hat die zwischenzeitlich ausverkaufte Maximum-Chrome-Ausgabe wieder vorbestellbar gemacht. Es handelt sich laut Frosted Games um die dritte Auflage. Der Verlag rechnet mit der Auslieferung im vierten Quartal 2026 und dämpft die Erwartungen selbst: Rechtzeitig zur SPIEL in Essen 2026 werde die Box wahrscheinlich nicht eintreffen. Im Frosted-Shop steht die Ausgabe für 139,95 Euro.

Die Big Box läuft im Direktvertrieb über Frosted Games. In den regulären Handel geht Maximum Chrome nicht, wer die Sammelausgabe will, bestellt also direkt beim Verlag.

Worum es geht: chaotisches Auto-Rennen mit Schussduellen

Thunder Road Vendetta ist ein reines Mehrspieler-Spiel für zwei bis fünf Personen. Einen Solo-Modus gibt es nicht; auch in der Wertung der BGG-Community schneidet die Einzelpartie schlecht ab, am besten läuft das Spiel zu dritt oder zu viert. Eine Partie dauert 45 bis 75 Minuten.

Gespielt wird auf einem Rastersystem. Würfel steuern beides: die Bewegung der eigenen Fahrzeuge und die Schüsse auf gegnerische Wagen. Statt fester Augenzahlen werten die Spielenden Würfelsymbole aus (Die Icon Resolution), klassisches „Roll and Move" trifft hier auf Beschuss und Rempeleien. Geschrottete Autos fliegen aus der Partie (Spielerelimination), das letzte fahrende Fahrzeug gewinnt. Das Spielgefühl ist entsprechend ruppig und direkt, die Mechanik gehört zur „Take That"-Familie. Mit einer Komplexität von 2,25 von 5 auf BoardGameGeek bleibt der Titel trotz Kampf und Chaos im zugänglichen Bereich.

Hinter dem Spiel steht der US-Verlag Restoration Games als Design-Partner, Frosted Games verantwortet die deutsche Ausgabe. Das Autorenteam umfasst Dave Chalker, Noah Cohen, Rob Daviau, Justin D. Jacobson, Brett Myers und Brian Neff. Die Illustrationen stammen von Marie Bergeron und Garrett Kaida. Der Verlag gibt die deutsche Ausgabe ab 12 Jahren frei.

Was in der Box steckt

Maximum Chrome bündelt das Grundspiel und alle Erweiterungen in einer foliengeprägten Box. Inhaltlich lassen sich zwei Ebenen unterscheiden.

Spielerisch erweitern den Grundkasten die Module „Fetter Truck & Die Wilden 5", „Blech Blut und Höllenglut", „Schraubbude" und „Nachladen". Dazu kommt die nur in dieser Ausgabe enthaltene Mini-Erweiterung „Deutsche Ingenieurskunst": Sie ersetzt die Bewegungs- und Schusswürfel durch ein Kartenset und bietet damit eine alternative Steuerung für alle, die weniger Würfelglück und mehr Planung wollen.

Auf der Ausstattungsseite legt die Sammelausgabe nach: ein exklusiver Crew-Leader (Em Berco), ein konsolidiertes Regelheft, das die Regeln aller Inhalte an einer Stelle zusammenfasst, sowie ein passgenaues Custom-Insert in der hochwertig geprägten Box.

Einordnung

Für DACH-Sammlerinnen und -Sammler ist der Schritt relevant, weil die deutsche Big Box lange nicht erhältlich war und nicht über den Handel läuft. Wer Thunder Road Vendetta in der Vollausstattung haben will, hat mit der dritten Auflage erneut die Gelegenheit dazu, sollte aber die Verlagsprognose im Blick behalten: Liefertermin frühestens viertes Quartal 2026, der Messetermin in Essen ist nach Verlagsangabe wahrscheinlich zu früh.

Wine & Cheese: Kennerspiel-Duell für genau zwei Personen

12. Juni 2026 um 14:40
Wine & Cheese: Kennerspiel-Duell für genau zwei Personen

Mit „Wine & Cheese” bringt Deep Print Games ein Kennerspiel für genau zwei Personen an den Tisch, das den Erfolg an eine ungewöhnliche Bedingung knüpft: Am Ende zählt pro Hof nur die Ware, die weniger eingebracht hat. Autor Scott Almes baut damit den Grundgedanken seines Vorgängers „Beer & Bread” weiter aus, diesmal anspruchsvoller und rund um Wein- und Käseproduktion im Burgund.

Spieleranzahlgenau 2 Personen
Spielzeit45 bis 75 Minuten
Alterab 12 Jahren
AutorScott Almes
IllustrationMichael Menzel, Alexander Jung
VerlagDeep Print Games
Vertriebexklusiv über Pegasus Spiele
ReiheFor-2-Reihe von Deep Print Games
UVP29,99 Euro
Erschienen27. Mai 2026

Worum es geht

„Wine & Cheese” versetzt die beiden Spielenden auf benachbarte Höfe im Burgund. Jeder Hof stellt zweierlei her: Wein und Käse. Über zwei Spieljahre hinweg sammeln Sie Zutaten, lassen Ihre Waren reifen und verkaufen sie zum richtigen Zeitpunkt. Jedes Jahr gliedert sich in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter, und jede Jahreszeit hat ihre eigene Phase im Ablauf.

Die Mechanik

Das Herzstück ist ein paarweises Einsetzen der Arbeitskräfte. Im Frühling entsenden Sie Ihre Arbeiter paarweise auf die Parzellen, im Herbst holen Sie sie von dort zurück. Die Parzellen sind geteilt, beide Höfe greifen also auf dieselben Felder zu. Wer wann welches Paar setzt, entscheidet darüber, welche Zutaten und Aktionen Ihnen offenstehen und welche Sie der Gegenseite überlassen.

Danach zählt das Timing. Wein und Käse durchlaufen einen Reifeprozess, bevor sie ihren vollen Wert erreichen. Verkaufen Sie zu früh, verschenken Sie Ertrag; warten Sie zu lange, blockieren die Waren Ihren Hof. Über die Spieljahre verwalten Sie zudem Ihre Handkarten und erfüllen Verträge, die festlegen, welche Lieferungen sich besonders lohnen.

Mechanisch verbindet „Wine & Cheese” damit Worker Placement mit Hand- und Kartenmanagement. BoardGameGeek führt das Spiel mit einer mittleren Komplexität von 3,0 und ordnet es als reines Spiel für zwei Personen ein. Einen Solo-Modus gibt es nicht.

Der Clou: nur die schwächere Ware zählt

Den eigentlichen Kniff liefert die Endwertung. Nach den zwei Jahren ermittelt jeder Hof seine Einnahmen getrennt für Wein und für Käse. Gewertet wird aber nur die Warenart, die weniger eingebracht hat. Wer den Wein vernachlässigt, um den Käse zu maximieren, verschenkt am Ende seine Stärke. Der Reiz liegt also nicht im Spezialisieren, sondern im Gleichgewicht: Beide Standbeine müssen mithalten, sonst zählt nur das schwächere.

Wine & Cheese: Kennerspiel-Duell für genau zwei Personen
Die Eckdaten zu Wine & Cheese auf einen Blick. Grafik: Würfelreich; Daten: BoardGameGeek, Pegasus Spiele.

Autor, Illustration und Einordnung

„Wine & Cheese” stammt von Scott Almes, der bereits den Vorgänger „Beer & Bread” entworfen hat. Beide Titel gehören zur For-2-Reihe von Deep Print Games, die sich ausschließlich an Paare und Duell-Runden richtet. Im Vergleich zu „Beer & Bread” fällt „Wine & Cheese” anspruchsvoller aus: Der Balance-Zwang in der Wertung, das Timing des Reifeprozesses und die zu erfüllenden Verträge verlangen vorausschauendes Planen über beide Spieljahre.

Die Illustrationen stammen von Michael Menzel und Alexander Jung. Verlegt wird das Spiel von Deep Print Games, der Vertrieb im Handel läuft exklusiv über Pegasus Spiele. Erst kürzlich hat Deep Print Games den Klassiker Cuba als Cubaneo neu aufgelegt; wer das Verlagsprogramm verfolgt, findet weitere Titel von Deep Print Games im Überblick. Für ein anderes anspruchsvolles Duell zu zweit lohnt zudem der Blick auf das Kennerspiel-Duell Compile. Seit dem 27. Mai 2026 steht „Wine & Cheese” zur UVP von 29,99 Euro im Sortiment. In der Schachtel stecken ein Spielplan, 60 Karten, 95 Holzteile, vier Aufbewahrungsschachteln, ein Wertungsblock und die Anleitung.

Quellen

Cozy Stickerville – Ein Dorf, das bleibt (Rezension)

12. Juni 2026 um 09:00

Cozy StickervilleEin Dorf, das Sticker für Sticker wächst, Bewohner*innen mit eigenen Geschichten und zehn Jahre voller kleiner Entscheidungen: Cozy Stickerville ist für das Spiel des Jahres 2026 nominiert und stellt uns dabei vor eine ehrliche Frage: Muss ein Brettspiel eigentlich ein Spiel sein?

Dieser Beitrag wurde von Tim Billen geschrieben

Altera auf Gamefound: Euro-Spiel mit Würfelbeutel

11. Juni 2026 um 10:35
Altera auf Gamefound: Euro-Spiel mit Würfelbeutel

Auf Gamefound läuft seit dem 9. Juni 2026 die Kampagne zu Altera, einem kompetitiven Euro-Spiel von IV Studio, den Machern von Tend und Moonrakers. Statt auf dem Schlachtfeld tragen die Spielenden ihre Konflikte beim jährlichen „Ascension Festival” aus: mit Würfeln aus dem eigenen Beutel, entsandten Emissären und dem Ringen um Reputation in drei Gilden.

Eckdaten

PunktAngabe
TitelAltera
Studio/VerlagIV Studio (Nashville, USA; IV Workshop LLC)
DesignerMax Anderson, Zac Dixon, Austin Harrison, Toby Sarnelle
Spielerzahl1 bis 4 (Grundspiel), 5 bis 6 mit Erweiterung
Spielzeitrund 90 Minuten (laut BGG 60 bis 120)
Alterab 14 Jahren
MechanikenWürfelbeutel-Building (Bag-Building), Würfeln, gleichzeitige Aktionswahl, Worker Placement
Spiellänge7 Runden
Komplexität (BGG)3,0 von 5
PlattformGamefound
Laufzeit9. bis 29. Juni 2026
BGGID 469367, Erscheinung 2027

Worum es geht

Altera spielt in einer namensgebenden Bergstadt, in der die großen Fraktionen ihre Konflikte nicht im Krieg lösen, sondern beim jährlichen Ascension Festival. Der Leitgedanke der Welt: Ehrgeiz, Einfallsreichtum und Zusammenhalt formen eine bessere Zukunft als jede Schlacht. Aus dieser Prämisse zieht das Spiel sein Thema, ein kompetitives Wettstreiten um Ansehen statt um Territorien.

So spielt sich Altera: Bag-Building und Worker Placement

Altera ist ein Euro-Spiel mit Würfelbeutel-Building. Über sieben Runden ziehen die Spielenden ihre Würfel aus dem eigenen Beutel und würfeln sie aus. Anschließend entsenden sie Emissäre: Die Würfelergebnisse bestimmen, welche Aktionen verfügbar sind, und der Einsatzort des Emissärs legt fest, bei welcher der drei Gilden Reputation anfällt. Würfelpool und Placement greifen so ineinander, ohne dass eines das andere vollständig aussticht.

Am Ende jeder Runde erhält in jeder Gilde diejenige Person Prestige, die dort die meiste Reputation gesammelt hat. Danach rutscht sie ans Ende der jeweiligen Gilden-Leiste und macht so Platz für die Konkurrenz. Dieser Mechanismus hält den Wettlauf offen: Ein Vorsprung in einer Gilde wird sofort wieder zurückgesetzt. Ziel ist es, über die sieben Runden genug Prestige zu sammeln, um in den High Council aufzusteigen.

Ob der Kern des Spiels stärker im direkten Mehrheitenwettlauf oder im parallelen Engine-Aufbau liegt, lässt sich vor Erscheinen des Spiels noch nicht abschließend sagen. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal gegenüber reinen Worker-Placement-Titeln ist die gleichzeitige Aktionswahl: Alle Spielenden handeln parallel, was Wartezeiten minimiert und die Mehrheitenkonfrontation verdichtet. Laut Verlag verändern sich zudem die Spezialfähigkeiten von Partie zu Partie, was für wechselnde Ausgangslagen sorgt. BGG ordnet Altera mit einem Gewicht von 3,0 von 5 im mittleren Kennerspiel-Bereich ein.

Spielerzahl und Solo

Das Grundspiel ist auf 1 bis 4 Spielende ausgelegt. Die Kampagne nennt 1 als Mindestspielerzahl; ein Solo-Modus ist also enthalten. Welches Format dieser annimmt (Automa, eigenständiger Modus oder anderes), ist auf der Kampagnenseite noch nicht ausgeführt. Auf BGG ist das Spiel mit 2 bis 6 Spielenden gelistet; die Solo-Angabe stammt von der Kampagne. Wer zu fünft oder sechst spielen möchte, benötigt die separat erhältliche „5-6 Player Expansion”. Wie stark sich die Spielerfahrung bei zwei, vier oder sechs Personen unterscheidet, ist vor Erscheinen des Spiels noch nicht einschätzbar.

Spielzeit

Gamefound gibt eine Partiedauer von rund 90 Minuten an. Die BGG-Seite nennt einen weiteren Korridor von 60 bis 120 Minuten, was sich gut mit Spieleranzahl und Erfahrungsgrad erklären lässt.

IV Studio: die Macher hinter Altera

Hinter Altera steht IV Studio aus Nashville (juristisch IV Workshop LLC). Das Team hat zuvor unter anderem Tend, Moonrakers, Veiled Fate, Mythic Mischief und Brink veröffentlicht. Ursprünglich war IV Studio ein Animationsstudio mit Kunden wie Amazon, Oracle, Netflix, Nike, Bad Robot und Cartoon Network. Mit Altera tritt das Studio in ein mechanisch schichtenreicheres Gebiet ein als mit früheren Titeln: Bag-Building und gleichzeitige Aktionswahl stehen neben dem gewohnten Production-Anspruch. Als Designer nennt BGG ein Quartett: Max Anderson, Zac Dixon, Austin Harrison und Toby Sarnelle. Zac Dixon ist Mitgründer des Studios und war bereits an Moonrakers und Veiled Fate beteiligt.

Pledges und Add-ons

Klassische, stufenweise freigeschaltete Stretch Goals setzt die Kampagne nicht ein. Die drei beworbenen Upgrades, eine Neopren-Spielmatte, Holz-Upgrades und Shard-Upgrades, sind als kostenlose Add-ons bereits in jedem Pledge enthalten. Die Stufen unterscheiden sich vor allem über die Komponenten; spielerisch relevant ist allein die 5-6-Spieler-Erweiterung. Alle Preise in US-Dollar (Kampagnenpreis / spätere UVP):

  • Altera (Grundspiel, 1 bis 4 Spielende): 69,99 / 79,99. Vollständiges Spiel inklusive der drei Gratis-Add-ons.
  • Altera + 5-6 Player: 99,99 / 124,99. Ergänzt das Material für 5 bis 6 Spielende, die einzige Stufe mit spielerischem Mehrwert.
  • Altera + Metal + Dice Trays: 124,99 / 149,99. Metallmünzen und vier Würfeltabletts, eine reine Material-Aufwertung.
  • Altera + 5-6P + Metal + Dice Trays: 159,99 / 214,99. Kombination aus Erweiterung und Material-Upgrades.
  • Altera All-in: 239,99 / 304,99. Alles aus den anderen Stufen plus sechs Wood Villa Boards.

Einzeln erhältliche Add-ons: Metallmünzen (29,99), Würfeltabletts Grundspiel (39,99), Würfeltabletts 5-6 Spieler (19,99), zwei Wood Villa Boards (29,99) und Kartenhüllen (15,00). Als Zahlungsoptionen bietet Gamefound eine Ratenzahlung („Stretch Pay”) sowie das abgesicherte „Stable Pledge” an. Zur Pledge-Struktur der Concordia Special Edition bietet sich ein Vergleich an, wer einordnen möchte, wie diese Art von Kampagne typischerweise aufgebaut ist.

DACH-Relevanz und deutsche Ausgabe

Bislang ist nur eine englischsprachige Ausgabe für 2027 angekündigt, herausgegeben von IV Studio. Eine deutsche Lokalisierung ist nicht bekannt. Wer mitmachen möchte, bestellt über Gamefound und importiert das Spiel in den DACH-Raum. Da Altera mit Karten und wechselnden Spezialfähigkeiten arbeitet, ist von englischsprachigen Textkomponenten auszugehen. Für deutschsprachige Tische bleibt Altera damit vorerst ein Importtitel, ähnlich wie andere Importtitel über Gamefound.

Einordnung: Momentum ja, Urteil noch nicht

Die Kampagne läuft stark: Bei einem Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar standen am 11. Juni 2026 rund 420.900 US-Dollar von etwa 2.633 Unterstützenden auf der Uhr, also gut 840 Prozent. Dieser Stand ist eine Momentaufnahme und steigt täglich. So eindeutig dieses Backer-Interesse ist, so vorsichtig sollte man die Bewertungslage lesen: Der BGG-Schnitt von 8,29 von 10 beruht auf nur 17 Wertungen, und das Spiel ist noch ungerankt. Das ist eine sehr frühe, vorläufige Datenbasis und taugt nicht als Qualitätsbeleg.

Fazit

Altera bündelt gleich mehrere beliebte Euro-Bausteine, Bag-Building, gleichzeitige Aktionswahl und Worker Placement, in einem friedlichen Wettstreit-Thema und einem mittleren Komplexitätsgrad. Für Fans von Bag-Building, die ein kompetitives Spiel ohne direkten Konflikt suchen, lohnt der Blick auf die Kampagne. Eine eigene Wertung sprechen wir aus, sobald uns ein fertiges Exemplar vorliegt.

Harmonies: Klang der Wildnis kommt Oktober 2026 auf Deutsch

10. Juni 2026 um 20:19
Harmonies: Klang der Wildnis kommt Oktober 2026 auf Deutsch

Das Naturlegespiel Harmonies bekommt Nachschub: Mit Harmonies: Klang der Wildnis erscheint im Oktober 2026 eine modulare Erweiterung in deutscher Ausgabe. Für Spielende im DACH-Raum zählt vor allem das eine: Die drei neuen Module kommen direkt auf Deutsch, ohne Umweg über die englische oder französische Fassung.

Worum es im Grundspiel geht

Harmonies von Johan Benvenuto, illustriert von Maëva da Silva, erschien 2024 bei Libellud und landete schnell ganz oben: Auf BoardGameGeek hält das Spiel einen Schnitt von 8,03 und steht auf Platz 8 der Familienspiele. Die Jury zum Spiel des Jahres setzte Harmonies 2024 auf die Empfehlungsliste in der Hauptkategorie.

Im Kern legen Sie farbige Plättchen auf Ihren persönlichen Plan und bauen daraus Landschaften: Berge, Wälder, Felder, Wasser. Wer die richtigen Muster baut, siedelt Tiere an, die über Tierkarten Punkte bringen. Das Spiel kombiniert Plättchenlegen, Mustererkennung und Set Collection, also das gezielte Sammeln passender Karten, auf einem Hexfeld-Raster. Dazu kommt offenes Drafting: Alle wählen reihum aus offen ausliegenden Plättchen, niemand zieht verdeckt. Harmonies spielt sich zu 1 bis 4 Personen in 30 bis 45 Minuten, ab 10 Jahren, und bringt einen vollwertigen Solo-Modus mit. Die Komplexität liegt mit 2,01 von 5 im familientauglichen Bereich.

Die drei Module von Klang der Wildnis

Klang der Wildnis ist keine reine Kartenbeigabe, sondern ein Baukasten aus drei Modulen. Sie lassen sich einzeln, in Kombination und auch mit weiteren Harmonies-Modulen mischen. Was sie mechanisch verändern:

Schutzgebiete. Neue Landschaften, die mehrere Tiere gleichzeitig aufnehmen. Damit dürfte sich das Punkterechnen verdichten: Wo bisher ein abgeschlossenes Muster ein Tier trug, wird ein Schutzgebiet zum Sammelpunkt für mehrere Arten. Das verschiebt die räumliche Planung tendenziell weg von vielen kleinen Mustern hin zu dichteren Zonen.

Neue persönliche Spielpläne. Eine andere Feldanordnung auf dem eigenen Tableau, mit zusätzlichen Punkte-Möglichkeiten. Wer das Grundspiel kennt, plant hier anders: Die vertrauten Wege zu hohen Punktzahlen liegen woanders, und das verändert, welche Plättchen sich wann lohnen.

Wisperwesen. Eine neue Kartenart, die neben die bekannten Tierkarten tritt. Statt nur Tiere anzusiedeln, spielen Sie auf Synergien zwischen Tieren und Wisperwesen: Bestimmte Kombinationen sollen ineinandergreifen und zusätzliche Wertungen freischalten. Das Modul belohnt also nicht einzelne Karten, sondern das Zusammenspiel.

Was der Verlag verspricht, lässt sich auf einen Nenner bringen: mehr Wege zu Punkten und mehr Stellschrauben, ohne den ruhigen Grundrhythmus von Harmonies aufzugeben. Wie tragfähig die Module im Zusammenspiel sind, zeigt sich am Tisch.

Harmonies: Klang der Wildnis kommt Oktober 2026 auf Deutsch
Die Schachtelrückseite der Erweiterung Klang der Wildnis. Bild: Asmodee.

Eckdaten und Einordnung

Klang der Wildnis setzt das Grundspiel voraus, es ist also eine Erweiterung, kein eigenständiges Spiel. Da die Module auf dem Harmonies-Gerüst aufsetzen, gelten dessen Eckdaten: 1 bis 4 Personen, 30 bis 45 Minuten, ab 10 Jahren, Solo-Modus inklusive. Wer alle drei Module kombiniert, hat mehr Stellschrauben am Tisch, der ruhige Grundrhythmus von Harmonies bleibt aber erhalten.

Harmonies: Klang der Wildnis auf einen Blick

  • Typ: modulare Erweiterung (Grundspiel nötig)
  • Spieleranzahl: 1 bis 4 Personen
  • Dauer: 30 bis 45 Minuten
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Module: Schutzgebiete, neue Spielpläne, Wisperwesen
  • Deutscher Release: Oktober 2026

Wichtig zur Abgrenzung: Klang der Wildnis ist nicht die kleine Tierkarten-Erweiterung, die bereits im Handel ist. Bei Asmodee Deutschland erschien 2026 unter dem Titel Im Takt der Natur eine Beigabe aus zehn neuen Tierkarten mit Lebensraum-Mustern. Klang der Wildnis ist davon getrennt: ein größerer, modularer Kasten. Auch mit der international angekündigten Erweiterung Harmonies: Pulse ist Klang der Wildnis nicht identisch.

Die deutsche Ausgabe

Der Aufhänger für den DACH-Raum ist der deutschsprachige Release im Oktober 2026. Klang der Wildnis erscheint bei Asmodee Deutschland, das die deutschsprachige Harmonies-Reihe betreut: Sowohl das Grundspiel als auch die Tierkarten-Erweiterung Im Takt der Natur kamen dort in deutscher Ausgabe in den Handel.

Wer Harmonies bereits im Regal hat, bekommt mit Klang der Wildnis im Herbst gleich drei Stellschrauben auf einmal, kombinierbar nach Geschmack.

Whacktown: Funtails schickt vier Gangs in die Neon-Stadt

10. Juni 2026 um 11:51
Whacktown: Funtails schickt vier Gangs in die Neon-Stadt

Funtails ist in der DACH-Szene vor allem für das zugängliche Familienspiel Karuba bekannt. Mit Whacktown schlägt der Verlag einen deutlich raueren Ton an: ein schnelles, bissiges Kartenspiel um rivalisierende Gangs in einer Neon-Stadt. Der Titel von Designer Daniel Piechnick steht jetzt zur Vorbestellung, ausgeliefert wird laut Funtails voraussichtlich im vierten Quartal 2026.

Das Wichtigste in Kürze

VerlagFuntails
DesignerDaniel Piechnick
IllustrationHendrik Noack
Spieler:innen2 bis 4
Alterab 14 Jahren
Dauer30 bis 45 Minuten
Komplexität (BGG)2,0 von 5
GenreTake-That-Brawler mit Gangster-Humor
ModusJeder gegen jeden (kein Solo-Modus)
ErscheintQ4 2026, Vorbestellung läuft

Worum es bei Whacktown geht

In Whacktown bauen Sie eine kriminelle Gang auf und kämpfen mit zwei bis vier Bossen um die Vorherrschaft in der Stadt. Das Spiel inszeniert einen schwarzhumorigen Gangster-Ton: kurze, chaotische Runden, Baseballschläger, plötzliche Wendungen. Funtails selbst ordnet den Titel als zugängliches, aber durchaus skillbasiertes Kenner:innenspiel ein. Die Eckdaten erden diese Etikettierung: Bei einem BGG-Gewicht von 2,0 von 5, 30 bis 45 Minuten Spielzeit und Schaden, der reihum alle trifft, liegt Whacktown mechanisch näher an einem schnellen, konfrontativen Absacker als an einem klassischen Kenner:innenspiel. Das ist keine Schwäche, sondern eine Erwartung: Wer planbare Strategie sucht, ist hier falsch, wer das gemeine Tischchaos mag, richtig.

Der Spielablauf: Move, Hustle, Chill

Jeder Zug gliedert sich laut BGG in drei Phasen. Zuerst Move: Sie ziehen Ihre Gang über den Stadtplan und lösen den Effekt des Zielorts aus. Dann Hustle: Sie spielen so viele Hustle-Karten aus, wie Sie wollen, doch jede einzelne kostet Sie weitere Karten aus Ihrer Hand. Zum Schluss Chill: Sie ziehen nach und geben den Zug weiter.

Damit liegt das taktische Gewicht im Kartenmanagement. Whacktown nutzt seine Karten als Mehrzweck-Ressource (Multi-Use Cards): dieselbe Karte kann Aktion oder Bezahlung sein, und genau diese Abwägung treibt jede Runde an. Hinzu kommen Würfelwürfe für die Auseinandersetzungen und eine kräftige Portion Take That, denn Schaden trifft in der Regel alle Rival:innen gleichzeitig. Rüstung dient als zusätzliche Trefferpunkte, die beschädigt und später repariert werden können. Bomben sorgen für die schnellen, fiesen Umschwünge.

Stadtplan und Kartenarsenal

Der Schauplatz wird jede Partie neu aufgebaut. Aus insgesamt 76 möglichen Orten kommen 20 auf ein zufälliges 4×5-Raster (Modular Board). Einige Orte sind zugangsbeschränkt und verlangen Geld, Information, Reputation oder Gesundheit, bevor Sie sie betreten dürfen. Positionierung und Timing entscheiden also mit.

Insgesamt stecken 173 Karten in der Schachtel, aufgeteilt in Orte, Profile, Hustles, Vorteile und Bomben. Die Charaktere spielen sich asymmetrisch über ihre Profilkarten.

So gewinnen Sie

Whacktown ist ein reines Jeder-gegen-jeden. Sie gewinnen auf zwei Wegen: indem Sie alle Rival:innen ausschalten, oder indem Sie als Erste:r 10 Reputation erreichen. Beide Ziele halten den Druck hoch, weil sich Angriff und Punktejagd ständig in die Quere kommen.

Vorbestellung und Deluxe-Bundle

Das Grundspiel kostet im Funtails-Shop aktuell 29,99 Euro (UVP 34,99 Euro). Der Rabatt von 15 Prozent gilt laut Funtails noch bis Ende Juli 2026, danach sinkt er auf 10 Prozent. Ausgeliefert wird voraussichtlich im vierten Quartal 2026.

Wer mehr will, greift zum Neon Chaos Deluxe Bundle für 42,98 Euro (UVP 59,97 Euro). Es enthält das Grundspiel, Premium-Kartenhüllen und das exklusive Power Perks Promo Set: zehn Zusatzkarten, darunter Blue Beans Pizza, Sportbike, Hubschrauber, Jetpack und Taxi. Dieses Promo-Set gibt es laut Funtails nur im Bundle oder auf ausgewählten Messen. Wer den spielerischen Mehrwert sucht, achtet auf das Promo-Set: Die zehn Karten erweitern Orte und Vorteile, während die Premium-Kartenhüllen ein reines Material-Upgrade sind.

Einordnung

Für Funtails ist Whacktown ein spürbarer Schwenk weg vom familienfreundlichen Karuba-Profil hin zum konfrontativen Absacker. Dass ein DACH-Verlag den Titel verantwortet, wie schon beim Expertenspiel Luthier, macht die Vorbestellung für deutschsprachige Tische unmittelbar greifbar. Ob das schnelle Geprügel über viele Partien trägt, wird sich erst nach Auslieferung zeigen. Die Eckdaten zeichnen ein klares Bild: ein leichtgewichtiger, gemeiner Brawler für Gruppen, die das gegenseitige Ausbremsen lieben.

Cubaneo: Deep Print Games legt Klassiker Cuba neu auf

10. Juni 2026 um 11:16
Cubaneo: Deep Print Games legt Klassiker Cuba neu auf

Deep Print Games kündigt mit Cubaneo eine überarbeitete Neuauflage des Wirtschaftsspiels Cuba an. Fast 20 Jahre nach dem Original soll der Eurogame-Klassiker im Oktober 2026 zur SPIEL in Essen zurückkehren, mit fest integrierter Erweiterung und neu gestaltetem Cover.

Was Cubaneo gegenüber Cuba verändert

Cuba erschien 2007 und gilt seither als etablierter Vertreter des Wirtschafts-Eurogames. Für Cubaneo hat der Verlag mehrere Dinge angepasst:

  • Die früher separate Erweiterung El Presidente ist fest ins Grundspiel integriert.
  • Regelheft und Gebäudeplättchen wurden überarbeitet.
  • Einzelne Regeln wurden angepasst.
  • Das Spiel erhält ein neu gestaltetes Cover.

Eine detaillierte Liste der geänderten Regeln führt Deep Print Games bislang nicht auf. Ob und wie sich die Integration von El Presidente auf das Spielgefühl auswirkt, wird der Verlag mit den vollständigen Regeldetails kommunizieren.

Die Eckdaten

AutorenMichael Rieneck und Stefan Stadler
IllustrationMichael Menzel und Stefan Sonnberger
VerlagDeep Print Games (Vertrieb: Pegasus Spiele)
Spielerzahl2 bis 5
Spieldauer75 bis 120 Minuten
Alterab 12 Jahren
SprachenDeutsch und Englisch
ErscheintOktober 2026, Premiere zur SPIEL 2026 in Essen
MaterialSpielplan, 88 Karten (40 kleine, 48 normale), 5 Spielertableaus, 155 Holzteile, 30 Gebäudeplättchen, 90 Pappmünzen

Was Sie im Spiel tun

Cuba spielt auf der Insel vor der Revolution. Die Städte ringen um Reichtum und Einfluss, und Sie führen eine davon. Siegpunkte sammeln Sie auf mehreren Wegen: Sie verschiffen Waren über den Hafen, errichten Gebäude wie Destillerien, Hotels oder Banken und nutzen deren Fähigkeiten. Über Delegierte im Parlament beeinflussen Sie per Abstimmung die Gesetze, die in jeder Runde die Rahmenbedingungen verschieben. Der eigentliche Spielreiz liegt im Druck, den Markt und das Abstimmungssystem aufbauen: Wer setzt die Gesetze, wer ist schnell genug am Markt und wer kassiert im Hafen ab?

Mechanisch verbindet Cuba Auktion und Bieten, Handmanagement, einen Markt, eine variable Zugreihenfolge und das genannte Abstimmungssystem. Mit einem BGG-Gewicht von 3,26 von 5 liegt das Spiel klar im Kennerspiel-Bereich: ein interaktiver Old-School-Euro, kein moderner Effizienz-Solitär. Einen reinen Solo-Modus bietet Cuba nicht. Die BGG-Community bewertet vier Spielende als optimale Besetzung; zu zweit und zu fünft ist es ebenfalls spielbar.

Eine Spende für Kuba

Laut Verlagsankündigung auf der Produktseite arbeitet Deep Print Games an einer Kooperation mit einer humanitären Hilfsorganisation vor Ort und will einen Teil des Erlöses spenden. Welche Organisation beteiligt ist und wie hoch der gespendete Anteil ausfällt, will der Verlag mitteilen, sobald die Details feststehen.

Einordnung

Einen Preis nennt Deep Print Games noch nicht, ebenso stehen Termin und Modalitäten der Vorbestellung aus. Für die DACH-Region ist die Ankündigung dennoch relevant: Autoren und Verlag sind deutsch, der Vertrieb läuft über Pegasus Spiele, und die Premiere findet auf der SPIEL in Essen statt. Mit rund 8.500 Bewertungen und einem Schnitt von 7,12 auf BoardGameGeek ist das Original kein Geheimtipp, sondern ein gesetzter Klassiker.

Cubaneo reiht sich damit in eine ganze Welle frisch aufgelegter Euro-Klassiker ein: Zuletzt kehrte mit der Agricola Special Edition Uwe Rosenbergs Hofbau-Klassiker zurück, und auch Mac Gerdts' Concordia erscheint in einer aufgewerteten Special Edition. Cubaneo richtet sich an alle, die einen bewährten, interaktiven Wirtschafts-Eurogame in aktueller und gebündelter Form suchen.

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