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Rolling Deep: Solo-Würfel-Roguelike auf Kickstarter

28. Juni 2026 um 13:21
Rolling Deep: Solo-Würfel-Roguelike auf Kickstarter

Rolling Deep ist ein reines Solospiel und ein Balatro-inspiriertes Würfel-Roguelike: Sie führen ein Trio von Würfelkopf-Abenteurern durch einen unruhigen Vulkan hinab zum Erdmittelpunkt. Auf Kickstarter hat der US-Verlag Bitewing Games sein Finanzierungsziel schon um rund das 25-Fache übertroffen. Hinter der Hype-Zahl steckt allerdings vor allem ein Dice-Building, bei dem Sie Ihre Würfel über viele Läufe Stück für Stück umbauen.

Eckdaten

  • Spielerzahl: 1 (reines Solospiel)
  • Spielzeit: 45 Minuten (Verlagsangabe)
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Komplexität (BGG-Gewicht): 2,5 von 5
  • Designer: Peter C. Hayward
  • Illustration: Alexandra Preda, Caitlin Russell
  • Verlag: Bitewing Games
  • Erscheinung: 2027

Was Sie im Spiel tun

Jede Runde würfeln Sie mit den Würfeln Ihres Teams, die für dessen Aktionen beim Abstieg stehen. Sie entscheiden, wann Sie handeln, also einen Wurf werten, und wann Sie es auf einen neuen Versuch ankommen lassen. Mit Reroll Potions werfen Sie einzelne Würfel neu, bevor Sie sich festlegen. Werten Sie einen Wurf, bringt sein Wert Sie näher an die Zielpunktzahl der aktuellen Etappe. Zwei Ressourcen steuern Ihr Vorgehen: Zeit legt fest, wie viele Wertungen Ihnen pro Runde bleiben, Reroll Potions bestimmen, wie oft Sie Ihr Glück herausfordern dürfen. Das ist klassisches Push Your Luck, denn das Scheitern kennt nur eine Richtung: Verfehlen Sie in einer Runde die Zielpunktzahl, verlieren Sie sofort (Sudden Death). Dieses ständige Abwägen kennen Solo-Fans etwa aus Mini Rogue: The Council, einem weiteren Solo-Roguelike mit Push Your Luck.

Kapitel, Bosse, Shop

Der Abstieg gliedert sich in fünf Kapitel mit je drei Runden. Mit jedem Kapitel steigt die Schwierigkeit, und die letzte Runde eines Kapitels ist ein Boss, der die Regeln genau dieser Runde verändert. Solche Bossbegegnungen, die mitten im Lauf die Regeln umschreiben, kennt man auch von Solo-Titeln wie Jason and the Argonauts. Zwischen den Runden besuchen Sie den Shop. Dort geben Sie Münzen für zweierlei aus: für permanente Würfel-Upgrades, die einzelne Würfelseiten verändern, etwa indem sie neue Werte zeigen oder beim Werten Münzen und Reroll Potions erzeugen, sowie für Verbrauchs-Ausrüstung. Wer alle fünf Kapitel übersteht und den finalen Boss bezwingt, erreicht den Kern des Vulkans und gewinnt.

Dice-Building als Herzstück

Strategisch lebt Rolling Deep von eben diesem Umbau der eigenen Würfel. Über viele Läufe hinweg formen Sie aus Standardwürfeln eine Maschine, die Münzen, Neuwürfe und Punkte aufeinander abstimmt. Konkret tauschen Sie etwa eine schwache Würfelseite gegen eine, die beim Werten Münzen abwirft, und finanzieren damit im nächsten Shop das nächste Upgrade; oder Sie setzen auf Seiten, die Reroll Potions erzeugen, und spielen dadurch aggressiver auf hohe Würfe. Über Achievements schalten Sie nach Verlagsangabe Hunderte weiterer Karten frei. Die Tiefe eines einzelnen Laufs bleibt dabei überschaubar; der Wiederspielreiz entsteht laut Verlag vor allem aus diesem wachsenden Fundus an Karten und Herausforderungen. Genau diese Verzahnung aus Würfelwürfen, Risikoabwägung und langfristigem Aufbau ist die Anleihe bei der Videospiel-Vorlage Balatro.

Der Verlag

Bitewing Games wurde von den beiden Zahnärzten Nick Murray und Kyle Spackman gegründet; der Name spielt auf eine zahnmedizinische Röntgenaufnahme an. Der Verlag fiel zuvor mit Titeln wie Trailblazers und dem von Reiner Knizia gestalteten Zoo Vadis auf. Designer Peter C. Hayward hat sich zuvor vor allem mit kompakten, ideenreichen Spielen einen Namen gemacht. Rolling Deep ist der erste Titel der neuen Solo-Reihe Table for One.

Zwei Spiele in einer Kampagne

Die Kampagne bündelt zwei eigenständige Solospiele. Neben Rolling Deep steckt mit Eureka! ein zweites, laut Verlag Yahtzee-inspiriertes Würfelspiel in den Pledges, in dem Sie Edelsteine schürfen und Ihren Würfelvorrat verwalten. Für Rolling Deep selbst gibt es zudem die Erweiterung Rolling Deeper, die in den Premium-Pledges enthalten ist und laut Verlag vor allem zusätzliche Karten und Achievements ergänzt.

Pledges: Was bringt welche Stufe?

Wichtig vorab: Der mit 15 US-Dollar günstigste Eintrag ist ein reiner Händler-Pledge (Retailer) und kein Einstieg für normale Unterstützer. Für Backer beginnt es so:

  • Eureka! allein: ab 25 US-Dollar.
  • Rolling Deep als Basisspiel: ab 59 US-Dollar, inklusive des gratis Swip Swap Promo Packs und der Kickstarter-exklusiven Ultimate Achievement Box.
  • Standard-Bundle beider Spiele: 84 US-Dollar, also vor allem der Zugewinn eines kompletten zweiten Spiels.
  • Red Hot Edition: 129 US-Dollar. Spielerisch zählt hier die enthaltene Erweiterung Rolling Deeper; der Rest (Deluxe-Upgrade-Pack, Deluxe-Würfelturm, Metallfolien-Box) ist Komponenten-Aufwertung.
  • All-In 2-Game Deluxe Bundle: 149 US-Dollar, die Red Hot Edition plus Eureka! Diese Stufe wählten mit Abstand die meisten Unterstützer.

Die Zusatzinhalte trennen sich damit sauber: spielverändernd sind die Erweiterung Rolling Deeper, das Swip Swap Promo Pack und die über Achievements freigeschalteten Karten; rein kosmetisch sind die Deluxe-Komponenten und die Metallfolien-Box.

Finanzierung mit Augenmaß

Seit dem 23. Juni 2026 ist die Kampagne live. Stand 28. Juni 2026 stehen 375.586 US-Dollar von 3.104 Unterstützern zu Buche, rund 2.500 Prozent des mit 15.000 US-Dollar bewusst niedrig angesetzten Ziels. Mitgründer Nick Murray feierte den Auftakt als den nach eigener Aussage größten Launch-Tag in der Geschichte des Verlags. Laut Kampagne schaltete eine Vormerk-Marke von 8.000 Followern die Ultimate Achievement Box frei, die nun gratis und Kickstarter-exklusiv in allen Rolling-Deep-Pledges liegt. Die Kampagne läuft noch bis Mitte Juli 2026. Weitere laufende Kampagnen sammeln wir in unserer Crowdfunding-Wochenschau.

So beeindruckend die Zahlen sind: Eine hohe Finanzierungsquote belegt Nachfrage, nicht Qualität. Rolling Deep ist noch nicht erschienen, eine unabhängige Wertung steht aus.

Für Solo-Fans im DACH-Raum

Eine deutsche Ausgabe ist bislang nicht angekündigt; BGG führt allein eine englische Edition. Die Kampagne läuft auf Englisch, Bitewing versendet weltweit. Für Solo-Fans aus Deutschland, Österreich und der Schweiz heißt das: ausreichende Englischkenntnisse und internationalen Versand einplanen.

Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück

16. Juni 2026 um 12:34
Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück

Der minimalistische Verlies-Crawler Mini Rogue geht in die zweite Runde: Auf der Spieleschmiede sammelt Corax Games unter dem Titel Mini Rogue: The Council Geld für die große Erweiterung The Council und bündelt die deutsche Ausgabe der Reihe. Im Mittelpunkt stehen eine neue Overlord-Variante mit Verstärkungskarten, frische Symbole und Monster sowie ein gestaffeltes Pledge-System, das vom 20-Euro-Einstieg bis zum Komplettpaket für 120 Euro reicht.

Eckdaten

Die folgenden Werte beziehen sich auf das Grundspiel und die Reihe (Quelle: BoardGameGeek). The Council baut darauf auf.

Spielende1 bis 2 (eigenständig), mit Grundspiel und Zusatzmaterial bis 4
Spieldauer30 bis 45 Minuten
Alterab 12 Jahren
Komplexität2,0 von 5 (BGG-Gewicht)
MechanikenPush-your-luck, Würfeln, Solo, Kooperativ
DesignerPaolo Di Stefano, Gabriel Gendron
IllustrationGabriel Gendron, Prashanka Mawalagedara
Deutsche AusgabeCorax Games

Worum es bei Mini Rogue geht

Mini Rogue übersetzt das Roguelike-Genre der Computerspiele auf den Tisch: Eine kleine Heldengruppe steigt in ein tiefes Verlies hinab, um den sagenumwobenen Rubin Og’s Blood zu bergen. Das Spiel arbeitet mit Würfeln und Karten, die Ebenen und Begegnungen werden laut Verlag zufällig erzeugt, sodass jede Partie anders verläuft. Eine Partie dauert rund 30 bis 45 Minuten, wobei dieser Wert für eingespielte Runden gilt; die erste Partie mit Regelerklärung dauert länger.

Mechanisch ist Mini Rogue im Kern ein Push-your-luck-Spiel. Raum für Raum steigen Sie tiefer, würfeln Kämpfe gegen immer härtere Monster aus und entscheiden bei jedem Wurf neu, ob Sie weitermachen oder das Risiko zu groß wird. Misslingt eine Serie von Würfen, kann ein Abstieg auch abrupt scheitern; dieses kalkulierte Risiko ist Teil des Roguelike-Reizes. Dazwischen verwalten Sie knappe Ressourcen: Lebenspunkte, Erfahrung zum Aufstieg Ihrer Figur, Gold, Nahrung sowie Tränke und Schriftrollen. Die Komplexität liegt auf BoardGameGeek bei moderaten 2,0 von 5 Punkten, die Reihe ist also eher Einstiegs- als Expertenkost. Gespielt wird allerdings allein oder zu zweit ab 12 Jahren, also kein Titel für die große Familienrunde, sondern für den Solo- oder Zweiertisch.

Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück
Grafik: Corax Games (Spieleschmiede-Kampagne)

Mini Rogue solo und kooperativ spielen

Das Grundspiel ist auf 1 bis 2 Spielende ausgelegt und glänzt vor allem solo: Auf BoardGameGeek wird die Ein-Personen-Variante klar am häufigsten als beste Besetzung genannt. Zu zweit wird kooperativ gespielt, eine echte Mehrspielerschlacht ist Mini Rogue traditionell nicht. Wer größere kooperative Erlebnisse sucht, wird bei einem kooperativen Solo-Highlight wie Spirit Island fündig; Mini Rogue bleibt bewusst kompakt und trägt auf BoardGameGeek ausdrücklich die Mechanik-Schlagworte Solo / Solitaire und Cooperative Game.

Für Solo-Spielende liegt der eigentliche Zugewinn von The Council daher weniger in der Overlord-Variante, die eine zweite Person am Tisch voraussetzt, als im zusätzlichen Spielinhalt: mehr Monster, Symbole und Karten erhöhen die Varianz jedes Abstiegs.

Was The Council bringt

The Council ist die große neue Erweiterung der zweiten Staffel und ist eigenständig spielbar, das Grundspiel ist also keine Voraussetzung: Allein oder zu zweit steigen Sie direkt ins Verlies. Größere Runden, kooperativ zu dritt oder kompetitiv zu viert, öffnen sich erst in Kombination mit dem Grundspiel und dem passenden Zusatzmaterial. Der auffälligste Neuzugang ist eine Overlord-Variante, die das sonst kooperative oder solitäre Spiel in ein asymmetrisches Duell verwandelt: Eine Person übernimmt die Rolle des Overlords und steuert die Gegner aktiv gegen die Heldengruppe, statt dass diese wie sonst aus dem Stapel gezogen werden. Über eigene Verstärkungskarten kann der Overlord einzelne Kämpfe gezielt verschärfen und so Druck aufbauen. Dazu kommen laut Kampagne neue Symbole und Monster sowie eine erzählerische Klammer rund um den Rat der Hohepriesterin, vor den die Helden treten. Die Reihe bekommt außerdem Überlieferungskarten in zwei Geschmacksrichtungen: literarische Überlieferungskarten und Volksüberlieferungskarten erweitern den narrativen Rahmen.

Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück
Artwork: Corax Games (Spieleschmiede-Kampagne)
Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück
Artwork: Corax Games (Spieleschmiede-Kampagne)

Material und Komponenten-Upgrades

Neben dem Spielinhalt setzt die Kampagne stark auf hochwertige Ausstattung. The Council kommt wahlweise mit mehrlagigen Charakter- und Overlord-Tableaus, die Würfel und Marker an ihrem Platz halten. Als Add-on gibt es ein dreilagiges Dungeon-Tableau und ein zusätzliches Verlies-Tableau, dazu ein doppelseitiges Neopren-Playmat für 28 Euro. Die Erweiterung Glittering Throne wird mit einem Hologramm-Effekt beworben. Diese Aufwertungen sind reine Komponenten-Boni und verändern das Spielgefühl nicht, sondern den Auftritt auf dem Tisch.

Die Pledge-Stufen im Überblick

Corax Games staffelt die Unterstützung in fünf Stufen. Wichtig vorab: Die unterste Stufe enthält kein physisches Spiel.

  • Geißler (5 Euro): rein digitale Errungenschaft im Spielernetzwerk, kein Spielmaterial. Eher ein symbolischer Unterstützer-Beitrag als ein Spielkauf.
  • Rattenfänger (20 Euro): die Erweiterung Mini Rogue: The Council in der deutschen Version. Da The Council eigenständig spielbar ist, taugt die Stufe nicht nur als Nachschub für Besitzende des Grundspiels, sondern auch als vollwertiger Solo- oder Eins-gegen-eins-Einstieg.
  • Okkultistin (55 Euro): The Council plus vier weitere Erweiterungen (Mountain of Torments, Forgotten Guardians, Glittering Throne und Beyond the Portal), alle auf Deutsch. Hier liegt der Zuwachs klar im zusätzlichen Spielinhalt.
  • Seuchendoktor (90 Euro): das Okkultistin-Paket plus die Mini-Erweiterungen (Schatzkarte, literarische und Volksüberlieferungskarten, Huntress and Ferret) sowie die mehrlagigen Tableaus von The Council. Hier mischt sich zusätzlicher Inhalt mit dem ersten reinen Komponenten-Upgrade.
  • Overlord (120 Euro): das Komplettpaket. Es enthält zusätzlich das Grundspiel Mini Rogue auf Deutsch sowie die älteren Titel Glänzende Schätze, Tiefen der Verdammnis und Alte Götter aus der ersten Staffel. Die richtige Wahl für Neueinsteiger und Komplettierer in einem Aufwasch.

Kurz gesagt: Wer die Reihe schon kennt, steigt bei Rattenfänger oder Okkultistin ein; wer bei null anfängt, fährt mit Overlord am rundesten.

Add-ons

Wer einzeln zusammenstellen will, findet eine breite Add-on-Liste. Das Grundspiel Mini Rogue gibt es als deutsche Version für 17 Euro, die Haupterweiterung The Council einzeln für 20 Euro. Dazu kommen Einzel-Erweiterungen wie Mountain of Torments (12 Euro), Beyond the Portal und Glittering Throne (je 10 Euro), Forgotten Guardians (6 Euro) sowie das Staffel-1-Erweiterungspack mit drei Mini-Erweiterungen für 12 Euro. Auf der Komponentenseite stehen das Neopren-Playmat (28 Euro), die mehrlagigen Boards, Kartenhüllen (4 Euro) und ein Sticker-Set für die Spielfiguren (2 Euro).

Finanzierung und Laufzeit

Den aktuellen Finanzierungsstand entnehmen Sie bitte direkt der Kampagnenseite: Das Funding-Widget der Spieleschmiede wird in einem eingebetteten Frame ausgespielt und ist über die Projekt-Schnittstelle nicht zuverlässig auslesbar. Laut Kampagnen-Snapshot vom 16. Juni 2026 lief die Kampagne zu diesem Zeitpunkt noch rund 28 Tage. Die konkreten Verbesserungsziele der zweiten Staffel kommuniziert Corax Games auf der Kampagnenseite als Grafik; welche davon das Spiel mechanisch erweitern und welche reine Ausstattung aufwerten, lesen Sie am besten dort im Original nach.

Einordnung

Mini Rogue hat sich als kompaktes Solo- und Koop-Roguelike einen festen Platz erspielt (BoardGameGeek-Schnitt 7,3 bei über 3.500 Bewertungen). Die zweite Staffel ist weniger ein Neustart als ein Sammelpunkt: The Council bringt mit der Overlord-Variante und neuen Monstern frischen Inhalt, der größere Teil der Kampagne dreht sich aber um die gebündelte deutsche Veröffentlichung der ganzen Reihe samt hochwertiger Materialaufwertungen. Für DACH-Backer, die bislang auf eine deutsche Komplettausgabe gewartet haben, ist genau das der eigentliche Reiz.

Wer im Genre stöbert, findet bei uns weitere Dungeon-Crawler-Neuheiten und eine Solospiele-Übersicht.

Designt wurde Mini Rogue von Paolo Di Stefano und Gabriel Gendron, die Illustrationen stammen von Gabriel Gendron und Prashanka Mawalagedara. Die deutsche Ausgabe verantwortet Corax Games.

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