Das fehlte mir auch noch von meiner Must-Play-Liste. Viele Preise hat dieses leicht zu lernende Taktikspiel von Marc André erhalten. 2014 war es auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres, dort gewann Camel Up.
Mit fünf verschiedenen Edelsteinen + Jokerdiamant kaufen wir Edelsteinkarten in drei verschiedenen Preis- und Siegpunkteklassen
Ziel ist es, mit dem Aufnehmen von Edelsteinchips Edelsteinkarten zu kaufen. Setzen wir dann Edelsteinkarten für den Kauf mit ein, bleiben diese uns als permanente Ressource erhalten. Die Edelstein-Chips gehen aber zurück in den Vorrat. Und so hangelt sich jeder die optimale Ressourcenmanagementleiter nach oben, reserviert sich hier-und-da eine günstig zu bekommende Karte und achtet auf die Karten mit zusätzlichen Prestigepunkten. Denn wer 15 hat, gewinnt das Spiel. Eine sehr ähnliche Mechanik hatte ich gerade in den Schatten von Macau, welches mir aufgrund der Interaktionsmöglichkeiten etwas besser gefallen hat. Als Aktion kann man in einem Zug drei verschiedene oder zwei gleiche Edelsteine nehmen oder eine Karte kaufen.
Wenn man ein paar Karten hat, bekommt man weitere „gratis“ dazu. Oder man setzt Edelsteine ein.Eine Adligenkarte (rechts) erhält man automatisch, wenn man die Bedingung erfüllt hat. Hier: Je drei blaue, rote und grüne Karten. Mit dieser habe ich schon 10 der 15 erforderlichen Predigepunkt zum Spielende.
Fazit:
Wer 15 Prestigepunkte gesammelt hat, gewinnt Splendor. Da man auf den Weg zu den guten Karten schon einige sammelt ist das Spiel dann relativ zügig, oft unter 30 Minuten, vorbei. Inzwischen gibt es viele Variationen, und natürlich auch eine Duel-Version und auch Adaptionen für den Computer. Ein Spiel, dass man immer wieder spielen kann, aber das nicht unbedingt in der Sammlung erforderlich ist.
Anstelle Edelsteinen hätte man auch andere Sammelobjekte oder Szenarien wählen können. Die so beliebten Aliens gibt es nicht, aber Lizenzversionen von Pokemons und Marvel lassen uns hoffen, dass die noch kommen.
Etwas genervt von Michael Kiesling’s The Border und einem Tipp, auch mal andere Azul-Varianten von ihm zu spielen, führte uns mal wieder zu diesem Klassiker. Und es hat sich gelohnt.
Das Konzept sollte bekannt sein:
Es liegen auf runden Manufakturenscheiben je 4 Fliesen und wir können eine Sorte von einer Scheibe nehmen und auf unserem Brett bei den 1 bis 5 – Felder großen Ablagebreichen anlegen. Die restlichen Fliesen der Scheibe kommen in die Mitte. Alternativ kann man auch alle Fliesen einer Sorte aus der Mitte nehmen und bei sich anlegen.
Der Aufbau für zwei Spieler
Beim Anlegen auf dem eigenen Brett dürfen in einer Zeile nur die gleichen gelegt/angelegt werden. Passen nicht alle in die Zeile, dann kommen sie in den Bereich unten auf dem Tableau mit den Minuspunkten.
Wenn alle Fliesen von den Manufakturenscheiben und der Mitte verteilt sind, dann kommt die Wertung für die Runde. Nur von vollständigen Zeilen können wir eine Fliese passend auf das Mosaik rechts daneben legen und es wird gewertet. Beendet ist das Spiel, wenn jemand in der Wertungsphase mindestens eine Reihe im Mosaik vervollständigt hat.
Mit der Wertung wandert bei vollen Reihen eine Fliese auf ein passendes Mosaik-Feld, die anderen werden abgeräumt. Unvollständig gefüllt Reihen würden für die nächste Runde liegen bleiben. Verstopfen dann Felder.Wenn bei der Wertung mindestens eine Reihe im Mosaik vollständig ist (hier die oberen zwei) ist das Spiel beendet und es kommt die Endwertung.
Fazit:
In 5 Minuten erklärte Regeln, schöne Spielsteine. Auch wenn ich die Muster von solchen Fliesen nie ansprechend fand. Aber irgendwie haben sich ja die Muster durchgesetzt.
Das Spiel des Jahres 2018 hat inzwischen viele Ableger. Auch mit anderen Mechanismen und mehr Spieltiefe. Ich wäre nicht uninteressiert, da mal einige zu testen, denn das Fliesenlegen macht schon Spaß und ist fordernd strategisch.
Drei Jahre nach dem ersten Fall kämpft die Privatdetektivin ums finanzielle Überleben, bis ein Serienmörder die Stadt Kassidy in Atem hält und ihr die Chance auf den großen Durchbruch bietet.
Der Einfluss von Twin Peaks ist von der ersten Minute spürbar, es herrscht eine düstere Atmosphäre, in liebvoll erstellten Szenen, jedoch beginnt es als ein bodenständiger Detektivfall der sich erst langsam ins Unheimliche verschiebt. Ich fühle mich da sofort wohl.
Ermittlungsarbeit im Drogenmilieu
Gegenüber dem Vorgänger hat Clifftop Games nachgebessert. Die handgefertigte Pixelart mit ihren liebevollen Hintergrunddetails kommt in höherer Auflösung mit stimmungsvoller Beleuchtung, dadurch sieht das Spiel sieht wesentlich besser aus.
Ist das nicht hübsch?
Die Ermittlungsarbeit ist ein solides Point-and-Click. Die Rätsel sind logisch, fordernd ohne frustrierend zu sein und das Notizbuch-System verknüpft jetzt die Hinweise, was einem einiges erleichtert. Wenn man mal ein paar Tage nicht gespielt hat, kann man hier schnell wieder den faden aufnehmen.
In unserem Notizbuch werden alle Fragen & Antworten zum Fall notiert.
Einziger Wermutstropfen: Das Finale. Nach einem langen, sorgfältig aufgebauten Thriller wechselt das Spiel im Endspurt abrupt den Gang und rattert die Auflösung in hohem Tempo herunter. Etwas mehr Spiel wäre hier wünschenswert gewesen.
Fazit: Ein gelungenes, atmosphärisches Adventure das seinen Vorgänger würdig weiterführt und mit einem offenen Ende Lust auf mehr macht.
Mit Tikal (1999), Torres (2000) und Azul (2018) wurden bislang drei Spiele von Michael Kiesling als Spiel des Jahres ausgezeichnet. Mit The Border hat er gemeinsam mit Reinhard Staupe ein einfaches Roll and Write entwickelt. Wir würfeln und umschließen hiermit Gebiete. Jeder Spieler hat hierzu eine gleiche Landkarte aber mit anderer Farbwahl der anzukreuzenden Grenzen. Wer zuerst ein Gebiet abgeschlossen hat, bekommt die hohe Punktzahl, andere Spieler können dies aber auch noch abschließen. Wenn jemand 6 der 9 Gebiete umkreist hat, wird ausgewertet.
Zur Würfelmechanik/-regel: Man muss immer an Felder mit Kreuzen anschließend die Grenze fortführen. Zu Spielbeginn gibt es auf dem Spielplpan bei jedem schon zwei entsprechende Startfelder.
Der aktive Spieler kann die fünf Würfel bis zu dreimal würfeln. Das Ergebnis muss er nutzen, um farbige Gebiete komplett abzuschließen, andere Würfel verfallen.
Danach können die anderen Spieler die nicht verwendeten Würfel beliebig nutzen, hierbei müssen sie keine Gebiete abschließen. Dieses ist gerade zu Beginn eher ein Vorteil.
Links die Karte, rechts der Deckelkasten mit Filz.Geschafft. Ein Mitspieler hat 6 Gebiete abgeschlossen. Schnell auszählen und ab auf den Boden mit dem Spiel.
Fazit:
Einfache Regeln, aber zu glückslastig. Das Material ist schon super: Hochwertige Faber-Castell-Stifte rechtfertigen alleine schon den 1-Euro-Flohmarkt-Schnapper. Der Deckel ist mit Filz ausgelegt, was geräuscharmes Würfeln ermöglicht. Die Anleitung ist kurz aber vielsprachig. Trotzdem bleibt es nicht in der Sammlung. Knizia zeigt, wie man es heutzutage besser macht.
Es gibt Fantasywelten, die riechen nach sonnigem Elfenwald, monumentaler Prophezeiung und feststehendem Heldenschicksal. Und dann gibt es die Mistborn-Reihe von Brandon Sanderson, dem legendären Autor, der meine Lieblingsromanreihe Das Rad der Zeit von Robert Jordan so wunderbar zu Ende geschrieben hat. Mistborn ist anders. Da fällt Asche vom Himmel, die Pflanzen haben die Farbe von vertrockneten...
Bei der Nominierung von Neuland zum Kennerspiel des Jahres 2025 waren sicher viele überrascht. Aber gegen Endeavor hatten die Wikinger keine Chance.
Ziel des Spiels ist es, mit setzen von unseren 13 Wikingern auf die Landschaftskarte Ressourcen und Gebäude für sein eigenes Landstück zu bekommen. Legen dürfen wir nur im Startbereich am Ozean oder angrenzend zu anderen Wikingern. Hiermit ergibt sich eine Interaktion mit den Mitspielern, da man z.B. für den Erhalt von Gebäuden bestimmte Bedingungen erfüllen muss und somit den Gegner ein für ihn wichtiges Feld blockieren kann. Hier gefiel mir gut, dass man mit Sonderplättchen einmalig im Spiel zwei Wikinger nacheinander setzen oder auch ein vom Gegner besetztes Feld zusätzlich besiedeln kann. Ein Mitspieler kann einen somit nicht endgültig früh im Spiel alles verbauen.
Unser Landstück zu Spielbeginn. Unten rechts sind die Siegpunkte je Ressource/Gebäude aufgeführt. Die drei Baustellen sollten wir für die Siegpunktejagd mit den aufgeführten Ressourcen umbauen.Auf dieser Insel landen unsere Wikinger. Startpunkt ist oben rechts am Ozean.
Unsere Siegpunkte sammeln wir auf verschiedenen Wegen. Die wichtigsten sind die Aufwertungsplättchen. Hiervon liegen immer 5 aus und am Ende des Zuges kann man eines nehmen. Sammelt man viele Bäume, so sollte man sich mehrere Aufwertungsplättchen, die zum Spielende Extrasiegpunkte für Bäume geben, nehmen. Auch gibt es Baustellen auf seinem Landstück. Hier muss man bestimmte Gebäude und Ressourcen drumherum bauen, um viele Punkte zu sammeln. Die Gebäude brauchen aber alle, so dass hier ein Wettrennen stattfindet. Viele der Ressourcen und Gebäude lassen sich für verschiedene Siegpunktemechanismen nutzen, so dass die Taktikkomponente hoch ist.
Später im Spiel: Viele Ressourcen und Gebäude wurden eingesammelt.Erstaunlich voll wird es auf unserem Spielplan. Am Ende des Spiels kommt das bei nicht allen Spielern beliebte Punktezählen.
Fazit:
Neuland hat bei vielen Spielern keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Aufgrund der 13 Wikinger und damit maximal 13 Runden ist die Spieldauer unter einer Stunde, die Komplexität und Regeln schnell erlernt und es bietet doch eine gewisse Spieltiefe. Natürlich kann es mit dem Spiel des Jahres Sieger Endeavor – Die Tiefsee nicht mithalten und ich hätte eher ein SETI nominiert. Aber die Kombination aus Taktikkomponente und Spieldauer und die Eignung für „Einsteiger“ in die Brettspielwelt lässt mich noch überlegen, ob es in die Sammlung kommt.
Ich habe inzwischen eine Reihe Krimispielreihen getestet. Manchmal bekommt man einen Umschlag mit vielen Dokumenten (Krimi Games, Crime Cases) oder man hat einfach nur Karten mit Bildern (Unsolved, Sherlock) oder Karten/Material mit Apps (Unlock!, Dysturbia, Die drei Kolosse). Ein Erlebnis war sicher Break In mit dem beeindruckendem Spielbrett.
Die Suspects-Reihe von Guillaume Montiage gibt uns gleich zu Beginn viele Optionen, einen Fall anhand von Karten zu lösen. Doch die Zeit tickt, denn viele der Hinweise (Nummern für weitere Karten) bringen keine (neuen) Informationen. Und wir schließen das Spiel mit einer besseren Wertung ab, wenn wir die Fragen zum Fall mit weniger Hinweisen beantworten können. Und so sollen wir nach 30, 45 und allen (53) Karten zu 5 Fragen die Lösung aufschreiben. Wir spielen kooperativ, am besten zu zweit, und lesen die Einleitung zum Fall.
Wir haben Langeweile und der Inspektor fragt uns, ob wir mal kurz zur Villa Allister fahren können. Dort wurde die junge Freundin (20) des Hausherren (60) ermordet. Und Hausherr Edward Allister ist auch noch verschwunden.
Warum nicht. Wir treffen Butler Thomas, decken den Grundriss der Villa auf und erhalten einen Stammbaum mit allen Verwandten. Alle Räume und alle Lebenden im Haus haben eine Nummer. Und nun überlegen wir, welche der Nummern (also Untersuchung eines Raumes oder Interview mit einer Person) uns am wahrscheinlichsten schnell weiterbringt. In den Räumen und im Rahmen der Gespräche gibt es dann mehr oder weniger gute Informationen. Und es werden weitere Optionen für Karten angeboten, also etwas zu untersuchen oder weitere Fragen zu etwas zu stellen.
Butler Thomas begrüßt uns und wir erhalten den Grundriss der Villa und den Stammbaum der Familie.Ein bisschen mitschrieben sollte man schon, um den Überblock zu behalten.Nach 30, 45 und allen Karten notieren wir unsere Lösungen zu den Fragen. Leider mussten wir oft nachzählen, bei wie vielen Karten wir gerade sind.
Fazit:
Wir waren gut 150 Minuten beschäftigt. Und wir haben in der Tat aufgrund neuer Hinweise unsere Meinung geändert, wer den Mord begangen haben könnte. Etwas zufällig ist es schon, welche Karte einen weiterbringen und so kann man durch Abbiegen in eine Sackgasse schon viel Zeit verlieren (hier gemeint: Die Anzahl Karten zur Lösung des Falls). Die Auflösung des Falls war dann noch einmal spannend. Den die Geschichte war sehr viel komplexer und die Hinweise zwischen den Zeilen viel wichtiger als wir dachten. Und so gefiel uns der Fall und das Konzept gut und nachdem wir die Auflösung gelesen haben noch besser. Da werden wir sicher versuchen, weitere Fälle zu lösen.
1967 war ein guter Jahrgang und Minnie Hazel Bowman veröffentlichte Skip-Bo. Zuvor gab es das Prinzip schon als Kartenspiel unter dem Titel Spite and Malice oder Katz und Maus.
Die Spielkarten besteht aus 12 Sets mit den Werten 1 bis 12 sowie 18 Skip-Bo-Jokerkarten. Jeder Spieler hat einen Spielerstapel von z.B. 30 Karten vor sich liegen und Ziel ist es, diesen abzubauen. Die oberste Karte liegt bei allen offen. Ist man als Spieler am Zug zieht man auf 5 Handkarten vom allgemeinen Nachziehstapel auf. Nun legt man so viele Karten an vier Ablagestapel von 1 bis 12 aufsteigend ab. Ist der Stapel vollständig wird er abgelegt und man kann and der Stelle wieder bei 1 beginnen. Zum Ende des Zuges legt man eine seiner Handkarten auf vier zu bildenden Hilfsstapel bei sich ab.
Wenn man an der Reihe ist hat man also so lange man möchte drei Möglichkeiten Karten abzulegen:
die oberste Karte vom Spielerstapel (Sinn des Spiels)
die oberste Karte eines der eigenen vier Hilfsstapel
eine der Handkarten
Ein wenig taktieren kann man also schon. Man möchte seine Handkarten ablegen, damit man nächste Runde viele neue (und vielleicht Joker) auf 5 aufnehmen kann. Man sieht ja, welche Karten die anderen Spieler benötigen, um deren Spielerstapel abzubauen. Also lege ich Handkarten ab und ermögliche den anderen, ihre Spielerstapel abzubauen?
Ein Bild reicht: Oben der Nachziehstapel für die Handkarten, daneben die Ablagestapel für 1 bis 12. Unten links mein Spielerstapel, den ich abbauen muss, daneben meine vier Hilfsstapel, auf den ich nach jedem Zug eine Handkarte zwischenspeichere.
Fazit:
Mit dem nach Regelwerk empfohlenen Spielerstapel mit 30 Karten ist die Spieldauer schon über eine Stunde. Aber damit werden besondere Glücksmomente nivelliert. Denn man ist ständig am neu mischen der Ablagestapel, die ja mit ablegen der Werte 1 bis 12 nicht so leicht zu mischen sind. Und so zieht man schon mal glücklich „eine Strasse“ und kommt schnell voran. Die Strasse kann ja auch im Spielerstapel liegen und man grinst besonders breit. Oder jemand zieht nacheinander dreimal die 12 und hat etwas schwerer. Es ist eben ein Klassiker und mit den einfachen Regeln für Neulinge in der Brett- oder Kartenspielwelt geeignet.
Arkham Horror: Das Kartenspiel (Edition 2026) hat bei mir ein ähnliches Gefühl ausgelöst wie meine erste Entscheidung in Die Nacht des Zeloten: Brenne ich mein Haus mitsamt dem Ghul-Priester nieder, oder lasse ich das Böse und mein Haus am Leben und bewahre ich mein Zuhause? Kurz war ich überfordert. Was möchte ich? Aber dann war...
Über 30 Jahre sind vergangen, seitdem ich das letzte mal Spielleiter bei einem RPG war. So dachte ich mir es wäre mal wieder an der Zeit sich dieser Herausforderung zu stellen. Thematisch war klar für mich, dass ich mich gerne wieder dem Cthulhu Mythos widmen möchte. Das Thema fand ich schon seit jeher spannend und eine Einsteigerbox gibt es auch.
Einstiegsbox der 7.Edition
Die Einsteigerbox für 25 Euro beinhaltet 3 Abenteuer, ein Solo und zwei Gruppenabenteuer sowie ein Grundregelwerk mit vereinfachten Regeln, einen Spielleiterschirm, blanko Charakterbögen, 5 vorgefertigte Charaktere und einen Satz mit mystischen Zeichen verzierter Würfel. Insgesamt ist der Inhalt sein Geld Wert, im gegensatz zur US Version gibts sogar einen SL-Schirm.
Inhalt der Box
Das Solo-Abenteuer „Allein gegen die Flammen“ mit über 250 Textabschnitten dient dazu, sich erstmal mit dem Grundregelwerk vertraut zu machen, was auch gut gelingt.
Nach diesem kurzen Abenteuer machte ich mich an das Gruppenabenteuer „Am Rande der Finsternis“. ( Ich war dann doch überrascht wie lange die Vorbereitungszeit dafür ist und man hat immer das Gefühl man hätte noch mehr machen müssen.)
Cthulhu in der 7.Edition funktioniert Würfel-technisch vertraut. Alle Würfelproben laufen gleich ab, mit zwei zehnseitigen Würfeln eine Zahl von 1–100 würfeln und den eigenen Fertigkeitswert unterbieten. Je niedriger das Ergebnis, desto besser.
Es gibt dabei drei Erfolgsstufen: regulär (unter vollem Wert), schwierig (unter halbem Wert) und extrem (unter einem Fünftel des Wertes). Fehlgeschlagene Proben können forciert werden – mit verschärften Konsequenzen bei erneutem Fehlschlag.
Die Spieler*innen übernehmen die Rollen von Ermittler*innen (sogenannten Investigator*innen), die übernatürliche Bedrohungen aufdecken. Der Hintergrund basiert auf den H.P. Lovecraft-Geschichten der 1920er bis 1930er Jahre.
Das Abenteuer „Am Rande der Finsternis“ handelt von einem bösen Dschinn, der vor vielen Jahren von einer Gruppe jugendlicher frei gesetzt wurde. Die Aufgabe der Spieler ist es diesen Dschinn wieder zu bannen. Anders als in vielen anderen Rollenspielen ist der Kampf bei Cthulhu sehr gefährlich und kann ausserordentlich schnell zum Tod führen. Im Gegensatz zu den meisten RPGs ist Kampf in Cthulhu keine bevorzugte Lösung. Schon ein einzelner Angriff kann eine schwere Wunde verursachen (Verlust von mehr als der Hälfte der Trefferpunkte in einer Runde), die ohne sofortige Erste Hilfe tödlich endet. Es gibt aber keine Regeneration im Kampf, keine Heiltränke, keine Wiederbelebung. Tote bleiben tot. So verbringen die Investigator*innen damit Dokumente und Hinweise zu lesen und daraus Schlüsse zu ziehen wie sie Monster ohne Kampf besiegen können. Im Falle unseres Dschinns geht es darum, diesen durch ein Ritual aus unserer Welt zu bannen. Auf dem Weg dorthin spielt die eigene Geistige Stabilität eine zentrale Rolle. Jede Begegnung mit dem Übernatürlichen erfordert einen Stabilitätswurf. Bei Verlust drohen Wahnvorstellungen, Phobien oder temporärer Wahnsinn. Die Stabilität sinkt dauerhaft und Charaktere können im Verlauf einer Kampagne psychisch labil werden. In unserem Fall haben sich die Investigator*innen dann aber doch wacker geschlagen und nur geringfügig Schaden genommen.
Was am Anfang alle etwas verwirrt hat, waren die vielen Fertigkeiten, die jeder Charakter hat. Viele von den Fertigkeiten kamen leider nicht zum Einsatz. Dies war natürlich auch meiner Unerfahrenheit als SL und dem Abenteuer, was Einsteigerfreundlich gestaltet ist, geschuldet. Dies Fähigkeiten sind aber der zentral Punkt der Weiterentwicklung der Charaktere. Die Steigerung der Fertigkeiten erfolgt nur wenn diese erfolgreich eingesetzt wurden und auch dann nur mit Glück, da sie höher als den aktuellen Wert würfeln müssen, was schwerer wird je höher der Wert selbst ist.
Herauszuheben ist noch die Fertigkeit Cthulhu-Mythos-Wissen. Dies Fertigkeit wächst durch Begegnungen mit dem Übernatürlichen – und senkt dabei die maximale Stabilitätsgrenze. Mehr Wissen bedeutet mehr Gefährdung.
Das Wissen über die „Großen Alten“ schadet dem Charakter messbar. Je mehr ein Investigator über den Mythos lernt, desto geringer wird seine maximale geistige Stabilität.
Fazit:
Nach einer Session als Spielleiter kann ich sagen: Der Wahnsinn hat mich wieder. Im besten Sinne.
Cthulhu ist kein 0815 Rollenspiel. Es nimmt deine Charaktere, zieht sie durch arkanes Grauen, und schickt sie – wenn sie Glück haben – mit zitternden Händen und einer neuen Phobie nach Hause. Tote bleiben tot und Wissen macht krank.
Das Regelwerk belohnt Vorsicht, Recherche und Teamwork – und bestraft den Spieler, der glaubt, er wäre in Dungeons & Dragons.
Victoriana – eine Welt aus Fantasy und Steampunk. Mitten in der Industrialisierung treffen Magie und Technik, profane Verbrecher*innen und übernatürliche Monster im Schmelztiegel London zusammen. In all dem befinden sich die Charaktere, die es sich als Irregulars zur Aufgabe gemacht haben, den Bürger*innen wenigstens etwas mehr Sicherheit zu bringen.
Hol’s der Geier ist eines der bekanntesten Spiele vom Brettspiel-Urgestein Alex Randolph. Das liegt auch an den einfachen Regeln und der kurzen Spieldauer.
Jeder Spieler hat Karten mit den Werten von 1 bis 15 auf der Hand. Jede Runde legen die Spieler eine davon verdeckt und wetteifern um eine Mäusekarte mit 1 bis 10 Siegpunkten oder wollen die Geierkarten mit -1 bis -5 nicht bekommen. Wer die höchste Karte gelegt hat, bekommt die Karte. Die Geierkarte bekommt der Spieler, der die Karte mit dem niedrigsten Wert gespielt hat. Nach den 15 Runden werden die Punktekarten ausgezählt und in der Regel spielt man eine nächste Partie.
Eine Taktikkomponente liegt darin, dass wenn mehrere Spieler die gleiche höchste Karte legen, der Spieler mit dem Wert danach die Karte bekommt. Und somit muss man sich überlegen, ob man bei der 10-Punkte-Mäusekarte seine 15er Karte legt.
Sollte ich mit der 12 rangehen? Rechnet vielleicht niemand mit und ich habe sie sicher.24 Siegpunkte, da kommt niemand drüber.
Fazit:
Verstaubte lange auf dem Dachboden. Doch eine kurze Runde geht immer. Schnell erklärt und mit 4-5 Personen sehr unterhaltsam. Aber sicher mit einer hohen Glückskomponente.
Das Team von Suspecto erreichte mit dem Krimi-Spiel Entgleiste Wahrheiten Unerwartbares. Sie erreichten, dass meine Frau und ich, a.k.a. Familie Sherlock, bestehend aus Chris Slater und Julia Jacobsen wieder aus ihrem Versteck in untersten Hirnarealen krochen. Unsere Alter Egos schleppten sich zum verstaubten, imaginären Ermittlerschrank und holten wieder ihre feinsten Detektiv-Hüte heraus und stülpten sich...
Manchmal sieht man etwas und denkt „das braucht ich“. So ging es mir, als ich auf der Messe in Essen diesen Titel sah und ich an den Freakbereich der Stubenzocker dachte. Gekauft. Natürlich All-In mit Erweiterung.
Ein Unicorn ist ein privates Start-up-Unternehmen, das eine Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar erreicht hat. Dieses streben die Autoren Leif Warnecke, Daniel Pozzi und Tobias Bergmann auch an. Da sie alle in der IT-Branche arbeiten und anscheinend IT-Crowd mögen, lag das Thema für dieses Kartenspiel nah.
Was ITler nicht gut können, ist Regeln erklären. Und so gab es für mich nach dem Regelvideo mehr Fragezeichen als Ausrufungszeichen. Doch die Anleitung ist hilfreich, wenn auch etwas zu programmiertechnisch geschrieben. Vielleicht aber ja so gewollt. Die Mechanismen und der Spielfluss ist dann aber einfach:
Wir ersteigern mit unserem Kartenset weitere Karten. Ziel sind eine bestimmte Anzahl Siegpunktekarten zu erreichen.
Abhängig von der Spielerzanzahl werden je Runde eine bestimmte zu ersteigernde Anzahl Karten ausgelegt, wobei nur die aktuell zu ersteigernde Karte und die danach offen sichtbar sind. Da unsere Handkarten für einen „Sprint“ (also für alle ausgelegten Karten in dieser Runde) nur einmal eingesetzt werden können, wird man nicht auf jede Karte mitbieten. Nachdem alle jetzt für die erste Karte geboten haben, würfeln alle mit der Anzahl Würfel, wie es ihre Karten hergeben. Wer die höchste Augenzahl hat und auch den Mindestkaufpreis der Karte erlangt hat, gewinnt die neue Karte für sein Deck.
Im Detail legen alle reihum zuerst lila Teamkarten, bis alle passen. Diese geben an, mit wieviel Würfeln wir ins Rennen gehen. Danach kann man mit orangen Event-Karten die anderen ärgern (sie dürfen weniger Würfel nutzen, es gibt Minuspunkte im Würfelwurf …) oder sich weitere Würfel verschaffen. Dann wird gewürfelt und danach kann mit grünen Incentive-Karten das Ergebnis weiter beeinflusst werden. Der Sieger bekommt die neue Karte in seinen Ablagestapel, alle legen ihre eingesetzten Karten auf ihren Ablagestapel. Nur die eingesetzte orangen Event-Karten sind ganz aus dem Spiel. Nachdem alle Versteigerungen erfolgt sind, kann jeder seinen Ablagestapel für die nächste Runde auf die Hand nehmen, zwei neue orange Eventkarten ziehen und es geht von vorne los.
Diese Karten sind in dieser Runde zu ersteigern. Der Wert der Karte für die Versteigerung (ein neues Teammitglied) wird aus einem Würfel + 3 ermittelt und ist hier dann 6.Ein dreier-Teammitglied ist schon wertvoll. Die orangen Event-Karten bringen aber das Leben in das Spiel.Es wird eine 8er Siegpunktekarte versteigert. Der linke Spieler durfte vier Würfel einsetzen und es gibt einen Bonus von +2, +3 und +3.Kreative Kartentexte
Fazit:
Die Spielmechanik finde ich gar nicht mal so schlecht. Das IT-Crowd-Szenario mag ich auch. Und es ist ja viel Wahrheit an den Beschreibungen auf den Karten. In unsere 5er-Runde hat die Partie dann ganz schön lange gedauert. Natürlich belauern sich alle später im Spiel und achten darauf, wer mit welcher Siegpunktekarte das Spiel beenden kann und dann bringen die zufällig gezogenen orangen Eventkarten schon eine große Glückskomponente ins Spiel. Die Würfel dann die weitere Glückskomponente. Aber mit ein paar Bier in der richtigen Gruppe bin ich wieder dabei. Es gibt ja noch die Erweiterung zu testen.
Wenn man so im Nachgang zum Spiel auf der Packung liest, dass wir mit unseren Tintenfässern prächtige Gemälde kreieren, kann ich dies nicht bestätigen. Auf einem Rondell gehen wir mit einer Spielfigur im Kreis und nehmen uns dann ein Plättchen. Dieses legen wir bei unseren anderen Plättchen an und versuchen somit einfarbige Bereiche in der Größe 3 bis 7 zu bilden. Die Spieler haben 24 einfarbige (und sehr schöne) Tintenfässer. Hiervon müssen wir zweimal sechs auf bestimmte Farbgebiete legen, die anderen 12 sind Joker und passen überall.
Neben den Zahlen, auf die wir die Flasche kopfüber stellen (womit sie nicht mehr bewegt werden können), gibt es noch weiße Kreise, auf die wir die Flaschen aufrecht stellen können. Lösen wir Bonusaktionen aus, dann können wir diese z.B. Bewegen, so dass sie wieder die weißen Kreise freimachen und erneut gewertet werden können. Das auf dem Kartontext versprochene tolle Gemälde sehe ich dann aber nicht.
Das Rondell. Wir können soweit ziehen, wie wir wollen. Kommen wir aber über das Startfeld, ziehen wir ein störendes X-Plättchen, mit dem wir Teile unseres Gemäldes verdecken und somit das Spielfeld einschränken.Wenn wir einen Bereich mit der Größe der Zahl im Kreis abgeschlossen haben, können wir unsere Flaschen passend (links von der Karte) oder als Joker aus dem Bereich daneben auf die Zahl und weiße Kreise im Gebiet stellen. Ab einem Viererfeld lösen wir Bonusaktionen aus.Später im Spiel kommen die X-Blockademarker (unten rechts) dazu. Immer einer, wenn man im Rondell über Los zieht.Das Gemälde ist fertig. Wunderschön. Nächste Runde?
Fazit:
Positiv ist, dass durch die unterschiedlichen Bonusaktionen Ink einen gewissen Mehrspielwert hat. Diese muss man auch nutzen, um zu gewinnen. Doch anfangs zieht jeder Spieler eine Karte mit zwei Farben, auf die man je 6 Flaschen stellt, die man dann passend später legen muss. Haben Spieler eine Überschneidung, beginnt der Kampf um die Plättchen im Rondell zwischen diesen, während andere Spieler entspannt ihr Gemälde beenden. Aber nicht nur diese Zufallskomponente hat mir nicht gefallen. Außer den hübschen Flaschen fehlt mir auch die Spieltiefe. Das kommt wohl nicht in die Sammlung.
Die Show ist beliebt und ChatGPT schätzt den Bekanntheitsgrad bei unter 50-Jährigen auf 75%-85%. Dazu sind die Kritiken zum Spiel durchaus positiv: „Das funktioniert überraschend gut als Brettspiel.“ – „Das TV-Feeling kommt echt rüber.“ „Mit der richtigen Gruppe macht das richtig Laune.“
Und ich kann mich nur anschließen: wenn man das mittlerweile etwas abgenutzte Spielprinzip der Show mag, kann man die Brettspielumsetzung umso mehr mögen. Wie im TV gibt es auch in der Brettspielvariante recht kreative Quizideen, die für einen lustigen Abend sorgen können.
So beginnt das Quiz mit „den leichten Fünf“ zum Einstieg und der Frage, wer in der zweiten Runde als Moderator das Spiel leitet. Und das ist ein Clou des Spiels: Die Person, die eine Kategorie gewinnt, wird Moderator für die nachfolgende Runde und wählt zudem die Aufgabe aus. Wie dann diese Runde funktioniert darf man selbst oder Joko über ein QR-Code Video erklären lassen.
So versuchen wir Filmtitel zu erraten, indem wir das „Gegenteil“ des Titels als Schlagwort bekommen (aus „Lebe schnell“ suchen wir „Stirb langsam“). Wir gurgeln bekannte Lieder mehr oder weniger erfolgreich, haben aber Spaß dabei. Später „Riskieren wir die Gier“ und pokern mit unseren bis hier erspielten Punkten, d.h. wir verteilen sie auf mögliche Antworten und versuchen am Ende nicht alle zu verlieren.
Kleine Minipulte für die Mitspielenden dienen als Punktezähler und wir sammeln Münzen, um am Ende die besten zwei Spieler gegeneinander antreten zu lassen. Schön: es gibt vorher keinen Ausschluss wie bei der TV-Show, nur in dieser letzten Runde sind die anderen Mitspieler Zuschauer und wählen zudem aus jeweils zwei Fragen aus.
Wer stiehlt mir die Show spielt sich kreativ und frisch und ich wäre bereit in einer weiteren Runde neue Fragenideen zu entdecken.
Stubenscore: 7,7 / 10
Es gibt diverse Kategorien und kreativen Quizideen.Beim Gurgeln waren wir so mittelgut.Das schöne Material erinnert an die TV Show.Muss man nicht mögen, aber kann man doch kennen. Bei den mittlerweile 11 Staffeln haben schon viele Promis um die Show gekämpft.
Anscheinend war die Stranger Things-Lizenz zu teuer und so müssen anstelle Eleven, Mike, Will & Co fünf ähnlich aussehende Jungendliche aus einer Parallelwelt entkommen und hierbei verrückte Geschichte erleben. Und so versuchen wir in einem kooperativen Kommunikationsspiel der Anderswelt zu entkommen.
Die Geschichten erzählen wir uns gegenseitig. Hierzu hat jeder zu Beginn des Spiels eine Karte offen vor sich liegen. Hierauf ist meist eine unheimlichen Szene gezeigt, die wir beschreiben und dann den anderen erläutern, was wir in dieser Situation als nächstes machen wollen.
Nachdem wir reihum kreativ waren, kommen eine Karte mehr als anwesende Spieler um den Spielplan und nun ordnet der aktive Spieler den Karten Spielerplättchen zu, wie er meint, welches die best-passende Karte sein könnte, um die Geschichte weiter zu erzählen.
In der Mitte die Spielfiguren auf dem Weg ins Nichts. Um den Spielplan die ersten Karten, die an unsere Geschichte anschließen.
Beispiel: Hätte ein Spieler in seiner Geschichte erzählt, dass er am Ende des Weges einen Wald sieht und er sich auf den Weg dahin macht, dann würde man eine Karte zuordnen, auf dem Bäume sind. Eigentlich gibt es aber selten eine passende Karte zur Geschichte und so wird es schwierig. Auch hat man sich nicht alle 5 Geschichten gemerkt. OK.
Und nachdem nun die Zuordnungsplättchen für die Spieler bei den Karten liegen und sogar noch ein Ektoplasma-Plättchen (also etwas zur Verwirrung, ohne Geschichte) bei einer Karte liegen muss, beginnt die Spielphase der anderen Spieler.
Diese müssen sich nun abstimmen, wo wohl der aktive Spieler welches Plättchen hingelegt hat und dies mit einem Spielerplättchen markieren. Natürlich dürfen aktiver Spieler und die anderen sich nicht absprechen oder Tipps geben.
Danach werden dann beide Plättchen bei den Karten umgedreht und bei einer Übereinstimmung bekommt der Spieler die Karte und kann damit in der nächsten Runde seine Geschichte weiter erzählen. Haben alle Spieler auf diese Weise vier Karten erlangt, haben alle zusammen gewonnen. Wahrscheinlicher ist es aber, dass es keine Übereinstimmung gibt und so wandert man auf dem Spielplan weiter in den Außenbereich. Und sobald jemand vom Spielfeld fällt, haben alle verloren.
Zunächst bin ich unter dem Regenschirm in eine Höhle geflüchtet. Dann sah ich am Ende ein Licht. OK, war ein Auge.Immer wenn es keine Übereinstimmung gibt, zieht man ein Feld weiter. Auf jedem Weg gibt es auch einen Bonus einzusammeln, mit dem man z.B. den aktiven Spieler fragen kann, ob ein Plättchen richtig liegt, bevor wir es umdrehen
Fazit:
Das war dann doch lustiger und interaktiver als gedacht. Ob man das Spiel nun noch viel öfter rausholt, glaube ich kaum. Aber war mal was anderes. Und mit Stranger Things – Lizenz noch etwas cooler.
Kann Wer stiehlt mir die Show? als Brettspiel funktionieren? Meine Kinder sind der Meinung „Ja“, denn sie haben mir die Adaption der beliebten Joko-&-ProSieben-Sendung zum Vatertag geschenkt. Es war längst überfällig, dass das Brettspiel einzieht, denn erstens hat das Spiel von Ravensburger bisher eine sehr ordentliche Rückmeldung aus der Bubble bekommen, zweitens sind besonders meine...
Ein bisschen überrascht war ich schon, als Dito! gestern auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres 2026 gelangte. Hat es eine Chance?
Bei Dito! müssen alle Spieler in drei Runden zu Fragen drei Begriffe notieren. Im Anschluss werden die Übereinstimmungen zu den 9 Begriffen verglichen, die nicht unbedingt von der selben Fragestellung stammen müssen. Haben mehr als zwei Spieler die gleiche Antwort, dann bekommt man einen Punkt. Haben nur zwei Spieler eine Übereinstimmung ist man „Best Friend“ und beide bekommen zwei Punkte. Hat man in einem 3×3 Schema Übereinstimmungen in einer ganzen Reihe/Zeile, gibt es Sonderpunkte von 1 bis 3. Somit taktiert man, bei welchen Begriffen die Übereinstimmungen am wahrscheinlichsten sind und trägt diese Begriffe in der 3-Punkte-Reihe/Zeile ein.
Lebensmittel mit starkem Geruch. Synonyme gelten als gleiche Antwort. Käse und Harzer sind verschieden, da es spezifischer ist.Andere haben den Begriff auch: Einkreisen, 1 Punkt. Nur ein anderer hat den Begriff: Best Friends, Stern, 2 Punkte. Und für vollständige Zeilen/Spalten gibt es die Boni in den roten Kreisen.Was nimmt man mit ins Bett, Berühmte Straßen, Ballsportarten -> 56 Punkte !
Fazit:
Neben der beschrieben Mechanik lebt das Spiel von den Fragen. Die sind echt schon ganz gut und führten bei uns zu lustigen Momenten. So muss ein Partyspiel sein. Wir hatten in unserer 5er-Runde viel Spaß, kann man als Partyspiel in der Sammlung haben. Auch ist die Spieldauer von 20 Minuten Spiel des Jahres geeignet. Aber Vielspieler wünschen sich dann doch was anderes zum Spiel des Jahres …
Stubenscore: 7,5 / 10
Nach Dito! meinte jemand, lass mal ne Runde Just One spielen. Und in der Tat zieht Just One, Spiel des Jahres 2019, immer noch. Also hat auch Dito! eine Chance zum Spiel des Jahres?
Die Stillalive Studios waren schon für den durchaus soliden Bus Simulator 2021 verantwortlich und setzen im neuen Ablegen mehr auf Gameplay, als denn auf Simulation. Muss ich Fahrkarten abkassieren oder die Türen des Busses einzeln Öffnen und Schließen können? Brauche ich nicht wirklich, also setze ich mich gern hinters Steuer und fühle mich an American Truck Simulator Zeiten erinnert – nur, dass ich diesmal nicht allein fahre.
Bus Bound spielt in der wachsenden Stadt Emberville. Drei erste Buslininen sind eingerichtet und mein Ziel ist es durch erfolgreiches Abfahren dieser Stationen, weitere Gebiete in der Stadt zu erschließen. Sobald ich die Aufgaben in einem Teil der Stadt erfolgreich erledigt habe, blüht die Stadt auf: neue Gebäude, Flaniermeilen und auch Haltestellen entstehen. Die Veränderung der Stadt steht im Vordergrund, was durchaus mehr motiviert, als denn eine aufgesetzte Wirtschaftssimulation. Nebenbei schalte ich als zusätzliche Karotte vor der Nase neue Busse frei – und die elektrischen Busse haben schon ein gutes Fahrgefühl.
Und so fahre ich bestehende Routen, erstelle neue und hangele mich Haltestelle zu Haltestelle – immer die verbleibende Fahrzeit im Blick. Besonders ruhige Fahrten mit präzisen Halten an den Haltebuchten, bringen mir mehr Likes der Fahrgäste.
Das klingt nicht für jeden spannend, kann aber nach einem Run bei Resident Evil gerade das richtige Spiel sein. Und Dank eingestreuter Ereignisse, wie spontaner Hindernisse und Unfällen, bleibt es „aufregend“. Ich mag den Mix aus Entspannung und leichter Anspannung, zumal Emberville wirklich hübsch ist.
Stubenscore: 7,8 / 10
Über die frisch freigeschaltete Brücke Richtung Panda St. – liege gut in der Zeit.Auch bei schlechtem Wetter muss ich raus. Optisch macht Bus Bound was her.Mit diversen Routenanpassungen jage ich neuen Freischaltungen von Gebieten und Bussen hinterher.Hoffentlich kein Stau um die Ecke. Das Spiel hat meinen Respekt vor Busfahrern erhöht.Ach so schön ist Emberville.Das echte Leben und ich fühl ihn. Links der Stau und er muss rüber – lässt ihn jemand rein?