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The Crimson Diamond

21. April 2026 um 20:24

Eine Hommage an The Colonel’s Bequest

Das Vorbild von Julia Minamatas ist unverkennbar. Die Indie Designerin und Retrogames-Youtuberin aus Toronto bedient sich nicht nur optisch am Stil von Roberta Williams Klassiker The Colonel’s Bequest aus dem Jahr 1989 – auch das Setting weist gewisse Ähnlichkeiten auf.

Als Nancy Maple, eine junge Geologin in Ontario (um 1914), werde ich von meinem Arbeitgeber, dem Royal Canadian Museum, in die kleine Stadt Crimson geschickt, um die mögliche Entdeckung eines Diamanten zu untersuchen. Ich lande nach dem Intro mit meiner Zugbekannschaft Kimi in der abgelegenen Lodge eines einsamen, alten und wohlhabenden Mannes namens Evan Richards. Schnell bekomme ich mittels meines Notizbuchs Aufgaben vorgeschlagen, um das Setting zu untersuchen.

In der Lodge verbringen eine weitere Handvoll skurriler Charaktere den Abend mit mir –  und sie scheinen alle miteinander verwoben. Eine erste Aufgabe ist es mit allen Anwesenden zu sprechen, die überraschend offen über ihr Leben und ihre Motive sprechen. So sucht offenbar Evans Schwester Nessa, in Begleitung ihres Anwalts Corvus Shaw, das Testament ihres Vaters. Nathan, der einheimische Freund von Evan, erzählt mir, dass die Rückgabe des Landstücks nach Evans Tod an sein Volk versprochen wurde. Albert Respa wurde von der Stadt gesandt, um ebenfalls die Geschichte rund um den Diamanten zu untersuchen. Dazu kommen Margot, Evans verdächtig viel jüngere Freundin, und Jack, der pflichtbewusste, aber oft genervte Hausmeister.

Spieltechnisch nehme ich meine Ermittlungen im leicht gepimpten old-school Sierra-Stil vor. Meine Figur steuere ich rudimentär mit Point and Click, doch wie damals ist die Bewegung letztendlich mit den Cursortasten einfacher, da die Interaktion mit der Welt eh über einen Textparser läuft. Dieser versteht erstaunlich viel und man kann quasi mit jedem Gegenstand in der Welt agieren, was nicht immer zielführend, aber oft unterhaltsam ist.

Insgesamt steckt wirklich viel Liebe in dem Spiel. Neben der Vielzahl der Interaktions- und Dialogmöglichkeiten, sind auch die vielen (nicht unbedingt notwendigen) Animationen schön gemacht. Und auch bei der Story und den Rätseln muss sich The Crimson Diamond nicht vor seinem großen Vorbild verstecken. Dabei gibt es spannende Rätselstränge, wie auch leidige Sammelaufgaben. Insgesamt ist das Spiel nicht trivial und hat mit der Vielzahl der Charaktere, Orte und Zeitabhängigkeiten (wann ist wer wo), doch seine Komplexität. Zudem braucht man wirklich Geduld die vielen Settings abzusuchen, wenn man denn wirklich komplett den Fall durchleuchten möchte.

Das erwähnte Notizbuch ist dabei Fluch und Segen zugleich. Zum einen lässt es einen nicht den roten Faden verlieren und hilft bei jeder Gelegenheit, zum anderen wird man damit oft direkt zur Lösung eines Rätsels gestoßen. Wer mag, muss da nicht reinschauen und kann sich wirklich tief in den Beziehungsgeflechten und kleinen Nebengeschichten verlieren. Sehr zu empfehlen ist auf jeden Fall das Audio-Lets-Play dazu von Stay Forever, das letzte Klarheit bringt.

Insgesamt übertragt das Spiel von Julia Minamatas die EGA-Ästhetik meisterhaft ins Heute und bringt die gute alte Zeit mitsamt ihrer Sperrigkeit zurück. Wer The Colonel’s Bequest mochte und damals keinen Amiga oder schon einen PC mit VGA Grafik hatte, kann sich hier seine Kindheit zurückholen – mich hatte es diesbezüglich nicht ganz abgeholt.

Stubenscore: 7,8 / 10

Das Haus ist dekorativ eingerichtet und es gibt eine Menge Räume und Türen…
…und an diesen wird gern mal gelauscht. Was führen diese Zwei im Schilde?
Auch ums Haus herum gibt es einiges zu entdecken.
Beim Abendessen versammelt sich die skurrile Meute. Und jeder hat seine Agenda.
Zum Verwechseln ähnlich, auch wenn es im Ansatz das große Vorbild ist: The Colonel’s Bequest.
Wie in den besten Sierra Zeiten, nur ist der Parser wesentlich stärker.

THE CRIMSON DIAMOND
OPENCRITIC

PC | (getestet)

Those Who Dare – Mordfall mit Hindernissen (Spieltest)

21. April 2026 um 09:00

Those Who Dare wählt einen anderen Ansatz als die meisten Rollenspiele, denn hier stehen die verschiedenen Epochen der Menschheit im Mittelpunkt und nicht eine bestimmte. Mit diesem System soll es möglich sein, zu jeder Zeit zu spielen. Um das auszutesten haben sich drei Charaktere ins industrielle Zeitalter nach Shanghai begeben.

Dieser Beitrag wurde von Ayleen Schmidt geschrieben

Panda Spin

20. April 2026 um 00:16

Was fällt dir bei Pandas ein? Gemütlicher Bambus-Snack, stolze Plauze und auf der Couch chillen? Oder schwirrt in deinem Kopf eher der Kung-Fu-Panda herum? Das Gute bei Panda Spin: Du musst dich gar nicht entscheiden, denn Panda Spin vereint beide Seiten. Solch eine Partie kann regelrecht gemütlich beginnen. Scout trifft hier auf Rommé. Hervorragender Preisträger...

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Zapotec

Von: ferengi
18. April 2026 um 08:27

Ich gucke jetzt gerade viele Maya-Dokus

Es gibt erstaunlich viele Spiele, die sich mit Kulturen des Südamerikanischen Kontinents – oder wie hier: Die Urbevölkerung Mexikos – befassen. Nachdem wir gerade auf der Halbinsel Yucatan in der Historie geforscht haben, sind wir diesmal zu Zeiten der Erbauer der Pyramiden im heutigen Südens Mexikos.

Wir bauen Gebäude für unser Ressourcentableau und entwickeln Pyramiden, Handeln, führen Rituale durch und Opfern Mais für Boni. Und für alles gibt es auch Siegpunkte. Das alles ist ineinander verschachtelt und erfordert strategische Überlegungen. Da können sich Grübler vertiefen.

Sieht komplexer aus, als es ist.

Besonders gut haben mir die Aktionskarten gefallen. Hiervon hat jeder Spieler einige auf der Hand und eine spielt jeder verdeckt aus. Nachdem die Karten umgedreht wurden wird hiermit die Spielerreihenfolge ermittelt, denn der Spieler mit der niedrigsten Zahl beginnt. Neben dieser Funktion gibt die Karte noch an, welche Ressourcen der Spieler zu Beginn seines Zuges erhält und in welchem Bereich er Gebäude bauen kann. Hierbei ist zu bedenken, dass eine Aktionskarte zu Rundenbeginn immer offen ausliegt und diese angibt, in welchem Bereich am Ende der Runde ein Siegpunktewertung stattfindet. Eine Übereinstimmung der ausgespielten Karte mit der ausliegenden wäre also gut.
Ein weiterer Kniff: Zum Ende des Zuges zieht der Spieler eine offenliegende Aktionskarte nach, die er sich somit aussuchen kann. Es liegt eine Karte mehr als es Spieler gibt aus und die Karte, die übrig bleibt, wird die Karte, die für die nächste Runde den Bereich vorgibt, in der die nächste Siegpunktewertung stattfindet.

Auf unserem Ressourcentableau können wir zum Zugbeginn wählen, ob wir die Spalte oder Zeile unserer Ressource nehmen und erhalten dann auch die dort entsprechend liegenden weiteren Ressourcen.
Wenn wir etwas bauen, setzen wir eines unserer Hütten auf das Feld und fügen das Plättchen als weitere Ressource auf unserem Tableau ein.

Fazit:

Man muss schon verschachtelt denken, aber die Regeln sind nicht zu komplex. Die Mechanik der Aktionskarten hat mir wirklich gut gefallen, kannte ich bisher nicht so. Auch ist die Szenerie spannend. Und so kommt vielleicht auch mal eines der berühmten (komplexeren) T-Spielen bei uns auf den Tisch. Mit vier Personen war die Downtime dann doch merkbar und in Runde 5 (der Abschlussrunde) kam das Spiel richtig in Schwung, der Zug war dann aber auch schon lang. Mit insgesamt 2 Stunden Spieldauer war das aber noch ok. In einer kleineren Runde wäre ich gern wieder dabei.

Stubenscore: 7,8 / 10


ZAPOTEC
BoardGameGeek

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Brettspiel (getestet)

Tower Up

Von: ferengi
16. April 2026 um 16:54

Realistische Stadtplanung?

Es ist auch mal schön, Spiele mit einfachen Regeln zu konsumieren. Wir haben Bauklötze in vier Farben und können auf unserem Stadtplan

  • eine Karte aus der 3er-Auslage wählen, um die entsprechenden Bauklötze in unseren Vorrat zu nehmen
  • unsere Bauklötze auf den Stadtplan setzen und Gebäude bauen.
Schnell aufgebaut

Regeln zum Bauklötzesetzen:

  • Benachbart zu einem anderen Klotz in einer anderen Farbe
  • Wir müssen auf alle benachbarten Klötze einen gleichfarbigen Klotz ergänzen können, dabei überbaut man auch Dächer der anderen Spieler
  • Wir setzen ein Dach auf eines der Häuser und erhalten Siegpunkte in der Farbe des Hauses.

Unter bestimmten Bedingungen erhält man einen Extrazug und man achtet auf die Aufträge für Sonderpunkte. Diese gibt es z.B. wenn man in jedem der sechs Bezirke an einem Haus mit einem Dachteil beteiligt ist, welches aber auch schon überbaut sein kann.

Eine Option ist, sich Klötze entsprechend einer Karte zu nehmen. Auf einigen kann man auch ein Fahrzeug auf seiner Punkteleiste fortbewegen.
Maximal 5 Verbindungen gibt es zu einem Feld, somit kann die Höhe nicht über 6 Klötze sein.
Die Punktwertung ergibt sich aus dem Spielertableau: Fortschritt der vier Farbleisten, untere Zeile für Anzahl sichtbare Dächer zum Spielende plus Sonderpunkte rechts.

Fazit:

Das Material ist nicht schön. Die Plastikaufbewahrung ist im Neuzustand schon nicht passend für die Karten und optisch ist es auch kein Hingucker. So hat man Material vor 40 Jahren gemacht. Aber spielerisch bietet es viel Interaktion und man beobachtet die Taktik der Mitspieler schon bei deren Auswahl, welche Bauklotzfarbe sie sammeln. Die Regeln sind in 5 Minuten erklärt, ein Spiel dauert keine Stunde. Ich wäre jetzt trotzdem nicht bei einer Deluxe-Kickstarter-Kampagne dabei, aber würde es auch gern Wiederspielen.

Stubenscore: 7,4 / 10


TOWER UP
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Archeos Society

Von: Markus
16. April 2026 um 00:12

Herzlich willkommen in der Archeos Society. Wir sind ein illustrer Kreis und Zusammenschluss der besten Ausgrabungsexperten der Welt. Ein exklusiver und abenteuerlicher Verein. Unser Vorsitzender oder unsere Vorsitzende bittet uns um Hilfe. Sie tritt – ähnlich wie Charlie – nie in Erscheinung, sondern verbirgt sich hinter dem mysteriösen Kürzel W.A. Whatever, wir müssen an den...

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Funkenschlag

Von: ferengi
14. April 2026 um 16:54

Energie!

Endlich konnte ich mal bei diesem Friedemann Friese – Klassiker dabei sein. Seit 2001 gibt es mehrere Auflagen und derzeit 15 Erweiterungen und einige weitere Varianten.

Deutschland, in 6 Zonen unterteilt.

Wir leiten einen Energiekonzern und müssen Städte mit Energie versorgen. Die Grundversion spielt in Deutschland. Wir ersteigern Kohle-, Öl-, Atom- und Müllverbrennungskraftwerke und erwerben die dazugehörigen Ressourcen zum Betrieb. Selten gibt es auch Wind- und Solaralternativen. Diese benötigen keine Ressourcen, sind aber sehr teuer. Da merkt man dem Spiel das Alter schon an, aber sicher wurde dies in den zahlreichen Erweiterungen aktualisiert.

Die Auktionsleiste. Die untern 4 kann man ersteigern, die oberen rücken dann nach. Somit kann man planen, ob man noch abwarten sollte.

Am Ende der Runde erhalten alle Spieler Geld für die Versorgung ihrer Stadt und müssen dann auch die Ressourcen für den Betrieb der Kraftwerke wieder abgeben. Und so werden im Laufe der Zeit fossile Ressourcen weniger (und damit teuerer), aber auch die Kraftwerke effizienter. Aus der Sicht 2001 spielte sich das erstaunlich realistisch.

Die Kosten für eine Stadt kosten 10 „Geld“ zuzüglich die Leitungskosten dorthin. Anfangs darf nur ein Spieler eine Stadt versorgen, später dann 2 und 3 Personen.
Drei Kraftwerke kann man unterhalten. Die teureren sind effizienter

Gut durchdacht sind die einzelnen Phasen in einer Runde. So haben die „schwächsten“ Spieler immer einen Vorteil, indem sie z.B. zuerst Ressourcen kaufen dürfen, womit sie für die nachfolgenden Spieler teurer werden oder sogar nicht mehr verfügbar sind. Die Spielerreihenfolge ändert sich immer, denn man kann auch taktisch sich zurückfallen lassen, um im nächsten Zug einen Vorteil zu haben.

Ziel ist es, 14 Städte ans Stromnetz anzubinden. Wenn dies einem Spieler gelingt, wird die Runde zu Ende gespielt und es gewinnt der Spieler mit den meisten mit Strom versorgten Städten. Aufgrund der Ressourcenknappheit muss dies nicht unbedingt der Spieler sein, der das Spielende eingeleitet hat.

Die Übersicht zeigt, welcher Spieler wieviele Städte versorgt. Wenn jemand 14 angebunden hat, wird das Spielende eingeleitet. Auf den kleinen Feldern wird es dann gang schön eng.

Fazit:

Ich kann verstehen, warum so viele dieses Spiel lieben. Man muss sein Augenmerk auf Geld, den Ausbau des Stromnetzes und die Kraftwerke legen. Immer gibt es zu wenig Geld, die Gegner kaufen mir die Kohle weg oder horten sie sogar, damit sie für mich noch teurer wird. So gibt es eine tolle Interaktionen zwischen den Spielern.

Es gibt auch kaum Totzeiten, selbst bei einer Runde mit sechs Personen. Die Züge gehen sehr schnell und man verfolgt die Planungen der Gegner mit. Drei Stunden waren wir aber schon dabei. Ich freue mich auf die nächsten Partien, dann mit einer der zahlreichen Erweiterungen.

Stubenscore: 8,5 / 10


FUNKENSCHLAG
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Moon Colony Bloodbath

13. April 2026 um 00:40

Willkommen bei Moon Colony Bloodbath … äh … Neustart. Howdy, Bürger:innen, Sie wurden auserwählt, Teil des größten zivilisatorischen Wurfes seit der Erfindung von feuchtem Klopapier zu werden: Städte und damit Lebensträume auf dem Mond! Sind sie bereit für den Neustart und den wortwörtlichen Griff zu den Sternen? Weit weg von der Erde. Losgelöst von den...

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Kathy Rain – Directors Cut

11. April 2026 um 16:51

 

Kleinstadt-Mysterium

Kathy Rain ist das Debüt Point & Klick Adventure von Clifftop Games aus dem Jahre 2016.

Clifftop Games ist ein 1-Mann Indie-Studio aus Schweden, gegründet von Joel Staaf Hästö.
Die hier gespielte Director’s Cut Version aus 2021 hat zusätzlich Szenen und eine überarbeitete Grafik.

Worum geht es?
Die junge zynische Journalistik-Studentin Kathy Rain kehrt nach dem Tod ihres Großvaters in ihre Heimatstadt Conwell Springs zurück, wo sie bei ihren Großeltern aufgewachsen ist. Ein Ort, den sie nicht mehr besucht hat, seit ihre Mutter diesen fluchtartig verlassen hat, als Kathy noch ein Kind war. Dort beginnt sie, die rätselhaften Umstände des Todes ihres Großvaters und das Verschwinden ihrer Eltern zu untersuchen. Dabei stößt sie auf dunkle Familiengeheimnisse, okkulte Rituale und eine Verschwörung. Während sie sich durch die Stadt und ihre eigenen Erinnerungen kämpft, entdeckt Kathy, dass die Wahrheit verstörender ist, als sie es sich je hätte vorstellen können.

Kathy am Grab ihres Großvaters

 

Um  der Wahrheit auf die Spur zu kommen,  durchstöbern wir den Dachboden, hören alte Tonbandaufnahmen von Großvaters Recherchen ab, beschaffen uns Polizeiakten und manipulieren ein paar Personen.

Was gibts auf dem Dachboden zu finden?

Mit jedem neuen Ort und jedem gelösten Rätsel erhalten wir ein weiteres Puzzleteil. Schritt für Schritt fügt sich so ein Bild der Vergangenheit und der rätselhaften Ereignisse zusammen – bis sich schließlich wahre Abgründe auftun!

Mit viel Liebe zum Detail gestaltete Kirchenfenster

 

Die Hütte am See, sehr mysteriös

 

Fazit:

Die Rätsel waren meistens intuitiv zu lösen, so dass man gut durchspielen konnte und nicht ewig an einem Rätsel hängen blieb. Die Mysteriöse Geschichte und die atmosphärische Umsetzung hat mich sehr schnell begeistert, da die mit viel Liebe zum Detail geschaffene Grafik und die Story es schnell schaffen in vielen Szenen ein Unbehagen zu vermitteln – Twin Peaks läßt grüßen – es fehlt nur noch ein Kirschkuchen und verdammt guter Kaffee.

Stubenscore: 8 / 10


Clifftop Games
Opencritic

PC (getestet)

Armonia

Von: ferengi
11. April 2026 um 06:28

Klangschalenexperiment?

In diesem Uwe Rosenberg greifen zwei Würfelmechanismen ineinander. Wir würfen bis zu dreimal insgesamt sieben D6-Würfel, legen sie dann nach Wertigkeit sortiert zur Übersicht in eine Würfelablage und können nun mit dem Würfelergebnis

  • auf dem Spielplan voranschreiten, indem wir einen Viererpasch oder einen Zweier- und Dreipasch (in unterschiedlichen Würfen) gewürfelt haben und landen dann im Zielbereich der 1er bis 6er-Reihen.
  • sofern ein Spieler im Zielbereich ist wird Plättchen 1 (und wenn dieses gelöst wurde Plättchen 2) aufgedeckt und geprüft, ob die Würfelauslage die Tetrisform hat.
Spielaufbau. Die Würfelablage hätte ich fast entsorgt, nachdem ich die Inhaltsquadrate ausgepöppelt hatte.
Mit dem Wurf kann der blaue Spieler den 5er-Pasch für den Sprung in den Zielbereich nutzen und hat dann glücklicherweise die beiden Terisformen auch noch. Und mit vier blauen Steinen im Zielbereich hat er gewonnen.

Fazit:

Auch wenn ich Sagani schon gespielt habe leuchtet mir nicht unbedingt ein, warum die Spieler in Armonia im Sagani-Universum Klangschalen schmieden. OK, die Spielsteine sind rund. Aber den Weg der Gnome durch die Wildnis (wo man einen Pasch zwischenspeichert) zur Tempelanlage (Zielbereich) und der Entfaltung der Zauber (Tetrisform vergleichen) ist schon etwas sehr willkürliches Klangschalenschmieden. Das tut dem Spiel aber keinen Abbruch. Es gab schon diverse Revanchen und es macht weiterhin Spaß. Mit leichten Regeln, push-your-luck und 15 Minuten Spieldauer etwas für zwischendurch.

Stubenscore: 6,2 / 10


ARMONIA
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Skyjo

07. April 2026 um 09:00

Einfache Regeln, ein Stapel Karten und ein wenig Glück.

Beim Spiel von Alexander Bernhardt, erhält jeder der 2-8 Spieler ein eigenes Kartendeck in einen Raster mit 3×4 Karten. Diese liegen verdeckt mit den Werten zwischen -2 und 12, wobei zu Beginn zwei umgedreht werden. Wer die höchste Summe hat, beginnt.

Runde um Runde zieht man nun vom Nachzieh- oder vom offenen Ablagestapel die oberste Karte und entscheidet, ob man sie in sein eigenes Kartenraster einbauen möchte. Nimmt man die offene Karte oder die verdeckte vom Stapel? Das Ziel ist es nämlich am Ende des Spiel die geringste Gesamtsumme zu haben.

Der Clou: haben die Karten in einer Spalte dieselben Zahlen, fliegt die ganze Spalte aus dem Spiel. So kann es sich lohnen auch hohe Karten vorerst „zu sammeln“. Sobald jedoch ein Spieler seine letzte verdeckte Karte seines Rasters umdreht, werden am Ende der Runde alle Karten – auch die noch verdeckten – ausgezählt.

Wer eine Partie beendet, sollte jedoch seine Gesamtpunktzahl im Auge haben. Wenn er am Ende nicht den kleinsten Gesamtwert aller Spieler hat, verdoppelt sich seine Punktzahl. So kann man sich unangestrengt einfach auf sein Kartendeck konzentrieren oder auch „strategisch“ auch auf die Decks der Gegner schielen und diese einplanen. Am Ende ist der Glücksanteil jedoch hoch, aber Skyjo hat nicht den Anspruch ein Strategiespiel zu sein.

Dank Mundpropaganda wurde Skyjo mit über drei Millionen verkauften Exemplaren sehr erfolgreich, was natürlich zu Varianten führte. So limitiert sich Skyjo Junior auf Karten mit Werten zwischen 1-5, Skyjo Voyage kommt mit kleineren Karten und spannendere Skyjo Action bringt noch ein paar Sonderkarten, bei denen man beispielsweise einen zweiten Zug machen oder die Karte eines Gegenspielers stehlen kann.

Skyko hat als schnelles Einsteigerspiel seine Momente und macht immer wieder Spaß. Dank der einfachen Regeln kann man es leicht auf den Tisch bringen, wobei dieser, gerade bei mehreren Spielern, nicht so allzu klein sein darf. Ich hätte durchaus Interesse an der Action Variante, die mehr Interaktion und Taktik bringt.

Stubenscore: 7,2 / 10

Mit 4 Spielern braucht man schon etwas Platz.
Schaffe ich es rechtzeitig meine 12en und 7en loszuwerden, bevor ausgezählt wird?
Die 3er Spalte darf ich ablegen und zähle sie am Ende nicht mit in die Gesamtsumme.
Selten bleiben so wenig Spalten bei zwei Spielern gleichzeitig stehen, oftmals zählt man gesamte Raster aus.

SKYJO
BGG

One-Hit Heroes

Von: ferengi
06. April 2026 um 17:06

An Ostern gegen den Knuddelhasen

In einen der vielen YouTube-Videos wurde dieser Boss-Battler als Alternative zu Boss Fighter QR angeführt und irgendwie hat mich das trotz der „einfachen Spielweise“ gleich getriggert. Auch steht Connor Reids 5-Minute Dungeon schon länger auf meiner Wish-List.

Vier Charaktere, und somit auch bis zu vier Spieler, können an den Kämpfen teilnehmen. Auf unser Plastik-Tableau platzieren wir unseren Kämpfer mit Ausrüstung (dieses sind auch Schilde), unsere Energieanzeige und die Aggro-Leiste. Dieses ist der Motor des Spiels. Denn in den Kämpfen greifen wir den Boss an und seine Lebenspunkte wandern dann in unsere Aggroleiste. Diese müssen wir reduzieren, denn sein Gegenangriff mit einem „D6“ (farbige Sterne) führen dazu, dass wir ggf. angegriffen werden, wenn unsere Aggroleiste zu sehr gefüllt ist. Der Zufall spielt somit schon eine entscheidende Rolle, doch war dies in den bisherigen Runden immer fair ausbalanciert.

Der Aufbau für zwei Spieler. Durch die beiden Ausrüstungskarten (Schilde) braucht es schon mehr als einen Hit, bis das Spiel vorbei ist.

Unser Deck besteht anfangs aus nur 9 Karten, von denen wir 5 auf der Hand haben. Einige kommen nach der Kampfrunde auf den Ablagestapel, andere auf den Aschehaufen (und sind somit aus dem Spiel). Somit ist das Ganze übersichtlich und in einem Zwei-Personen-Koop-Spiel sollten die beiden Kumpels schon zueinander passen. Die Wellen der Gegnerangriffe bestehen aus ca. 7 Karten in einer festen Reihenfolge und wsie iederholen sich im Anschluss.

Der „Kisten-Bot“ hat Schergen um sich versammelt, die wir angreifen können, um sie als Verteidigung bei uns zu nutzen.
Karten im Aschehaufen sind aus dem Spiel, verstopfen damit auch nicht unser Deck/Nachziehstapel und mit der passenden Karte kann man dies auch noch nutzen.
Ostermontag. Und der Knuddelhase will besiegt werden.

Fazit:

Eine Episode haben wir in etwas 2,5 Stunden abgeschlossen. Das Material ist schon gut gemacht, da merkt man eben Frosted Games im Hintergrund. Die Bosse sind sehr abwechslungsreich und so ist es gut, dass man das Deck variieren kann. Zwei Episoden mit jeweils vier Bossen und Booster-Packs für unsere Deck-Upgrades liegen der Grundversion bei. Kaufbar sind derzeit zwei weitere Kapitel, aufgrund des mäßigen Erfolgs wird es wohl auch dabei bleiben. Tag Team macht es hier besser, indem in der Grundversion deutlich mehr Kämpfer enthalten sind und man nicht nach zwei Episoden „nachkaufen“ muss. Irgendwie ist es schade, dass es zu einem Spiel schon gleich eine Erweiterung zu kaufen gibt und die Grundversion selten vollständig ist. Bei einer Preissenkung werde ich die weiteren Episoden nachkaufen, denn One-Hit Heroes macht richtig Spaß. Klare Empfehlung, mit mehreren Spielern wird es leichter und daher ist ein gutes Zwei-Personen-Spiel.

Stubenscore: 7,9 / 10


ONE-HIT HEROES
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Brettspiel (getestet)

Tianxia

Von: Markus
06. April 2026 um 00:12

Mit Tianxia trudelt ein weiterer Vertreter der sogenannten T-Spiele in mein Regal. Ihr habt noch nie von den T-Spielen gehört? Auf BGG gibt es tatsächlich eine eigene Definition: eine Serie von Spielen des italienischen Autors Daniele Tascini, die mit „T“ beginnen. Mein liebstes dieser Serie: ganz klar Teotihuacan. Auf den B-Rex Tagen hat mich Tianxia...

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Break In: Chichen Itza

Von: ferengi
05. April 2026 um 14:51

Der Weltuntergang kommt

Anderes als bei einem klassischen Escapespiel wollen wir – nicht ganz unerwartet – in der Break-In-Reihe irgendwo rein. Bei Chicen Itza gefällt mir schon mal total der historische Kontext. So informiert man sich (leider erst nach dem Spiel) über die Fundstätte Chichen Itza auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan aus der Maya-Zeit. Die Stufenpyramide aus der Maya-Zeit vom 8. bis 11. Jahrhundert steht im Mittelpunkt der Geschichte.

Wir sind neugierige Abenteurer und wollen im Jahr 1833 den Jaguar-Thron suchen. Wo der wohl sein mag…

Mit einem Heißluftballon nähern wir uns der Fundstätte. Und so stoßen wir im Verlauf auf Hinweise zum Schlangengott Kukulkan, der damals den Jaguar verschlang, lösen Rätsel zu den Säulen, finden den Ballsportplatz und viele andere gut recherchierte Objekte in dem Bereich. Und natürlich erfahren wir auch etwas zum Glaube der Maya bezüglich des nahenden Weltuntergangs. Wenn man sich die Weltpolitik so anschaut sind wir davon auch nicht weit weg.

Ganz gut gemacht: Wir öffnen die Box und sehen aus dem Heißluftballon auf die Map und müssen als erstes Rätsel lösen, wo wir denn landen möchten.

Die Mechanik der Rätsels ist immer gleich: Suche ein Symbol (und damit den passenden Lösungsstreifen), suche eine Zahl/Symbol (dort muss man den Streifen reinschieben) und suche eine Farbe (so tief muss man den Streifen reinschieben). Als Ergebnis bekommen wir ein Symbol für die nächste Karte, die wir aufnehmen.

Sehen wir besondere Zeichen können wir die entsprechenden Karten nehmen und so kommen wir zum nächsten Rätsel. Den Kompass kann man nutzen, um Hilfekarten zu entschlüsseln.
Wenn man den Streifen reinschiebt sieht man das Symbol für die nächste Karte.

Fazit:

Ein aufwendig produziertes Spiel, das richtig Spaß gemacht hat. Das Material mit der 3D-Pyramide und die historische Betrachtung macht es zu etwas Besonderem untern den Krimi-/Rätselspielen. Wir haben gut 3 Stunden für die Geschichte benötigt, die Schwierigkeit war eher leicht bis mittel und vor Allem logisch. Gut war, dass bewusst auf Zeitdruck verzichtet wurde und man sich ruhig Zeit lassen konnte. Außerdem kann man hinterher das Spiel zurücksetzen und weitergeben. Ich bin auf Kommentare der nächsten Abenteuergruppe gespannt …

Stubenscore: 7,5 / 10


BREAK IN: CHICHEN ITZA
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Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Mandragora

Von: ferengi
04. April 2026 um 06:53

Ein Erfolg mit Harry Potter-Lizenz?

Mit 7 Wonders Duel, Jamaica und Kingdomino gibt es schon drei tolle Spiele hier im Blog von Bruno Cathala. Das Letztere wurde 2017 zum Spiel des Jahres gekürt, fünf weitere seiner Spiele waren bisher auf der Nominierungsliste.

Mandragora ist ein kleines Reisespiel für zwei Personen mit einem fesselnden Mechanismus. In einem Kreis sind 10 Karten (Zauberbücher und Zutaten) angeordnet, von denen an drei Positionen die Karten nur mit der Rückseite zu sehen sind. Risiko !

Wir können nun abwechselnd zwei Dinge machen

  • mit der Spielfigur abwechselnd 1 bis 3 Felder gehen und die Karten am angekommenen Zielort auf die Hand nehmen. Alle überschrittenen anderen Felder erhalten eine Zusatzkarte vom Nachziehstapel für die nächste Runde.
  • Handkarten auslegen, dieses sind Zauberbuch + farblich passende Zutaten. Als Belohnung bekommen wir abhängig von der Anzahl der Zutaten einen Zauberspruch aus der Auslage, der zusätzlich zum Zauberbuch auch Siegpunkte bringt und außerdem einen Bonus. So kann man z.B. zukünftig bis zu 4 Felder gehen oder unbeliebte Fluchkarten ablegen. Denn wer am Spielende am meisten Fluchkarten hat, bekommt 2 Minuspunkte. Und die nimmt man mal mit auf, da man scharf auf ein wertvolles Zauberbuch ist oder sie liegen versteckt in einem umgedrehten Kartenstapel.
Spielaufbau: An den dunklen Plätzen sieht man nur die Rückseite der Karten. Rechts sind die Zaubersprüche, die man in der Wertigkeit x für x Zutatenkarten bei einer Aktion erhält. Mehr Zutaten bringen also nicht mehr Siegpunkte, aber bessere Zaubersprüche.
Man sammelt neben Zutaten vor allem die Zauberbücher (mit der Zahl=Siegpunkte), die farblich passend zusammen ausgelegt werden.
Die Anzahl der Zutatenkarten bestimmen nur die Wertigkeit der Zauberspruchkarte, die man zieht und sind daher hier im Bild zusammengeschoben dahinter abgelegt. Das Zählen der Siegpunkte ist überschaubar, da braucht man keine App. Und Achtung: Jede verschiedene Farbe auf der Hand zum Spielende gibt einen Minuspunkt

Fazit:

Schönes Material mit kinderfreundlichen Zeichnungen, also durchaus ein Vater-Kind-Spiel. Für ein paar Partien hatten wir viel Spaß und es ist strategischer, als man zunächst denkt.

Stubenscore: 6,8 / 10


MANDRAGORA
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Brettspiel (getestet)

Alien RPG (Evolved Edition)

03. April 2026 um 20:36

Im Weltraum kann Dich niemand schreien hören

Die original Version des Alien RPGs erschien mit 2019 etwa zur gleichen Zeit wie Mothership. Dessen frischen Ansatz, hohe Kreativität und geringe Komplexität hat mich damals wirklich beeindruckt. Da ich ja doch der Alien Francise etwas zugeneigt bin, war es dann doch nur eine Frage der Zeit, mir auch das Rollenspiel von Free League anzusehen. Der Release der „Evolved Edition“ im Jahr 2025 erschein dann eine sehr gute Gelegenheit zu sein.

Im Unterschied zum Original fällt sofort das übersichtlichere Design des Regelbuchs auf. Der Text kommt nicht mehr weiß auf schwarz, sondern ist nun lesbarer, das ganze Layout übersichtlicher. Flow-Charts, die beispielsweise Skill-Checks darstellen, helfen zudem die Systematiken besser zu verstehen.

Und eben diese Systematiken gefallen. Bei Skill-Checks und im Kampf sind die Push-Your-Luck Würfelmechaniken durchaus clever: erreicht man mit einer bestimmten Anzahl von Würfel nicht die gewünschte Anzahl von Erfolgen (sprich eine 6 auf einem D6), kann man durch die Erhöhung des eigenen „Stresslevels“, einen Würfel zum Wurf dazu nehmen und erfolglose Würfel, erneut versuchen. Immer verbunden mit dem Risiko, durch den oder die Stresswürfel, einen Malus zu riskieren.

Neben der Erzeugung von Stress, können auch die Spieler durch schlimme Erlebnisse, wie eine erste Begegnung mit einem Xenomorph, Panik und damit einen schwerwiegenderem Nachteil erleiden. Auch hier gibt es kreative Einschränkungen für das folgende Spiel, doch man kann auch Dank Erholungsphasen gewisse Zustände auch wieder heilen. Insgesamt gefallen die Systeme und Würfelmechaniken, die auch die Kämpfe strategischer wirken lassen, als es beispielsweise ein D&D gelingt.

Die aktuelle Starter Box des Spiels kommt mit dem Szenario Last Hopes Day, einer Geschichte um eine Bergbaukolonie auf dem Mond LV-426. Ein Parasit, ein verschwundener Mitarbeiter und plötzlich bricht der Kontakt zur gesamten Station ab – wir kennen das. Leider glänzt das Szenario nicht durch Kreativität, sondern lehrt eher die Spiel- und Kampfmechaniken. Schön sind allerdings die vorgefertigten Charaktere, die mit jeweils eigenen Agenden kommen, welche sich über drei kurze Akte entwickeln. Durch diese unterschiedlichen Ziele, entsteht am Tisch eine spannende Dynamik.

Ich würde gern das Spiel mit dem Szenario Rapture Protokoll – und hoffentlich ein wenig mehr Abwechslung – ein weiteres Mal erleben wollen. Die Mechaniken und das Setting bieten in jedem Fall eine sehr gute Basis für eine unterhaltsame Runde SciFi Horror.

Das neue Design gefällt und ist sehr viel übersichtlicher.
Im Kampf gegen ein Alien. Dank Stress gelingen mehr Treffer, aber auch mit erhöhtem Risiko.
Die unterschiedlichen Ziele der Charaktere bringen zusätzliche Spannung.
Wie auch bei Mothership oder Mörk Borg bringen Community Inhalte mehr Atmosphäre ins Spiel.
Kleiner Zettel, „große“ Wirkungen. Koop? Hauptsache man bringt seine Agenda durch.

ALIEN RPG EVOLVE EDITION
RPGG

Witchbound

02. April 2026 um 00:56

Als ich Witchbound erblickte, dachte ich an eine zuckersüße Mischung aus einem Point & Click wie Monkey Island und einem Pen & Paper-Light wie Little Wizards. Solche Verbindungen finde ich nicht nur per se spannend, sondern mich interessieren einfach Brettspiele, die klassische Mechaniken aus Videospielen zu adaptieren versuchen. Wenn dabei noch eine coole Geschichte erzählt...

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Rajas of the Ganges: Cards & Karma

Von: ferengi
31. März 2026 um 21:18

Zurück in Indien

Die Kartenvariante ist eine kleine togo-Version vom Klassiker Rajas of the Ganges, in der die Würfel über Karten simuliert werden, das Szenario am Ganges aber erhalten bleibt.

Die geniale Idee der gegenläufig voranschreitenden Siegpunkteleisten im Hauptspiel, die später ja auch z.B. in Arche Nova übernommen wurde, wird hier über sechs Zählleistenkarten adaptiert, die man von links oder rechts freischaltet (also umdreht), abhängig davon ob man 6 Münzen oder 3 Ruhmtoken für eine Siegpunktebedingung hat. Sind alle umgedreht „treffen sich die Leisten“ und der Sieger steht fest.

Aber wie kommt man zu den somit wertvollen Münzen und Ruhmtoken?

Die multifunktionalen Karten fungieren mit der einen Seite als Handkarte (farbiger Würfel, die Ressource) und auf der anderen Seite in der Auslage als Aktionskarte. Die Aktionskarten kann man teilweise mit Handkarten kaufen (passend mit der richtigen Farbe oder dem passenden Würfelwert) oder man kann sie kostenlos als Würfel- oder Warenkarte nehmen. Was man nun genau mit den Karten alles machen kann und wie sie voneinander abhängen oder gegen andere Karten und dann letztendlich die wertvollen Münzen und Ruhmtoken getauscht werden wird in der guten Anleitung kurz und prägnant beschrieben, es gibt aber auch eine sehr gute Spielerhilfe.

Für drei Spieler sind 16 Aktionskarten in der Auslage. Hier „kaufen“ wir Schiffe, Gebäude oder eine Palastkarte. Oder wir nutzen eine gratis-Aktion, um z.B. wieder Würfelkarten auf die Hand zu nehmen.
Hohe Würfelwerte sind für den Kauf teurer Gebäude wichtig, kleinere Werte braucht man aber für die Schiffe.
Zwei Zählleistenkarten habe ich schon umgedreht.
Die beiden Verwalterkarten kann man als Joker nutzen oder z.B. auch für einen Extrazug. Rechts sind die beiden Spielerhilfen. Hier sieht man, was man gegen was tauscht, um dann die wertvollen Münzen und Ruhmtoken zu bekommen.

Fazit:

Ich mag Spiele, in den man ein paar Züge im Voraus planen kann. Und so sehe ich in der Auslage eine für mich wichtige Karte, die ich bald kaufen kann. Eigentlich kann sie auch niemand anderes wegkaufen, da sie sehr teuer ist. Doch man kann die Karte auch kostenlos umgedreht als Würfelressource auf die Hand nehmen, was dann auch jemand anderes macht. Und weg ist sie. Hier ist die multifunktionale Karte dann ein Nachteil für Strategen. Dadurch wird es etwas zufälliger, was im Hauptspiel so nicht der Fall ist.

Die Variationsvielfalt der Wege zum Ziel ist groß. Und ein wenig schaut man schon, was die Mitspieler gebrauchen könnten, um sie auch mal zu ärgern. Doch schnell ändert sich deren Strategie und so spielt dann doch jeder für sich alleine. Mit knapp 60 Minuten aber trotzdem ein schönes togo-Spiel für den Urlaub. Bleibt in der Sammlung.

Stubenscore: 7,3 / 10


RAJAS OF THE GANGES: CARDS & KARMA
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Scales of Fate

30. März 2026 um 00:28

Scales of Fate ist das beste Brettspiel für zwei Personen. Punkt. Daran gab es nach der Erstpartie nichts zu rütteln. Ich hielt hier den goldenen Gral in der Hand. Meine Emotionen kochten über, denn das erlebte Duell war einfach grandios gewesen. Kurzweiligkeit traf auf unfassbar und wunderschön opulentes Material. Hartes Deduzieren küsste bemerkenswert spannendes, aber...

Der Beitrag Scales of Fate erschien zuerst auf Brett und Pad.

Rajas of the Ganges

Von: ferengi
29. März 2026 um 13:13

Im Indien des 16. Jahrhunderts

Bei BGG ist Rajas of the Ganges neben vielen EXIT-Spielen das beliebteste Spiel von Inka & Markus Brand.

Als Rajas sind wir im historischen Indien Herrscher über unser Land und streben nach Geld und Ruhm. Innovativ sind die entsprechenden beiden Siegpunkteleisten für Geld und Ruhm, die gegeneinander laufen und das Spielende einläuten, wenn sie sich bei einem Spieler kreuzen.

Aufbau für zwei Personen

Mechanistisch spielen wir mit Arbeitern, die wir für verschiedene Aktionen einsetzen. Unsere drei fleissigen Helfer können wir bis auf fünf vermehren, was man auch schnell machen sollte. Typischerweise werden Aktionen in einer Runde teurer, wenn andere Spieler die Aktion schon genutzt haben.

Einige Aktionen sind kostenfrei, andere erfordern Geld oder einen unserer Würfel als Ressource. Dies ist manchmal ein beliebiger Würfel, ein besonderer Würfelwert, oder es muss ein Mindestwert mit mehreren Würfeln in der richtige Farbe sein. Aber es gibt Möglichkeiten, mehr Würfel zu erhalten, Würfel zu tauschen oder ihren Wert zu ändern.

Bezahlen wir mit Geld, wandert unser Marker auf der einen Siegpunkteleiste auch manchmal in die falsche Richtung. Und so muss man taktisch überlegen, ob man eine teure Aktion ausführt.

Rechts kann man einen Arbeiter setzen und erhält einen Würfel, links müssen wir einen Würfel (ohne vorgegebene Farbe) setzen und können z.B. mit einer 6 sechs Felder auf dem Fluss vorankommen.
Auf unserem Provinztableau setzen wir Plättchen mit Märkten (für Geld) und Gebäude (für Ruhm). Außerdem können wir mit dem richtigen Plättchen auch Randfelder anbinden und erhalten Boni.
Endstand: Der grüne runde Geldmarker hat den grünen Ruhmtoken gekreuzt.

Fazit:

Tolles Material, Szenerie und ein überschaubares Regelwerk mit aber komplexen Abhängigkeiten. Aufgrund der Ausgangssituation mit je nur einem Würfel in den vier Farben und einigen Aktionen, die noch keinen Sinn machen, holen uns Inka und Markus Brand sehr gut in das Spiel rein. Aber natürlich müssen wir schon einmal gucken, wie wir unser Reich entwickeln wollen. Wie kommen wir schnell an mehr Arbeiter? Wie organisieren wir Geldnachschub? Wie komme ich an die besten Plättchen für mein Tableau?
Mit 90 Minuten Spieldauer kann man auch gleich eine weitere Runde anschließen – ein schönes Workerplacement-Einsteigerspiel.

Stubenscore: 8,0 / 10


RAJAS OF THE GANGES
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Brettspiel (getestet)

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