4 Jahre nach London sind wir nun in einer deutschen Stadt im U-Bahn-Netzwerk unterwegs und verbinden mit vier Farbstiften Haltestationen.
Was ist anders als in London, Tokyo oder Paris?
Früher gab es mal West- und Ostberlin. Eine Besonderheit in Berlin ist es somit, dass die Karten zusätzlich eine Krone oder Bären haben (steht für Ost und West) und wir entsprechend als Start- und Verlängerungspunkt von rechts oder links in Berlin starten. Wenn wir die beiden Linien je Farbe miteinander verbinden, dann gibt es Sonderpunkte. Und anschließend können wir die Bären und Kronen für diese Linie ignorieren, was uns taktische Vorteile bringt.
Ansonsten multiplizieren wir wieder je Linie Anzahl Bezirke mit höchste Anzahl Haltestellen in einem Bezirk. Auch sind Kreuzungen und zwei Linien auf einer Strecke nicht zulässig, man kann sich aber über die Stationen Strecken weiterführen. Also wenig Neues.
Schon unübersichtlich, was man da so einzeichnet.
Fazit:
Für mich ist dann doch die Abwechslung zu gering und ich bin mit London in meiner Sammlung gesättigt. Aber mal zum Mitspielen ist die Zusammenführung der beiden Linien schon eine Herausforderung, vor allem wenn man es mehrmals in einem Spiel schaffen möchte.
Der Jurassic Zoo steht kurz vor der Eröffnung. Aus mehreren Filmen wissen wir, dass das unter Umständen kein einfaches Unterfangen ist. Daher bauen wir noch die letzten Gehege, um die Tiere in diesem Flip & Write – Spiel sicher einzusperren.
Folge 45 strotzt vor Vorfreude auf die kommende SPIEL 26 in Essen. Wir berichten von Presseevents und von unseren ersehnten Titeln. Außerdem besprechend wir FIRST GIANTS und RIFFWELTEN in gewohnter Tiefe.
Die Crowdfunding-Wochenschau blickt auf die vergangenen sieben Tage vom 14. bis zum 21. September 2026 zurück. Auf Kickstarter und Gamefound sind mehrere neue Brettspiel-Kampagnen gestartet, von einer offiziellen Anime-Lizenz bis zu einem Eurogame-Wolkenkratzer. Bei der Spieleschmiede gab es in diesem Zeitraum keinen neuen Brettspiel-Start.
Naruto Shippuden Battle
This is a GAME / 2002MK-2007SP
Naruto Shippuden Battle ist laut Verlag das erste offizielle Brettspiel zur Anime-Reihe Naruto Shippuden. Zwei oder vier Personen stellen Teams aus Ninja-Miniaturen zusammen und tragen taktische Arenakämpfe aus. Karten steuern Bewegung, Angriff und Reaktionen und lassen sich zu Kombos verketten, und gespielt wird als direktes Duell oder im Zwei-gegen-zwei-Team. Eine Partie dauert rund 30 Minuten, empfohlen ab 10 Jahren.
Designer ist Philippe Ville. Verlag ist This is a GAME gemeinsam mit Don't Panic Games. Die Kampagne lief seit dem 15. September 2026 auf Gamefound mit einem Ziel von 35.000 Euro und stand am 21.09.2026 bei 875 Unterstützern und rund 194.000 Euro, umgerechnet 555 Prozent des Ziels. Zu einer deutschen Sprachversion äußert sich die Kampagnenseite bislang nicht.
Arcologies
Artwork Adrien Rives
Arcologies ist ein Städtebau-Strategiespiel von Alban Viard für ein bis vier Personen. Gebaut wird eine vertikale Stadt der Zukunft: Auf drehbaren Spieltableaus werden Wohnungen, Büros, Geschäfte und Grünflächen in einem Hochhaus organisiert, während die Planung der Aufzüge darüber entscheidet, wie zufrieden die Bewohner sind. Eine Partie dauert 60 bis 150 Minuten. Verlag ist AVStudioGames, und die Illustrationen stammen von Adrien Rives.
Die Kickstarter-Kampagne startete am 15. September 2026 mit einem Ziel von 29.000 Euro und stand am 21.09.2026 bei 387 Unterstützern und rund 30.175 Euro, also 104 Prozent. Sie läuft noch bis zum 7. Oktober 2026. Laut Kampagnenankündigung ist auch eine deutsche Fassung geplant.
DAVOS von Marty.Games schickt zwei bis acht Personen als Investmentgesellschaften in ein Verhandlungsspiel um wirtschaftlichen und politischen Einfluss. Unternehmen in Amerika, Europa, China und dem Globalen Süden werden übernommen, Parlamente beeinflusst und Institutionen unter Kontrolle gebracht, wahlweise auch kooperativ oder mit einer Dissidentenrolle gegen den Rest der Runde. Eine Partie dauert laut Verlag 60 Minuten, empfohlen ab 14 Jahren. Ein Designer wird auf der Kampagnenseite nicht genannt, und die Grafik stammt von Martijn Snelder.
Nach einer ersten Kickstarter-Auflage 2024, deren Lieferstatus die Kampagnenseite nicht nennt, läuft nun eine neue Kampagne auf Gamefound, gestartet am 15. September 2026 mit einem Ziel von 5.000 Euro. Am 21.09.2026 standen 237 Unterstützer und rund 16.153 Euro zu Buche, umgerechnet 323 Prozent. Die Kampagne endet am 8. Oktober 2026.
Chocolate Factory Remastered
Alley Cat Games
Chocolate Factory Remastered legt das Effizienzspiel von Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert bei Alley Cat Games in einer überarbeiteten zweiten Edition auf. Über ein Förderband wird Kakao durch selbst gebaute Maschinen geschickt und Schritt für Schritt zu Schokolade verarbeitet, und neue Maschinenteile und Angestellte erweitern die eigene Fabrik. Die Neuauflage bringt zwei neue Erweiterungen mit, Wonder und Milk, dazu überarbeitete Illustrationen und vollfarbig bedrucktes Material. Gedacht ist das Spiel für ein bis vier Personen mit 45 bis 90 Minuten Spielzeit.
Die Kickstarter-Kampagne ist ein Staff Pick der Plattform, läuft seit dem 14. September 2026 mit einem Ziel von 12.500 Pfund und stand am 21.09.2026 bei 513 Unterstützern und rund 33.045 Pfund, also 264 Prozent. Sie endet am 8. Oktober 2026.
Perennial
Illustration Beth Sobel / Flatout Games
Perennial kommt vom Team hinter Cascadia und Calico bei Flatout Games, entworfen von Emily Vincent mit Illustrationen von Beth Sobel. Über vier Runden legen ein bis vier Personen Präriegärten aus Polyomino-Plättchen: Werkzeugkarten geben die Form vor, in der Pflanzen- und Tierplättchen gesammelt werden dürfen, bevor alle gleichzeitig ihren Garten bepflanzen. Punkte gibt es unter anderem für zusammenhängende Pflanzenflächen und passend platzierte Tiere, und dazu gibt es einen eigenen Solo-Modus. Eine Partie dauert 30 bis 45 Minuten.
Die Kickstarter-Kampagne ist ebenfalls ein Staff Pick, läuft seit dem 15. September 2026 mit einem Ziel von 8.000 US-Dollar und stand am 21.09.2026 bei 1.642 Unterstützern und rund 71.463 US-Dollar, umgerechnet 893 Prozent. Sie endet erst am 5. November 2026.
Die fünf Kampagnen dieser Woche zeigen zwei gegenläufige Strategien: Etablierte Studios wie Flatout Games und Alley Cat Games verlassen sich auf bekannte Marken und Remaster, während This is a GAME mit einer Lizenz und Alban Viard sowie Marty.Games mit eigenständigen Designs neues Terrain versuchen. Wie sich die hohen Startquoten bis zum jeweiligen Kampagnenende halten, bleibt abzuwarten.
Museumsfans aufgepasst! Bei First Giants werden die Spielenden zu Paläontolog*innen und Museumskurator*innen. Um die größten Sammlungen an Urzeitfossilien zu schaffen, graben sie verschiedene Fossilien aus, um sie im eigenen Museum auszustellen und so die beeindruckendsten Zusammenstellungen von urzeitlichen Tieren zu erschaffen.
Wo soll es im Urlaub hingehen, wie kommen wir von Ort zu Ort, was wollen wir uns angucken, wo kann man essen? Immer das gleiche Problem mit der Planung. Und wäre es nicht schon schwierig genug im Reallife diese Aufgabe zu lösen, lassen uns Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert dieses auch noch in einem Brettspiel erleben.
In diesem bunten Familienspiel haben wir einen Plan unserer drei Urlaubswochen vor uns liegen. Drei Pflichtstädte bekommt jeder Spieler vorgegeben.
London, Berlin und Prag sind bei mir gesetzt
In der zentralen Auslage gibt es drei Bereiche mit drei Plättchen, von denen wir eines in unserem Zug nehmen. Wurden vorher schon in diesem Bereich Plättchen genommen, werden Reisekoffer (Bus, Bahn, Flugzeug) anstelle des Plättchens ersetzt und der nächste Spieler bekommt dann zu einem Plättchen in dem Bereich diese Koffer zusätzlich. Und diese benötigt man später, um zwischen Orten zu Reisen. Sollte man die entsprechende Koffer (Bahn, Bus oder Flugzeug als „geht immer“) nicht legen können, gibt es Minus- anstelle Pluspunkte für die korrekte Reisemöglichkeit. Das sind schon die Regeln.
Oben die Übersicht, welche Reisemöglichkeiten (Bahn, Bus) vorgegeben sind. Alternativ geht immer der Flug, der aber keine Punkte bringt. Unten die Plättchen, die man nehmen kann. Bei Grau (Bus) und Schwarz (Bahn) fehlen weche und man bekommt zusätzlich zum Plättchen die Koffer. Links noch die beiden Bedingungen für Bonuspunkte zum Spielende.
Punkte gibt es, wenn man bis zu vier Tage in einer Stadt bleibt sowie für die korrekten Koffer als Reise zwischen den Orten. Auch geben einige Ortsplättchen Bonuspunkte. Diese sind aber schwierig einzubauen, da sie z.B. nur an einem Montag oder in Woche 3 gelegt werden dürfen.
Am Ende kommt das Punktezahlen. Eine besondere Herausforderung ist hier die Karte links. So sucht jeder die optimale Kombination zwischen zwei Aktivitäten auf seinem Tableau, was dann unnötige Zeit zum Ende beim Punktezahlen bedeutet.
Fazit:
Im Reiseumfeld haben die Designer Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert mit Die Gilde der Fahrenden Händler, City of Rome oder der Next Station-Reihe schon eine Reihe Spiele erstellt. Mit gefällt das Thema von Happy Holiday sehr gut.
Bei drei Spielern kann es vorkommen, dass man in allen drei Bereichen nur eine Option hat und man diesen Bereich dann abräumt und zwei Koffer erhält. Nehmen die nächsten beiden Spieler wieder je ein Plättchen von dem neuen drei Plättchen in dem Feld, hat man wieder nur eine sehr eingeschränkte Auswahl und muss auch in der Runde einen Bereich abräumen. Etwas hilft hier die Sonderregel, dass man bis zu fünf Koffer gegen Plättchen aus dem Vorrat ziehen kann und hieraus ein Plättchen wählen darf. Aber trotzdem kam es hier zu unfairen Situationen. Insgesamt hat das Spiel nette Ideen, sieht schön aus und die Regeln sind einfach. Aber eine weitere Runde möchte ich dann doch nicht spielen. Das Spiel wird aber sicher seine Liebhaber finden.
Erst wollte ich ein besonders dickes Paket schnüren, habe dann aber doch lieber die Fallakte aufgeteilt. In dieser Fallakte präsentiere ich drei Krimispiele, die alle von der Integration digitaler Elemente leben: Materialien…
Auch diesem Teil der Serie von Matthew Dunstan und Dave Neale scannen wir 6 dickere Objekttafeln und 18 Objektkarten mit einer App und sortieren dann jeweils 3 Karten zu den 6 Tafel in die chronologischen Reihenfolge. Da auch innerhalb eines Abschnitts aus Tafel + 3 Karten ein Sprung in der Geschichte ist, hört man viele der Audio-Schnipsel häufig und macht sich so langsam ein Bild zu der Gesamtgeschichte.
Im Karton sind nur ein paar Karten und eine Anleitung.Der Aufbau: Unten die 6 Tafeln, darüber 9 der 18 Karten. Davon passen jeweils 3 zu einer Tafel und dann müssen wir noch die Reihenfolge ermitteln
Die Geschichte wurde in der Corona-Zeit entwickelt, somit spielt dies thematisch mit. Aber die Story ist vielschichtig und es macht richtig Spaß, sie zu erkunden. Auch gut gelöst ist, dass man nach Abschluss eines Abschnittes (also der Aneinanderreihung von 4 Tafeln/Karten) wir uns diesen insgesamt anhören können und so weitere Hinweise erhalten.
Geschafft: Die linke Tafel und die drei Karten liegen in der richtigen Reihenfolge. Nun können wir uns Zusatzinformationen anhörenDer Epilog zum Abschluss rundet die Geschichte gut ab und stimmt auch etwas nachdenklich.
Fazit:
Die App funktioniert sehr gut. Es werden also die Bilder gut erkannt, man muss sie aber noch einmal bestätigen. Auch das ist gut, denn wenn mehrere nebeneinander liegen, guckt die Kamera schon mal woanders hin. Interessant ist es auch, dann im Epilog zu hören, wie es im Anschluß weiter geht. Schön, wenn bei einem Spiel die Story mal im Vordergrund steht. Hervorzuheben ist noch, dass die Audiofiles kurz sind, wir also nicht zugelabert werden. Auch besteht kein Zeitdruck, wir können also in Ruhe die Files so oft hören, wie wir wollen. 90 Minuten sollte man aber in Summe schon einplanen.
Dieses war unser zweiter Fall in der Reihe. Vor knapp einem Jahr dachte ich nach Der Cocktail, dass wir bald den nächsten Fall angehen. Bis zum nächsten Fall wird es sicher nicht so lange dauern.
Mit ihren erzählerischen Adventures Games haben die Autoren Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan das aus Computerspielen bekannte Click-and-Point-Prinzip in einer analogen Rätselspielreihe etabliert. Die ersten Abenteuer entführten in eher düstere Umgebungen. Aber es gibt auch einen Einstiegsfall – deklariert als “Family”. Und das passt in der Tat: Story und Schwierigkeitsgrad machen “Dimension Fünf-Sieben” zu einem idealen Spiel für Neulinge und Jüngere. Das liegt nicht zuletzt an der Geschichte, die hier erstmals der Fantasie von Jan Cronauer entsprungen ist. Der Drehbuchautor (Folgen für “Tatort”, “Der Kriminalist”, und “Dünentod”) ist in der Spieleszene als Youtuber unter seinem Künstlernamen “Cron” bekannt.
Herr Feinbier und die Dimension Fünf-Sieben
Drei Freunde und Hund Lucky wundern sich über Veränderungen ihres Lehrers. Schnell merken sie, dass mit Herrn Feinbier etwas nicht stimmt. Der Name des Falls lässt es bereits erahnen: Erklärungen für das Verhalten sind nicht allein in der Schule zu finden. Im Gegenteil: Die Freunde kommen fremden Welten, anderen Dimension auf die Spur. Wir helfen ihnen, indem wir Orte untersuchen, Gegenstände finden, Dinge kombinieren, Aufgaben erfüllen, Rätsel lösen. Was wann passiert, lässt sich dank Zahlencodes im Abenteuerbuch nachlesen. Mehr Spaß macht es jedoch, sich die Passagen mittels App vorlesen zu lassen.
Der in fünf Kapitel unterteilte Fall lässt sich recht stringent angehen. Tiefgang und Herausforderung sprechen insbesondere Acht- bis Zwölfjährige an. Für erfahrene Rätselfans dürften die Aufgaben eher geringe Herausforderungen darstellen. Gleichwohl entfaltet die Geschichte einen Charme, der auch junggebliebene Erwachsene unterhält. Und als solcher fühle ich mich noch immer.
Adventure Games Family – Dimension Fünf-Sieben | Kosmos | Phil Walker-Harding, Matthew Dunstan, Jan Cronauer | 1 bis 4 Spieler | ab 8 Jahren | 5 Kapitel à bis zu 45 Minuten | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)
Perspectives (Blaue Box) ist nun nichts Neues mehr. Das Perspectives-Spielprinzip konnten wir schon in einer orangefarbenen Box bewundern und ich war damals sehr angetan von dem Konzept. Jetzt gibt es einen zweiten Teil. Wieder ist die Box gefüllt mit drei unterschiedlichen Fällen. Was die Box indessen kann und wie uns die Fälle gefallen haben, das erfahrt ihr in der nachfolgenden Review zum ungewöhnlichen Ermittlungsspiel von Matthew Dunstan und Dave Neale.