Normale Ansicht

„Wie sonst willst du das interpretieren?" BGG streitet, ob CMONs System von innen kaputt ist

„Wie sonst willst du das interpretieren?" BGG streitet, ob CMONs System von innen kaputt ist

Nach der Warnung des Miniaturenriesen an die Hongkonger Börse diskutiert die größte Brettspiel-Plattform der Welt nicht mehr nur über Zahlen. Es geht um die Frage, ob das Crowdfunding selbst die Firmen groß gemacht hat, die jetzt straucheln.

Am 18. September hat Nutzer SiarX im General-Gaming-Forum von BoardGameGeek eine Frage gestellt, die viele in der Szene wohl schon länger mit sich herumtragen: Warum geht es Firmen wie CMON, Steamforged und Mythic Games gerade so schlecht, obwohl sie vorher jahrelang erfolgreich waren? Seine Vermutungen: Zölle? Die Nachwehen von Corona? „Aber die Pandemie ist seit Jahren vorbei", schreibt er. In gut zwei Tagen sind 28 Antworten zusammengekommen, und die Debatte hat schnell eine Schärfe erreicht, die es in reinen Wirtschaftsbeiträgen selten gibt.

Beeple Talk #290 für September ist online: Boardgame Deluxe mit Smuker und Mathias

Newsbild Jeden Monat am 20. erscheint ein aktueller Beeple Talk des Beeple Netzwerks. Dieses Mal waren Smuker und ich die Hosts und wir haben über verschiedene Möglichkeiten gesprochen Spiele mit Material und Gestaltung aufzuwerten. Hört gerne rein. Außerdem wird in Kürze das Beeple Radio zur SPIEL 2026 starten, wo viele Mitglieder des Netzwerkes wieder tolle Beiträge für Euch aufgenommen haben, um Euch eine umfangreiche Messevorbereitung zu bieten.

Tangram: Der Urvater der abstrakten Legepuzzles

Von: ravn
20. September 2026 um 22:02

Tangram ist kein Spiel im eigentlichen Sinne – eher eine Philosophie, eine Lebenseinstellung. Dabei kommt es mit nur sieben geometrischen Holzteilen aus, bildet aber mit ausreichend Kreativität und Vorstellungsvermögen tausendfache sinnvolle Kombinationen, die eine scheinbar kleine Welt des Mosaiks in immer wieder erstaunlichen Bildcollagen verwandeln. Ohne Tangram gäbe es auch kein Ubongo & Co.

Schmidt Spiele hat es nicht erfunden und deshalb fehlt auch der Autor auf der kleinen Metallbox voller Fingerabdrücke, in der Tangram aktuell zum Taschengeldpreis erhältlich ist. Erstmalig erwähnt wurde es unter dem Namen „sieben Bretter der Weisheit“ in chinesischen Schriften um 1813. Dort tauchten dann auch Rätselbücher auf, deren Vorlagen man aus den nur sieben Teilen passgenau nachlegen soll. Im 19. Jahrhundert wanderte es dann als Tangram nach Europa. Brettspielkenner wird die Tangram-Form als Quadrat zusammengelegt zudem arg bekannt vorkommen. Die SPIEL Essen hat es im Logo und steht dort für spielerische Vielfalt. Ich selbst habe Tangram in der alten Pappschachtel-Ausgabe allerdings beim Ergotherapeuten kennengelernt. Dort ist es im Einsatz, um visuelle Wahrnehmung, Raum-Lage-Verständnis, Feinmotorik sowie Auge-Hand-Koordination zu trainieren und zu verbessern.

Es ist schon erstaunlich, wie viele unterschiedliche Formen wie auch komplex-abstrakte Abbildungen damit möglich sind. Wer sich die sieben lackierten Holzteile genauer anschaut, der erkennt, dass sich einzelne Teile zu den größeren Formen auslegen lassen und das auffällige Parallelogramm damit gerne in seiner Grundform maskiert werden kann. Und genau da liegt die Herausforderung im Solo-Spiel: Erkenne aus einer nicht maßstabsgetreuen Abbildung ohne Trennlinien, wie dieses Objekt aus den sieben Formen zusammengebaut ist und baue es nach. Gerne einfach spontan probiert, gedreht und gewendet und erste irreführende Ideen wieder verworfen. Die Schmidt Spiele Ausgabe bringt dazu 800 Bildvorlagen mit. Wer ganz verzweifelt ist oder zu wenig Geduld hat, schaut bei den Auslösungen nach und wird erstaunt sein. Freies wie kreatives Spiel ist ebenso möglich. Wer weiß, eventuell entdeckt Ihr eine noch nie dagewesene Kombination?

Ohne Tangram als Urvater der geometrischen Form-Puzzles, würde es wohl auch kein Ubongo geben. Vom schwedischen Spieleautor Grzegorz Rejchtman 2003 erfunden, nutzt es die von Tetris bekannten Polyominos, macht ein Echtzeit-Wettrennen im Wettstreit mit zeitgleich puzzelnden Mitspielern daraus und landet einen Welthit. Seit 2005 bei Kosmos als lokalisierte Version erhältlich. Fünfzehn verschiedene Varianten listet Kosmos auf: von Ubongo 3D bis zum diesjährigen Ubongo Flex, das mich bei meiner ersten Mitspielpartie fast zum Wahnsinn getrieben hat. Wo das Ubongo gezielt Hektik verbreiten will, ist die Solo-Beschäftigung mit Tangram eher eine Quelle der Ruhe – sofern man irgendwann auf die Lösung kommt.

Fertig ich habe

Von: Jens
20. September 2026 um 21:17

„Fertig ich habe“ ist ein herrlich absurdes, chaotisches und extrem unkooperatives Kartenspiel für 2 bis 5 Spielende. Es ist gleichzeitig Stand-Alone-Version als auch vollwertige Erweiterung für das früher erschienene “Ich habe fertig”, allerdings mit Star Wars Anspielung.  Würde Meister Yoda

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„Warum gibt niemand fünf Minuten Feedback?" Die Wut eines Hobby-Designers

„Warum gibt niemand fünf Minuten Feedback?" Die Wut eines Hobby-Designers

Ein Amateur-Erfinder hat im BGG-Design-Forum Luft gemacht über Verlage, die Prototypen durchsehen und sich nicht einmal für eine Absage mit Substanz interessieren. Die Debatte zeigt ein Geschäftsgeheimnis - und eine Community, die nicht bedingungslos glaubt.

Dawamesk beschreibt im Design-Forum von BoardGameGeek einen Werdegang, den Tausende im Hobby hinter sich haben: seit Jahren Spiele entwerfen, Zeit und Geld in Prototypen stecken, an Verlage schicken - und Absagen kassieren, immer wieder. Irgendwann drehte er den Spieß um und baute sein letztes Spiel nicht mehr für Verlage, sondern nur noch für sich und seine Partnerin. Es wurde, nach seiner eigenen Bilanz, ihr gemeinsames Lieblingsspiel. Ein befreundeter Profi-Designer (mit einem Titel unter den Top 150 auf BGG) bestätigte das Urteil. Also wieder an die Verlage geschickt - und überall dieselbe Antwort gehört: Das Thema sei schön, aber die Mechaniken nicht originell genug, nicht das nächste Große. Was fehle, sei nie ein Wort dazu, was man besser machen könnte. Am 18. September postete er das, inzwischen 20 Beiträge.

Du bist am Zug | Brettspiel-Gottesdienst & Spieleabend

20. September 2026 um 18:19

Wenn die Kirche zum Spielfeld wird

Normalerweise steht bei einem Gottesdienst ziemlich genau fest, was wann passiert. Welches Lied gesungen wird, welcher Bibeltext gelesen wird und wann die Predigt beginnt.
Am Sonntag, 27. September 2026, ist das in der Melanchthonkirche in Köln-Zollstock ein bisschen anders. Denn dann wird gewürfelt.

Beim Brettspiel-Gottesdienst „Du bist am Zug“ wird die Kirche selbst zum Spielfeld. Ein großer Weg führt durch den Kirchenraum, zwei Spielfiguren ziehen darüber und die Gemeinde entscheidet mit jedem Würfelwurf, wie es weitergeht. Der genaue Ablauf entsteht also tatsächlich erst im Laufe des Abends.

Ein Gottesdienst, der sich erspielt

Auf dem Spielfeld warten unterschiedliche Felder. Mal wird gemeinsam gesungen, mal ein Bibeltext gelesen oder gebetet. An anderer Stelle gibt es eine kleine Aktion oder einen Impuls. Was als Nächstes passiert, weiß vorher niemand so genau. Die Gemeinde spielt dabei in zwei Teams. Allerdings geht es nicht darum, die andere Seite zu schlagen. Beide Teams haben ein gemeinsames Ziel: Lied, Bibeltext, Gebet, Aktion und Impuls müssen im Laufe des Gottesdienstes mindestens einmal erreicht werden. Erst dann ist das Spiel gewonnen. Und auch beim Ziehen gibt es Entscheidungen. Die Würfelzahl bestimmt zwar, wie weit eine Figur läuft, an Kreuzungen kann aber frei gewählt werden, welchen Weg sie nimmt. Zufall und Entscheidung gehören also beide zum Spiel.
Genau darin steckt auch die Idee hinter dem Abend: Nicht alles lässt sich planen. Manche Dinge passieren einfach. Trotzdem gibt es meistens einen nächsten Schritt, den wir selbst gehen können. Oder etwas kürzer: Du bist am Zug.

Würfeln statt fester Reihenfolge

Das Schöne an der Idee ist für mich, dass Brettspiele diesmal nicht einfach Thema eines Gottesdienstes sind. Der Gottesdienst ist das Spiel. Lieder, Texte, Gebete und Aktionen sind vorbereitet. Welche davon tatsächlich vorkommen und in welcher Reihenfolge, entscheidet sich aber erst beim gemeinsamen Spielen. Wer würfelt, darf auch entscheiden, welchen Weg die eigene Spielfigur nimmt. Danach wandert der Würfel weiter. So sollen im Laufe des Gottesdienstes möglichst viele selbst einmal am Zug sein. Ein kleines Detail gefällt mir dabei besonders: Gewinnen kann am Ende niemand allein. Erst wenn alle fünf Elemente zusammengekommen sind, hat die ganze Gemeinde gewonnen. Eigentlich ziemlich passend.

Und danach wird weitergespielt

Nach dem Gottesdienst müssen die Würfel übrigens noch nicht wieder eingepackt werden. Ab etwa 19 Uhr geht es mit einem großen Spieleabend weiter. Vor Ort gibt es verschiedene Spiele vom kleinen Kartenspiel über Klassiker und Familienspiele bis zu leichten Kennerspielen. Wer möchte, kann natürlich auch eigene Spiele mitbringen.

Los geht es am Sonntag, 27. September 2026, um 18 Uhr in der Melanchthonkirche, Breniger Straße 20 in Köln-Zollstock. Der Eintritt ist frei.

Also: Würfel einpacken müsst ihr nicht.
Aber vielleicht ein Lieblingsspiel.
Du bist am Zug.

SWAMS Kids #15: Pumuckl und die Krone des Piratenkönigs

Von: Gnislew
20. September 2026 um 18:00
SWAMS Kids #15: Pumuckl und die Krone des Piratenkönigs Blogspiele Gnislew

Heute probieren wir bei SWAMS Kids mal wieder etwas neues aus. Wir besprechen ein SWITCH-Spiel. Auf dem Programm steht Pumuckl und die Krone des Piratenkönigs, ein Puzzlespiel mit dem bekannten Klabautermann.

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Brettspiel Crowdfunding News 38/26

Von: Nina
20. September 2026 um 17:45

Angekündigt: Neu: Updates: ANGEKÜNDIGT In der kommenden Woche ist einiges mehr los auf den Crowdfunding-Plattformen. Es sind verschiedene Projekte angekündigt. Hier der Überblick über die kommende Woche und den verschiedenen Plattformen und die „wichtigsten“ Projekte: Arctica Mit Arctica veröffentlichen This Way! und die Autoren Rémi Mathieu und Sams ein Strategiespiel rund um die Tierwelt der Arktis. Ein […]

Queen Games: Neuheiten Herbst 2026

20. September 2026 um 17:44

Das ist neu beim Verlag aus Troisdorf Wenige Wochen vor der SPIEL ’26 stellt der Troisdorfer Verlag Queen Games Medienvertretern und Content Creators traditionell seine Herbstneuheiten vor. Am 19./20.09.2026 konnten…

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Minecraft Digging Down von Ravensburger im Handel

20. September 2026 um 17:16
Minecraft Digging Down von Ravensburger im Handel

Ravensburger hat mit „Minecraft Digging Down“ ein neues kooperatives Kartenspiel im Minecraft-Universum veröffentlicht. Das Spiel von Designer Jens Merkl ist inzwischen im Handel erhältlich.

Tiefer graben oder umkehren

Zwei bis vier Spielende erkunden gemeinsam eine Höhle und decken dabei reihum Karten auf: nützliche Gegenstände, Erze, Lava, tiefe Spalten oder Monster können zum Vorschein kommen. Die zentrale Entscheidung fällt zu Beginn jeder Runde, wie es die Spielbeschreibung formuliert: „At the beginning of each round, you decide whether you want to venture deeper into the cave or return to your safe base.“ Auf Deutsch: Die Gruppe entscheidet jede Runde neu, ob sie tiefer in die Höhle vordringt oder zur sicheren Basis zurückkehrt.

Ziel ist es, Diamanten zu finden und die Endermen zu besiegen, bevor der gemeinsame Vorrat an Fackeln aufgebraucht ist. Geht der Vorrat vorher zur Neige, ist die Partie sofort verloren, unabhängig von der Rundenzahl. Der Verlag legt drei unterschiedlich schwere Level bei.

Eckdaten und Stand auf BoardGameGeek

Das Spiel ist für 2 bis 4 Spielende ab 9 Jahren ausgelegt, und eine Partie dauert rund 30 Minuten. Eine Illustration führt der BGG-Eintrag zum Spiel nicht. Auf BoardGameGeek läuft der Titel weiterhin unter „Admin: Upcoming Releases“, während es beim Fachhändler Brettspielheld zum Zeitpunkt des Abrufs mit zwei Exemplaren vorrätig war. Bewertungen gibt es auf BGG inzwischen vereinzelt.

Circadia

20. September 2026 um 17:13
Hisashi Hayashi ist spätestens seit Bomb Busters, dem Spiel des Jahres 2025, kein Unbekannter mehr. Dass er es thematisch auch deutlich friedlicher kann, zeigt er nun mit Circadia (Elznir Games). Denn anstatt Bomben zu entschärfen, sammeln wir Geisterwesen und bauen Habitate. Viel friedlicher geht es kaum. Dieser Eindruck setzt sich mit dem Öffnen der Schachtel direkt fort. Denn das Material beschränkt sich im Wesentlichen auf Karten. Einem schnellen Start steht also wen
ig im Weg.
 
 
 
 
 
 
Drei Stapel und ein Geisterwesen
Beginnen wir mit den Habitaten. Von diesen gibt es 3 verschiedene Arten (Wald, Fluss und Nebel), jeweils 3 davon liegen offen aus. Genau diese Karten sind das Ziel unserer Begierde, dienen sie doch als Heimat für Geisterwesen. Fünf davon finden sich anfänglich auf unserer Hand, passend zu den Habitaten und mit Werten von 1 bis 5. In unserem Zug spielen wir beliebig viele Karten mit dem gleichen Wert in die persönliche Auslage. Allerdings dürfen die Werte, wie sollte es auch anders sein, nicht sinken. Das Gemeine: Der Wert der ausgespielten Karten bestimmt gleichzeitig, wie viele neue Karten wir aus der zentralen Auslage nehmen dürfen. Eine Fünf klingt deshalb zunächst verlockend, fünf neue Karten sind schließlich fünf neue Möglichkeiten. Dummerweise schränken genau diese hohen Karten die Erweiterung meiner Auslage massiv ein. Also vielleicht doch liebe ein paar Einser spielen, nur eine Karte nachziehen dafür aber die eigene Auslage flexibel halten. Ein spannendes Dilemma.
 
 
Sprinten, Stolpern, Seitenschritt
Das Hantieren mit den Geistwesen hat eigentlich nur das Ziel, genug Karten zusammenzubekommen, um sich eines der Habitate leisten zu können. Die punkteträchtigen Karten sind natürlich schwieriger zu erreichen und auch für die Mitspielenden verlockend. Zusätzlich müssen die Habitate in einer Tag-Nacht-Folge gesammelt werden. Eine attraktive Karte kann deshalb im falschen Moment völlig nutzlos sein. Damit entsteht ein schönes Wettrennen um die wertvolleren Habitate. Wer zu lange wartet, riskiert, dass ein lukratives Ziel weg ist. Wer zu früh zugreift, nimmt vielleicht Punkte mit, verbaut sich damit aber die bessere Gelegenheit für den nächsten Zug. All das will auf dem Weg zu den für den Sieg nötigen 15 Punkten berücksichtigt werden.
 
Fazit
Zunächst wirkt Circadia wie gewöhnliches Set Collection: Karten sammeln, Sets bilden, Punkte kassieren. Erst nach einigen Zügen zeigt sich, wie eng die einzelnen Entscheidungen miteinander verwoben sind. Welche Karte spiele ich, welches Geisterwesen sammle ich und wie halte ich gleichzeitig meine Auslage flexibel und meine Kartenhand gut gefüllt? Genau in diesen vielen kleinen, aber interessanten Entscheidungen liegt der Reiz. Die Regeln sind schnell erklärt, doch der richtige Zeitpunkt für die eigenen Aktionen will gut gewählt sein. Aus dem zunächst harmlosen Kartenspiel wird so ein kleines Puzzle, bei dem man sich durchaus selbst ein Bein stellen kann.
 
Allerdings hat das Spiel auch seine Grenzen. Zwar sollte man die Auslage und die Pläne der Mitspielenden stets im Auge behalten, direkten Einfluss auf deren Spiel gibt es jedoch kaum. Vieles passiert auf der eigenen kleinen Baustelle. Wer gerne miteinander oder gegeneinander taktische Manöver ausheckt, dürfte hier etwas vermissen. Auch die langfristige Abwechslung ist überschaubar. Nach einigen Partien ist der Kniff des Spiels bekannt und große Überraschungen bleiben aus. Die kleinen Dilemmata funktionieren allerdings auch nach dutzenden von Partien weiterhin gut. Circadia ist kein Spiel, das mit spektakulären Mechanismen oder überbordendem Material um Aufmerksamkeit buhlt. Es ist klein, friedlich, schnell erklärt. Und dabei erstaunlich herausfordernd.
 

 

Aspens

20. September 2026 um 15:17
Neil Edwards, Luke Roberts
Ludivore Games
2
10+ Jahre
30 Min.
Unsere Wertung:
Nach den ersten Minuten waren wir ziemlich überrascht: Aspens sieht aus wie ein entspanntes Spiel über wachsende Wälder, Sonnenlicht und Natur. Am Tisch fühlte es sich dann aber eher wie ein permanenter Schlagabtausch um jeden freien Flecken Land an. Wer hier nicht aufpasst, verliert plötzlich ganze Gebiete – und schaut seinem Gegenüber dabei zu, wie dessen Wald immer größer wird.

Darum geht’s beim Brettspiel Aspens

Mit Aspens veröffentlicht Ludivore Games ein reines Zwei-Personen-Spiel von Luke Roberts und Neil Edwards. Die Aufgabe klingt zunächst simpel: Wir lassen unseren Wald wachsen, breiten uns über das Spielfeld aus und versuchen am Ende mehr Felder zu kontrollieren als die gegnerische Seite. Der Weg dorthin hat allerdings einige interessante Haken.

Schon die Ausstattung macht einen starken Eindruck. Die großen Holzbäume türmen sich im Laufe der Partie zu kleinen Wäldern auf und sorgen dafür, dass Aspens auf dem Tisch deutlich mehr hermacht, als man bei einem Spiel dieser Größenordnung erwarten würde.

Aufbau und Spielablauf

Das Spielfeld entsteht aus sieben modularen Hexfeldern, ergänzt durch Wasserplättchen, die dauerhaft unbespielbar bleiben. Beide Seiten starten mit kleinen Waldgebieten rund um diese Wasserflächen.

Der eigentliche Spielablauf beim Grundspiel ist angenehm schlank. Zu Beginn eines Zuges werden ein Sonnen- und ein Windwürfel geworfen. Der Sonnenwürfel bestimmt, wie viele neue Bäume beide Spielenden erhalten. Felder mit vielen Bäumen produzieren dabei zuverlässiger Nachschub als kleine Waldstücke.

Mit den neu erhaltenen Bäumen stehen anschließend zwei Möglichkeiten offen:

  • Vorhandene Wälder verdichten (und bei künftigen Würfelwürfen bessere Chancen haben, Bäume zu erhalten)
  • Neue Felder besiedeln und das eigene Gebiet erweitern.

Dabei gibt der Windwürfel vor, in welche Richtungen die Ausbreitung überhaupt möglich ist. Das sorgt dafür, dass sich keine Partie exakt gleich entwickelt und man seine Pläne regelmäßig anpassen muss. 

Besonders wichtig sind die sogenannten Kaskaden. Gelingt es, einen Bereich des Spielplans komplett abzuschneiden, sodass die gegnerische Seite ihn nicht mehr erreichen kann, übernimmt man die Kontrolle über das gesamte eingeschlossene Gebiet. Das kann schlagartig große Teile des Spielplans sichern und eine Partie massiv beeinflussen

Wunderschöne Treeples aus Holz sind in der Spielbox von Aspens enthalten.

Wer nur expandiert, produziert später oft zu wenige neue Bäume

Genau hier liegt für uns der spannendste Aspekt von Aspens. Das Spiel verkauft sich optisch als gemütliches Waldspiel, spielt sich aber deutlich konfrontativer.

Fast jede Entscheidung dreht sich um die Frage: Investieren wir in bestehende Gebiete oder versuchen wir möglichst schnell neue Flächen zu besetzen? Beides gleichzeitig geht meist nicht. Wer zu lange in die eigene Infrastruktur investiert, verliert wertvolles Terrain. Wer nur expandiert, produziert später oft zu wenige neue Bäume.

Das sorgt für viele interessante Entscheidungen und einen ständigen Blick auf die Pläne des Gegenübers. Besonders im Mittelspiel entwickelt sich oft ein regelrechter Wettlauf um Schlüsselpositionen am Rand des Spielplans.

Allerdings hat das System auch seine Schattenseiten, und damit sind nicht die Schatten der Bäume gemeint. Mit zunehmender Spieldauer wird das Brett ein wenig unübersichtlich. Immer wieder müssen Felder mit zwei, drei oder vier Bäumen gezählt werden, um den Ertrag korrekt zu bestimmen. Das funktioniert zwar, unterbricht aber regelmäßig den Spielfluss.

Hinzu kommt, dass einzelne Würfelwürfe durchaus spürbare Auswirkungen haben können. Zwar bietet Aspens genügend Entscheidungen, um nicht beliebig zu wirken, dennoch entstehen gelegentlich Situationen, in denen günstige Windrichtungen oder passende Sonnenwerte einen merklichen Vorteil verschaffen.

Erweiterung Wild Weathers mit Spezialfertigkeiten: Einfach mal Felder zufrieren lassen…

Die Erweiterungen

Neben dem Grundspiel sind drei Erweiterungen erhältlich, die das Grundspiel zum Teil deutlich verändern.

Wild Weather

Unsere Lieblings-Erweiterung: Hier kommen Wettereffekte ins Spiel, die einmalige Sonderaktionen ermöglichen. Tornados, Windböen oder Erdrutsche sorgen dafür, dass sich festgefahrene Situationen aufbrechen lassen. Das Spiel wird dadurch etwas chaotischer, gleichzeitig aber auch abwechslungsreicher. Aber: Ein Balancing ist hier nicht vorhanden. Wer bei der Auswahl der asynchronen Effekte vor Spielbeginn nicht aufpasst, kann ins Hintertreffen geraten.

Ancient Artifacts

Auf dem Spielplan erscheinen Relikte, die besondere Fähigkeiten freischalten. Dadurch entstehen zusätzliche Ziele und neue Möglichkeiten, Einfluss auf das Spielgeschehen zu nehmen.

Majestic Marvels

Dieses Modul verändert sogar die Siegbedingung. Statt ausschließlich auf die Gesamtmehrheit zu achten, konkurrieren beide Seiten um einzelne Regionen des Spielplans und deren Prestigepunkte.

Fragen und Antworten

Für wie viele Personen ist Aspens geeignet?

Aspens ist ausschließlich für zwei Personen ausgelegt.

Wie lange dauert eine Partie?

Die meisten Partien liegen bei etwa 30 Minuten.

Ist Aspens eher friedlich oder konfrontativ?

Trotz des Naturthemas spielt sich Aspens erstaunlich direkt. Gebietskontrolle und Kaskaden sorgen regelmäßig dafür, dass beide Seiten um dieselben Bereiche kämpfe

Die Erweiterungen bringen noch mal deutlich mehr Schwung in die Partien, machen sie aber auch anspruchsvoller.

Mein Fazit nach vielen Testrunden

Aspens hat uns positiv überrascht. Hinter dem hübschen Waldthema steckt ein überraschend direktes und stellenweise sogar ziemlich fieses Duellspiel. Die Regeln sind schnell erklärt, die Partien dauern selten länger als eine halbe Stunde und trotzdem entstehen interessante Entscheidungen.

Nicht alles überzeugt gleichermaßen. Das häufige Nachzählen von Baumstapeln wirkt unnötig umständlich, die Schlusswertung hätte eleganter ausfallen dürfen und der Einfluss der Würfel ist durchaus spürbar.

Trotzdem hat Aspens bei uns vor allem durch sein spannendes Gebietskontroll-System gepunktet. Wer ein entspanntes Naturspiel erwartet, sollte seine Erwartungen anpassen. Wer dagegen ein schnelles, interaktives Zweierspiel mit hübscher Optik und überraschend viel Konkurrenzkampf sucht, findet hier einen interessanten Kandidaten.

Pro & Contra

Was mir gut gefällt:

  • Tolle Materialqualität und starke Tischpräsenz
  • Schnell erklärt und flott gespielt
  • Überraschend direkte Interaktion

Was ich weniger mag:

  • Schlusswertung etwas mühsam
  • Fehler werden oft sehr hart bestraft
  • Grundspiel allein etwas repetitiv

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

Der Beitrag Aspens erschien zuerst auf .

Skellig Games: Vorbestellung für drei Neuheiten

20. September 2026 um 12:54
Skellig Games: Vorbestellung für drei Neuheiten

Skellig Games hat auf der eigenen Website die Vorbestellung für drei Titel geöffnet: das historische Apotheken-Management Tinctura, das Rokoko-Worker-Placement Prestige und das Bau- und Versteigerungsspiel Ährensache. Alle Angaben stammen von den jeweiligen Produktseiten des Verlags. Mit Spielzeiten zwischen 30 und 120 Minuten und den beschriebenen Planungs- und Aufbaumechaniken liegen alle drei eher im Kennerspiel-Segment, für das der Verlag bekannt ist.

SpielSpielerzahlSpielzeitAlterPreisTermin
Tinctura1 bis 4etwa 90 Minutenab 12 Jahren60 EuroNovember 2026
Prestige2 bis 4etwa 120 Minutenab 12 Jahren80 EuroOktober 2026
Ährensache3 bis 530 bis 60 Minutenab 10 Jahren40 Euro18. Oktober 2026

Tinctura: Apotheken-Planung im historischen Setting

Skellig Games: Vorbestellung für drei Neuheiten
Skellig Games

Tinctura stammt von Jürgen Then und Franziska Stürzenhofecker, die Illustration von Roman Kucharski. Die Spielenden übernehmen die Rolle von Apothekerinnen und Apothekern, planen ihre Arbeitstage per Worker Placement, stellen Arzneien her und versorgen Patientinnen und Patienten. Das Spiel ist für 1 bis 4 Spielende ab 12 Jahren ausgelegt. Eine Partie dauert laut Skellig Games rund 90 Minuten.

Ob es für die Solovariante ein eigenes Automa-System gibt oder „1 Spielender“ nur bedeutet, dass sich Tinctura auch allein spielen lässt, nennt die Produktseite nicht. Die Vorbestellung kostet 60 Euro inklusive Mehrwertsteuer zuzüglich Versand. Das Erscheinen ist laut Website für November 2026 vorgesehen.

Prestige: Vom Kickstarter in den regulären Vorverkauf

Skellig Games: Vorbestellung für drei Neuheiten
Skellig Games

Prestige hatte Skellig Games bereits im August 2025 über Kickstarter finanziert. Die Kampagne ist inzwischen abgeschlossen. Das Worker-Placement-Spiel von Stefan Kretschmann (Illustration: Roman Kucharski) steht jetzt im regulären Vorverkauf des Verlags. Als Schlossbesitzende beschaffen die Spielenden Rohstoffe, entwickeln Handwerker und bauen ihr Anwesen innen wie außen zu einem Rokoko-Schloss aus.

Das Spiel ist für 2 bis 4 Spielende ab 12 Jahren ausgelegt. Eine Partie dauert laut Skellig Games etwa 120 Minuten. Die Vorbestellung kostet 80 Euro, und die Lieferung ist für Oktober 2026 vorgesehen. Separat erhältlich ist außerdem das Ausbau-Set „Prestige-Upgrade-Board und Holz“ für 40 Euro mit doppellagigen Spielertableaus, Holzsäulen und Holzmarkern.

Ährensache: Bieten und Bauen auf dem eigenen Hof

Skellig Games: Vorbestellung für drei Neuheiten
Skellig Games

Ährensache kommt von Designer Arve D. Fühler, illustriert von Christian Schaarschmidt. Die Spielenden erweitern ihre Farmen, indem sie auf Weiden, Gebäude, Personal und Ressourcen bieten und daraus wertvolle Kombinationen bilden. Das Spiel ist für 3 bis 5 Spielende ab 10 Jahren ausgelegt, und eine Partie dauert 30 bis 60 Minuten.

Die Vorbestellung kostet 40 Euro. Das Erscheinen ist laut Skellig Games für den 18. Oktober 2026 vorgesehen. Ein BGG-Eintrag zum Spiel führt dieselben Eckdaten.

Wie stark sich einzelne Partien strukturell unterscheiden, etwa durch wechselnde Aufträge, Ereignisse oder Auktionsobjekte, nennt keine der drei Produktseiten im Detail.

Top 10 Spiele mit den spannendsten Themen auf der SPIEL 2026 – Neuheiten-Vorschau

Von: Peer
20. September 2026 um 12:24

Top 10 Spiele mit den spannendsten Themen auf der SPIEL 2026Spannende Themen finde ich bei Brettspielen sehr wichtig, wie ihr mittlerweile wisst. Und auch auf der SPIEL 2026 gibt es wieder viele Spiele-Neuheiten, die auf spannende Themen und interessante Settings setzen. In meiner heutigen Top 10 Spiele mit den spannendsten Themen auf der SPIEL 2026 stellen ich Brettspiel-Neuheiten vor, die nicht nur ein interessantes Thema […]

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Das Ziel ist Handlungsfähigkeit

20. September 2026 um 12:01
Nach längerer Pause habe ich vor kurzem wieder ein Solospiel auf den Tisch gepackt. Es ist ein Spiel, welches ich in der Vergangenheit als sehr schwierig und durchaus auch sehr zufällig empfunden hatte. Einer der Gründe für die lange Pause war auch der schlichte Aufwand den es brauchte, um sich in das Spiel hineinzudenken. Es […]

SWAMS Kids #14: Beethupferl und Carcassonne

Von: Gnislew
20. September 2026 um 12:00
SWAMS Kids #14: Beethupferl und Carcassonne Blogspiele Gnislew

Wir machen da weiter, wo wir in Folge 13 aufgehört haben, mit der Besprechung von einem Kinder- und einem Familienspiel. Das Kinderspiel ist in diesem Fall das Bewässerungsspiel Betthupferl, während das Familienspiel ein echter Klassiker ist: Caracassonne.

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Axis für Konflikt 47 – Manchmal kommen sie wieder (Fraktionsvorstellung)

20. September 2026 um 11:39

Ein Ende kann auch ein Neuanfang sein. Nach dem Abwurf einer Atombombe auf Dresden im Jahr 1944 nehmen die Ereignisse bei Konflikt 47 einen anderen Verlauf für die Achsenmächte. Ein Geheimbund erhebt sich aus dem Hintergrund und die Nazis sind Geschichte. Es beginnt die Zeit des Grünen Gewölbes.

Dieser Beitrag wurde von Dennis Rexin geschrieben

Crowdfunding-Horror: Das Siegel des Drachen - Kickstarter - Nach drei Tagen: 0 Euro von 16.930 Euro

Crowdfunding-Horror: Das Siegel des Drachen - Kickstarter - Nach drei Tagen: 0 Euro von 16.930 Euro

Nach drei Tagen Laufzeit hat „Das Siegel des Drachen" 0 Euro von 16.930 Euro eingesammelt. Die Debatte über die Kampagne läuft trotzdem schon.

„Das Siegel des Drachen" verspricht ein Drachensiegel, vier verfeindete Clans und Frieden für ein Land. Was die Kampagne bisher geliefert hat, sind vor allem Drachen, die keine sind. Zwei davon haben Flügel, einer hat fünf Finger, einer gar keine Gliedmaßen. Das seien keine japanischen Drachen, stellt die Community auf BoardGameGeek fest. Vom Siegel selbst hat bis jetzt niemand profitiert: Nach drei Tagen stehen 0 Euro auf dem Konto der Kampagne, bei einem Finanzierungsziel von 16.930 Euro. Null Backer, wie Unterstützende einer Crowdfunding-Kampagne heißen.

bt290 Boardgame Deluxe

20. September 2026 um 08:00

Shownotes
Smuker und Mathias von Cliquenabend haben sich vor ihre Mikros gesetzt und sprechen über die verschiedensten Dinge, welche Brettspiele quasi zu Luxusgütern werden lassen. Von 3D-Teilen über Metallmünzen oder Inlays, bis hin zu leeren Boxen kommt alles auf den virtuellen Tisch… und für alles gibt es gute oder auch schlechte Gründe.
Eigentlich wollte Oli von Spielevater.de ebenfalls mitplaudern, musste jedoch kurzfristig absagen.

Datum der Aufnahme: 14.09.2026
Online seit: 20.09.2026

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Intro/Outro
Epic Song by BoxCat Games

Meine 40. Messe im 40. Jahr

Von: Riemi
20. September 2026 um 02:33

Bin ich ein Nostalgieopa, weil ich seit vier Jahrzehnten die Spiel in Essen besuche? In der Messevorbereitung zur Spiel Essen 2026 hatte in einer E-Mail erwähnt: 40. Messe im 40.…

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