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Spiel des Jahres 2026 – Nominierungslisten

Von: Paddy
19. Mai 2026 um 21:36
Spiel des Jahres

Ist schon wieder ein Jahr rum? Mit den Nominierungslisten zum Spiel des Jahres 2026 neigt sich zumindest spielerisch das Jahr dem Ende zu. Hier sind die nominierten Spiele des aktuellen Jahrgangs in den drei Kategorien. Am 12. Juli 2026 werden

Der Beitrag Spiel des Jahres 2026 – Nominierungslisten erschien zuerst auf brettspielblog.ch.

Let's Go! To France: Der Kickstarter-Nachfolger zu „Auf nach Japan!" ist live

19. Mai 2026 um 19:50
Let's Go! To France: Der Kickstarter-Nachfolger zu „Auf nach Japan!" ist live

Alderac Entertainment Group (AEG) hat am 19. Mai 2026 die Kickstarter-Kampagne zum Brettspiel Let's Go! To France gestartet — den direkten Nachfolger zu Let's Go! To Japan, das im DACH-Raum bei Schwerkraft Verlag als „Auf nach Japan!" erschienen ist. Innerhalb weniger Stunden hat das Projekt sein Funding-Ziel von 10.000 US-Dollar um mehr als das Zehnfache überschritten; zum Zeitpunkt dieses Beitrags stehen rund 101.000 US-Dollar von über 1.000 Unterstützenden zu Buche, die Laufzeit reicht noch bis zum 20. Juni 2026.

Eine deutsche Ausgabe ist bisher nicht bestätigt. Da Schwerkraft Verlag den Vorgänger im DACH-Raum übernommen hat, läge ein erneutes Engagement nahe — gesicherte Aussagen dazu liegen aber weder von AEG noch von Schwerkraft vor. Wer eine deutschsprachige Box möchte, sollte das im Hinterkopf behalten, bevor er die englische Kickstarter-Ausgabe pledged.

Worum es geht: „Let's Go! To France" als Karten-Reiseplaner durch Frankreich

Let's Go! To France ist ein Karten- und Reiseplanungsspiel von Alderac Entertainment Group für 1–4 Spielende, Design: Josh Wood, Illustration: Erica Ward. Sie planen eine sechstägige Reise durch eine von vier Regionen Frankreichs und draften aus über hundert Aktionskarten Ihre Tagesaktivitäten. Spielzeit: 45–60 Minuten, ab 10 Jahren.

Let's Go! To France ist ein Karten- und Reiseplanungsspiel für 1 bis 4 Spielende, eine Partie dauert laut Verlag und BGG-Eintrag 45 bis 60 Minuten (eine erste Runde mit Regelerklärung fällt erfahrungsgemäß länger aus, am Familientisch mit Erstspielenden sollten Sie eher 60 bis 90 Minuten einplanen — der Vorgänger liegt im selben Erfahrungsfenster), empfohlen ab 10 Jahren. Designer ist erneut Josh Wood, die Illustrationen stammen von Erica Ward, die schon den Vorgänger künstlerisch geprägt hat.

Mechanisch baut die Frankreich-Variante auf dem Gerüst von Japan auf, weitet es aber spürbar: Statt wie im Vorgänger einen siebentägigen Trip nach Tokio und Kyoto zu planen, bauen Sie nun eine sechs Tage lange Reise durch eine von vier Regionen Frankreichs zusammen — laut Verlagsbeschreibung zwischen Paris, der Côte d'Azur und den Loire-Schlössern. Aus mehr als hundert illustrierten Aktionskarten draften Sie pro Runde Optionen, weisen sie strategisch Tagen Ihrer Reiseroute zu und versuchen am Ende, durch passende Tag-Kombinationen, Tag-Synergien und Set-Sammlung möglichst viele Punkte zu erzielen. Der Rundenablauf bleibt damit fokussiert: gleichzeitig draften, einer Spalte des Reiseplans zuweisen, weiter — die Endwertung kommt in einer letzten Runde, in der die geplante Reise „durchgespielt" wird.

Der BGG-Eintrag zu Let's Go! To France listet als Mechaniken Closed Drafting (also Karten aus einer offenen Auslage wählen, was Mitspielende ihrerseits nicht mehr greifen können), Hand Management, Multi-Use Cards, Set Collection, Melding and Splaying (Karten gezielt auslegen und gestaffelt überlappen), End Game Bonuses, Storytelling sowie — neu gegenüber dem Vorgänger — Area Movement und Multiple Maps. Die „Area Movement"-Mechanik dürfte sich konkret auf die unterschiedlichen Frankreich-Regionen beziehen, die in einer Partie bereist werden können; in den Stretch- und Add-on-Listen tauchen unter anderem zwei zusätzliche Karten („Belgium and Burgundy") auf, die das Reisegebiet noch einmal erweitern. Ob die vier Regionen jeweils echte Routen-Trade-offs schaffen oder eher „derselbe Reiseplaner in neuem Setting" sind, lässt sich aus der Kampagnenseite bisher nicht abschließend beantworten — ein Punkt, den der Live-Test zeigen muss.

Wie viel Interaktion am Tisch entsteht? Das Hauptbindeglied ist das Closed Drafting: Was Sie aus der gemeinsamen Auslage ziehen, fehlt den anderen, und umgekehrt — also moderate, indirekte Konkurrenz statt direkter Konfrontation. Die Punktewertung erfolgt überwiegend am eigenen Reiseplan (Set-Sammlung, End-Game-Boni, „Storytelling"-Synergien laut BGG-Tags), was darauf deutet, dass mehrere Punktewege parallel offenstehen. Eine ausformulierte Beschreibung der Interaktion oder der Skalierung über zwei, drei, vier (oder mit Add-on fünf) Spielende fehlt auf der Kampagnenseite — das benennen wir explizit, da der Vorgänger laut BGG-Community zu dritt besonders gut funktioniert, sich aber sowohl im Duell als auch im Solo-Modus gespielt hat.

Ein Solo-Modus ist im BGG-Eintrag als „Solo / Solitaire Game" verzeichnet — er dürfte mechanisch dem etablierten Solo-Modus aus Let's Go! To Japan nahekommen, eine ausformulierte Beschreibung liefert die Kampagnenseite (bisher) aber nicht. Wie die Skalierung zu zweit, zu dritt oder zu viert konkret funktioniert, kommuniziert die Kampagne textlich ebenfalls kaum, sondern vor allem über Bilder und Pledge-Listen. Auch hier gilt: Schweigen der Kampagne, nicht Schweigen unsererseits.

Komplexität: Der Vorgänger Let's Go! To Japan liegt im BGG-Community-Rating bei einem Weight von 2,25 von 5 — also klar im familienfreundlichen Bereich knapp unterhalb der Kennerspiel-Schwelle. Für Let's Go! To France ist auf BGG noch kein Weight hinterlegt (zu wenige Bewertungen); aufgrund der weitgehend übernommenen Mechanik-DNA ist ein vergleichbarer Wert plausibel, einzelne neue Schichten wie das Karten-Routing über mehrere Regionen können die Einstiegshürde aber leicht heben. Praktisch: Die Regeln sollten in etwa zehn bis fünfzehn Minuten erklärbar sein, der Einstieg über eine Demo-Runde ist üblich für diese Spielfamilie.

Sprachabhängigkeit: Die Kampagnenseite macht keine ausdrückliche Aussage zur Sprachneutralität der Karten — der Vorgänger hat thematische Aktivitätskarten mit englischem Kartennamen und kurzem Text, und die Frankreich-Box folgt erkennbar derselben Designsprache. Wer ohne deutsche Lokalisierung spielen will, sollte also Karten-Englisch akzeptieren oder die mögliche deutsche Ausgabe abwarten. Eine offizielle Bestätigung zur Card-Sprachabhängigkeit liegt nicht vor.

Kickstarter-Status: in Stunden zehnfach überzeichnet

Die Kampagne ist klassisches „Funded in Minutes"-Material: Funding-Ziel waren 10.000 US-Dollar, zum Zeitpunkt dieses Beitrags zeigt die Kickstarter-Kampagne zu Let's Go! To France rund 100.973 US-Dollar von 1.015 Backern an — das entspricht über 1.000 Prozent des Ziels. Die Plattform hat das Projekt als „Projects We Love" (Staff Pick) markiert. Wer den Cluster verfolgen möchte: bei uns gibt es weitere Kickstarter-Kampagnen auf Würfelreich.

Aktuelle Zahlen sind über die Kampagnenseite direkt abrufbar; wir haben den hier zitierten Stand am 19. Mai 2026 gezogen, wenige Stunden nach Kampagnenstart.

Der eigentliche Crossover-Hook: das „Welcome Back"-Pledge

Wer wissen will, warum die Kickstarter-Kampagne zu Let's Go! To France in so kurzer Zeit so weit über das Ziel hinausläuft, schaut am besten auf die Pledge-Tabelle. AEG hat die Stufen klar nach Zielgruppen geschnitten:

  • Daydreamer (5 US-Dollar) ist ein reiner Preis-Lock: kein Spiel, nur die Garantie auf KS-Preise und Exclusives. Aktuell 114 Backer.
  • Sightseer (49 US-Dollar) ist die Standard-Edition — Retail-Inhalt plus Stretch-/Social-Goals der Kampagne. Mit aktuell 53 Backern auffällig dünn besetzt; das spricht dafür, dass Käufer, die nur das Grundspiel wollen, eher auf den späteren Handel warten.
  • Bon Voyage (79 US-Dollar, KS Exclusive) ist die aufgewertete Bon-Voyage-Edition des Grundspiels mit allen Kampagnenboni. 138 Backer.
  • Welcome Back (99 US-Dollar, KS Exclusive) ist der eigentliche Star: ausdrücklich für Japan-Backer geschnürt, kombiniert es die France Deluxe Edition mit der gleichzeitig laufenden Erweiterung Let's Go! BACK To Japan plus allen Stretch-/Social-Goals. Mit 577 Backern ist es das mit Abstand am stärksten gepledgte Tier — mehr als die Hälfte aller aktuellen Unterstützenden landen hier.
  • World Traveler (159 US-Dollar, KS Exclusive) packt die Vollausstattung obendrauf — France Bon Voyage, Japan Matsuri Edition (die deluxe Variante des Vorgängers), BACK to Japan und die Passport-Erweiterung. 127 Backer.

Redaktionell ist diese Verteilung der spannendste Befund der Kampagne: AEG bündelt mit Let's Go! BACK To Japan zugleich eine Erweiterung für den Vorgänger in die Kampagne, und die Welcome-Back-Stufe wird genau von den Spielenden gewählt, die Japan bereits besitzen und nun beides gleichzeitig nachlegen wollen — Frankreich-Premiere und Japan-Auffrischung in einer Pledge-Bestellung. Wer Japan nicht hat, kann mit Sightseer oder Bon Voyage einsteigen, ohne auf Erweiterungsinhalte zu zahlen, die mit dem Grundspiel allein nichts anzufangen wissen.

Wichtige Add-ons der Kickstarter-Kampagne

Über die Pledges hinaus listet die Kampagne unter anderem die folgenden Add-ons:

  • 5th Player Expansion (10 US-Dollar) — erweitert die Spielerzahl auf 5.
  • New Maps: Belgium and Burgundy (10 US-Dollar) — zwei zusätzliche Reiseregionen; in Bon-Voyage-Stufen aufwärts bereits enthalten.
  • Travel Journal (15 US-Dollar) — gebundenes Notizbuch für Spielprotokolle; in Bon Voyage aufwärts ebenfalls enthalten.
  • Rubber Player Mats (19 US-Dollar) — Naturkautschuk-Spielmatten pro Person.
  • Let's Go! BACK To Japan Expansion (30 US-Dollar) — drei Module für den Vorgänger; in Welcome Back aufwärts enthalten.
  • Let's Go! To Japan: Matsuri Edition (79 US-Dollar) — die Deluxe-Variante des Vorgängers; in World Traveler enthalten.

Stretch- und Social-Goals: Kampagne kommuniziert visuell, Text ist dünn

Die Pflicht-Trennung zwischen mechanischen Stretch-Goals (neue Aktionskarten, zusätzliche Karten, weitere Module) und Komponenten-Upgrades (Material, Verpackung, Inserts) lässt sich aus der Kampagnenseite textlich noch nicht sauber ziehen — AEG kommuniziert die Goals primär über Grafiken im Kampagnenkörper, ohne eine fließtextliche Aufschlüsselung in den Pledges. Konkret in den Pledge-Beschreibungen genannt sind die Add-on-Karten Belgium and Burgundy (Spielinhalt) und die 5th Player Expansion (Spielinhalt), während Items wie Rubber Player Mats und das Travel Journal klar als Komponenten-Upgrades einzuordnen sind.

Wir kennzeichnen das ausdrücklich als Lücke und werden in einer Update-Runde nachziehen, sobald AEG eine ausformulierte Stretch-Goal-Liste mit Texttiteln nachliefert oder ein Kampagnen-Update das Mechanik-vs.-Komponente-Verhältnis explizit macht.

Einordnung: Hotness ≠ Hype

Über tausend Prozent über Ziel in wenigen Stunden ist beeindruckend, aber kein Qualitätsbeleg — Let's Go! To Japan hat sich seit 2024 mit über 7.500 BGG-Bewertungen und einem Durchschnitt von 7,58 / 10 ein robustes Echo erspielt, und die Frankreich-Variante übernimmt vom selben Designer und derselben Illustratorin den bewährten Grundrahmen. Das ist eine glaubwürdige Ausgangslage, aber kein Vorgriff aufs Spielgefühl — eine belastbare Bewertung ist erst nach Verfügbarkeit der Regeln und Spielmuster möglich, voraussichtlich rund um die geplante Auslieferung im März 2027.

Für DACH-Leser besonders relevant: Eine deutschsprachige Ausgabe ist nicht angekündigt; Schwerkraft Verlag, der den Vorgänger lokalisiert hat (vgl. Schwerkrafts Auslieferung der deutschen Ausgabe), taucht in der Kickstarter-Kampagne bisher nicht als Partner auf. Wer auf eine deutsche Box wartet, sollte vorerst auf eine separate Ankündigung warten, bevor er pledged.

Dindex: Kläglich an der eigenen Regelerklärung gescheitert

Von: ravn
19. Mai 2026 um 17:47

Selbst Schuld und deshalb auch nur einen geringen Vorwurf an das kartengetriebene Politikspiel rund um unsere Demokratie, dem Geschacher um die Macht und ausgehandelte Ministerposter, während Oligarchen ihre ganz eigenen Ziele verfolgen. Die hiermit niedergeschriebene Historie meiner Erstpartie, bei der mal so alles schief lief.

Manche Geschichten kann ich mir einfach nur ausdenken, denn die schreiben das erlebte Leben eines Brettspielers viel eindrucksvoller. Aber so eindrucksvoll selbstverschuldet eine Neuheit in den eigenen Brettspielreihen einzuführen, nur um die Erklärung mitsamt viel zu kurzer Erstpartie an die Wand zu fahren, das war schon ein Erlebnis für sich. Eines, das ich am liebsten ganz schnell vergessen und aus den Köpfen meiner Mitspieler streichen möchte. Eben bevor sich der falsche Eindruck verfestigt, dass Dindex mal so gar nichts taugt. Denn das wäre hart ungerecht dem Spiel und dem Autor Lars-Michael Stock gegenüber.

Dabei habe ich in meiner Brettspieler-Historie mindestens eine dreistellige Zahl an Neuheiten erklärt und kenne damit auch die Hürden einer allerersten eigenen Erklärung. Die ist meist etwas ausufernd bis sprunghaft holprig, weil ich selbst noch nicht weiß, auf welche zu vermittelnden Details ich den Fokus legen sollte. Wenn dann die Spielanleitung nicht gerade von einer erfahrenen Redaktion, sondern von einem enthusiastischen Eigenverlags-Autor erstellt wurde und eher vor Herzblut anstatt von Übersichtlichkeit tropft, tja, dann sollte ich aus Erfahrung eigentlich besser vorbereitet sein. Zu meiner Verteidigung könnte ich anbringen, dass ich Dindex eher spontan vorgeschlagen und in letzter Minute selbst zum Spieletreff eingepackt habe.

Ebenso könnte ich als zu einfache Ausrede anführen, dass ich nicht der Einzige war, der das Spiel erstmalig dabei hatte. Eventuell hätte ich es mir lieber selbst nochmal nach meiner Demopartie auf der Spiel DOCH! 2026 in Dortmund erklären lassen sollen. Einfach mal zurücklehnen und nicht in Selbstüberschätzung meinen, dass ich Dindex mal eben so, aus dem Ärmel geschüttelt, erklären kann. Dabei bin ich schon am Aufbau gescheitert, denn ich hatte schlicht verpennt, die ganzen Kartenstapel vorab mal ordentlich durchzumischen. Die waren nur oberflächlich unterschiedlich, wie ich die im Selbststudium zu Hause mal exemplarisch angeschaut hatte. Deshalb fiel es mir selbst nicht auf, dass die Aktionskarten fast komplett nach dem Demokratie-Index sortiert waren. Ebenso wie der obere Teil der Regierungsaufgaben, die arg einseitig waren.

In meiner zugelosten Rolle des oligarchischen Gegenspielers unserer Viererrunde mit zwei Spielern am Tisch, die bisher noch keinen Kontakt mit Dindex hatten und zwischen schulterzuckend und interessiert schwankten, hatte ich somit zu leichtes Spiel. Eben weil ich überwiegend passende Aktionskarten auf die Hand bekommen habe, während meine demokratischen Mitspieler kaum sinnvoll ihre Karten spielen konnten und deshalb vorwiegend in der Kernphase des Spiels diese tauschen mussten. Da wir zur Einführung nur ein kurzes Spiel angehen wollten, starteten wir schon im Extremismus, was mir in meiner Rolle zugutekam. Zudem bekam ich auch zufällig den weiteren Wähler zugelost, um ein bewusstes Ungleichgewicht zu Spielstart und damit die stärkste Partei an Wählerstimmen zu besitzen und in Folge mit der ersten Regierungsbildung beauftragt zu sein.

Blöd, dass ich dabei direkt zwei Details in der in Textblöcken strukturierten Anleitung übersah. So hatte ich vergessen, uns jeweils drei Stammwähler auszuteilen und die Anzahl der eigenen Handkarten richtete sich eben nicht nach den Dreiergruppen von Wählern, sondern nach den Stammwählern. So hatte ich eine Aktionskarte mehr auf der Hand, was aber fast schon egal war, da im ungemischten Aktionskartenstapel sowieso fast nur antidemokratische Karten oben lagen und ich der Einzige der Runde war, der überhaupt eine echte Motivation hatte, diese ausspielen zu wollen.

Für meine erste Koalition gab es mit zwei Mitspielern keine Überschneidung unserer Kernkompetenzen. Somit hatte ich zwei potenzielle Koalitionspartner zur Auswahl und konnte die Ämterverteilung entspannt zu meinen Gunsten entscheiden. Das Kanzleramt gehörte sowieso mir, die zwei passenden Ministerien ebenso, während ich, fast schon gönnerhaft gespielt, zwei Ministerien zum Koalitionspartner abgab. Damit wir zum Schein potenzielle Krisen möglichst gut bewältigen können. Das übrig gebliebene Ressort nahm ich dann zu mir, als mein ausgerufenes Recht als stärkste Partei.

Und spätestens hier hätte mir klar sein sollen, dass ich meinen Mitspieler die grundsätzlichen Spielmechaniken in ihren Auswirkungen und Bedeutungen noch gar nicht erklärt hatte. Schlechte Voraussetzungen für ein erstes Spiel, das durch eigene Erklärfehler im Aufbau und die windschiefe Kartenverteilung schon zu dieser Zeit noch für mich unwissend blöd gestartet war. Eine mehr als nur krumme und planlose Partie sollte die Folge sein und so kam es dann auch. Ich selbst konnte mit meiner passenden Kartenhand etliches bewirken, was vor allem zum eigenen Vorteil war. Meine Mitspieler machten fast gar nichts, außer darauf zu hoffen, endlich mal für sie bessere Karten zu tauschen. Zu sehr von meinen eigenen Plänen des Machtmissbrauchs berauscht, merkte ich gar nicht, dass die einzig gespielte Legislaturperiode viel zu einseitig war und ich selbst von meinem zu schnellen und vorzeitigen Spielsieg durch Sturz in die Oligarchie geblendet wurde. Klar, dass Dindex damit durchfallen musste, und ich muss mir die Schuld dafür geben.

Aus Fehlern möchte ich hingegen lernen und Euch ebenso ein paar Ratschläge an die Hand geben, was Ihr selbst in Eurer ersten Dindex-Partie beachten solltet:

  1. Erklärt das Spiel bitte nicht nach der Spielanleitung. Denn die ist mit 30 Seiten viel zu lang und bringt das eigentlich recht einfache Spielkonzept nur sehr ausufernd in zu große Textblöcken ins eigene Verständnis. Zum Nachschlagen von Regeldetails auch nicht wirklich geeignet, weil trotz farbiger Hervorhebungen die Textmengen zu unübersichtlich sind, um schnell überblickt zu werden. Entwickelt stattdessen in einer vorab für Euch simulierten Partie ein Gefühl für den Spielaufbau, den Spielablauf und was die eigentlichen Kernmechanismen sind.
  2. Die doppelseitige und nur einmalig beiliegende Kurzanleitung hilft Euch leider nur beim Spielaufbau, sofern Ihr die Schritt-für-Schritt wirklich befolgt. Dabei ebenso geschwätzig wie die Spielanleitung, wobei ich kurze und präzise Stichworte hier wie auch dort bevorzugen würde. Die Symbolsprache fehlt hier völlig, was das alles zur Textwüste werden lässt.
  3. Im Ablauf der Legislaturperioden auf der Rückseite der Kurzanleitung kommen die Regierungsaufgaben zu kurz. Dort wird nur grob von Aufgaben geschrieben, ohne klarzumachen, was der Unterschied zwischen Krisen und Probleme ist und welche Auswirkungen später ungelöste Krisen und Probleme haben. Mit einem „entfalten nun ihre Wirkung“ Wortlaut war mir das zu kurz als Erinnerungsstütze abgehandelt.
  4. Die Symbolübersicht ist nur einmal auf der Rückseite der Spielanleitung gedruckt. Dabei ist besonders für Erstspieler essenziell wichtig zu wissen, was die anfangs verwirrenden Schafe in Weiß und Braun und teils durchgestrichen bedeuten. Weil es nicht nur auf das Symbol an sich ankommt, sondern auch, wo diese Karten liegen – in der Spielmitte oder in der Spielerauslage.

Für die Punkte 2 bis 4 kann ich eigentlich nur empfehlen, auf eine alternative Kurzübersicht zurückzugreifen, die jedem Spieler zur Verfügung steht. Die beiliegenden vier Kurzübersichten sind schlicht nur eine Spielphasen-Übersicht ohne jegliche Erklärung, was dort passiert. Um den Hürden des Spieleinstiegs zu minimieren, sollte so eine alternative Kurzübersicht die wichtigsten Symbole beschreiben, den Rundenablauf und was dort in den einzelnen Spielphasen passiert. Das alles in stichpunktartiger und präzise formulierter Form. Ebenso sollten auf der Rückseite die Siegbedingungen der beiden Rollen, deren Möglichkeiten, Regierungspunkte zu sammeln und den Dindex zu verändern, aufgelistet sein. Was Stammwähler und Wähler in der eigenen Spielauslage unterscheidet und was die Systemgegner in der Tischmitte für den Dindex bedeuten, sollte ebenso dort kurz und knapp auf die regelmechanischen Details reduziert erwähnt werden.

Für meine kommende Partie weiß ich nun, dass ich Dindex leider nicht einfach so nebenbei erklären kann. Dazu fehlt mir die eigene Spielpraxis, um auf die Spielanleitung verzichten und nur mit der Kurzanleitung zurechtkommen. Also wird wohl ein wenig redaktionelle Eigenleistung gefordert sein, um eine Kurzübersicht für jeden Spieler zu erstellen. Ich stelle Euch die gerne hier dann zum Download zur Verfügung, nachdem ich die Nutzung der Grafiken mit dem Autor Lars-Michael Stock abgesprochen habe. Wenn Ihr bis dahin selbst Hand an Dindex angelegt habt, bin ich ebenso interessiert, wie Eure Kurzübersicht aussieht.

Und ja, vergesst bitte nicht, die ganzen Kartendecks vor der Partie intensiv zu mischen, weil ansonsten fällt das Spiel in sich zusammen. Das wäre arg schade, weil mir gefällt es weiterhin bestens. Jetzt muss ich es nur noch schaffen, diesen Eindruck auch per Regelerklärung vermitteln zu können. Denn Dindex empfinde ich als zu wichtiges Spiel, um durch blöde Erklär- und Aufbaufehler als spielerisch verbrannt zu gelten. Im Zweifel gebt bitte Dindex eine zweite Chance und eine zweite Partie.

Die Nominierungen und Empfehlungen für das Spiel des Jahres 2026, das Kennerspiel des Jahres 2026 und das Kinderspiel des Jahres 2026 wurden bekanntgegeben (Longlists & Shortlists

Newsbild Die Spiel des Jahres-Jury hat heute Nachmittag in einem Livestream ihre Listen für das Kinder-, Kenner- und Spiel des Jahres 2026 und die daraus resultierenden Empfehlungen (Longlist) und Nominierungen (Shortlist) für alle drei Preise bekanntgegeben. Für das Kinderspiel des Jahres wurden nominiert: Buh Party (Verlag: LOKI/Hutter Trade; Autor:innen: Florian Sirieix & Benoit Turpin; Illustration: Benedetta Capriotti) Die Insel der Mookies (Verlag: Kosmos, Autor: Florian Sirieix, Illustration: Seppyo (Mélanie Bardin)) Verflixt Verzaubert (Verlag: Gamefactory; Autor: Thomas Dagenais-Lespérance; Illustration: Maia Zeidan) Auf der Empfehlungsliste stehen: Kleiner Stinker (Asmodee/Exploding Kittens, Ken Gruhl & Quentin Weir), Magische Spiegel (Ravensburger, Kseniya Kuznetsova) und Paleolino (Hans im Glück, Marco Teubner & Peter Rustemeyer). Für das Kennerspiel des Jahres wurden nominiert: Boss Fighters QR (Verlag: Pegasus Spiele; Autoren: Michael Palm & Lukas Zach; Illustration: Artur Fast, Maximilian Jasionowski, Bartlomiej Kordowski & Timo Mimus) Moon Colony Bloodbath (alea/Ravensburger; Autor: Donald X. Vaccarino; Illustration: Franz Vohwinkel) Rebirth (Verlag: Frosted Games; Autoren: Reiner Knizia; Illustration: Anna Przybylska & Kate Redsiuk) Auf der Empfehlungsliste stehen: Artengarten (Feuerland Spiele, Mathias Wigge), Grundstein von Metropolis (Kobold Spieleverlag, Emerson Matsuuchi), Tag Team (Kosmos, Gricha German & Corentin Lebrat) und Frosted Blooms (Elznir Games, Bruno Cathala & Ludovic Maublanc) Für das Spiel des Jahres wurden nominiert: Cozy Stickerville (Verlag: Unexpected Games/Asmodee; Autor: Corey Konieczka, Illustration: Jonathan Aucomte, Olivier Fagnére, Damien Mammoliti & Tomasz Morano) Dito! (Verlag: Gamefactory; Autor: Martin Ang; Illustration: UNTAI Studio Surabaya) Morty Sorty Magic Shop (Verlag: Schmidt Spiele; Autoren: Markus Slawitscheck, Illustration: David Cochard) Auf der Empfehlungsliste stehen: Hot Streak (Strohmann Games, Jon Perry), Meister Makatsu (Amigo, Reiner Knizia), Take Time (Libellud/Asmodee Alexi Piovesan & Julien Prothiere), Toriki (Mirakulus, Wojciech Grajkowski), Toy Battle (Repos Production/Asmodee, Paolo Mori & Alessandro Zucchini) und Wilmot's Warehouse (CMYK/Asmodee, Ricky Haggett, Richard Hogg & David King). Wir Cliquenabendler gratulieren allen Verlagen und an den Spielen beteiligen Personen.

Spiel des Jahres 2026: Alle Nominierten im Überblick

19. Mai 2026 um 17:22
Spiel des Jahres 2026: Alle Nominierten im Überblick

Am heutigen 19. Mai 2026 hat die Jury Spiel des Jahres die Nominierungen zum Spiel des Jahres 2026 verkündet, dem wichtigsten Preis des deutschsprachigen Brettspielmarkts. Drei Titel kämpfen um den roten Pöppel des Hauptpreises, drei weitere um das Kennerspiel des Jahres 2026 und drei um das Kinderspiel des Jahres 2026. Parallel hat die Jury die Empfehlungsliste 2026 vorgestellt — Titel, die das Auswahlkomitee zusätzlich als besonders empfehlenswert einstuft.

Der Preis wird seit 1979 verliehen und gilt im deutschsprachigen Markt als wichtigster Wegweiser für gut zugängliche Brettspiele. Im Jahrgang 2026 fällt die Bandbreite der Nominees auf: vom Sticker-Album-Spiel über App-gestützte Karten-Kampagnen bis zum schnellen Mehrheitenduell — die Jury setzt erkennbar weniger auf einen dominanten Trend als auf die Vielfalt der Spielerlebnisse. Zum Vorjahresvergleich: unser Roundup zu den Nominierungen Spiel des Jahres 2025 sowie die Sieger-Berichte zu Bomb Busters, Endeavor – Die Tiefsee und Topp die Torte!.

Spiel des Jahres 2026 — alle Nominierten auf einen Blick

  • Spiel des Jahres 2026: Cozy Stickerville · Dito! · Morty Sorty Magic Shop
  • Kennerspiel des Jahres 2026: Boss Fighters QR · Moon Colony Bloodbath · Rebirth
  • Kinderspiel des Jahres 2026: Buh Party · Die Insel der Mookies · Verflixt und Verzaubert

Spiel des Jahres 2026: Die Nominierten

Drei Titel stehen für den Hauptpreis zur Wahl.

Cozy Stickerville (BGG-Eintrag) verbindet kooperatives Erkunden mit einer Legacy-Komponente — das Spielmaterial verändert sich dauerhaft von Partie zu Partie. Mit mehr als 800 Stickern bauen die Spielenden Schritt für Schritt ein Dorf auf und treffen narrative Entscheidungen, die über mehrere Partien hinweg fortwirken. Lead Designer ist Corey Konieczka, Verlag der Originalausgabe ist Unexpected Games. Das Spiel ist für 1 bis 6 Personen ab 8 Jahren ausgelegt, eine Partie dauert rund 30 Minuten.

Dito! (BGG-Eintrag) ist auf BoardGameGeek unter dem internationalen Titel JinxO geführt; die deutsche Ausgabe erscheint bei Game Factory. Designer Martin Ang setzt auf Wort-Assoziation in einer Partyspiel-Konstellation für 4 bis 7 Personen ab 10 Jahren, Spieldauer 30 bis 45 Minuten. Punkte gibt es, wenn die eigene Antwort mit denen anderer Mitspielender übereinstimmt — Allein-Ideen bringen nichts.

Morty Sorty Magic Shop (BGG-Eintrag) erscheint bei Schmidt Spiele, designt von Markus Slawitscheck. In dem taktischen Sortier-und-Lege-Spiel sortieren 2 bis 4 Personen ab 8 Jahren Zutatengläser nach Farbe und Zahl auf ihrem Ladenregal. Eine Partie dauert rund 30 Minuten.

Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2026

  • Hot Streak (BGG-Eintrag) — Wett- und Bluffspiel von Jon Perry (CMYK, im DACH-Raum vertrieben durch Strohmann Games). 2 bis 8 Personen ab 6 Jahren, 20 Minuten. Die Spielenden wetten auf Maskottchen-Rennen und steuern den Rennverlauf mit eigenen Karten mit.
  • Toy Battle (BGG-Eintrag) — Zwei-Personen-Mehrheitsspiel von Paolo Mori und Alessandro Zucchini (Repos Production, deutsche Ausgabe ADC Blackfire Entertainment). 15 Minuten, ab 8 Jahren. Ziel: das gegnerische Hauptquartier erreichen oder mehr Medaillen einsacken.
  • Wilmot's Warehouse (BGG-Eintrag) — Kooperatives Memory-Spiel von Ricky Haggett, Richard Hogg und David King, basierend auf dem gleichnamigen Videospiel. Verlag CMYK, im DACH-Raum durch Asmodee vertrieben. Für 2 bis 6 Personen ab 8 Jahren, 30 Minuten.
  • Toriki (BGG-Eintrag) — Vollständiger Titel Toriki: Eine Insel voller Abenteuer von Wojciech Grajkowski (Lucky Duck Games). Kooperatives App-Hybrid-Abenteuer für 1 bis 4 Personen ab 8 Jahren. Die durchgehende Kampagne läuft über mehrere Sitzungen und summiert sich auf rund 6 bis 8 Stunden.
  • Meister Makatsu (BGG-Eintrag) — Kartenspiel von Reiner Knizia, im DACH-Raum bei AMIGO erschienen. 2 bis 6 Personen ab 8 Jahren, 20 bis 30 Minuten. Wer mit perfektem Karten-Timing die Gunst des Ninja-Meisters gewinnt, holt den Sieg.
  • Take Time (BGG-Eintrag) — Kooperatives Puzzle-Kartenspiel von Alexi Piovesan und Julien Prothière (Libellud). Für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren, 30 Minuten. Aufgabe: zwölf Karten regelkonform um eine Uhr platzieren und so gemeinsam Tests bestehen.

Kennerspiel des Jahres 2026: Die Nominierten

Im anspruchsvolleren Kennerspiel-Segment treten an:

Boss Fighters QR (BGG-Eintrag) — Kooperatives Kampagnen-Kartenspiel von Michael Palm und Lukas Zach, erschienen bei Pegasus Spiele. Eine begleitende App steuert die Boss-Monster und reagiert per Scan-and-Play-Mechanik in Echtzeit auf gespielte Karten. Für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren, eine Partie dauert 40 bis 60 Minuten. Im Kern ein Deck-Building-Spiel, das den klassischen Kartenmechanismus mit digitaler Boss-KI verzahnt. Vom Komplexitätsniveau her liegt der Titel im oberen Familien- bis unteren Kennerbereich: Deck-Building-Vorerfahrung hilft, ist aber keine Voraussetzung.

Moon Colony Bloodbath (BGG-Eintrag) — Donald X. Vaccarino, Designer hinter Dominion, schickt 1 bis 5 Personen ab 14 Jahren für 45 bis 90 Minuten auf eine Mondkolonie. Es ist ein Engine-Builder mit Engine-Loser-Wendung: Während die Spielenden ihre Tableau-Engine aufbauen, sammeln sie laufend Pannen, Hungersnöte und Stromausfälle im gemeinsamen Deck. Die eigene Tableau-Engine kollabiert dabei nicht in sich selbst, sondern wird über das gemeinsame Karten-Deck durch externe Katastrophen sabotiert. Originalverlag Rio Grande Games, deutsche Ausgabe alea / Ravensburger AG.

Rebirth (BGG-Eintrag) — Vollständiger deutscher Titel Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit. Reiner Knizia kombiniert elegantes Plättchenlegen mit Mehrheitenkampf um schottische Burgen. Für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren, 45 bis 60 Minuten. Die deutsche Ausgabe erscheint bei Frosted Games.

Empfehlungsliste Kennerspiel des Jahres 2026

  • Grundstein von Metropolis (BGG-Eintrag) — City-Building mit Polyomino-Plättchen von Emerson Matsuuchi (Arcane Wonders, deutsche Ausgabe Kobold Spieleverlag). Für 2 bis 4 Personen ab 14 Jahren, 60 Minuten.
  • TAG Team (BGG-Eintrag) — Zwei-Personen-Auto-Battler von Gricha German und Corentin Lebrat (Scorpion Masqué, deutsche Ausgabe KOSMOS), inspiriert von Arcade-Prügelspielen. 15 Minuten, ab 10 Jahren. Karten werden in einer programmierten Reihenfolge gespielt, die Spielenden mischen sich vor jedem Duell ein neues Deck zusammen.
  • Frosted Blooms (BGG-Eintrag) — Plättchenlegespiel von Bruno Cathala und Ludovic Maublanc (Synapses Games). 1 bis 4 Personen ab 8 Jahren, 20 bis 40 Minuten. Thema: niederländische Tulpengärten. Welcher mechanische Twist die Empfehlung für Kennerspieler tragen soll, ergänzen wir, sobald die Verlagsdetails über den heutigen Verkündungs-Stand hinaus vorliegen.
  • Arten Garten — Zu Arten Garten liegt zum Redaktionsschluss kein BoardGameGeek-Eintrag vor; Designer, Verlag und Eckdaten reichen wir nach, sobald die offizielle Jury-Seite die Details bereitstellt.

Kinderspiel des Jahres 2026: Die Nominierten

Die drei nominierten Titel der Kinderspiel-Jury (separates Gremium der Jury Spiel des Jahres):

Buh Party (BGG-Eintrag) — In der BGG-Datenbank als Boo Party geführt, gestaltet von Florian Sirieix und Benoit Turpin, erschienen bei LOKI. Memory- und Deduktionsspiel mit Verkleidungsthema, 2 bis 6 Personen ab 5 Jahren, 10 bis 15 Minuten.

Die Insel der Mookies (BGG-Eintrag) — International Mooki Island. Designer Florian Sirieix, Originalverlag Scorpion Masqué; die deutsche Ausgabe erscheint bei KOSMOS. Sammelspiel mit Set-Collection-Mechanik für genau 2 Personen ab 4 Jahren, 10 Minuten pro Partie. Wurde 2026 bereits mit dem französischen As d'Or als bestes Kinderspiel ausgezeichnet.

Verflixt und Verzaubert (BGG-Eintrag) — Originaltitel Mimose & Sam et le Voleur de Fruits (Thomas Dagenais-Lespérance, deutsche Ausgabe bei Game Factory). Eins-gegen-Alle-Deduktionsspiel mit Würfeln, 2 bis 4 Personen ab 5 Jahren, 15 bis 20 Minuten. Eine Person spielt den Obstdieb, die anderen sammeln Hinweise.

Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2026

  • Paleolino (BGG-Eintrag) — Kooperatives Kinderspiel von Marco Teubner, erschienen bei Hans im Glück. 1 bis 4 Personen ab 5 Jahren, 15 Minuten. Spin-off zum 2021 als Kennerspiel des Jahres ausgezeichneten Paleo.
  • Kleiner Stinker — Zu Kleiner Stinker liegt zum Redaktionsschluss kein BoardGameGeek-Eintrag vor; Designer, Verlag und Eckdaten reichen wir nach.
  • Magische Spiegel — Auch Magische Spiegel ist auf BoardGameGeek noch nicht eingetragen; die Eckdaten ergänzen wir, sobald die Jury sie veröffentlicht.

Ausblick: Preisverleihung Spiel des Jahres 2026

Die Preisverleihung der Jury Spiel des Jahres findet traditionell im Sommer in Berlin statt — der offizielle Termin 2026 wird im Vorfeld separat von der Jury kommuniziert. Bis dahin haben Sie als Brettspielfans Zeit, sich durch das Feld zu spielen. Würfelreich wird die Hauptpreisanwärter in den kommenden Wochen in eigenen Beiträgen ausführlicher betrachten.

Aufgelistet - Der Kommentar zu den Nominierungen für das SPIEL und KENNERSPIEL DES JAHRES

19. Mai 2026 um 17:13

Früher gehörte es zur Tradition, dass in den Redaktionen einschlägiger Brettspielmagazine (vor allem der Fairplay) schon Wochen vor der Verkündung der neuen Listen die Federn angespitzt und die schönsten kritischen Formulierungen gesammelt wurden. In den folgenden Ergüssen war förmlich die diebische Freude zu spüren, die die Autoren beim Verfassen der Zeilen empfanden, während sie der Jury…

Quelle

Spiel des Jahres: Die Nominierten / the nominees

19.05.2026 - Heute hat der Verein Spiel des Jahres die Nominierten für 2026 bekannt gegeben. Insgesamt wurde dieses Jahr eine Rekordzahl von 571 Spielen begutachtet.

Auf den Preis als Kennerspiel des Jahres dürfen hoffen:
- Boss Fighters QR von Lukas Zach und Michael Palm (Verlag: Pegasus Spiele)
- Rebirth von Reiner Knizia (Frosted Games / Mighty Boards)
- Moon Colony Bloodbath von Donald X. Vaccarino (Alea)

Spiel des Jahres 2026 & Kennerspiel des Jahres 2026 – Die Nominierten stehen fest

Von: Peer
19. Mai 2026 um 16:56

Spiel des Jahres 2026 & Kennerspiel des Jahres 2026 - Die NominiertenHeute, am 19. Mai 2026, wurden die Nominierten für das Spiel des Jahres 2026 und das Kennerspiel des Jahres 2026 bekanntgegeben. Es war wieder mal sehr spannend, welche Spiele von der Jury nominiert werden. Ich stelle die Nominierten in den beiden Kategorien vor und schaue mir an, wie ich mit meinen Tipps für die Nominierungen […]

Der Beitrag Spiel des Jahres 2026 & Kennerspiel des Jahres 2026 – Die Nominierten stehen fest erschien zuerst auf Abenteuer Brettspiele.

Brettspiel Preis: Nominierung der Jury zum Spiel des Jahres 2026

19. Mai 2026 um 16:32

Am Dienstag, 19. Mai 2026 wurden die Empfehlungs- und Nominierungslisten für durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Spiel des Jahres e.V. und Koordinator der Kinderspiel-Jury Christoph Schlewinski sowie dem Vorsitzenden des Spiel des Jahres e.V. Harald Schrapers im Stream bekannt gegeben. 475 Neuheiten lagen der Auswahl zur Grunde. Zeitweilig schauten wieder mehr als 1.700 Personen im Livestream […]

Brettspiel Preis: Nominierung der Jury zum Kinderspiel des Jahres 2026

19. Mai 2026 um 16:31

Am Dienstag, 20. Mai 2025 wurden die Empfehlungs- und Nominierungslisten für durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Spiel des Jahres e.V. und Koordinator der Kinderspiel-Jury Christoph Schlewinski sowie dem Vorsitzenden des Spiel des Jahres e.V. Harald Schrapers im Stream bekannt gegeben. Es gab 92 Neuheiten bei den Kinderspielen. Damit sind einige Spiele mehr erschienen. Zeitweilig schauten 1.700 […]

Brettspiel Preis: Nominierung der Jury zum Kennerspiel des Jahres 2026

19. Mai 2026 um 16:30

Am Dienstag, 20. Mai 2025 wurden die Empfehlungs- und Nominierungslisten für durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Spiel des Jahres e.V. und Koordinator der Kinderspiel-Jury Christoph Schlewinski sowie dem Vorsitzenden des Spiel des Jahres e.V. Harald Schrapers im Stream bekannt gegeben. 571 Neuheiten lagen der Auswahl zur Grunde. Zeitweilig schauten 1.700 Personen im Livestream zu. Wie in […]

Spiele des Jahres: Die Empfehlungen 2026

19. Mai 2026 um 16:00

AUSZEICHNUNG.  Der Verein Spiel des Jahres gibt neben den Nominierungen für das Spiel des Jahres, das Kinderspiel des Jahres und das Kennerspiele des Jahres auch Empfehlungen für weitere Spiele in den drei Kategorien. Hier sind jene für 2026. 


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Dito!

19. Mai 2026 um 15:50

„Sack“, liest Annette vor. „Gilt ‚Intimbereich‘ auch?“, fragt Marco. Alle in der Runde prusten los. Wir spielen Dito! und wünschen uns, dass mindestens eine andere Person einen identischen oder zumindest synonymen Begriff notiert hat. Vorab hatte jede Person jeweils drei Antworten zu drei Kategorien geheim in ihr 3×3-Raster geschrieben. In geschilderten Fall gehörten zu den Oberbegriffen unter anderem ein „Alltagsgegenstand, der Mordwaffe sein könnte“ und „Schlechteste Stellen am Körper für ein Tattoo“. Bei den oben zitierten Wörtern hatten die Mitspieler unterschiedliche Kategorien im Sinn. Der Zufall wollte es, dass beim Vorlesen ganz neue Assoziationen ausgelöst wurden.

Dito

Solche Momente sind es unter anderem, die Dito! zu einem wunderbaren Wortspiel machen. Seinen Reiz zieht es grundsätzlich aus dem Umstand, dass ich nur gewinnen kann, wenn ich möglichst oft auf einer Wellenlänge mit anderen funke. Ich brauche Übereinstimmungen, um zu punkten. Im Gegensatz zu Stadt, Land, Fluss etwa, bei dem ich ja besonders für einmalige Antworten belohnt werde. Was Dito! zudem besonders macht: Es werden nicht zwingend alle aufgeschriebenen Begriffe verglichen. Das sorgt aus verschiedenen Gründen für Spannung.

Warum BFF-Sterne bei Dito! toll sind

Haben alle jeweils ihre neun Felder ausgefüllt, beginnt eine Person damit, einen einzelnen Begriff vorzulesen. Gibt es keine Übereinstimmung, muss das Feld durchgekreuzt werden. Ruft mindestens ein Mitspieler „Dito!“, dann kreisen alle diesen Begriff ein. Das bringt einen Punkt. Besonders cool ist es jedoch, wenn nur genau eine andere Person einen Treffer meldet. Dann nämlich dürfen beide in diesem Feld zusätzlichen den BFF-Stern ausmalen. Den Best-Friends-Forever-Stern! Macht zwei Extra-Punkte. Davon möchte ich natürlich so viele wie möglich haben. Also scheint klar zu sein, dass ich nicht nach den erstbesten Antworten suche. Oder?

Dito

Nun ja, vielleicht sollte ich meine Überlegungen ausweiten. Denn sobald eine erste Person all ihre neun Begriffe durchgestrichen oder eingekreist hat, endet die Runde, Bis dahin durfte reihum immer wieder der nächste Spieler einen neuen Eintrag nennen. Wer dabei viel einkreist, ist früher fertig. Und viele Treffer erziele ich eher nicht, wenn ich nur auf BFF-Antworten setze.

Zudem hat der indonesische Autor Martin Ang seinem Dito! noch eine Bingo-Komponente hinzugefügt. Ich ernte bis zu drei Bonuspunkte, wenn ich alle Felder einer Zeile oder Spalte eingekreist habe. Besonders lukrativ sind die oberste Reihe sowie die rechte Senkrechte. Deshalb schreibe ich den Begriff, den ganz sicher noch jemand anderes hat, in das Feld oben rechts. Typische Hundenamen? „Rex“ kommt in genau in diese Ecke. Noch „Hasso“ und „Bello“ dazu – fertig. Mindestens drei sichere Punkte, oder? Die Hoffnung lebt, doch dann werden „Pfiffi“, „Balou“ und „Nala“ vorgelesen. Waaaas? Tja, so kann’s laufen.

Welche Emotionen Dito! am Spieltisch hervorruft

Dito! schafft es, Emotionen zu wecken. Laut artikulierte Ungläubigkeit, wenn niemand mit meiner Antwort übereinstimmt. Doch schon im nächsten Moment stimmen alle in den „Dito!“-Chor ein, ehe ich mir kurz darauf mit der flachen Hand vor den Stirn schlage und damit hadere, dass mir einer der offensichtlichen Begriffe nicht eingefallen ist. Schön ist zudem, dass die Kategorien kein spezielles Wissen erfordern. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern schlicht um Übereinstimmungen. Da spielt es keine Rolle, wenn jemand die Schweiz als Land notiert hat, das ähnlich viele Einwohner wie Deutschland haben soll. Hauptsache ein anderer hat auch so gedacht. Ich kann quasi nichts falsch machen, weshalb Dito! ein großartiges Spiel für alle ist, die kurzweilige Unterhaltung mögen.

Dito
Ein Glücksmoment: In dieser Runde durfte ich alle neun Begriffe einkreisen.

Problematisch ist lediglich mitunter die Auslegung, welche Antworten als gleich eingestuft werden dürfen. Laut Regel bedeuten Synonyme wie Geige und Violine eine Übereinstimmung, Instrument als Oberbegriff würde jedoch in diesem Zusammenhang nicht gelten. „Wäsche waschen“ und „abwaschen“ bewerte als ich unterschiedlich. Aber wie wäre es mit „waschen“ und „abwaschen“? Um das zu klären, werden Wörter manchmal zu früh genannt. Die Spielanleitung macht es sich in diesem Punkt einfach: „Regelt Meinungsverschiedenheiten als Gruppe! Ganz egal wie alt ihr seid – ihr seid alt genug.“ Stimmt, sind wir. Und wir lassen uns von dieser Unschärfe den Spaß auch nicht verderben. Oder was meinst du? „Dito!“

Übrigens: Das eingangs genannte Beispiel mit „Sack“ und „Intimbereich“ hat freilich nicht als Übereinstimmung gezählt.

Dito! | Game Factory | Martin Ang | 3 bis 7 Personen | ab 10 Jahren | 30 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)

Der geheimnisvolle Brunnen – Kinderspiel-Review des Monats

19. Mai 2026 um 15:40

An einem geheimnisvollen Brunnen im Wald findet für bis zu vier Magierlehrlinge eine wichtige Wasserwichtel-Prüfung statt, um ihre Beobachtungsgabe zu schulen. Zunächst ist im Brunnen nichts zu sehen, jedoch sind mit der Zeit Farben und Umrisse zu erkennen. Die Wasserwichtel werden langsam sichtbar, wenn sie immer weiter nach oben tauchen. Wer sich früh genug festlegt […]

„Labyrinth: Chronicles": Ravensburger und Awaken Realms bringen Koop-Neuauflage im September für 149 Euro

19. Mai 2026 um 14:38
„Labyrinth: Chronicles": Ravensburger und Awaken Realms bringen Koop-Neuauflage im September für 149 Euro

Ravensburger und Awaken Realms haben den Handelsstart für „Labyrinth: Chronicles" auf September 2026 datiert; die unverbindliche Preisempfehlung liegt laut Pressemeldung des Ravensburger-Newsrooms bei 149,00 Euro. Das kooperative Kampagnenspiel ist die Jubiläumsneuinterpretation des 1986 erschienenen Familien-Klassikers „Das verrückte Labyrinth" — über die Erstankündigung der Jubiläumsneuinterpretation hatten wir bereits im Februar 2025 berichtet — und stammt aus einer Gamefound-Kampagne, die Ravensburger zufolge über 12.000 Unterstützer mobilisiert hat. Als Designer nennt der Verlag Max J. Kobbert, den Schöpfer des Originals, sowie Jan Truchanowicz für Awaken Realms.

Vom Schiebepuzzle zum Koop-Kampagnenspiel

Wer das Original kennt, erkennt die Grundzutat sofort: Reihum schiebt eine Person eine überzählige Gangkarte in den Spielplan, wodurch sich Korridore verschieben und neue Wege entstehen — oder versperrt werden. Diesen Schiebemechanismus übernimmt „Chronicles" laut Spielbeschreibung auf BoardGameGeek, koppelt ihn aber an einen kooperativen Spielmodus. Statt um die Wette Schätze einzusammeln, organisieren zwei bis vier Spielende gemeinsam die Versorgung eines Feendorfs und müssen den im Labyrinth lauernden Kobolden zuvorkommen.

Dazu kommt ein fortlaufendes Kampagnenformat. Die Verlagsbeschreibung spricht von Dorfwiederaufbau, neuen Fähigkeiten und neuen Charakteren über mehrere Partien hinweg. Vom Format her bedeutet das mehrere zusammenhängende Spielabende mit Fortschritt — eine „Legacy"-Mechanik mit zerstörbaren oder permanent veränderten Komponenten kommuniziert der Verlag dabei nicht. Eine Auflistung einzelner Kapitelinhalte gibt es in der jetzt veröffentlichten Pressemeldung ebenfalls nicht; Awaken Realms hält die konkreten Kampagnen-Beats bislang zurück.

3D-Spielplan: physische Mauern statt Pappe

Das visuelle Hauptverkaufsargument sitzt auf dem Tisch: Statt eines flachen Pappspielplans liefert „Labyrinth: Chronicles" einen 3D-Aufbau mit physischen Mauerelementen. Die Pressemeldung nennt diesen Aufbau als zentrales Komponentenmerkmal, ohne genauere Materialangaben. Das passt zum Profil von Awaken Realms, deren Titel „Nemesis", „This War of Mine: The Board Game" und „ISS Vanguard" für komponentenintensive Produktionen bekannt sind. Mechanisch bewegt sich „Labyrinth: Chronicles" allerdings deutlich unter diesen Heavy-Koop-Titeln (BGG-Komplexitätswerte um 3,3–3,5) — die Komponenten-DNA des Studios trifft hier auf ein Familienspiel-Plus-Format. Für Käufer:innen, die den Klassiker im 30-Euro-Segment im Regal haben, ist das ein deutlicher Sprung nach oben — in Bauumfang ebenso wie im Preis.

Spielerzahl, Alter, Spieldauer — und die offene Solo-Frage

Die Pressemeldung listet zwei bis vier Spielende und eine Altersempfehlung ab neun Jahren. Der BoardGameGeek-Eintrag setzt das Mindestalter mit acht Jahren ein Jahr niedriger an; wer das Spiel für jüngere Mitspielende plant, sollte sich an Ravensburgers offizieller Freigabe orientieren. Eine Spieldauer kommuniziert der Verlag in der Pressemeldung nicht — laut BoardGameGeek liegt eine Partie zwischen 20 und 60 Minuten. Diese Spannweite stammt aus früher Community-Schätzung; Kampagnen-Sessions mit Dorf-Wiederaufbau und neuen Charakteren dürften eher am oberen Rand liegen.

Auch beim Solo-Modus schweigt Ravensburger. „Labyrinth: Chronicles" wird offiziell als Titel für zwei bis vier Spielende beworben; ein dedizierter Einzelspieler-Modus ist nicht Teil der Verlagskommunikation. Die BoardGameGeek-Community deutet in ihrer Spieleranzahl-Umfrage an, dass sich der Titel solo spielen lässt — die Stichprobe ist allerdings klein und kein Verlagsversprechen. Solist:innen sollten vor dem Kauf prüfen, ob ihnen das Steuern mehrerer Charaktere im kooperativen Modus genügt.

Für die Illustrationen verantwortet Awaken Realms ein vierköpfiges Team um Jakub Dzikowski, Patryk Jędraszek, Ewa Labak und Pamela Łuniewska. BGG schätzt die Komplexität auf 1,80 von 5 ein — das liegt im Familienspiel-Plus-Bereich (zum Vergleich: Carcassonne 1,92, Catan 2,32) und damit unterhalb der klassischen Kennerspiel-Schwelle. Mit Blick auf die Kampagnen-Schichten (Dorfwiederaufbau, neue Fähigkeiten, Charakter-Persistenz) könnte der Wert in der Praxis allerdings eher die Untergrenze als der Median sein, und die BGG-Stichprobe ist für einen September-Titel noch dünn.

Für die Illustrationen verantwortet Awaken Realms ein vierköpfiges Team um Jakub Dzikowski, Patryk Jędraszek, Ewa Labak und Pamela Łuniewska.

Crowdfunding-Erbe: Gamefound-Kampagne und 149 € UVP

Die Gamefound-Kampagne hatten wir im Februar 2026 ausführlich begleitet; sie ist abgeschlossen und laut Pressemeldung mit über 12.000 Unterstützern unterzeichnet. Eine öffentlich nachvollziehbare Auflistung der erreichten Stretch Goals — insbesondere die Trennung zwischen Mechanik-Inhalten wie Zusatzszenarien oder neuen Charakteren auf der einen und Komponenten-Upgrades wie Miniaturen oder Spielmatten auf der anderen Seite — kommuniziert Ravensburger in der jetzt veröffentlichten Pressemeldung nicht; die Gamefound-Kampagnenseite ist zum Redaktionsschluss nicht öffentlich abrufbar. Wer in der Gamefound-Phase nicht dabei war und auf bestimmte Stretch-Goal-Inhalte hofft, sollte die Verpackung im Handel prüfen — bei Awaken-Realms-Titeln unterscheiden sich Crowdfunding- und Retail-Editionen häufig in Komponenten- und Miniaturen-Umfang.

Mit 149 Euro UVP ordnet sich „Labyrinth: Chronicles" deutlich über den rund 30 Euro für den klassischen Familienkracher ein, bleibt aber im üblichen Preissegment für Awaken-Realms-Boxen. Das klassische „Das verrückte Labyrinth" ersetzt die Neuauflage dabei nicht — sie zielt auf einen anderen Abend: längeres Commitment, kooperatives Kampagnenformat statt klassische Sammelpartie. Eine spielerische Einordnung dieses Aufschlags ist ohne Hands-on nicht zu leisten — wir kommen im September darauf zurück.

Spiel des Jahres: Nominierungslisten 2026

19. Mai 2026 um 14:34

9 nominierte Titel für die drei Spiel-des-Jahres-Hauptpreise Die Jury Spiel des Jahres hat sich auf die Empfehlungslisten der Spiele des Jahres 2026 festgelegt und daraus je drei Nominierungen für die…

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Hitman: The Board Game — Agent 47 als Brettspiel

19. Mai 2026 um 12:55
Hitman: The Board Game — Agent 47 als Brettspiel

Agent 47 verlässt den Bildschirm. Das dänische Studio MOOD Publishing bringt die Stealth-Action-Reihe von IO Interactive als kompetitives Brettspiel auf den Tisch — und sammelt auf Gamefound deutlich mehr Geld ein als geplant. Stand 19. Mai 2026 stehen 672.894 Euro auf dem Konto, rund 673 Prozent des Finanzierungsziels von 100.000 Euro. 3.093 Unterstützerinnen und Unterstützer haben bislang gepledged. Die Kampagne läuft noch bis zum 28. Mai 2026, 16:00 Uhr MESZ — also gut neun Tage.

Worum geht's bei Hitman: The Board Game?

In Hitman: The Board Game schlüpfen 1 bis 4 Spielende in die Rolle internationaler Auftragskillerinnen und -killer, die um denselben Vertrag konkurrieren. Sie reisen zwischen exotischen Schauplätzen, infiltrieren Anwesen und Veranstaltungen und versuchen, hochkarätige Ziele auszuschalten — bevor die Konkurrenz am Tisch zuschlägt.

Die Kernschleife greift eine Stilfrage auf, die schon das Videospiel prägt: lautes Vorgehen mit der Schusswaffe (vom Hersteller „guns blazing" genannt) oder die leise Variante im Stil eines „Silent Assassin". Mitspielende dürfen sabotieren, Ziele wegschnappen und den finalen Treffer setzen — das Spiel ist also explizit konflikthaltig und nicht kooperativ. Eine Partie dauert laut MOOD Publishing rund 60 Minuten, das Mindestalter liegt bei 12 Jahren.

Wie sich diese Stilfrage am Tisch konkret in Aktionen übersetzt, hält die Kampagne erstaunlich knapp: MOOD Publishing nennt die genaue Aktionsökonomie (also was eine Spielerin pro Zug machen darf), die Zugstruktur und das Auflösungssystem auf der Gamefound-Hauptseite bislang nicht im Detail. Aus der Komponentenliste lässt sich ableiten, dass Hitman: The Board Game karten- und tableau-getrieben ist: Spielende erhalten Agent Cards (vermutlich mit individuellen Profilen, denn die Kampagne schaltet im Verlauf wiederholt neue Special Agent Card Packs frei), Aufträge werden über Target Briefs und Map Event Cards in Schauplätzen mit Raum-Tiles inszeniert, dazu kommen Opportunity Cards, Weapon Cards und zusätzliche Unorthodox Tools. Das deutet auf ein asymmetrisches, karten- und ortsbasiertes Konfliktspiel hin — die konkrete Mechanik bestätigt MOOD aber bisher nicht in Textform. Zum Solo-Modus für eine Person macht der Verlag auf der Hauptseite ebenfalls keine Detailangaben; ob er als Score-Run, Automa oder Solo-Kampagne läuft, bleibt bis zum Pledge-Manager (ein Online-Formular, in dem Sie nach Kampagnenende Ihren Pledge bestätigen, Versand bezahlen und Add-ons anpassen) oder zum ersten Rezensionsexemplar offen.

Was das Spiel auf dem Tisch tatsächlich leistet, lässt sich heute nicht beurteilen. Es liegt kein Rezensionsexemplar vor, ein BoardGameGeek-Eintrag mit Bewertungen existiert mangels Druck nicht. Wir bewerten hier Konzept, Studio und Funding — nicht das Spielgefühl.

Was steckt im Karton?

MOOD Publishing bietet sieben Pledge-Stufen an (Preise in Euro, Versand kommt im Pledge-Manager dazu):

  • Base Game — 60 € (UVP 70 €). Das Grundspiel inklusive aller freigeschalteten Karten-Stretch-Goals.
  • All Gameplay — 125 € (UVP 145 €). Sämtliche Gameplay-Erweiterungen, jedoch ohne Komponenten-Upgrades wie Standees oder Miniaturen.
  • All Gameplay – Acrylic Standees Edition — 200 € (UVP 235 €). Wie All Gameplay plus Acryl-Standees als Spielfiguren.
  • All Gameplay – Miniatures Edition — 220 € (UVP 260 €). Mit voll plastischen Miniaturen.
  • All-In Acrylic Standees — 315 € (UVP 400 €). Alle Inhalte plus Acryl-Standees und sämtliche Komponenten-Upgrades.
  • All-In Miniatures — 335 € (UVP 425 €). Die Vollausstattung mit Miniaturen.
  • Retailer Pledge — 100 €, nur für verifizierte Händlerinnen und Händler.

Wer das Spiel rein als Spielerlebnis kaufen will, kommt mit dem Base Game oder dem All Gameplay-Pledge aus. Die All-In-Stufen lohnen sich für Sammlerinnen und Sammler, die Wert auf Miniaturen, Acryl oder die enthaltenen Box-Aufwertungen legen. Bei einem Spiel ohne Hands-on-Eindrücke ist jeder Pledge oberhalb der Einstiegsstufe ein Vertrauensvorschuss in das Studio.

Stretch Goals und David Bateson

Stretch Goals sind Bonus-Inhalte, die freigeschaltet werden, sobald die Kampagne bestimmte Geldmarken oder Zeitpunkte erreicht. Die Funding-Stufen bis 600.000 Euro sind durch. Sortiert nach Wirkung am Tisch:

Mechanische Inhalte (verändern, was im Spiel passiert):

  • Personal Restrictions (zwei Karten-Packs) — laut Gamefound „eine extra Herausforderung pro Spieler", also vermutlich individuelle Sonderauflagen pro Auftrag.
  • Smuggled Items (zwei Packs) — Start-Perks, mit denen Spielende in die Partie gehen.
  • Vier Unorthodox Packs — zusätzliche „kreative" Werkzeuge und Waffen, also Karten für die Action-/Inventarseite.
  • Easter-Egg-Karten in zwei Varianten (Opportunity- und Map-Event-Karten) — Erweiterungen der vorhandenen Karten-Decks.
  • Extra Agent Cards, Special Agent Card Pack und Special Agent Cards Pack 2 — zusätzliche Spieler-Charaktere mit eigenen Profilen.
  • Extra Target Event Cards Pack, Map Event Card Pack und Extra ICA Cards — mehr Aufträge, Map-Events und Ausrüstung.
  • Make-Your-Own Target Kit — Blanko-Karten, Raum-Tiles und Standees für selbstgebaute Aufträge.

Komponenten-Upgrades und Boni (verschönern oder erleichtern das Spiel):

  • Doppellagige Spielertableaus.
  • Neue Waffenkarten-Artworks (Re-Skin der Duplikat-Karten).
  • Brief Holder — Aufsteller, um Location- und Target-Briefs aufrecht auf dem Tisch zu platzieren.
  • Score Sheet mit Achievement-Stickern für Eliminationen.
  • Printable Tutorial Map — Druckvorlage für eine geführte Einsteigerpartie.

Offen ist das prominenteste Ziel: Ab 700.000 Euro signiert David Bateson, die englische Originalstimme von Agent 47, jede Gold Baller Collectors Card — allerdings nur in den All-In-Pledges. Zum Stand 19. Mai fehlen dafür rund 27.000 Euro. Hinzu kommen drei Mystery Unlocks an den Kampagnentagen 20, 23 und 25, also zwischen 20. und 25. Mai.

Einordnung: Wer ist MOOD Publishing?

Hinter dem Projekt steht MOOD Publishing Aps mit Sitz in Dänemark. Wer das Spiel konkret designt hat, kommuniziert MOOD auf der Gamefound-Hauptseite öffentlich nicht namentlich — eine Designer- oder Autorenzeile fehlt in den dort sichtbaren Projektdaten. Bei einer Lizenz-Adaption in dieser Größenordnung ist das eine Lücke, keine Nebensache; ob ein In-House-Team, eine externe Autorin oder ein etablierter Designer hinter dem System steht, wird der Pledge-Manager oder das erste Update klären müssen.

Eine belastbare Liefer-Bilanz für eine Produktion in dieser Größenordnung lässt sich aus öffentlich zugänglichen Quellen heute nicht abschließend ableiten. Crowdfunding-typische Verzögerungen sind möglich — Brettspielprojekte mit Lizenzbindung und vollständiger Miniatur-Produktion treffen erfahrungsgemäß auf längere Lieferzeitfenster, als die Kampagne ursprünglich verspricht. Ein verbindliches Auslieferungsdatum nennt die Kampagnen-Hauptseite nicht prominent; Pledge-Manager und spätere Update-Kommunikation des Verlags werden hier ausschlaggebend sein.

Versandkosten erhebt der Verlag nach Kampagnenende im Pledge-Manager. Details zu DACH-Versandstaffeln finden Unterstützerinnen und Unterstützer dort, nicht auf der Hauptseite.

Fazit: Für wen lohnt sich der Pledge?

Hitman: The Board Game spricht zwei Zielgruppen klar an. Erstens: Fans der Videospielreihe, die Agent 47 nun gegen Freundinnen und Freunde am Tisch verkörpern wollen. Zweitens: Spielende, die kompetitive Konflikt-Brettspiele in der 60-Minuten-Klasse mögen, in denen Mitspielende einander aktiv das Wasser abgraben dürfen. Wer Koop-Erlebnisse oder ruhiges Tableau-Building sucht, ist hier falsch.

Vor einer 60-Euro-Entscheidung gilt der übliche Crowdfunding-Hinweis: Ein Pledge ist ein Versprechen, kein Kauf. Solange kein Rezensionsexemplar vorliegt, beurteilen wir Konzept, Studio und Funding — nicht das Spielgefühl. Wer das aushält, findet hier eine der größten Lizenz-Adaptionen des Jahres auf Gamefound.

Herr der Ringe: Schicksal der Gemeinschaft – Leacocks Koop-Saga

19. Mai 2026 um 10:49
Herr der Ringe: Schicksal der Gemeinschaft – Leacocks Koop-Saga

Matt Leacocks Tolkien-Koop ist zurück in der BGG-Hotness: Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft (Originaltitel The Lord of the Rings: Fate of the Fellowship) klettert nach den jüngsten Mittelerde-Ankündigungen wieder nach oben. Das Spiel erschien 2025 bei Z-Man Games, wird also nicht durch eine Neuauflage, sondern durch frisches Interesse rund um Asmodees Tolkien-Lizenz angeschoben.

Worum geht's?

Jede:r Spielende übernimmt zwei Figuren aus dem Umfeld der Gefährten und unterstützt Frodo auf seinem Weg zum Schicksalsberg. Schauplätze, Ereignisse und Gegner wechseln über 24 Szenarien hinweg, dazu kommen 14 Ereignisse und 13 spielbare Charaktere. Mechanisch verbindet Leacock vertraute Pandemic-DNA – Aktionspunkte, Kartenhand-Management, Würfelkonflikte – mit Set-Collection-Elementen und einer „Hoffnung"-Spur, die das Spielende bestimmt: Wer den Ring vor Frodos Verzweiflung ins Feuer wirft, gewinnt. Ein Solomodus ist enthalten.

Schnellfakten

  • Designer: Matt Leacock (Pandemic, Forbidden Island)
  • Illustration: Jared Blando, Cory Godbey
  • Verlag: Z-Man Games (Asmodee-Imprint)
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Spielerzahl: 1–5 (auf BGG bestens zu dritt)
  • Spielzeit: 60–150 Minuten
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Mechaniken: Kooperativ, Aktionspunkte, Würfeln, Handmanagement, Set Collection, variable Spielerfähigkeiten, Solo
  • BGG-Bewertung: 8,33 bei rund 8.900 Stimmen, BGG-Rang 87, Thematic-Rang 22 (Stand: Mai 2026)

DACH-Relevanz

Der deutsche Titel Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft ist bei BoardGameGeek bereits hinterlegt; die Veröffentlichung erfolgt über die Asmodee-Schiene mit Z-Man Games. Vor dem Hintergrund der jüngsten Partner-Ankündigungen rund um Asmodees Mittelerde-Lizenz dürfte das Spiel im deutschsprachigen Handel zusätzlichen Schub bekommen.

Unsere Einschätzung

Mit einem BGG-Rang in den Top 100 und einer Bewertung jenseits der 8,3 ist Schicksal der Gemeinschaft kein flüchtiges Hotness-Phänomen, sondern ein bestätigtes Koop-Schwergewicht. Wer auf erzählerische Pandemic-Verwandte steht und mit 60 bis 150 Minuten Spielzeit kein Problem hat, sollte das Spiel auf dem Schirm haben – gerade jetzt, wo Asmodee die Mittelerde-Pipeline öffnet.

Quelle: BoardGameGeek – The Lord of the Rings: Fate of the Fellowship

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