Normale Ansicht

Minos

Von: Markus
08. Januar 2026 um 00:05

Minos ist genau so ein Spiel, über das wir gefühlt seit zwei Jahren sprechen. Turning Tables. Oder ist es das nicht? Ich habe einige Partien dieses Heavy Euros hinter mir und grüble seit Wochen über meine Rezension. Bekommt ihr bei dem zehnten Euro die zehnte gleiche Rezension? Bin ich auch im Same Same but Different-Modus?...

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Die neuen Spiele 2026 bei Kosmos (Upd.)

08. Januar 2026 um 00:00

NEUHEITEN.  Es sind auch dieses erste Halbjahr wieder rund 30 Neuheiten, die der Stuttgarter Verlag auf den Markt bringt. Wie gewohnt werden dabei starke Marken gepflegt und die Affinität zum Buch betont. Hier, samt erstem Ausblick auf den Herbst, die wichtigsten Neuerscheinungen bei Kosmos. Update 14.5.2026: Die Herbstneuheiten stehen bereits fest. 


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#350 – Community Awards 2025 & die ersten 5 Brettspiele von Eric M. Lang | Podcast

Von: Peer
07. Januar 2026 um 07:00

#350 - Community Awards 2025 & die ersten 5 Brettspiele von Eric M. Lang | PodcastIn der heutigen Podcast-Episode 350 geht es zum einen um die gerade gestarteten Community Awards 2025 und ihr erfahrt, wie ihr teilnehmen und was ihr gewinnen könnt.

Anschließend stelle ich die ersten 5 Brettspiele von Eric M. Lang vor und ihr erfahrt was ich von diesen halte.

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Ninety Nine

Ninety Nine: Cover

Die 99 im Titel von NINETY NINE könnte für vieles stehen. Für 99 Luftballons. Für 99 Nächte im Wald. Für das Alter Abrahams, als ihm Gott erschien. Für 99 Dalmatiner mit Dyskalkulie. Undenkbar ist eigentlich nur eines: 99 Einleitungen.

Wie geht NINETY NINE? NINETY NINE ist ein Kartenablegespiel, und 99 ist übrigens auch die Punktezahl, die ich erreichen muss, um zu gewinnen. Das Spiel kombiniert zwei Mechanismen und damit auch zwei unterschiedliche Arten, um Punkte zu gewinnen.
Erstens: Zu Beginn meines Zuges muss ich eine Karte in meine Privatreihe legen. Sie muss eine höhere Zahl haben als meine zuletzt dort gelegte Karte, und keine Farbe darf doppelt vorkommen. Da es im Spiel Zahlen von null bis zehn sowie zehn verschiedene Farben gibt, wäre in zehn Runden (theoretisch) eine Zehner-Reihe zu erreichen. Die dann übrigens 100 Punkte zählte (Anzahl der Karten quadriert). Wenn ich meine Reihe nicht verlängern kann oder möchte, schmeiße ich sie ab, werte sie und beginne neu.

Ninety Nine: Reihe

Es folgt – zweitens – der meist längere Teil meines Zuges mit dem Versuch, meine restlichen Handkarten auf zwei offene Stapel abzuspielen. Dort darf ich entweder gleiche Farbe auf gleiche Farbe spielen oder die oberste Zahl um eins erhöhen oder so legen, dass die oberste Zahl und meine Zahl exakt zehn ergeben. Ich darf mit jeder Karte neu entscheiden, welche Regel ich befolge.
Anschließend ziehe ich von meinem Nachziehstapel wieder auf sechs Karten hoch. Ist mein Stapel aufgebraucht, bekomme ich 15 Punkte und einen neuen Stapel mit wieder 15 Karten.

Was passiert? Die beiden Gewinnwege widersprechen einander teilweise – was zum Reiz von NINETY NINE beiträgt. Eigentlich möchte ich in der zweiten Phase meines Zuges möglichst viele Karten loswerden. Habe ich aber die perfekte Vier und die perfekte Fünf, um sie in den kommenden beiden Runden an meine Reihe zu legen, die aktuell bei drei angekommen ist, halte ich diese beiden Karten vielleicht lieber zurück.
Oder spiele ich sie doch? Denn zwei Karten mehr, die ich loswerde, bedeuten eben auch, dass ich zwei Karten mehr nachziehe. Und das wiederum erhöht die Chance, dass auch etwas Passendes für meine Reihe dabei ist. Vielleicht, vielleicht. Es ist Bauchgefühl, es ist Zock, es ist … Spiel.

Ninety Nine: Ablage

Als motivierend empfinde ich auch das Abspielen an sich (oder auch nur das Hoffen darauf, dass es gelingt): Zack, und noch eine! Und noch eine! Und noch eine! Hah, alle Karten weg! Die Wahrscheinlichkeit, das zu schaffen, ist gut austariert. Es kann gelingen. Meistens aber gelingt es nicht.
Nicht alle Spieler:innen überblicken ihre Möglichkeiten sofort (oder sind beizeiten bereit zu akzeptieren, dass es leider keine Möglichkeiten gibt), deshalb kann es in voller Besetzung auch mal etwas länger dauern, bis man wieder an die Reihe kommt. Und vorab planen kann man auch nicht. Man muss abwarten, was dann oben auf den Stapeln liegt.

Was taugt es? Ich mag NINETY NINE. Es ist klar und aufgeräumt und in seiner Schnörkellosigkeit fast schon ein bisschen klassisch. Es ist eines dieser Spiele, die ich gut und gerne noch ein paar Mal spielen würde – wäre da nicht der fiese Berg von Neuheiten, der ebenfalls gespielt werden soll.
Es gibt pro Jahr etliche Spiele dieser Güteklasse: besser als der Durchschnitt und deshalb so gut, dass sie ihre Berechtigung haben – aber auch nicht direkt begeisternd oder herausragend. Nett und fein. Solide eben.


**** solide

NINETY NINE von Reinhard Staupe für zwei bis vier Spieler:innen, Kendi Games.

Top 10 Brettspiel-Zubehör für mehr Spielspaß

Von: Peer
06. Januar 2026 um 11:35

Top 10 Brettspiel-Zubehör für mehr SpielspaßSpielspaß steht für uns alle im Vordergrund und neben dem Spiel selbst hängt dabei auch sehr viel vom passenden Brettspiel-Zubehör ab. Deshalb liste ich heute mein Top 10 Brettspiel-Zubehör auf, das bei uns für mehr Spielspaß sorgt. Ich bin sehr auf eure Meinungen und Tipps dazu gespannt. Mein Top 10 Brettspiel-Zubehör für mehr Spielspaß Viele […]

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Die neuen Spiele 2026 von A bis Z

06. Januar 2026 um 10:00

NEUHEITEN.  Von A bis Z stellt spielwiese.at in seiner Serie die Spielneuheiten 2026 in loser Folge vor. In den kommenden Wochen werden wir dir möglichst alle neuen Spiele der wichtigsten Verlage und Vertriebe vorstellen.


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Unter Schafen 12/25

05. Januar 2026 um 20:10

Unter Schafen

In dieser Kategorie gibt es Aktuelles der drei Kategorien Mäh! (News), Herde (Neuzugänge) und Grasen (Ersteindrücke). Diesen Monat mit Top 9 on Instagram, Chichen Itza, Forestry und Panta Rhei.

Bremen-Nord spielt – 17.01.2026

Von: Dimi
05. Januar 2026 um 19:19

Spielefans aufgepasst! Am 17. Januar 2026 heißt es wieder „Bremen-Nord spielt!“ – der gemütliche Spieletreff für alle, die Lust auf einen unterhaltsamen Nachmittag voller Brett- und Kartenspiele haben.

Von 15:00 bis 21:00 Uhr könnt ihr euch mit Gleichgesinnten an den Spieltisch setzen, neue Spiele entdecken oder eure Lieblingsspiele mitbringen. Über 100 Spiele stehen zur Auswahl – ob strategisch oder kooperativ, hier ist für jeden was dabei!

Die Plätze sind auf 40 Personen begrenzt, also sichert euch schnell euren Platz. Kommt vorbei, bringt Freunde mit und erlebt gemeinsam einen tollen Spieletag!

Wir freuen uns auf euch!

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Masters of Crime: Stillleben

05. Januar 2026 um 07:09

Wir müssen wir ein Bild stehlen. Es geht also um Gemälde. Da passt es doch, die Illustrationen des Spiels selbst einmal genauer zu betrachten – in einer Rezension, die sich an zehn Bildern entlang hangelt.

Bild 1

Masters of Crime: Stillleben

„Stillleben“ gehört zu der Kosmos-Reihe „Masters of Crime“. In diesem kooperativen Krimi-Spiel planen wir gemeinsam einen Kunstraub. Dazu lösen wir Rätsel und knifflige Aufgaben. Kennen wir die Story, erübrigt sich eine zweite Partie. Wenn wir darauf verzichten, auf das Material zu schreiben, ließe sich das Spiel jedoch weitergeben. Nun aber Fokus auf die Aufgabe.

Bild 2

Masters of Crime: Stillleben

Unser Auftraggeber möchte, dass wir eines dieser beiden Bilder aus einem Museum in Amsterdam stehlen. Welches genau? Diese Entscheidung überlässt er uns. Bevor der Coup jedoch beginnen kann, müssen wir ein Team zusammenstellen.

Bild 3

Masters of Crime: Stillleben

Wir besuchen verschiedene Orte. Zu jedem gehört ein Stapel mit Karten. Haben wir die jeweils erste gelesen, müssen wir uns oftmals für eine von mehreren Optionen entscheiden: Wie gehen wir weiter vor? Wen befragen wir zu welchen Dingen? Die Illustrationen auf den schwarz umrandeten Karten geben die passende Atmosphäre wieder.

Bild 4

Masters of Crime: Stillleben

Nach und nach lernen wir Personen kennen, die uns bei unserem Raub behilflich sein könnten. Doch nur drei von sechs können zum Team stoßen. Wer eignet sich am besten? Wen brauchen wir?

Bild 5

Masters of Crime: Stillleben

Wir haben jedoch nur ein begrenztes Budget, das uns zum Anheuern der Spezialisten zur Verfügung steht. Auf welche Skills können wir verzichten, auf welche auf gar keinen Fall?

Bild 6

Masters of Crime: Stillleben

Zudem erhalten wir regelmäßig wichtige Informationen darüber, worauf wir bei unserem Coup achten sollten. Manche müssen wir erst entschlüsseln, indem wir die Rätsel lösen, die auf sogenannten Objektkarten auf uns warten. Diese sind gestaltet wie Briefumschläge, die wir zu gegebener Zeit öffnen dürfen.

Bild 7

Masters of Crime: Stillleben

Lösungen für die Rätsel geben wir online auf der entsprechenden Homepage ein. Wer Hilfe beim Rätseln benötigt, erhält diese ebenfalls auf der entsprechenden Internetseite. Ist der Code geknackt, erfahren wir, wie es weitergeht.

Bild 8

Masters of Crime: Stillleben

Abhängig von unseren Entscheidungen legen wir bestimmte Karten in den sogenannten Durchführungsstapel. Das Spiel ist nämlich zweigeteilt. In der ersten Phase planen wir den Raubüberfall und stellen das Team zusammen, in der zweiten Phase schauen wir, wie sich die getroffenen Entscheidungen auf die Durchführung des Raubs auswirken. Dazu werden die Karten im Durchführungsstapel nun umgedreht, vorgelesen und abgearbeitet.

Bild 9

Masters of Crime: Stillleben

Wie schon bei der Planung erhalten wir auch während der Durchführung für einzelne Entscheidungen Sterne als Belohnungen. Je mehr Sterne wir am Ende haben, desto besser unsere Beurteilung. Aber Achtung: Riskante Entscheidungen weisen uns Alarmsymbole zu, die das Ergebnis beeinträchtigen.

Bild 10

Masters of Crime: Stillleben

„Das immersive Thriller-Erlebnis“ heißt es im Untertitel des Spiels. Und tatsächlich: „Stillleben“ schafft es, uns rund drei Stunden lang zu fesseln. Die Geschichte ist stimmig, die Aufgaben sind nicht zu leicht und nicht zu schwer. Manchmal müssen wir uns aufteilen beim Rätseln, oft gemeinsam diskutieren, kombinieren und entscheiden. Und es gehört dazu, online zu recherchieren.

Eine Gewissensfrage am Ende von „Masters of Crime: Stillleben“

Als Kritik mag gelten, dass sich die Story allzu linear abarbeiten lässt. Aber das ist auch ein Vorteil: So landen wir eben nicht in einer Sackgasse, sondern wissen genau, welche Schritte noch zu gehen sind. Und ganz am Ende – das lässt sich sagen, ohne zu spoilern – folgt eine Gewissensfrage, die tief in unser Inneres blicken lässt …

Masters of Crime: Stillleben | Kosmos | Verena Wiechens, Martin Student, Lukas Setzke | 1 bis 6 Personen | ab 14 Jahren | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)

Dein Brettspiel des Jahres 2025

05. Januar 2026 um 00:10

Ich halte mich dieses Mal kurz, damit die wichtigen Fakten nicht im Geschwafel untergehen. Ihr dürft wieder euer Lieblingsspiel aus 2025 wählen, dabei aber bitte das Veröffentlichungsdatum des Spiels beachten. Es geht mir nämlich darum, eure Neuheiten zu erfahren und nicht euer Lieblingsspiel aller Zeiten. Seit 2021 geisterte Arche Nova in den Top 3 herum,...

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7 Wonders Dice

04. Januar 2026 um 11:30

2011 wird 7 Wonders Kennerspiel des Jahres und entwickelt sich schnell zu einem modernen Klassiker. Fünf Jahre später gewinnt 7 Wonders Duel den DuAli und zeigt eindrucksvoll, wie gut sich das Grundprinzip auch auf zwei Personen zuschneiden lässt. Mit 7 Wonders Architects, das 2022 eine Empfehlung zum Spiel des Jahres erhält, setzt sich die Erfolgsgeschichte fort. Und nun? Nun versucht sich Antoine Bauza mit „7 Wonders Dice“ (Asmodee) an einer Umsetzung als Würfelspiel. 

 

 

 

Würfel statt Karten 
Der größte Unterschied zu den bekannten Vorgängern ist schnell erklärt: Karten gibt es keine mehr. Stattdessen landen Runde für Runde sechs Würfel im Forum, von denen wir einen wählen. Interaktion entsteht hier nicht, wir haben stets alle die volle Auswahl. Zumindest sofern wir diese bezahlen können. Denn je nach Position des Würfels entstehen Kosten. Gleiches gilt für die Verwendung auf unserem Tableau, auf dem die Ergebnisse eingezeichnet werden. Rohstoffe helfen, die Kosten niedrig zu halten. Und da diese, einmal erworben, dauerhaft zur Verfügung stehen, bestehen die ersten Runden üblicherweise aus dem Sammeln der entsprechenden Würfel. Erst im Anschluss rücken die farbigen Sechsseiter in den Fokus, die uns auf dem Markt, der Agora oder dem namensgebenden Weltwunder voranschreiten lassen. 
 
 
Jetzt wird es bunt
Je nach Würfelfarbe und Symbol markieren wir verschiedene Felder auf unseren Plan. Dabei bieten die roten Kasernen Punkte, indem unser Angriff mit der Verteidigung der Nachbarn verglichen wird. Am Markt können wir Geld oder Rohstoffe sammeln, die Akademie schaltet weitere Würfel und damit Spieloptionen frei. Zudem können wir unpassende Würfel stets zu Geld machen oder damit eine Stufe unseres Weltwunders voranschreiten. Neben kleinen Boni winken dabei überall Punkte, die über den Sieg entscheiden, sobald eine Spielerin drei der vier farbigen Bereiche abgeschlossen hat. 
 
Fazit 
7 Wonders Dice tritt in große Fußstapfen. Und ich kann direkt sagen: Aus meiner Sicht ist es der bislang schwächste Vertreter der Reihe. Dabei macht das Spiel Einiges richtig: Von Anfang an fühlt sich Vieles vertraut an. Ressourcen, Handel, Wissenschaft… der direkte Vergleich anhand militärischer Stärke… lila Gebäude, um zusätzlich zu punkten. Wer die Vorgänger kennt, fühlt sich sofort heimisch. Zudem ist der Spielablauf belohnend. Irgendwas kann ich eigentlich immer nutzen, gegenseitiges stören ist sowieso nicht möglich.
 
Genau das ist aber auch das Problem. Denn die Züge in 7 Wonders Dice fühlen sich überwiegend belanglos an. Im ersten Spieldrittel ist die Reihenfolge der gewählten Würfel und markierten Felder vielleicht noch relevant. Aber spätestens gegen Ende des Spiels ist der Ablauf nur noch monoton und enorm gleichförmig. Da das Spiel erst endet, wenn drei der vier Bereiche abgeschlossen sind, sind die Pläne gegen Ende sowieso weitestgehend gefüllt. Die sehr spärlichen Wettrennelemente oder die Möglichkeiten für Bonuspunkte über freischaltbare Würfel ändern daran wenig. In der ersten Partie werden vielleicht noch leicht unterschiedliche Wege zum Ziel gewählt, das ändert sich aber schnell. 7 Wonders Dice fehlt es schlicht an Konkurrenz, an Reibungspunkten oder Spannungselementen.  
 

 

Von Spasski, Fischer und einem Menschen, den ich vermisse

03. Januar 2026 um 15:45

Schach. Ich habe immer verloren. Jede einzelne Partie. Mein Bruder war nicht nur 13 Jahre älter als ich, er war auch Bundesligaspieler. Im Schach. Meine Bilanz gegen ihn werde ich niemals verbessern können. Wilhelm ist tot. Ein Spiel hat viele Erinnerungen aufgefrischt.

Boris Spasski gegen Bobby Fischer. Sowjetrusse gegen US-Amerikaner. Das Finale der Schachweltmeisterschaft elektrisiert im Jahr 1972 die Welt. Inmitten des Kalten Kriegs wird dieses Duell Stellvertreter des Klassenkampfs zweier Großmächte. Austragungsort: die isländische Hauptstadt Reykjavik. „Match Of The Century“ nennen Autor Paolo Mori und der Verlag Deep Print Games das Spiel, das dieses historische Duell neu inszeniert. Man muss kein Schach können, um es zu verstehen. Es ist ein taktisches Kartenspiel für – klar – zwei Personen. Eines, das mit den Ereignissen von damals spielt.

Match of the Century

Ich bin in jenem Sommer noch kein Jahr alt. Wilhelm feiert am 15. Juli 1972 seinen 14. Geburtstag. Herausforderer Fischer liegt an diesem Tag schon 0:2 zurück. Zur zweiten Partie war der exzentrische Amerikaner gar nicht erst angetreten. Wie bekloppt, denke ich gut 50 Jahre später. Was Wilhelm damals davon hielt oder für wen er Sympathien hegte – ich weiß es nicht, kann nur vermuten. Wir haben nie über das Jahrhundert-Match gesprochen. Ich bin mir aber sicher, dass er das Finale verfolgt, die Partien analysiert hat. Wenn nicht 1972, dann auf jeden Fall später.

Bei „Match Of The Century“ symbolisieren Karten die Schachfiguren

In „Match Of The Century“ agiert eine Person als Spasski, die andere als Fischer. Der Wettkampf erstreckt sich über mehrere Partien. Sprich: Runden. Wer zuerst sechs Punkte hat, wird nicht Weltmeister, aber gewinnt immerhin dieses Duell. Abwechselnd agieren die Kontrahenten, um Karten auszuspielen. Karten, die Schachfiguren symbolisieren. Jeder hat sein eigenes Deck mit den 16 bekannten Figuren. Acht Bauern, jeweils zwei Türme, Läufer und Springer, eine Dame, ein König. Exakt wie beim Schach. Auf der oberen Hälfte einer Karte ist eine weiße Figur zu sehen, auf der anderen Hälfte, um 180 Grad gedreht, eine schwarze. Die erste Partie spielt Spasski mit Weiß, Fischer mit Schwarz. Entsprechend müssen die Karten auf der Hand gehalten werden.

Match of the Century

Die Regeln des Schachspiels soll mein Vater meinem Bruder beigebracht haben. Eine Familienlegende besagt, er habe aufgehört mit Wilhelm zu spielen, als die Chancengleichheit aufgehoben war. Die habe ich nie erreicht. Als Wilhelm mir die Zugweisen erklärte, war er vermutlich schon Bundesligaspieler. Von 1980 bis 1997 ging er für den Delmenhorster SK ans Brett, danach noch kurz für den SK Neukölln, ehe er in einer tieferen Liga beim SC Kreuzberg eine neue Heimat fand. „Leidenschaft für dieses Spiel ist eine Konstante, die sein Leben seit seiner Jugend begleitet hat“, schreibt sein Freund Johannes in einer Gedenkschrift.

Ein kurzer Lebenslauf

Großmeister-Niveau bescheinigten ihm Weggefährten mal. Ich war zufrieden, wenn ich über mehr als 20 Züge bestehen konnte. Gelang mir selten. Im Gegenteil: Ich erinnere mich an eine sehr kurze Partie. Verloren nach vier Zügen. Das sogenannte Schäfermatt. Allzu viele Partien spielten wir jedoch nicht. Wilhelm zog früh aus. Marburg, Berlin, Oldenburg. Er studierte, wurde Sozialwissenschaftler. Heirat, Vater eines Sohnes, Scheidung. Dann – noch vor dem Mauerfall – wieder Berlin. Er wollte promovieren. Ich bewunderte ihn auch ohne Doktortitel. Ich genoss die wenige Zeit, die wir gemeinsam hatten. Wenn er auf Familienbesuch war, wenn ich ihn besuchte. Streit hatten wir nie. Sein Alltag blieb mir jedoch fremd. Zu groß der Altersunterschied, zu groß die Entfernungen.

Mein Bruder Wilhelm (links( nannte mich immer „Cowboy“. Wer hier wohl der Cowboy ist …?

Was ich wahrnahm: Seine Liebe für Schach. Mich begeisterte dieses Spiel zwar nicht, aber es übte einen Reiz aus. Immerhin so stark, dass ich Schach im Fernsehen guckte. In den Achtzigern gab es in den Dritten „Schach dem Großmeister“. Helmut Pfleger kommentierte. Beispielsweise Partien von Robert Hübner, Viktor Kortschnoi, Anatoli Karpow. Von jenem Karpow, der 1975 Weltmeister und damit Nachfolger von Bobby Fischer wurde. Kampflos übrigens. Fischer trat nicht an.

Schlagzeilen und Fachbegriffe auf den Karten von „Match Of The Century“

In Reykjavik anno 1972 besann sich Fischer. Oder wurde er zur Besinnung gebracht? Henry Kissinger, damals Sicherheitsberater von US-Präsident Richard Nixon, griff zum Telefonhörer, um den Herausforderer zur Fortsetzung des WM-Kampfes zu bewegen. Fischer gewann Partie drei. Sein erster Sieg überhaupt gegen Spasski. „Killerinstinkt“ schreit die Schlagzeile einer stilisierten Zeitungsseite, die in „Match Of The Century“ die Kartenhälfte des schwarzen Läufers Fischers illustriert. So wie diese geben viele Karten Einblicke in das wahrlich bizarre und an Merkwürdigkeiten reiche Duell des Jahrhunderts. Andere erklären Fachbegriffe.

Match Of The Century

Für das Spiel wichtig ist indes die Stärke einer jeden Karte. Die Werte bewegen sich zwischen 0 und 5. Schwacher König, starke Dame. Die Einteilung dazwischen richtet sich nach der Mächtigkeit der Figuren im echten Schach. Mit den Karten werden quasi Mini-Duelle geführt. Oder Angriffe, wie es in der Anleitung heißt. Eine Karte Spasski, eine Karte Fischer. Wer den höheren Wert in einem Angriffsabschnitt aufweist, gewinnt die hier vergebenen Vorteilspunkte. Einen, zwei, drei oder vier – je nach Abschnitt. Vier gibt es. Wer mindestens sechs Vorteilspunkte hat, entscheidet eine Partie – möglicherweise auch vorzeitig – für sich und punktet damit auch auf der Wettkampfleiste. Stilecht wird der aktuelle Stand darauf mit einem König abgetragen. Fischer-Blau gegen Spasski-Rot statt Weiß gegen Schwarz.

Psychospielchen bei „Match Of The Century“

Wer mit den weißen Figuren spielt, beginnt das erste Mini-Duell, startet das Taktieren, den Schlagabtausch. Weiß spielt die erste Karte in einen Abschnitt und gibt damit vor, wo der Kontrahent reagieren muss. Wie ich eine Partie angehe, erfordert durchaus differenzierte Überlegungen. Welche Figuren sind zugbereit? Bedeutet: Welche Karten habe ich auf der Hand? Welche mag mein Gegenüber haben? Zeige ich Stärke und platziere gleich die Dame im attraktivsten Segment? Biete ich ein Bauernopfer an, um im folgenden Angriff den Nachzug zu erhalten? Mitunter ein Psychospielchen. Zumal es clever sein kann, ein Mini-Duell zu verlieren. Zwar erhält mein Gegner dann Vorteilspunkte, aber ich darf den Effekt meiner unterlegenen Figur aktivieren. Je stärker die Figur, desto wirkungsvoller der Effekt.

Match Of The Century

In Island bediente sich Fischer auch fragwürdiger Methoden. Von den zahlreichen Eskapaden erzählt Schachjournalist André Schulz in dem lesenswerten Begleitheft, das dem Spiel beiliegt. Unter anderem davon, dass der Amerikaner das Marmorbrett wegen störender Lichtreflexion durch ein Holzbrett austauschen ließ. Die Holzoptik bestimmt somit auch „Match Of The Century“. Auch Wilhelm spielte auf Holz. Gehörte sich auch so, schließlich war unser Vater Tischlermeister. Das Verhalten Fischers dürfte meinem Bruder indes zuwider gewesen sein. Wilhelm galt als Verfechter von Fairness und vor allem Gerechtigkeit. Aus reiner Höflichkeit soll er Remisangebote angenommen haben, obwohl seine Stellung auf Sieg stand.

Der eine Weltmeister, der andere Berliner Meister

Im Jahrhundertmatch lag Bobby Fischer nach der sechsten Partie erstmals vorne: 3,5 zu 2,5. Die Führung gab er nicht mehr ab. Die 21. Partie brachte die Entscheidung. Spasski gab eine unterbrochene Partie per Telefonanruf auf. 12,5 zu 8,5 für den Amerikaner. Das erste Mal seit fast einem Vierteljahrhundert kam der Weltmeister nicht aus der Sowjetunion. Wilhelm wurde immerhin zweimal Berliner Meister. „Für ihn war Schach gleichzeitig Probierstein des Geistes und sportlicher Wettkampf, ästhetischer Genuss und eine große Herausforderung, den Dingen mit einer nahezu wissenschaftlichen Herangehensweise auf den Grund zu gehen“, schreibt Johannes über meinen Bruder.

Match Of The Century

Der Wunsch, den perfekten Zug zu finden, soll ihn in Wettkämpfen durchaus in Zeitnot gebracht haben. Ein Umstand, dessen Adaption einen auch bei „Match Of The Century“ ereilen kann. Zumindest fühlt es sich so an. Zeitmanagement beim Schach wird hier zum Kartenmanagement. Nutze ich die Möglichkeit, zwischen zwei Partien Karten abzuwerfen, um mehr nachziehen zu dürfen? Alle, die ich auf der Hand behalte, werden um 180 Grad gedreht. Aus weißen Figuren werden schwarze, aus schwarzen weiße. Auf einer Hälfte ist stets ein Bauer, auf der anderen eine der übrigen Figuren. Gebe ich eine Partie frühzeitig auf, um danach mit voller Kraft attackieren zu können? Um vielleicht auch nicht allzu viele Karten nachziehen zu müssen?

Die mentale Fitness bei „Match Of The Century“

Denn ist ein Deck durchgespielt und muss neu gemischt werden, verringert sich die mentale Fitness. Der entsprechende Wert steuert die Zahl der Handkarten. Das schränkt ein, kann aber auch den Vorteil bringen, die starken Karten häufiger auf die Hand zu bekommen. Ferner gibt die mentale Fitness vor, wie viele Bauernfiguren (nicht zu verwechseln mit den Bauern auf den Karten) ich in meinen Vorrat nehmen darf. Diese Bauern, die im Aussehen denen aus einem klassischen Schachspiel ähneln, kann ich nutzen, um die Stärke von Karten zu erhöhen. Bis zu zwei Bauern dürfen pro Karte aktiviert werden. Ein schöner taktischer Kniff, der beispielsweise auch einem Turm ermöglicht, eine Dame zu schlagen.

Match of the Century

In Summe ist „Match Of The Century“ ein bemerkenswertes Spiel. In seiner taktischen Tiefe und wegen der liebevollen Einbettung des Themas. Vermutlich ist aber gerade Letzteres der Grund, warum es bislang nicht die verdiente Beachtung gefunden hat. Schachspieler spielen Schach. So war es zumindest bei Wilhelm. Er gab sich nicht mit dem zweitbesten Spiel zufrieden, es musste die Königin sein. Er analysierte, philosophierte und gab seine Leidenschaft als Jugendtrainer weiter. Seine Wohnung beherbergte eine der größten privaten Schachbuchsammlungen, die es in Deutschland zu seiner Zeit gab. Am 25. August 2010 starb mein Bruder. Einfach so. Sein Sohn Jaan stellte die rund 2000 Bücher dem SC Kreuzberg zur Verfügung, der sie seit 2018 zugänglich macht. In der nach meinem Bruder benannten Wilhelm-Schlemermeyer-Bibliothek.

Match Of The Century | Deep Print Games, Pegasus Spiele | Paolo Mori | 2 Personen | ab 10 Jahren | 30 bis 45 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)

Hinweis: Dieser Text ist zuerst in der „Spiel doch!“ erscheinen, Ausgabe 2/2024. Ich veröffentliche ihn hier ein weiteres Mal, weil er wohl mein persönlichster Text ist – und damit einfach auf meinem Blog erscheinen sollte. Ferner danke ich dem SC Kreuzberg für die Erlaubnis, das im Titelfoto einmontierte Porträt meines Bruders verwenden zu dürfen.

Fast Forward – kurze Brettspiel Tests mit Rising Cultures – Witnerss – Umami – Kilia

03. Januar 2026 um 09:00

🎲 Fast Forward – Kurze Brettspiel Tests | Spielstil In dieser Fast-Forward-Folge von Spielstil erwarten euch kompakte Brettspiel-Besprechungen und Ersteindrücke zu gleich mehreren aktuellen und beliebten Brettspielen. Ideal für alle, die gerne spielen, sich schnell informieren möchten und neue Spiele für den nächsten Spieleabend suchen. Wir sprechen über Spielgefühl, Zugänglichkeit, Zielgruppe und Reiz jedes Brettspiels – ohne Umschweife, aber mit klarer Einordnung. Egal ob Kennerspiel, Familienspiel oder thematisches Spiel: Hier findet ihr Orientierung im Brettspiel-Dschungel. Mit dabei sind unter anderem Rising Cultures, Witness, Umami und Kilia – ergänzt durch weitere […]

Fast Forward – kurze Brettspiel Tests mit Rising Cultures – Witnerss – Umami – Kilia

Western Legends

Von: Tommy
03. Januar 2026 um 08:30

Stell dir vor, die Sonne brennt unerbittlich auf deinen Nacken, während du durch den staubigen Hauptweg von Darkrock reitest. Dein Blick wandert zwischen der Bank, die prall gefüllt mit Gold ist, und dem Büro des Sheriffs, der stets ein Auge

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One-Hit Heroes

Von: Bill
03. Januar 2026 um 08:00

Hau mich nicht!

Wiggles 3D hat mit diesem Spiel sicher einen schnellen und familientauglichen Boss Battler im Sinn gehabt. Konnten sie diesem Vorhaben gerecht werden und trotz einer übersichtlichen Mechanik und dem Anspruch einer gewisschen Niedlichkeit ein Spiel zaubern, dass die Zielgruppe ansprechen wird?

Auf der Spiel 2025 in Essen war es für die Lokalisierung in den deutschen Sprachraum eine der Neuheiten von Frosted Games. Als Promoter des Verlags habe ich bereits einige Mechaniken des Spiels vor Ort aufgeschnappt habe es auf der Messe selbst aber nicht vorgestellt. Während der Island-Tour der Bordgame Cruise habe ich es dann aber mehrmals erklärt und in der Zwischenzeit auch einige Male mit Freunden spielen können. Die Erfahrungen reichen somit für eine ausgiebige Bewertung des Titels – also los geht’s!


Spielprinzip

Jetzt gibt es auf die Futterluke!

Zu beginn sucht man sich eine der beiden im Grundspiel zur Verfügung stehenden Episoden aus. Der Titel ist, wie erwähnt, ein Boss Battler, gepaart mit einem Kartenmanagement. Hier wird während der einzelnen Spielzüge nichts an den verfügbaren Karten im Deck verändert, jedoch werden die Decks von Boss zu Boss um je zwei Karten erweitert, die ich mir aus einem verfügbaren Set für alle Spielenden in einer an Drafting erinnernden Mechanik aussuchen kann.

Die Episode gibt immer eine Anzahl von vier Bossen (sogenannten Bots) vor, die in vorgegebener Reihenfolge zu besiegen sind. Wenn jede spielende Person sich einen der vier Charaktere ausgesucht hat, kann die Prügelei beginnen.

Vier Bosse für jede Episode.

Kleiner Hinweis am Rande: Wenn man Solo spielt, wählt man trotzdem zwei Charaktere aus – es sei denn man hat die Minierweiterung GO99-0 (Ein Hundebegleiter), damit ist es möglich mit nur einem Charakter zu spielen.

Der Roboterhund steht im Solomodus gerne zur Seite, wenn man diese Erweiterung besitzt.

Jeder Charakter besitzt zwei blaue Ausrüstungskarten die im Charaktertableau zusammen mit der Charakterkarte abgelegt werden, zudem besitzt man bei Kampbeginn bereits stets drei Agro-Punkte. Die restlichen Karten werden gemischt und 5 davon auf die Hand gezogen. Auf dem Tableau gibt es noch eine Anzeige für Energie – diese wird von den Charakteren unterschiedlich durch die Spielkarten eingesetzt und kann auch wieder aufgeladen werden.

So beginnt Dein Charakter zu jedem Kampf.
Energie

Der gegnerische Boss zeigt auf der Rückseite der Bot-Tafel noch ggf. Sonderregeln die zu beachten sind. Ansonsten wird die Tafel ausgelegt und das Boss-Deck ungemischt in vorgegebener Reihenfolge bereit gelegt. Der Kampfwürfel und die Agro-Marker werden bereit gelegt.

Die Gegnerkarten bleiben stets in der vorgegebenen Reihenfolge.
Der erste Bot steht als Gegner bereit.

Ein Spielzug verläuft recht einfach. Zuerst zieht man die oberste Boss-Karte und weiß, was nach dem Spielerzug auf die Gruppe zukommt. Danach spielt die Person, die an der Reihe ist, drei Karten nacheinander aus. Es gibt grüne Reaktionskarten, die nur durch die Reaktionsbedingungen, die klar beschrieben sind, ausgelöst werden können. Die pinken Karten sind Aktionskarten, die alles mögliche beinhalten können. Die orangen Kampfkarten werden genutzt um Schaden an den Bot zu vergeben. Dabei ist zu beachten, das der beim Bot ausgelöste Schaden direkt auf unsere Agro Leiste kommt. Danach zieht man auf 5 Handkarten auf und löst die am Anfang gezogene Bot-Karte aus.

Gesamtauslage eines Spiels für zwei Personen (oder solo).

Die meisten karten haben oben links ein grünes Symbol, einige wenige sind dort aber rot. Diese roten kommen nicht auf den Ablagestapel, sondern werden sogenannt verbrannt und sind für diesesn Kampf aus dem Spiel.

Die Angriffe der Gegner sind stets sehr gefährlich und darum muss unbedingt auf die Reihenfolge der Bot-Aktionen geachtet werden. Wenn man ausversehen weitere Agro-Punkte durch die Bot-Karte zuerst verteilt und dann den Angriff der auf der Bot-Tafel aber vorher dran gewesen wäre, kann das Spiel schneller vorbei sein, als man denkt. Denn die Agro-Punkte stehen gleichzeitig für die Verletzlichkeit des Charakters in dem Moment: Je mahr Agro, desto leichter bin ich zu treffen. Und hier kommt die Crux: Wie der Name des Spiels sagt, sind unsere Helden mit nur einem Treffer besiegt. Wenn nur ein Charakter schaden erleidet, ist er damit überwältig und das Spiel für alle verloren. Immerhin kann man bei einem Treffer eine blaue Ausrüstung abwerfen um den Schaden zu vermeiden, aber davon habe ich auch nicht unendlich.

Belohnungen für besiegte Bots.

Gewonnen haben die Helden sofort, wenn der Bot besiegt wurde. Dagegen verloren ist das Spiel insteand, wenn ein Held besiegt wurde. Bei gewonnem Spiel geht man nach Verteilung der neu verdienten Karten zum nächsten Bot über. Sollte es verloren sein, darf man das Glück in einem erneuten Durchgang gegen den selben Boss neu herausfordern.


Unboxing

Kaum öffnet man die Schachtel kommt einem das große aber praktikable Inlay sofort optisch entgegen. Diese benötigt vielleicht mehr Luft als es nötig wäre, aber es kommt alles gut unter.

Die Spielkarten sind in Standardqualität aber schön kräftig bunt dargestellt. Die Schadens- bzw. Agro-Marker sehen gut aus und sind so geliefert unkaputtbar. Hervorzuheben sind in meinen Augen die eingetüteten Belohnungskarten für das besiegen der Gegner, so gibt es im ersten Spiel auf angenehme Weise einen Überraschungseffekt. Passt nur beim Aufreißen der Tüten auf, die sehen sonst schnell sehr unschön aus. Ich schneide die Tüten auf. So kann man die Karten nach dem Spiel wieder optisch hübsch zurücksetzen.

Ebenfalls angenehm sind die Spielerboards. Sie sind zwar nicht besonders hübsch gestaltet und sehen ein wenig billig zusammengebaut aus, aber sie sind sehr sinnvoll für das Spiel. Ich denke ein einfaches Double-Layer-Board wie man es heutzutage kennt, hätte den selben Zweck genauso gut erfüllen können und wäre vielleicht hübscher ausgefallen, aber das ist eigentlich keine Kritik wert.

Nicht hübsch, aber zweckmäßig
Optisch etwas billig, aber qualitativ ok.

In einem Video habe ich auch eine Review mit bewegten Bildern verfasst – den Link dazu findet unten am Ende dieses Berichts.


Bewertung

Das Spiel hat mir wirklich Spaß gemacht und es war schön mit anzusehen, wieviel Spaß die eigentliche Zielgruppe aber auch Kennerspieler damit in meinen Augen hatten. Was meine ich nun wieder mit Zielgruppe? Ich glaube man kann dieses Spiel irgendwo als Familienspiel, wohl etwas im gehobenen Maße, sehen.

Daher: Es macht Spaß, es ist kurzweilig und sieht putzig aus. Es gibt viele lustige Zusatzregeln für die einzelnen Bots und somit darf es für mich immer wieder gerne auf den Tisch. Allerdings bin ich vom Niveau nicht die Zielgruppe, da sind epischere Spiele dieses Genres eher mein Niveau, diese dauern aber auch verhältnismäßig viel länger. Aeon’s End oder sein intergalaktischer Nachfolger Astroknights, der zu Beginn 2026 erscheinen soll – um hier mal andere Boss-Battler aus dem Hause Frosted Games zu nennen, diese Titel berühren meine Spielerherz eher.

Dennoch, „One-Hit Heroes“ ist ein gutes Spiel und einen Blick wert, wenn man diese Art von Spiel mag und nicht von Regeln erschlagen werden möchte oder mal schnell einen Kampf rocken möchte ohne den gesamten Abend dafür planen zu müssen. Daher gibt es verdient den silbernen Rocker. Das heißt für mich so viel wie, ich mag es, spiele es jederzeit gerne wieder, brauche es aber nicht unbebingt in meiner eigenen Sammlung.

Für weitere Informationen zu unserer Bewertung klickt oben rechts auf den gleichnamigen Reiter.


Review im Video

Auf unserem YouTube Kanal hab ich auch bereits ein Videos zu dem Spiel publiziert.

Noch verlinken!


(c) Copyright Frosted Games

Grafik(en) und Bild(er) von analog rockt

Bannerbild von Soraia Sofia Geraldes auf Pixabay. Was passt besser als ein Bildnis von Gerald. Ich finde dieses Bild sehr gut gelungen.

Hinweis: Das Spiel ist eine Leihgabe von Frosted Games als Rezensionsexemplar. Diese Rezension ist unentgeltlich durchgeführt worden und spiegelt alleine meine persönliche Meinung wider.


Rock Hard: 1977

Von: Oliver
02. Januar 2026 um 18:08

rock hard titel

Meistens entsteht ein neues Spiel aus einer Mechanik heraus und bekommt später, durch Redaktion und Verlag, ein Thema. Manchmal passt dann das Thema, manchmal wirkt es beliebig und aufgesetzt. Bei Rock Hard: 1977 ist das ganz anders.

- Den Beitrag Rock Hard: 1977 findest du auf Spielevater - Die ANDERE Seite der Brettspiele

Hitster: Music Bingo

02. Januar 2026 um 16:00

Jumbo, 2024
Autor: Marcus Carleson
2–10 Spieler:innen, ab 16 Jahre, 30 Minuten

Musik verbindet, weckt Erinnerungen und sorgt fast automatisch für gute Laune. Genau darauf baut dieses Spiel auf. Ihr bewegt euch thematisch mitten in eine fröhliche Karaoke- und Tanzflächenatmosphäre, in der bekannte Songs, spontane Mitsingmomente und kollektives Rätselraten im Mittelpunkt stehen. Statt klassischem Musikquiz oder reinem Bingo verbindet dieses Spiel beide Welten und schafft damit einen Rahmen, der sofort zugänglich ist. Die Stimmung ist locker, laut und gesellig, oft begleitet von Gelächter, Diskussionen über Erscheinungsjahre und dem einen Ohrwurm, der den ganzen Abend bleibt. Besonders reizvoll ist dabei, dass musikalisches Vorwissen hilft, aber nicht zwingend nötig ist. Auch wer einfach nur Spaß an Musik und gemeinsamen Momenten hat, fühlt sich hier schnell abgeholt.

Zu Beginn wird die zentrale Discokugel vorbereitet, was beim ersten Mal etwas Fingerspitzengefühl erfordert. Danach läuft der Ablauf angenehm flüssig. Eine:r dreht die Kugel, die dann eine der Kategorien anzeigt. Mal müsst ihr das Jahrzehnt kennen, mal den Interpreten. Der zweiseitige Spielplan hat dabei unterschiedliche Schwierigkeitsstufen. Gespielt wird dann wie beim klassischen „Hitster“. Songs werden über eine App abgespielt, meist in kurzen Sequenzen, und ihr entscheidet gemeinsam oder gegeneinander, wie gut ihr die Titel erkennt und richtig zuordnet. Die Verbindung zum Bingo entsteht durch das Abstreichen passender Felder, während ihr versucht, Reihen oder bestimmte Muster zu vervollständigen. Entscheidungen sind schnell getroffen, Downtime entsteht praktisch nicht und jede Runde fühlt sich leicht anders an, abhängig davon, wer gerade musikalisch glänzt oder überrascht wird. Schön ist, dass sich dieses Spiel problemlos mit Karten aus anderen Sets kombinieren lässt, wodurch sich Abwechslung und Schwierigkeitsgrad flexibel an eure Runde anpassen lassen.

Als Partyspiel überzeugt „Hitster: Music Bingo“ vor allem durch seine perfekte Spieldauer. Eine Partie zieht sich nicht, sondern endet genau dann, wenn die Energie am Tisch ihren Höhepunkt erreicht. Die Interaktion ist hoch, weil ihr ständig reagiert, mitratet und euch gegenseitig kommentiert. Positiv fällt auch die Materialqualität auf, die stabil wirkt und dem häufigen Einsatz standhält. Optisch ist alles klar gestaltet und gut lesbar. Weniger gelungen ist, dass keine gedruckte Spielregel beiliegt, was gerade für Neulinge irritierend sein kann, auch wenn die Online-Regel schnell gefunden ist. Die App ist zentral für das Erlebnis, zeigt aktuell aber noch kleinere Schwächen, etwa wenn einzelne Modi nicht zuverlässig die vorgesehenen Musikausschnitte abspielen. Das kann den Spielfluss kurz stören, wird aber durch den allgemeinen Spaßfaktor meist aufgefangen. Insgesamt eignet sich dieses Spiel hervorragend für Familienrunden, Freundeskreise und Partys, weniger jedoch für Gruppen, die strategische Tiefe suchen. Wenn ihr Musik liebt, unkomplizierte Unterhaltung schätzt und gerne gemeinsam lacht, bekommt ihr hier ein sehr rundes Gesamtpaket.

Entwicklung der Brettspiele-Youtube-Kanäle in 2025

Von: natokh
01. Januar 2026 um 23:00

Ich habe die Zahlen aus meiner Übersicht der deutschsprachigen und der großen internationalen englischsprachigen Brettspiel-Youtube-Kanäle mal wieder aktualisiert. Wer sich dafür interessiert, der findet sie hier: https://natokh.wordpress.com/youtube-kanale-zum-thema-brettspiele

NACHTRÄGE

Ich sammele hier Kanäle, die bis jetzt noch nicht in der Liste sind, die sich aber bei mir gemeldet haben, mir von Dritten mitgeteilt wurden oder auf die ich selbst noch aufmerksam wurde.

In die Liste kommt ihr dann im nächsten Jahr!

  • Brettkampf, 157 Abonnenten, 23 Videos, 9.706 Views (02.01.)
  • Brettspiele IQ, 105 Abonnenten, 147 Videos, 53.134 Views, seit 04.06.2020 inaktiv (03.01.)
  • Brettspielpinguin – Brettspiele, 55 Abonnenten, 12 Videos, 3.594 Views (03.01.)
  • Brettspielstammtisch, 44 Abonnenten, 23 Videos, 5904 Views (03.01.)
  • its_thms, 714 Abonnenten, 154 Videos, 376.201 Views (hat sich am 03.01. bei mir gemeldet)
  • Brettspielfieber, 593 Abonnenten, 82 Videos, 35.168 Views (04.01.)
    Kaum zu glauben, dass ich Sam bisher vergessen hatte, obwohl ich immer mal wieder Videos auf seinem Kanal schaue. Zuletzt erst House of Fado vor ein paar Tagen. Auf diese Versäumnis wurde ich netterweise auch hingewiesen.
  • Yourboardgamers, 198 Abonnenten, 136 Videos, 27.960 Views (04.01.)
  • Ultra Comix, 1040 Abonnenten, 530 Videos, 115.440 Views (Shop) (04.01.)
  • TiNi’s Spielerei, 174 Abonnenten, 54 Videos, 8.427 Views (04.01.)
  • Geekeriki, 1940 Abonnenten, 947 Videos, 342.770 Views (04.01.)
    Der Kanal macht noch sehr viel Anderes, außer Brettspiele.
  • Spiele-Offensive.de, 4.560 Abonnenten, 1.744 Videos, 4.926.841 Views (Shop) (04.01.)
  • Game on, 600 Abonennten, 53 Videos, 180.542 Views (04.01.)
  • Brettspiel Buben, 239 Abonennten, 112 Videos, 61.478 Views
    Hier hat sich Patrick alias Panatzu_Gaming am 04.01. bei mir gemeldet, der vorher einen eigenen Kanal hatte, dort aber nichts mehr macht.
  • Brettspielrunde, 53 Abonennten, 44 Videos, 1.874 Views (hat sich am 05.01. gemeldet)
  • BoardGameBros, 1.340 Abonennten, 609 Videos, 297.972 Views (haben sich am 08.01. gemeldet)

Auf die folgenden Kanäle wurde ich dankenswerterweise von Kronhorst (aus dem Unknowns-Forum) aufmerksam gemacht, da sie sich noch nicht in meiner Liste befanden:

Beim Kanal Boardgame-Maker konnte ich mittlerweile, danke eines Tipps von Geekpunkt, „herausfinden“, dass die ungewöhnlich vielen Views auf ein einziges Short zurückgehen, mit dem der Kanal die Crowdfunding-Kampagne zu seinem Spiel „Jurrasic Crisis“ auf Gamefound bewirbt (mehr als 140k Views). Die Videos des Kanals beschäftigen sich übrigens alle mit dem Spiel und der Entwicklung desselben. Offensichtlich ist in naher Zukunft hier eine Gamefound-Kampagne geplant. Durch die Vorschauseite dort sind dann wohl viele auf den Kanal aufmerksam geworden.

Entwicklung der Brettspiele-Youtube-Kanäle in 2025

Von: natokh
01. Januar 2026 um 23:00

Ich habe die Zahlen aus meiner Übersicht der deutschsprachigen und der großen internationalen englischsprachigen Brettspiel-Youtube-Kanäle mal wieder aktualisiert. Wer sich dafür interessiert, der findet sie hier: https://natokh.wordpress.com/youtube-kanale-zum-thema-brettspiele

NACHTRÄGE

Ich sammele hier Kanäle, die bis jetzt noch nicht in der Liste sind, die sich aber bei mir gemeldet haben, mir von Dritten mitgeteilt wurden oder auf die ich selbst noch aufmerksam wurde.

In die Liste kommt ihr dann im nächsten Jahr!

  • Brettkampf, 157 Abonnenten, 23 Videos, 9.706 Views (02.01.)
  • Brettspiele IQ, 105 Abonnenten, 147 Videos, 53.134 Views, seit 04.06.2020 inaktiv (03.01.)
  • Brettspielpinguin – Brettspiele, 55 Abonnenten, 12 Videos, 3.594 Views (03.01.)
  • Brettspielstammtisch, 44 Abonnenten, 23 Videos, 5904 Views (03.01.)
  • its_thms, 714 Abonnenten, 154 Videos, 376.201 Views (hat sich am 03.01. bei mir gemeldet)
  • Brettspielfieber, 593 Abonnenten, 82 Videos, 35.168 Views (04.01.)
    Kaum zu glauben, dass ich Sam bisher vergessen hatte, obwohl ich immer mal wieder Videos auf seinem Kanal schaue. Zuletzt erst House of Fado vor ein paar Tagen. Auf diese Versäumnis wurde ich netterweise auch hingewiesen.
  • Yourboardgamers, 198 Abonnenten, 136 Videos, 27.960 Views (04.01.)
  • Ultra Comix, 1040 Abonnenten, 530 Videos, 115.440 Views (Shop) (04.01.)
  • TiNi’s Spielerei, 174 Abonnenten, 54 Videos, 8.427 Views (04.01.)
  • Geekeriki, 1940 Abonnenten, 947 Videos, 342.770 Views (04.01.)
    Der Kanal macht noch sehr viel Anderes, außer Brettspiele.
  • Spiele-Offensive.de, 4.560 Abonnenten, 1.744 Videos, 4.926.841 Views (Shop) (04.01.)
  • Game on, 600 Abonennten, 53 Videos, 180.542 Views (04.01.)
  • Brettspiel Buben, 239 Abonennten, 112 Videos, 61.478 Views
    Hier hat sich Patrick alias Panatzu_Gaming am 04.01. bei mir gemeldet, der vorher einen eigenen Kanal hatte, dort aber nichts mehr macht.
  • Brettspielrunde, 53 Abonennten, 44 Videos, 1.874 Views (hat sich am 05.01. gemeldet)
  • BoardGameBros, 1.340 Abonennten, 609 Videos, 297.972 Views (haben sich am 08.01. gemeldet)

Auf die folgenden Kanäle wurde ich dankenswerterweise von Kronhorst (aus dem Unknowns-Forum) aufmerksam gemacht, da sie sich noch nicht in meiner Liste befanden:

Beim Kanal Boardgame-Maker konnte ich mittlerweile, danke eines Tipps von Geekpunkt, „herausfinden“, dass die ungewöhnlich vielen Views auf ein einziges Short zurückgehen, mit dem der Kanal die Crowdfunding-Kampagne zu seinem Spiel „Jurrasic Crisis“ auf Gamefound bewirbt (mehr als 140k Views). Die Videos des Kanals beschäftigen sich übrigens alle mit dem Spiel und der Entwicklung desselben. Offensichtlich ist in naher Zukunft hier eine Gamefound-Kampagne geplant. Durch die Vorschauseite dort sind dann wohl viele auf den Kanal aufmerksam geworden.

Die Spiele Trends 2026 & Toy Award – Spielwarenmesse Nürnberg

Die Spiele Trends 2026 – Ende Januar 2026 fand in Nürnberg die 75. Spielwarenmesse statt. Auf einer riesigen Ausstellungsfläche wurden Spielwaren aller Art präsentiert. Vom Holzspielzeug, über Plüschtiere, Brettspiele, Outdoor Spielsachen bis zu Karnevalskostümen gibt es hier alles, was das Herz begehrt. Gemeinsam mit dem Spieletastisch*-Team war ich vor Ort und konnte uns eingängig über […]

Der Beitrag Die Spiele Trends 2026 & Toy Award – Spielwarenmesse Nürnberg erschien zuerst auf Familienspiele – die besten Gesellschaftsspiele für die ganze Familie.

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