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bt278 Road to Essen - Live at Essen'25

28. Oktober 2025 um 20:09

Shownotes
Die SPIEL in Essen 2025 ist vorbei. Aber wir haben noch ein bisschen Messe-Flair, sozusagen einen Nachschlag für die Ohren. Mit diesem Beeple Talk kommt noch einmal die volle Breitseite! Alex (Brettspielhamster) und Georgios (Spielbar.com) haben sich Gäste an den Tisch beim Meet&Play gebeten, um einen schönen Schnitt durch die Messe zu bieten. Zwischendurch gibt es kleine Einspieler in denen Oli (Spielevater.de) ein paar Stimmen aus den Hallen eingefangen hat. Knapp zwei Stunden gebündeltes Messe-Feeling am Stück mit interessanten Gästen.
Datum der Aufnahme: 25.10.2025
Online seit: 28.10.2025

Feedback
Wer den Beeple Talk unterstützen möchte: Die Freude ist groß, falls Ihr den Podcast bei z.B. Apple Podcasts rezensiert oder bewertet. Für alle jene, die Apple Podcasts nicht verwenden, gibt es die Plattform Panoptikum, auch dort kann eine Empfehlung ausgesprochen und bewertet werden, aber auch ein eigenes Podcasthörerprofil erstellt werden. Und natürlich freuen wir uns auch über Bewertungen auf all den anderen Plattformen, über die Podcasts gehört werden können.
Ganz besonders toll ist natürlich, falls Ihr Euren Mitspielern vom Beeple Talk erzählt.

Über den Beeple Talk
Der Beeple Talk ist mit allen Episoden unter dem folgenden Link erreichbar. Ziel ist es, Episoden mit wechselnden Themen rund um Brett- und Kartenspiele zu machen. Zum beeple Talk treffen sich regelmäßig einige Mitglieder von Beeple, dem Brettspiel-Blogger-Netzwerk.
Beeple Talk – Der monatliche Podcast von Beeple – https://www.beeple.de

Podcast-Plattformen
Natürlich findet sich der Beeple Talk auf den bekannten Plattformen für Podcasts, insbesondere Apple Podcasts
beeple Talk auf Apple Podcasts – https://itunes.apple.com/de/podcast/beeple-talk/id1449578291?l=en.
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beeple Chat
Die Kanäle des beeple Brettspiel-Blogger-Netzwerks betreiben einen Discord-Server, auf dem sich eine tolle Community täglich über Brettspiele austauscht. Falls Ihr dazukommen möchtet, diesem Link folgen oder eine E-Mail senden.

Intro/Outro
Epic Song by BoxCat Games

Wie machen es das Brettspielministerium und wie DieHausis? Mini-Podcast

28. Oktober 2025 um 19:37

Wie könnte man den Talk beschreiben? Viellecht so: Treffen sich 2 Brettspiel-CreatorInnen spontan zu einem kurzen Talk über Dinge die z.B. während und nach der #Spiel25 bei div. CreatorInnen kommentiert wurden.
Böse Brettspiel-Creator? Der große 9.30 Uhr Skandal um den Einlass in die Messe.
Hier gibt es echte FAKTEN – so sehen wir das bzw. so machen wir das.

Was ist Deine Meinung zum Talk & kurzen Video Podcast?
Und wie findest Du dieses Format?

Hier geht es zum kurzen Video-Podcast auf Youtube: https://youtu.be/lzTQWiAKYco

Hier findet Ihr Johannes auf Instagram:
https://www.instagram.com/brettspielministerium

Der Beitrag Wie machen es das Brettspielministerium und wie DieHausis? Mini-Podcast erschien zuerst auf DieHausis.

The Diary – SPIEL 2025 Messetagebuch

Dieses Jahr haben wir uns gedacht: Warum einen Podcast im Vorfeld der SPIEL aufnehmen? Lass uns doch einfach mal abends die Mikros auspacken und ein wenig über den Tag auf der SPIEL und den vielleicht kommenden Tag sprechen. Klar, da sprechen wir natürlich nicht immer über die Brettspiele, sondern über Menschen und Situationen.

Der Beitrag The Diary – SPIEL 2025 Messetagebuch erschien zuerst auf Brettspiel Reviews, Empfehlungen und Podcasts von Brettspielerunde.

NEWS – SPIEL 2025 in Essen (Messebericht)

28. Oktober 2025 um 12:44
SPIEL 2025 in Essen

Was und wer ist eigentlich Spielmonster.de? Angefangen hat es bereits 2001 mit meiner ersten Webseite (oder wie man heute so schön sagt: meinem ersten Blog). Insgesamt sind es bereits über 600 Rezensionen, die ich dort verfasst habe. Immer wieder wurde die Webseite verändert, angepasst, upgedatet. 2012 kam dann die passende Facebook-Seite und später dann der Instagram-Account dazu. Leider gab es aus gesundheitlichen Gründen immer wieder mal kleinere Pausen, in denen ich nicht so viel gemacht habe, doch ich fand immer wieder zu unserem tollen Hobby zurück. Zwischenzeitlich habe ich die Webseite auf neue technische Beine gestellt, ohne davon wirklich besonders viel Ahnung zu haben. Auch nach langer Recherche hatte ich keine Möglichkeit gefunden, die ganzen bestehenden Rezensionen der „alten Seite“ auf die „neue Seite“ zu migrieren, so musste ich das manuell machen, einzeln… mühsam, richtig! Deshalb haben es auch noch nicht alle Rezensionen auf die „neue Seite“ geschafft. Unter www.surrealist.de/spielmonster findet man jedoch immer noch die „alte Seite“, mit allen – bis dahin – erstellten Rezensionen. Die „neue Seite“ findet man auf www.spielmonster.de.

Immer wieder werde ich gefragt, weshalb ich nicht Videos mache (YouTube und Co.). Das ist – ehrlich gesagt – nicht mein Ding. Ich zeige mich ungern, weshalb man auch einzig in Instagram hin und wieder Bilder von uns sehen kann. „Uns“, das ist meine Frau Silke, mit der ich das Hobby schon sehr viele Jahre teile und eben ich, Dirk. In irgendwelchen Videoformaten werdet ihr uns wahrscheinlich eher nicht sehen, wobei man ja niemals nie sagen sollte, oder wie war das nochmal?

Die SPIEL in Essen ist als größte Spielemesse der Welt ein absoluter Besuchermagnet. Auch wir sind dem Lockruf der Messe gefolgt und waren vom Donnerstag bis zum Samstag in den Messehallen unterwegs. Aufgrund der erwähnten Historie kommen wir glücklicherweise in den Genuss eines Pressezugangs zur Messe. Leider konnten wir aus beruflichen Gründen erst am Mittwoch anreisen, so dass wir es weder zur Pressekonferenz noch zur Neuheitenschau der Messe geschafft haben. In früheren Jahren war es noch so, dass man sich zumindest die Neuheitenschau auch nach dem Presse-Mittwoch in Ruhe anschauen konnte, ohne den großen Trubel, ohne die überhitzten Räume; leider wurde das abgeschafft, was wir sehr schade finden.

Da wir aus „Kofferraumgründen“ immer mit dem PKW anreisen, ist die Parkplatzsituation immer besonders spannend. Natürlich ist es mit dem Presseparkplatz meistens relativ chillig, aber auch dort gibt es immer mal Stau. Dieses Jahr war das alles recht überschaubar, allerdings sind wir auch immer recht früh vom Hotel losgefahren, welches wir aufgrund der wahnsinnigen Zimmerpreise an den Messetagen in Mülheim a.d.R. gebucht hatten.

Organisatorisch ändert sich ja jedes Jahr etwas an der Messe. In diesem Jahr gab es beispielsweise keine Dauertickets mehr, sondern die Besucher mussten sich für jeden Tag ein separates Ticket kaufen. Das treibt natürlich den Gesamtpreis des Messebesuchs in die Höhe, aber es hatte den positiven Nebeneffekt, was vermutlich auch der Hauptgrund für diese Einführung war, dass das Besucherlimit auch weitestgehend ausgenutzt wurde. Hatte man früher ein Dauerticket und kam dann aber am Sonntag nicht, dann war dies quasi ein leerer Platz, den andere Besucher aber leider nicht nutzen konnten. War die Besucherzahl letztes Jahr noch auf insgesamt 200.000 Besucher beschränkt, wurde die Anzahl für 2025 durch die Aufnahme der Halle 7 auf 220.000 Besucher erweitert.

Am Donnerstag war der Zugang über die leere Halle 8 etwas ungünstig organisiert. Im Vorjahr noch wurden die Aussteller oder die Leute mit Pressetickets durch einen separaten Eingang geführt. Dieses Mal war der Einlass dort recht unklar. Letztlich warteten alle Personen im selben Bereich, was nicht wirklich ein Thema ist. Aber als dann „Tom Werneck“ im Anzug und seinem Rollkoffer durchgehen wollte, wurde er vom strengen Ordner, der ihn mit Sicherheit nicht kannte, streng und bestimmend in die Menschenmenge zurückgeschickt. Herr Werneck ist schon 86 Jahre alt und hat mit über 80 Jahren noch eine Doktorarbeit zum Thema „Brettspiele“ geschrieben. Auf solche Special-Guests hätte man vorbereitet sein müssen. Man kann den Ordnern sicherlich nicht den Vorwurf machen, nicht jede Persönlichkeit aus der Szene zu kennen, aber das war eine wirklich unschöne Situation. An den weiteren Tagen war es etwas besser geregelt.

Insgesamt ist das Hallenkonzept aber wieder aufgegangen. Die neu hinzugenommene Halle 7 hat das ganze Gedränge etwas entzerrt, so unser Gefühl. Klar, die Halle 3 war wieder zu jedem Zeitpunkt recht voll, aber man kam trotzdem immer noch halbwegs gut durch, ohne, dass man von einem Brettspielrucksack oder einem Bollerwagen angerempelt oder angefahren wurde. Wie im Vorjahr auch, waren die Hallen 4 bis 6 für mich die Interessantesten. Natürlich habe ich auch in Halle 3 viel angeschaut und auch einiges mitgenommen, aber in den kleineren Hallen findet man immer wieder etwas, das man so gar nicht auf dem Schirm hatte… und genau das ist ja so cool an der Messe.

Das kulinarische Angebot war auch dieses Jahr sehr abwechslungsreich. Es gab sowohl in der Galeria als auch in verschiedenen Freigeländen und auch direkt in den Hallen viele verschiedene Food Trucks, da sollte für jeden etwas dabei gewesen sein. Auch die Schlangen vor den Trucks hielten sich in Grenzen. Wir hatten nach jeweils 5 Minuten unseren Snack in den Händen. Natürlich waren die Preise auch dieses Jahr weit entfernt von günstig. Eine 0,5-Flasche Cola für über 5 Euro grenzt schon an Frechheit, was aber leider bei Messen mittlerweile gang und gäbe ist. Auch Mineralwasser ist teuer, weshalb wir immer mit Getränkeflaschen in den Taschen herumgerannt sind. Das Essen selbst ist auch recht hochpreisig. Die Preise lagen sicherlich wegen der hohen Standgebühren in einem Bereich, zu dem Preis man in manchen Regionen auch ein Mittagsmenü im Restaurant (mit Getränk) bekommen kann. Auch das ist happig. Vergleicht man das Essensangebot aber mit dem Angebot früherer Jahre, ist zumindest die Auswahl und die Qualität wirklich viel besser. Leider hat das Wetter nicht ganz so mitgespielt wie im letzten Jahr. Im Vorjahr saßen wir bei Sonnenschein und mit Sonnenbrillen im Außenbereich, was als Pause wirklich toll war. Dieses Jahr war es eher regnerisch und stürmisch, was das Ganze für die Trucks – zumindest im Außenbereich – recht ungünstig machte.

Gespielt haben wir dieses Jahr tatsächlich recht viel auf der Messe. Trotz des Lärms und den vielen Leuten konnten wir immer recht gut abschalten und uns auf die Spiele konzentrieren, das funktioniert überraschend gut, wenn man sich darauf einlässt. In der Regel spielen wir natürlich eher einfachere Spiele und dann ja auch nicht immer zu Ende. Man sollte sich einfach den nächsten freien Tisch schnappen und auch mal Spiele ausprobieren, die man so gar nicht auf dem Sender hatte. Gespielt haben wir beispielsweise „Kokeshi“, „Burgle Bros Blackjack“, „Postcards“, „Driving me crazy“, „12 Rivers“ und mehr. Manches davon haben wir dann tatsächlich auch gekauft, obwohl es vorher gar nicht auf der Liste war. Das strapaziert zwar das Budget, aber es birgt auch einige Überraschungen. So war einer der Überraschungshits für uns „La Cuenta“ von „2Tomatoes Games“. Die Testpartie haben wir zu 6t gespielt. Es geht darum, dass wir im Restaurant sind, immer wieder Essen nachbestellen und wir uns möglichst um die Rechnung herummogeln möchten. Wichtig ist also: es soll jemand anderes bezahlen. So kann man sich mit einer Karte bis zur nächsten Runde auf der Toilette verstecken, oder man muss nicht bezahlen, weil man Geburtstag hat. Das Spiel hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht, also auch uns… direkt eingepackt.

Da wir von der hohen Anzahl an Spielen in unserer Sammlung runterkommen möchten, nutze ich auch jede Möglichkeit, Spiele wieder ausziehen zu lassen. Also habe ich auch dieses Jahr bei der „No-Shipping-Auction“ von BGG teilgenommen und dabei 10 Spiele verkauft. Der übliche Übergabepunkt ist ja täglich um ca. 15:00 Uhr am vereinbarten Platz. Diese Veranstaltung schaut für „normale“ Besucher etwas komisch aus. Es stehen hunderte Spielefans mit großen Schildern, bunten Mützen und großen Bollerwagen in der Halle 8 herum und versuchen, ihre jeweiligen Geschäftspartner in dieser Menschenmenge zu finden. Ich sah wohl besonders „auskunftsfreudig“ aus, denn ich wurde ganze viermal von Leuten gefragt, was denn hier los sei. Ich habe dann natürlich erklärt, was der Hintergrund dieses Menschenauflaufs ist und die Fragenden waren immer sehr erstaunt darüber.

Da wir uns – wie eingangs erwähnt – recht unsichtbar in der Szene bewegen, können wir uns ganz chillig auf der Messe bewegen. Trotzdem hatten wir die Gelegenheit, verschiedene Leute zu treffen und oft auch zu sprechen, die wir von Podcasts, YouTube oder Instagram her kennen. Auch das fanden wir immer sehr nett.

Es muss an unserem Alter liegen, aber jeder Tag wurde zunehmend anstrengender. Waren wir am Donnerstag bis abends recht fit, waren wir am Freitag schon deutlich erschöpfter und am Samstag haben wir es dann auch nicht bis zum Abend geschafft, sondern sind schon etwas früher gegangen. Immerhin haben wir keinen grippalen Infekt und auch keine Erkältung aufgeschnappt.

Mit den eingangs erwähnten 220.000 Menschen aus vielen verschiedenen Ländern übertraf die SPIEL den bisherigen Besucherrekord von 2019. Durch die hinzugenommene Halle 7 ist natürlich auch die Ausstellungsfläche größer als bisher. 948 Aussteller aus 50 Nationen zeigten mehr als 1.700 Neuheiten in den Messehallen. Dazu wurde am Freitag sogar noch der Weltrekord für das größte CATAN-Spiel erreicht, ein krasses Event. Was noch neu war: der Bühnenbereich für die verschiedenen Vorträge befand sich jetzt in der Halle 4. Obwohl der Bereich mitten im Trubel war (ok, in einer etwas ruhigeren Ecke der Halle 4), fanden wir diese Lösung wirklich gelungen. Vielleicht waren nicht immer alle Leute, die sich dort aufhielten, wirklich am Programm interessiert, sondern machten einfach nur mal ne kurze Pause, aber die drei Programmpunkte, die wir uns angesehen haben, fanden wir wirklich gut… und die Störgeräusche durch die restliche Halle hielten sich überraschenderweise in Grenzen.

Üblicherweise werden am Pressetag (Messe-Mittwoch) auch die Platzierungen der drei ersten Plätze des Deutschen Spielepreises bekannt gegeben. Die anderen Plätze wurden schon im Vorfeld veröffentlicht, aber bei der Rangfolge der ersten drei Plätze blieb es bis zur Messe spannend. Der Deutsche Spielepreis ist ein Community-Preis, das heißt Spieler(innen) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können selbst abstimmen. Deshalb ist dieser Preis für viele Spieler(innen) ebenso bedeutend wie der Kritikerpreis „Spiel des Jahres“. Platz 1 ging dieses Jahr an „SETI: Auf der Suche nach außerirdischem Leben“. Platz 2 erhielt „Endeavor: Die Tiefsee“. Platz 3 belegt „Bomb Busters“, was ja auch schon den Kritikerpreis gewonnen hat. „SETI: Auf der Suche nach außerirdischem Leben“ gehört auch bei uns zu den absoluten Lieblingsspielen.

Nach drei schönen – aber auch anstrengenden – Tagen in den Messehallen, sind wir sehr zufrieden; wir sind also am Sonntag mit einem recht vollen Kofferraum wieder zurück in den Süden gefahren und jetzt heißt es: Spielen, Spielen, Spielen!

(c)2025 Dirk Trefzger

SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen

SPIEL 2025 – Tag 3: Zwischen Tempeln und Bibern

Von: Dirk
28. Oktober 2025 um 07:38
Lesezeit: 2 Minuten

Der dritte Messetag begann für mich mit einem Pflichttermin – und zwar im besten Sinne: dem Besuch bei Queen Games. Dort gab es einen Blick auf die kommenden Titel wie Chichén Itzá, Propeller Island, Ronin und Ladybugs. Außerdem wurde die modulare Erweiterung zu Marrakesh vorgestellt – ein spannendes Konzept, das dem beliebten Stefan-Feld-Titel noch mehr Varianz verleihen dürfte.

Nach so viel Königsblau ging’s weiter zu einem ganz anderen Thema: Digitale Achtsamkeit. Beim Bosodo Verlag habe ich mir ein Spiel angesehen, das genau diesen Aspekt aufgreift – also den bewussten Umgang mit der digitalen Welt. Ein spannender Ansatz, der zeigt, wie vielfältig und gesellschaftlich relevant Brettspiele inzwischen sein können.

Kleine Verlage, große Ideen

Ein weiterer Stopp führte mich zu Biberstein Spiele, wo ich mir die kleinen, aber feinen Titel aus der Jahreszahlen-Reihe angeschaut habe – ursprünglich von Looping Games aus Spanien. Die Reihe bleibt ihrem Konzept treu: kompakte Boxen, interessante Themen, geschichtlich inspiriert – und jedes Mal ein kleiner Hingucker im Regal.

Gespielt: Die weiße Burg – Das Duell

Das erste Spiel des Tages war dann Die weiße Burg – Das Duell. Und ja, es verkauft sich offenbar mindestens so gut wie der große Bruder. Das Duell-Format scheint gut anzukommen, und das nicht ohne Grund – das Setting und die Optik bleiben stark, auch im kleineren Maßstab.

Danach stand noch Tricks & Treats bei Cranio Creations auf dem Plan – thematisch passend zur Jahreszeit und mit dem gewohnt charmanten Look des Verlags. Zum Abschluss ging’s zu Jolly Dutch Games für einen Blick auf Kuldhara – ein Titel, der mit seinem Thema sofort neugierig macht.

Zwischen all dem: ein bisschen Shopping

Natürlich blieb es nicht nur beim Schauen und Spielen – ein paar Spiele mussten einfach mit. Besonders Kai hat’s mir angetan – allein schon wegen der fantastischen Ausstattung. Und wie das auf der SPIEL so ist: Bevor man’s merkt, ist der Rucksack voll und der Tag vorbei.

Fazit

Der dritte Tag war eine wunderbare Mischung aus großen Namen, kleinen Entdeckungen und spontanen Begegnungen. Langsam merkt man zwar die Messe in den Beinen, aber das Herz ist immer noch voll dabei. Und auch wenn die Zeit in Essen wieder viel zu schnell vergeht – genau dieses Gefühl macht die SPIEL jedes Jahr aufs Neue so besonders.

Zum Abschluss des Tages – und der Messe insgesamt – habe ich meine Gedanken noch einmal gesammelt und in einer aktuellen Podcastfolge festgehalten.

🎙️ In dieser Folge spreche ich über meine Eindrücke zu Tag 3, ziehe ein persönliches Fazit zur SPIEL 2025 und erzähle, welche Trends und Themen mir in diesem Jahr besonders aufgefallen sind.

Bericht zur SPIEL25 – Teil 1/2

Von: Oliver
27. Oktober 2025 um 18:54

SPIEL 2023

Groß, größer, Ausverkauft! – Das war die SPIEL 2025 in Essen. Ein weiteres Jahr in der Erfolgsgeschichte der internationalen Spieletage und wieder wurden Rekorde gebrochen. 220.000 Besuchende, über 1.700 Neuheiten.

- Den Beitrag Bericht zur SPIEL25 – Teil 1/2 findest du auf Spielevater - Die ANDERE Seite der Brettspiele

Spiel Essen: Zeigen, dass Brettspiel so viel mehr ist

27. Oktober 2025 um 08:45

Betritt man kurz vor Ende des vorletzten Messetages die oberhalb der Halle 6 gelegene Zentrale der Spiel Essen, blickt man in müde, aber gleichzeitig ziemlich entspannte Gesichter. „Ich bin glücklich“, bestätigt Spiel-Geschäftsführerin Carol Rapp meine Frage nach einer Zwischenbilanz. Gleichzeitig zeigt sie ihrem Pressesprecher Robin de Cleur mit Daumen und Zeigefinger an, dass man ganz knapp vor einem neuen Besucherrekord stehe. Sie habe soeben nachgeschaut.

» WDR 5: Spielemesse 2025 – Was spielen Sie?

De Cleur zeigt sich erleichtert, dass die Aufregung des Vorjahres ausgeblieben ist, als manche teils weit angereiste Messegäste kalt erwischt wurden und vor für sie verschlossenen Toren standen. Denn eine ausverkaufte Spiel hatte es zuvor noch nie gegeben. In diesem Jahr war man darauf vorbereitet und achtete auf die in den sozialen Medien verbreiteten „Wasserstandsmeldungen“, die transparent über den Prozentsatz der erreichten Ticketverkäufe pro Tag informierten. Die im Vorfeld geäußerten Proteste gegen die Abschaffung von Dauerkarten, welche der Berechnung einer tagesgenauen Auslastungsquote widersprachen, seien laut de Cleur schnell wieder abgeflacht.

Die größte Neuerung der Spiel 2025 war die riesige und beeindruckende Bühne in Halle 4. Im Durchschnitt schauten sich etwa 300 Leute das abwechslungsreiche Programm an. „Die Investition hat sich gelohnt“, sagt Carol Rapp. „Wir zeigen, dass das Brettspiel so viel mehr ist.“

Bühnenprogramm in der Halle 4: Spiel-Chefin Carol Rapp (4. v. l.) im Gepräch mit Moderator Manuel Fritsch.

Tatsächlich hat die Spiel in den letzten drei Jahren einen beträchtlichen Entwicklungssprung gemacht. Sie hat ihren Vorsprung als weltgrößte Brettspielveranstaltung nicht nur quantitativ ausgebaut, auch inhaltlich ist ein deutlicher Professionalisierungsschub erkennbar. Es wird mehr denn je sichtbar, dass sich die Messe ihrer Bedeutung für das Kulturgut Spiel bewusst ist.

Das Gefühl, trotz der neuen Rekordzahlen eine unaufgeregte Messe zu erleben, bestätigt sich auch bei den in Essen präsentierten Spieleneuheiten. Robin de Cleur musste den Medien mitteilen, dass er „keinen Trend“ verkünden könne. Selbst die vermutete Häufung bei den Zwei-Personen-Spielen sei nicht so groß, wie es vielen Beobachtern erscheint, meint der Kommunikationsdirektor der Spiel.

Hachette

Französische Verlage werden immer präsenter: Neben dem Riesenstand des Asmodee-Gruppe hat nun auch Hachette seine Marken unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst.

Unter den hunderten gezeigten Neuheiten fallen auch deshalb keine besonderen Schwerpunkte ins Auge, weil die Breite des Angebots auch in diesem Jahr noch mal zu wachsen scheint. Kaum noch als Trend zu bezeichnen ist die schon seit vielen Jahren anhaltende Entwicklung, dass sich unter den bemerkenswerten Titeln besonders viele kooperative Spiele befinden. An der Spitze der Fairplay-Scout-Liste, die im Vorjahr eine bemerkenswerte Treffsicherheit besaß, als sich Bomb Busters und Endeavour durchsetzten, steht am Abend des Messesamstags bei den leicht zugänglichen Spielen ein kooperatives Spiel: Take Time, bei dem wir wie bei Bomb Busters nicht miteinander sprechen sollen. Das bei Libellud erschienene Spiel startete mit Vorschusslorbeeren in die Messe. Denn bereits auf dem Festival des Jeux im französischen Cannes, wo im Februar die ersten Vorabexemplare gezeigt wurden, sorgte es für große Aufmerksamkeit. Doch am Sonntagabend zieht noch ein anderes Spiel an Take Time vorbei und landet auf dem ersten Platz: das App-unterstüzte Boss Fighters. Und bei den Kennerspielen siegt das Zwei-Personen-Spiel Compile – das genauso wie Boss Fighters bei Pegasus Spiele erscheint.

Wer mit den Spitzen der wichtigsten Verlage aus dem deutschsprachigen Raum spricht, erfährt verhalten optimistische Einschätzungen des Brettspielmarktes. Selbst wenn man die von Pokémon (das oft nur gesammelt und nicht gespielt wird) getriebenen Trading-Card-Umsatzrekorde aus den Zahlen herausrechnet, bleibt ein Wachstum von beachtlichen sechs Prozent, was weit über der Inflation liegt. Und auch der Blick auf die Rekordbesucherzahl der Spiel Essen bestätigt den Eindruck, dass das Gesellschaftsspiel immer mehr Menschen begeistern kann. 220.000 Besucherinnen und Besucher kamen an den vier ausverkauften Messetagen. Die weltgrößte Brettspielmesse hat einen erneute Weltrekord aufgestellt.

Anmerkung: Der Artikel wurde nachträglich überarbeitet und mit dem Endergebnis der Fairplay-Scout-Aktion und der Zahl des Besucherrekords ergänzt.

Schlange hier? Die Spielemesse im Spannungsfeld zwischen Hypetrain und Ennui

26. Oktober 2025 um 13:53
Auf der Pressekonferenz am Mittwoch stellte eine sichtlich emotionale Carol Rapp glaubhaft klar, dass die Spieletage natürlich in Essen bleiben würden und dass es keinerlei Umzugspläne gäbe. Wie bei jedem guten Streisand-Effekt wurde diese doch recht eindeutige Aussage bei uns im Netzwerk lebhaft diskutiert: Die Messe platzt (mal wieder) aus allen Nähten. Zwar gibt es […]

SPIEL 2025 – Tag 2: Zwischen Gnomen, Duellen und Jubiläumsfeier

Von: Dirk
24. Oktober 2025 um 23:55
Lesezeit: 2 Minuten

Der zweite Tag auf der SPIEL 2025 in Essen ist vorbei – und wie immer war er geprägt von Eindrücken, Gesprächen und natürlich: jede Menge Brettspielen. Schon früh herrschte dichtes Gedränge in den Hallen. Schon komisch, dass es uns heute trotz der eigentlich gleichen Besuchernazhal deutlich voller vorkam. Immerhin war das Wetter deutlich besser, wenn auch deutlich kühler.

Auch heute habe ich wieder einige Stunden am Stand von Board Game Circus verbracht. Dort habe ich nicht nur mit angepackt, sondern auch viele spannende Gespräche geführt und mitbekommen, wie interessiert das Publikum auf die neuen Brettspiel-Neuheiten 2025 reagiert. Genau diese direkte Verbindung zwischen Verlagen und Spielenden macht die SPIEL für mich immer wieder so besonders.

Natürlich wurde auch gespielt – was wäre die SPIEL ohne das? Drei Titel standen heute für mich auf dem Tisch:

  • Tal der Gnome überzeugte mit seinem charmanten Design und einer stimmigen Spielmechanik

  • Coming of Age konnte mich dagegen nicht so ganz abholen – manchmal passt es einfach nicht

  • Azul Duel, die neue Zweispieler-Variante aus dem beliebten Azul-Universum, war dafür ein echter Hingucker: schnell, taktisch und ideal für eine flotte Partie zwischendurch

15 Jahre Spielworxx – Jubiläum mit Herz und Geschichte

Am Abend stand dann ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm: 15 Jahre Spielworxx. Uli Blennemann hatte zur Feier geladen, und viele bekannte Gesichter aus der Brettspielszene waren gekommen. In entspannter Atmosphäre wurde angestoßen, gelacht und natürlich über Spiele gesprochen.

Es war ein schöner Abschluss eines langen Messetages – und ein Moment, der zeigt, wie lebendig und herzlich die Szene ist. Zwischen Verlagsgeschichten, alten Anekdoten und neuen Ideen war spürbar, dass Brettspiele mehr sind als nur Produkte – sie sind Leidenschaft und Gemeinschaft.

Fazit: Ein langer, lohnenswerter Messetag in Essen

Nach zwei intensiven Tagen auf der SPIEL 2025 bin ich zwar müde, aber voller positiver Eindrücke. Tal der Gnome, Coming of Age und Azul Duel waren spannende Stationen, aber die vielen Begegnungen, Gespräche und Momente dazwischen bleiben mindestens genauso hängen.

Morgen steht für mich schon der letzte Tag an – mit hoffentlich noch ein paar Überraschungen, bevor sich die Hallen der SPIEL Essen wieder leeren und wir uns auf ein weiteres großartiges Brettspieljahr freuen können.

Wie immer habe ich meine Eindrücke als kurzen Podcast festgehalten. Hört gerne rein!

Copenhagen

24. Oktober 2025 um 16:00

Queen Games, 2019
Autoren: Asger Harding Granerud, Daniel Skjold Pedersen
2–4 Spieler:innen, ab 8 Jahre, 20-40 Minuten

Ihr begebt euch in das malerische Hafenviertel Nyhavn in Dänemarks Hauptstadt. Dort stehen die bekannten bunten Giebelhäuser direkt am Wasser. Genau diese Fassaden sollen von euch neu gestaltet werden. Ihr übernehmt die Rolle kleiner Architekt:innen: Ihr sammelt farbige Karten, kauft Fassadenplättchen in unterschiedlichsten Formen und Farben und fügt diese Stück für Stück zu eurer eigenen Häuserfront. Das Thema verbindet charmantes Städtebauflair mit einem Puzzlegedanken. Häuser gestalten statt Städte dominieren. Diese Kombination von ästhetischem Thema und optisch greifbarer Bauaufgabe ist kreativ und spricht visuell an.

Zu Beginn steht ein Markt aus farbigen Karten bereit. Jeder Zug läuft folgendermaßen ab: Entweder nehmt ihr zwei angrenzende Karten aus dem Vorrat oder ihr bezahlt Karten, um ein Fassadenplättchen zu erwerben. Diese Plättchen müsst ihr auf eurem Tableau (eurer Hausfront) anlegen. Zahlreiche Plättchen haben Fenster. Punkte erhaltet ihr, wenn ihr vollständig bebaute Reihen oder Spalten schafft. Der Clou: Wenn ihr ein Plättchen an ein anderes derselben Farbe angrenzend legt, erhaltet ihr Rabatt beim Kauf. Zudem gibt es Sonderfelder (Wappen) auf eurem Tableau, die euch Bonusaktionen freischalten. Wer als Erster 12 Punkte erreicht, löst die letzte Runde aus. Danach gewinnt, wer insgesamt die meisten Punkte gesammelt hat. Die Regeln sind klar, die Runden flott  und dennoch steckt in der Wahl von Karten, Farben und Formen erfreulich viel kleine Taktik, ohne dass es komplex wird.

„Copenhagen“ gelingt es, ein leicht zugängliches Familienspiel mit ausreichend Tiefe zu bieten, damit auch erfahrene Spieler:innen Freude haben. Die Materialqualität ist insgesamt gut. Das Spielbrett, die Pappplättchen und Karten sind stabil und farbenfroh gestaltet. Allerdings hätte ich mir bei manchen Plättchen eine etwas höhere Haptik-Qualität gewünscht. Etwa etwas dickeres Material. Mechanisch greift alles gut ineinander. Kartensammlung, Anschaffung von Plättchen, Rabatt durch Farbanschluss, Buildingsetzen. Das ergibt einen angenehmen Fluss. Ein möglicher Nachteil: Die Interaktion zwischen euch ist eher indirekt, ihr beeinflusst nicht direkt die Bauweise der Mitspieler:innen, sondern konkurriert hauptsächlich über Punkte. In Runden mit erfahrenen Vielspieler:innen kann das Spiel daher etwas vorhersehbar wirken. Positiv hervorzuheben ist die Balance zwischen Zugänglichkeit und strategischem Handeln. Das Spiel eignet sich gut für Familienabende, für Gelegenheitsspieler:innen genauso wie für Kennerrunden, wenn die Zeit begrenzt ist und keine epische Spieltiefe gefordert wird. Wer hingegen ein Spiel mit starker direkter Interaktion, langer Spielzeit oder hoher Komplexität sucht, wird hier vielleicht nicht voll auf seine Kosten kommen. Ein charmantes, gut durchdachtes Spiel mit hohem Spaßpotenzial für die breite Spielrunde. Empfehlenswert für alle, die nach einem soliden und hübschen Gesellschaftsspiel suchen.

SPIEL 2025 – Tag 1: Auftakt zwischen Staunen, Staub und Strategie

Von: Dirk
24. Oktober 2025 um 08:30
Lesezeit: < 1 Minute

Der erste Tag auf der SPIEL 2025 in Essen liegt hinter mir – und wie jedes Jahr war es ein wilder Mix aus Vorfreude, Neugier und dem unverwechselbaren Messegefühl. Schon beim Betreten der Hallen war klar: Die Szene lebt, die Tische sind voll, die Gespräche laut – und der Kopf nach wenigen Stunden randvoll mit Eindrücken.

Gemeinsam mit Sascha von Brettspielangebote.de war ich heute unterwegs, um Neuheiten zu entdecken, alte Bekannte zu treffen und die Atmosphäre einzufangen. Natürlich haben wir auch ein paar Spiele ausprobiert – unter anderem Dirt & Dust, Baghdad und Pondscape (dt. Froschreich) – aber wie immer geht es am ersten Tag weniger um tiefgehende Analysen, sondern darum, die Messe aufzusaugen.

Ein Teil des Tages führte mich außerdem an den Stand von Board Game Circus, wo ich selbst ein wenig tätig war und Mythwind erläutern konnte. Es ist immer wieder schön, so direkt im Messegeschehen zu stehen und zu sehen, wie Besucher*innen auf neue Titel reagieren.

Darüber hinaus hatte ich auch einen Pressetermin bei Schmidt Spiele, bei dem einige kommende Titel vorgestellt wurden. Insbesondere Kavango kann ich hier schon mal hervorheben, das mich bereits letztes Jahr begeistern konnte – damals noch in der englischen Originalversion.

Apropos Podcast: Meine frischen Eindrücke vom ersten Messetag habe ich natürlich direkt eingesprochen. In einer kurzen Folge erzähle ich, was mich heute besonders begeistert hat, wie die Stimmung in den Hallen war und welche Highlights mir im Gedächtnis geblieben sind. Aber auch über ein paar Probleme bei der Besucherführung durch die Messe müssen wir mal sprechen.

👉 Hier geht’s zur Podcastfolge

Der Auftakt war also rundum gelungen – viele neue Eindrücke, nette Gespräche und die Gewissheit: Diese vier Tage werden wieder viel zu schnell vergehen. Morgen geht’s weiter mit Tag 2 und sicher noch mehr spannenden Begegnungen und Spieleentdeckungen.

Ordnung im Chaos – zu Gast bei Eurohell Design

Von: Dirk
23. Oktober 2025 um 23:41
Lesezeit: < 1 Minute

In der neuen Folge des Würfelmagier Brettspiel Podcasts dreht sich alles um ein Thema, das jede Brettspielerin und jeder Brettspieler kennt: Wie bekomme ich endlich Ordnung in meine Brettspielschachtel?
Die Lösung heißt: Brettspiel-Inserts – also clevere Einlagen, die Karten, Würfel, Token und Miniaturen ordentlich sortieren, schützen und den Aufbau deutlich vereinfachen.

Zu Gast sind diesmal Dani und Holger von Eurohell Design, einem deutschen Hersteller für hochwertiges Brettspiel-Zubehör, der sich auf 3D-gedruckte Inserts spezialisiert hat. Gegründet wurde das Unternehmen 2020 – aus ihrer Leidenschaft für Brettspiele, für Technik und präzises industrielles Design.

Im Gespräch erzählen die beiden, wie sie mit ein paar 3D-Druckern und einer großen Portion Begeisterung gestartet sind – und wie daraus ein professionelles Unternehmen mit eigenem Team und treuer Community wurde. Wir sprechen darüber, wie ein Insert entsteht – vom ersten Entwurf bis zum fertigen Produkt –, warum sie auf nachhaltige Materialien wie PLA setzen und wie wichtig der Austausch mit der Community für ihre Arbeit ist.

Außerdem verraten Dani und Holger, wie sie ihren Lifetime-Ersatzteilservice umsetzen, was ihnen an Messen wie der SPIEL in Essen besonders wichtig ist und welche Projekte sie als Nächstes angehen wollen.

Wenn du also wissen willst, was hinter den Kulissen von Eurohell Design passiert, wie 3D-Druck und Leidenschaft für Brettspiele zusammenfinden und warum ein gutes Inlay das Spielerlebnis wirklich verändern kann – dann hör unbedingt rein!

🎧 Jetzt reinhören


📍 Mehr über Eurohell Design: https://eurohell-design.de

 

Deutscher Spiele Preis: Tomáš Holek gewinnt mit Seti

22. Oktober 2025 um 19:01

Der Tscheche Tomáš Holek gewinnt mit Seti, das bei Czech Games Edition (CGE) erschienen ist, den Deutschen Spiele Preis 2025. Seti – die Kurzform von „Search for Extraterrestrial Intelligence“ – ist ein episches und ziemlich komplexes Spiel, das die Suche nach außerirdischem Leben mit beeindruckender Detailtreue thematisiert.

Seti, das vielfach und zurecht auch als „Expertenspiel des Jahres“ bezeichnet wird, hat sich gegen Endeavor, Kennerspiel des Jahres, und Bomb Busters, Spiel des Jahres, beim Fachpublikum durchgesetzt, das mittels einer Umfrage den Deutschen Spiele Preis bestimmt. Mháire Stritter, „Botschafterin“ der Spiel Essen, und Carol Rapp, die Geschäftsführerin der Spiel, überreichen die Siegertrophäe am Vortag der Spielemesse an Holek.

Überreichung des Preises.

Petr Murmak, CEO von CGE, Autor Tomáš Holek und „Spiel-Botschafterin“ Mháire Stritter.

„Ich habe dieses Spiel entwickelt, weil ich Hobbyastronom bin und das meine große Leidenschaft ist”, sagt Tomáš Holek auf der Bühne in der Messe Essen. „Ich möchte den Menschen ein Spiel bieten, in dem sie etwas über die Wissenschaft lernen können.“ Mháire Stritter findet es toll, dass sich auf den Spielkarten viele Informationen zu tatsächlichen Nasa- und Esa-Projekten finden. Sie fragt Holek, ob er denn selbst auch noch neue Dinge gelernt habe. „Die Recherche war sehr umfangreich“, antwortet der Seti-Autor. Er sei tief in die Weltraumthematik eingestiegen und habe dabei sehr viel gelernt.

Der Deutsche Kinderspiele Preis geht an Die kleinen Alchemisten – ein Spiel, das eher ein Familienspiel denn ein Kinderspiel ist. Wie Seti hat es einen tschechischen Autor, nämlich Matúš Kotry, und ist bei CGE erschienen.

Tomáš Holek und andere

Tomáš Holek, Kinderspiel-Preisträger Matúš Kotry und Spiel-des-Jahres Sieger Hisashi Hayashi, dessen Bomb Busters beim Deutschen Spiele Preis den dritten Platz belegt.

Die diesjährige Essener Spielemesse verspricht, die größte aller Zeiten zu werden. Durch die Eröffnung einer zusätzlichen Halle wächst die Ausstellungsfläche erneut, und zwar um 13 Prozent. Laut dem englischen Informationsdienst BoardGameWire ist die Spiel nun fast 50 Prozent größer als der Ausstellerraum auf der Gen Con in Indianapolis. Damit baut Essen seinen Vorsprung als Welthauptstadt des Brettspiels weiter aus. Carol Rapp geht davon aus, dass die Spiel 2025 an allen vier Tagen ausverkauft sein und eine Rekordbesucherzahl von 220.000 Menschen verzeichnen wird.

Umsatzplus: Spiele und Puzzles wachsen 2025 stärker als gesamter Spielwarenmarkt

22. Oktober 2025 um 10:00
Der Umsatz mit Spielen und Puzzles ist in Deutschland von Januar bis Mitte September 2025 um 18 Prozent gestiegen. Der gesamte Spielwarenmarkt wuchs um vier Prozent. Das teilten der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) und der Verein Spieleverlage mit. Spiele und Puzzles seien damit inzwischen die umsatzstärkste Warengruppe im deutschen Spielwarenmarkt. Besonders stark hätten sich klassische Spiele entwickelt: „Sie legten im Vergleich zum Vorjahr um über 22 Prozent zu. Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt der anhaltende Hype um Sammelkarten“, schreibt der DVSI. Ravensburger meldete Anfang des Jahres über eine Milliarde verkaufte Lorcana-Karten, auch Magic  - The Gathering und Pokémon erwirtschaften weiter hohe Umsätze. Umsatzwachstum

Quelle

Top 30 Neuheiten SPIEL ’25

21. Oktober 2025 um 23:09
Wie immer stelle ich kurz vor der Messe meine Top 30 Neuheiten vor. Irgendeinen Grund muss es ja schließlich geben den Blog noch online zu lassen. Dabei ist es mir in diesem Jahr wirklich schwer gefallen 30 Titel zusammen zu bekommen. Zum einen gibt es für mich in diesem Jahr lange nicht so viele Titel […]

Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft im Test

21. Oktober 2025 um 13:01

Der Designer/Autor Matt Leacock gehört wohl zu den bekanntesten und einflussreichsten Schaffern der Brettspielszene. Mit seinem kooperativen Dauerbrenner Pandemie (mittlerweile als Pandemic internationalisiert) sowie dessen Erweiterungen, Ablegern und Legacy-Varianten hat er mehrmals die Brettspielwelt quasi revolutioniert. Das wurde ihm für das Grundspiel u.a mit Platz 20 der Bestenliste auf BGG gedankt und sogar mit Platz 1 für die Legacy-Variante. Von dieser sind zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Tests alle 3 Varianten in den Top 100 vertreten.

Das Pandemic-System ist dabei so spannend wie einfach und trifft häufig genau den Nerv zwischen Zugänglichkeit und Spannung, ohne dabei zu überfordern. Zwar konnte keiner der Ableger mich so überzeugen wie das Grundspiel mit seinen Erweiterungen – sie waren schlicht alle zu einfach – sie zeigten jedoch, wie wandelbar der Mechanismus mit ein paar Anpassungen sein kann. Und nun kommt der Meister persönlich zurück mit einem neuen Titel, der keine geringere als die Herr der Ringe-IP trägt und – selbstverständlich – auf dem Pandemic-System beruht. Oder dieses zumindest adaptiert. Kann diese neueste Anwandlung stärker überzeugen, als es die vorherigen Ableger taten?

Krieg der Ringe

Kommen wir gleich zur Sache und verlieren nur wenige Worte über das Thema: Herr der Ringe sollte jedem geläufig sein. Wir spielen kooperativ die Gemeinschaft des Rings und müssen diesen letztendlich in die Flammen des Schicksalsberges werfen, um zu gewinnen. Genauer gesagt muss Frodo dies tun. Wie im Film. Und wie im Buch. Der Weg dorthin ist das beschriebene Abenteuer und wird uns durch einen hervorragenden, automatisierten Gegenspieler (Sauron) erschwert.

Dabei dreht sich das Spiel aber nicht nur um den Ringträger. Wie in der Quellgeschichte auch tobt ein Krieg in Mittelerde und dieser wird hier mit dem Ringen um Zufluchten (das sind Spieler-Festungen) und Schattenfestungen dargestellt. Verlieren wir eigene, verlieren wir auch Hoffnung und laufen Gefahr, das Spiel so zu verlieren. Erobern wir welche, erlangen wir neue Hoffnung und erkaufen Frodo Zeit, sich dem Schicksalsberg zu nähern. Diese beiden Ebenen gibt es also auch im Spiel und sie funktionieren wahnsinnig gut miteinander!

Unter seinem Auge…

Frodo muss sich vor Saurons wachem Auge versteckt bewegen und ist dadurch sehr langsam. Zwar können ihm andere Spieler bei der Bewegung helfen, doch auch diese müssen stets darauf achten, ihn versteckt zu halten.

Sauron jedoch ist unablässig auf der Suche nach Frodo und nähert sich ihm immer weiter an. Dazu schickt er ihm seine Nazgûl auf dem Tarnumhang, die bei der Suche helfen. Es sind die einzigen dreidimensionalen Figuren im Spiel und schweben auf ihren Standees bedrohlich über dem Spielfeld. Je mehr Nazgûl hinter Frodo her sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie ihm auf die Spur kommen.

Um das zu verhindern, können ihm seine Gefährten helfen, und zwar indem sie sich in dem zuvor genannten Krieg engagieren. Starten wir irgendwo eine Schlacht gegen die Schattentruppen, zieht das nämlich den Blick Saurons auf sich und Frodo wird spürbar entlastet. Noch dazu hat jeder Held einige sehr nützliche Fähigkeiten, sodass man am liebsten alle mitnehmen möchte.

Doch das geht nicht: Jeder Spieler darf nur (und muss) zwei Helden spielen. Ja, richtig gelesen! Jeder Spieler ist in einer Kombination aus 2 Helden unterwegs und muss deren Fähigkeiten mit denen anderer kombinieren. Die Gemeinschaft bestand nunmal nicht aus nur 1-5 Helden und alle waren für die Geschichte wichtig. Dabei muss man noch 5 Aktionen (einmal 1 Aktion und einmal bis zu 4 Aktionen) auf seine Helden aufteilen. Da gibt es schon Denkstoff durchzukauen!

Tausche Anonymität gegen Bedrohung

Wenn man Pandemie eines vorwerfen könnte, dann dass der Mechanismus immer sehr kühl rüberkam. Man bekämpft eben anonyme, gesichtslose Krankheitserreger, die im Original nicht einmal einen Namen hatten. Man bekämpfte schlicht so etwas wie die „Gelbe Seuche“, sammelte Proben (was ohne die Erweiterung „Im Labor“ noch recht mechanisch wirkte) und war dann irgendwann hoffentlich am Ziel des Impfstoffs.

Beim Schicksal der Gemeinschaft fühlt es sich spürbar anders an. Die Nazgûl, das große (riesige!) Auge, die Truppen, die in nicht enden wollenden Scharen nach Mittelerde strömen. Dagegen fühlt man sich als kleiner Held ziemlich unterlegen. Und das ist gut so! Ganz im Gegensatz zu anderen Ablegern der Pandemie-Serie spürt man hier in jeder Runde die Bedrohung. Die Mechanik tritt hier noch stärker in den Hintergrund und das Spiel schafft eine Atmosphäre, die man auch außerhalb der Pandemie-Welt mit nur einem Wort zusammenfassen kann: episch!

Der Uruk Hai steckt im Detail

Dabei ist das Spiel definitiv komplexer als seine Vorgänger. Es gibt mehr zu bedenken, allein schon durch die zwei Helden pro Spieler. Es gibt mehr unterschiedliche Aktionen zur Auswahl, auch wenn deren Ausführung diesmal schwieriger zu erreichen ist. Das tauschen von Karten zum Beispiel ist jetzt zwar nur noch an eine Region und nicht mehr an ein Land/eine Stadt gebunden, dennoch fällt die Bewegung gerade mit Frodo so schwer, dass man schon genau planen sollte. Darüber hinaus hat sich das Spiel den „Wegezoll“ von Klong! geliehen und bietet nun bestimmte Wege, die die Abgabe einer bestimmten Ressource bedingen.

Dafür aber wurde das Spiel auch an anderer Stelle konsequent vereinfacht: Es gibt nun nur noch eine Sieg- und eine Niederlagebedingung: Frodo darf nicht die Hoffnung verlieren und muss – nachdem die Gemeinschaft gemeinsam 3 Quests erledigt hat – den Ring in die Lava werfen. That’s it! Es gibt kein „Wenn es keine Würfel mehr gibt…“, oder „Wenn dieser Kartenstapel aufgebraucht ist…“, oder „Wenn es zum X. Ausbruch kommt…“. Und das tut dem Spiel sehr gut, weil es eben die Komplexität an anderer Stelle aufbaut.

Lohnt sich das Spiel für Pandemie-Experten?

Du kennst dich mit Pandemie bereits sehr gut aus? Super! Dann möchte ich noch ein paar Worte speziell für dich schreiben, damit Du das Spiel besser einzuordnen weißt: Das Schicksal der Gefährten ist sicherlich der Pandemie-Ableger, der sich am weitesten vom Original entfernt. Und das ist gut so!

Neben der neuen Hoffnungs-Leiste ist z.B. anders, dass wir Truppen bewegen – diese sind quasi schon vergleichbar mit einer Barbarenhorde in „Untergang Roms“. Neu ist allerdings, dass wir eigene Truppen aus bis zu 4 unterschiedlichen Heeren über das Schlachtfeld steuern – quasi 4 Gegenmittel, die erstmalig tatsächlich auf dem Spielfeld sichtbar sind und aktiv eingesetzt, angeworben und bewegt werden müssen.

Dazu kommt natürlich die gesamte Mechanik des Rings, den Nazgûl, dem Auge Saurons, etc. – das alles ist etwas, das bisher so in keinem Pandemie zu finden war. Also eine weitere Ebene oben drauf, die massiv zur Spannung beiträgt.

Was ist dagegen geblieben? Die Mechanik der „Infektionskarten“ ist in Grundzügen identisch. Zwar sind die Karten nun angenehm groß (80 x 120 mm) und bieten Optionen, als alter Pandemie-Hase erkennt man deren Funktion sofort. Genau so die allgemeine Rundenstruktur: Führe 4+1 Aktionen mit deinen Helden aus, ziehe 2 Gefährtenkarten und decke „Infektionskarten“ entsprechend der aktuellen Bedrohung auf.

Innerhalb des Gefährtenstapels findet man wie üblich die Ereigniskarten. Die in diesem Fall extrem thematisch sind und sich oft an einprägsamen Szenen und Wendepunkten der Filme orientieren, beispielsweise dem Marsch der Ente.

Auch die „Epidemiekarten“ (hier „Der Himmel verfinstert sich-Karten“) sind mit von der Partie. Sie funktionieren allerdings ein wenig anders als im Original. Der brisante Punkt dort ist, dass die unterste Karte des Stapels gezogen wird und quasi als neuer Brandherd ins Spiel kommt, der die Spieler zwingt neu zu denken – für mich die Glanzleistung von Pandemie. Hier fällt diese „unterste Karte des Stapels“ weg, weil „Schicksal“ nicht so zufällig sein möchte. Die Schattenkarten geben ganz genau an, wo eine neue Ork-Armee aufgestellt wird. Da nie alle dieser Karten dieses Typs im Spiel sind, bieten sie also auch genügend Varianz.

Die Helden an sich sind wesentlich vielschichtiger als im Vorgänger, denn jeder von ihnen hat mindestens 2 individuelle Aktionen und erinnern daher eher an die voll entwickelten Charaktere in der Endphase eines Legacy-Ablegers. Dass man davon auch noch stetig zwei hat, ist ebenfalls ein Novum, welches das Spiel komplexer macht.

Fazit zu Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft

Das Schicksal der Gemeinschaft hat mich beeindruckt! Es ist der erste Kandidat in der Pandemie-Reihe, der es schaffen könnte gegen das Original zu bestehen.

Was das Spiel für mich aber vor allem auszeichnet, ist die Atmosphäre. Ich möchte fast sagen: Das Spiel fühlt sich an wie ein „Ringkrieg“ für einen Abend unter der Woche.

Neben dem Original ist dieser Titel bereits jetzt ein fester Bestandteil meiner Sammlung, da tut auch kein Abbruch, dass die Immersion etwas darunter leiden könnte, nicht nur einen Helden zu spielen.

Die Produktionsqualität rundet für mich das Gesamtpaket ab: In Zeiten von Plastik über Plastik und Boxen so groß, dass man ein eigenes Lager dafür bräuchte, kommt dieses Spiel mit einer angenehmen Schachtelgröße, nur einer Handvoll Token, einem bombastisch guten Würfelturm und sogar einer Packanleitung für Karten in Sleeves daher. Besser geht es kaum!

Kein Spiel ist für Jedermann. Ob Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft etwas für euch ist, entscheidet allein ihr.

Top-Test

Erfahre mehr über das Wertungssystem im Toptest.

1. Thema

Es steht „Herr der Ringe“ drauf und es ist auch „Herr der Ringe“ drin. Das Thema fühlt sich so stark an als wäre das Spiel drum herum erdacht worden. Für Koop-Spieler einen Blick definitiv wert, für Fans der Vorlage ein No-Brainer!

2. Material

Hochwertige Tokens, ein hochwertiger Würfelturm, der sogar ohne Leim sicher zusammenhält, dicke Karten, ein funktionales Insert, das den Namen verdient und sogar Karten in Sleeves sowie den Würfelturm berücksichtigt. Annehmbare 3D-Miniaturen für die Nazgûl. So muss ein modernes Brettspiel aussehen! Und wem die Truppen-Meeple zu klein sind, dem möchte ich mit auf den Weg geben: Eigentlich waren das mal Würfelchen und man muss sie auch nicht alle auf die Füße stellen. 🙂

3. Optik

Wow! Das Spiel ist wunderschön gestaltet. Vom Spielbrett über die Karten bis hin zu den Easter Eggs auf den Schaugrafiken. Überall findet sich Thematisches, jede Lücke ist gefüllt mit ikonischen Szenen aus der Geschichte, ohne überladen zu wirken. Ein richtiges Kunstwerk!

4. Setup

Der Aufbau von Pandemie-Spielen war schon immer ein wenig aufwändiger. Schon im Original musste man 9 Städte infizieren, je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedliche Stapel bilden, diese individuell mischen und aufeinanderlegen, um den Nachziehstapel zu bilden. Das ist nichts, was einen überfordert, aber es ist eben viel zu mischen und auszulegen. Das Schicksal der Gemeinschaft ist da nicht wirklich anders. Den Kritikpunkt, das Spielbrett sei unübersichtlich sehe ich zwar nicht, da es für mich sauber in die großen Regionen aufgeteilt ist. Und nach 2-3 Runden hat man auch die entlegensten Orte gefunden. Aber allein die Start-Platzierung der Truppen braucht schon ein paar Minuten. Hilfreich war da der Hinweis der Anleitung, wie viele Truppen später in den jeweiligen Vorräten neben dem Spielbrett übrig sein müssen. So kann man schnell überprüfen, ob noch irgendwo ein Meeple auf dem Spielbrett fehlt.

5. Spieleranzahl

Das Spiel lässt sich von 1 bis 5 Spielern spielen. Solo hat es einen sehr interessanten Mechanismus, in dem man 4 Helden nach einander spielen muss – also jeweils einen pro Zug – und quasi als 5. Helden Frodo dabei hat, für den man jede Runde nur 1 Aktion ausgeben darf. Eine spannendere Alternative!

Mit 5 Spielern hat das Spiel natürlich seine Längen… Es steigen mit jedem Spieler die Möglichkeiten und damit auch das Diskussionspotenzial. Zwar hat das Spiel durch die Menge an Helden und deren Aktionen eine geringere Anfälligkeit für Alpha-Spieler, aber es hätte auch kein Problem gegeben, das Spiel nur für 1-4 Spieler zuzulassen. Der Sweet-Spot dürfte bei 3 Spielern liegen.

Jedoch darf man nicht vergessen, dass sich die Charaktere alle nützlich anfühlen. Im Gegensatz zu Pandemie aber nicht immer nur namenlose Saubermann-Experten sind. Beispielsweise Gollum ist u.a. sehr stark, hat aber auch ein paar Fallstricke, die es zu beachten gilt (um nicht zu Spoilern). Es macht schon Spaß, die Möglichkeiten der verschiedenen Helden zu nutzen und Kombinationen zu finden, die einem das Leben leichter machen.

Dass die Helden im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr nur einen einzigen Nutzen/Usecase haben, sondern diverser eingesetzt werden können, bringt frischen Wind mit. So sind Merry und Pippin sowohl dafür gut, um Ringgeister von Frodo wegzulocken. Sie sind für ihn aber auch essenziell, um durch ihre lockere Art etwas Hoffnung zu schöpfen.

6. Zugänglichkeit

Sicherlich haben das proppenvolle Spielbrett und die thematischen Ortsnamen so ihre Tücken. Vor allem, wenn man nicht „vom Fach“ ist. Da verliert man schneller den roten Faden, als Frodo den Ring aufsetzen kann (was er übrigens tatsächlich im Spiel kann!). Allerdings legt sich das recht schnell. Natürlich hätte das Spiel auch ein größeres Spielfeld und größere Meeple vertragen können, aber so ist es zumindest zu beinahe jedem Tisch kompatibel.

Positiv ist zu nennen, dass das Spiel ebenfalls alles tut, um eine Einstiegshürde möglichst klein zu halten: Übersichtskarten für die Orte, tolle Spielhilfen für die Handlungsoptionen, Abbildungen des Spielmaterials (z.B. Helden-Figuren) neben dem Artwork, um sie besser zuordnen zu können, eine temporäre Ablage für die gezogenen Schattenkarten, um nicht mit deren Anzahl durcheinander zu kommen. Gemessen am Umfang dieses Spiels wurde da schon ein sehr guter Job gemacht.

So ein paar Details fehlen dann aber doch, z.B. was passiert, wenn der Stapel der Gemeinschaftskarten oder der Vorrat an Schattentruppen erschöpft sind – denn dann verliert man nicht einfach wie im normalen Pandemie, sondern muss Frodos Hoffnung pro nicht gezogener Karte/Figur um 1 senken. Das hat zwar fast denselben Effekt wie sofort zu verlieren, kann aber manchmal den so dringend nötigen letzten Spielerzug ermöglichen. Das Spiel ist komplex, aber es macht auch vieles richtig, um den Einstieg zu erleichtern.

7. Spieltiefe

Quasi 2 Spiele in einem – ein Hidden Movement-Spiel gegen die AI und ein taktisches Armeen-Spiel gegen dieselbige? Super! Mir machte es besonders viel Spaß, dass die Helden nun endlich interessanter sind als in den Vorgängern. Das liegt nicht nur daran, dass sie filmische Vorbilder haben, die Kopfkino entstehen lassen. Sondern dass sie mehr sind als „One hit wonders“ mit nur einer einzigen Funktion. Das zwingt mich zum nachdenken.

Zusätzlich kommen die „Wegezoll“-Regeln mit ins Spiel, die mich nicht einfach beliebig über die Karte stolpern lassen. Es gibt wesentlich mehr zu bedenken als in Pandemie, bei einem annähernd ähnlichen Regelkonstrukt. Gefällt mir sehr gut!

8. Spieldauer

Die Quintessenz von Punkt 7 beeinflusst auch Punkt 8: Das Spiel sollte definitiv länger dauern als ein Pandemie und ist wahrscheinlich auch anstrengender zu spielen, weil es mehr zu beachten gibt. Nun soll aber der Großvater nicht immer die Messlatte für den Enkel sein… Wichtig ist, ob das Spiel die gesamte Spieldauer über spannend bleibt. Und das tut es!

Die Fluffigkeit ist dann leider in voller Spielerzahl nicht mehr ganz gegeben, weil die Kooperation dann doch öfter in Diskussionen mündet, statt in Aktionen.

9. Downtime

Eigentlich gibt es keine Downtime bei Pandemie, weil jeder immer und überall mit den anderen Spielenden beratschlagen kann, darf und sollte. Stillere Naturen mögen das vielleicht nicht so, aber das ist eine eher individuelle Geschichte. Eigentlich gibt es immer etwas zu tun oder zu planen, sodass man stetig involviert ist.

10. Preis

Zur Zeit der Erstellung dieses Tests kostete das Spiel rund 69 €. Nicht wenig Geld, liegt aber ungefähr auf dem Niveau der Legacy-Ableger. Es kommt dafür aber mit riesig viel Varianz und tollem Material daher. Und es ist im Gegensatz zu Legacy-Spielen unendlich oft spielbar. Hier fühlt man sich definitiv nicht um sein Geld betrogen.

Ergebnis

Mit 44/50 Punkten erreicht Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft die Bewertung „Ausgezeichnet“!

Dieses Spiel ist von der Webseite Boardgamefan.de ausgezeichnet worden.
Dieses Spiel ist von der Webseite Boardgamefan.de ausgezeichnet worden.

bt277 Road to Essen - Zoch & Noris

21. Oktober 2025 um 12:00

Shownotes
Anton Knittel arbeitet als Redakteur beim Zoch Verlag und stellt Neuheiten aus dem Bereich der Familienspiele vor. Und weil er ein hervorragender Kollege ist, hat er auch eine Neuerscheinung von Noris Spiele für Oli und JäiDie von Alles außer Toplisten im Gepäck.

Datum der Aufnahme: 9. September 2025
Online seit: 21.10.2025 – 12:00

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Epic Song by BoxCat Games

Das Spiel muss aufhören, damit die Auseinandersetzung beginnen kann

19. Oktober 2025 um 16:31
Vor einiger Zeit fragte mich jemand, ob ich wirklich denke, dass Spielende sich nicht kritisch mit den Spielen auseinander setzen, die sie spielen. Also dass sie die Themen nicht hinterfragen oder ihr eigenes Handeln reflektieren. Meine Antwort darauf war ein klares Nein, ich denke nicht, dass das passiert. Dabei halte ich den Spieler*innen nicht zwingend […]

Spots

17. Oktober 2025 um 16:00

Pegasus Spiele, 2024
Autoren: Alex Hague, Jon Perry, Justin Vickers
1–4 Spieler:innen, ab 8 Jahre, 20-30 Minuten

In „Spots“ dreht sich alles um Hunde, Tricks und Würfelglück. Ihr seid Hundetrainer:innen, die versuchen, ihre treuen Vierbeiner zum Spielen zu schicken. Jeder Hund besitzt ein individuelles Fellmuster mit Flecken, auf denen bestimmte Zahlen gewürfelt werden müssen. Nur wer die passenden Würfel platziert, kann den Hund fertigstellen und in Sicherheit bringen. Das klingt simpel, entfaltet aber rasch einen spannenden Wettlauf zwischen Risiko und Vorsicht. Thematisch ist „Spots“ erfrischend anders. Statt Fantasy oder Wirtschaft geht es hier um charmante Hunde, Leckerlis und ein Training voller Spannung. Die liebevolle Gestaltung und das unaufgeregte Thema machen das Spiel sofort sympathisch und sorgen dafür, dass ihr schnell in die Stimmung eintaucht.

Zu Beginn wählt ihr aus einer Vielzahl an Trickkarten eine kleine Auswahl, die den Ablauf der Partie bestimmt. Diese Karten geben euch Aktionen vor, etwa das Würfeln, Nachwürfeln oder das Sammeln von Leckerlis. Anschließend würfelt ihr, um die passenden Zahlen auf den Hundeflecken zu platzieren. Gelingt es euch, alle Flecken eines Hundes zu füllen, schickt ihr ihn zum Spielen und sichert euch so Punkte. Doch jeder Fehlwurf hat Konsequenzen. Würfel, die ihr nicht unterbringen könnt, landen im Garten. Wenn sich dort zu viele Augen summieren, entsteht Unruhe, und alle noch nicht gesicherten Hunde verlieren ihren Fortschritt. Diese ständige Balance zwischen Mut und Vorsicht prägt das Spielerlebnis. Ihr überlegt, ob ihr noch einmal würfeln wollt, um mehr zu schaffen, oder lieber sichert, was ihr habt. Mit 22 möglichen Tricks, von denen in jeder Partie nur sechs ins Spiel kommen, entstehen immer neue Kombinationen. Dadurch bleibt Spots abwechslungsreich und lädt dazu ein, verschiedene Taktiken auszuprobieren. Eine Partie dauert meist etwa 20 bis 30 Minuten und eignet sich gut für Familien, Freundesrunden oder kurze Spielabende.

„Spots“ überzeugt mit einem charmanten Thema und klarer Spielstruktur. Das Zusammenspiel aus Würfelglück, Risiko und taktischem Absichern sorgt für ständige Spannung. Die Freude ist groß, wenn ein Hund endlich fertiggestellt wird, und die Enttäuschung ebenso, wenn ein unruhiger Garten alles zunichtemacht. Dieses emotionale Auf und Ab macht den Reiz des Spiels aus. Gleichzeitig müsst ihr akzeptieren, dass der Zufall eine dominante Rolle spielt. Wer Pech hat, kann wenig ausrichten, selbst wenn die Strategie stimmt. Das ist nicht immer befriedigend, aber es gehört zu dem leichten, spielerischen Charakter, den „Spots“ bewusst pflegt. Das Material ist hochwertig, die Gestaltung farbenfroh und freundlich. Die Holzknochen als Leckerlis, die stabilen Karten und die klaren Symbole sorgen für eine angenehme Haptik und einfache Zugänglichkeit. Das Thema mit den unterschiedlichen Hunden und ihren Tricks ist liebevoll umgesetzt und spricht nicht nur Tierfreund:innen an. „Spots“ ist besonders geeignet, wenn ihr Spiele sucht, die schnell erklärt sind und bei denen Glück und Spannung im Vordergrund stehen. Für Familien mit Kindern ab acht Jahren, Gelegenheitsspieler:innen oder Runden, die gerne lachen und mitfiebern, ist es ein passender Begleiter. Wer allerdings Wert auf langfristige Planung und strategische Kontrolle legt, wird weniger Freude haben. Als kurzweiliges Würfelspiel mit charmantem Thema funktioniert „Spots“ hervorragend und verdient sich einen festen Platz im Regal all jener, die das kleine Chaos am Spieltisch lieben.

Rival Cities – Städteduell im hohen Norden

Rival Cities - Brettspiel Review

Herbstliches Wetter steht uns im Südwesten Deutschlands bevor. Das ist ungefähr so, wie es im hohen Norden Deutschlands das ganze Jahr über ist. Nieselregen, diesiges Wetter und eine steife Brise tragen somit grundlegend zur Spielatmosphäre bei, wenn ihr Rival Cities von Andreas Steding (Deep Print Games) auf den Tisch holt und ein spannendes Städte-Duell zwischen Hamburg und Altona austragt. Ob dabei auch die Sonne hinter den Wolken hervorbricht, erfahrt ihr in unserer Review.

Viel Spaß beim Lesen!

Der Beitrag Rival Cities – Städteduell im hohen Norden erschien zuerst auf Brettspiel Reviews, Empfehlungen und Podcasts von Brettspielerunde.

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