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Ordnung im Chaos – zu Gast bei Eurohell Design

Von: Dirk
23. Oktober 2025 um 23:41
Lesezeit: < 1 Minute

In der neuen Folge des Würfelmagier Brettspiel Podcasts dreht sich alles um ein Thema, das jede Brettspielerin und jeder Brettspieler kennt: Wie bekomme ich endlich Ordnung in meine Brettspielschachtel?
Die Lösung heißt: Brettspiel-Inserts – also clevere Einlagen, die Karten, Würfel, Token und Miniaturen ordentlich sortieren, schützen und den Aufbau deutlich vereinfachen.

Zu Gast sind diesmal Dani und Holger von Eurohell Design, einem deutschen Hersteller für hochwertiges Brettspiel-Zubehör, der sich auf 3D-gedruckte Inserts spezialisiert hat. Gegründet wurde das Unternehmen 2020 – aus ihrer Leidenschaft für Brettspiele, für Technik und präzises industrielles Design.

Im Gespräch erzählen die beiden, wie sie mit ein paar 3D-Druckern und einer großen Portion Begeisterung gestartet sind – und wie daraus ein professionelles Unternehmen mit eigenem Team und treuer Community wurde. Wir sprechen darüber, wie ein Insert entsteht – vom ersten Entwurf bis zum fertigen Produkt –, warum sie auf nachhaltige Materialien wie PLA setzen und wie wichtig der Austausch mit der Community für ihre Arbeit ist.

Außerdem verraten Dani und Holger, wie sie ihren Lifetime-Ersatzteilservice umsetzen, was ihnen an Messen wie der SPIEL in Essen besonders wichtig ist und welche Projekte sie als Nächstes angehen wollen.

Wenn du also wissen willst, was hinter den Kulissen von Eurohell Design passiert, wie 3D-Druck und Leidenschaft für Brettspiele zusammenfinden und warum ein gutes Inlay das Spielerlebnis wirklich verändern kann – dann hör unbedingt rein!

🎧 Jetzt reinhören


📍 Mehr über Eurohell Design: https://eurohell-design.de

 

Deutscher Spiele Preis: Tomáš Holek gewinnt mit Seti

22. Oktober 2025 um 19:01

Der Tscheche Tomáš Holek gewinnt mit Seti, das bei Czech Games Edition (CGE) erschienen ist, den Deutschen Spiele Preis 2025. Seti – die Kurzform von „Search for Extraterrestrial Intelligence“ – ist ein episches und ziemlich komplexes Spiel, das die Suche nach außerirdischem Leben mit beeindruckender Detailtreue thematisiert.

Seti, das vielfach und zurecht auch als „Expertenspiel des Jahres“ bezeichnet wird, hat sich gegen Endeavor, Kennerspiel des Jahres, und Bomb Busters, Spiel des Jahres, beim Fachpublikum durchgesetzt, das mittels einer Umfrage den Deutschen Spiele Preis bestimmt. Mháire Stritter, „Botschafterin“ der Spiel Essen, und Carol Rapp, die Geschäftsführerin der Spiel, überreichen die Siegertrophäe am Vortag der Spielemesse an Holek.

Überreichung des Preises.

Petr Murmak, CEO von CGE, Autor Tomáš Holek und „Spiel-Botschafterin“ Mháire Stritter.

„Ich habe dieses Spiel entwickelt, weil ich Hobbyastronom bin und das meine große Leidenschaft ist”, sagt Tomáš Holek auf der Bühne in der Messe Essen. „Ich möchte den Menschen ein Spiel bieten, in dem sie etwas über die Wissenschaft lernen können.“ Mháire Stritter findet es toll, dass sich auf den Spielkarten viele Informationen zu tatsächlichen Nasa- und Esa-Projekten finden. Sie fragt Holek, ob er denn selbst auch noch neue Dinge gelernt habe. „Die Recherche war sehr umfangreich“, antwortet der Seti-Autor. Er sei tief in die Weltraumthematik eingestiegen und habe dabei sehr viel gelernt.

Der Deutsche Kinderspiele Preis geht an Die kleinen Alchemisten – ein Spiel, das eher ein Familienspiel denn ein Kinderspiel ist. Wie Seti hat es einen tschechischen Autor, nämlich Matúš Kotry, und ist bei CGE erschienen.

Tomáš Holek und andere

Tomáš Holek, Kinderspiel-Preisträger Matúš Kotry und Spiel-des-Jahres Sieger Hisashi Hayashi, dessen Bomb Busters beim Deutschen Spiele Preis den dritten Platz belegt.

Die diesjährige Essener Spielemesse verspricht, die größte aller Zeiten zu werden. Durch die Eröffnung einer zusätzlichen Halle wächst die Ausstellungsfläche erneut, und zwar um 13 Prozent. Laut dem englischen Informationsdienst BoardGameWire ist die Spiel nun fast 50 Prozent größer als der Ausstellerraum auf der Gen Con in Indianapolis. Damit baut Essen seinen Vorsprung als Welthauptstadt des Brettspiels weiter aus. Carol Rapp geht davon aus, dass die Spiel 2025 an allen vier Tagen ausverkauft sein und eine Rekordbesucherzahl von 220.000 Menschen verzeichnen wird.

Umsatzplus: Spiele und Puzzles wachsen 2025 stärker als gesamter Spielwarenmarkt

22. Oktober 2025 um 10:00
Der Umsatz mit Spielen und Puzzles ist in Deutschland von Januar bis Mitte September 2025 um 18 Prozent gestiegen. Der gesamte Spielwarenmarkt wuchs um vier Prozent. Das teilten der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) und der Verein Spieleverlage mit. Spiele und Puzzles seien damit inzwischen die umsatzstärkste Warengruppe im deutschen Spielwarenmarkt. Besonders stark hätten sich klassische Spiele entwickelt: „Sie legten im Vergleich zum Vorjahr um über 22 Prozent zu. Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt der anhaltende Hype um Sammelkarten“, schreibt der DVSI. Ravensburger meldete Anfang des Jahres über eine Milliarde verkaufte Lorcana-Karten, auch Magic  - The Gathering und Pokémon erwirtschaften weiter hohe Umsätze. Umsatzwachstum

Quelle

Top 30 Neuheiten SPIEL ’25

21. Oktober 2025 um 23:09
Wie immer stelle ich kurz vor der Messe meine Top 30 Neuheiten vor. Irgendeinen Grund muss es ja schließlich geben den Blog noch online zu lassen. Dabei ist es mir in diesem Jahr wirklich schwer gefallen 30 Titel zusammen zu bekommen. Zum einen gibt es für mich in diesem Jahr lange nicht so viele Titel […]

Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft im Test

21. Oktober 2025 um 13:01

Der Designer/Autor Matt Leacock gehört wohl zu den bekanntesten und einflussreichsten Schaffern der Brettspielszene. Mit seinem kooperativen Dauerbrenner Pandemie (mittlerweile als Pandemic internationalisiert) sowie dessen Erweiterungen, Ablegern und Legacy-Varianten hat er mehrmals die Brettspielwelt quasi revolutioniert. Das wurde ihm für das Grundspiel u.a mit Platz 20 der Bestenliste auf BGG gedankt und sogar mit Platz 1 für die Legacy-Variante. Von dieser sind zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Tests alle 3 Varianten in den Top 100 vertreten.

Das Pandemic-System ist dabei so spannend wie einfach und trifft häufig genau den Nerv zwischen Zugänglichkeit und Spannung, ohne dabei zu überfordern. Zwar konnte keiner der Ableger mich so überzeugen wie das Grundspiel mit seinen Erweiterungen – sie waren schlicht alle zu einfach – sie zeigten jedoch, wie wandelbar der Mechanismus mit ein paar Anpassungen sein kann. Und nun kommt der Meister persönlich zurück mit einem neuen Titel, der keine geringere als die Herr der Ringe-IP trägt und – selbstverständlich – auf dem Pandemic-System beruht. Oder dieses zumindest adaptiert. Kann diese neueste Anwandlung stärker überzeugen, als es die vorherigen Ableger taten?

Krieg der Ringe

Kommen wir gleich zur Sache und verlieren nur wenige Worte über das Thema: Herr der Ringe sollte jedem geläufig sein. Wir spielen kooperativ die Gemeinschaft des Rings und müssen diesen letztendlich in die Flammen des Schicksalsberges werfen, um zu gewinnen. Genauer gesagt muss Frodo dies tun. Wie im Film. Und wie im Buch. Der Weg dorthin ist das beschriebene Abenteuer und wird uns durch einen hervorragenden, automatisierten Gegenspieler (Sauron) erschwert.

Dabei dreht sich das Spiel aber nicht nur um den Ringträger. Wie in der Quellgeschichte auch tobt ein Krieg in Mittelerde und dieser wird hier mit dem Ringen um Zufluchten (das sind Spieler-Festungen) und Schattenfestungen dargestellt. Verlieren wir eigene, verlieren wir auch Hoffnung und laufen Gefahr, das Spiel so zu verlieren. Erobern wir welche, erlangen wir neue Hoffnung und erkaufen Frodo Zeit, sich dem Schicksalsberg zu nähern. Diese beiden Ebenen gibt es also auch im Spiel und sie funktionieren wahnsinnig gut miteinander!

Unter seinem Auge…

Frodo muss sich vor Saurons wachem Auge versteckt bewegen und ist dadurch sehr langsam. Zwar können ihm andere Spieler bei der Bewegung helfen, doch auch diese müssen stets darauf achten, ihn versteckt zu halten.

Sauron jedoch ist unablässig auf der Suche nach Frodo und nähert sich ihm immer weiter an. Dazu schickt er ihm seine Nazgûl auf dem Tarnumhang, die bei der Suche helfen. Es sind die einzigen dreidimensionalen Figuren im Spiel und schweben auf ihren Standees bedrohlich über dem Spielfeld. Je mehr Nazgûl hinter Frodo her sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie ihm auf die Spur kommen.

Um das zu verhindern, können ihm seine Gefährten helfen, und zwar indem sie sich in dem zuvor genannten Krieg engagieren. Starten wir irgendwo eine Schlacht gegen die Schattentruppen, zieht das nämlich den Blick Saurons auf sich und Frodo wird spürbar entlastet. Noch dazu hat jeder Held einige sehr nützliche Fähigkeiten, sodass man am liebsten alle mitnehmen möchte.

Doch das geht nicht: Jeder Spieler darf nur (und muss) zwei Helden spielen. Ja, richtig gelesen! Jeder Spieler ist in einer Kombination aus 2 Helden unterwegs und muss deren Fähigkeiten mit denen anderer kombinieren. Die Gemeinschaft bestand nunmal nicht aus nur 1-5 Helden und alle waren für die Geschichte wichtig. Dabei muss man noch 5 Aktionen (einmal 1 Aktion und einmal bis zu 4 Aktionen) auf seine Helden aufteilen. Da gibt es schon Denkstoff durchzukauen!

Tausche Anonymität gegen Bedrohung

Wenn man Pandemie eines vorwerfen könnte, dann dass der Mechanismus immer sehr kühl rüberkam. Man bekämpft eben anonyme, gesichtslose Krankheitserreger, die im Original nicht einmal einen Namen hatten. Man bekämpfte schlicht so etwas wie die „Gelbe Seuche“, sammelte Proben (was ohne die Erweiterung „Im Labor“ noch recht mechanisch wirkte) und war dann irgendwann hoffentlich am Ziel des Impfstoffs.

Beim Schicksal der Gemeinschaft fühlt es sich spürbar anders an. Die Nazgûl, das große (riesige!) Auge, die Truppen, die in nicht enden wollenden Scharen nach Mittelerde strömen. Dagegen fühlt man sich als kleiner Held ziemlich unterlegen. Und das ist gut so! Ganz im Gegensatz zu anderen Ablegern der Pandemie-Serie spürt man hier in jeder Runde die Bedrohung. Die Mechanik tritt hier noch stärker in den Hintergrund und das Spiel schafft eine Atmosphäre, die man auch außerhalb der Pandemie-Welt mit nur einem Wort zusammenfassen kann: episch!

Der Uruk Hai steckt im Detail

Dabei ist das Spiel definitiv komplexer als seine Vorgänger. Es gibt mehr zu bedenken, allein schon durch die zwei Helden pro Spieler. Es gibt mehr unterschiedliche Aktionen zur Auswahl, auch wenn deren Ausführung diesmal schwieriger zu erreichen ist. Das tauschen von Karten zum Beispiel ist jetzt zwar nur noch an eine Region und nicht mehr an ein Land/eine Stadt gebunden, dennoch fällt die Bewegung gerade mit Frodo so schwer, dass man schon genau planen sollte. Darüber hinaus hat sich das Spiel den „Wegezoll“ von Klong! geliehen und bietet nun bestimmte Wege, die die Abgabe einer bestimmten Ressource bedingen.

Dafür aber wurde das Spiel auch an anderer Stelle konsequent vereinfacht: Es gibt nun nur noch eine Sieg- und eine Niederlagebedingung: Frodo darf nicht die Hoffnung verlieren und muss – nachdem die Gemeinschaft gemeinsam 3 Quests erledigt hat – den Ring in die Lava werfen. That’s it! Es gibt kein „Wenn es keine Würfel mehr gibt…“, oder „Wenn dieser Kartenstapel aufgebraucht ist…“, oder „Wenn es zum X. Ausbruch kommt…“. Und das tut dem Spiel sehr gut, weil es eben die Komplexität an anderer Stelle aufbaut.

Lohnt sich das Spiel für Pandemie-Experten?

Du kennst dich mit Pandemie bereits sehr gut aus? Super! Dann möchte ich noch ein paar Worte speziell für dich schreiben, damit Du das Spiel besser einzuordnen weißt: Das Schicksal der Gefährten ist sicherlich der Pandemie-Ableger, der sich am weitesten vom Original entfernt. Und das ist gut so!

Neben der neuen Hoffnungs-Leiste ist z.B. anders, dass wir Truppen bewegen – diese sind quasi schon vergleichbar mit einer Barbarenhorde in „Untergang Roms“. Neu ist allerdings, dass wir eigene Truppen aus bis zu 4 unterschiedlichen Heeren über das Schlachtfeld steuern – quasi 4 Gegenmittel, die erstmalig tatsächlich auf dem Spielfeld sichtbar sind und aktiv eingesetzt, angeworben und bewegt werden müssen.

Dazu kommt natürlich die gesamte Mechanik des Rings, den Nazgûl, dem Auge Saurons, etc. – das alles ist etwas, das bisher so in keinem Pandemie zu finden war. Also eine weitere Ebene oben drauf, die massiv zur Spannung beiträgt.

Was ist dagegen geblieben? Die Mechanik der „Infektionskarten“ ist in Grundzügen identisch. Zwar sind die Karten nun angenehm groß (80 x 120 mm) und bieten Optionen, als alter Pandemie-Hase erkennt man deren Funktion sofort. Genau so die allgemeine Rundenstruktur: Führe 4+1 Aktionen mit deinen Helden aus, ziehe 2 Gefährtenkarten und decke „Infektionskarten“ entsprechend der aktuellen Bedrohung auf.

Innerhalb des Gefährtenstapels findet man wie üblich die Ereigniskarten. Die in diesem Fall extrem thematisch sind und sich oft an einprägsamen Szenen und Wendepunkten der Filme orientieren, beispielsweise dem Marsch der Ente.

Auch die „Epidemiekarten“ (hier „Der Himmel verfinstert sich-Karten“) sind mit von der Partie. Sie funktionieren allerdings ein wenig anders als im Original. Der brisante Punkt dort ist, dass die unterste Karte des Stapels gezogen wird und quasi als neuer Brandherd ins Spiel kommt, der die Spieler zwingt neu zu denken – für mich die Glanzleistung von Pandemie. Hier fällt diese „unterste Karte des Stapels“ weg, weil „Schicksal“ nicht so zufällig sein möchte. Die Schattenkarten geben ganz genau an, wo eine neue Ork-Armee aufgestellt wird. Da nie alle dieser Karten dieses Typs im Spiel sind, bieten sie also auch genügend Varianz.

Die Helden an sich sind wesentlich vielschichtiger als im Vorgänger, denn jeder von ihnen hat mindestens 2 individuelle Aktionen und erinnern daher eher an die voll entwickelten Charaktere in der Endphase eines Legacy-Ablegers. Dass man davon auch noch stetig zwei hat, ist ebenfalls ein Novum, welches das Spiel komplexer macht.

Fazit zu Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft

Das Schicksal der Gemeinschaft hat mich beeindruckt! Es ist der erste Kandidat in der Pandemie-Reihe, der es schaffen könnte gegen das Original zu bestehen.

Was das Spiel für mich aber vor allem auszeichnet, ist die Atmosphäre. Ich möchte fast sagen: Das Spiel fühlt sich an wie ein „Ringkrieg“ für einen Abend unter der Woche.

Neben dem Original ist dieser Titel bereits jetzt ein fester Bestandteil meiner Sammlung, da tut auch kein Abbruch, dass die Immersion etwas darunter leiden könnte, nicht nur einen Helden zu spielen.

Die Produktionsqualität rundet für mich das Gesamtpaket ab: In Zeiten von Plastik über Plastik und Boxen so groß, dass man ein eigenes Lager dafür bräuchte, kommt dieses Spiel mit einer angenehmen Schachtelgröße, nur einer Handvoll Token, einem bombastisch guten Würfelturm und sogar einer Packanleitung für Karten in Sleeves daher. Besser geht es kaum!

Kein Spiel ist für Jedermann. Ob Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft etwas für euch ist, entscheidet allein ihr.

Top-Test

Erfahre mehr über das Wertungssystem im Toptest.

1. Thema

Es steht „Herr der Ringe“ drauf und es ist auch „Herr der Ringe“ drin. Das Thema fühlt sich so stark an als wäre das Spiel drum herum erdacht worden. Für Koop-Spieler einen Blick definitiv wert, für Fans der Vorlage ein No-Brainer!

2. Material

Hochwertige Tokens, ein hochwertiger Würfelturm, der sogar ohne Leim sicher zusammenhält, dicke Karten, ein funktionales Insert, das den Namen verdient und sogar Karten in Sleeves sowie den Würfelturm berücksichtigt. Annehmbare 3D-Miniaturen für die Nazgûl. So muss ein modernes Brettspiel aussehen! Und wem die Truppen-Meeple zu klein sind, dem möchte ich mit auf den Weg geben: Eigentlich waren das mal Würfelchen und man muss sie auch nicht alle auf die Füße stellen. 🙂

3. Optik

Wow! Das Spiel ist wunderschön gestaltet. Vom Spielbrett über die Karten bis hin zu den Easter Eggs auf den Schaugrafiken. Überall findet sich Thematisches, jede Lücke ist gefüllt mit ikonischen Szenen aus der Geschichte, ohne überladen zu wirken. Ein richtiges Kunstwerk!

4. Setup

Der Aufbau von Pandemie-Spielen war schon immer ein wenig aufwändiger. Schon im Original musste man 9 Städte infizieren, je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedliche Stapel bilden, diese individuell mischen und aufeinanderlegen, um den Nachziehstapel zu bilden. Das ist nichts, was einen überfordert, aber es ist eben viel zu mischen und auszulegen. Das Schicksal der Gemeinschaft ist da nicht wirklich anders. Den Kritikpunkt, das Spielbrett sei unübersichtlich sehe ich zwar nicht, da es für mich sauber in die großen Regionen aufgeteilt ist. Und nach 2-3 Runden hat man auch die entlegensten Orte gefunden. Aber allein die Start-Platzierung der Truppen braucht schon ein paar Minuten. Hilfreich war da der Hinweis der Anleitung, wie viele Truppen später in den jeweiligen Vorräten neben dem Spielbrett übrig sein müssen. So kann man schnell überprüfen, ob noch irgendwo ein Meeple auf dem Spielbrett fehlt.

5. Spieleranzahl

Das Spiel lässt sich von 1 bis 5 Spielern spielen. Solo hat es einen sehr interessanten Mechanismus, in dem man 4 Helden nach einander spielen muss – also jeweils einen pro Zug – und quasi als 5. Helden Frodo dabei hat, für den man jede Runde nur 1 Aktion ausgeben darf. Eine spannendere Alternative!

Mit 5 Spielern hat das Spiel natürlich seine Längen… Es steigen mit jedem Spieler die Möglichkeiten und damit auch das Diskussionspotenzial. Zwar hat das Spiel durch die Menge an Helden und deren Aktionen eine geringere Anfälligkeit für Alpha-Spieler, aber es hätte auch kein Problem gegeben, das Spiel nur für 1-4 Spieler zuzulassen. Der Sweet-Spot dürfte bei 3 Spielern liegen.

Jedoch darf man nicht vergessen, dass sich die Charaktere alle nützlich anfühlen. Im Gegensatz zu Pandemie aber nicht immer nur namenlose Saubermann-Experten sind. Beispielsweise Gollum ist u.a. sehr stark, hat aber auch ein paar Fallstricke, die es zu beachten gilt (um nicht zu Spoilern). Es macht schon Spaß, die Möglichkeiten der verschiedenen Helden zu nutzen und Kombinationen zu finden, die einem das Leben leichter machen.

Dass die Helden im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr nur einen einzigen Nutzen/Usecase haben, sondern diverser eingesetzt werden können, bringt frischen Wind mit. So sind Merry und Pippin sowohl dafür gut, um Ringgeister von Frodo wegzulocken. Sie sind für ihn aber auch essenziell, um durch ihre lockere Art etwas Hoffnung zu schöpfen.

6. Zugänglichkeit

Sicherlich haben das proppenvolle Spielbrett und die thematischen Ortsnamen so ihre Tücken. Vor allem, wenn man nicht „vom Fach“ ist. Da verliert man schneller den roten Faden, als Frodo den Ring aufsetzen kann (was er übrigens tatsächlich im Spiel kann!). Allerdings legt sich das recht schnell. Natürlich hätte das Spiel auch ein größeres Spielfeld und größere Meeple vertragen können, aber so ist es zumindest zu beinahe jedem Tisch kompatibel.

Positiv ist zu nennen, dass das Spiel ebenfalls alles tut, um eine Einstiegshürde möglichst klein zu halten: Übersichtskarten für die Orte, tolle Spielhilfen für die Handlungsoptionen, Abbildungen des Spielmaterials (z.B. Helden-Figuren) neben dem Artwork, um sie besser zuordnen zu können, eine temporäre Ablage für die gezogenen Schattenkarten, um nicht mit deren Anzahl durcheinander zu kommen. Gemessen am Umfang dieses Spiels wurde da schon ein sehr guter Job gemacht.

So ein paar Details fehlen dann aber doch, z.B. was passiert, wenn der Stapel der Gemeinschaftskarten oder der Vorrat an Schattentruppen erschöpft sind – denn dann verliert man nicht einfach wie im normalen Pandemie, sondern muss Frodos Hoffnung pro nicht gezogener Karte/Figur um 1 senken. Das hat zwar fast denselben Effekt wie sofort zu verlieren, kann aber manchmal den so dringend nötigen letzten Spielerzug ermöglichen. Das Spiel ist komplex, aber es macht auch vieles richtig, um den Einstieg zu erleichtern.

7. Spieltiefe

Quasi 2 Spiele in einem – ein Hidden Movement-Spiel gegen die AI und ein taktisches Armeen-Spiel gegen dieselbige? Super! Mir machte es besonders viel Spaß, dass die Helden nun endlich interessanter sind als in den Vorgängern. Das liegt nicht nur daran, dass sie filmische Vorbilder haben, die Kopfkino entstehen lassen. Sondern dass sie mehr sind als „One hit wonders“ mit nur einer einzigen Funktion. Das zwingt mich zum nachdenken.

Zusätzlich kommen die „Wegezoll“-Regeln mit ins Spiel, die mich nicht einfach beliebig über die Karte stolpern lassen. Es gibt wesentlich mehr zu bedenken als in Pandemie, bei einem annähernd ähnlichen Regelkonstrukt. Gefällt mir sehr gut!

8. Spieldauer

Die Quintessenz von Punkt 7 beeinflusst auch Punkt 8: Das Spiel sollte definitiv länger dauern als ein Pandemie und ist wahrscheinlich auch anstrengender zu spielen, weil es mehr zu beachten gibt. Nun soll aber der Großvater nicht immer die Messlatte für den Enkel sein… Wichtig ist, ob das Spiel die gesamte Spieldauer über spannend bleibt. Und das tut es!

Die Fluffigkeit ist dann leider in voller Spielerzahl nicht mehr ganz gegeben, weil die Kooperation dann doch öfter in Diskussionen mündet, statt in Aktionen.

9. Downtime

Eigentlich gibt es keine Downtime bei Pandemie, weil jeder immer und überall mit den anderen Spielenden beratschlagen kann, darf und sollte. Stillere Naturen mögen das vielleicht nicht so, aber das ist eine eher individuelle Geschichte. Eigentlich gibt es immer etwas zu tun oder zu planen, sodass man stetig involviert ist.

10. Preis

Zur Zeit der Erstellung dieses Tests kostete das Spiel rund 69 €. Nicht wenig Geld, liegt aber ungefähr auf dem Niveau der Legacy-Ableger. Es kommt dafür aber mit riesig viel Varianz und tollem Material daher. Und es ist im Gegensatz zu Legacy-Spielen unendlich oft spielbar. Hier fühlt man sich definitiv nicht um sein Geld betrogen.

Ergebnis

Mit 44/50 Punkten erreicht Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft die Bewertung „Ausgezeichnet“!

Dieses Spiel ist von der Webseite Boardgamefan.de ausgezeichnet worden.
Dieses Spiel ist von der Webseite Boardgamefan.de ausgezeichnet worden.

bt277 Road to Essen - Zoch & Noris

21. Oktober 2025 um 12:00

Shownotes
Anton Knittel arbeitet als Redakteur beim Zoch Verlag und stellt Neuheiten aus dem Bereich der Familienspiele vor. Und weil er ein hervorragender Kollege ist, hat er auch eine Neuerscheinung von Noris Spiele für Oli und JäiDie von Alles außer Toplisten im Gepäck.

Datum der Aufnahme: 9. September 2025
Online seit: 21.10.2025 – 12:00

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Der Beeple Talk ist mit allen Episoden unter dem folgenden Link erreichbar. Ziel ist es, Episoden mit wechselnden Themen rund um Brett- und Kartenspiele zu machen. Zum Beeple Talk treffen sich regelmäßig einige Mitglieder von Beeple, dem Brettspiel-Blogger-Netzwerk.
Beeple Talk – Der monatliche Podcast von Beeple – https://www.beeple.de

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Intro/Outro
Epic Song by BoxCat Games

Das Spiel muss aufhören, damit die Auseinandersetzung beginnen kann

19. Oktober 2025 um 16:31
Vor einiger Zeit fragte mich jemand, ob ich wirklich denke, dass Spielende sich nicht kritisch mit den Spielen auseinander setzen, die sie spielen. Also dass sie die Themen nicht hinterfragen oder ihr eigenes Handeln reflektieren. Meine Antwort darauf war ein klares Nein, ich denke nicht, dass das passiert. Dabei halte ich den Spieler*innen nicht zwingend […]

Spots

17. Oktober 2025 um 16:00

Pegasus Spiele, 2024
Autoren: Alex Hague, Jon Perry, Justin Vickers
1–4 Spieler:innen, ab 8 Jahre, 20-30 Minuten

In „Spots“ dreht sich alles um Hunde, Tricks und Würfelglück. Ihr seid Hundetrainer:innen, die versuchen, ihre treuen Vierbeiner zum Spielen zu schicken. Jeder Hund besitzt ein individuelles Fellmuster mit Flecken, auf denen bestimmte Zahlen gewürfelt werden müssen. Nur wer die passenden Würfel platziert, kann den Hund fertigstellen und in Sicherheit bringen. Das klingt simpel, entfaltet aber rasch einen spannenden Wettlauf zwischen Risiko und Vorsicht. Thematisch ist „Spots“ erfrischend anders. Statt Fantasy oder Wirtschaft geht es hier um charmante Hunde, Leckerlis und ein Training voller Spannung. Die liebevolle Gestaltung und das unaufgeregte Thema machen das Spiel sofort sympathisch und sorgen dafür, dass ihr schnell in die Stimmung eintaucht.

Zu Beginn wählt ihr aus einer Vielzahl an Trickkarten eine kleine Auswahl, die den Ablauf der Partie bestimmt. Diese Karten geben euch Aktionen vor, etwa das Würfeln, Nachwürfeln oder das Sammeln von Leckerlis. Anschließend würfelt ihr, um die passenden Zahlen auf den Hundeflecken zu platzieren. Gelingt es euch, alle Flecken eines Hundes zu füllen, schickt ihr ihn zum Spielen und sichert euch so Punkte. Doch jeder Fehlwurf hat Konsequenzen. Würfel, die ihr nicht unterbringen könnt, landen im Garten. Wenn sich dort zu viele Augen summieren, entsteht Unruhe, und alle noch nicht gesicherten Hunde verlieren ihren Fortschritt. Diese ständige Balance zwischen Mut und Vorsicht prägt das Spielerlebnis. Ihr überlegt, ob ihr noch einmal würfeln wollt, um mehr zu schaffen, oder lieber sichert, was ihr habt. Mit 22 möglichen Tricks, von denen in jeder Partie nur sechs ins Spiel kommen, entstehen immer neue Kombinationen. Dadurch bleibt Spots abwechslungsreich und lädt dazu ein, verschiedene Taktiken auszuprobieren. Eine Partie dauert meist etwa 20 bis 30 Minuten und eignet sich gut für Familien, Freundesrunden oder kurze Spielabende.

„Spots“ überzeugt mit einem charmanten Thema und klarer Spielstruktur. Das Zusammenspiel aus Würfelglück, Risiko und taktischem Absichern sorgt für ständige Spannung. Die Freude ist groß, wenn ein Hund endlich fertiggestellt wird, und die Enttäuschung ebenso, wenn ein unruhiger Garten alles zunichtemacht. Dieses emotionale Auf und Ab macht den Reiz des Spiels aus. Gleichzeitig müsst ihr akzeptieren, dass der Zufall eine dominante Rolle spielt. Wer Pech hat, kann wenig ausrichten, selbst wenn die Strategie stimmt. Das ist nicht immer befriedigend, aber es gehört zu dem leichten, spielerischen Charakter, den „Spots“ bewusst pflegt. Das Material ist hochwertig, die Gestaltung farbenfroh und freundlich. Die Holzknochen als Leckerlis, die stabilen Karten und die klaren Symbole sorgen für eine angenehme Haptik und einfache Zugänglichkeit. Das Thema mit den unterschiedlichen Hunden und ihren Tricks ist liebevoll umgesetzt und spricht nicht nur Tierfreund:innen an. „Spots“ ist besonders geeignet, wenn ihr Spiele sucht, die schnell erklärt sind und bei denen Glück und Spannung im Vordergrund stehen. Für Familien mit Kindern ab acht Jahren, Gelegenheitsspieler:innen oder Runden, die gerne lachen und mitfiebern, ist es ein passender Begleiter. Wer allerdings Wert auf langfristige Planung und strategische Kontrolle legt, wird weniger Freude haben. Als kurzweiliges Würfelspiel mit charmantem Thema funktioniert „Spots“ hervorragend und verdient sich einen festen Platz im Regal all jener, die das kleine Chaos am Spieltisch lieben.

Rival Cities – Städteduell im hohen Norden

Rival Cities - Brettspiel Review

Herbstliches Wetter steht uns im Südwesten Deutschlands bevor. Das ist ungefähr so, wie es im hohen Norden Deutschlands das ganze Jahr über ist. Nieselregen, diesiges Wetter und eine steife Brise tragen somit grundlegend zur Spielatmosphäre bei, wenn ihr Rival Cities von Andreas Steding (Deep Print Games) auf den Tisch holt und ein spannendes Städte-Duell zwischen Hamburg und Altona austragt. Ob dabei auch die Sonne hinter den Wolken hervorbricht, erfahrt ihr in unserer Review.

Viel Spaß beim Lesen!

Der Beitrag Rival Cities – Städteduell im hohen Norden erschien zuerst auf Brettspiel Reviews, Empfehlungen und Podcasts von Brettspielerunde.

Messevorschau: Spiel 2025 trifft Politik, Bildung, Religion und Inklusion

13. Oktober 2025 um 17:01
Religion statt Ressourcen, Politik statt Pöppel und Bildung statt Burgen: Spiele sind mehr als nur ein belangloser Zeitvertreib. Das zeigt sich auch auf der Spiel 2025 in Essen. In unserer Messevorschau werfen wir einen Blick auf politische und gesellschaftliche Aspekte von Spielen. Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn ihr euch ausführlicher auf die Messe vorbereiten möchtet, empfehlen wir die offizielle Messeseite sowie die Vorschauen auf BoardGameGeek und der Brettspielbox. Eine Social-Media-Wall rund um die #Spiel25 findet ihr auf zuspieler.de. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Spiel Talks” finden zahlreiche Podiumsdiskussionen und Vorträge statt. In unserer Vorschau erwähnen wir nur einige

Quelle

Piña Coladice

10. Oktober 2025 um 16:00

iello, Asmodee, 2025
Autor: Yann Dupont
2–4 Spieler:innen, ab 7 Jahre, 10 Minuten

Stellt euch vor, ihr sitzt an einem warmen Sommerabend mit Freund:innen auf einer Terrasse, ein kühles Getränk in der Hand, und würfelt um die besten Cocktails. Genau dieses Gefühl fängt „Piña Coladice“ ein. Ihr schlüpft in die Rolle von Barkeeper:innen, die versuchen, die leckersten Drinks zu mixen und dabei möglichst viele Punkte zu sammeln. Das Ziel ist, eigene Cocktailmarker auf Untersetzer zu legen und entweder zuerst vier in einer Reihe zu platzieren oder als Erste:r 20 Punkte zu erreichen. Das Spiel versprüht echtes Urlaubsflair: Die Würfel sehen aus wie kleine Eiswürfel, die Untersetzer erinnern an echte Bierdeckel, und die Cocktailmarker aus Holz wirken liebevoll gestaltet. Schon das Material lädt zum Mitspielen ein und transportiert das sommerliche Thema auf sympathische Weise. Besonders originell ist die Idee, die Untersetzer doppelseitig zu bedrucken, sodass sich mit jeder Partie neue Kombinationen und Herausforderungen ergeben.

Jede:r Spieler:in erhält Cocktailmarker in einer Farbe. In der Tischmitte liegen sechzehn Untersetzer in einem Raster aus vier mal vier Feldern. Jeder Untersetzer zeigt bestimmte Würfelkombinationen und Punktewerte. Wer an der Reihe ist, würfelt mit fünf Würfeln bis zu dreimal. Nach jedem Wurf darf man entscheiden, welche Würfel man behält und welche man erneut werfen möchte. Gelingt es, eine Kombination zu erzielen, die einem freien Untersetzer entspricht, darf dort ein eigener Marker platziert werden. Liegt dieser neben bereits eigenen Markern, gibt es Bonuspunkte für die Verbindung. Kann oder möchte man keinen Marker legen, wird einfach weitergegeben. Das Spiel endet, wenn jemand vier eigene Marker in einer Reihe hat oder 20 Punkte erreicht sind. In der Variante „Happy Hour“ kommt zusätzliche Spannung ins Spiel, da gescheiterte Versuche mit Sonderaktionen belohnt werden, die das Geschehen unvorhersehbarer machen. So entsteht ein flottes, leicht taktisches und zugleich sehr glücksabhängiges Spielgefühl, das stark an Klassiker wie Kniffel erinnert, aber mit neuem thematischen Charme überzeugt.

„Piña Coladice“ lebt von seiner Leichtigkeit und der stimmungsvollen Gestaltung. Die Materialien sind hochwertig, die Farben leuchten, und das Design sorgt sofort für gute Laune. Die Regeln sind klar, der Einstieg gelingt in wenigen Minuten, und schon nach der ersten Runde entsteht ein flüssiger Spielrhythmus. Besonders in geselliger Runde entfaltet das Spiel seine Stärke, denn es bleibt stets spannend, wer die nächste passende Kombination trifft. Die Glückskomponente ist allerdings deutlich spürbar. Oft entscheidet der Würfelwurf mehr als die eigene Planung. Für manche ist genau das der Reiz, für andere kann es frustrierend wirken, wenn taktische Überlegungen keine große Rolle spielen. Dafür punkten das Tempo, die kurze Spieldauer und die Möglichkeit, mehrere Runden hintereinander zu spielen. Die „Happy Hour“-Variante sorgt für zusätzliche Abwechslung, wenn ihr es etwas wilder mögt.
Das Material ist stabil und durchdacht. Die Untersetzer bestehen aus fester Pappe, die Marker aus lackiertem Holz, und die Würfel liegen angenehm in der Hand. Das Spiel ist langlebig und optisch ansprechend, was den Wiederspielreiz erhöht. Besonders gut eignet sich „Piña Coladice“ für Familien, Gelegenheitsspieler:innen und alle, die schnelle, unkomplizierte Spiele mögen. Wer jedoch mehr strategische Tiefe sucht oder sich an Zufall stört, wird hier weniger glücklich
„Piña Coladice“ ist ein charmantes, sommerlich leichtes Würfelspiel, das Spaß macht, ohne zu überfordern. Es verbindet bekannte Mechanismen mit einer frischen, humorvollen Präsentation und eignet sich perfekt für gesellige Abende. Kein strategischer Meilenstein, aber ein rundes, sympathisches Spiel, das einfach gute Laune verbreitet.

Jugend gegen Extremismus: Demokratie als Schachspiel

07. Oktober 2025 um 20:44
„Demokratie ist wie ein Schachspiel“, schreibt Florian Staff im Buch #FürDemokratieGegenExtremismus. In seinem Beitrag erklärt er, warum Regeln der Demokratie nur dann Bestand haben, wenn alle Figuren zusammenspielen. Wir veröffentlichen seinen Text als Gastbeitrag. #FürDemokratieGegenExtremismusDas Buch #FürDemokratieGegenExtremismus ist das Ergebnis eines Schulprojektes am Friedrich-Engels-Gymnasiums Senftenberg in Brandenburg. Es führt in eine vielschichtige Auseinandersetzung mit den Gefahren für unsere freiheitliche Gesellschaft. Die Schülerinnen und Schüler beleuchten Themen wie Extremismus, Populismus, Fake News, Antisemitismus und Rassismus – teils aus persönlicher Erfahrung, teils mit analytischem Blick. Sie zeigen, wie Gefahren von rechts und links den sozialen Zusammenhalt bedrohen, aber auch, wie Widerstand und

Quelle

Thema und Setting (und Greenwashing)

05. Oktober 2025 um 15:50
Nehmen wir einmal an, in Essen käme ein Spiel namens “Punchline” heraus (das englische Wort für “Pointe”). In dem Spiel schlüpft man in die Rolle eines Comedians und muss Witze schreiben, Termine buchen, auf Tour gehen, Werbung machen etc. Es handelt sich um ein knallhartes Wirtschaftsspiel und wurde sehr ausführlich recherchiert, alles macht einen realistischen […]

SPIEL Essen 2025 | Vier Tage voller Spiele

03. Oktober 2025 um 19:26

Packt die Rucksäcke und macht Platz im Kalender: Vom 23. bis 26. Oktober verwandelt sich Essen wieder in das Zentrum der Brettspielwelt. Über 200.000 Besucher:innen aus aller Welt werden erwartet, wenn sich die Tore zur SPIEL 2025 öffnen. Ob ihr zum ersten Mal dabei seid oder längst zur Stammkundschaft gehört, dieses Jahr verspricht einige spannende Neuerungen und jede Menge Spielstoff.

Noch größer, noch bunter, noch mehr Platz

Fast 890 Aussteller aus 51 Ländern reisen ins Ruhrgebiet, um ihre Neuheiten zu präsentieren. Damit ihr euch nicht durch zu enge Gänge schieben müsst, erweitert die Messe ihre Fläche: Erstmals wird auch Halle 7 bespielt. Insgesamt warten damit 77.500 Quadratmeter voller Spiele auf euch. Ein neuer Rekord. Die Hallen sind thematisch gegliedert, sodass ihr euch schnell zurechtfindet. Von Familienspielen in den Hallen 5 bis 7 über Kennerspiele in Halle 3 bis hin zu Miniaturen, Rollenspielen und Sammelkarten in Halle 1: Hier gibt es für jeden Geschmack das richtige Spielfeld.

Die neue Bühne | Programm zum Zuschauen und Mitmachen

Eine echte Premiere feiert in diesem Jahr die große Bühne in Halle 4. Auf rund 1.000 Quadratmetern erwarten euch Panels, Vorträge, Shows und Diskussionen und das ohne Anmeldung oder Zusatzkosten. Der Educators Day findet dort ebenso statt wie eine Cosplay-Show und eine Live-Performance des US-Kanals „The Dice Tower“. Auch die Preisverleihung des renommierten „Golden Demon“, bei dem über 1.000 aufwendig bemalte Miniaturen um Ruhm und das legendäre Slayer Sword konkurrieren, wird erstmals auf dieser Bühne zelebriert.

Weltrekord mit Catan

Wenn ihr Teil von etwas ganz Großem sein wollt, solltet ihr den Freitagabend im Blick haben. Kosmos lädt in die benachbarte Grugahalle ein, wo der Versuch gestartet wird, das größte Catan-Spiel aller Zeiten auf die Beine zu stellen. Über 1.200 Menschen sollen gleichzeitig siedeln. Kommentiert wird das Spektakel von Smudo von den Fantastischen Vier, begleitet von den Köpfen hinter dem Spiel. Für alle, die mitspielen wollen, gibt es ein spezielles Add-On im Ticketshop.

Botschafterin mit Herz für die Szene

Nach „Alea“ von „Saltatio Mortis“ im vergangenen Jahr übernimmt diesmal „Mháire Stritter“, bekannt von „Orkenspalter TV“, die Rolle der Botschafterin der SPIEL. Als leidenschaftliche Rollenspielerin und Cosplayerin bringt sie eine enge Verbindung zur Community mit und freut sich darauf, ihre Begeisterung für Spiele mit euch zu teilen.

Tickets und praktische Hinweise

Der Run auf Tickets ist groß. Schon im Sommer waren die ersten Tage zur Hälfte ausverkauft. Achtet also darauf, euch rechtzeitig euer Online-Ticket zu sichern. Vor Ort gibt es keine Kassen mehr. Erwachsene zahlen 23,50 Euro pro Tag, ermäßigte Tickets sind für 20,50 Euro erhältlich, Kinder von 4 bis 12 Jahren kommen für 15 Euro rein. Familien und Fachbesucher:innen profitieren von speziellen Angeboten. Wer Lust auf Extras wie die Lootbag mit exklusivem Spiel oder die Teilnahme am Catan-Event hat, kann diese direkt beim Kauf hinzubuchen.

Die Messe öffnet Donnerstag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr, am Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Wenn ihr eure Planung digital im Griff haben wollt, lohnt sich ein Blick in die kostenlose SPIEL-App. Sie enthält Neuheitenlisten, Hallenpläne, Filterfunktionen und dieses Jahr sogar eine Priorisierung für eure Wunschspiele.

Fazit

Die SPIEL Essen 2025 zeigt, warum sie weltweit als Mekka für Brettspielfans gilt. Mehr Fläche, eine neue Bühne, ein Weltrekordversuch und die Rückkehr legendärer Wettbewerbe wie dem „Golden Demon“ machen die Messe noch abwechslungsreicher. Vor allem aber geht es darum, gemeinsam zu spielen, Neues zu entdecken und die Leidenschaft für Spiele zu teilen.

Also: Packt die Würfel ein, ladet die App herunter und freut euch auf vier Tage voller Begegnungen, Überraschungen und unvergesslicher Spielerlebnisse in Essen. Wir sehen uns zwischen Halle 1 und 7.

Taco Loco

03. Oktober 2025 um 16:00

Helvetiq, 2025
Autor: Treo Game Designers
2–5 Spieler:innen, ab 7 Jahre, 15 Minuten

Bei „Taco Loco“ dreht sich alles um einen wilden Taco-Wettstreit. Stellt euch vor, ihr sitzt an einem langen Tisch voller Zutaten, und jede Karte, die ihr spielt, würzt euren eigenen Taco. Doch Vorsicht: Ein echter Taco darf nicht überladen sein. Genau darum geht es in diesem kleinen Kartenspiel. Ihr versucht, Zutaten so zu kombinieren, dass der Wert eures Stapels exakt bei elf liegt. Klingt simpel, aber genau darin steckt die Würze. Denn wer übertreibt, muss den ganzen Stapel selbst schlucken. Das Thema ist herrlich leichtfüßig, ein Stück kulinarischer Spaß am Spieltisch. Es ist kein episches Abenteuer, sondern ein kurzer Ausflug in eine bunte Taco-Welt, die sofort ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Gerade in Zeiten, in denen viele Spiele ernst und komplex daherkommen, wirkt dieser Ansatz erfrischend verspielt.

Jede Person startet mit drei Handkarten, die Zutaten oder Spezialeffekte zeigen. Zutatenkarten tragen Zahlenwerte, die den aktuellen Taco-Stapel wachsen lassen. Spezialkarten bringen überraschende Wendungen, sie setzen den Stapel etwa direkt auf null oder schieben ihn sofort auf elf. Ziel ist es, den eigenen Stapel so zu steuern, dass er genau die Summe elf erreicht. Gelingt das, darf man den Stapel bei jemand anderem ablegen. Wer jedoch über das Limit hinausgeht, muss den ganzen Stapel selbst nehmen. Reihum wird gespielt, Karte für Karte, stets gefolgt von einem Nachziehen. Eine Partie dauert kaum länger als fünfzehn Minuten und bleibt damit immer knackig. Das Spielgefühl ist geprägt von Spannung und Lachen. Ihr schwankt zwischen dem Mut, eine riskante Karte zu legen, und der Vorsicht, keine Kartenbombe zu kassieren. Der Ablauf ist dabei so eingängig, dass selbst Kinder nach kurzer Erklärung sofort mitmischen können. Und weil jede Runde neue Karten bringt, bleibt das Spiel unberechenbar und lebendig.

„Taco Loco“ überzeugt vor allem durch seine Einfachheit und seine Spielfreude. Das Regelwerk ist in wenigen Minuten verstanden, die Einstiegshürde praktisch nicht vorhanden. Genau deshalb eignet es sich hervorragend als Aufwärmer oder Absacker. Besonders gelungen ist die Mischung aus Glück und kleinen taktischen Entscheidungen. Wann lohnt es sich, eine Spezialkarte einzusetzen? Wann geht ihr bewusst das Risiko ein, um den Taco-Stapel loszuwerden? Solche Momente sorgen für lebendige Tischrunden. Die Materialqualität ist ordentlich, die Karten sind stabil und mit farbenfrohen Illustrationen versehen, die das mexikanische Flair freundlich unterstreichen. Kein Luxusprodukt, aber absolut zweckmäßig und langlebig. Kritik verdient allenfalls die hohe Glückslastigkeit, die in manchen Runden für Frust sorgen kann, wenn man wiederholt Pech zieht. Für Vielspieler:innen, die tiefe Strategien erwarten, wird es sicher zu leichtgewichtig sein. Doch für Familien, Gelegenheitsspieler:innen und gesellige Abende ist es genau richtig. Mein Fazit: Taco Loco ist kein Gourmetmenü, sondern ein Snack. Aber was für einer. Schnell, würzig und mit einem guten Schuss Spaß.

(Neu) Gespielte Spiele im September 2025

03. Oktober 2025 um 07:30

Die Spielemesse in Essen SPIEL'25 rückt immer näher. Ende des Oktobers ist es endlich soweit. Via BGG-Previewliste bereite ich mich auf den Besuch vor, denn bei über 1200 ausgestellten Spielen möchte mir gezielt heraussuchen, was ich mir anschaue. Auf meiner Interessenliste stehen viel zu viele Titel für zwei Tage Besuch. Da freue ich mich über jedes Spiel, welches ich vorab online testen kann, um mir die Zeit auf der Messe zu sparen. Und davon gab es dieses Monat einige: „Exhibition: 20th Century“, „Kokeshi“, „Die Kathedralenbauer von Orléans“, „Orapa Mine“, „Arigatō“, „Mischwald: Dartmoor“, „Draft & Write Records“ und „Galactic Cruise“. Real wurde nur Bekanntes gespielt.

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Eindrücke vom Stadt-Land-Spielt 2025

03. Oktober 2025 um 07:19

Am 20. und 21.09.2025 war Stadt-Land-Spielt in ganz Deutschland. Zahlreiche Städte und Spielvereine haben teilgenommen. Ich habe den FsF e.V. in Böblingen unterstützt, die am Samstag in einem Mehrzweckgebäude Spiele für interessierte Mitspieler anboten. Seitens Stadt-Land-Spielt gab es mehrere Spielepakete mit teils neuen Spielen, die zum Vorstellen der Besucher gedacht waren. Bei uns lag das Paket „Strategie & Glück: für die ganze Familie von 5 bis 99 J.“ (laut Webseite) vor.

Wir öffneten um 14 Uhr und der Andrang war sehr übersichtlich. Bis 18 Uhr hatten wir nur circa vier Familien zu Besuch, eine davon sogar von einem Mitglied des Vereins. Die neuen Besucher waren Personen, die das Vereinsplakat beim Vorbeigehen gesehen hatten und sich dafür interessierten. Aber auch wenn es nicht viele waren, hat mir das Erklären von Spielen für andere wieder sehr viel Spaß gemacht. Ich freue mich daher jetzt schon auf die Stuttgarter Spielemesse im November.

Den zugeschickten Spielen lagen auch noch zwei Challenges bei. Zum einen gab es eine „Dorfromantik“-Challenge, bei der man sich per Draft Plättchen wählte und dann daraus jeder für sich ein Dorf zauberte. Und die Person mit der höchsten Punktezahl gewinnt einen Preis. Da ich „Dorfromantik“ okay, aber nicht umwerfend finde, habe ich dabei nicht mitgemacht. Daneben gab es noch die Spiele-Rally, bei der die Veranstalter interessierten Personen drei zugeschickte Spiele erklären, sie diese spielen und sich dann für eine Verlosung eintragen können. Immerhin sieben Loszettel hatten wir am Ende in der Box, unter denen ich zwei Spiele verlosen konnte.

Und natürlich habe ich einige neue Spiele (unter anderem die aus der Box und einige Kinderspiele) kennengelernt. Darunter „Pictoo“, „Quando“, „Alle gegen Rudi“, „Dschungelgedrängel“, „Hitster: Celebration“ und „Voll verschätzt“.

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Five Tribes - Die Dschinn von Naqala

02. Oktober 2025 um 16:18

Verlag: Days Of Wonder / Asmodee

Autor: Bruno Cathala

Spieleranzahl: 2 - 4

Alter: ab 13 Jahren

Spieldauer: 40 - 80 Minuten

 

 

Einleitung:

 

In Five Tribes wetteifern 2-4 Spieler um Macht und Einfluss im Sultanat Naqala. Dazu lenken sie mit geschickter Hand fünf Sippen und beschwören alte Dschinn. Wer koordiniert seine Aktionen am besten, um am Ende der Partie mit den meisten Siegpunkten als Gewinner des Spiels hervorzugehen?

 

Ablauf:

 

Zu Beginn einer Partie werden die 30 Plättchen in einem zufällig angeordneten 5 x 6 Raster ausgelegt. Anschließend werden jeweils drei Figuren aus dem beiliegenden Beutel gezogen und auf ein Plättchen gestellt. Nachdem die 90 Figuren (=Meeples) auf den Plättchen untergebracht wurden, werden die weiteren Spielutensilien bereitgelegt und jeder Spieler erhält 50 Gold sowie acht Kamele seiner Farbe. Die Spieler-Zuganzeiger werden zufällig auf die Bietreihenfolge-Leiste gestellt.

 

Bei Spielbeginn und am Anfang jeder neuen Runde bieten die Spieler gemäß ihrer Position auf der Bietreihenfolge-Leiste um eine Position auf der Zugreihenfolge-Leiste und bezahlen den entsprechenden Betrag. Der dadurch ermittelte Startspieler wählt nun ein Plättchen, auf dem sich noch mindestens eine Figur befindet. Er nimmt alle Meeples in die Hand und setzt sie in beliebiger Reihenfolge auf benachbarte Plättchen. Die letzte Figur muss auf ein Feld gesetzt werden, auf dem mindestens eine Figur der gleichen Farbe steht. Am Ende der Bewegung nimmt der Spieler den zuletzt gesetzten Meeple zusammen mit allen anderen gleichfarbigen Figuren (auf diesem Plättchen) auf die Hand. Werden dadurch alle Figuren vom Plättchen genommen (weil alle Meeples gleichfarbig sind), nimmt der Spieler dieses Plättchen in Besitz. Zur Kennzeichnung der Inbesitznahme stellt er eines seiner Kamele auf das Feld.

 

Nun folgt die Aktion der Sippe. Gemäß der Farbe der genommenen Meeples darf der Spieler jetzt eine Aktion ausführen, z.B. werden grüne Figuren gegen ausliegende Rohstoffkarten eingetauscht oder weiße Meeples können für Dschinnbeschwörungen eingesetzt werden etc. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Farben, die allesamt unterschiedliche Vorteile bringen. Nach den Aktionen der Sippe folgen die Aktionen der Plättchen. Je nach Art des Zielfelds darf der aktive Spieler beispielsweise Rohstoffkarten für Gold kaufen, eine Palme auf das Plättchen stellen usw. Auch hinsichtlich der Ortsplättchen gibt es fünf Feldtypen mit andersgearteten Aktionsmöglichkeiten.

 

Nachdem ein Spieler all seine Aktionen ausgeführt hat, darf er noch beliebig viele Güter verkaufen. Je mehr unterschiedliche Rohstoffkarten er als Set abgibt, desto mehr Gold erhält er. Sobald alle Spieler dran waren und ihren Zug beendet haben, beginnt die nächste Runde nach dem gleichen Schema wie gerade beschrieben. Das Spiel endet, sobald ein Spieler sein letztes Kamel auf ein Plättchen gesetzt hat oder keine zulässige Meeple-Bewegung mehr möglich ist. Nun folgt die Schlusswertung gemäß den beiliegenden Wertungsblättern. Grundsätzlich gilt, dass Gold 1:1 in Siegpunkte umgerechnet wird. Weiterhin gibt es beispielsweise Siegpunkte für Mehrheiten an Wesiren (gelbe Figuren), die Siegpunkte der eigenen Dschinn, fünf Siegpunkte für jeden Palast auf eigenen Plättchen uvm. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat dann gewonnen.

 

Meinung:

 

Endlich erfährt dieses Kleinjuwel eine hochverdiente Wiederveröffentlichung. Denn bei Five Tribes handelt es sich um ein Re-Release eines Spiels aus dem Jahre 2014. Bereits damals war Five Tribes ein Liebling der Vielspieler und das völlig zu Recht, denn das Spiel ist einfach großartig.

 

Das Spielprinzip ist quasi ein Worker-Displacement, denn Aktionen werden beim Wegnehmen der Figuren aktiviert. Dieses Prinzip gibt es zwar schon (z.B. bei Tzolk´in), aber in dieser Form ist Five Tribes dennoch ein origineller und innovativer Spielmechanismus zu bescheinigen. Denn schließlich ist es nicht nur mit dem Wegnehmen der Figuren des Zielfelds getan. Das wäre ja einfach. Vielmehr muss der aktive Spieler höllisch genau darauf achten, welche Figuren er auf welchem Plättchen abstellt. Denn mit einem „dummen“ Zug kann es leicht passieren, dass der nachfolgende Mitspieler von einem neu bestückten Feld massiv profitiert. Tipp: immer schön aufpassen, dass nicht zu viele gleichfarbige Meeples auf einem Plättchen stehen.

 

Da eigentlich jede Aktion irgendwie Siegpunkte oder Vorteile mit sich bringt, gilt es gut durchzurechnen, welche Aktion die meisten Punkte einbringt. Und das kann die kleinen grauen Zellen unter Umständen extrem fordern. Besonders, wenn dabei die entstehenden Vorteile für die Mitspieler einkalkuliert werden. Genau das macht Five Tribes so interessant, aber sofern Hardcore-Grübler am Tisch sitzen, kann das Überlegen/Durchrechnen auch seine Zeit dauern. Persönliche Empfehlung: Leute, nehmt das Ganze doch nicht zu ernst. Es ist ein Spiel, und bei einem Spiel geht es in erster Linie um Spaß. Zumindest sollte das so sein, grins. Also spielt ein bisschen aus dem Bauch heraus, was natürlich nicht heißt, dass Ihr nicht überlegen sollt. Das gehört bei Five Tribes zwingend dazu, und damit kommen wir auch zum potentiellen Klientel des Spiels.

 

Five Tribes kann sowohl von Vielspielern als auch von ambitionierten Gelegenheitsspielern und Familien gespielt werden. Die beiden zuletzt genannten Spielertypen dürften vermutlich eher locker-flockig drauflos spielen, während die erfahrenen Strategen/Taktiker wahrscheinlich mehr an ihren Zügen tüfteln. Spaß macht beides! Sogar einen Heidenspaß, und durchweg alle Spieler in den Testrunden waren von Five Tribes ziemlich begeistert. Neben dem Spielspaß liegt dies auch an der schönen Aufmachung/Illustration, die das Auge erfreut und mit guter Materialqualität ausgestattet ist. Auch die Spielanleitung ist äußerst gelungen und lässt keine Fragen offen.

 

Five Tribes - Die Dschinn von Naqala hat übrigens keinerlei Veränderungen gegenüber 2014 erhalten. Das ist einerseits verständlich, weil das Spiel absolut flüssig und rund ist. Andererseits hat sich in den letzten Jahren nun mal ein Trend zum Solomodus eingeschlichen. Einen solchen Modus hätte man vielleicht noch entwickeln können, aber sei´s drum … das ist Jammern auf höchstem Niveau und schmälert in keiner Weise den tollen Spaß, den Five Tribes seinen Spielern bietet.

 

Fazit:

 

Five Tribes war 2014 ein super Spiel, und genau das ist es auch immer noch. Eine Altersermüdung sucht man hier vergebens. Trotz leichter Zugänglichkeit bietet die Veröffentlichung Tiefe und Spielspaß, und damit versteht sich eine Weiterempfehlung natürlich von selbst.

Galileo Galilei von Frosted Games – Ersteindruck

Von: Dimi
01. Oktober 2025 um 16:00

Bei Galileo Galilei sind wir Astronomen und machen bemerkenswerte Beobachtungen der Himmelskörper mit den Teleskopen, den Galilei zwar nicht erfunden hat, aber mit großem Erfolg nachgebaut und für solche astronomische Zwecke genutzt hat. (Quelle: Max-Planck-Gesellschaft)

Cover: Galileo Galilei / Foto: Frosted Games

Mit dem eigenen Tableau und dem Teleskop, lassen sich Aktionen ausführen, in dem du den Teleskop 1-3 Felder bewegst. Mit den Aktionen kannst du Planeten oder Sternkonstellationen beobachten, Kometen ins Spiel bringen um Vergünstigungen zu erlangen oder einfach deine Aktionsplättchen upgraden. Die oberen Aktionen von deinem Tableau sind immer fix, die unteren Aktionsplättchen nicht. Das Aktionsplättchen wandert nach deinem Zug nach unten und alle oder einige Aktionsplättchen verschieben sich. Sodass die Aktionen sich ein wenig für die darauffolgenden Züge ändern. Spannend! Da musst du gut vorausplanen, welche Aktionen du danach machen möchtest. Dieses Element im Spiel ist reizend und macht Spaß.

Das Tableau ist sehr schön gestaltet und der Teleskop ist immer im Fokus

Die Interaktion hält sich in Grenzen, da jeder für sich die Beobachtungen durchführt. Lediglich Karten wegschnappen und gewisse Ziele im Spiel versuchen ein wenig Interaktion ins Spiel zu bringen. 

Die Beobachtungen machst du mit farbigen Würfel (1-6) hier Lichtwürfel. Sternkonstellationen lassen sich mit einem Lichtwürfel (gelb, rot oder blau) beobachten, um größere Himmelskörper zu beobachten, müssen mindestens 2 Lichtwürfel kombiniert werden um daraus die geforderte Farbe (orange, lila, grün) abzubilden.

3 Sternkonstellationen kannst du bei Libra beobachten. 2 davon sind noch nicht belegt

Die Himmelskörper-Karte bekommst du nur, wenn du den Himmelskörper beobachtest. Bei beiden machst du gut Punkte und durch die Karten, die du dann in deine Bibliothek (oben rechts an deinem Tableau) legst, kannst du mit den Büchern auf die Buchrücken voranschreiten und die Boni erhalten.

Bei den Multiplikatoren in der Universität, kannst du auf bestimmte Sachen gehen, Sterne oder upgrades der Aktionsplättchen, um massig Punkte am Ende zu bekommen. Zwischenziele im Spiel, oberhalb der Uni, geben ebenfalls 3-7 Punkte. Durch Abgabe von Winkel, die du während des Spiels erhältst, kannst du viele Feinheiten anpassen, wie die Lichtwürfelfarbe ändern, Buchschritte erhalten oder die Inquisitoren bewegen.

Mit der Uni gibst du als Wissenschaftler deine Erkenntnisse, die du gewonnen hast, weiter. Bedeutet Siegpunkte zum Schluss

Inquisitoren? Oh ja, die machen das Spiel so ziemlich Böse. Ähnlich zu verstehen, wie die Mangelernährung von Agricola. Die Inquisitoren in deinem Observatoriumskeller sind dir zwar nicht gerade willkommen, können aber durchaus Teil deiner Strategie sein. Thematisch geht es darum, dass du versuchst, die Inquisitoren von deiner Rechtschaffenheit zu überzeugen. Gelingt dir das nicht, werden ihre Befragungen deinem Ruf schaden, was sich am Spielende in massiven Minuspunkten niederschlägt. Um sie zu überzeugen, musst du die Inquisitoren Stück für Stück weiter nach rechts in deinem Keller verschieben. Dein aktueller Ruf wird auf der Rufleiste des Spielplans angezeigt und bestimmt, wie viele Plus- oder Minuspunkte du am Spielende erhältst.

Durch die Aktion Sternkonstellation beobachten, bekommst neben Siegpunkte auch die dazugehörige Boni

Das Spiel endet, wenn eine bestimmte Anzahl an Himmelskörper-Karten aufgedeckt wurden (Spielerabhängig) und wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt die Partie Galileo Galilei.

Ich hatte definitiv meinen Spaß mit dem Spiel. Das Thema spricht mich sehr an, und die Umsetzung ist wirklich gelungen. Es handelt sich um ein Kennerspiel, das zu dritt in etwa 60 bis 75 Minuten gespielt ist und in dieser Zeit erlebt man eine richtig gute, unterhaltsame Partie. 

Ich bin vom Autor Thomas Holek begeistert, was für ein Output er letztes Jahr hatte mit SETI, Tee Garden und Galileo Galilei. Und dieses Jahr auf der SPIEL knüpft er da genau an, mit AQUARIA von Delicius Games in deutsch von Skellig Games und Froschreich von Pink Troubadour in deutsch von MM Spiele. Bin da sehr gespannt drauf. Aber vorher sollte ich auch mal Tea Garden endlich mal spielen.

Ersteindruck von Dimitrios Barbas

Verlag: Frosted Games
Autor: Thomas Holek
Illustration: Michal Peichl
Erscheinungsjahr: 2024
Spieleranzahl: 1-4 Personen
Alter: ab 12 Jahren
Dauer:  60 Minuten

Der Beitrag Galileo Galilei von Frosted Games – Ersteindruck erschien zuerst auf BOARD GAME GREEK.

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