Lese-Ansicht

Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit

Wiedergeburt. So lautet die Übersetzung des englischen Titels. Wir wachen beim taktischen Legespiel „Rebirth“ auf in einer Zeit nach der Apokalypse. In einem Solarpunk-Zeitalter. Das Cover vermittelt einen ersten Eindruck: Mittelalterliche Burgen beherbergen große Gewächshäuser, in den weiten Ebenen drehen sich die Rotoren von Windkraftanlagen, ein Segel bewegt ein Lastenfahrrad. So stellt sich laut Untertitel also der Aufbruch in eine neue Welt dar.

Rebirth

Mir gefällt die thematische Einordnung. Die saftigen Grüntöne der weiten Naturlandschaften schaffen eine Wohlfühlatmosphäre. Eine Stimmung, die auch der doppelseitige Spielplan widerspiegelt. Auf der Einsteigerseite findet sich eine Karte Schottlands, auf der Seite für Kennerspieler geht es nach Irland. Die Grundregeln sind in beiden Varianten gleich, doch im Anspruch unterscheiden sie sich ein wenig. In Summe liegt mit „Rebirth“ ein weit überdurchschnittlicher Titel vor, der das Potenzial für eine neue Spielefamilie hat.

Den zentrale Mechanismus von „Rebirth“

Zentraler Mechanismus ist das Einsetzen von Plättchen. Und dieser ist so schlicht, dass er schlichter kaum sein könnte. Und doch entfaltet sich daraus bei „Rebirth“ eine herausfordernde Aufgabe. Ich ziehe eines meiner verdeckten Plättchen und platziere es auf einem der noch freien Sechsecke auf dem Plan. Viele Felder geben vor, welches der drei möglichen Symbole das Plättchen haben darf. Erhalte ich direkt Punkte, trage ich sie auf der Punkteleiste ab. Fertig. Nächster.

Rebirth

Plättchen mit Symbolen für Nahrung- bzw. Energieanlagen funktionieren nach identischem Muster. Platziere ich ein solches Plättchen, erhalte ich sofort Punkte in Höhe der Zahl der nun in dieser Gruppe zusammenhängender gleicher Plättchen. Erst eins, dann zwei, dann drei. Sollte ich am Ende beispielsweise alle zwölf Energieanlagen in einer Gruppe gebündelt haben, wären das in Summe 78 Punkte. Werden alle einzeln gelegt, macht das nur 12 Zähler. Eine Herausforderung liegt folglich darin, sowohl die eigene Ausbreitung zu optimieren als auch die der Konkurrenz auszubremsen.

In „Rebirth“-Siedlungen geht es um Mehrheiten

Und dann gibt es noch Plättchen mit Haussymbolen, die nur in Siedlungsgebieten platziert werden dürfen. Diese bestehen aus bis zu vier Feldern. Ist ein Gebiet gefüllt, folgt die Wertung nach einem Mehrheitsprinzip. Dabei werden nicht die Plättchen gezählt, sondern die Häuser darauf; bis zu vier sind auf einem Token. In welche Siedlung kann ich mich noch reinzecken, in welche sollte ich mich aus taktischen Gründen bewegen?

Rebirth

Klar, bei „Rebirth“ wirkt es so, als hingen meine Entwicklungsmöglichen vor allem vom Zufall ab. Wann ziehe ich welches Plättchen? Doch die taktische Tiefe ergibt sich daraus, mir für jede Art von Token Optionen offen zu lassen. Und hier sind nun auch die Kathedralen- und Burgenfelder zu nennen, die es auf der Schottlandseite gibt.

Persönliche Aufgaben bei „Rebirth“

Sobald ich erstmals ein Plättchen angrenzend an eine der acht Kathedralen lege, ziehe ich jeweils eine der leider nicht durchgängig glasklar formulierten Aufgabenkarten. Bis zu fünf Punkte erhalte ich, wenn ich am Ende beispielsweise die meisten Plättchen um die Burg Edinburgh oder an der Grenze zu England vorweisen kann. Je früher ich die Karten ergattere, umso mehr Zeit bleibt natürlich, sich um die Anforderungen zu kümmern. Wer erst spät ziehen darf, kann Glück oder Pech haben. Schicksal? Nur bedingt, denn ich entscheide ja, ob ich angrenzend legen möchte – oder eben nicht.

Rebirth

Wichtiger sind die Rangeleien um Mehrheiten an Burgen. Für jede Festung erhalte ich am Ende fünf Punkte, wenn ich die meisten angrenzenden Plättchen habe. In Anlehnung an die Formulierung vom Sechs-Punkte-Spiel im Fußball kann man hier also von Zehn-Punkte-Burgen sprechen. Für Gleichstände gibt es übrigens eine gute Lösung, die im ersten Schritt die Siedlungsplättchen ausklammert und im zweiten dann die Person bevorteilt, die früher da war. Wer sich früh müht, wird belohnt. Das empfinde ich als gerecht.

Wie spielt sich „Rebirth“?

Mehrheitswertungen, Flächen zusammenhängender Plättchen vergrößern, Aufgaben erledigen – es gibt also viele Möglichkeiten, um zu punkten. Viele Entwicklungsmöglichkeiten, die ich wahrnehmen möchte. Aber natürlich lässt sich nicht alles verwirklichen. Die Vielzahl der Optionen, die es vor allem zu Beginn gibt, fordern mir ab, Schwerpunkte zu setzen und eine Taktik zu verfolgen, mit der ich situativ auf die Zufälligkeiten beim Aufdecken der Plättchen und die Aktion der Konkurrenz reagieren kann.

Rebirth

Ich mag zaudern, weil andere vielleicht häufiger die Plättchen in der gewünschten Reihenfolge aufdecken. Doch klar ist: Allen steht die gleiche Grundmenge zur Verfügung. Und die Ungewissheit, welche Symbole als nächstes gezogen werden, steigert durchaus die Spannung in „Rebirth“. Dass nicht nur Glück entscheidend ist, zeigt die ansteigende Lernkurve. Agieren alle auf einem vergleichbaren Level, erlebe ich fesselnde Partien. Und zwar in der Regel ohne lange Wartezeit, weil ich mir schon am Ende meines Zuges das nächste Plättchen ansehen darf – und die Planung beginnen kann.

Irland-Variante auf Kennerspiel-Niveau

Wer noch mehr direkten Wettkampf mag, dreht den Spielplan auf die Irlandseite. Statt persönlicher Aufträge gibt es hier nun Aufgaben, die für alle gelten. Wer eine davon früher als die anderen erfüllt, erhält mehr Punkte. Und statt der Kathedralen gibt es nun Rundtürme, an denen unterschiedliche Belohnungen warten. Wegen der offenen Konfrontation ist die Irland-Variante durchaus etwas anspruchsvoller; sie erreicht Kennerspiel-Niveau.

Allein die beiden Varianten Schottland und Irland offenbaren bereits das große Potenzial, das in Reiner Knizias neuer Mechanik schlummert. Das Plättchenlegen als zugrunde liegender Kern stellt sich als so elementar dar wie etwa die Mechanik bei „Carcassonne“. Zugleich braucht es nicht viel Fantasie, Knizia die Entwicklung weiterer Länderpläne mit leicht modifizierten Regeln zuzutrauen. Wie erfolgreich das sein kann, hat „Zug um Zug“ vorgemacht.

Rebirth

Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit | Frosted Games, Mighty Boards | Reiner Knizia | 2 bis 4 Personen | ab 8 Jahren | 30 bis 60 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)

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THE DARK QUARTER

New Orleans, Anfang der 1980er. Als neuer Agent der Beaumont-Agency setze ich meine Füße in eine Stadt, die von Hexerei und Wahnsinn geprägt ist. Auf dem Cover der Schachtel erinnerte mich Winter Mullins frappierend an den „Dude“ aus THE BIG LEBOWSKI; ein optisches Versprechen, dem ich bereitwillig in dieses narrative Abenteuer folgte.

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Wer? Wann? Wo? Ein Logiktrip ins Inka-Reich

Lesezeit: 4 Minuten

Auch bei den Inkas (nein, nicht Inka Brand!) wurde anscheinend ordentlich geknobelt. Kronologic – Cuzco 1450 aus dem Hause Pegasus Spiele schickt uns ins historische Hochland der Inka – und direkt hinein in eine Reihe knackiger Deduktionsfälle.


🧩 Kronologic – Cuzco 1450 – Kurzinfo

Spieler: 1–4
Dauer: ca. 30–45 Minuten pro Fall
Alter: ab 10 Jahren
Komplexität: ⭐⭐⭐☆☆ (gehobenes Familienspiel / leichtes Kennerspiel)

Mechaniken:
Deduktion · Logikrätsel · Informationsmanagement · Szenarien

Worum geht’s?
Im historischen Cuzco rekonstruieren wir mysteriöse Ereignisse: Wer war wann wo? Runde für Runde bekommen wir neue Hinweise – teils offen, teils geheim – und knobeln uns durch Zeitachsen und Positionen, bis das Gesamtbild stimmt. Kein Glück, kein Bluff: Nur Kombinieren, notieren und sauber schlussfolgern.

Für wen geeignet?
Für Rätsel-Fans, Deduktionsliebhaber und alle, die gern mit Stift und Gehirn arbeiten. Ideal auch für Solo-Spieler oder Gruppen, die kurze, knackige Denkspiele mit steigender Herausforderung mögen.


Wie es abläuft

Statt Würfelglück gibt’s hier Kopfarbeit: Hinweise sammeln, Zeitachsen vergleichen, Positionen kombinieren – und Stück für Stück das Puzzle zusammensetzen. Das Spiel fühlt sich dabei angenehm „oldschool“ an, bringt aber mit seiner Szenario-Struktur genug mit, um auch längeren Spielspaß mit einer Lernkurve zu bieten. Kurz gesagt: Das ist Futter für alle, die gerne Linien ziehen, Vermutungen einkreisen und am Ende mit einem leisen Aha! am Tisch sitzen.

Der Einstieg gelingt schnell, die Fälle ziehen nach und nach an – und genau das macht den Reiz aus: Man wächst mit jeder Partie ein kleines bisschen tiefer ins System hinein.

Die Regeln in ultra-kurz:

  • Szenario „aufbauen“ und Karten bereitlegen.
  • Jede Runde bekommt man Infos – teils offen, teils geheim
  • Notieren der Information, kombinieren und dann schlussfolgern.
  • Wer die richtigen Antworten zuerst hat, gewinnt.

Mehr ist es im Kern nicht – der Rest passiert im Kopf. 😉

Sechs Charaktere bewegen sich zwischen den 6 Orten.

Herzstück des Spiels ist die Schablonen-Mechanik und die finde ich wirklich gut gemacht und clever: In deinem Zug wählst du entweder eine der sechs Personen oder einen der sechs Zeitpunkte, nimmst die passende Schablone und schiebst sie mit dem „Gesicht“ nach unten unter die Ortskarte. Dann drehst du das Ganze um und in den Aussparungen tauchen genau die Informationen auf, die zu dieser Wahl gehören. Ein Teil davon ist für alle gedacht (eher eine allgemeine Info über die Anzahl der Personen, die zu dieser Zeit an diesem Ort waren bspw.), ein Teil bleibt nur dir vorbehalten (bspw. eine sehr konkrete Info über eine Person, die zu diesem Zeitpunkt sicher an diesem Ort war).

Das wirkt erstmal simpel – ist aber genau der Moment, in dem die eigentliche Arbeit beginnt. Denn jede neue Info verändert das Gesamtbild. Zeitpunkte verschieben sich, Positionen fallen weg, neue Kombinationen werden möglich. Wer aufmerksam mitliest und mitdenkt, baut sich Schritt für Schritt seine eigene Lösung zusammen. Kein Raten, kein Glück – nur Beobachtung, Logik und das berühmte „Moment mal…“.


Und wie war es?

Man braucht definitiv ein, zwei Fälle, um wirklich reinzukommen – vor allem, um zu lernen, alle Informationen auf dem Tisch auch wirklich zu sehen. Die Hinweise sind da, keine Frage. Aber sie richtig miteinander zu verknüpfen, braucht Übung. Und man muss – ähnlich wie bei Sudoku und Co. auch zwischen den Zeilen denken.

Ja, offiziell ist das Spiel ab 10 Jahren freigegeben. Rein technisch mag das stimmen – praktisch glaube ich aber, dass viele Kinder (und auch Jugendliche) damit erstmal überfordert sind. Besonders dann, wenn jemand mit am Tisch sitzt, der schon ein paar Jahre Logikrätsel-Erfahrung auf dem Buckel hat. (Kleiner Nostalgie-Moment an dieser Stelle: Hatte eigentlich außer mir noch jemand den P.M. Logik-Trainer? 😄) Der Unterschied im Tempo beim Rätseln kann hier schon spürbar sein.

Wenn man diese Einstiegshürde aber genommen hat, entfaltet das Spiel seinen Reiz: Die Knobelei macht Spaß, es gibt eine klare Lernkurve – und ja, man wird tatsächlich besser. Mit jedem Fall erkennt man Muster schneller, setzt die Zeitachsen sauberer fort und trifft frühere, fundiertere Schlüsse.

So ehrlich muss man aber sein: Das Thema ist komplett Banane. Ob wir nun im Inka-Reich ermitteln, in Paris, auf dem Mond oder bei den Reptoloiden im Innern der Erde – spielmechanisch macht das wirklich keinen Unterschied. Die Figuren, Orte und Zeitpunkte sind am Ende nichts weiter als Marker auf einer Logikmatrix. Eine echte Atmosphäre kommt dabei nicht auf, dafür ist das Spiel viel zu abstrakt.

Das Setting funktioniert als hübsche Kulisse, trägt aber praktisch nichts zum Spielerlebnis bei. Wer hier auf historische Immersion hofft, wird enttäuscht. Wer hingegen einfach ein gutes Rätselspiel sucht, dem ist das Thema ziemlich egal – und genau so fühlt es sich auch an.

Geboten werden drei Szenarien mit jeweils fünf Fällen – unterm Strich also 15 Logikrätsel mit steigender Komplexität. Die ersten Aufgaben dienen klar als Tutorial, später wird’s anspruchsvoller. Schön gelöst: Jedes Szenario bringt kleine Variationen mit, sodass man nicht nur schwerere Rätsel bekommt, sondern auch neue Denkansätze braucht.

Aber auf eines muss man wirklich achten: Sagt mit großer Sorgfalt an welche Kombination an Person/Zeitpunkt und Ortskarte ihr gerade betrachtet und stellt sicher, dass jeder am Tisch das auch mitbekommt. Denn wenn man hier – nur mal ganz zufällig rausgegriffen – die Salinen mit den Terrassen verwechselt und der Mitspielerin den falschen Ort nennt, selbst aber natürlich den richtigen einträgt, ja, dann kann das nicht nur das ganze Rätsel zum Einsturz bringen, sondern auch emotionale Turbulenzen am Spieltisch auslösen.

Und für ganz eifrige Rästelfans sei gesagt, dass es sicherlich auch noch mal Nachschub geben wird. denn es existiert bereits ein Erweiterungspack mit einem weiteren Szenario und fünf weiteren Fällen. Das gibt es aber derzeit noch nicht in Deutschland.

Hinter dem Sichtschirm macht man seine Notizen.

Mein Fazit

Unterm Strich: Kein Spiel für mal schnell nebenbei, kein Wohlfühl-Familienspiel – sondern ehrliche Kopf- und Knobelarbeit. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein schönes Deduktionspuzzle mit Fortschrittsgefühl. Und genau das hat uns am Tisch am Ende überzeugt. Übrigens lässt sich das Ganze natürlich auch solo spielen. Hier erhält man dann am Ende eine Einschätzung, wie gut man gerätselt hat. Einfach zählen wie viele Hinweise man brauchte und in der Tabelle ablesen.

Transparenzhinweis: Das Spiel wurde zu Rezensionszwecken kostenfrei durch den Verlag zur Verfügung gestellt.

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Escape & Krimi Dossier – Akte IV

Wenig Nachschub bei den Escapes, dafür umso mehr Krimispiele, die wir von der SPIEL mitgebracht haben. Bei HIDDEN GAMES brauchte Kommissar Hahnke gleich zweimal unsere Hilfe. Nein, also er brauchte sie natürlich nicht, aber er ließ uns an seinen Erfolgen teilhaben. Und beim längsten MAGNIFICUM-Fall ging es in die Welt der Reichen.

Quelle

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Beyond The Table #2 – Crowdfunding, Wandel und Perspektiven

Lesezeit: < 1 Minute

Crowdfunding ist ein Phänomen, das die Brettspielwelt in den letzten 15 (?) Jahren fundamental verändert hat. Vom Nischen-Experiment für Enthusiasten bis zur dominierenden Finanzierungsform und relevanten Marketinginstrument.

In der zweiten Folge unseres Gesprächs-Formats Beyond The Table widmen wir uns genau diesem Phänomen: Gemeinsam mit Uli Blennemann von Spielworxx blicke ich auf den aktuellen Status des Crowdfunding-Ökosystems in der Brettspielbranche.


Warum Crowdfunding heute mehr ist als nur Geld sammeln

Crowdfunding begann als Plattform für kreative Ideen, bei denen die Unterstützer direkt Teil der Entstehung wurden. Heute dagegen dominieren globale Kampagnen, sechs- bis siebenstellige Summen sind keine Seltenheit mehr und selbst etablierte Verlage setzen zum Teil ausschließlich auf Kickstarter & Co.

Uli und ich richten den Blick nicht auf die Zahlen, sondern vor allem auf das, was diese Form der Finanzierung für die Menschen bedeutet, die Spiele entwickeln, produzieren und dann (irgendwann) spielen.


Die zweite Folge von Beyond The Table ist ab sofort überall verfügbar, wo es Podcasts gibt. In diesem Format sprechen wir nicht über ein einzelnes Spiel, sondern über den Kontext, die Mechanismen und die Menschen dahinter.

👇 Hier direkt anhören – deine Gedanken und Fragen sind uns wie immer willkommen.

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Brettspiel Notizen Februar 2026

Lesezeit: 2 Minuten

Beyond the Deckers of the Horizons

Das Jahr 2026 ist schon eine zeitlang angebrochen, also ist es höchste Zeit, die Brettspiel-Notizen der letzten Monate zu ordnen. Das vergangene Jahr 2025 war ein echtes Brettspiel-Feuerwerk, und auch der Januar hat bereits einige spannende Titel auf den Tisch gebracht – Umzugskisten und Grippe hin oder her.

Ein Rückblick: Was 2025 hängen blieb

Besonders ein kleiner Titel hat sich zum Dauerbrenner vor allem für unter der Woche entwickelt: Ein Kartenspiel, das zugänglich und gleichzeitig belohnend ist. Es kam fast jedes Mal auf den Tisch kam, wenn die Zeit knapp war. Hätte ich nicht gedacht als ich das Spiel das erste Mal gesehen habe.

Auf der komplexeren Seite hat uns vor allem der Tee-Anbau und ein Ausflug ins alte Ägypten beschäftigt. Ein echtes Highlight war jedoch ein Schwergewicht von Stefan Feld. Wer vor dem opulenten Material anfangs zurückgeschreckt ist, darf aufatmen: Es ist gar nicht so „monströs“, wie es aussieht – vor allem, wenn man weiß, wie man die Würfelergebnisse zu seinem Vorteil manipuliert.

Frischer Wind im Januar

Der Start ins neue Jahr war geprägt von rasanten Echtzeit-Partien und taktischen Hacker-Angriffen. Habt ihr schon mal versucht, unter Zeitdruck eine Titelseite für eine Zeitung zu layouten? Es ist stressig, es ist chaotisch, aber es fängt das Thema einfach perfekt ein.

Aber hört am besten selber rein. 🙂


Die im Podcast erwähnten Spiele im Überblick:

  • Castle Combo (Der Dauerbrenner 2025)
  • Tea Garden (Tee-Anbau mit Deckbuilding)
  • Men Nefer (Klassisches Euro-Game im alten Ägypten)
  • Civolution (Das expertige Experten-Highlight von Stefan Feld)
  • Cities
  • Tower Up
  • Viticulture (Der Klassiker an Silvester)
  • Railroad Tiles (Die Legespiel-Variante von Railroad Ink)
  • Druckfrisch / Fit to Print (Hektik in der Zeitungsredaktion)
  • Rebirth (Wiederaufbau in Schottland und Irland)
  • Deckers (Knallhartes Hacker-Coop)
  • Compile (KI-Duell für zwei Personen)
  • Cultivo (Marktmechanismus im 90er-Look)
  • Beyond the Horizon (Zivilisations-Aufbau)

Was waren eure Highlights im letzten Jahr und was habt ihr im Januar schon alles ausprobiert? Schreibt es uns gerne im Discord oder per Mail!

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Star Wars: Battle of Hoth

Bei Star Wars: Battle of Hoth erleben wir die legendäre Schlacht auf dem Eisplaneten Hoth und übernehmen die Rollen von Rebellenallianz oder Galaktischem Imperium, um Missionsziele zu erfüllen.

Star Wars: Battle of Hoth

„Das ist das richtige System. Ich bin überzeugt, Skywalker ist dort. Nehmen sie Kurs auf das Hoth-System!“ Mit diesem Befehl leitete der finstere Darth Vader 1980 eine der spektakulärsten Schlachten der Filmgeschichte ein: den Angriff des Imperiums auf die Rebellenbasis in der Eiswüste von Hoth.

Ja, ich bin mit den Star Wars-Episoden 4 bis 6 aufgewachsen, die Saga war Ausgangspunkt epischer Spielzeugkriege im Kinderzimmer. Endlose weiße Ebenen, die bedrohlich näherkommenden AT-ATs und Rebellen, die allmählich den Rückzug antreten: Viel davon entstand zwar nur in der Vorstellungskraft eines Achtjährigen, spannend war jede Schlacht dennoch.

Star Wars: Battle of Hoth greift 45 Jahre später diese ikonische Szenen auf und macht sie als Brettspiel erlebbar. Die große Frage dabei: Fühlt sich das Nachspielen auch wirklich so an, wie wir es aus dem Film kennen?

Star Wars: Battle of Hoth – darum geht es:

Das Spielziel ist bewusst asymmetrisch angelegt und orientiert sich stark an der Vorlage. Das Galaktische Imperium verfolgt meist klare, offensive Ziele: Schlüsselpositionen sichern, bestimmte Rebellen-Einheiten eliminieren oder das Schlachtfeld systematisch dominieren. Die Rebellenallianz steht dagegen häufig unter Druck und muss mit begrenzten Mitteln taktisch klug agieren. Oft geht es darum, Angriffe zu verzögern, gezielt Nadelstiche zu setzen oder besonders wertvolle imperiale Einheiten auszuschalten.

Der Fortschritt wird über Medaillen gemessen, die für erfüllte Missionsziele oder das Ausschalten bestimmter Einheiten vergeben werden. Schon hier zeigt sich, dass es nicht um ein klassisches „beide Seiten machen dasselbe“ geht, sondern um sehr unterschiedliche Rollen mit eigenen Prioritäten – ein Ansatz, der thematisch hervorragend passt.

Der Spielaufbau:

Der Spielaufbau in Star Wars: Battle of Hoth bringt diese Asymmetrie direkt auf den Tisch. Das Schlachtfeld besteht aus einem Hexagon-Spielplan, der das eisige Terrain von Hoth abbildet. Unterschiedliche Geländetypen wie Gräben, Hügel oder Eisflächen beeinflussen Bewegung, Sichtlinien und Kämpfe. Rebellenallianz und Galaktisches Imperium treten gegeneinander an, entweder als zwei Einzelspieler oder in Teams.

Beide Seiten verfügen über eigene Einheiten, einen Kartenstapel und Sonderregeln. Gespielt wird abwechselnd, wobei jede Seite ihre Züge klar strukturiert plant.

Wie sehen die Spielzüge aus?

Ein Spielzug beginnt in der Regel mit dem Ausspielen einer Befehls- oder Taktikkarte. Diese Karten bestimmen, wie viele Einheiten in welchen der drei Sektoren des Spielplans in diesem Zug aktiviert werden dürfen. Innerhalb dieser Bereiche können dann Einheiten bewegt werden. Infanterie rückt vor oder sichert Positionen, AT-ATs stampfen langsam, aber unaufhaltsam über das Schlachtfeld, während die Snowspeeder der Rebellen mit hoher Beweglichkeit Angriffe fliegen. Kommt es zum Kampf, werden Würfel geworfen. Treffer, Rückzüge und Spezialeffekte sorgen für Spannung und kleine Überraschungen. Die Würfel bringen Glück ins Spiel, doch die Entscheidungen davor sind entscheidend: Welche Einheit wird aktiviert, welches Gelände genutzt, welcher Angriff lohnt sich wirklich? Trotz des schnellen Ablaufs fühlen sich diese Entscheidungen relevant an.

Bodentruppen und Gleiter stehen bereit, doch ob sie in diesem Spielzug aktiviert werden können…
…hängt von der ausgespielten Befehlskarte ab, von denen man immer vier zur Auswahl hat.

Einheiten und Gelände – überschaubar, aber wirkungsvoll

Die Auswahl an Einheitentypen ist bewusst begrenzt. Jede Seite verfügt über drei Grundtypen, was zunächst wenig wirkt, sich im Spiel aber differenziert anfühlt. Die Einheiten verhalten sich klar unterschiedlich und werden in manchen Szenarien durch Elite-Marker weiter spezialisiert. So entstehen kleine taktische Feinheiten, ohne das Spiel unnötig zu verkomplizieren.

Das Gelände spielt dabei eine zentrale Rolle. Deckung, eingeschränkte Sichtlinien oder verlangsamte Bewegung beeinflussen jede Entscheidung. Wer das Terrain geschickt nutzt, kann auch mit unterlegenen Kräften überraschend effektiv agieren. Praktische Übersichten helfen dabei, Sonderregeln schnell nachzuschlagen, sodass der Spielfluss nicht ins Stocken gerät.

Szenarien und Missionen – Abwechslung statt Dauerschlacht

Ein großes Plus von Star Wars: Battle of Hoth (Days of Wonder) ist das Szenarioheft. Statt immer wieder dieselbe Schlacht zu spielen, bietet das Spiel zahlreiche Szenarien mit unterschiedlichen Ausgangslagen, Sonderregeln und Siegbedingungen. Kaum ist eine Partie beendet, entsteht oft sofort der Wunsch, ein anderes Szenario auszuprobieren, weil sich Zielsetzung und Dynamik spürbar verändern.

Ergänzt wird das durch zwei kurze Kampagnen, die über kleine Hefte gesteuert werden. Siege und Niederlagen beeinflussen den weiteren Verlauf, was dem Spiel eine leichte narrative Ebene verleiht, ohne es unnötig aufzublähen. Für einen thematischen Spieleabend funktioniert das überraschend gut.

  • EPISCHE STAR WARS SCHLACHTEN - Erlebe die legendäre Schlacht von Hoth! Führe das Imperium oder die Rebellenallianz in strategischen Gefechten mit kultigen Figuren und bekannten Charakteren.
  • 17 SZENARIEN & 2 KAMPAGNEN - Tauche ein in 17 abwechslungsreiche Szenarien, darunter der Angriff auf den Schildgenerator, oder verknüpfe sie in zwei dynamischen Kampagnen für noch mehr Tiefe.
  • 74 DETAILLIERTE MINIATUREN - Mit 74 detailgetreuen Figuren, darunter AT-ATs, Schneegleiter und ikonische Anführer, wird jede Partie zum echten Hingucker. Perfekt für Fans und Sammler!
  • SCHNELLER EINSTIG, HOHER WIEDERSPIELWERT - Einfach zu erlernen, schnell zu spielen – ideal für Familien, Freunde und Star Wars-Fans. Jede Runde dauert ca. 30 Minuten, aber kein Spiel verläuft gleich!
  • FÜR 2-4 SPIELER AB 8 JAHREN - Ob im Duell oder im Team, „Battle of Hoth“ bietet strategischen Spielspaß für bis zu 4 Spieler ab 8 Jahren. Perfekt für Spieleabende mit epischem Star Wars-Flair.

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Nähe zu Memoir ’44 – vertraut, aber eigenständig

Die Verwandtschaft zu Memoir ’44 ist deutlich spürbar, schließlich stammt Star Wars: Battle of Hoth ebenfalls von Richard Borg. Aktivierungen über Sektoren, würfelbasierte Kämpfe und klar definierte Einheitenprofile sind typische Elemente des Command-&-Colors-Systems. Gleichzeitig fällt Star Wars: Battle of Hoth etwas kompakter und zugänglicher aus.

Das Spielfeld ist kleiner, die Regeln schlanker und das Spiel insgesamt familientauglicher. Das große Star-Wars-Thema dürfte zudem viele Spielende ansprechen, die mit einem klassischen Weltkriegsszenario weniger anfangen können.

Für wen ist Star Wars: Battle of Hoth geeignet?

Die Regeln sind gut zugänglich, die Spielzeit mit etwa 30 bis 45 Minuten angenehm kurz, und auch jüngere Spieler können mitspielen, sofern sie die Karten verstehen. Gerade für Familien oder gemischte Runden funktioniert das sehr gut. Nach einer Partie ist oft sofort Lust auf eine weitere da.

Mit sehr erfahrenen Spielern kann das Spiel hingegen etwas zu leicht wirken. Die strategische Tiefe ist bewusst begrenzt, Anführermechaniken spielen eine kleinere Rolle, und langfristige Planung tritt zugunsten schneller Entscheidungen zurück. Das wirkt aber nicht wie ein Fehler, sondern eine bewusste Designentscheidung.

Rebellenfrust ist thematisch konsequent

Ein Punkt, der offen angesprochen werden sollte, ist die Balance. Viele Szenarien sind asymmetrisch, und häufig haben es die Rebellen schwerer zu gewinnen. Das Imperium bringt mehr Feuerkraft mit, während die Rebellen auf gute Positionierung, Karten und Timing angewiesen sind. Ein Hin- und Rückspiel mit wechselnden Rollen ist daher sehr zu empfehlen.

Und ehrlich gesagt: Thematisch passt das hervorragend. Im Film ist das Imperium schließlich überlegen – und genau dieses Gefühl transportiert das Spiel. Dass die Rebellen fighten müssen, gehört hier einfach dazu.

Star Wars: Battle of Hoth: Fazit und Wertung

Star Wars: Battle of Hoth ist kein hochrealistisches Kriegsspiel und will es auch nicht sein. Stattdessen bietet es schnelle, thematische Gefechte mit klaren Entscheidungen, einer guten Portion Würfelglück und viel Wiedererkennungswert. Die Vielzahl an Szenarien sorgt für Abwechslung, die Regeln bleiben angenehm schlank, und das Spieltempo lädt zu mehreren Partien hintereinander ein.

Wer eine tiefgehende Strategiesimulation sucht, wird anderswo fündig. Wer jedoch eine ikonische Star-Wars-Schlacht flott, zugänglich und stimmungsvoll erleben möchte, bekommt hier genau das. Das Spiel lässt sich auch mit Kindern, also der nächsten Star-Wars-Fans-Generation, gut spielen.

Bewegungs- und Angriffsregeln der Rebellentruppen auf einer Übersichtskarte.
Gelingt selten, ist aber möglich: Ein besiegtes AT-AT liegt zerstört im Schnee!

Star Wars: Battle of Hoth– auf einen Blick

Title

Star Wars: Battle of Hoth bietet flotte Gefechte, klare Entscheidungen und viel Star-Wars-Flair, verzichtet aber bewusst auf tiefgehende Simulation. Ob Kampagne oder Einzelpartie – wer Action mag und mit ungleichen Voraussetzungen umgehen kann, findet hier ein stimmiges gehobenes Familienspiel.

Autoren: Richard Borg, Adrien Martinot | 2025 | Days of Wonder | 2 Personen oder Teams | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


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Aquaria trifft genau den Nerv – entspannt, clever, großartig

Aquaria im Replay! In dieser Brettspiel Rezension werfen wir einen genauen Blick auf Aquaria, ein Brettspiel für Kenner, in dem ihr euer ganz persönliches Aquarium bestückt. Neben der genauen Planung eurer Aktionen solltet ihr auch immer einen blick auf eure Mitspielenden haben. Denn nur mit dem richtigen Timing könnt ihr verhindern, dass diese euch wichtige Aktionen und Boni wegschnappen. Diese Rezension erklärt, wie Aquaria funktioniert, welche Mechaniken das Brettspiel prägen und ob es sich lohnt das Spiel auszuprobieren. Neben den groben Regeln erfahrt ihr hier, was das Spiel ausmacht, welche […]

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Willkommen zu Teil 3 unserer Serie über die persönlichen Brettspiel Highlights unter den Neuheiten der SPIEL 2025 in Essen! In diesem Video nehmen wir euch m...
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TORIKI: Eine Insel voller Abenteuer

Bereits in meinem Nachbericht zu den B-REX-Pressetagen erwähnte ich, dass TORIKI selbst eine reine Erwachsenenrunde für zwei Stunden zu fesseln vermochte. Dabei adressiert das Spiel primär eine jüngere Zielgruppe. Umso mehr freute ich mich, als der Titel im Leihpaket für mein Spielewochenende auftauchte. Eine gute Gelegenheit, um auch die Kinder auf die Insel zu entführen.

Quelle

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Wiped Out

Eine kurze Sanduhrlänge habe ich beim Assoziationsspiel „Wiped Out“ (Mattel Games) Zeit, um fünf Wörter aufzuschreiben, die meinem aktuellen Teampartner den zu suchenden Begriff erklären. Tier, Collie, bellen, Pudel, Fell. Die Lösung? Klar: Hund. Was aber, wenn nur Tier und Fell als Hinweise stehen bleiben? Ehe der Antwortgeber die geschwärzte Brille absetzen und bis zu drei Rateversuche abgeben darf, wischen die bei dieser Aufgabe passiven Spieler Wörter von der Tafel. Und zwar bis zu drei – je nach Würfelergebnis. Und plötzlich kann der Hund auch ein Pferd oder Zebra sein.

Was mir bei „Wiped Out“ gefällt

Die Aufgabe als Hinweisgeber empfinde ich als äußerst reizvoll. Jeder Begriff sollte möglichst spezifisch für das Lösungswort stehen – zumindest in Verbindung mit jedem einzelnen der vier anderen Hinweise. Der Zeitdruck ist jedoch so hoch, dass oft Abstriche gemacht werden müssen. Für „Hund“ wäre diese Aufzählung wohl – unabhängig vom Würfelglück – eine sichere Bank gewesen: Collie, Pudel, Dackel, Bernhardiner, Labrador.

Wiped Out

So gut die grundlegende Spielidee auch ist: „Wiped Out“ krankt an nicht ausgereiften Regeln. Der Zufall durch den Würfel greift übermäßig stark ein. Es macht eben einen Unterschied, ob nur einer der fünf Hinweise gestrichen wird – oder gleich drei. Wer dabei Pech hat, wird doppelt bestraft. Nicht nur, dass ich keine Punkte erhalte. Glücken die Rateversuche nicht, stauben die passiven Spieler ab.

Wann es bei „Wiped Out“ die doppelte Punktzahl gibt

Vor diesem Hintergrund wirkt es fast so, als sollten die durch den Würfel verursachten Ungerechtigkeiten durch eine andere Regel ausgeglichen werden, denn: Wer aktuell an letzter Stelle liegt, erhält stets die doppelte Punktzahl. Vier statt zwei Zähler bei einer richtigen Lösung, zwei statt einem beim Abstauben.

Wiped Out

Ja, das mag das Rennen um den Sieg spannend halten und auf die Kategorie „Partyspiel“ einzahlen. Aber zugleich wächst wegen der Aufholregel die Bedeutung der Spielreihenfolge. Die Rollen wechseln. Jede bildet mit jedem im Laufe einer Partie (mehrfach) ein Team. Wer wann welche Rolle übernimmt, ist dem Ablaufplan zu entnehmen. Für jede mögliche Spielerzahl gibt es einen eigenen. Jedoch sind nicht alle Ablaufpläne fair aufgestellt. Nicht nur, dass bei identischen Teams die Rollen in einem späteren Durchgang nicht wechseln. Hinzukommt, dass manche Personen noch zweimal aktiv werden dürfen, wenn andere schon fertig sind. Das bewerte ich als Schlampigkeit in der redaktionellen Bearbeitung. Schade.

Wiped Out | Mattel Games | kein Autor angegeben | 3 bis 6 Personen | ab 12 Jahren | Meine Bewertung: ★☆☆☆☆ (mäßig)

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WRDS

Da fehlt doch was … Ja, ein Vokal. Oder auch mehrere. Und trotzdem kann ich das Wort lesen. Das ist das Prinzip von „WRDS“: As und Es und Is und Os und Us müssen wir uns denken. Äs und Ös und Üs ebenfalls. Die Selbst- und Umlaute dürfen an beliebigen Stellen eingeschoben werden. Auch mehrere hintereinander. Hauptsache die Konsonanten – und auch nur die angegebenen – tauchen genau in der vorgegebenen Reihenfolge auf. Aus WRDS wird somit – klar – „Words“. Oder auch „Würde“. Denn es müssen gar nicht alle Konsonanten verwendet werden. Ich darf sie am Ende weglassen, aber mittendrin keine auslassen. Ich darf selbst auf der anderen Seite anfangen. „Seide“ ginge beispielsweise. Oder „Sieder“.

Begrenzte Bedenkzeit bei „WRDS“

Welche Konsonanten in welcher Reihenfolge verwendet werden müssen, geben mir die Plättchen in Vertiefungen der Spieleschachtel vor. In einem 4×4-Raster sind diese gestapelt und zufällig verteilt. Mein rechter Nachbar sucht eine Zeile oder Spalte aus, stellt die umgedrehte Sanduhr an ein Ende und schon beginnt die Bedenkzeit. Rund 30 Sekunden. Alle Plättchen, die ich in mein Wort einbaue, nehme ich aus der Vertiefung und ich erhalte sie als Punkte. Der Wert der Buchstaben steht auf der Rückseite und schwankt zwischen eins und fünf. Die Hintergrundfarbe der Plättchen gibt mir aber bereits eine Ahnung davon, ob es eher mehr oder weniger sind. Ein V beispielsweise bringt mindestens vier Punkte, ein N höchstens zwei.

WRDS

Auch wenn bei „WRDS“ im Grunde nur eine Person dran ist, lohnt es sich für alle, ebenfalls nach möglichen Begriffen zu suchen. Denn es gibt einen Extrapunkt, wenn mein Wort Buchstaben von mehr Plättchen beinhaltet als das Wort des aktiven Spielers. Eine schlaue Regelung. Sie ermöglicht allen, regelmäßig Punkteplättchen zu gewinnen. Und verhindert, dass jemand mit großem Talent für diese Aufgabe in jedem Zug dicke absahnt. Als nicht-aktive Person mitzuraten, vermeidet zudem Wartezeit.

Beispiele für gute Lösungen bei „WRDS“

Um erfolgreich zu sein, kommt es nicht auf die Länge der Wörter an. Zumindest nicht zwingend. Wer indes die Gabe hat, gedanklich Kombinationen von Vokalen wie „au“ oder „ie“ einzufügen und dann auch noch einen der verfügbaren Konsonanten zu verdoppeln oder zu verdreifachen, was ebenfalls gestattet ist, findet häufiger Begriffe, in denen alle Konsonanten der gewählten Reihe vorkommen. Dann wird aus NGRD die Neugierde und aus WSRT eine Wasserratte. Und LGWS ist natürlich eine Liegewiese.

WRDS

Solche Wörter zu entdecken, löst Glücksgefühle aus, schenkt Befriedigung und Anerkennung. Aber das gelingt natürlich nicht jedes Mal. Wenn es in der Kürze der Zeit nur dazu reicht, ein oder zwei Konsonanten zu verwenden, dann lässt mich das kalt. Enttäuscht mich mitunter sogar. Da werden Punkteplättchen zum Trostpflaster; insbesondere dann, wenn sie nur wenige Punkte bringen. Immerhin bleibt mir nach einer Denkblockade die Gewissheit, dass die Konkurrenz maximal einen Bonuspunkt abstauben kann.

Wie ich bei „WRDS“ auf passende Wörter komme

Generell gilt: „WRDS“ richtet sich an Wortakrobaten. Gedanklich füge ich zwischen den Konsonanten Vokale ein, lese mir die Bruchstücke stumm vor und versuche Übereinstimmungen mit vollständigen Wörtern zu finden. Manchmal sehe ich aber auch einfach, welche Wort sich bilden lässt. Das ist dann das eingangs erwähnte Phänomen. Wer solche Knobeleien mag, findet auch Gefallen am Solomodus, der zudem die Blaupause für die kooperative Variante ist. Alles in allem ein sehr ordentlich designtes Spiel, das bei mir an der Schwelle zu „gut“ steht.

WRDS | Perdix Spiele | Moritz Dressler | 1 bis 6 Personen | ab 10 Jahren | 15 bis 30 Minuten | Spielanleitung | Meine Einschätzung: ★★☆☆☆ (ordentlich)

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Origin Story im Replay: Warum mich dieses Stichspiel fast besiegt hat!

Wird aus Robert heute ein Superheld – oder bleibt er der ewige Sidekick am Spieltisch? 🦸‍♂️🃏 In diesem REPLAY knöpfen wir uns Origin Story vor. Ein Stichspiel, das mit Aquarell-Optik lockt und mit einer Engine-Building-Mechanik so richtig Druck auf den Kessel gibt. Aber hält das Spiel, was der Titel verspricht? Entwickeln wir hier wirklich eine epische Heldenreise oder ist das Ganze am Ende doch eher eine Runde „Super Hero Shopping Queen“? 🛍️✨ Ich verrate euch, warum ich als bekennender „Stichspiel-Legastheniker“ trotzdem meinen Spaß hatte, warum das Stamina-System die Köpfe zum […]

Origin Story im Replay: Warum mich dieses Stichspiel fast besiegt hat!

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Eine Stadt für Amytis

Bei „Eine Stadt für Amytis“ errichten zwei Spieler im Auftrag des Königs von Babylon eine Stadt für seine Gemahlin Amytis, indem sie Gebäude platzieren, Architekten einsetzen und über mehrere Wertungen Punkte sammeln.

Eine Stadt für Amytis

Der König von Babylon sucht die besten Architekten seines Reiches, um für seine Gemahlin Amytis eine Stadt errichten zu lassen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. In Eine Stadt für Amytis von Game Factory treten genau zwei Spieler gegeneinander an und bauen jeweils eine eigene Stadt. Ziel ist es, über mehrere Wertungen hinweg mehr Punkte zu sammeln als der Kontrahent. Grundlage dafür sind ein gemeinsamer Bauplatz, der Einsatz der Architekten und das strukturierte Anlegen der Gebäude auf dem eigenen Tableau.

Eine Stadt für Amytis: So wird es gespielt

Der Spielaufbau macht die zentralen Strukturen sofort sichtbar. In der Tischmitte liegt eine 3×3-Auslage aus Gebäudestapeln, von denen jeder Stapel offen zugänglich ist. Jeder Spieler besitzt zudem ein eigenes Tableau, das ebenfalls als 3×3-Raster angelegt ist. Im Laufe der Partie werden dort genau neun Gebäude platziert, was den Rahmen für alle planerischen Entscheidungen vorgibt. Es ist von Beginn an klar, dass kein Bauwerk zufällig liegt, denn jede Position beeinflusst spätere Wertungen.

Der eigentliche Motor von Eine Stadt für Amytis ist die Platzierung der Architekten auf dem allgemeinen Spielplan. Reihum setzen die Spieler ihre Figuren auf freie Felder der Gebäudestapel oder auf Sonderfelder, die zusätzliche Effekte erlauben. Wird ein Architekt auf einem Gebäudestapel platziert, sichert sich der Spieler Zugriff auf eines der dort liegenden Plättchen. Gleichzeitig entsteht ein zentrales Element der Interaktion: Sobald es einem Spieler gelingt, drei eigene Architekten in einer Linie – waagrecht, senkrecht oder diagonal – zu platzieren, darf er alle seine eingesetzten Architekten zurücknehmen. Dieser Tic-Tac-Toe-artige Effekt sorgt dafür, dass das Platzieren der Figuren nicht nur dem eigenen Aufbau dient, sondern auch die Anordnung der gegnerischen Architekten stets mitbedacht werden muss.

Zusätzliche Ziele über Auftragskarten

Die Rücknahme der Arbeiter ist dabei ein entscheidender Moment. Einerseits erhält man die volle Handlungsfähigkeit zurück, andererseits kann man gezielt abwarten, um den richtigen Zeitpunkt für eine neue Platzierungsphase zu wählen. Wer seine Architekten zu früh zurückholt, öffnet dem Mitspieler Raum, wer zu lange wartet, blockiert sich selbst. So entsteht ein Rhythmus aus Setzen, Beobachten und Neujustieren, der den Spielverlauf strukturiert.

Die Gebäudeplättchen selbst unterscheiden sich nach Typ und Farbe und bringen jeweils eigene Wertungsregeln mit. Märkte beziehen sich auf Farben, Gärten auf Stapelhöhen, Mauern auf Randpositionen des Tableaus, während andere Gebäude den Einsatz der Architekten auf dem allgemeinen Spielplan berücksichtigen. Da alle neun Bauplätze des eigenen 3×3-Rasters belegt werden, stellt sich fortlaufend die Frage, welches Gebäude nicht nur kurzfristig Punkte bringt, sondern auch zu den bereits liegenden Plättchen passt. Fehlentscheidungen lassen sich später kaum korrigieren, da kein Gebäude versetzt oder ersetzt werden darf.

  • EINE STADT FÜR AMYTIS: Schlüpfe in die Rolle eines königlichen Architekten. Nutze taktische Finesse, um deinen Kontrahenten beim Bau einer prächtigen Stadt zu übertrumpfen!
  • Setze deine Figuren vorausschauend, um dir die meisten Punkte zu sichern, indem du Aufträge erfüllst, Gebäude clever anordnest oder Reihen alla Tic-Tac-Toe bildest.
  • Trotz einfachen Regeln und einem leichten Einstieg warten knifflige Entscheidungen und viele Interaktionen auf dich! Nutze deine Strategie oder blockiere deinen Gegner und erlebe spannende Duelle mit taktischer Tiefe!
  • Anzahl der Spieler: 2. Spieldauer: ca. 30 Minuten. Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren.
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Zusätzliche Ziele kommen über Auftragskarten ins Spiel, die von beiden Spielern erfüllt werden können. Sie schaffen eine weitere Ebene, auf der Entscheidungen abgewogen werden müssen: Baue ich weiter an meiner eigenen Struktur oder greife ich gezielt nach einem Gebäude, das meinem Gegenüber einen Auftrag verwehrt? Die Interaktion bleibt dabei indirekt, aber durchgehend präsent.

Eine Stadt für Amytis: Fazit und Wertung

Der Spielablauf in diesem Zwei-Personen-Spiel bleibt über die gesamte Partie flüssig. Die Regeln sind überschaubar, die Auswirkungen einzelner Züge jederzeit nachvollziehbar. Eine Stadt für Amytis verbindet Arbeiterplatzierung und Legespiel auf zwei Spielplänen (dem gemeinsamen und dem eigenen), die trotz ihrer Trennung eng miteinander verzahnt sind.

Die gemeinsam genutzte Auslage sorgt für stetige Spannung, da Pläne sich durch einzelne Züge des Gegners schnell verändern können. Aufträge spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie einen großen Teil der Punkte ausmachen. Da neue Aufträge ausschließlich über Paläste ins Spiel kommen, erhalten diese eine besondere Bedeutung. Wer hier mehrfach erfolgreich zugreift und Gebäudefarben sinnvoll platziert, kann sich einen Vorsprung erarbeiten. Gleichzeitig bleiben auch andere Gebäude konstant punkteträchtig, sodass unterschiedliche Wege zum Ziel offenbleiben.

In rund 30 Minuten bietet Eine Stadt für Amytis ein gut durchdachtes Zwei-Personen-Spiel mit klaren Entscheidungen, begrenztem Raum und spürbarer Interaktion, ohne durch komplexe Regeln oder lange Spielzüge zu nerven.


Eine Stadt für Amytis– auf einen Blick

Title

Gefällt uns gut! Eine Stadt für Amytis ist ein Zwei-Personen-Spiel, das Städtebau, Arbeiterplatzierung und Tic Tac Toe miteinander verzahnt und seine Spannung aus begrenztem Raum und gegenseitiger Beobachtung bezieht.

Autor: Jérémy Ducret & Romaric Galonnier | 2025 | Game Factory | 2 Personen | ab 10 Jahren | bis 30 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


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Krypto, nicht Crypto!

Lesezeit: 3 Minuten

Willkommen zur Jagd auf das Unerklärliche!

Du bist ein erfahrener Kryptozoologe, immer auf der Spur legendärer Kreaturen, die sich meisterhaft vor der Menschheit verbergen. Dein Ziel? Spüre sie auf, sammle Beweise und bringe sie in ein sicheres Habitat – entweder in dein eigenes Wildschutzgebiet oder in die Obhut von Umweltorganisationen. Wer am meisten Ruhm (a.k.a. Punkte) sammelt, wird zur Koryphäe der Kryptozoologie!

Spielablauf

Das Spiel läuft in Runden mit zwei Phasen:

Kryptozoologen-Phase

  • Reise durch Europa, sammle Beweise und spüre Kryptide auf.
  • Hast du alle nötigen Hinweise, kannst du das Tier sicher fangen. Fehlt dir etwas, kannst du dein Glück mit Würfeln versuchen.
  • Gefangene Kryptide müssen in eine sichere Umgebung umgesiedelt werden – ins Schutzgebiet oder durch spezielle Aufträge.
Die geretteten Kryptiden.

Assistenten-Phase

  • Nutze deinen Assistenten klug, um Ressourcen zu sammeln, neue Fähigkeiten zu erlernen oder die Zugreihenfolge zu beeinflussen.
  • Platziere neue Terrainplättchen im Schutzgebiet, damit deine Kryptide dort ein Zuhause finden können.

Das große Kryptid-Puzzle – Wie die Tiere in das Schutzgebiet kommen

Sobald du ein Kryptid gefunden hast, kannst du es umgesiedeln – vorausgesetzt, das Schutzgebiet bietet einen passenden Lebensraum! Hier kommt der Puzzle-Part ins Spiel:

  • Jedes Kryptid hat eine bestimmte Form und Farbe (Wasser = Blau, Wald = Grün, Gebirge = Braun).
  • Um das Tier in das Schutzgebiet zu setzen, muss es vollständig auf passenden Terrainplättchen platziert werden.
  • Manche Kryptide haben besondere Anforderungen, z. B. dass sie mehrere Geländetypen überdecken oder nur auf unberührtem Land siedeln dürfen.
  • Du kannst dein Plättchen drehen, aber nicht überlappend oder falschfarbig platzieren.
  • Manche Geländefelder enthalten Symbole – wenn du diese überbaust, bekommst du Sofortboni wie Geld oder Erfahrungspunkte.
Hier werden Kryptide gepuzzelt.

Da das Schutzgebiet sich erst nach und nach entwickelt, musst du vorausschauend planen, wo du welche Tiere unterbringst. Platz ist begrenzt, also überlege gut, ob du erst Gelände ausbaust oder sofort Tiere ansiedelst!

Spielende & Sieg

Sobald kein Platz mehr für neue Geländeplättchen ist, wird die Runde zu Ende gespielt und es folgt eine letzte Runde. Dann wird abgerechnet: Wer die meisten Kryptide gefangen und sinnvoll umgesiedelt hat, sowie mit Aufträgen und Boni punkten konnte, gewinnt!

Solo gegen den Wilderer.

Solo-Modus – Das Duell mit dem Wilderer

Falls du dich allein in die Wildnis wagst, bekommst du es mit einem skrupellosen Wilderer zu tun. Der jagt Kryptide für dunkle Geschäfte und kann dir deine Funde vor der Nase wegschnappen. Du musst schneller sein und deine Tiere rechtzeitig in Sicherheit bringen – sonst sind sie für immer verloren!

Fazit

Cryptic Nature ist ein echter Remix aus vielen verschiedenen Spielmechaniken. Überraschend für ein eher klassisches Spielprinzip ist das zusätzliche Einfügen eines Puzzle Elements. Das erinnerte mich ein wenig an ein „Fest für Odin“, in dem das Puzzleelement ja auch nicht so ganz thematisch war. Aber leider bleibt der Spielablauf auch im Verlauf eines Spiels immer etwas zu kompliziert. Ohne das – durchaus gut gestaltete – Beiblatt gelang es uns kaum alle Schritte der einzelnen Phasen einzuhalten. Die 90 Minuten zu viert waren auch kaum einzuhalten und lassen sich wohl nur bei sehr flotter Spielweise erreichen. Laufen und einsammeln, das fühlte sich für uns zu sehr nach Pick-up and deliver an und konnte mechanisch nicht überzeugen, auch wenn es thematisch natürlich passend war.

Was uns allen allerdings gut gefallen hat war die Gestaltung der Karten mit den Kryptiden und die Texte dazu. Da ist sehr viel Herzblut eingeflossen und ein wenig mehr Feinschliff hätte dem unnötigen komplizierten Ablauf sicherlich gut getan.

Insgesamt ein Spiel mit einem ungewöhnlichen Thema, das toll ausgearbeitet wurde, aber vom Spielablauf leider nicht ganz überzeugen konnte. Schade, denn hier hatte ich mir mehr versprochen. Aber vielleicht braucht es ja die Erweiterungen, um dem Ganzen den letzten Schliff zu geben.

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Rahmendaten

Autoren: Georgij ShugolAlexander KrysOleg Meleshin
Illustration: Evgeny ShvenkVictor Zaburdaev
Verlag: IDventure
Spieldauer: ca. 90 Minuten (eher mehr)
Anzahl: 1-4 Personen
Alter: ab 14 Jahren

Link zu Boardgamegeekhttps://boardgamegeek.com/boardgame/383725/cryptic-nature

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Skizz It

Strichmännchen, Smileys, Formensprache – bei „Skizz It“ braucht es Ideen, Begriffe durch Piktogramme oder andere Abstrahierungen darzustellen. Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht. Hauptsache, es geht schnell. Denn wer als Erster mit seiner Skizze fertig ist, darf auch als Erster sein “Kunstwerk” präsentieren. Und erhält damit die Chance, Punkte zu sammeln.

Skizz It

Der Zeitdruck ist das zentrale Merkmal dieses Partyspiels: Aus ihm erwächst Spannung und Spaß. Zunächst malen alle – bis auf die ratende Person – den Begriff einer zufällig ausgewählten Wortkarte mit einem abwischbaren Stift auf eine Tafel. Das macht jeder geheim. Wer fertig ist, greift nach dem Holzmarker mit der “1”. Der Zweite nimmt die “2” und beendet damit für alle die Malphase.

Zuerst dreht der schnellste Zeichner seine Skizze um. Frage dabei: Wie gut ist die Skizze in all der Hektik geworden? Schlägt der Rateversuch fehlt, dreht die nächste Person ihr Bild um – und offenbart ihre Kritzelei. Helfen neue Details bei der Lösungssuche auf die Sprünge? Stimmt’s, werden Punkte verteilt. Je früher, desto mehr für Rater und Maler des zuletzt umgedrehten Bildes.

Kryptische Strichverbindungen bei „Skizz It“

Bild? Ja, manchmal darf die Runde staunen, welch geniale Motive in wenigen Sekunden entstehen. Was mit anerkennendem Nicken oder lobenden Worten quittiert wird. Doch zum emotionsgeladenen Partyspiel wird “Skizz It” vor allem durch kryptische Strichverbindungen und rudimentäre Umrisse. Ich habe noch keine Runde erlebt, in der den Leuten vor lauter Lachen ob der verunglückten Versuche nicht die Tränen gekommen sind.

Skizz It

Einzig für die ratende Person kann es ärgerlich sein, wenn es die Ersten – oder die Führenden? – mal wieder so eilig hatten, dass mit den schnellsten Kritzeleien keine hohen Punkte möglich sind. Schwamm drüber!

Skizz It | Mandoo Games und MM-Spiele | Chris Choi | 3 bis 6 Spieler | ab 8 Jahren | 20 Minuten | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)

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Oshiya Tokio

Ich war erstaunt. Mindestens. Und eigentlich hatte ich es für einen Scherz gehalten, dass es in Japan Personal gibt, das Menschen in volle U-Bahnen schiebt. Damit die Türen schließen können. Oshiya nennt man dieser Drücker. Sie dienen nun als grafischer Hintergrund für das Kartenspiel „Oshiya Tokio“ von Reiner Knizia, erschienen bei Ars Edition.

Auch wenn das Thema dem abstrakten Spiel übergestülpt wurde: Eine gewisse Analogie lässt sich nicht leugnen. Das liegt vor allem an den reduzierten Illustrationen von Claus Stephan. Jede Karte zeigt zwei Personen, wie sie eine Zahl zur Seite schieben. Ich sehe ihnen an, wie anstrengend das sein muss. Passt der Fahrgast noch in den Waggon? Oder vielmehr: Ist die Zahl klein genug, dass ich sie ablegen darf?

Oshiya Tokio

Mein Ziel ist stets, die Summe der Karten im Ablagestapel auf 21 zu bringen. Schaffe ich das, erhalte ich alle Karten aus der Mitte; jede einzelne bringt mir einen Punkt. Reihum spielt jeder eine seiner vier Handkarten aus. Da es nur die Werte 1, 2, 3, 5, 6 und 10 gibt, sind mindestens drei Karten nötig. Mitunter reicht es auch schon, die Summe auf 18 oder 19 zu erhöhen. Denn wenn die nachfolgende Person nur Karten besitzt, welche das Ergebnis auf über 21 treiben würde, wird der Stapel abgeräumt – und alle Karten darin gehören mir. Danach geht das Zählen wieder von vorne los – solange, bis alle Karten ausgespielt sind.

Die Mini-Dilemmata bei „Oshiya Tokio“

Schon jetzt dürfte klarwerden: Wer gewinnen möchte, braucht Glück. „Oshiya Tokio“ lebt von den Momenten. Von Mini-Entscheidungen. Von Mini-Dilemmata. Von Mini-Emotionen. Denn einerseits möchte ich die Zahl der Karten im Stapel gering halten, damit andere nicht zu gut punkten. Was für das Ausspielen hoher Karten spricht. Und andererseits sollen natürlich viele Karten im Stapel sein, wenn ich mir ausrechne, dass ich abräumen könnte. Das spricht für das Ausspielen kleiner Werte. Wobei alle Überlegungen vom Zufall abhängen, der das Nachziehen der Handkarten bestimmt.

Was mir bleibt: Ich kann darauf achten, möglichst viele unterschiedliche Werte auf der Hand zu behalten, um situativ reagieren zu können. Um dann die Karten einzusacken, wenn sich die Gelegenheit bietet. Das ruft durchaus einige Spannungsmomente hervor. Zu zweit und vielleicht auch noch zu dritt kommt eine taktische Komponente hinzu. Insbesondere weil es – eine kleine Anleihe aus dem Darts – Bogey-Zahlen gibt. Weil unter den Karten keine 4 ist, lässt sich von der 17 nicht direkt auf 21 stellen. Doch je mehr Personen teilnehmen, desto beliebiger mutet der Spielverlauf an. Ein dann doch eher mäßiges Spielerlebnis.

Was bei „Oshiya Tokio“ Erinnerungswerte schafft

Gleichwohl habe ich die Erfahrung gemacht, dass „Oshiya Tokio“ auch unterhalten kann. Wer an sich wenig spielt und einen schnellen Einstieg mag, könnte an diesem Titel Gefallen finden. Zumindest für zehn Minuten. Viel länger dauert eine Runde nicht. Für Erinnerungswerte indes sorgen die Partien nicht. Die thematische Einbettung dafür schon.

Oshiya Tokio | Ars Edition | Reiner Knizia | 2 bis 5 Personen | ab 8 Jahren | 10 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★☆☆☆ (ordentlich)

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7 WONDERS DICE

Mit 7 WONDERS erschuf ANTOINE BAUZA Ende der Nuller-Jahre ein Spiel, das heute mit Fug und Recht als Klassiker bezeichnet werden kann und sich auch 15 Jahre nach Erscheinen hoher Beliebtheit erfreut. Die Mischung aus Drafting und simultanem Spiel spielt sich unabhängig von der Gruppengröße flott und ist thematisch ansprechend. Folgerichtig erschienen mehrere Erweiterungen und Spiele im selben…

Quelle

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Adventure Games Family – Dimension Fünf-Sieben

Mit ihren erzählerischen Adventures Games haben die Autoren Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan das aus Computerspielen bekannte Click-and-Point-Prinzip in einer analogen Rätselspielreihe etabliert. Die ersten Abenteuer entführten in eher düstere Umgebungen. Aber es gibt auch einen Einstiegsfall – deklariert als “Family”. Und das passt in der Tat: Story und Schwierigkeitsgrad machen “Dimension Fünf-Sieben” zu einem idealen Spiel für Neulinge und Jüngere. Das liegt nicht zuletzt an der Geschichte, die hier erstmals der Fantasie von Jan Cronauer entsprungen ist. Der Drehbuchautor (Folgen für “Tatort”, “Der Kriminalist”, und “Dünentod”) ist in der Spieleszene als Youtuber unter seinem Künstlernamen “Cron” bekannt.

Herr Feinbier und die Dimension Fünf-Sieben

Drei Freunde und Hund Lucky wundern sich über Veränderungen ihres Lehrers. Schnell merken sie, dass mit Herrn Feinbier etwas nicht stimmt. Der Name des Falls lässt es bereits erahnen: Erklärungen für das Verhalten sind nicht allein in der Schule zu finden. Im Gegenteil: Die Freunde kommen fremden Welten, anderen Dimension auf die Spur. Wir helfen ihnen, indem wir Orte untersuchen, Gegenstände finden, Dinge kombinieren, Aufgaben erfüllen, Rätsel lösen. Was wann passiert, lässt sich dank Zahlencodes im Abenteuerbuch nachlesen. Mehr Spaß macht es jedoch, sich die Passagen mittels App vorlesen zu lassen.

Adventure Games Family – Dimension Fünf-Sieben

Der in fünf Kapitel unterteilte Fall lässt sich recht stringent angehen. Tiefgang und Herausforderung sprechen insbesondere Acht- bis Zwölfjährige an. Für erfahrene Rätselfans dürften die Aufgaben eher geringe Herausforderungen darstellen. Gleichwohl entfaltet die Geschichte einen Charme, der auch junggebliebene Erwachsene unterhält. Und als solcher fühle ich mich noch immer.

Adventure Games Family – Dimension Fünf-Sieben | Kosmos | Phil Walker-Harding, Matthew Dunstan, Jan Cronauer | 1 bis 4 Spieler | ab 8 Jahren | 5 Kapitel à bis zu 45 Minuten | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)

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Out Of Words

Erst gehen uns die Buchstaben aus, dann die Wörter. Insofern hat der Titel dieses kooperativen Wortspiels eine prophetische Bedeutung. „Out Of Words“ (Queen Games) verfolgt dabei einen klassischen Ansatz: den gesuchten Begriff mit einem anderen Begriff erklären. Eine Person gibt im besten Fall nur einen Hinweis, alle anderen raten. So weit nichts Besonders. Doch wie die Eingangssätze vermuten lassen, muss da noch mehr kommen.

Out Of Words

In der Tat: „Out Of Words“ versteht es durch zwei Regeln, eine Herausforderung darzustellen und Wortakrobaten zu reizen. Da ist zum einen die begrenzte Auswahl an Anfangsbuchstaben, die für das Hinweiswort genutzt werden dürfen. 25 Buchstabenplättchen liegen anfangs aus. Jeder verwendete Letter wird anschließend abgelegt. Wird der Begriff nicht auf Anhieb erraten, dürfen bis zu vier weitere Tipps erfolgen – was vier weitere Buchstaben verbraucht. Der Vorrat wird kleiner, die Suche nach passenden Hinweisen schwieriger. Siehe Satz eins. Doch gerade dieses Handicap weckt in mir den Ehrgeiz, ein passendes Wort zu finden. Was sagen, wenn für die Erklärung von Urlaub weder ein F wie Ferien noch ein R wie Reisezeit ausliegen?

Wofür es bei „Out Of Words“ eine Belohnung gibt

Die Krönung ist es natürlich, wenn der gesuchte Begriff auf Anhieb geraten wird. Das befriedigt nicht nur den Tippgeber, sondern schenkt der Gruppe auch eine Belohnung, Denn dann – und nur dann – darf das genutzte Plättchen durch einen neuen Buchstaben ersetzt werden. Das fällt leichter, je größer die Auswahl ist. So sollte es Ziel sein, möglichst lange mehr als 20 oder gar 25 Plättchen in der Mitte liegen zu haben.

Out Of Words

Weil viele Begriffe auf den Ratekarten eher schlichte Substantive sind, hilft es der Rategruppe oft, eine einfache Lösung zu wählen. Pro Hinweis muss sie sich auf einen Lösungsversuch einigen. Klappt’s nicht, folgt eben Hinweis zwei. Oder drei. Nach drei Fehlversuchen können alle gemeinsam passen und den nächsten Begriff wählen. Dann ist die nächste Person dran, gute Assoziationen zu finden. Spätestens nach fünf Versuchen pro Begriff muss gewechselt werden.

Was bei „Out Of Words“ das Ziel ist

Ziel ist, so viele Begriffe wie möglich zu erraten, ehe die Buchstaben ausgehen. Fällt es der Gruppe schwer, passende Hinweiswörter zu finden, neigt sich der Spielverlauf eher schnell dem Ende entgegen (weil die Buchstaben fehlen). In Gruppen mit Menschen, die über einen großen Wortschatz verfügen und besonders ehrgeizig agieren, reicht die angegebene Spielzeit von 20 Minuten nicht aus. Dann kann sich eine Partie auch schon mal über eine Stunde ziehen.

Out Of Words

Gerade zum Ende hin droht es, zäh zu werden – wenn mir beispielsweise zu den übrig gebliebenen Buchstaben V, N und C überhaupt kein passender Hinweis einfallen will. Die Wartezeit ließe sich verkürzen, indem alle schon immer eine Wortkarte ziehen, um sich vorzubereiten – auf die Gefahr hin, dass der präferiere Buchstabe nicht mehr ausliegt, wenn ich dran bin. Ferner sind wegen der zunehmend begrenzten Buchstabenauswahl auch die Hinweise nicht mehr so prägnant.

Was ich bei „Out Of Words“ noch erreichen möchte

Das verleiht „Out Of Words“ eine kontraproduktive Dynamik. Während die Denkphasen größer werden, wird das Raster aus vorhandenen Buchstabenplättchen irgendwann immer schneller kleiner. Gleichwohl bleibt die Aufgabe, vor die uns dieses Spiel stellt, reizvoll. Und wer es etwas einfacher (oder auch schwieriger) haben möchte, schaut sich die Regeln für Varianten an. Ich bleibe jedoch noch solange beim Standard, bis ich es in den höchsten Wertungsbereich geschafft habe. Dieser wird nur mit zwei Worten beschrieben: „Als ob …“ Wartet’s ab!

Out Of Words | Queen Games | Scott Brady und Michael Davis | 2 bis 10 Personen | ab 10 Jahren | 20 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)

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Replay: Formidabel – die Rezension zum Brettspiel Tausch-Rausch

Formidabel im Replay – lohnt sich dieses Brettspiel wirklich? In dieser Rezension nehmen wir Formidabel noch einmal genau unter die Lupe. Nicht nach der ersten Partie, sondern nach mehreren Spielrunden. Denn gerade bei Brettspielen zeigt sich oft erst mit der Zeit, ob ein Spiel langfristig überzeugt oder seinen Reiz verliert. Wie fühlt sich das Spielen von Formidabel nach mehreren Partien an? Bleibt die Spannung erhalten? Und für wen ist dieses Brettspiel wirklich geeignet? Im Replay-Format sprechen wir offen und ehrlich über unsere Eindrücke und Erfahrungen – kompakt, verständlich und ohne […]

Replay: Formidabel – die Rezension zum Brettspiel Tausch-Rausch

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