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Weihnachts-Empfehlungen von Beeple 2025

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09. Dezember 2025 um 20:35

Was gibt es Schöneres, als den Menschen, die man mag, mit einem Spiel den Jahresausklang zu versüßen? Auch zu Weihnachten 2025 gibt es viel mehr Spiele, als man im Vorfeld ausprobieren kann, um eine gute Wahl zu treffen.

Darum hat sich das Beeple-Netzwerk mutig ins Gewühl gestürzt, um die Juwelen auszuheben, mit der nicht nur Weihnachten, sondern Silvester gleich dazu gerettet ist. Spielspaß von kurzweilig bis klassisch. Sowohl für die BombBusters begeisterte Oma als auch für den von Mischwald überforderten Cousin namens Oliver. Diese Liste bietet vom Feinsten das Beste.

 

Empfehlungen durch Personen hinter Beeple

  • Kleine Spiele, für den kleinen Geldbeutel

Meister Makatsu

Jürgen - Spielbar

Jürgen (spielbar.com)

Meister Makatsu ist nicht so richtig ein Stichspiel. Wir legen aber schon Karten aus. Und wir wollen, dass die anderen am Tisch möglichst die höheren Karten ausspielen müssen. Denn in jeder Runde werden in den drei Kartenfarben die höchsten Karten mit Minuspunkten bedacht. Und die will man nicht. Am liebsten ab vier Personen entwickelt sich ein denkbar einfaches, aber unheimlich cleveres Spiel am Tisch, das mit viel „Table Talk“ belohnt.

Biddle

Oli (Alles außer Toplisten)

Biddle ist Spielspaß auf ganzer Linie und begeistert mich auf 3 Ebenen. Zuerst ist es ein Würfelspiel, bei dem wir kniffelähnliche Ergebnisse erzielen wollen. Und da dieser Klassiker allen bekannt ist, läuft der Einstieg in Biddle fast ohne Erklärung. Außerdem hast du eine Bietphase, in der du unverschämt großmäulig oder bescheiden still auf den Ausgang der Würfelrunde setzen kannst. Je nach individuellen Entscheidungen entstehen im Anschluss Teams. Und schon kann man gleich den Ausgang der Würfelphase gemeinsam feiern oder beklagen. Am Ende dominiert bei Biddle das Glück und der Spaß – und die Lust auf die nächste Partie.

Castle Combo

Dirk_Huesmann

Dirk (Würfelmagier)

Castle Combo (aka Château Combo) ist ein super Geschenk für alle, die flotte, taktische Kartenspiele mögen – egal ob zu zweit oder in voller Fünfer-Runde. Jede Karte, die ihr in euer 3×3-Tableau legt, löst kleine Effekte aus oder sorgt später für Punkte. Und genau da passiert die Magie: Kombos bauen, Gold organisieren, Schlüssel klug einsetzen und Karten aus der Auslage schnappen, bevor es jemand anderes tut.

Das Spiel ist schnell gelernt, spielt sich herrlich dynamisch und bietet in jeder Runde neue Mini-Baustellen fürs Hirn. Perfekt für den Weihnachtsabend: kurz, knackig und mit genau dem richtigen Maß an „Nur noch eine Runde!“.

Clickety Clack

Jürgen - Spielbar

Jürgen (spielbar.com)

Clickety Clack ist ein Roll-and-Write, welches noch einmal einen cleveren Pfiff in das Genre bringt. Wir dürfen von den gerollten Würfeln jeweils zwei auswählen und deren Summe auf unser Blatt eintragen. Dabei klacken wir die Würfel aufeinander, was zum Namen des Spiels geführt hat. Die Limitierung kommt nun durch die fünf Reihen auf unserem Blatt, die mal nur ungleiche Zahlen, mal nur aufsteigende oder abwechselnd ungerade und gerade Zahlen verlangen. Beim Eintragen kann man außerdem auch noch ein bisschen auf Risiko spielen, denn nicht jedes Feld wird nachher gewertet.

Ghost Bumpers

Mathias - Cliquenabend

Mathias (Cliquenabend)

Ghost Bumpers ist ein wundervolles Stich-Ansage-Spiel der etwas anderen Art mit fantastischen Illustrationen. Auf dem Jahrmarkt wollen wir uns nicht von Monstern, Geistern und anderen Wesen erschrecken lassen und nur eine bestimmte Anzahl an Stichen gewinnen. Die Tatsache, dass mehrere Karten mit gleichem Zahlenwert eine andere Wertigkeit bekommen (drei 8en sind zum Beispiel 3,8), macht es grandios chaotisch und dennoch taktisch interessant. Ein Spiel in kleiner Schachtel zum Mitbringen.

KADO

Dafne und Fabian (Bretter late then never)

Kado Passend zu Weihnachten und zum Namen kommt Kado (wegen französisch: cadeau = Geschenk) in einer Schachtel daher, die wie ein kleines Geschenk aussieht. Im Spiel schenken wir uns gegenseitig Karten, die wir dann in ein 4 × 3-Raster einbauen dürfen. Dabei wollen wir in den Reihen möglichst gleiche Geschenke (Teddybären, Blumen, Socken usw.) und in den Spalten möglichst gleichfarbige Geschenkverpackungen sammeln. Am Ende gibt es dafür in einer einfachen Wertung Punkte. So weit, so simpel, aber: Ein gekonnter Kniff ist auch mit von der Partie: Wer an der Reihe ist, zieht nacheinander je eine Geschenkkarte, sieht sie sich an und gibt sie dann an eine*n Mitspieler*in (natürlich meistens dorthin, wo sie am wenigsten Punkte bringt). Auch sich selbst macht man so ein Geschenk. Bevor sich nun aber alle ihr Geschenk ansehen, darf reihum geraten werden, was sich der Schenkende selbst hingelegt hat. Rät man eine der beiden Eigenschaften richtig (also Geschenk oder Farbe), darf man sein Geschenk gegen das des Schenkenden austauschen. So kommen ganz herrliche Mindgames und Bluffmöglichkeiten ins Spiel, die für eine ordentliche Portion Spaß sorgen. Kado ist ein ausgezeichnetes Geschenk für euren Weihnachtsbaum.

Komm zum Punkt

Komm zum Punkt: Apropos „Kooperativ“ und „Hinweise“: Komm zum Punkt ist schwieriger als One Round, aber lustiger – irgendwie versuchen alle, einen Satz so zu bilden, dass eine Person an der richtigen Stelle einen gesuchten Begriff einzuordnen versucht. Alle ziehen in unterschiedliche Richtungen und dennoch klappt es irgendwie dann doch … meistens. Zumindest wenn keine Hardcore-Gamer am Tisch sitzen, denn die können das nicht, das ist statistisch erwiesen.

Reiss aus

Oliver Sack – Spielevater

Oliver (Spielevater)

Reiss aus ist ein ungewöhnliches „Zeichenspiel“ nur mit Papier – ganz ohne Stift. Statt zu malen, modellieren die Spieler Begriffe von Aufgaben­karten, indem sie Papier falten, reißen, oder knüllen. Die Mitspielenden müssen dann diese Kunstwerke identifizieren. Das Spiel erfordert zwar Kreativität, ist aber oft auch einfacher als Zeichnen. Perfekt für lustige, entspannte Runden mit Freunden.

  • Unterhaltsam, für ungezwungenen Spielspass

Wer stiehlt mir die Show

Oliver Sack – Spielevater

Oliver (Spielevater)

Wer stiehlt mir die Show überzeugt als Brettspiel mit einer gelungenen Umsetzung der TV-Show. Die wichtigsten Elemente wurden beibehalten und spielerisch aufbereitet, was für viel Spaß sorgt. Musikquiz-Elemente fehlen zwar, aber das fällt kaum ins Gewicht. Jede Partie startet klassisch mit den „leichten Fünf“. Dann wechselt von Runde zu Runde die Moderation und sorgt so für Abwechslung. Fans der Show sollten unbedingt zugreifen.


 

Christoph - Brettspielbox

Christoph (Brettspielbox)

Wer stiehlt mir die Show bringt die bekannte TV Show und Joko sehr stimmungsvoll an den Brettspieltisch. Die wichtigsten Elemente wurden clever in Quizrunden, kleine Spiele und wechselnde Moderationen übersetzt, sodass durchgehend gute Laune aufkommt. Zu Beginn warten die „leichten Fünf“, danach steigert sich die Spannung Runde für Runde über das Halbfinale bis zum großen Finale der beiden besten Spielenden. Der ständige Moderationswechsel sorgt für viele individuelle Showmomente und Abwechslung. Für Fans der Sendung ein Pflichtkauf und für Quizrunden mit Familie und Freundeskreis eine frische Alternative zu klassischen Wissensspielen.


 

Alexandra K

Alex (Brettspielhamster)

Wer stiehlt mir die Show bringt TV-Show-Feeling an den Spieltisch – und funktioniert super, selbst wenn man die Sendung wie ich nie gesehen hat. Der clevere Aufholmechanismus, bei dem die siegreiche Person einer Runde die nächste moderiert, sorgt für Abwechslung und hält die Spannung hoch. Die Minispiele, Quizrunden und Moderationswechsel erzeugen ein hohes Entertainment-Level, ohne das Ganze zu überladen – das Design bleibt zugänglich, jede Phase ist schnell erklärt und das Ganze passt sogar auf den Couchtisch. Genau deshalb funktioniert es überall: in der Familie, im Kolleg*innenkreis, an Weihnachten oder an Silvester. Ein rundum gelungenes, abwechslungsreiches Partyspiel, das garantiert laute, fröhliche Runden auslöst.

Panda Royale

Christian_Profil_450

Christian (spielstil)

Wer Kniffel schon längst überdrüssig ist, sollte die Würfel nicht ins Korn werfen. Denn mit Panda Royale wird das eingestaubte Spielprinzip auf eine weit höhere Stufe gestellt. Was zu Beginn noch einfach mit einem einzelnen Würfel beginnt, entfaltet sich schnell zu einem spannenden Wettlauf um Punkte. Runde um Runde bekommen wir mehr Würfel, die alle auf ihre eigene Art und Weise punkten. Gewürzt wird dies noch mit Würfeln, die uns erlauben, Würfel von unseren Mitspielenden zu klauen. Aber egal, für welchen Weg ihr euch entscheidet. Es wird nicht bei der einen Runde bleiben.

One Round?

One Round? Ein Spiel ohne Einstiegshürde: Einfach drei Wörter auf drei Karten schreiben und los geht’s! Dann versucht man, Hinweise zu geben, damit die anderen wissen, wo das Wort hingehört – es gibt einige Spiele, bei denen man sich gegenseitig Hinweise geben kann, aber keines ist so intuitiv und schnell gespielt.

Leuchtturm voraus

Mel (rund)

Mel (Mel und Manolo)

Leuchtturm voraus – entworfen und illustriert von Torben Ratzlaff – hat sich bereits seit seinem Erscheinen in der englischen Version in mein Herz gespielt.

Kooperativ legen wir abwechselnd ein neues Plättchen an die nordische See an. Dabei müssen wir unser eigenes Boot stets auf das neu platzierte, angrenzende Plättchen setzen, haben dafür aber nur begrenzte Bewegungsmöglichkeiten. Wir müssen uns im Vorfeld also gut überlegen, wohin wir schippern, wie wir uns im Team abstimmen und wann es sinnvoll ist, Plättchen untereinander zu tauschen.

Leuchtturm voraus punktet mit leicht verständlichen Regeln, flüssigem Spielablauf und charmanten Illustrationen, die eine gemütliche Atmosphäre schaffen.

Skizz It

Christian_Profil_450

Christian (spielstil)

Mit Skizz It schaffen wir es, die komplette Familie begeistert am Tisch zu versammeln. Dabei ist es nicht sonderlich wichtig, gut, sondern schnell zu zeichnen. Teilweise bleiben einem nur wenige Sekunden, bevor die Mitspielenden wieder einmal fertig sind. Das mag auf den ersten Blick stressig wirken, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Spätestens, wenn die „Kunstwerke“ Stück für Stück gezeigt werden, wird man in schallendes, befreiendes Gelächter ausbrechen. Dabei ist es jedoch nicht so, dass man ausgelacht wird, sondern jeder herrlich über sich selbst lachen kann. Denn in der Eile vergisst man schon mal das ein oder andere wichtige Detail. Skizz it ist dadurch ein großartiges, schnelles Spiel mit wenigen Regeln. Perfekt für die gemeinsame Zeit.

Boss Fighters QR

Sonja - Brettspielpoesie

Sonja (Brettspielpoesie)

Das kooperative Kampfspiel Boss Fighters QR hat mich zunächst durch die zwingende App-Unterstützung abgeschreckt. Doch das Scannen funktioniert einwandfrei und die App nimmt einem die meiste Verwaltungsarbeit ab. So kann man sich voll und ganz darauf konzentrieren, herauszufinden, wie das aktuelle Boss-Monster auf Angriffe reagiert und wie man es besiegen kann. Durch die vier unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen eignet es sich für Einsteiger genauso wie für erfahrene Vielspieler. Nach jedem besiegten Boss gibt es neue Karten und einen neuen Gegner, das erzeugt einen Sog, sodass man eine Partie nach der anderen spielen möchte.

  • Klassischer Spielspass

Gardlings

Dafne und Fabian (Bretter late then never)

Gardlings wird häufig als die Plättchenlegevariante von Quacksalber von Quedlinburg angepriesen, und das ist auch gar kein schlechter Vergleich. Wir ziehen nach demselben Push-Your-Luck-Prinzip Plättchen aus einem Beutel und wollen hier nun nicht mehr als 5 Gnome (bei Quacksalber sind es 7 Knallerbsen) ziehen. Die Plättchen legen wir diesmal nicht in unseren Kessel, sondern puzzeln sie aneinander. Dabei versuchen wir, die halben Edelsteine an den Seiten der Plättchen zu vollständigen zu ergänzen: blaue an blaue, rote an rote usw. Je mehr Edelsteine wir so erpuzzeln, umso bessere neue Plättchen können wir kaufen. Die neuen Plättchen kommen mit speziellen Fähigkeiten, die uns das Puzzeln erleichtern. Alle sind gleichzeitig an der Reihe und versuchen über eine unbestimmte Anzahl an Runden (hier der entscheidende Unterschied zu Quacksalber), am schnellsten auf 17 Edelsteine in einer Runde zu kommen (oder 20 in der Profivariante). Insofern handelt es sich auch um ein Wettrennen. Ein kleines Erweiterungsmodul wartet auf erfahrenere Spieler*innen, um auch hier für einen ordentlichen Wiederspielreiz zu sorgen.

Oli (Alles außer Toplisten)

Gardlings sind kleine Fantasie-Wesen, die auf Plättchen in deinem grünen Beutel wohnen. Du ziehst nacheinander heraus und legst sie so aneinander, dass ihre Kanten farbige Edelsteine komplettieren. Mit ihnen heuerst du neue, bessere Gardlings für deinen Beutel an. Dumm nur, dass in dem Beutel auch Gnome leben. Sammelst du zu viele von ihnen ein, berauben sie dich. Gardlings vereinfacht das Spielprinzip der Quacksalber von Quedlinburg und ist ein wunderbares Mehrgenerationen-Spiel. Gleichzeitig schenkt es aber auch noch eine Profi-Variante für alle, die Lust auf ein bisschen mehr Strategie haben.

Saltfjord

Dirk_Huesmann

Dirk (Würfelmagier)

Saltfjord ist ein ideales Geschenk für Fans von thematisch angehauchten Eurogames mit Anspruch. Hier baut ihr im rauen Norden euren Einfluss aus, organisiert die Fischerei und jongliert knappe Ressourcen. Klingt trocken? Keine Sorge – ihr seid auch öfter mal auf See unterwegs, ihr Landratten!.

Die Mechaniken greifen sauber ineinander, jede Entscheidung fühlt sich wichtig an, und trotzdem bleibt der Spielfluss angenehm rund. Genau das richtige Spiel für winterliche Abende, an denen man sich gern ein bisschen in eine andere Welt verzieht.

Kavango

Kavango: Etwas mehr Kennerspiel wagen: Kavango verknüpft den Trend der schönen Tierauslegespiele mit einem flotten Draftingmechanismus und schafft es dadurch, Experten- wie Kennerspielende gleichermaßen anzusprechen. Und nebenbei bekommt man tatsächlich ein Spiel, das die dargestellte Tierrettungsgeschichte nicht nur abbildet, sondern auch lebt.

Artengarten

Christoph - Brettspielbox

Christoph (Brettspielbox)

Artengarten ist das zugängliche Geschwisterspiel von Arche Nova und lässt nach und nach eine Zooanlage entstehen. Über Zooplättchen (und nicht Karten) mit Tieren, Gebäuden und Projekten wächst nach und nach ein eigener Park, in dem kluge Kombinationen und Ketteneffekte belohnt werden. Die Aktionen sind schnell erklärt, trotzdem steckt genug Tiefe in dem Kennerspiel light drin, um Zooliebende und Kennerspielrunden bei Laune zu halten. Wer immer schon Arche Nova spannend fand, sich aber eine kürzere, familientauglichere Variante gewünscht hat, liegt hier genau richtig. Nach 1–2 Partien senkt sich die Spieldauer merklich Richtung von einer Stunde.

Die große Reise

Alexandra K

Alex (Brettspielhamster)

Die große Reise ist ein zugängliches Familienspiel, in dem wir als Zugvögel um die Wette in den Süden ziehen – flott gespielt in rund 20 Minuten und ohne spürbare Downtime. Jede Runde wählen wir gleichzeitig unsere Flughöhe und entscheiden, ob wir Risiken wie Greifvögel oder Winde eingehen oder lieber sicher landen. Die acht Vogelarten bringen spannende Asymmetrien ins Spiel: Jede hat eigene Stärken, Schwächen und Routen und motiviert sofort dazu, eine neue Art auszuprobieren. Die Regeln sind schnell erklärt, die Züge kurz, und selbst Kinder treffen hier echte Entscheidungen. Ein leichtes, motivierendes Push-your-Luck für Familien – perfekt für den Weihnachtsabend und mit hohem Wiederspielreiz.

  • Anspruchsvoll, für verspielte Profis

Rebirth

Dafne und Fabian (Bretter late then never)

Rebirth ist ein Plättchenlegespiel für erfahrene Familien- oder Kennerspieler, bei dem wir reihum auf einem gemeinsamen Spielfeld Plättchen platzieren, um Punkte zu sammeln. Dabei wollen wir einerseits große Gruppen von eigenen Plättchen erschaffen, während wir gleichzeitig um bestimmte Felder des Spielfelds (Burgen) um Mehrheiten ringen. Ebenso gibt es noch persönliche Aufträge zu erfüllen. Die Züge sind wahnsinnig schnell und das Spiel ist auch in Vollbesetzung in ca. 30min spielbar, sodass es auch für zwischendurch geeignet ist, obwohl es sich wie eine „vollwertige“ Partie anfühlt. Inhaltlich sind wir in der Postapokalypse dabei, Schottland (oder auf der Spielfeldrückseite Irland) wiederaufzubauen. Die beiden Seiten des Spielplans mit leicht modifizierten Spielregeln sorgen für eine ordentliche Portion Abwechslung und einen hohen Wiederspielwert.

 

Christoph - Brettspielbox

Christoph (Brettspielbox)

Rebirth wäre eigentlich das große Messehighlight gewesen, wenn es rechtzeitig in Deutschland angekommen wäre. Das Spiel versetzt die Runde in ein zukünftiges Schottland, in dem verschiedene Clans das Land neu aufbauen und über geschickt gelegte Plättchen Burgen, Klöster, Felder und Energieanlagen entstehen lassen, die in regelmäßigen Wertungen Punkte bringen. Das Regelwerk bleibt angenehm überschaubar, die Züge sind kurz mit minimaler Downtime und die Partie sehr interaktiv, besonders beim Erfüllen der Zielkarten und im Ringen um die wertvollen Burgen. So entsteht ein elegantes, dynamisches Legespiel, das flott startet und mit jeder Partie mehr Tiefe zeigt. Wer es etwas komplexer mag, wechselt auf die Rückseite und spielt auf der anspruchsvolleren Irlandkarte. Ein starkes Plättchenlegespiel für alle, die an Weihnachten räumlich taktisch denken und den direkten Wettstreit um die beste Position lieben.

Rock Hard 1977

Oliver Sack – Spielevater

Oliver (Spielevater)

Rock Hard 1977 hat mich schon in der englischen Version begeistert – Thema, Mechanik und Atmosphäre greifen perfekt ineinander. Als Nachwuchsrockstars schreiben wir Songs, spielen Gigs, sammeln Fans und wagen Risiko oder Sicherheit. 70er-Jahre-Rock-Flair, Worker-Placement und Push-your-Luck sorgen für Stimmung, Abwechslung und Trash-Talk. Für Musikfans und Strategen ein klares Highlight.

Galactic Cruise

Mel (rund)

Mel (Mel und Manolo)

Das erste, was bei Galactic Cruise ins Auge fällt, ist das charakteristische Artwork von Ian O’Toole. Nicht nur dadurch fühlen wir uns bei diesem Erstlingswerk der drei Autoren T.K. King, Dennis Northcott und Koltin Thompson an die komplexen Eurogames von Vital Lacerda erinnert.

Im Wettstreit um den Nachfolgeposten als CEO eines Kreuzfahrtunternehmens für Weltraumreisen ist einiges an Planung gefragt. Wir versuchen, unsere Passagiere möglichst gewinnbringend per Rakete ins All zu schicken und mit cleveren Upgrades unsere Strategie zu verbessern.

Besonders reizvoll ist das stetige Abwägen zwischen effizienten Aktionen und dem Druck, im Rennen um die Unternehmensziele nicht zurückzufallen. Das Freischalten von Verbesserungen und Technologien macht die eigenen Züge zunehmend belohnender, während die Arbeiter-Verdrängen-Mechanik für Einkommen sorgen kann und das Spiel dynamisch hält.

Chichén Itzá

Mathias - Cliquenabend

Mathias (Cliquenabend)

Mit Chichén Itzá ist es Stefan Feld nach Civolution im letzten Jahr ein weiteres Mal geglückt, zwei eigentlich nicht zusammenpassende Mechanismen zu kombinieren. In diesem Fall haben wir ein Workerplacement-Spiel mit einem interessanten Aktionsauswahlmechanismus, der Aktionen in einem Raster teurer werden lässt, und etwas Ameritrash, wenn es um die Kämpfe der Monster mit unterschiedlichen Würfeln geht. Spiele ich immer wieder gerne und ist eine Empfehlung für Menschen, die komplexere Titel mögen.

Arche Nova

Dirk_Huesmann

Dirk (Würfelmagier)

Arche Nova ist immer noch eine mehr als gute Wahl, wenn du jemandem ein echtes Brett unter den Baum legen willst. Der Mix aus Zoo-Aufbau, Kartensynergien und cleverem Aktionssystem liefert einfach konstant gute Partien.

Ob erfahren oder frisch aus dem Kennerspiel-Bereich in Richtung Expertenspiel unterwegs – Arche Nova packt dich schnell, lässt dir unzählige Wege zu punkten und bleibt dabei mechanisch erstaunlich überschaubar. Jede Partie fühlt sich anders an, jede Karte kann plötzlich den perfekten Plan auslösen. 

Ein Geschenk für alle, die gerne lange tüfteln, Tiere lieben und sich über ein richtig gutes Schwergewicht unter dem Weihnachtsbaum freuen. Und auch wenn man Zoos im wahren Leben vielleicht nicht mag, kann man ihn hier im Spiel ganz ohne Reue mögen.

Ada’s Dream

Christian_Profil_450

Christian (spielstil)

Mit Ada’s Dream gibt es einen Leckerbissen für diejenigen, die auch gerne mal ein Expertenspiel auf den Tisch bekommen. Hier erwartet euch ein großartig verzahntes Euro mit besonderem Thema. Denn wann hat man schon einmal Ada Lovelace dabei unterstützt, den ersten Computer der Menschheitsgeschichte zu bauen? Hier ist das Thema nicht nur Mittel zum Zweck, sondern wird durch seine zu bildenden Rechenaufgaben auch direkt als Siegpunktmaschinerie verwendet. Ein Spiel für alle, bei denen sich jede Entscheidung wichtig anfühlen muss.

The Druids of Edora

Sonja - Brettspielpoesie

Sonja (Brettspielpoesie)

Auch wenn Weihnachten das Fest der Liebe ist, darf es natürlich nicht immer kooperativ zugehen. Wer gerne gegeneinander um die meisten Siegpunkte spielt, sollte sich The Druids of Edora anschauen. Dieses neue alea-Spiel ist optisch zwar grün in grün gehalten und manche Symbole sind auf dem Spielplan nur schwer zu erkennen, dennoch überzeugt das Spielprinzip, bei dem die 13 Würfel pro Person nur einmal geworfen werden. Mit diesen löst man im gesamten Spiel nur 13 Aktionen aus, kann durch dauerhafte und einmalige Effekte aber viele Belohnungen erhalten und somit auch ordentlich Punkte generieren.

Oli (Alles außer Toplisten)

The Druids of Edora entführt euch in einen mystischen Zauberwald. Mit deinem Druiden durchschreitest du Lichtungen, errichtest Menhire oder braust Zaubertränke. Für deine Aktionen setzt du Würfel ein, deren Augenzahl sich auf die Stärke des Ergebnisses auswirkt, aber auch darauf, wie viel Proviant du für deine Aktionen aufbringen musst. The Druids of Edora will, dass du geschickt planst, um am Ende die meisten Siegpunkte zu generieren. Dabei überrascht das Kennerspiel mit sehenswertem Material und einem flexiblen Spielplan, der sich prima an eure Personenzahl anpasst. 

  • Wundertüte

Orapa

Mel (rund)

Mel (Mel und Manolo)

Orapa ist ein kleines, süchtig machendes Deduktionsspiel für Fans von Logikrätseln.

Auf einem Raster von 8 × 10 Feldern liegen für uns nicht sichtbar fünf farbige Tangram-Formen. Wir schicken Strahlen in Reihen oder Spalten und bekommen als Antwort, wo sie wieder austreten und welche Farbe sie dabei annehmen. Stoßen die Strahlen an Kanten, werden sie reflektiert oder abgelenkt. Oft mehrfach und kombinieren dabei die Farben der Formen, auf die sie treffen.

Auf dem eigenen Rasterblatt halten wir unsere Abfragen fest und zeichnen nach und nach die Formen ein. Wir grübeln und wägen ab, welche Abfragen uns am besten die benötigten Informationen bringen.

Jede Partie belohnt mit dem Aha-Moment, wenn sich der zu Beginn noch leere Notizzettel langsam mit allen gesuchten Formen füllt. Und wer schneller als die anderen ist, darf sich wie ein echtes Deduktions-Genie fühlen.

Die glorreichen Gilden von Buttonville

Mathias - Cliquenabend

Mathias (Cliquenabend)

Die glorreichen Gilden von Buttonville ist wirklich ungewöhnlich. Denn selten habe ich ein Spiel erlebt, das in allen meinen Runden von Partie zu Partie den Mitspielenden immer mehr gefallen hat. Wir wollen Sets von verschiedenen Bewohner*innen der Stadt Buttonville vor uns liegen haben, dürfen an bestehende Sets aber grundsätzlich nicht mehr anlegen. Durch Fähigkeiten und den geschickten Umgang mit diesen entsteht ein ums andere Mal eine packende Partie. Für Familien eine unbedingte Empfehlung von mir.

Take Time

Jürgen - Spielbar

Jürgen (spielbar.com)

TAKE TIME ist oberflächlich ein einfaches kooperatives Karten-Ablege-Spiel. Aber meine Güte, was bereitet das für eine Freude. Wir verteilen zu Beginn jeder Runde Karten – aber nicht alle im Spiel enthaltenen Karten – untereinander auf. Unser Ziel ist nun, diese Karten an sechs Segmente einer Auslage anzulegen – und zwar genau so, dass von Segment zu Segment die Summe der Kartenwerte ansteigt. Ja, wir legen die Karten natürlich verdeckt, sonst ergäbe das ja keinen Sinn. Und natürlich dürfen wir nicht über unsere Karten sprechen. Wir dürfen aber vorher Pläne schmieden, die sich immer zügig mit der Kartenaufteilung erledigt haben. 😉 Jeder Level kommt außerdem mit kleinen Bedingungen daher. Die vielen Level versprechen kurze und knackige Entspannung zwischen den Gängen des Weihnachtsessens.

Carp City

Sonja - Brettspielpoesie

Sonja (Brettspielpoesie)

Carp City ist als BuchSpielBuch vielleicht mehr Buch als Spiel, für mich aber trotzdem eine klare Empfehlung für alle, die sich in Wimmelbildern verlieren können und gerne Rätsel lösen. Das Wimmelbild ist auf 25 Doppelseiten aufgeteilt. Zusätzlich gibt es einen Stadtführer, in dem man zu vielen Details aus dem Buch weitere Informationen lesen kann. Anhand dessen muss man Aufgaben erfüllen, indem man Dinge oder Personen findet oder kleine Rätsel löst, und oft darf man dann Sticker kleben, um das Wimmelbild zu verändern. Es ist insgesamt recht einfach gehalten, kann aber auch mich als Vielspieler fesseln. Das Suchen, Entdecken und Verändern macht auch gemeinsam einfach Spaß.

Die weiße Burg – Das Duell

Alexandra K

Alex (Brettspielhamster)

Die weiße Burg – Das Duell bringt frischen Wind in das vertraute Flair des Originals. Statt Würfeln nutzt das Spiel ein präzises Setz-und-Rücknahme-System: Zuerst platziert man Steine in Gärten, auf Trainingsplätzen und in der Burg, um Aktionen auszulösen und Positionen zu sichern – später nimmt man diese Steine wieder zurück und triggert stärkere Aktionen, sodass gutes Timing und Aktionsökonomie entscheidend werden. Dadurch entsteht ein fokussiertes Duell in nur 12 Zügen pro Person mit hoher Interaktion, ohne dass Analyseparalyse überhandnimmt. Als Duellvariante ist es natürlich ideal für spielende Paare. Und ja: Auch wer das Original besitzt, sollte dieses Spiel in der Sammlung haben, da es bekannte Elemente aufgreift, aber strategisch ganz andere Gehirnwindungen kitzelt.

Spielemesse Essen 2025 | ein kleiner Bericht

08. Dezember 2025 um 13:32

„… wenn sich dann die Türen öffnen. Wenn man all die Spiele sieht. Wenn klar wird, wie viele Spielenerds wir sind… wenn klar wird, was es alles gibt… dann ist da diese besondere Stimmung, die es doch nur auf der SPIEL in Essen gibt.“

Auch die SPIEL 2025 hat mich dieses Jahr wieder in den Bann geschlagen: am Anfang erst zögerlich, am Ende aber dann so, dass ich mir auch einen fünften Spielemessetag gewünscht hätte.

Die Messe hat sich 2025 noch einmal vergrößert, aber ich gebe zu, wirklich gemerkt habe ich das nicht. Auch 2024 war sie schon so groß, dass ich nicht alles greifen konnte. Als Änderung kam auch die große Bühne dazu und neu war auch die Spielbotschafterin. Diese seit dem letzten Jahr bestehende Rolle wurde in diesem Jahr von Mháire Stritter besetzt.

Was Bühne und Spielbotschafterin angeht, bin ich sehr zwiegespalten: Einerseits empfinde ich die Vielfalt und die Förderung des Themenfelds „Spiel“ durch das vielfältige Programm als großartig, anderseits habe ich dieses Angebot nicht wahrgenommen und kann mir gut vorstellen, dass sich viele Besucher stattdessen eher ein paar Spieletische mehr oder einen dezidierten Ausruhort gewünscht hätten. Spielebotschafterin 2025 ist Mháire Stritter. Als Rollenspieler (speziell als Liverollenspieler) ist Mháire mir mit ihren Social-Media-Auftritten natürlich bekannt. Sie ist eines, wenn nicht das Gesicht, das für LARP & Rollenspiel steht. Wie viele mit dem Konzept des*der Spielebotschafters*in überhaupt etwas anfangen können, weiß ich nicht. Der Spielebotschafter von 2024 Alea war im letzten Jahr durch den Support durch Band und eigene Fans hat – in meinen Augen – deutlich präsenter. Auch diejenigen, die ihn nicht kannten, so wie ich, hat er in seinen Bann gezogen und mit seiner Band richtig für Stimmung gesorgt.

Schade fand ich auch, dass ich dieses Jahr gefühlt weniger Familien mit Kindern auf der Messe gesehen habe. Ob es an der verhältnismäßig teuren Familienkarte liegt oder der Problematik, dass ein Spontanbesuch kaum noch möglich ist, oder ob es einen anderen Grund gibt… ich weiß es nicht. An dieser Stelle sei aber auch eine positive Geschichte erwähnt, was Kinderfreundlichkeit angeht: Das Kinderspiel des Jahres war dieses Mal ein wenig abseits in einer Ecke. Dadurch war dieser Spielort deutlich ruhiger – eine Wohltat für Kinder- und Elternohren.

Was ist noch zu sagen? Die App – funktionell und hilfreich. Hallenkonzept – so gut, dass es die App kaum braucht. Übergroße eher leere Stände von (meist chinesischen) Herstellern – braucht man als Besucher nicht.

Fazit: Ja, ich komme wieder. Ja, auch mit Kind. Ja, auch wieder alle Tage. Warum? Weil ich immer noch gefangen bin von dieser besonderen, internationalen Messe. Weil ich in den Augen meiner kleinen Tochter sehe, wie auch sie immer mehr angefixt ist. Weil die Messe einzigartig ist. Aber ich hoffe dennoch, dass die Messe an ihren Problemen arbeitet.

Fast Forward Dezember: Origin Story, Luthier & Co.

08. Dezember 2025 um 08:00

Willkommen zum aktuellen Fast Forward, dem Monatsrückblick der gespielten Brettspiele für Dezember! 🎲 Christian und Robert nehmen euch mit in eine neue Ausgabe *Fast Forward*, in der sie euch Brettspiele kurz vorstellen, ehrlich bewerten und sagen, welche Brettspiel Empfehlungen wir euch wirklich ans Herz legen können – und welche Familienspiele, Kennerspiele oder Expertenspiele bei uns leider komplett durchgefallen sind. Und glaubt uns: ➡️ Ein Spiel in dieser Folge hat Christian so richtig aufgeregt! Wenn ihr wissen wollt, welches Brettspiel das war und warum er fast die Tischkante angeknabbert hätte, dann […]

Fast Forward Dezember: Origin Story, Luthier & Co.

Heredity – Epos oder Fehlgriff?

07. Dezember 2025 um 13:01

Willkommen zur tiefgreifenden Brettspiel-Rezension von Heredity – Die Geschichte von Swan aus dem Hause Pegasus Spiele . Thorsten und Robert nehmen euch mit in die düstere, postapokalyptische Welt dieses kooperativen Kampagnenspiels der Autoren Jérôme Cance und Laurent Kobel. In diesem Video beleuchten wir alle wichtigen Aspekte: Gameplay & Mechanik: Wie funktioniert das kartenbasierte Storytelling und die innovative Zeitleiste? Thema & Immersion: Kann das narrative Brettspiel die emotionale Geschichte der Familie Swan und deren Kampf ums Überleben nach einem „Blackout“ vermitteln? Spielspaß & Wiederspielwert: Für wen ist dieses Expertenspiel geeignet? Teil […]

Heredity – Epos oder Fehlgriff?

Agency und warum man sie braucht

07. Dezember 2025 um 11:01
Agency ist ein Begriff, der im Mittelpunkt von Brettspielen steht. In „Agency as Art“ sagt T. Chi Nguyen, dass Spiele ein Medium für eben diese Agency sind. An Stelle von erzählerischen oder abbildenden Inhalten, verleihen Spiele ihren Spieler*innen eine Form der Handlungsfähigkeit, welche sie im Rahmen des gemeinsamen Spielens ausprobieren können. Es ist ein Gedanke, […]

Aquaria

Von: Bill
07. Dezember 2025 um 08:00

Sind Salzwasseraquarien ein Thema, für das Ihr Euch begeistern könnt? Das wäre schon einmal ein guter Einstieg für den Titel dieses Vorspiels. Diese hübschen Fische, Anemonen und Unterwasserpflanzen in einem Brettspielkonzert zu finden wirkt ansonsten jedoch erstmal weit hergeholt. Oder ist es einfach ein bislang relativ unverbrauchtes Thema in unserem Hobby? Delicious Games bzw. der Lokalisierer Skellig Games haben sich daher mittels des Autors Tomás Holek, der Euch unter anderem von dem Spiel Seti bekannt sein dürfte, ihre Instrumente geschnappt und laden zu einem aufwendig komponierten Rockkonzert der analogen Art eingeladen.

Bietet uns das Spiel dabei bloß einen staubigen Trockenfisch oder schwimmen die hübschen Tiere im Takt einer grandios komponierten Mechanik? Dieser erste Eindruck soll Euch diese und andere Fragen in aller Kürze beantworten.

Übrigens: Die deutsche Version von Skellig Games ist die einzige mit einem anderen Cover als alle anderssprachigen. Ich kann nur vermuten, dass das Originalbild von Delicious Games für Skellig Games zu sehr wie ein Familienspiel wirkte und man sich daher für etwas anderes entschieden hat. Das wäre auf jeden Fall ein guter Grund für eine solche Entscheidung in meinen Augen.

Das Originalbild wie es in allen anderen Sprachen eingesetzt wurde

Eindruck von der Bühne

In diesem gehobenen Kennerspiel hat jede teilnehmende Person, maximal 4 an der Zahl, ein Spielertableau ausliegen. Dieses stellt das Aquarium dar, in welchem wir unsere Karten als Fische, Anemonen oder Pflanzen auslegen. Zudem befinden sich hier 8 Stellrädchen für unsere sogenannte Mikroflora. Wenn diese zum Rundenende richtig eingestellt sind, erhalten wir zusätzliches Einkommen. Auch auf dem Tableau zu finden, ist unser Filter. Diesen können wir im Laufe des Spiels verbessern und sobald alle fünf Filterelemente ausliegen, wird die Engine darüber ausgelöst. Neben den Belohnungen unserer bis dahin erhaltenen Filteraufwertungen ist unser derzeitiger Sauerstoffgehalt sehr wichtig, der uns im Normalfall Siegpunkte beschert, ggf. aber auch welche abziehen kann. Der Filter wird in einem Spiel normalerweise mehrfach ausgelöst.

Unser Aquarium beherbergt bereits einige Lebewesen

In der Tischmitte finden wir neben der Auslage der Spielkarten den modularen Aktionsplan sowie den Wissensplan. Wie der Name schon sagt werden wir auf dem Aktionsplan unseren Aktionswürfel verwenden um diese auszulösen und ggf. Boni freizuschalten. Dabei stehen uns jede Runde 4 Aktionen zu Verfügung, die wir möglichst ergiebig in den insgesamt 4 Spielrunden anwenden sollten.

Der Aktionsplan (links) ist Modular.

Mögliche Standardaktionen sind Karten erhalten, Karten in das Aquarium spielen, zur Zoohandlung gehen, Sauerstoff erhalten oder das Wissen vorantreiben. Wenn man Perlen zur Verfügung hat, kann man diese ausgeben, um die Aktionen zu verstärken. Zudem lohnt es sich oft nur zu benachbarten Aktionsfeldern zu gehen, da man uf diese Weise zusätzlich zur Aktion noch Boni freischaltet. Allerdings schränkt man sich so in der Auswahl der verfügbaren Aktionen selbst ein.

Am Ende jeder Runde folgen ein paar Wertungen und Einkommen. Zum Spielende hin gibt es eine Ausführliche Punktevergabe. Punkte 150+ sind nicht ungewöhnlich. Es kann aber wohl sogar bis 250 gehen.

Groupie auf Tour

Horst und ich haben das Spiel auf der Boardgame Cruise von Piet (Youtubekanal: Hunter & Friends) erklärt bekommen. Dieser ist dabei sehr sympathisch und kann gut auf eine angenehme und humoristische Weise erklären. Das ganze hat schonmal zu einem sehr angenehmen ersten Erlebnis geführt.

Aber auch wenn das Flair auf dem Schiff und die vielen netten Passagiere zu einem besonderen Spielerlebnis geführt haben, habe ich mir das Ding auch später noch ein paar Mal gegen Mitspieler und im Solomodus genauer angeschaut. Es reicht noch nicht für eine ordentliche Rezension, aber einen ersten Eindruck kann ich hier bereits gut vermitteln.

Auch nach mehrmaligem Spielen, mag ich den Titel. Es wirkt alles gut verzahnt und die Ergebnisse sind am Ende bislang immer recht ausgeglichen geblieben, trotz sehr unterschiedlicher Wege der teilnehmenden Spieler. Das lässt schon mal auf ein ausreichend gut balanciertes Spiel im Allgemeinen blicken. Ich würde aus jetziger Sicht stets gerne mitspielen und meine Taktiken dabei versuchen zu verbessern.

Doch leider gibt es auch Bereiche im Becken, die trotz guter Vorarbeit nicht gänzlich sauber gehalten werden können. Negativ zu nennen wäre jedoch die mir bei Delicios Games des Öfteren aufgefallenen qualitativ minderwertigen Spielmaterialien. Der Karton wirkt wie aus billiger, dünner Pappe. Genauso leider auch das restliche Spielmaterial aus Pappe, wie die Tableaus und Spielkarten. Die Holzteile wirken dabei wie aus einer Restekiste herausgesucht und mussten vor dem ersten Spiel zum Teil mit beiliegenden Aufklebern aufgehübscht werden. Die Ikonografie ist praktikabel, wirkt aber, wie die gesamte Spielgrafik, sehr einfach gehalten. Einzig die Fischkarten sind mit hübschen Fotos versehen. Das alles mindert eigentlich nicht das Spielgefühl sollte aber nicht unerwähnt bleiben, denn billig ist das ganze mit 60€+ nicht.

Ebenfalls kein wirklicher Nachteil, aber erwähnenswert wäre noch die Tatsache, dass das Spiel recht solitär ist. Natürlich bedient man sich gemeinsam von der selben Kartenauslage und nimmt sich die besten Plätze in der Wissenschaftsanzeige weg. Ansonsten hat man aber keinen direkten Einfluss auf die Gegenspieler. Durch das setzen des Aktionswürfels bleibt der genutzte Platz weiterhin für alle offen. Allerdings wird der verfügbare Bonus reduziert. Dies merkt man auf der anderen Seite aber auch im Solomodus, da es beinahe unverändert zum Mehrpersonenspiel von der Hand geht.

Kurzfazit: Auf zur Zoohandlung und Futter bei die Fische (oder so)! Ich bin gerne wieder dabei!

Konzertmitschnitte


(c) Copyright: Skellig Games

Grafik(en) und Bild(er) von Bill Marquardt

Bannerbild von ClickerHappy from Pixabay.

Das Spiel ist ein Rezensionsexemplar. Diese Rezension ist unentgeltlich durchgeführt worden und spiegelt meine persönliche Meinung wider.

Unter Schafen 11/25

06. Dezember 2025 um 23:45

Unter Schafen

In dieser Kategorie gibt es Aktuelles der drei Kategorien Mäh! (News), Herde (Neuzugänge) und Grasen (Ersteindrücke). Für November 2025 mit der Spielemesse Hamburg, aktuellen Auszeichnungen, The Voynich Puzzle, Aquaria, Galactic Cruise, Disney Lorcana und Calupum.

Tags: #Aquaria | #Calupum | #Disney Lorcana | #Galactic Cruise | #Spielemesse Hamburg | #The Voynich Puzzle

Leuchtturm voraus!

05. Dezember 2025 um 16:00

TOPP, 2025
Autor: Torben Ratzlaff
1–4 Spieler:innen, ab 8 Jahre, 30 Minuten

„Leuchtturm voraus!“ nimmt euch mit auf eine maritime Entdeckungstour. Ihr seid als Küstenwache unterwegs, erkundet eine Inselwelt, kontrolliert Leuchttürme und Bojen und versucht, sichere Wasserwege zu schaffen. Die Atmosphäre erinnert an eine ruhige Bootsfahrt zwischen Sandbänken und kleinen Inseln, begleitet von Möwengeschrei und dem Gefühl frischer Seeluft. Die Welt entsteht Stück für Stück vor euren Augen, denn ihr legt jedes Gebiet selbst aus. Das Thema wirkt erfrischend anders, weil es nicht auf Handel oder Städtebau setzt, sondern auf gemeinsame Erkundung. Die Mischung aus friedlicher Stimmung und einem Hauch Abenteuer sorgt dafür, dass ihr euch schnell in diese kleine maritime Welt hineinversetzt fühlt.

Am Anfang liegt lediglich das Hauptquartier bereit, von dem aus ihr eure Schiffe in die unbekannten Gewässer steuert. Jede:r hält einige Plättchen auf der Hand und verfügt über eine begrenzte Anzahl an Bewegungsschritten. In eurem Zug trefft ihr drei Entscheidungen und kombiniert das Legen von Plättchen, das Bewegen des eigenen Schiffes oder das Tauschen der eigenen Auslage. Wenn ihr ein Plättchen anlegt, muss es an das Feld grenzen, auf dem euer Schiff steht. Danach fährt euer Schiff automatisch auf das neue Plättchen. Auf diese Weise wächst die Seekarte nach und nach zu einer verzweigten Landschaft aus Inseln, Kanälen und Orientierungspunkten. Das Zusammenspiel entsteht durch Absprachen und durchdachte Routen, denn nur vollständig umschlossene Gebiete bringen Punkte. Die enthaltene Erweiterung mit Spezialschiffen wie Lotse, Forschungsschiff oder U Boot eröffnet neue Möglichkeiten und verleiht jeder Partie zusätzliche Ideen und Abwechslung.

„Leuchtturm voraus!“ überzeugt durch seine klare Gestaltung, das stimmige Thema und den kooperativen Charakter, der sofort ein gemeinsames Zielgefühl erzeugt. Die Regeln sind leicht zu vermitteln, wodurch sich auch Familien und Gelegenheitsspieler:innen schnell zurechtfinden. Das Material wirkt solide und farbenfroh, die Holzschiffe liegen angenehm in der Hand und die Plättchen sind robust genug für viele Partien. Die Symbolik bleibt leicht verständlich und sorgt dafür, dass ihr ohne Nachschlagen auskommt. Der Spielfluss ist entspannt und eignet sich gut für ruhige Runden, in denen ihr miteinander statt gegeneinander spielt. Ein kleiner Wermutstropfen ist der gelegentliche Einfluss des Zufalls. Ungünstige Plättchenkombinationen können das Vorankommen bremsen und besonders in kleinen Gruppen zu begrenzten Handlungsmöglichkeiten führen. Wer eine strategisch anspruchsvolle Herausforderung erwartet, könnte das Spiel auf Dauer als etwas zu leicht empfinden. Dafür punktet es mit angenehmer Spielzeit, guter Zugänglichkeit und einem kooperativen Erlebnis, das sowohl in gemischten Gruppen als auch mit Kindern funktioniert.

Insgesamt hinterlässt das Spiel einen sehr stimmigen Eindruck. Es eignet sich hervorragend für entspannte Runden, die gemeinsam planen und entdecken wollen, und bietet durch die Erweiterung genug frische Ideen, um immer wieder auf den Tisch zu kommen.

Queens Carrom To Go

Von: Jens
05. Dezember 2025 um 13:21

Der Schnippspiel – Klassiker Carrom ist ein schlichtes, elegantes Finger-Billard auf Holz, das sich in Südasien zu einem der beliebtesten Wohnzimmer- und Clubspiele entwickelt hat. Es soll seine Wurzeln in der Kolonialzeit auf dem indischen Subkontinent haben, wo es als

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(Neu) Gespielte Spiele im November 2025

05. Dezember 2025 um 05:44

Im Nachgang zur SPIEL'25 in Essen letzten Monat gab es natürlich bei der ein oder anderen Gelegenheit Neuheiten der Messe kennenzulernen. Unter anderem auf der Spielemesse in Stuttgart, wobei ich dort hauptsächlich als Erklärer unterwegs war und gar nicht so viel spielen konnte. Neu waren „Orbita“, „The Last Droids“, „Artengarten“ und „Meister Makatsu“. Online kam diesen Monat ein Crowdfunding-Spiel zum Einsatz, was mich dafür auch groß begeistern konnte: „Movers & Shakers“.

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Fromage

Von: Oliver
04. Dezember 2025 um 19:19

Fromage – Käse, fehlt nur noch Baguette und ein schönes Glas Wein als Begleiter und es wird ein schöner Abend. Savoir-vivre, ich bin Fan von französischem Käse und das hat sich ausgewirkt auf das Spiel.

- Den Beitrag Fromage findest du auf Spielevater - Die ANDERE Seite der Brettspiele

SPIEL-Diskussion „Analoge Spielkultur ernst nehmen!“ im Video

04.12.2025 - Die Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) hat die Podiumsdiskussion „Analoge Spielkultur ernst nehmen!“ während der jüngsten SPIEL in Essen jetzt auf YouTube hochgeladen, wahlweise als 20-minütige Kurzfassung mit den wichtigsten Aussagen oder als komplette Dokumentation mit knapp 102 Minuten Dauer. Neben Spieleexpert/innen nahmen daran auch drei nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete von B90/Die Grünen, CDU und SPD teil. Letztere stellten fest, dass ihnen die gesellschaftliche Bedeutung analoger Spiele bisher so nicht bewusst gewesen sei und sie diese Erfahrung nun in den politischen Diskurs einbringen wollten.

SPIEL DOCH! in Dortmund 2026: Vorverkauf gestartet / pre-sale started

02.12.2025 - Am 24. April öffnet auf dem Gelände der Messe Dortmund die SPIEL DOCH! in Dortmund zum mittlerweile siebten Mal ihre Pforten. Drei Tage lang heißt es dann wieder: Spielen was das Zeug hält!

Dieses Jahr nutzen wir erstmals die ganze Halle 4, um all die vielen kleinen und großen Aussteller, die das ganze Spektrum der Brett- und Kartenspielwelt abbilden werden, auch unterzubringen. Und da unsere Standflächen bereits nahezu ausverkauft sind, kann man sich auf viele altbekannte, aber auch einige neue Aussteller freuen, deren zahlreiche Neuheiten auf der SPIEL DOCH! zum ersten Mal öffentlich gespielt werden können!

Die überambitionierte Welt

30. November 2025 um 12:30
Kein schöner Start eines Artikels, wenn man mit einem Disclaimer beginnt, aber: Ich habe Vantage trotz Titelbild tatsächlich nicht gespielt. Das wäre blöd, wenn ich eine Rezension schreiben würde, aber zum Glück schreibe ich keine Rezension, sondern einen Blogartikel. Und für den hat Vantage (und die Berichterstattung darüber) den Anstoß gegeben. Vantage ist ein “Multiplayer […]

Verso

30. November 2025 um 11:28
Es gibt Spiele, die haben einfach einen kleinen, aber feinen Dreh. Verso (Alexis Allard & Joan Dufour / Strohmann Games) gehört genau in diese Kategorie. Eine Karte umdrehen und schon ändert sich nicht nur die eigene Auslage. Nein, auch die Pläne der Mitspielenden geraten schnell ins Wanken. 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nur ein paar Karten
Ein Stapel aus Karten, jeweils mit einer von 3 unterschiedlichen Farben auf Vorder- und Rückseite,  Zahlenwerten von 1 bis 6 und Siegpunkten. Viel mehr braucht es nicht. Im eigenen Zug wandert die oberste Karte in die eigene Auslage. Bin ich mit der offenen Seite zufrieden, nutze ich diese. Oder aber ich wende die Karte und spiele damit auf Risiko. Gänzlich zufällig ist das Resultat allerdings nicht. Die Rückseite zeigt stets eine andere Farbe und eine benachbarte Zahl. Das ist insbesondere wichtig, weil ich keine 2 gleichen Karten in meiner Auslage haben darf. Ziehe ich eine Doppelte, wandert diese auf den Ablagestapel und der Zug ist verschwendet.
 
 
Zeit, an Punkte zu denken
Über Kurz oder Lang ist meine Auslage zu groß, passende Karten werden zunehmend unwahrscheinlicher. Zeit also, an Punkte zu denken. Anstatt eine weitere Karte zu ziehen, kann ich eine der farbigen Zahlenfolgen werten. Das bringt Punkte, allerdings muss ich zwei der genutzten Karten abwerfen. Da lange Reihen zudem mehr Punkte versprechen, ist an dieser Stelle das Timing entscheidend. Zumal das Werten einen weiteren Effekt hat. Denn meine Sitznachbarn müssen sofort ihre höchste Karte dieser Farbe umdrehen, was ihre Pläne gerne mal zerlegt. Und wem es gelingt, drei Reihen in drei Farben komplett auszufüllen, der bekommt ebenfalls ein paar Punkte. Ist der Nachziehstapel leer, zeigt sich, wer am cleversten gedreht, gesammelt und im richtigen Moment gepunktet hat.
 
Fazit
Verso ist eines dieser Spiele, bei denen die Regeln kaum Raum einnehmen, die Gedanken aber plötzlich um jede kleine Entscheidung kreisen. Das ständige Abwägen zwischen Sicherheit oder Risiko, das richtige Timing beim Werten und die Beobachtung der Mitspielenden erzeugen ein ruhige, aber dauerhafte Spannung. Dabei mischt sich Taktik immer wieder mit einer guten Portion Glück: Welche Karte gezogen wird, ob die Rückseite gerade passt, und ob eine Farbfolge entsteht, hängt wesentlich auch vom Zufall ab. Das kann durchaus zu Frustration am Tisch führen, wenn einfach gar nichts passen will.  Gleichzeitig macht genau dieser Zufall das Spiel aber auch lebendig und verhindert, dass es sich zu verkopft anfühlt. Gleiches gilt für die zwar überschaubare, aber alles andere als unbedeutende Interaktion. Frust und Schadenfreue liegen hier eng beieinander und schlussendlich hebt genau diese Mischung Verso aus der Masse ähnlicher Spiele hervor.
 

 

LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Von Spielzügen und Suppenkellen

30. November 2025 um 08:00

Von Spielzügen und Suppenkellen – wie man die Demokratie spielerisch schmackhaft macht.

Jan-Dirk Steffens

Jan-Dirk Steffens

Ich fange diese Kolumne gleich mal mit einem unpopulären Downer an: Die Demokratie ist in Gefahr. Und das immer wieder. Denn Obacht: Demokratie ist keine Option, die einfach so da ist, keine natürliche Tatsache. Demokratie muss gelebt, gelehrt und gefördert sowie von den jeweiligen Generationen immer wieder neu errungen werden. In Haltung und Sprache. In öffentlichen Diskursen. Und schließlich auch am heimischen Spieltisch. Doch wie genau sollen uns die bunten Schachteln, bedruckte Pappe und Holzklötzchen helfen, die Ausgestaltung der Demokratie zu leben und zu üben? Hier sind einige Gedanken zum Gelingen. 

Der Spieltrieb. Ein Motor, der unsere Entwicklung zum Homo sapiens erst so richtig ermöglichte. Schon Huizinga setzte in seinem anthropologischen Erklärungsmodell das Spiel in das Zentrum des menschlichen Seins. Das ist nun sehr kurz gefasst, aber ausgehend von diesem Kerngedanken schauen wir uns mal an, wie unser liebstes Hobby die Demokratie fördern, ja sogar beflügeln kann. 

Zunächst gilt es zu schauen, welche Kompetenzen wir denn brauchen, damit uns das köstliche Gericht der Demokratie gelingt – und hiermit willkommen im Beeple-Kochstudio. Man nehme ein großes Stück Sozialkompetenz, teile dies in Konfliktmanagement, Selbstwirksamkeit und Kooperations- sowie Kommunikationsfähigkeit. Da sich demokratische Systeme stets durch Gleichachtung und Wertschätzung auszeichnen, schmecken wir diesen Brocken noch mit Toleranz und Gleichheit ab. Denn: Am Spieltisch sind, je nach gewähltem Spiel, alle Spieler*innen gleich. Spielen ist auch immer ein In-Kontakt-bleiben, eine Interaktion, in der es gilt, den bitteren Beigeschmack der Frustration auszuhalten, ja, gar auch mal zu unterliegen. 

Wie gehen wir mit Niederlagen um?

Und hier kommen wir zu einer Geheimzutat, die das Spielen und etwaige zunächst negativ konnotierte Themenbereiche entkräften kann. Stichwort: Fehlerkultur. Wie gehen wir mit unseren Niederlagen um? Gehen wir in die Emotion und verlieren uns in heillosem Durcheinander? Das macht das Gericht sauer, das wollen wir nicht. Oder ist jemand anderes schuld an der persönlichen spielerischen Schlappe? Wohl kaum, denn auch Schuldzuweisungen verderben das Gericht. 

Viel spannender (und zuweilen konstruktiver) kann hier eine Analyse sein, ein „Was wäre, wenn …“. Eine gemeinsame Evaluierung der Spielzüge in einer harmonischen Melange eines Wir-Gefühls, das am Spieltisch entsteht. Eine Immersion der Zusammengehörigkeit, die unser soziales Wesen auf mehreren Ebenen anspricht. Und nicht zuletzt auch die Tatsache, einfach einen schönen Abend mit netten Menschen verbracht zu haben. Und das Spiel spricht dabei sämtliche Bereiche an: Ich bin selbstwirksam, wenn ich eigene Entscheidungen im Spiel treffen kann. Ich kommuniziere mit meinen Mitmenschen auf verschiedenste Art und Weise. Das Spektrum geht hier vom (un-)sinnigsten Trashtalk bis hin zu höchst anspruchsvollen Regeldiskussionen. Das schmeckt nicht nur dem Sozialwesen, sondern auch der Frucht der Personalkompetenz. Was da für Hormone ausgeschüttet werden – je nachdem, ob man gewinnt oder verliert: Adrenalin (beim Nervenkitzel und Mitfiebern), Dopamin und/oder Serotonin (beim Gewinnen oder anderen positiven Ereignissen) sorgen nicht nur für eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Serotonin wirkt auch entspannend und motivierend. Und das alles im geschützten Rahmen des Spiels. Das alles in einer Runde, in der Einigkeit herrscht über das, was auf dem Tisch passiert. Und so manches Mal, wenn einem eine Regel nicht schmeckt, wird gemeinsam eine Hausregel entworfen. Ganz partizipativ. Miteinander. Um den Spielspaß zu erhalten. Das alles ist Demokratie, das alles sind Kompetenzen, die „mal eben so“ an den Spieltischen dieser Welt gefördert und gefordert werden. 

Geschichte verstehen

Und dann gibt es noch diese Spiele, die Sachkompetenzen vermitteln. Spiele wie Dindex, Weimar oder Friedrich Ebert, die ihren Fokus auf historische Ereignisse und/oder demokratische Prozesse und die Förderung politisch-analytischer Kompetenzen legen. Die klar aufzeigen, was passieren kann. Was bereits passiert ist. Und was wir dafür/dagegen tun können. Somit lernen wir. Wieder. In einem geschützten Rahmen. Wir nehmen Positionen ein, um zu verstehen, wir agieren anders, als wir es im Alltag tun würden. Um zu verstehen. Und all dies wieder – in einem geschützten Rahmen. 

Das Spiel gilt zurecht als immaterielles Kulturerbe, schafft es doch unter anderem, die Menschen auf unterschiedlichen Ebenen zu verbinden. Und nicht zuletzt, und damit kommen wir langsam zur Quintessenz dieser Kolumne, ist da, wo Menschen spielen, ein (zumeist) friedliches Miteinander. Unsere Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Darum ist es wichtig, diese bunten Schachteln mit dem bedruckten Papier und den Holzklötzchen auch weiterhin zur Förderung demokratischer Prozesse zu nutzen. Dann schmeckt auch die Zukunft. Wieder. Guten Appetit. 

– Jan-Dirk Steffens, Alles außer Toplisten

 

Men Nefer

Von: Horst
29. November 2025 um 08:00

Angestaubte Mumien oder Pharao-tastisch?

Björn nutzt ab und zu aus, dass ich Regeln gerne lese und bringt mir mittlerweile Spiel und Regeln vorbei, um ein Stück Pile of Shame loszuwerden. Als er mir Men Nefer von Pegasus Spiele mitbrachte, war ich erst enttäuscht. Ein Arnak Abklatsch mit Ägypten-Setting? Beim Aufschlagen des Regelheftes wurde ich überrascht. Moment, ist das ein echtes Setting? Heute wird die Ruinenstadt Memphis genannt – altägyptisch tatsächlich Men Nefer. Es gibt zwar keine gesicherten Quellen, aber es wird erwähnt, dass – der ebenso umstrittene Pharao – Menes die Stadt gegründet hat. Wie auch immer es gibt auf jeden Fall die Ruinen und den Stadtnamen. Beim Recherchieren bin ich dann auch auf andere – für mich – interessante Neuigkeiten gestossen: die Menschen am Nil haben die Jahreszeiten in drei Ereignisse unterteilt: Die Überschwemmungszeit (Achet), die Aussaat (Peret) und die Erntezeit (Schemu). Genau in diese drei Phasen ist auch das Spiel eingeteilt.

Der besondere Reiz liegt für mich also in der thematischen Umsetzung und den historischen Hintergründe. Dann soll es ein Expertenspiel für ca. 90 Minuten sein. Naja…die Zeiteingabe kennen wir ja schon.


Eindruck von der Bühne

Auf der Brettern der Welt präsentiert, muss sich das Spiel nun beweisen. Ich muss sagen es gibt einige Dinge, die mich richtig angefixt haben. Zum einen finde ich es thematisch schon mal richtig gut, dass die Jahreszeiten die Rundenstruktur darstellen. Auch die Aktionen sind so richtig gut. Mit der einen Aktion kann ich von meinem Tableau einen der Arbeiter auf dem zentralen Board platzieren. An der Stelle, wo der Arbeiter war gibt es noch ein Aktionsplättchen, dass ich ausspielen darf und dann ablege. Mit einer weiteren Aktion verschiebe ich den auf dem zentralen Board platzierten Arbeiter, dadurch bekomme ich im Laufe des Spieles immer besser und/oder vielseitigere Aktionen. Mit der letzten Aktion hole ich mir wieder ein Aktionsplättchen für die nächste Runde zurück. Ich liebe dieses Vorausplanen, sich untereinander hochschaukelnde Aktionen.

Auch die Einstiegshürde in Bezug auf Regelerklärung ist schnell gemacht. Einzig der Aufbau dauert etwas länger wegen der vielen kleinen Elemente.

Und wie auf der Schachtel versprochen, erlebt man – zumindest im Spiel zu zweit – in 90 Minuten ein ziemlich gut verzahntes Expertenspiel. Das ist grandios. Das Ende ist übrigens hart auf Basis der Rundenzahl beschnitten. Also keine weitere Dynamik.

Wo gute Riffs sind, fallen auch schräge Noten. Was meine Euphorie etwas gebremst hat, war ein Spiel-Element: der Pyramidenbau. Irgendwie auch logisch, dass der wichtig ist, aber die geben je weiter man vorrückt explorative Punkte. Erstaunlicherweise, ist dies relativ leicht und ohne viel Tara durchzuführen. Bei allen anderen Aktionen wie Mumien, Priester, Sphinx platzieren oder Göttergefälligkeiten erfüllen, ist meist immer viel mehr an Vorbereitung notwendig. In der Partie mit Björn, der sich primär auf die Pyramiden gestürzt hat, hat er auch Pyramidenhoch gewonnen. Hat mich etwas enttäuscht. Das einzige Element, dass den Pyramidenbau eindämmt, sind übrigens die richtigen Aktionsplättchen zu bekommen. Damit wird es dann noch mehr zur Lotterie, wenn ihr eine Person sich die Plättchen vor den anderen schnappt.


Groupie auf Tour

Was bleibt für mich hängen? Ich will es unbedingt noch einmal spielen. Hätte Björn es nicht im Besitz, wäre ich wahrscheinlich schon längst in den Kaufrausch abgedriftet, um weitere Grabbeigaben in Form von Brettspielen zu sammeln.

Bei der nächsten Partie würde ich noch einmal darauf achten, um man wirklich mit der Konzentration des Pyramidenbaus am Ehesten durchrauscht. Persönlich fände ich das dann sehr schade. Zum einen, weil es dann trotz der vielen Angebote Punkte zu erlangen, doch nur einen Fokus gibt und zum anderen, weil es eigentlich die langweiligste Aktion ist.

Also braucht es auch noch eine dritte (oder vierte …) Runde, um dann noch herauszufinden, wie man sonst noch gut Punkte scheffeln kann. Mal sehen, wann ich es wieder spielen werde. Björn?

Ach ja … wäre natürlich auch hinsichtlich Zeitaspekt, aber auch Variabilität in der Siegpunkt-Steuerung interessant, mit mehreren Spielenden nach Memphis auf Tour zu gehen.

Kurzfazit: Könnte ich mir gut vorstellen in der eigenen Sammlung zu haben.

Björns Meinung

Zu meiner Verteidigung möchte ich vorweg sagen, dass Horst einfach ein Phänomen ist, wenn es um das Erklären von Regeln geht. Man hört ihm einfach gerne zu, und das will bei Regelwerken schon was heißen. Also an dieser Stelle vielen Dank dafür.

Aber zurück zum Spiel: Unsere erste Runde war richtig stark, und man hat sofort gemerkt, wie viel Potenzial in dem Titel steckt. Das Planen und Ausführen der Aktionen macht einfach Spaß und fühlt sich wunderbar thematisch an, als würde man tatsächlich mit Hammer und Meißel an den Monumenten der Geschichte werkeln.

In meiner zweiten Partie lief’s dann fast schon zu gut. Wieder habe ich mit dem Bau der Pyramiden einen wahren Punkteturm errichtet und das so überzeugend, dass man fast meinen könnte, die Götter selbst hätten mir den Bauplan zugeflüstert. Das Ganze wirkt momentan schon ziemlich mächtig, denn die Pyramiden scheinen nicht nur Steine, sondern auch ordentlich Siegpunkte zu stapeln. Trotzdem war es ein knappes Rennen, denn die Mitspielerin, die sich dem Beten und Opfern im Tempel verschrieben hatte, hatte sogar nochmal 2 Punkte Vorsprung.

Auch wenn ich dachte das Pyramidenbauen ist extrem mächtig, fühlte es sich doch wunderbar ausbalanciert an. Niemand hatte das Gefühl, chancenlos zu sein, und alle am Tisch hatten sichtlich Spaß.

Ich denke, Spezialisierung ist hier der Schlüssel. Mit den wenigen Aktionen pro Runde sollte man sich lieber auf einen Bereich konzentrieren, statt überall ein bisschen mitzuspielen. Ich bleibe jedenfalls beim Bauen – das scheint mein Ding zu sein.

Unterm Strich bin ich mir sicher: Der Titel bleibt in meiner Sammlung. Ich errichte hier nicht nur Pyramiden, sondern auch ein Denkmal für gute Spielmechanik.


Konzertmitschnitte

High Stakes – spannende Dramaserie ums Pokerspiel

28. November 2025 um 17:32

In der ZDFneo-Serie High Stakes spielt Jan Cronauer, bekannt als „Cron“ an der Seite des Brettspiel-Youtubers „Hunter“, eine zentrale Rolle hinter den Kulissen: Er ist der Drehbuchautor von drei der sechs Folgen. Cronauer interessiert sich nicht nur für Brettspiele, sondern auch für Texas Hold’em, was der Serie seinen Stempel aufdrückt. „Jan Cronauer ist leidenschaftlicher Pokerspieler“, berichtet Hauptdarstellerin Via Jikeli (Ayla Güler) von ihrer Vorbereitung auf die Rolle. Er habe sie zum Spielen zu sich nach Hause eingeladen.

» ZDF-Streamingportal: HIGH STAKES

Ayla

Ist Poker überhaupt ein Spiel? Wenn Ayla es mit Süßigkeiten spielt, taugt es allenfalls zum Training.

Ayla ist eine gläubige Muslima in einer ansonsten säkularen Familie. Dass sie ein Kopftuch trägt, wird in der Serie beeindruckend beiläufig zur Kenntnis genommen. Sie hat ihren Astrophysik-Bachelor (Note 1,0) in der Tasche und erhält das Angebot für ein Praktikum bei der NASA. Doch wie soll sie den USA-Aufenthalt finanzieren? Über einen Freund kommt sie mit der Welt des Pokerns und ihren Verheißungen in Berührung. Aber Glücksspiel ist harām. Von diesem Zwiespalt, den sozialen Herausforderungen, denen sich Ayla stellen muss, und den abgründigen Facetten des Pokerspiels handelt die Dramaserie. Wer Spiele mag, ist von High Stakes fasziniert.

Meine Rezension von High Stakes findet sich in der spielbox Nr. 5 Oktober–November 2025. » spielbox

Instinkt: Duell der Tiere

28. November 2025 um 16:00

Board Game Circus, 2025
Autor: Udo Peise
2 Spieler:innen, ab 10 Jahre, 20 Minuten

Stellt euch einen geheimnisvollen Wald vor, in dem Tiere nicht nur beobachtet, sondern klug gelenkt werden wollen. „Instinkt“ führt euch in eine Welt, in der ihr nicht kämpft, sondern ein gemeinsames Mosaik aus Tierkarten erschafft. Jedes Wesen hat eigene Vorlieben für seinen Platz im entstehenden Raster und eröffnet euch damit immer neue Möglichkeiten. Die Stimmung ist ruhig und zugleich angespannt, weil jede Karte ein kleines Ringen um den besten Platz darstellt. Die Illustrationen wirken stimmungsvoll und verleihen der Tierwelt einen Hauch mystischer Eleganz. Schon nach wenigen Minuten entsteht ein intensives Kopfkino, das euch in diese stille, aber raffinierte Wildnis hineinzieht.

Ihr tretet zu zweit gegeneinander an. Jede:r erhält ein eigenes Deck in Schwarz oder Weiß und zieht drei Karten. Aus diesen trefft ihr jeweils eine verdeckte Wahl. Danach deckt ihr gleichzeitig auf und legt eure Karten nacheinander in ein entstehendes Raster mit vier mal vier Feldern. Die Platzierung muss stets an eine bereits liegende Karte angrenzen, egal ob seitlich, diagonal oder nur über eine Ecke verbunden. Jede Karte bringt eigene Bedingungen mit, die am Ende Punkte liefern, etwa eine Position am Rand, in der Mitte oder in einer Ecke. Einige Karten erlauben besondere Eingriffe, etwa das Neuplatzieren einer eigenen Karte oder das Entwerten einer gegnerischen. So entsteht eine Partie voller Abwägen, denn ihr müsst stets einschätzen, welche Karte gerade sinnvoll ist und welche ihr lieber für einen späteren Moment aufhebt. Sobald alle Felder gefüllt sind, wertet ihr aus und vergleicht eure Punkte. Eine Runde dauert wenig länger als zwanzig Minuten und bleibt dadurch angenehm überschaubar.

„Instinkt“ entfaltet ein bemerkenswert dichtes Duellerlebnis. Jede Entscheidung ist relevant und ihr spürt bei jedem Zug, wie stark sich die Platzierung einer einzigen Karte auf das Gesamtgefüge auswirken kann. Die Interaktion ist hoch, denn ihr beeinflusst fortlaufend den gemeinsamen Plan und reagiert zugleich auf eure:n Mitspieler:in. Das Material wirkt solide und die Gestaltung hebt sich durch klare Kontraste positiv hervor. Ein kleines Manko zeigt sich bei den Symbolen, die anfangs etwas ungewohnt sind. Mit ein wenig Erfahrung wird jedoch alles gut nachvollziehbar. Besonders geeignet ist dieses Spiel für Paare, Freund:innen oder alle, die gern kompakte taktische Duelle spielen. Weniger geeignet ist es für größere Runden oder für Familien mit sehr jungen Kindern, da der Reiz vor allem im direkten Vergleich und im Feingefühl für kleine taktische Wendungen liegt. Auf Dauer kann die begrenzte Zahl an Karten den Überraschungseffekt etwas verringern, dennoch bleibt der Wiederspielreiz durch die stets neuen Kombinationen hoch. Insgesamt entsteht ein stimmiges Gesamtpaket, das leicht zugänglich ist und gleichzeitig genug Tiefe bietet, um immer wieder auf den Tisch zu kommen.

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