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Lese-Ansicht

Chichen Itza


Wenn man an Stefan Feld denkt, kommen einem vermutlich nicht als Erstes Armeen, Monster und Würfelkämpfe in den Sinn. Und genau das macht Chichén Itzá für mich zu einem ziemlich ungewöhnlichen Titel innerhalb der Stefan Feld City Collection. Feld selbst sagt, dass er mit diesem Spiel einmal etwas anderes ausprobieren wollte – und das merkt man dem Spiel auch an.

Aber was erwartet uns hier eigentlich?

Chichén Itzá ist für 2–4 Spieler ausgelegt und verbindet klassische Eurogame-Elemente mit einem deutlich konfrontativeren Spielansatz. Wir bauen unsere eigene Entwicklung auf, schicken Einheiten auf das Spielfeld und versuchen dort Gebiete zu kontrollieren, gegen Kreaturen anzutreten und natürlich möglichst viele Punkte zu sammeln.


Das Herzstück des Spiels ist für mich zunächst einmal der Auswahlmechanismus. Auf einem Aktionstableau stehen uns verschiedene Aktionen zur Verfügung und wir setzen unsere Arbeiter dort ein. Der Clou: Je nachdem, ob ich eine Aktion zuerst auswähle oder ein Mitspieler dort bereits zugeschlagen hat, verändert sich der Preis. Der erste Spieler kommt also günstiger an eine Aktion, während die nachfolgenden Spieler mehr dafür bezahlen müssen.

Und genau das finde ich ziemlich spannend.

Denn plötzlich muss ich nicht nur überlegen, was ich machen möchte, sondern auch wann ich es mache. Warte ich noch, kann mir jemand die gewünschte Aktion wegschnappen oder ich muss anschließend mehr dafür bezahlen. Nehme ich sie hingegen früh, kann ich mir einen Vorteil sichern, verbaue mir aber vielleicht eine andere Möglichkeit.


Daneben entwickeln wir unsere Fähigkeiten weiter, verbessern beispielsweise unsere Kampfmöglichkeiten und bewegen unsere Einheiten über den Spielplan. Dort kommt dann der etwas ungewöhnlichere Teil ins Spiel: die Kämpfe gegen Kreaturen oder andere Spieler. Hier wird gewürfelt, wobei verschiedene Werte und Verbesserungen Einfluss auf das Ergebnis haben. Das Ganze ist dadurch nicht komplett berechenbar, lässt sich aber durchaus beeinflussen.

Gerade das Kampfsystem ist dabei zu Beginn nicht unbedingt super intuitiv. Ich musste mich hier erst einmal ein wenig hineinarbeiten. Aber wie so oft bei einem Stefan-Feld-Spiel gilt: ein paar Partien gespielt und plötzlich greifen die verschiedenen Zahnräder immer besser ineinander.

Chichén Itzá ist für mich ein ziemlich ungewöhnlicher Stefan Feld. Und das meine ich tatsächlich positiv. Es ist eben nicht das klassische Eurogame, bei dem jeder friedlich vor seinem eigenen Tableau sitzt und versucht, möglichst effizient seine Punkte zu generieren. Hier kommt deutlich mehr Konfrontation ins Spiel und durch die Kämpfe auch eine gewisse Portion Glück.


Der Auswahlmechanismus gefällt mir dabei ausgesprochen gut. Gerade die Tatsache, dass die Kosten für eine Aktion für die nachfolgenden Spieler steigen, erzeugt eine interessante Spannung. Ich muss ständig abwägen, ob ich etwas jetzt unbedingt brauche oder ob ich noch warten kann.

Auch das Kampfsystem funktioniert für mich nach ein paar Partien deutlich besser. Am Anfang wirkt es etwas sperrig und man muss erst einmal verstehen, welche Möglichkeiten man überhaupt hat. Aber wenn das sitzt, greifen die einzelnen Elemente gut ineinander und es macht durchaus Spaß, seine Einheiten aufzurüsten, über den Spielplan zu schicken und sich mit den Kreaturen beziehungsweise den Mitspielern auseinanderzusetzen.

Und überhaupt: Stefan Feld bleibt für mich einfach ein Autor, der keine schlechten Spiele macht. Auch wenn mir natürlich nicht jedes seiner Spiele gleich gut gefällt, schafft er es immer wieder, interessante Mechanismen miteinander zu verbinden.


Ein Thema möchte ich bei der City Collection allerdings erneut ansprechen: das Material ist Fluch und Segen zugleich.

Grundsätzlich bekommen wir hier wirklich sehr gutes Material auf den Tisch. Aber dann kommt das Innenleben der Schachtel und ich frage mich jedes Mal: Warum?!

Die kleinen Schachteln sind grundsätzlich eine nette Idee, aber die Pappkreuze, die darin als Unterteilung dienen sollen, halten einfach nichts in ihren Fächern. Beim Transport mischt sich am Ende wieder alles durch. Dann kann man es auch gleich bleiben lassen.

Und ganz ehrlich: Bei diesem Preispunkt muss dieses Problem endlich behoben werden! Wenn ich so viel Geld für ein Spiel ausgebe, möchte ich nicht nach dem Öffnen der Schachtel erst einmal wieder alle Marker, Plättchen und sonstigen Kleinteile auseinander sortieren müssen.

Auch die Illustrationen sind für mich so ein kleiner Zwiespalt. Thematisch passen sie durchaus, wirklich schön finde ich sie allerdings nicht. Da hätte ich mir gerade bei einem solchen Titel etwas mehr gewünscht.


Trotz dieser Kritikpunkte bleibt für mich aber ein gutes Spiel übrig. Chichén Itzá ist ungewöhnlich, spielt sich anders als viele andere Titel von Stefan Feld und bietet gerade durch den Auswahlmechanismus und die Kämpfe eine interessante Mischung.

Betrachtet man die komplette Stefan Feld City Collection, würde ich Chichén Itzá momentan im oberen Drittel einordnen. An der Spitze bleibt für mich vorerst allerdings Marrakesh.

Aber wer weiß, was die nächsten Partien noch so bringen.
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Chichen Itza von Stefan Feld
Erschienen bei Queen Games
Für 2-4 Spieler in ca. 60-120 Minuten ab 12 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Queen Games)

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Ladybugs




Marienkäfer, Blumenwiesen und dazu ein bisschen taktisches Grübeln – klingt erst einmal nach einem ziemlich niedlichen Familienspiel, oder? Genau das ist „Ladybugs“ von Queen Games auch, allerdings steckt hinter der hübschen Optik doch etwas mehr, als man vielleicht zunächst vermuten würde. 2–4 Spieler ab 8 Jahren versuchen, mit ihren Marienkäfern möglichst viele und vor allem wertvolle Blumenbeete zu kontrollieren. Eine Partie dauert dabei rund 30 Minuten.

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Jeder Spieler verfügt über einen Vorrat an eigenen Marienkäfern, auf denen unterschiedliche Zahlen abgebildet sind. Diese Zahl gibt an, wie weit der nächste eigene Käfer vom bereits liegenden Käfer entfernt platziert werden muss. Dabei darf man sich nur waagerecht oder senkrecht bewegen und bereits liegende Käfer nicht überspringen. Landet man genau auf einem bereits ausliegenden Käfer, wird der neue Käfer daraufgesetzt – mehr als zwei Käfer dürfen allerdings nicht übereinanderliegen.


So arbeitet man sich Stück für Stück über die Blumenwiese und versucht dabei, möglichst viele beziehungsweise möglichst wertvolle Blumenbeete mit den eigenen Käfern zu besetzen. Denn am Ende zählt nicht einfach die Anzahl der Käfer, sondern deren Werte. Wer in einem Blumenbeet die meisten Punkte auf seinen Käfern sammeln konnte, erhält die entsprechenden Siegpunkte.

Für etwas mehr Abwechslung sorgen zusätzliche Module. So gibt es beispielsweise Sonderaktionen, mit denen man einmalig die Augenzahl verändern, andere Käfer überspringen oder sogar einen dritten Käfer auf einen bereits bestehenden Zweierstapel setzen kann. Dazu kommen noch Glücksklee und die optionale Spinne, die das Spiel noch einmal deutlich taktischer machen. Für die ersten Partien kann man aber problemlos mit dem Grundspiel starten und die zusätzlichen Möglichkeiten später hinzunehmen.



Und wie spielt sich das Ganze nun? Erstaunlich flott! „Ladybugs“ ist schnell erklärt und auch die einzelnen Züge sind zügig abgehandelt. Trotzdem steckt in den Platzierungen durchaus ein kleiner Knobelfaktor. Wo setze ich meinen nächsten Käfer hin? Welches Blumenbeet möchte ich noch erreichen? Kann ich meinem Mitspieler vielleicht einen wichtigen Platz vor der Nase wegschnappen? Und vor allem: Wie komme ich mit der Zahl meines nächsten Käfers überhaupt dorthin?

Genau diese Überlegungen machen für mich den Reiz aus. Das Thema mit den kleinen Marienkäfern und den Blumenwiesen ist dabei natürlich herrlich niedlich, ohne dass das Spiel dadurch zu einem reinen Kinderspiel wird. Im Gegenteil: Man kann sich durchaus ein wenig den Kopf darüber zerbrechen, wie man seine Käfer am geschicktesten platziert.


„Ladybugs“ erfindet das Rad sicher nicht neu und ist auch kein Spiel, bei dem man nach jeder Partie über die unglaubliche Innovation spricht. Das muss es aber auch gar nicht sein. Es spielt sich flott runter, bietet einen schönen Knobelfaktor und verpackt das Ganze in ein wirklich sympathisches Thema.

Für die angepeilte Zielgruppe ist „Ladybugs“ damit ein sehr schönes Familienspiel. Aber auch Vielspieler können durchaus ihren Spaß damit haben, wenn zwischendurch einmal ein kleiner, schneller Titel auf den Tisch soll, bei dem man trotzdem ein bisschen grübeln darf.

Für mich ist „Ladybugs“ daher ein schönes Spiel für zwischendurch – niedlich verpackt, schnell gespielt und mit genau der richtigen Portion Knobelei.
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Ladybugs von Jakob Andrusch
Erschienen bei Queen Games
Für 2-4 Spieler in ca. 30 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Queen Games).

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Obsession: Characters Erweiterung



Wer Obsession kennt, weiß, dass wir uns hier nicht gerade mit einem kleinen, schnell erklärten Familienspiel beschäftigen. Wir kümmern uns um ein englisches Landgut, laden Gäste ein, setzen unsere Bediensteten ein und versuchen, unser Ansehen in der feinen Gesellschaft zu steigern. Das Ganze ist ohnehin schon ein umfangreiches Paket. Doch wer dachte, dass damit irgendwann Schluss sein muss, hat die Rechnung ohne Autor Dan Hallagan gemacht. Mit Characters kommt eine weitere Erweiterung auf den Tisch, die noch einmal ordentlich Material und neue Möglichkeiten mitbringt. Ob das alles sinnvoll ist oder ob wir uns langsam in den viktorianischen Regeln verlieren, schauen wir uns an.

Wie immer gilt: Ohne das Grundspiel Obsession geht hier gar nichts. Characters ergänzt das Spiel um neue Persönlichkeiten, zusätzliche Bedienstete, neue Karten und weitere Module. Die Erweiterung lässt sich dabei in verschiedenen Kombinationen spielen, sodass ihr selbst entscheiden könnt, welche zusätzlichen Inhalte ihr in eure Partie aufnehmen möchtet.


Die drei neuen Persönlichkeiten bringen unterschiedliche Fähigkeiten mit. Reverend Grantly hilft euch beispielsweise dabei, unpassende Zielkarten auszutauschen, während Constable Bucket euch den Umgang mit ungeliebten Gästen erleichtert. Die exzentrische Dowager Countess wiederum eröffnet euch Zugang zu besonderen Gästen, die zwar ihren Preis haben, aber auch interessante Vorteile mitbringen.

Dazu kommen sogenannte Aushilfen, mit denen ihr euren Personalbestand ergänzen könnt. Diese sind allerdings nicht einfach nur zusätzliche Arbeitskräfte, die euch das Leben leichter machen. Ihr Einsatz hat auch Konsequenzen für euer Ansehen. Man kann eben nicht jeden einstellen, ohne dass die feine Gesellschaft irgendwann die Nase rümpft.


Wer noch mehr Abwechslung sucht, bekommt außerdem neue Zielkarten, namhafte Familienmitglieder, weitere Sologegner und zusätzliche Varianten. Besonders interessant ist dabei die kooperative Spielvariante, in der ihr euch gemeinsam einer Herausforderung stellt, anstatt ausschließlich gegeneinander um das höchste Ansehen zu kämpfen.

Das klingt erst einmal nach einer ganzen Menge neuer Möglichkeiten. Und genau das ist es auch. Allerdings bringt jedes zusätzliche Modul seine eigenen Regeln und Besonderheiten mit. Man sollte also nicht erwarten, dass man Characters einfach auspackt, ein paar Karten untermischt und direkt losspielt. Hier muss man sich schon etwas intensiver mit den Regeln beschäftigen.

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Characters ist eine Erweiterung für echte Obsession-Fans. Wer das Grundspiel bereits unzählige Male gespielt hat und langsam das Gefühl bekommt, alles gesehen zu haben, findet hier jede Menge neue Spielreize. Neue Bedienstete, neue Persönlichkeiten, zusätzliche Module und sogar eine kooperative Variante sorgen dafür, dass Obsession auch langfristig interessant bleibt. Es gibt viel zu entdecken und noch mehr auszuprobieren.


Das ist grundsätzlich eine tolle Sache. Man spürt förmlich, wie viel Liebe Autor Dan Hallagan in sein Spiel gesteckt hat. Hier wurde nicht einfach noch ein kleines Päckchen mit ein paar Karten geschnürt, damit die Fans erneut Geld ausgeben können. Vielmehr bekommt man ein umfangreiches Paket, das zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet und das Spiel in unterschiedliche Richtungen erweitern kann. Mit Characters scheint nun auch das finale Kapitel für Obsession geschrieben zu sein.

Aber genau diese Liebe ist gleichzeitig Fluch und Segen. Denn langsam wird das Ganze zu einem kleinen Regelmonster. Die Regeln werden teilweise deutlich kleinteiliger, die Abläufe komplexer und die Anzahl der Möglichkeiten wächst ordentlich an. Wer Obsession nur gelegentlich auf den Tisch bringt, wird mit Characters vermutlich eher überfordert sein. Bis man sich durch die zusätzlichen Regeln gearbeitet hat und alle Module wirklich verinnerlicht sind, vergeht schon etwas Zeit.

Für mich gehört die Erweiterung dennoch irgendwie dazu. Wer Obsession liebt, wird an Characters kaum vorbeikommen. Zusammen mit dem Grundspiel und den bisherigen Erweiterungen ergibt sich ein großes Gesamtpaket, das viele Möglichkeiten bietet und immer wieder neue Herausforderungen auf den Tisch bringt.


Allerdings würde ich bei mir noch einige Partien benötigen, bevor ich freiwillig weitere Module oder alternative Spielweisen einbauen würde. Erst einmal möchte ich das vorhandene Material besser kennenlernen, bevor ich mir noch mehr Regeln auflade. Denn nur weil etwas möglich ist, muss man es ja nicht gleich machen.

Ist Characters also eine Must-have-Erweiterung? Nein, das würde ich nicht sagen. Wer nur ab und zu eine Partie Obsession spielt, kann hier getrost passen. Für Fans und Liebhaber des Spiels ist die Erweiterung aber definitiv einen Blick wert. Sie hält das Spiel frisch, erweitert die Möglichkeiten enorm und zeigt, wie viel Potenzial noch in diesem ohnehin schon umfangreichen Spiel steckt.

Man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt: Hier gibt es nicht einfach nur mehr Obsession, sondern auch deutlich mehr Regeln. Und manchmal ist weniger eben doch mehr – selbst auf einem englischen Landsitz.

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Obsession: Characters von Dan Hallagan
Erschienen bei Strohmann Games
Für 1-6 Spieler in ca. 30-180 Minuten ab 14 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Strohmann Games).

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An Age Contrived



BIST DU EIN GOTT?!?!?! NEIN? DANN STIRB!!!!!

Na, wer hat dieses Filmzitat erkannt? Es stammt aus einem meiner Lieblingsfilme aus der Kindheit und zwar “Ghostbusters”. Ach ja, was war das schön. Wer aber diese Frage immer schon gern mit “JA!” beantworten wollte, der sollte jetzt weiterlesen, denn in diesem Spiel sind wir genau das - GÖTTER!

In dem gehobenen Kennerspiel für 1-5 Spieler von Chris Matthew sind wir Götter der Welt “Eldranir”, welche um die Gunst der Sterblichen buhlen und stärker werden, indem sie den Sterblichen Monumente, Säulen der Zivilisation und andere bleibende Erfüllungen bringen. Schlussendlich geht es aber um Siegpunkte, die für den Glauben an euch als Gott stehen.



Vor uns liegt die Karte von Eldranir, eingeteilt in verschiedene Gebiete, in denen wir jeweils ein episches Monument bauen möchten, das ist auch der Endspiel-Trigger, sobald alle Monumente fertig sind, endet das Spiel. Jeder Gott beginnt in einer anderen Region und platziert dort die Miniatur seiner Manifestation.

Jeder Spieler erhält eine Charaktertafel sowie ein Transmutationsgerät - hier kommt es nun etwas darauf an, mit welcher Edition ihr spielt, denn in der Deluxe-Ausstattung ist dieses Gerät ein Metallgestell, bei dem man im Laufe des Spiels die Steine rausschießen kann. Da es spielerisch keine Relevanz hat, gibt es in der Retailfassung nur ein einfaches Board. Dieses Board ist auch Dreh- und Angelpunkt des Spiels, denn hierüber fokussieren wir unsere göttliche Energie ins Reich der Sterblichen und üben Einfluss aus.



Das Board besteht aus mehrere Plättchen mit Aussparungen in zwei Reihen, die untere Reihe bestimmt dabei, welche Aktion ausgeführt werden kann und die obere Reihe ist dann quasi die Energie, die zum Einsatz kommt. In meinem Zug kann ich so viele Aktionen wie ich Steine in der unteren Reihe besitze ausführen, allerdings ist jeder Stein durch seine Position auf dem Board an eine mögliche Aktion gebunden.

Zwei der Aktionen erscheinen dabei erstmal ganz simpel und zwar erlauben sie mir einfach, aus einer bestimmten Position die Energiesteine zu entfernen und einzusetzen. Mit dem “fancy” Gestell werden diese dann rausgeschossen oder einfach vom Board genommen. Diese entnommene Energie kann nun unterschiedlich verwendet werden, überwiegend allerdings zum Bau eines Monuments. Jedes Monument besteht aus 4-5 Teilen, die nach und nach gebaut werden können und unterschiedliche Vorgaben zeigen, denn jedes Energieplättchen zeigt noch eine andere Type.



Diesen Typen sind dann wichtig, sobald ein Monument-Teil fertig ist, denn jeder der dort nun sein Teil beigetragen hat, darf die Aktion des entsprechenden Plättchens ausführen und der Spieler, welcher das letzte Teil beigesteuert hat bekommt einen Bonus und darf dieses Teil zum Monument legen und dient somit einer Mehrheiten-Wertung am Ende. Sollte es nicht zu einem Monument-Teil gehen, dann kann ich mir eine Errungenschaft sichern, die mir eine weitere Wertung am Spielende bringt, dafür muss ich allerdings gewisse Vorgaben erfüllen..

Als weitere Aktion gibt es noch Bewegungspunkte, die ich für meine Miniatur ausgeben kann, die sich dann über die Karte bewegt, allerdings nur in die Richtung, in welche sie blickt und entlang des Weges. Häufig muss als Übergang eine Brücke gebaut werden, die uns dann wieder einen Bonus bringt, wenn man sie überschreitet. Durch das "Bauen" von Brückenteilen entsperrt man übrigens Fähigkeiten des Charakters, die bei jedem anders sind. Möchte ich meine Figur nicht bewegen, kann ich auch Schritte auf zwei kleinen Leisten auf meinem Playerboard gehen. Erreicht man jeweils das Ende, wird der Energiestein gebunden und zwar entweder bei einem Monument oder bei den Errungenschaften der Zivilisation. Die gibt es in jeder Region einmal mit zwei Spots und am Ende des Spiels bekommt man Punkte für die Anzahl an Energien, die man dort gebunden hat.



Letzte Aktionsmöglichkeit wäre noch eine Repositionierung von Energien, falls man sich doch noch mal umentscheiden möchte. So, das waren nun die Aktionen durch das Board, falls die untere Reihe nun aber leer ist oder man einfach keine weitere Aktion ausführen möchte, dann kann ich voranschreiten. Wir haben immer zwei Plättchen mit Aussparungen mehr als in das Board passen, schreite ich voran, wähle ich eine davon aus und schiebe sie von links ins Board, so das rechts eins herausfällt. Das neue Plättchen darf ich dann mit neuen Energiesteinen befüllen. Habe ich noch einen aktiven Marker meiner Fraktion, darf ich sogar zwei Platten neu hinzufügen und kann später diesen Marker durch eine Aktion auch neu aktivieren.

Des Weiteren habe ich die Möglichkeit mir bessere Plättchen mit Aussparungen zu holen, die mir mehr Möglichkeiten geben und mit zusätzlichen Aktionssymbolen versehen sind, schiebe ich gleiche Symbole in eine Spalte, dann bekomme ich sofort einen Bonus und ich kann generell die Aktionen noch verbessern!



Ihr merkt schon, das Spiel ist komplex, aber vom Handling eigentlich sehr leicht, denn in meinem Zug tue ich nicht mehr als Aktionen auslösen oder eben schieben, aber dennoch entsteht eine gewaltige Komplexität, weil man überall mitspielen möchte und einige Dinge beachten muss. Aber es bringt Spaß, die Azul-artigen Steine fühlen sich toll an und sehen toll aus, der Schieß-Mechanismus im Deluxe-Teil erschließt sich mir nicht und kann daher wirklich vernachlässigt werden.

Aber wenn wir schon bei Optik sind: die Monumente sehen fantastisch aus. Jedes Plättchen ist magnetisch und wird an ein Metall-Stück geheftet, so dass am Ende 3D-Gebäude auf dem Spielplan stehen, was wirklich beeindruckend aussieht. Auch die generelle Aufmachung gefällt mir sehr gut.

An Age Contrived ist zwar knifflig, aber nicht anstrengend dabei, schlussendlich muss man aber schon sagen, das es viel darum geht, die richtigen Symbole auf den Energiesteinen zu haben um sich bei den Monumenten zu beteiligen, darauf fokussiert sich das Spiel und der Rest wirkt daher ein wenig wie Beiwerk. Gerade die Zivilisationspfeiler wirken ein wenig unnatürlich und unthematisch. Es soll dafür stehen, dass man der Bevölkerung z.B. Literatur gebracht hat, aber spielerisch ändert sich dadurch nichts, was ich schade finde, hier wäre ein Bonus angebrachter gewesen als z.B. bei den Brücken.



Wenn ich also etwas kritisieren möchte, dann tatsächlich die thematische Umsetzung. Ich fühle mich nicht wirklich wie ein Gott oder dergleichen und so spielt sich An Age Contrived recht mechanisch und nicht thematisch, was ich umso schader finde, weil ich das Thema toll finde. Der Fokus ist aber stets, welches Symbol liegt wo und wann und wie… und darum drehen sich dann auch die Gedanken. Dieses Knobeln macht zwar Spaß, funktioniert gut und die bisherigen Partien kamen gut an, aber die vollendete Begeisterung wollte nicht aufkommen, weil man das Gefühl hat, hier wurde auch was verschenkt. Dazu kommt auch das recht konfuse englische Regelwerk, welches das Nachschlagen zu Beginn nicht leicht gemacht hat. 

Zum Ende bleibt dennoch ein positiver Eindruck und spaßige Partien mit sehr interessanten Ideen, gerade der Engine Building Part, wie man Energie und Aktionen plant, gefällt mir sehr gut und würde ich gern noch in anderen Spielen sehen wollen. Spielt es auf jeden Fall mal an, wenn ihr die Chance dazu bekommt.

Nicht zu vergessen, es wird noch eine kleine Erweiterung (“Ad Infinitum”) geben, die vor allem Varianz bringt sowie eine Art Belohnungs- und Unterstützungssystem, wenn man das Spiel häufiger spielt. Gute, erfahrene Spieler bekommen ein Malus und Neulinge oder bisher wenig erfolgreiche Spieler einen Support. Schön!

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An Age Contrived von Chris Matthew
Erschienen bei 
Für 1-5 Spieler in ca. 60-120 Minuten ab 12 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier)
*es handelt sich um einen Affiliate-Link

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Power Vacuum


Machtvakuum bei den Haushaltsgeräten? Na, da ist ja was los!

Stellt euch vor, der große Staubsauger ist tot und plötzlich kämpfen Toaster, Mixer, Bügeleisen und Co. um die Vorherrschaft. Klingt bekloppt? Ist es auch! Und genau deshalb passt das Thema von Power Vacuum von Corax Games irgendwie hervorragend zu diesem doch etwas ungewöhnlichen Stichspiel.

Power Vacuum ist ein Stichspiel für 1–5 Personen und läuft zunächst einmal nach einem Prinzip ab, das uns Stichspielfans durchaus bekannt vorkommen dürfte. Karten werden ausgespielt, es gibt Farben, Bedienzwang und am Ende gewinnt normalerweise die höchste Karte der angespielten Farbe. Eine Farbe fungiert dabei als Trumpf.

Aber natürlich wäre das Ganze viel zu langweilig, wenn es dabei bleiben würde.


Denn in Power Vacuum ist nicht unbedingt derjenige der Gewinner, der den Stich macht. Die niedrigste ausgespielte Karte bekommt nämlich ebenfalls eine wichtige Aufgabe und darf am Kontrollplan die Machtverhältnisse zwischen den verschiedenen Haushaltsgeräten beeinflussen. Dazu kommen geheime Agenda-Karten, die vorgeben, welche Geräte am Ende einer Runde besonders viel oder besonders wenig Macht besitzen sollen. Wer seine Agenda geschickt erfüllt, kann ordentlich Punkte kassieren.

Und genau hier beginnt für mich der interessante Teil des Spiels.

Denn zu Beginn wirkt Power Vacuum erst einmal ein wenig sperrig. Man schaut auf seine Karten, auf den Kontrollplan, auf die Agenda und fragt sich vielleicht: „Ähm … was genau soll ich jetzt eigentlich machen?“


Aber je mehr Partien man spielt, desto mehr öffnen sich die taktischen Möglichkeiten. Plötzlich geht es eben nicht mehr nur darum, einen Stich zu gewinnen. Vielleicht möchte ich einen Stich absichtlich NICHT gewinnen. Vielleicht brauche ich eine niedrige Karte, um am Kontrollplan etwas zu verändern. Vielleicht muss ich einen Mitspieler stärken, obwohl ich ihn eigentlich lieber schwächen würde, weil mir das am Ende bei meiner eigenen Agenda hilft.

Und genau diese kleinen Entscheidungen machen für mich den Reiz aus.

Dazu kommt das wirklich herrlich verrückte Thema. Machtgierige Haushaltsgeräte, die um die Vorherrschaft kämpfen? Bitte was? Die Grafik passt dabei wunderbar zum völlig absurden Szenario und unterstreicht den Humor des Spiels. Gerade bei einem Stichspiel ist das eine willkommene Abwechslung und sorgt dafür, dass Power Vacuum nicht wie das nächste austauschbare Kartenspiel daherkommt.


Für mich ist Power Vacuum deshalb eine kleine Überraschung. Ja, der Einstieg ist etwas sperrig und man braucht ein paar Partien, bis man wirklich versteht, welche Möglichkeiten einem das Spiel bietet. Aber genau dann beginnt es richtig interessant zu werden.

Und als bekennender Stichspiel-Fan kann ich nur sagen: Das Ding gefällt mir!

Ein ungewöhnliches Thema, eine passende und witzige Gestaltung und vor allem ein Stichspiel, das mit seinen zusätzlichen Mechanismen immer wieder neue taktische Möglichkeiten eröffnet.

Für mich auf jeden Fall eine kleine Perle unter den Stichspielen, die definitiv im Regal bleiben darf!


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Power Vacuum von Kaleb Wentzel-Fisher
Erschienen bei Corax Games / Keen Bean Studio
Für 1-5 Spieler in ca. 30-45 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Corax Games / Keen Bean Studio).

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Forgeflame

 


Forgeflame – allein der Name, das Cover und vor allem die wirklich tollen Miniaturen versprechen schon ein großes Fantasy-Abenteuer. Tief hinein in die Mine, Erze abbauen, Kobolde bekämpfen und am Ende mächtige Artefakte schmieden. Klingt doch eigentlich nach genau dem Stoff, aus dem epische Spieleabende gemacht sind, oder? Bei mir wollte dieser Funke allerdings nicht so richtig überspringen.

In Forgeflame übernehmen wir jeweils eine Gruppe aus drei unterschiedlichen Abenteurern und machen uns auf den Weg in die Tiefen der Mine. Dabei sammeln wir Erze, erkunden die verschiedenen Bereiche, kümmern uns um herumstreunende Kobolde und versuchen schließlich, aus unseren gesammelten Rohstoffen wertvolle Artefakte zu schmieden. Dafür spielt jeder Spieler Karten aus seinem persönlichen Deck aus, wobei die verschiedenen Charaktere über eigene Fähigkeiten verfügen. Nach einigen ausgespielten Karten wird das Deck durch stärkere Karten erweitert – ein klassischer Deckbuilding-Mechanismus also.


Das eigentliche Ziel ist dabei ziemlich schnell erklärt: Wir benötigen bestimmte Kombinationen aus Erzen, bringen diese zur zentralen Schmiede und fertigen daraus Artefakte. Wer zuerst die entsprechende Anzahl an Artefakten geschmiedet hat beziehungsweise am Ende die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt das Spiel. Je nach Spielerzahl verändert sich dabei auch das Spielprinzip etwas – zu viert wird beispielsweise in zwei Teams gespielt.

Das klingt jetzt vielleicht etwas trocken und genau hier liegt für mich auch das Problem von Forgeflame. Denn eigentlich steckt in dem Spiel unglaublich viel Potenzial. Die Miniaturen sind wirklich gelungen, die Grafik gefällt mir ausgesprochen gut und auch das Material kann überzeugen. Besonders schön finde ich die Idee, dass die gesammelten Erzbrocken tatsächlich an den Figuren befestigt und von diesen durch die Mine getragen werden. Das sieht auf dem Tisch einfach klasse aus.


Auch die unterschiedlichen Charaktere bringen etwas Abwechslung ins Spiel. Jeder verfügt über eigene Fähigkeiten und dadurch entstehen durchaus interessante Kombinationen. Trotzdem hatte ich während meiner Partien immer wieder das Gefühl, im Grunde doch ständig dasselbe zu tun: Bewegen, Erz sammeln, zur Schmiede bringen, Artefakt herstellen. Dann wieder von vorne.

Und genau das wurde mir auf Dauer etwas zu repetitiv.

Das Spiel macht dabei gar nicht wirklich viel falsch. Die Regeln funktionieren, die verschiedenen Charaktere bringen unterschiedliche Möglichkeiten mit und auch die Kobolde sowie die weiteren Elemente sorgen für ein wenig Abwechslung. Es gibt also durchaus einiges zu entdecken. Nur hatte ich angesichts der Optik und des gesamten Auftritts von Forgeflame einfach etwas anderes erwartet.

Ich hatte irgendwie auf ein großes Abenteuer gehofft. Auf mehr Entscheidungen, mehr Überraschungen, vielleicht etwas mehr Interaktion und das Gefühl, wirklich gemeinsam durch eine gefährliche Mine zu ziehen. Stattdessen ist es letztendlich vor allem ein Spiel darum, die benötigten Rohstoffe zusammenzubekommen, um die eigenen Ziele zu erfüllen.

Und das ist mir persönlich dann einfach etwas zu wenig.


Gerade weil Forgeflame optisch so viel verspricht, fällt dieser Unterschied bei mir besonders stark auf. Wenn ein Spiel durchschnittlich aussieht und durchschnittlich spielt, erwartet man vielleicht auch nicht mehr. Hier hatte ich aber ständig das Gefühl: „Da müsste doch eigentlich noch mehr kommen!“

Trotzdem möchte ich Forgeflame keinesfalls schlechtreden. Wer ein zugängliches Fantasy-Spiel mit tollem Material, hübschen Miniaturen und einem überschaubaren Deckbuilding-Anteil sucht, kann hier durchaus seinen Spaß haben. Auch die unterschiedlichen Charaktere sorgen dafür, dass nicht jede Partie komplett gleich abläuft.

Bei mir hat der große Funke allerdings gefehlt. Forgeflame sieht fantastisch aus und macht spielerisch auch nichts wirklich falsch – nur das Spielerlebnis konnte bei mir nicht mit der tollen Optik mithalten.

Vielleicht lag es also gar nicht am Spiel selbst, sondern schlicht an meiner Erwartungshaltung. Ich hatte mir von dieser Schmiede einfach etwas mehr Feuer erhofft.


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Forgeflame von Quentin Vernet & Marc Vernet
Erschienen bei Grimspire / Lord Raccoon Games
Für 2-4 Spieler in ca. 60 Minuten ab 10 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Grimspire / Lord Raccoon Games).

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Zoff im Zoo



Doris Matthäus und Frank Nestel haben bereits im Jahr 1999 in Eigenregie „Zoff im Zoo“ auf den Markt gebracht und HeidelBÄR hat sich nun gedacht: Es wird Zeit für eine Neuauflage! Und so bringt man uns diesen Klassiker für 4–7 Spieler zurück. Übrigens wurde das Spiel im Jahr 2000 sogar auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres gesetzt. Schauen wir mal, ob das Spiel heute immer noch einen Reiz versprüht.

Es gibt bei „Zoff im Zoo“ zwei Spielvarianten: zum einen das Einzelspiel und zum anderen das Teamspiel. Empfohlen wird hierbei, mit dem Einzelspiel eine Partie zu starten. Mit dem Ergebnis dieser ersten Runde kann man dann das Teamspiel starten, da das Ergebnis die Zusammenstellung der Teams bestimmt.


Ziel des Spiels ist es, seine Handkarten komplett abzulegen. Doch anders als bei anderen Titeln, bei denen es meistens darum geht, gleiche Zahlen bzw. Kombinationen aus Zahlen oder Farben zu legen, sind es hier Tiere. Jedes Tier hat dabei eine Gedankenblase über sich, welche andere Tiere zeigt, vor denen es flüchtet. So hat der Elefant z. B. Angst vor der Maus und der Löwe lässt sich nur von einem Elefanten vertreiben.

Was heißt das nun im Spiel?

In meinem Zug habe ich drei mögliche Aktionen. Falls keine Karte ausliegt, muss ich anspielen. Heißt: Ich wähle eine oder mehrere Karten einer Tierart und lege diese aus. Dann kann ich „spielen“, heißt, ich lege nun entweder dieselbe Tierart, aber mindestens eine Karte mehr als der vorherige Spieler, oder ich lege mindestens gleich viele Karten von einer Tierart, die in der Sprechblase abgebildet ist.

Es gibt auch noch zwei Sonderkarten – hier „Mimics“ genannt. Da wäre zum einen das Chamäleon, welches nur zusammen mit einer anderen Tierart gespielt werden kann und dann davon ein weiteres Tier darstellt. Zum anderen wäre da die Mücke. Die Mücke wird nie andere Tiere vertreiben und kann nur zum Anspielen benutzt werden. Es sei denn, ich spiele EINE Mücke mit einem Elefanten – dann wird aus dieser Mücke ein Elefant.

Jetzt der Tusch bitte.


Kann oder will ich keins von beidem, darf ich passen. Wobei das hier nicht bedeutet, auszusteigen, sondern ich werde übersprungen und kann später wieder Karten legen, sofern ich kann und möchte. Sollten nach meinem Ausspielen alle anderen passen, kann ich den Stapel einsammeln und einen neuen beginnen.

Sobald ich keine Handkarten mehr habe, beende ich für mich die Runde und nehme mir die oberste Punktekarte, die von der Spieleranzahl abhängig ist. Wichtig ist dabei nur, dass der Erste die meisten Punkte bekommt und es dann entsprechend absteigt.

Das Teamspiel funktioniert dann auch nicht grundlegend anders. Auf Basis der ersten Runde werden die Teams zusammengestellt, wobei ein Mitglied eine Elefantenkarte und das andere eine Mauskarte bekommt. Bei ungerader Spieleranzahl gibt es einen Spieler, der allein spielt und die Mückenkarte erhält.

Vor Beginn einer Runde gibt der Mausspieler seinem Elefantenspieler zwei Karten und dieser gibt dann zwei Karten wieder zurück. Im Laufe des Spiels kann der Mausspieler seinen Partner außerdem um Hilfe bitten. Dafür legt er eine Karte aus, die man spielen könnte, bei der es aber an der Anzahl hapert. Der Elefantenspieler kann diese dann – muss aber nicht – um weitere Karten ergänzen.


Hat ein Spieler keine Karten mehr, bekommt er eine Punktekarte und der Mitspieler ebenfalls. Der Mückenspieler erhält automatisch eine zweite Karte mit vier Punkten, wenn er es geschafft hat.

Die Wertung im Teamspiel ist dann aber keine Teamwertung, sondern jeder Spieler zählt seine Punktekarten und erhält dann noch einen Punkt für je zwei Löwen in seinem Tierstapel. Allerdings kann man auch noch Punkte verlieren, und zwar wenn man KEINEN Igel sammeln konnte und falls sich bei Spielende noch Löwen auf der Hand befinden.

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Auf der Homepage von HeidelBÄR gibt es übrigens noch Regeln für Partien mit 2 und 3 Spielern. Hierbei kommen vier offene Stapel mit Tierkarten ins Spiel, aus denen man sich beim Spielen bedienen kann.

Was ich „Zoff im Zoo“ hoch anrechnen möchte, ist tatsächlich die Idee, dass es hier keine Zahlen und Farben gibt, sondern mit den Tieren gearbeitet wird. Das bringt mir das Spiel tatsächlich näher. Dennoch habe ich ein, zwei Runden Anlauf gebraucht, um zu verstehen, wie dieses Spiel „vernünftig“ gespielt werden muss. Aber wenn das sitzt, kann es richtig viel Spaß bringen.

Denn man muss schon taktieren und Runden in Kauf nehmen, in denen viel gepasst wird, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen. Auch diese Semi-Team-Komponente ist spannend. Will man zusammen schon Punkte machen und Karten ablegen, will es gut überlegt sein, welche Karten mein Mitspieler da einsackt.

Also ja: „Zoff im Zoo“ spielt sich heute noch gut. Und ehrlich gesagt holt mich die auf den ersten BLICK altbackene Grafik in der heutigen Zeit wieder ab, denn ich bin mittlerweile etwas müde von all den grafisch „geleckten“ Illustrationen – gerade bei solch abstrakten Spielen.

Wer also mal ein anderes Karten-Ablege-Spiel sucht, kann sich „Zoff im Zoo“ auf jeden Fall ansehen.

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Zoff im Zoo von Doris Matthäus & Frank Nestel
Erschienen bei HeidelBär
Für 3-7 Spieler in ca. 60 Minuten ab 10 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier HeidelBär).

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Skybridge


Franz Vohwinkel ist vielen Brettspielern – gerade im Bereich der Eurogames – sicherlich ein Begriff, denn er war bereits bei über 500 Spielen als Illustrator tätig, darunter Klassiker wie „Puerto Rico“, „Ra“ und „Beyond the Sun“. Eben jener hat sich nun aber auch eine eigene Fantasywelt erschaffen und arbeitet aktuell an einem Roman dazu. Und wenn man das Setting schon einmal hat, holt man sich Hilfe in Form von Michael Rieneck, der bereits für Spiele wie „Merlin“, „Kuba“ und „Alhambra“ verantwortlich war, und entwickelt natürlich direkt ein passendes Brettspiel dazu!

„Skybridge“ lautet der Titel des Werks für 2–4 Spieler ab 12 Jahren. Es erschien bei Deep Print Games im Vertrieb von Pegasus und dauert ca. 60–90 Minuten. Wir befinden uns in einer Hohlwelt namens Thraen, und die Völker dieser Welt schauen sehnsüchtig zum Himmel. Dort sehen sie den Augenstern – einen grünen Planeten, der für eine verheißungsvolle Zukunft steht. So entsteht das Begehren, eine Verbindung zu diesem Planeten aufzubauen.


Jeder Spieler übernimmt nun ein Volk aus Thraen und beteiligt sich am Bau der sogenannten Skybridge, welche die Verbindung zum Augenstern werden soll. Doch es handelt sich nicht um ein kooperatives Spiel – vielmehr wollen wir uns möglichst stark am Bau beteiligen, die Götter aktivieren und dadurch ordentlich Punkte sammeln. Der Spieler mit den meisten Punkten nach Fertigstellung der Skybridge gewinnt das Spiel.

Zum Bau der sieben Bauabschnitte benötigt man verschiedene Dinge wie Holz, Stein, Metall, aber auch Nutztiere. Doch wie kommt man an diese Ressourcen? Auf dem Spielbrett liegen stets Karten aus, die zu den fünf Völkern gehören. Zu Beginn des eigenen Zugs darf man sich eine Karte nehmen. Jeder Slot ist dabei mit einem Bonus verbunden, meist den genannten Waren. Alternativ gibt es Geld und Salz. Salz kann jederzeit gegen andere Waren getauscht werden, und Geld benötigt man hin und wieder ebenfalls zum Bauen oder für Aktionen, die auf den Karten abgedruckt sind.


Nachdem eine Karte genommen wurde, kann man nun eine Karte in die persönliche Auslage spielen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die abgebildete Rune zum entsprechenden Slot passt. Manche Karten verleihen beim Ausspielen noch eine Sonderfunktion. So kann man unter anderem seine militärische Macht ausbauen – eine Art Leiste, auf der man voranschreitet. Alternativ gibt es Inspiration, die es erlaubt, Karten in der eigenen Auslage neu zu sortieren. Wozu das gut ist, werdet ihr gleich merken. Außerdem kann man damit auch „verlorene“ Bevölkerungsmeeple zurückbekommen.

Nun darf man in beliebiger Reihenfolge alle Karten in der eigenen Auslage aktivieren. Das können erneut Waren sein oder Tauschoptionen, bei denen man zum Beispiel für Geld andere Waren erhält. Dann gibt es noch Symbole, die keine direkte Aktion ermöglichen, aber offen in der Auslage liegen müssen, um einen Bauabschnitt erfüllen zu können. Das gilt auch für Nahrung: Am Ende jeder Runde muss jeder Spieler prüfen, ob er ein Nahrungssymbol sichtbar ausliegen hat. Falls nicht, verliert er einen Bevölkerungsmeeple an die Rebellen – dieselbe „Leiste“, auf der auch die militärische Macht dargestellt wird.


Am Ende des Zugs prüft man, ob man nun die geforderten Dinge für den aktuellen Bauabschnitt der Skybridge abgeben beziehungsweise die benötigten Symbole ausliegen hat. Falls das der Fall ist, stellt man einen Bevölkerungsmeeple auf diesen Abschnitt.

Sollte es nach drei Runden niemandem gelingen, den Bauabschnitt zu erfüllen, wird dieser von einem neutralen Volk übernommen. Das bedeutet: Diese Punktemöglichkeit ist verloren. Gleichzeitig sorgt dieser Mechanismus dafür, dass das Spiel absehbar endet – nämlich mit der Fertigstellung der Skybridge.

Weitere Möglichkeiten, Punkte zu erhalten, bieten die sogenannten „Godheiten“, die man in Kartenform auf die Hand bekommen kann – meist durch Aktionen auf anderen Karten. Diese können durch Boni beim Kartenziehen oder ebenfalls als Aktion ausgespielt werden, und zwar in den Stapel der passenden Rune. Jede Godheit ist dabei mit einem Volk verfeindet und darf deshalb nicht auf eine entsprechende Karte gelegt werden. Ebenso darf eine solche Karte nicht auf die Godheit gespielt werden.


Befindet sich eine Godheit in einem Stapel, darf dieser am Spielende gewertet werden, und alle darin enthaltenen Karten bringen ihre aufgedruckten Punkte.

Weitere Punkte gibt es für Orte, die man mit seiner militärischen Macht erreichen konnte. Hierbei möchte man möglichst viele Rebellen hinter sich lassen, um Punkte zu erhalten. Außerdem konnte man im Laufe des Spiels an bestimmten Orten Garnisonen bauen, die ebenfalls Punkte einbringen.

Jedes Volk bringt übrigens noch zwei asymmetrische Eigenschaften mit, von denen man sich zu Beginn für eine entscheidet. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

„Skybridge“ ist ein Kennerspiel, das ziemlich geradlinig abläuft, denn der Ablauf einer Runde ist klar strukturiert und schnell erklärt. Auch die Ziele sind jederzeit offensichtlich: Die Bauabschnitte zeigen genau, welche Dinge benötigt werden, und daran gilt es nun zu gelangen. Ab Abschnitt zwei kommt zusätzlich noch ein Würfel ins Spiel, der eine unplanbare Komponente hineinbringt, dennoch bleibt das grundlegende Ziel klar – Ressourcen sammeln.


Spannender ist dabei das Tableau-Building auf dem eigenen Spielerboard und für mich zugleich das Herzstück des Spiels. Hier ist gute Planung gefragt: Welche Karten sollen oben liegen, damit ich sie aktivieren kann? Auch die Reihenfolge sollte gut überlegt sein. Das macht wirklich Spaß!

Frustrierend hingegen ist die Auswahl neuer Karten zu Beginn des Zugs, denn es wird kein Ersatz ausgelegt, wenn jemand eine Karte nimmt. Das passiert erst am Ende der Runde. Bei vier Spielern hat der letzte Spieler daher oft kaum Auswahl und erhält vermutlich Karten, die ihm nicht wirklich weiterhelfen. Als kleine Hilfe gibt es zwar noch eine Art Jokerkarte, aber die möchte man eigentlich auch nicht nehmen.

„Skybridge“ funktioniert auf gewisse Weise durchaus und ist ein Kennerspiel, das durchaus zu unterhalten weiß, aber es hat mich leider nicht vollständig gepackt. Vielleicht liegt das auch am Thema des Spiels, denn hier wird alles auf die erschaffene Welt von Franz Vohwinkel gesetzt – nur leider kann bisher niemand wirklich in diese Welt eintauchen, weil der Roman noch gar nicht erschienen ist.


Ich weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung war, das Spiel bereits jetzt zu veröffentlichen, obwohl das Buch noch nicht fertig ist. Ich denke, Fans der Romane werden deutlich mehr Spaß mit dem Spiel haben. So bleibt es zunächst eine eher „generische“ Fantasywelt, in der ich Rohstoffe sammle und Karten anordne.

Deshalb würde ich aktuell dazu raten, erst einmal eine Proberunde zu spielen, bevor man sich „Skybridge“ ins Regal stellt. Dann kann jeder selbst entscheiden, ob das Spiel etwas für ihn ist. Bei mir geht die Tendenz eher in Richtung „kann weiterziehen“.

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Skybridge von Franz Vohwinkel & Michael Rieneck
Erschienen bei Deep Print Games / Pegasus
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 60-90 Minuten ab 12 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Deep Print Games / Pegasus)

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13 Leaves


Zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Rezension nähert sich in Deutschland zwar gerade der Frühling, dennoch berichte ich hier nun über ein Spiel, das sich thematisch eher dem Herbst widmet, denn es geht um Laub, das von den Bäumen fällt. Naja – zumindest sind Blätter auf den Karten abgebildet, mit denen wir spielen.

Bei „13 Leaves“ handelt es sich um ein Kartenspiel aus der Feder von Masato Uesugi für 3 bis 6 Spieler ab 8 Jahren, und eine Partie dauert mindestens 20 Minuten. Die Karten wurden zudem hübsch von Elina Zhelyazjkova illustriert, und auch die Schachtel ist optisch wie haptisch ein Highlight.


„13 Leaves“ ist im Grunde ein recht abstraktes Handkarten-Ablegespiel, bei dem ich in meinem Zug Karten mit gleichem Wert ablegen kann. Die Anzahl ist dabei eigentlich nicht beschränkt, allerdings gibt es drei Punkte, die dabei zu beachten sind:

Der Wert der Karten muss gleich, kleiner oder größer sein als der Wert der Karten, die gerade am Rand der Auslage liegen. Weiterhin muss ich mindestens genauso viele Karten spielen, wie an diesen Stellen liegen. Und ich darf keine Werte legen, die sich zwischen diesen Karten befinden. Liegen also am linken Rand z. B. zwei Sechsen, dann kann ich entweder drei weitere Sechsen dazulegen oder ich lege mindestens zwei gleiche Karten mit dem Wert 5 oder niedriger.


Kann oder will ich nichts Passendes spielen, dann muss ich passen. Damit endet die Runde für mich, und ich darf mir eine Karte aus der Auslage nehmen, womit ich z. B. die Karten am Rand verändere und so eventuell Mitspielern wieder Chancen gebe, etwas Neues zu spielen. Haben alle bis auf einen Spieler gepasst, endet die Runde. Die Auslage wird entfernt, und der Spieler, der nicht gepasst hat, wird neuer Startspieler und beginnt eine neue Auslage.

Sobald ein Spieler alle Handkarten ablegen konnte, gewinnt er sofort das Spiel.

Dass das Thema hier völlig egal ist, muss ich wohl nicht weiter ausführen – das Spiel wäre auch mit normalen Karten oder dergleichen spielbar. Dennoch wurde hier viel Wert auf das Drumherum gelegt, was ich durchaus lobenswert finde. Die Schachtel ist sehr hochwertig und mit Goldfolie veredelt, auch die Karten sind top.


Das Spiel selbst birgt zudem eine gewisse Raffinesse, die man zunächst nicht vermutet. Gerade das Passen und das entsprechende Nehmen aus der Auslage ist ein strategisch wichtiger Punkt. In Runden zu dritt wird man jedoch recht häufig passen müssen, um voranzukommen – das ist leider nicht optimal. In Runden zu fünft oder sechst hingegen entwickeln sich spannende Partien, und für diese Spieleranzahl kann man „13 Leaves“ wärmstens empfehlen. Zu dritt würde ich eher andere Kartenspiele bevorzugen.

„13 Leaves“ ist somit ein hübsches und grundsolides Kartenspiel, das auf keinen Fall ein Fehlkauf ist – vorausgesetzt, man mag diese Art von Spielen

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13 Leaves von Masato Uesugi
Erschienen bei Elznir Games
Für 3-63 Spieler in ca. 20 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Elznir Games)

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Tal der Gnome


Nach einer gefühlten Ewigkeit, die wir in Deutschland unter Schnee und Frost verbracht haben, ist es nun endlich soweit, und die Sonne schaut tagsüber auch mal länger als nur ein paar Minuten vorbei. Die Natur reagiert auf Wärme und Licht, und so fängt alles wieder an, ein wenig zu sprießen und zu wachsen. Und genau das soll auch in diesem Plättchen-Legespiel von Strohmann Games der Fall sein – wobei wir hier die Hilfe von Gnomen annehmen, um Blumen und Pilze wachsen zu lassen.

„Tal der Gnome“ ist ein Spiel aus der Feder von Ammon Anderson und wurde von ihm sowie von Patrick Spaziante zuckersüß illustriert. 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren können sich daran versuchen, gemeinsam einen tollen Garten zu kreieren, und werden dafür etwa 45 Minuten benötigen. Wobei: Achtung – das ist kein kooperatives Spiel, denn der Spieler, dem es am besten gelingt, seine Gnome sinnvoll einzusetzen, wird am Ende der Sieger sein.


Jeder Spieler übernimmt die Kontrolle über zwei Gnome, und alle zusammen legen Plättchen in eine gemeinsame Auslage – unseren Garten sozusagen. Im eigenen Zug muss man zwingend zwei neue Plättchen legen; gegebenenfalls sind auch ein bis zwei weitere Plättchen möglich. Anschließend handelt man eventuelle Boni ab und muss dann noch einen seiner beiden Gnome bewegen.

Das Legen der Plättchen ist dabei ziemlich selbsterklärend: Es handelt sich um Sechsecke, auf denen Pfade verlaufen, und auf diesen Pfaden befinden sich verschiedenfarbige Pilze. Grundlegend möchte man aus diesen Pfaden einen möglichst großen Kreis über mehrere Plättchen hinweg bilden und schließen. Wird ein solcher Pfadkreis geschlossen, sprießen alle dort abgebildeten Pilze, und der Spieler, dessen Gnom diesen Pfad besetzt, erhält sie alle in seinen Besitz.


Beim Legen muss ich also darauf achten, dass der begonnene Kreis, den ich eventuell fortsetzen möchte, entweder frei ist oder der Spieler, dessen Gnom dort steht, es mir erlaubt, dort ein Plättchen anzulegen. Aber mal ehrlich: Warum sollte man die Kreise anderer erweitern wollen? Oder warum sollte jemand mir erlauben, seinen Kreis früher zu schließen? Das ist also eher eine theoretische Option.

Daran erkennt ihr auch, wozu man die Gnome hat und warum man sie bewegen sollte: Sie können nicht nur Pfade besetzen, sondern auch andere Orte aufsuchen. So gibt es zum Beispiel den Pilzmarkt, auf dem ich gesammelte Pilze verkaufen kann. Je nach Sorte und Anzahl gibt es Punkte – beachtet aber, dass jede Verkaufsoption nur einmal verfügbar ist. Das heißt: Nur ein Spieler kann zum Beispiel sechs rote Pilze verkaufen; danach ist diese Option aus dem Spiel.


Beim Abschluss eines Kreises bekommt man nicht nur die Pilze, sondern je nach Größe auch einen Bonus vom eigenen Spielbrett, auf dem man magnetische Holzmarker verschieben kann, um diesen Bonus zu aktivieren. Ein solcher Bonus kann zum Beispiel eine Holztafel sein, die künftig ebenfalls einen besuchbaren Ort für Gnome darstellt. Über diese Holztafeln kann man etwa an Pilze gelangen, ohne Kreise schließen zu müssen.

Eine weitere Option für Gnome – aber auch als Bonus – sind Blumentöpfe, die man sammeln kann. Am Ende des Spiels gibt es dafür noch ordentlich Punkte, abhängig von der Anzahl unterschiedlicher Blumenarten, die man gesammelt hat.

Sobald jemand seinen achten Blumentopf oder seinen achten Ringmarker auf seinem Spielbrett verschoben hat oder der Beutel mit den Plättchen leer ist, endet das Spiel. Dann werden alle Punkte zusammengezählt, und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.


„Tal der Gnome“ ist ein Spiel ganz im Sinne des aktuellen Zeitgeists der Brettspielbranche: ein Gefühl von „Cozy“ beziehungsweise Gemütlichkeit, gepaart mit einem Naturthema. Dazu kommt eine Prise Niedlichkeit, die das Gesamtpaket wunderbar abrundet. Dennoch handelt es sich um ein gehobenes Plättchenlegespiel, das man durchaus im Kennerbereich ansiedeln kann, da es einige Dinge und Optionen zu bedenken gibt. Auch das Puzzeln selbst ist teils gar nicht so einfach, da die Pfade recht verschlungen verlaufen und man hin und wieder mehrfach prüfen muss, ob alles so funktioniert, wie man es sich gedacht hat.

Auch die Gnom-Mechanik bringt zusätzliche taktische Tiefe ins Spiel, die man geschickt nutzen sollte. Wann sichere ich mir einen Pfad? Wann macht es Sinn, ein Schild zu besuchen oder auf dem Blumenmarkt einen Blumentopf zu kaufen? Ihr seht: Trotz des gemütlichen Erscheinungsbilds steckt hier eine Menge Spiel drin.

Wer also nach einem Plättchenlegespiel mit süßer Optik, cozy Thema und dennoch spielerischer Tiefe sucht, wird mit „Tal der Gnome“ ein Spiel finden, das glücklich macht. Uns jedenfalls hat es in den bisherigen Runden gut gefallen. Und noch ein Lob an die magnetischen Spielbretter – das macht ebenfalls richtig Spaß.


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Tal der Gnome von Ammon Anderson
Erschienen bei Strohmann Games
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 45-60 Minuten ab 12 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Strohmann Games)

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KADO


„Der Gedanke zählt“, sagt man doch bei Geschenken, oder? Aber vielleicht gibt es dabei auch einen bestimmten Hintergedanken, der die gute Absicht eines Geschenks infrage stellt? In Kado von Strohmann Games geht es genau darum. 2–5 Spieler ab 8 Jahren machen sich gegenseitig Geschenke und versuchen dabei, die wertvollste Auslage zu bauen.

In der recht kleinen Schachtel – die sich hervorragend für Reisen eignet – befinden sich 65 Geschenkkarten mit identischer Rückseite. Dahinter verbergen sich fünf Geschenkarten: Pralinen, Socken, Blumen, Zauberwürfel und Teddybären. Jede Karte besitzt einen Wert von 1 bis 5, der wiederum den Zustand des Geschenks widerspiegelt. Selbstverständlich wurde beim Verpacken auch eine hübsche Schleife verwendet, die ebenfalls in fünf verschiedenen Farben vorhanden ist.


Im Laufe des Spiels erhält jeder Spieler zwölf Geschenke und legt diese in drei Reihen mit jeweils vier Spalten aus. Das ist deshalb wichtig, weil am Ende des Spiels jeweils EINE Geschenkart pro Reihe gewertet wird. Eine Spalte bringt außerdem nur dann Punkte, wenn alle drei Karten dieselbe Schleifenfarbe besitzen. Ist das der Fall, fließt das wertvollste Geschenk in die Wertung ein.

In jeder Runde ist ein Spieler der Schenkende und nimmt sich den Stapel mit den verdeckten Geschenken. Nach und nach zieht er Karten und verteilt diese in beliebiger Reihenfolge an sich selbst und die Mitspieler. Natürlich wird die Person dabei darauf achten, was die anderen bereits in ihrer Auslage liegen haben. Noch bevor die neuen Geschenke einsortiert werden, hat jedoch der nächste Spieler im Uhrzeigersinn die Möglichkeit, eine Herausforderung auszusprechen.


Bei einer Herausforderung versucht der Beschenkte, sowohl den Geschenktyp als auch die Schleifenfarbe des Geschenks zu erraten, das sich der Schenkende selbst gegeben hat. Ist einer der beiden Aspekte korrekt, werden die Geschenke getauscht. Falls die Herausforderung scheitert oder ein Spieler nicht herausfordern möchte, wird der nächste Spieler gefragt.

Ist diese Phase beendet, drehen alle ihr Geschenk um und bauen es in ihre Auslage ein. Wichtig ist dabei lediglich, dass die neue Karte mit mindestens einer Kante an eine bereits ausliegende Karte angelegt wird. Gelingt es einem Spieler, sowohl Farbe als auch Art des Geschenks korrekt zu erraten, wird er mit einer zusätzlichen Karte belohnt, die am Spielende einfach 2 Siegpunkte wert ist.

Nach zwölf Runden sollte jeder Spieler eine vollständige Auslage besitzen. Wie eingangs erwähnt, wählt man anschließend pro Reihe eine Geschenkart aus, deren Karten die entsprechenden Punkte bringen. Zusätzlich werden die Spalten mit gleicher Schleifenfarbe gewertet. Wer danach die meisten Punkte besitzt, gewinnt das Spiel.


Kado punktet auf jeden Fall bereits durch seine praktische Größe. Die kleine, aber dennoch hochwertige Schachtel macht das Spiel zu einem idealen Begleiter für Reisen oder ähnliche Gelegenheiten. Spielerisch wird das Rad zwar nicht neu erfunden. Das Anzweifeln erinnert ein wenig an Spicy und auch das Auslage-Puzzeln ist kein völlig neues Konzept. Dennoch macht das Ganze durchaus Spaß. Gerade ab der dritten oder vierten Runde beobachtet man den Schenkenden bei jeder Karte ganz genau: Worauf achtet er? Was könnte er selbst gebrauchen? Wann hat er wem welche Karte gegeben? All diese Informationen können helfen, die richtigen Rückschlüsse zu ziehen.

Mit einer Spieldauer von knapp 15 Minuten ist Kado ein schöner Titel für den Absacker nach einem Spieleabend oder für eine gesellige Runde zwischendurch. Die Partien haben uns bislang stets Spaß gemacht. Zu zweit funktioniert das Spiel zwar ebenfalls, seine Stärken spielt es aber vor allem mit vier oder fünf Spielern aus. Kado darf bei uns auf jeden Fall im Regal bleiben.

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KADO von Antoine Bauza
Erschienen bei Strohmann Games
Für 2 bis 5 Spieler in ca. 15 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Strohmann Games)

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Auch schon clever: Dschungelparty


Man könnte meinen, dass das Franchise rund um „Ganz schön clever“ von Wolfgang Warsch mittlerweile auserzählt ist. Schließlich gibt es bereits vier Titel für ältere Spieler sowie eine Kids-Variante – halt, stopp – sogar ZWEI Kids-Varianten! Neu hinzu kommt nun „Auch schon clever – Dschungelparty“. Anders als beim Vorgänger sammeln wir also keine Dinge rund um eine Geburtstagsparty, sondern Gegenstände aus der Natur wie Blumen, Kokosnüsse und Bananen. Das Spiel ist für 2–4 Spieler ab 6 Jahren geeignet und eine Partie dauert ca. 15 Minuten.

Das bekannte Prinzip bleibt dabei unverändert: Ein Spieler wirft in seinem Zug die fünf Würfel und wählt anschließend eine Hintergrundfarbe, von der er alle gewürfelten Würfel verwenden möchte. Die Mitspieler dürfen sich dann jeweils eine der übrigen Farben auswählen und ebenfalls entsprechende Felder ankreuzen.


Es gibt vier Bereiche, in denen man Kreuze setzen kann. Die simpelsten sind dabei die Bananen. Dort gibt es Kisten mit einzelnen sowie mit 2er-, 3er- und 4er-Stauden. Je nachdem, wie viele ich geworfen habe, entscheide ich mich, welche Kiste ich ankreuze. Jede vollständig gefüllte Kiste bringt einen Bonus in Form eines weiteren Kreuzes oder eines Sterns. Auf diese Sterne kommt es schlussendlich an, denn nur wer die meisten davon sammeln konnte, wird das Spiel gewinnen.

Auf der Blumenwiese bilden wir Paare aus Schmetterlingen und Blumen. Jede Kombination ist nur einmal vorhanden und durch Verbindungen zwischen Blumen erhalten wir zusätzliche Boni. Auch bei den Kokosnüssen benötigen wir mehrere Würfel gleichzeitig. Hier sind verschiedene Hälften auf den Würfeln abgebildet. Bilden wir eine vollständige Kokosnuss aus einer Farbe, dürfen wir den entsprechenden Bogen aus Nüssen abhaken.

Zu guter Letzt gibt es den Elefanten mit seiner Wasserfontäne. Hier werfe ich alle Würfel, die den Elefanten zeigen, noch einmal und wähle anschließend erneut EINE Farbe, in deren Spalte ich nun ein Kreuz setzen darf.


Sobald ein Bereich komplett gefüllt ist beziehungsweise beim Elefanten die untersten drei Reihen vollständig ausgefüllt sind, erhält der Spieler einen weiteren großen Stern und beendet damit das Spiel. Wie bereits erwähnt, gewinnt derjenige mit den meisten Sternen, die nun von allen Spielern gezählt werden.

Erfindet die neue Kids-Variante das Rad neu? Auf keinen Fall. Für mehr Abwechslung sorgt sie jedoch allemal, und ein wenig anspruchsvoller wird das Ganze ebenfalls – wenn auch wirklich nur um ein Mü. Kinder, die man mit den Kids-Varianten angefüttert hat, wird man zudem schnell zu den Erwachsenen-Titeln führen können, wobei dort natürlich etwas mehr Mathekenntnisse gefragt sind.

So langsam wäre die Kuh für mein Empfinden jedoch ausreichend gemolken. Schade ist außerdem, dass die ursprünglichen Titel nie ein richtiges Thema bekommen haben, denn für mich sorgt eine thematische Einbettung durchaus für mehr Spielspaß.

Für Fans der Serie ist der Titel also auf jeden Fall geeignet. Ebenso für alle, die Kinder an die Reihe heranführen möchten – da ist es letztlich egal, ob Geburtstag oder Dschungel. Herr Warsch, wir warten aber eigentlich auf das „neue“ Quacksalber und Tavernen von Ihnen!

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Auch schon clever: Dschungelparty von Wolfgang Warsch
Erschienen bei Schmidt Spiele
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 15 Minuten ab 6 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Schmidt Spiele)

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My Seven


Bei „My Seven“ könnte man fälschlicherweise denken, dass es sich um einen Titel aus der Klassik-Reihe von Schmidt Spiele handelt. So ganz falsch ist das eigentlich auch nicht – aber eben auch nicht ganz richtig. „My Seven“ ist nämlich ein MyRummy-Spiel aus der Feder von Michael Schacht für 2–4 Spieler ab 8 Jahren (wobei ich denke, dass auch ab 6 Jahren möglich ist). Eine Partie dauert ca. 20 Minuten. Doch was bedeutet eigentlich „MyRummy-Spiel“?

Ganz einfach: MyRummy ist tatsächlich ein Spiel aus der Klassik-Reihe, ursprünglich basierend auf Rummy, bei dem die Spieler versuchen, Kärtchen mit Zahlen und Farben in Reihen oder Sätzen abzulegen. In „My Seven“ bedient man sich nun im Grunde derselben Idee – nur dass hier Kärtchen beziehungsweise in diesem Fall haptisch schöne Tiersteine in Sätzen ausgespielt werden wollen.

In der Tischmitte liegen sämtliche Tiersteine verdeckt als mehr oder weniger wilder Haufen, und jeder Spieler bekommt eine Bank, auf der er bis zu sechs solcher Tiersteine sammeln kann. Zu Beginn einer Partie zieht jeder drei Steine und platziert diese für sich sichtbar auf seiner Bank.


Der Spielzug beginnt nun damit, dass man prüft, ob ein Tier offen ausliegt. Ist das nicht der Fall, wird zunächst ein zufälliger Stein umgedreht. Der Spieler kann jetzt zwei Steine nehmen – egal, ob offen ausliegend oder verdeckt. Starte ich die Runde mit leerer Bank, darf ich sogar drei Steine nehmen.

Danach habe ich verschiedene Optionen. Ich kann Tiere, von denen ich mindestens zwei besitze, offen vor mir auslegen und somit eine Tierfamilie beginnen. Ziel ist es nun, diese auf mindestens sieben Tiere anwachsen zu lassen. Sobald eine Tierfamilie sieben Tiere umfasst, erhalte ich eine Punktekarte. Sobald ich als Erster eine zweite Familie auf diese Größe bringe, bekomme ich eine Punktekarte, die zwei Punkte wert ist, und beende das Spiel.


Nun ist es aber nicht so, dass ich einfach nur sammeln muss, bis ich das geschafft habe, denn jetzt kommt ein schöner Kniff ins Spiel: Besitze ich eine Tierfamilie in derselben Anzahl, wie ein Mitspieler sie vor sich ausliegen hat, dann darf ich diese beiden Familien tauschen. Warum? Nun ja, vielleicht habe ich auf meiner Bank zum Beispiel ein Eichhörnchen, mit dem ich bisher nichts anfangen kann. Tausche ich nun meine zwei Schwäne gegen die zwei Eichhörnchen eines Mitspielers, kann ich anschließend mein eigenes Eichhörnchen anlegen und habe schon drei davon. Das kann ich beliebig oft wiederholen.

Des Weiteren gibt es neben den acht Tierfamilien mit je elf Steinen auch drei Kleeblatt-Steine, die als Joker funktionieren. Wurden diese in einer Familie verwendet, kann ich die Joker später durch passende Steine ersetzen – egal, ob bei mir oder bei einem Mitspieler – und den Joker anschließend direkt erneut verwenden.


Wie bereits erwähnt, endet das Spiel, sobald ein Spieler zwei Familien mit mindestens sieben Steinen gesammelt hat. Danach ist jeder Spieler – außer dem Auslöser des Spielendes – noch einmal an der Reihe, bevor die Endwertung stattfindet. Denn neben den Punktekarten für 7er-Familien ist auch jeder bei mir ausliegende Stein einen Punkt wert. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Ich habe ehrlich gesagt nicht allzu viel von „My Seven“ erwartet. Die Optik wirkt auf mich eher wie Standardware und damit wie ein Spiel, das sicherlich in jedem gewöhnlichen Spielwarengeschäft steht, Brettspiel-Fans aber vermutlich eher kalt lässt. Außerdem kenne ich „MyRummy“ nicht und kann daher keinen direkten Vergleich ziehen. Ich habe mir die Regeln aber grob angesehen, und da wirkt „My Seven“ deutlich griffiger und interaktiver.

Und ich muss sagen: „My Seven“ macht Spaß! Gerade in Familienrunden mit Wenigspielern ist es wunderbar schnell erklärt und bietet eine angenehme Mischung aus Glück und Ärgerfaktor. Das Material ist wirklich ansprechend, auch wenn die Verpackung das nicht unbedingt vermuten lässt. Vielleicht ist die UVP von 33 € etwas hoch angesetzt, aber wer das Spiel für 20–25 € sieht und einen Filler mit Ärgerfaktor sucht, kann hier wirklich zugreifen. Bei mir bleibt es!

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My Seven von Michael Schacht
Erschienen bei Schmidt Spiele
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 15-30 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Schmidt Spiele)

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Turm der Tiere


Stellt euch mal eine Tier-WG vor, in der insgesamt acht Tierpaare zusammenleben. Katzen, Füchse, Fledermäuse und und und – da ist doch klar, dass jeder auch mal ein wenig Zeit und Raum für sich genießen möchte, oder? Gut, dass der Turm, in dem man lebt, ausreichend Räume hat. Doch diese werden plötzlich von einem Zauberer weggezaubert, da er an den Edelsteinschatz möchte, den die Tiere bei sich horten. Nun liegt es an uns, die Tiere und Räume wiederzufinden und die Paare zusammenzuführen – als Belohnung bekommen wir nämlich Edelsteine.

In diesem Spiel von Sophia Wagner dürfen 2 bis 4 Kinder ab 5 Jahren auf die Suche gehen und sollten in ca. 20 Minuten damit fertig sein. Als großes Gimmick dient hier ein Plastikaufbau, der den Turm darstellt, mit insgesamt drei Ebenen und einer kleinen Turmspitze. In jeder Ebene liegen verdeckte Raumplättchen, die wir nun erkunden müssen.


Im eigenen Zug würfelt man dafür einen Würfel und bewegt die Spielfigur entsprechend viele Felder in der untersten Etage. Dann darf man sich mit einem kleinen Spiegel den „Griff“ des Plättchens anschauen, welcher uns zeigt, welches Tier sich dort befindet. Diese Information behalten wir vorerst für uns und dürfen nun im kompletten Turm ein zweites Plättchen kontrollieren. Finde ich so das passende Pärchen, darf ich beide Plättchen umdrehen und entsprechend ihrer Höhe im Turm Edelsteine darauf platzieren. Spieler auf diesen Plättchen erhalten die Edelsteine sofort; ist der Raum unbesetzt, bleibt der Stein dort liegen, bis sich jemand auf dieses Plättchen stellt.

Stelle ich meine Figur auf ein bereits entdecktes Plättchen, darf ich zumindest noch ein weiteres Plättchen prüfen. So finde ich zwar kein Pärchen, habe aber eine zusätzliche Information. Um auf die anderen Etagen zu kommen, muss ich das Treppen-Plättchen-Paar finden.


Sobald alle Räume aufgedeckt wurden, endet das Spiel und jeder Spieler zählt seine Punkte anhand der Edelsteine. Edelsteine von ganz unten sind 1 Punkt wert, die mittleren 2 Punkte und die von ganz oben 3 Punkte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Was soll man nun zu einem Spiel wie „Turm der Tiere“ sagen? Es hat dank des Turms natürlich einen gewissen Aufforderungscharakter, aber ich denke, die Altersspanne, die das Spiel spannend und unterhaltsam findet, ist schon sehr begrenzt – auf wirklich diese genannten 5 Jahre, maximal 6. Um Memory-Effekte zu lernen bzw. auszubilden, gibt es deutlich bessere Titel, die auch länger zu unterhalten wissen. Der Reiz von „Turm der Tiere“ ist da schnell verflogen.


Das Spiel ist gut für Spielesammlungen in Kitas, Vorschulen und vielleicht noch in Bücherhallen. Für die heimische Ludothek nimmt es auf Dauer einfach zu viel Platz weg.


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Turm der Tiere von Sophia Wagner
Erschienen bei Schmidt Spiele
Für 2-4 Spieler in ca. 20 Minuten ab 5 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Schmidt Spiele)

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Dirt & Dust



Dirt & Dust ist ein Rennspiel ohne Rennen. Macht das Sinn? Findet es selbst heraus. In diesem Kennerspiel aus der Feder von Petr Čáslava können sich 1–4 Spieler ab 14 Jahren am Feintuning des Rallyesports versuchen und sollten dafür gut 90 Minuten einplanen. Das Cover verspricht in gewisser Weise Action und auch das Material auf der Rückseite zeigt uns Straßen, Cockpits, aber auch Karten und Würfel. Warum ist es also ein Rennspiel ohne Rennen?

Nun ja, der Rallyesport ist größtenteils ein Zeitrennen. Das heißt, es geht nicht im direkten Kampf auf der Straße um Platz 1 oder 2, sondern darum, den Kurs in der bestmöglichen Zeit zu absolvieren – ohne dass andere Fahrer dabei stören können. Hier stehen das fahrerische Können des Fahrers und seines Beifahrers im Mittelpunkt. Und genau DAS wird in Dirt & Dust simuliert.


Fast alle Aktionen, die wir nun beschreiben werden, können von allen Spielern simultan durchgeführt werden. Lediglich beim Kauf neuer Karten kann es vorkommen, dass eine Reihenfolge eingehalten werden muss. Das ist in meinen Partien allerdings bisher noch nicht vorgekommen. Nun habt ihr bereits gelesen, dass man Karten kaufen kann – Dirt & Dust ist also in gewisser Weise auch ein Deckbuilding-Spiel, noch mehr aber ein Tableau-Building-Spiel, dessen Karten mithilfe von Würfeln aktiviert werden.

In der Tischmitte liegt ein Kurs aus, der meist aus zehn Karten besteht, von denen sechs offen in einer vorgegebenen Reihenfolge ausliegen. Jede Karte stellt dabei einen Streckenabschnitt dar, den man möglichst gut planen sollte, um Punkte zu erhalten, sobald dieser Abschnitt gewertet wird.


Wann ist ein Abschnitt an der Reihe? Am Ende jeder Runde verlässt die unterste Karte den Kurs. Liegt darauf einer meiner Stoppuhrmarker, erhalte ich – abhängig von der Position meines Auto-Meeples auf meinem Tableau – Punkte. Liegt dort kein Marker, gibt es in diesem Moment natürlich auch keine Punkte.

Es gilt also, die einzelnen Abschnitte möglichst gut vorzubereiten. Dafür besitzt jeder Spieler zwei Tableaus. Das erste wurde bereits angesprochen: Hier befindet sich unser Auto und es wird dargestellt, wie nah wir uns an der Ideallinie befinden. Dabei können wir nach links oder rechts ausscheren. Gleichzeitig zeigt das Tableau an, ob wir gerade Vollgas geben (obere Reihe) oder eher vorsichtig und bremsend unterwegs sind (untere Reihe). Je nach Position erhalten wir bei einer Wertung Punkte. Sind wir jedoch zu weit außen, gibt es keine Punkte – dafür freuen sich die Zuschauer über die riskante Fahrweise und wir erhalten stattdessen Beliebtheitspunkte. Zu Beginn jeder Runde bekommt nämlich der Spieler mit der höchsten Beliebtheit einen zusätzlichen Würfel. Und Würfel bedeuten bei Dirt & Dust nun einmal Aktionen.

Schauen wir nun auf das zweite Tableau. Dort finden wir sechs Slots, in die Karten gelegt werden können. Jeder Slot ist einem bestimmten Würfelwert zugeordnet. In einer Runde kann ich nun in beliebiger Reihenfolge Karten ausspielen, Würfel einsetzen, Karten in den entsprechenden Slots aktivieren oder neue Karten aus der Auslage kaufen.


Die Aktionen auf den Karten sind dabei äußerst vielseitig und teilweise ebenfalls von der Position des Wagens abhängig. Zur Bewältigung der Streckenabschnitte sammelt man beispielsweise Grip, den man anschließend ausgibt, um einen Abschnitt zu markieren. Mit Schraubenschlüsseln lassen sich neue Karten kaufen. Da diese Ressourcen ständig benötigt werden, besitzt das Cockpit-Tableau praktische Drehräder zur Verwaltung.

Außerdem können Karten einmalig nutzbare Booster-Würfel liefern. Das Problem dabei: Irgendwann sind alle Slots belegt. Am Ende jeder Runde rutschen sämtliche Karten einen Slot nach rechts, sodass nur die äußerste Karte aus dem Tableau verschwindet. Dadurch entstehen eventuell Karten-Würfel-Kombinationen, die gar nicht mehr zu meiner Planung oder meinen Würfeln passen. Glücklicherweise gibt es Karten, mit denen sich Kartenpositionen tauschen oder Slots wieder freiräumen lassen.

Wichtig ist außerdem, dass ich bei jedem erfolgreich absolvierten Streckenabschnitt SOFORT nach links oder rechts abdrifte – unabhängig davon, an welcher Position sich dieser Abschnitt befindet. Für kommende Wertungen sollte das unbedingt mit eingeplant werden. Darüber hinaus bieten manche Streckenabschnitte zusätzliche Sonderaktionen.


Einen letzten Punkt möchte ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen: Es kann passieren, dass wir Schaden nehmen – freiwillig oder unfreiwillig. Dies wird durch Schadenswürfel dargestellt, die dauerhaft unserem Würfelpool hinzugefügt werden (bis zu drei Stück). Auf diesen befinden sich überwiegend Schadenssymbole und lediglich etwas Beliebtheit. Für jeden Schaden steigen wir auf einem kleinen Schadens-Track auf. Sobald dessen Ende erreicht ist, erhält unser Wagen einen dauerhaften Schaden. Der erste Schaden beeinträchtigt beispielsweise die Lenkung: Immer wenn ich nach links oder rechts drifte, muss ich mich ein weiteres Feld in diese Richtung bewegen. Nach acht dauerhaften Schäden ist mein Auto schließlich ein Totalschaden und ich scheide aus dem Spiel aus.

Das Spiel endet, sobald alle Streckenabschnitte das Board verlassen haben. Durch gemeisterte Streckenabschnitte und gekaufte Karten konnten bis dahin Punkte gesammelt werden. Wer am Ende die meisten Punkte besitzt, gewinnt das Spiel und hat damit wohl die beste Linie gefunden.

Dirt & Dust ist ein sehr spezielles Spiel, denn es verzichtet bewusst fast vollständig auf Interaktion. Die einzige Situation, in der sich die Spieler tatsächlich in die Quere kommen können, ist der Kauf einer Karte, von der nur noch ein Exemplar vorhanden ist. In diesem Fall hat der Spieler mit der höheren Beliebtheit Vorrang. Alles andere spielt sich solitär ab und verlangt auch ein gewisses Vertrauen in die Mitspieler, denn jeder tüftelt gleichzeitig mit seinen Karten und Würfeln an seinem eigenen Tableau. Für Einsteiger kann man die ersten Runden natürlich gemeinsam durchgehen, spätestens ab der zweiten oder dritten Runde arbeitet aber jeder simultan vor sich hin.

Für ein Gesellschaftsspiel fühlt sich das zunächst wirklich ungewöhnlich an. Thematisch ergibt das durchaus Sinn – beim Rallyesport fährt schließlich ebenfalls jeder allein gegen die Zeit. Trotzdem sitzt man zu viert am Tisch und jeder beschäftigt sich ausschließlich mit seinem eigenen Puzzle. Das wirkt zunächst etwas befremdlich. Jeder tüftelt vor sich hin und irgendwann heißt es nur noch: „So, ich bin fertig – ihr auch?“ Anschließend wird der aktuelle Streckenabschnitt gewertet und geschaut, wer Punkte erzielt hat.


Gleichzeitig macht das Ganze aber auch wirklich großen Spaß. Dirt & Dust fühlt sich wie ein Puzzle- oder Räftselspiel an, bei dem man sich jedes Mal freut, wenn der eigene Plan aufgeht. Wenn Karten, Würfel und Fahrzeugpositionen perfekt ineinandergreifen, laufen die Gehirnwindungen auf Hochtouren, um aus den vorhandenen Möglichkeiten das Maximum herauszuholen und gleichzeitig Karten für zukünftige Runden zu erwerben.

Jeder Spieler verfügt zudem über ein eigenes Kartendeck mit individuellem Fahrernamen und unterschiedlichen Schwerpunkten. Diese Fähigkeiten gilt es natürlich bestmöglich auszunutzen. So gibt es beispielsweise Fahrer, die bewusst Schaden in Kauf nehmen, diesen aber auch besonders gut wieder reparieren können.

Mit vier unterschiedlichen Strecken sowie einem Qualifying als Einstieg ist zudem für genügend Abwechslung gesorgt. Die Anleitung ist gut geschrieben, die Optik gefällt mir ebenfalls und auch die Materialqualität weiß zu überzeugen. Eigentlich also lauter Argumente für ein richtig gutes Spiel – und das ist Dirt & Dust tatsächlich auch. Der einzige Wermutstropfen ist die sehr solitäre Spielweise. Das muss man mögen und sollte man vor dem Kauf unbedingt berücksichtigen. Wer sich daran jedoch nicht stört, wird mit einem außergewöhnlichen Spielerlebnis belohnt – insbesondere dann, wenn man einmal ein Rennspiel der etwas anderen Art sucht.

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Dirt & Dust von Petr Ceslava
Erschienen bei Albi
Für 1-4 Spieler in ca. 60-90 Minuten ab 14 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Albi)

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Der geheimnisvolle Brunnen


Die Hexen und Magier Mila, Vicky, Linus und Conrad sind aufgeregt – die große Prüfung steht bevor. Ein Teil dieser Prüfung ist die Wasserwichtel-Prüfung am magischen Brunnen. Nur wer früher als die anderen erkennt, welche Wichtel sich im Brunnen befinden, wird mit Goldtalern belohnt und besteht die Prüfung.

Im Spiel von Guido Hoffmann dürfen sich 2 bis 4 Kinder ab 5 Jahren versuchen und sollten damit etwa 25 Minuten beschäftigt sein. Gespielt wird über drei Runden, in denen jeweils eine neue Wasserwichtel-Scheibe eingesetzt und überprüft wird. Zu Beginn einer Runde setzen alle nacheinander jeweils einen Frosch auf ein Seerosenblatt, das zu einem Wasserwichtel gehört. Sobald jeder zwei Frösche gesetzt hat, endet diese Phase. Man darf auch bereits besetzte Felder wählen und seinen Frosch auf einen bereits ausliegenden setzen.


Der Startspieler dreht nun eine komplette Runde am magischen Strudel, blickt in den Brunnen hinein und versucht, Farben und Formen zu erkennen, die den Wichtel verraten. Daraufhin darf der Spieler einen seiner Frösche neu platzieren. Befindet sich bereits ein eigener Frosch auf dem Zielfeld, nimmt er diesen einfach wieder mit.

War jeder einmal an der Reihe, wird erneut am Strudel gedreht und die Scheibe im Brunnen kommt ein Stück höher, wodurch sie besser erkennbar wird. Man darf nun wieder einen Frosch versetzen, muss dies aber nicht tun. Diese Phase läuft so lange, bis niemand mehr seinen Frosch versetzen möchte und die Scheibe ganz nach oben gedreht wurde.


Je nach Position des Frosches beim richtigen Wasserwichtel erhält man eine Karte mit Sternpunkten. Diese legt man am Ende des Spiels aneinander, sodass sich ablesen lässt, wer die meisten Punkte gesammelt hat und somit das Spiel gewinnt.

„Der geheimnisvolle Brunnen“ ist ein Spiel aus dem Hause 3 Magier Spiele und entspricht in gewisser Weise deren typischem Stil: Schon an der wiederkehrenden Illustration erkennbar, aber auch an der grundlegenden Idee, ein Spiel rund um ein zentrales Gimmick zu konzipieren. In diesem Fall ist es der Strudel-Brunnen mit der Milchglasscheibe, die erst nach und nach erkennen lässt, was sich im Inneren befindet. Für Kinder zwischen 5 und 7 Jahren ist das unterhaltsam und besitzt einen hohen Aufforderungscharakter.


Allerdings benötigen Kinder in diesem Alter zunächst etwas Unterstützung, da der Aufbau nicht ganz so einfach ist, wie er sein sollte. Spielerisch wird danach keine weitere Hilfe benötigt, dennoch können Erwachsene problemlos mitspielen – denn so einfach ist das Spiel dann doch nicht.

Nach zwei bis drei Drehungen am Strudel erkennt man noch nicht besonders viel, sodass es durchaus Spaß macht zu raten, welcher Wichtel sich im Brunnen befindet. Auf Dauer ist das vielleicht nicht immer gleich unterhaltsam, aber dank mehrerer Scheiben gibt es zunächst genügend Abwechslung. Ich hätte mir zusätzlich noch „falsche“ Wichtel gewünscht, die gar nicht auf dem Spielplan vorkommen und so für zusätzliche Verwirrung sorgen.


Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier leider nicht ganz stimmig: Für knapp 40 € bekommt man zwar ein schönes Gimmick, spielerisch jedoch etwas wenig. Vermutlich wird sich das aber durch den Markt noch einpendeln. Für Fans der 3 Magier Spiele ist es auf jeden Fall einen Blick wert, alle anderen sollten – wenn möglich – zunächst ein Testspiel wagen.


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Der geheimnisvolle Brunnen von Guido Hoffmann
Erschienen bei Drei Magier Spiele
Für 2-4 Spieler in ca. 25 Minuten ab 5 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Drei Magier Spiele)


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Similo: Wassertiere



Kaum zu glauben, aber wahr: Wir haben bisher keine Rezension zum Deduktionsspiel „Similo“ auf unserer Homepage. Da es mittlerweile jedoch zahlreiche Versionen davon gibt, haben wir uns gedacht, dass wir das nun endlich nachholen sollten. Ursprünglich stammt das Spiel von Horrible Guild, in Deutschland wird es von HeidelBÄR Games vertrieben. In dieser Rezension konzentrieren wir uns auf eine der neueren Versionen: „Wassertiere“. Ich kann euch aber schon sagen: Es gibt auch Varianten zu Tieren, Wildtieren, Märchenfiguren, historischen Figuren, mythischen Wesen und und und …

Als Autoren werden Martino Chiacchiera, Hjalmar Hach und Pierluca Zizzi genannt. Bis zu 8 Spieler können mitmachen, eine Partie dauert ca. 10–15 Minuten.


Bei Similo gibt es stets einen Tippgeber, der sich eine Karte zieht, die es von den Ratenden zu erraten gilt. Dafür zieht der Tippgeber elf weitere Karten und mischt diese zusammen mit der gesuchten Karte, bevor er sie in einem 3×4-Raster auslegt. Innerhalb von fünf Runden müssen die anderen Spieler nun die gesuchte Karte herausfinden.

In jeder Runde wählt der Tippgeber eine Karte aus seiner Hand (aus den nicht verwendeten Karten) und legt sie zur Auslage. Wird sie hochkant gelegt, bedeutet das, dass diese Karte eine Gemeinsamkeit mit der gesuchten Karte hat. Wird sie quer gelegt, bedeutet das das Gegenteil.

In der ersten Runde müssen die Ratenden eine Karte ausschließen, nach der zweiten Runde zwei Karten, dann drei und in der vierten Runde sogar vier – bis am Ende nur noch zwei Karten übrig bleiben. Mit dem fünften und letzten Tipp soll dann idealerweise die richtige Karte gefunden werden, womit das Spiel gewonnen ist. Sollte allerdings irgendwann die gesuchte Karte selbst aus dem Spiel entfernt werden, verlieren alle sofort.


Auf den Bildern seht ihr die „Wassertiere“-Version, aber der spielerische Ablauf ist bei allen Versionen identisch. Die verschiedenen Ausgaben lassen sich sogar kombinieren, was sich gerade bei „Wassertiere“ mit den normalen Tieren oder Wildtieren anbietet.

Similo ist inzwischen fast schon ein Klassiker unter den Deduktionsspielen und hat sich einen festen Platz in den Herzen vieler Brettspieler erobert – insbesondere auch durch die zahlreichen Versionen, die zuletzt zur SPIEL in Essen erschienen sind. Die Regeln sind schnell erklärt, bieten aber dennoch eine schöne Knobelaufgabe, bei der man schnell in Diskussionen darüber gerät, was sich der Tippgeber bei seinen Hinweisen gedacht hat. Schön ist außerdem, dass auf den Karten kleine Hinweise abgedruckt sind, die zusätzliche Anregungen für Eigenschaften liefern.

Die Schachtel ist angenehm klein und lässt sich daher problemlos auf Reisen mitnehmen. Dadurch kommt das Spiel auch unterwegs gut auf den Tisch und sorgt für unterhaltsame Runden zwischendurch. Ich finde: Similo passt definitiv in jede Spielesammlung.

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Similo: Wassertiere von Martino Chiacchiera, Hjalmar Hach und Pierluca Zizzi
Erschienen bei Heidelbär Games
Für 2 bis 8 Spieler in ca. 10-15 Minuten ab 7 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Heidelbär Games)

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Tianxia


Wir befinden uns im Jahr 260 v. Chr. im heutigen China, in dem sieben Reiche um die Macht ringen und sich gleichzeitig gegen eine Gefahr aus dem Norden wappnen müssen. Wir übernehmen als Spieler nun die Führung einer Adelsfamilie, die um die Gunst der Herrscher dieser sieben Reiche konkurriert und dabei verschiedene Mittel einsetzt. Herzlich willkommen bei „Tianxia“, einem neuen T-Spiel aus der Feder von Daniele Tascini, der sich hierfür Unterstützung von Antonio Petrelli geholt hat. Das Expertenspiel, erschienen bei Giant Roc (im Original bei Board & Dice), für 1–4 Spieler wurde von Fernando Abravanel recht hübsch illustriert, und wir schauen nun, ob es dem Titel „T-Spiel“ auch wirklich gerecht wird.

Im Zentrum des Spiels liegt ein wirklich sehr großes Spielbrett mit einer Landkarte im oberen Bereich, welche die sieben Reiche repräsentiert. Darüber befinden sich vier Angriffsspuren der Nomaden, die die gemeinsame Gefahr für alle Spieler darstellen. Darunter wiederum gibt es vier Palastleisten, auf denen wir natürlich aufsteigen wollen. Und natürlich dürfen wir die hübschen 3D-Boote nicht unterschlagen, die dazwischen platziert sind und optisch wirklich einiges hermachen.


Zusätzlich zum großen Spielbrett erhält nun jeder Spieler noch ein eigenes Playerboard. Falls man nur zu zweit spielt, kommt außerdem ein weiteres Board für einen „KI-Spieler“ hinzu, das im Automa-Stil funktioniert und durch Karten gesteuert wird. Die KI nimmt dabei hauptsächlich Plätze weg und mischt bei Mehrheitenwertungen mit.

In einer Runde stehen jedem Spieler drei Aktionsscheiben zur Verfügung, die in eines der sieben Reiche eingesetzt werden können. Diese bieten wiederum unterschiedliche Aktionen an. In manchen Regionen kann man Waren und Rohstoffe tauschen, in anderen Waren an Schiffe liefern oder zum Schutz des Reiches Türme und Mauern bauen beziehungsweise Soldaten entsenden.

Dazu kommen Gebäude, die in jeder Region ausliegen und zu Beginn jeder Partie zufällig aus einer großen Auswahl gezogen werden. Dabei gibt es Einkommensgebäude und passive Gebäude, welche die Aktionen beeinflussen können. In meinem Zug mit einer Aktionsscheibe werde ich daher immer mindestens zwei bis drei Dinge ausführen. Jede Region ist zudem mit einer Palastleiste verknüpft – ebenfalls zufällig verteilt –, weshalb man dort sofort ein Feld aufsteigen darf. Danach folgen Handels-, Tausch- oder Bauaktionen, und zusätzlich kann ich einen Statthalter zu einem Gebäude entsenden, um mir dessen Vorteil oder Einkommen zu sichern.


Leider benötigt man für viele dieser Aktionen und Möglichkeiten Rohstoffe. Davon gibt es drei Arten: Holz, Reis und Stein – und diese sind recht knapp bemessen. Deshalb kann ich statt einer Aktionsscheibe auch einen Arbeiter aus meinem recht großen Vorrat auf ein Boot entsenden. Für jeden Rohstoff gibt es ein entsprechendes Boot. Das kostet mich zwar Geld, welches ebenfalls knapp ist, bringt mir aber sofort den jeweiligen Rohstoff ein. In der kommenden Einkommensphase erhalte ich für jeden dort platzierten Arbeiter erneut Rohstoffe. Auf jedem Boot ist allerdings nur Platz für drei Arbeiter. Kommt ein vierter hinzu, wird der Arbeiter ganz rechts aus dem Boot verdrängt und dadurch zu einem Händler.

Händler kann ich auf meinem Playerboard platzieren. Dort besitzt jeder Spieler drei Sonderaktionen, die durch Händler aktiviert werden können. Diese sind teilweise sehr mächtig und bei jedem Spieler unterschiedlich. Für zusätzliche Varianz besitzt jedes Board zudem eine A- und eine B-Seite mit unterschiedlichen Sonderaktionen, zwischen denen man sich zu Beginn einer Partie entscheiden muss.

Eine wichtige Einnahmequelle für Geld ist der Handel mit den Schiffen. Hierfür muss man Waren abgeben, die ebenfalls in drei Varianten vorkommen: Seide, Schmuck und Militärausrüstung.



Ein wichtiger Bestandteil – gerade im Hinblick auf Siegpunkte – ist der Schutz vor den Nomaden und der eigene Beitrag dazu. Wie bereits erwähnt, kann man Mauern und Türme mit Stein bauen oder Soldaten entsenden, was wiederum Reis kostet. Es gibt vier Grenzabschnitte, die jeweils von Nomaden bedroht werden. Zu Beginn jeder der vier Runden rücken die Nomaden näher an unser Reich heran. Wird ein bestimmtes Feld erreicht, weiß man, dass es dort am Ende der Runde zum Angriff kommt. Gleichzeitig wird auch die Angriffsstärke bestimmt.

Nach der Aktionsphase vergleicht man bei einem Angriff an den entsprechenden Orten die Angriffsstärke mit der Verteidigung. Jede Mauer und jeder Soldat liefern einen Verteidigungspunkt, ein Turm hingegen zwei. Ist die Verteidigung höher als der Angriff, passiert nichts. Ist das nicht der Fall, brechen die Nomaden durch und vertreiben entlang eines Weges eventuell eingesetzte Statthalter von Gebäuden. Dadurch verlieren die Spieler die entsprechenden Vorteile oder Einkommen. Wie viele Gebäude betroffen sind, hängt von der nicht abgewehrten Angriffsstärke ab.


Egal, wie der Angriff ausgeht: Jeder Spieler, der sich an der Verteidigung beteiligt hat, erhält Siegpunkte. Der Spieler mit dem größten Anteil bekommt natürlich deutlich mehr Punkte als derjenige mit dem geringsten Beitrag.

Nach vier Runden endet das Spiel. Dann gibt es noch zwei weitere große Siegpunktquellen: Zum einen die Palastleisten – je weiter man dort vorangeschritten ist, desto mehr Punkte erhält man –, und zum anderen darf jeder Spieler drei Auftragskarten werten. Zu Beginn der Partie erhält jeder drei solcher Karten, im Laufe des Spiels kann man jedoch weitere bekommen oder auch abgeben, um an dringend benötigte Rohstoffe oder Geld zu gelangen.

Wer nach der Schlusswertung die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel und erhält die höchste Gunst der Herrscher.


„Tianxia“ ist definitiv ein Expertenspiel – und zwar ein ziemlich anspruchsvolles. Nicht unbedingt, weil es besonders kompliziert wäre, sondern weil es hohe Anforderungen an die Spieler stellt. Man benötigt einiges an Gehirnschmalz, um die potenziellen Gebäude mit Regionen, Aktionen, Schiffen und weiteren Mechanismen sinnvoll miteinander zu kombinieren, damit sich die eigenen Züge wirklich effektiv anfühlen.

Auch Rohstoffe, Geld und Waren sind stets knapp. Gerade zu Beginn fragt man sich oft, was man überhaupt tun kann, und muss erst einmal verstehen, wie das eigene Einkommen ins Rollen kommt. Das ist nicht immer sofort ersichtlich. Umso befriedigender ist es natürlich, wenn es dann klappt und aus einem simplen Zug plötzlich ein wirklich starker wird, bei dem selbst die Mitspieler anerkennende Geräusche von sich geben.

Diese Hürde muss man allerdings erst einmal nehmen wollen. Die erste große Herausforderung ist dabei schon der Aufbau aus der Hölle, denn hier gibt es unzählige Pappteile, die sortiert und verteilt werden müssen. Wer hier nur mit einem einfachen Zip-Beutel-Inlay arbeitet, wird locker 15–30 Minuten benötigen, um das Spiel aufzubauen – und später natürlich auch wieder abzubauen. Stellenweise sind außerdem viele Symbole sehr klein, was sich bereits beim Aufbau bemerkbar macht, aber auch im Spiel selbst den Spielfluss gelegentlich etwas ausbremst.


Spielerisch erwartet einen dann jedoch ein wirklich starkes Expertenspiel, das Fans der T-Serie von Tascini definitiv gefallen dürfte. Das Material ist schick, gerade die Holzteile, und auch die allgemeine Optik ist ansprechend. Durch die Vielzahl an Gebäuden ist außerdem reichlich Abwechslung geboten, sodass man sich in jeder Partie neu orientieren muss. Wer es besonders hardcore mag, kann zusätzlich mit schweren Nomaden-Karten spielen, die deutlich heftigere Angriffe ins Spiel bringen.

Die KI im Zwei-Personen-Spiel fand ich zunächst etwas overpowered und teilweise frustrierend, im Laufe der Partie ist man dann aber doch froh, wenn sie sich wenigstens am Mauerbau beteiligt. Schade, dass es dafür keine alternative Lösung gab – ich persönlich bin einfach kein großer Fan solcher KI-Systeme.

Ganz aktuell befindet sich bereits eine kleine Erweiterung in Entwicklung, welche die Seidenstraße ins Spiel bringen soll. Ich persönlich bin mit dem Grundspiel allerdings schon mehr als ausreichend gefordert.

Als Fan von Expertenspielen musste ich mich zwar zunächst etwas hineinfuchsen, aber sobald man den Dreh raus hat, ist „Tianxia“ ein wirklich tolles Spiel, das einen für die investierte Mühe belohnt. Daher gibt es von meiner Seite eine klare Empfehlung.

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Tianxia von Daniele Tascini & Antonio Petrelli
Erschienen bei Giant Roc (Board & Dice)
Für 1 bis 4 Spieler in ca. 60-120 Minuten ab 14 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Giant Roc / Board & Dice)

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Skirmish: Battle for Draconia


Mit „Terrorscape“, „Age of Galaxy“ und auch „Eila and Something Shiny“ haben ICE Makes und insbesondere Jeffrey CCH bereits einige sehr schöne Titel in die Brettspielwelt entlassen. Nun gibt es mit „Skirmish“ ein Kartenkampfspiel für 2–4 Spieler ab 14 Jahren. Dieses spielt in der Welt von Draconia, in der sich sechs Fraktionen um die Macht streiten – insbesondere um das wertvolle Draconium.

Spielerisch geschieht das in Form von Decks. Jeder Spieler übernimmt eine Fraktion mit eigenem Deck und tritt in direkte Konfrontation mit den Mitspielern. Dabei habe ich schon das Gefühl, dass das Spiel primär als Zwei-Personen-Spiel konzipiert wurde. Warum? Jede Fraktion besitzt ein eigenes Battle Board, die sich gegenüber platziert werden. Dort gibt es drei Slots, auf denen Karten ausgespielt werden. Die jeweils gegenüberliegenden Karten können sich anschließend gegenseitig angreifen, denn jede Karte besitzt einen Angriffs- und einen Verteidigungswert.


In einer Runde wählt also jeder Spieler drei Karten aus seiner Hand und legt diese verdeckt auf die Slots. Anschließend wird geprüft, ob jemand Karten mit Schnelligkeit gespielt hat. Der Spieler mit den meisten Schnelligkeitssymbolen darf beginnen. Gibt es einen Gleichstand, startet der Spieler mit dem Startspielermarker, welcher rundenweise wechselt.

Der „Startspieler“ der Runde kann nun alle Bogenschützen aktivieren, die gemeinsam eine Karte angreifen. Ist die Anzahl der Bögen größer als der Verteidigungswert, wird die Karte besiegt, und überschüssiger Schaden geht direkt an den Gegner. Im Grundspiel besitzt jeder Spieler zehn Lebenspunkte.

Danach folgt die Hauptaktion. Hier hat der Spieler drei Möglichkeiten: Entweder greifen alle Karten die jeweils gegenüberliegende Karte an oder EINE Karte führt einen vorsichtigen Angriff aus. Warum? Greife ich eine verdeckte Karte an und sie zeigt beim Umdrehen das Hinterhaltssymbol, verliert der Angreifer einen Lebenspunkt und der Angriff verpufft komplett. Bei einem vorsichtigen Angriff wird der Hinterhalt ignoriert. Die dritte Option ist eine Art Pause: Dabei wird keine Karte aktiviert, dafür darf man sich zwei Versorgungsplättchen nehmen.


Danach ist der Gegenspieler an der Reihe – ebenfalls zunächst mit den Bogenschützen und anschließend mit den übrigen Einheiten. Generell gilt: Sobald der Angriff höher als die Verteidigung ist, landet die Einheit des Verteidigers auf dem Friedhof, und überschüssiger Schaden trifft den Spieler direkt. Bei Gleichstand oder geringerem Angriff passiert hingegen nichts.

Sind alle Angriffe abgehandelt, erhalten die Spieler durch Symbole auf den noch ausliegenden Karten entweder Versorgungs- oder Befestigungsplättchen. Zwei Völker besitzen darüber hinaus weitere besondere Symbole – dazu kommen wir gleich.

In der folgenden Camp-Phase darf jeder Spieler nun eine Karte aus dem Camp auf die Hand nehmen und Versorgungsplättchen ausgeben: zwei Plättchen für einen Lebenspunkt, ein Plättchen für eine weitere Karte aus dem Camp oder ein Plättchen als zusätzlichen Angriffspunkt für einen Slot auf dem Battle Board. Zum Abschluss der Runde ziehen beide Seiten zwei Karten vom Nachziehstapel, und alle noch lebenden Karten vom Battle Board wandern ins Camp.


Es gibt drei Wege, das Spiel zu beenden: Ein Spieler hat keine Lebenspunkte mehr und verliert, ein Spieler hat acht Einheiten im Friedhof und verliert oder das Spiel endet nach der sechsten Runde, da dann das Nachziehdeck leer ist und keine weiteren Einheiten gezogen werden können. In diesem Fall gewinnt der Spieler mit den meisten Lebenspunkten.

„Skirmish“ versucht an vielen Stellen mit Abwechslung zu punkten. Da wären zum Beispiel die sechs Fraktionen, die jeweils einen besonderen Fokus und eigene Fähigkeiten mitbringen. Die gut gerüsteten „Ironshrouds“ können mithilfe von Versorgungsplättchen Einheiten vom Friedhof zurückholen. Die arabisch angehauchten „Scorching Sands“ dürfen Einheiten austauschen, wenn der eigene Angriff fehlgeschlagen ist. Amazania-Einheiten können gegnerische Einheiten vergiften, die Nordlichter von „Frostfjell“ töten beim Verlust der eigenen Einheit auch die angreifende Einheit. Die Zig-Mar können Gesundheit regenerieren oder ebenfalls Einheiten vom Friedhof zurückholen, und die „Highwood“ fügen dem Gegner am Ende der Runde zusätzlichen Schaden zu.

Doch das ist noch nicht alles. Wie bereits erwähnt, kann man auch mit drei oder vier Spielern spielen. Hierbei greift dann beispielsweise die linke Einheit auf meinem Battle Board die rechte Einheit meines linken Nachbarn an und so weiter. Zusätzlich gibt es noch zwei Draft-Optionen: Bei der ersten darf ich mein Deck aus bis zu drei Fraktionen zusammenstellen, bei der zweiten sogar aus allen. Und zu guter Letzt – und von mir tatsächlich am häufigsten genutzt – gibt es noch die Siedlungskarten.


Für jede Fraktion existieren zwei Siedlungskarten, von denen man eine auswählt. Diese verleihen zusätzliche Sonderfähigkeiten und bestimmen zugleich die Lebenspunkte. Dadurch gibt es wirklich viele Dinge zu entdecken und auszuprobieren.

„Skirmish“ ist ein Spiel, in das ich mich erst hineinfinden musste. Nicht, weil es besonders kompliziert wäre, sondern weil sich die ersten Partien etwas belanglos anfühlen können. Das Spiel entfaltet sein volles Potenzial erst dann, wenn man die jeweiligen Decks kennt – und der Gegner ebenfalls. Das erinnert mich ein wenig daran, ob man „Lorcana“ oder „Magic“ im Turniermodus oder einfach nur locker „just for fun“ spielt. Auch „Duell um Cardia“ zeigt diesen Effekt meiner Meinung nach.

Kennen alle Spieler die Decks und wissen sie diese taktisch richtig einzusetzen, können sich hier unglaublich spannende und unterhaltsame Duelle entwickeln. Auch der Draft-Modus ergibt dann richtig viel Sinn und macht entsprechend Spaß.


Als Karten-Duell-Spiel ohne Vorbereitung würde ich es hingegen eher nicht empfehlen. Man sollte „Skirmish“ dann anfangen, wenn man auch die Absicht hat, es häufiger und möglichst gegen denselben Gegner zu spielen. Spielerisch macht das Spiel ansonsten wenig falsch: Die Fraktionen spielen sich unterschiedlich genug, die Optik ist toll und das Material ist hochwertig.

Für mich bleibt es dennoch vor allem ein Zwei-Personen-Spiel. Bei drei oder vier Spielern fällt es teilweise schwer, den Überblick zu behalten. Das kann zwar zwischendurch durchaus spaßig sein, funktioniert für mich aber nicht dauerhaft. Dann lasse ich lieber zwei Duelle parallel laufen.

Mal sehen, ob „Skirmish“ erfolgreich genug sein wird, damit noch weitere Fraktionen Einzug in Draconia halten. Die Daumen dafür sind jedenfalls gedrückt.

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Skirmish: Battle for Draconia von Jeffrey CCH
Erschienen bei ICE Makes
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 30-45 Minuten ab 14 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier ICE Makes)

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Furchtlos


Ein kalter Wind zieht durch die Bäume, während ihr euch in den finsteren Wald wagt. Der schmale Pfad unter euren Füßen ist alles, was euch von der Dunkelheit trennt. Jeder Schritt daneben … könnte euer letzter sein.

Ihr wisst: Verliert ihr den Weg, müsst ihr ihn verzweifelt wiederfinden. Denn je weiter ihr euch entfernt, desto näher kommt das Unaussprechliche … und eure Furcht wächst mit jedem Herzschlag.

Doch stehen zu bleiben ist keine Rettung.

Denn hinter euch … wartet nur die verlassene Ruine. Still. Kalt. Und ganz sicher nicht leer.

Nein, das ist nicht das Setting zu einem weiteren Teil von Terrorscape oder Ähnlichem, sondern zum Stichspiel „Furchtlos“ von Friedemann Friese, erschienen bei 2F und illustriert von Maren Rache. 3 bis 5 Spieler ab 10 Jahren können mitspielen, und es dauert ca. 30 Minuten.


Im Grunde ist „Furchtlos“ ein recht simples Stichspiel mit vier Farben ohne Trumpf. Allerdings befinden sich in der Schachtel auch Karten, die einen Weg bilden, sowie Holzfiguren, die sich auf diesem bewegen. Auch die Werte der Karten sind anders als üblich, denn sie reichen von minus sechs bis plus sechs.

Gespielt wird ein normales Stichspiel; das heißt, die erste Farbe muss bedient werden, und derjenige mit dem höchsten Wert erhält den Stich. Danach muss er allerdings die Werte aller Karten in diesem Stich zusammenrechnen und entsprechend viele Felder in eine Richtung gehen – links für Minus, rechts für Plus.


Nach Ausspielen aller Karten endet die Runde, und jeder Spieler notiert den Wert seines Platzes. Dabei ist es egal, ob Plus oder Minus; es wird nur der Zahlenwert notiert. Beachtet auch, dass es nichts bringt, keinen Stich zu gewinnen, denn wer das Haus nicht verlässt, erhält ebenfalls 15 Punkte. Das Schlimmste, was passieren kann, sind übrigens 30 je Seite.

Das Spiel dauert so lange, bis jeder Spieler einmal die Runde begonnen hat. Wer dann die wenigsten Punkte gesammelt hat und somit am ehesten auf dem Pfad geblieben ist, war der Furchtloseste und gewinnt das Spiel.


„Furchtlos“ ist ein einsteigerfreundliches Stichspiel mit einem Kniff, keine Frage. Aber gerade in Runden zu dritt kann mich das Spiel nicht vollends überzeugen. Zu einfach ist es, jedes Mal jemandem viele Punkte reinzudrücken, wodurch es schnell weniger spannend wird. In Runden zu viert, fünft oder sechst ist das dann schon anders: Da kommt Spannung auf, und die Runden sind abwechslungsreicher im Ausgang. Dann funktioniert das Spiel auch gut, gerade als Absacker.

„Fischen“ im letzten Jahr ist dennoch das bessere Stichspiel von Friedemann Friese. „Furchtlos“ dagegen ist okay, aber mehr eben auch nicht – schade eigentlich, denn thematisch hätte ich es anders herum lieber gesehen.


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Furchtlos von Friedemann Friese
Erschienen bei 2F-Spiele
Für 3-5 Spieler in ca. 30-45 Minuten ab 10 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier 2F-Spiele)

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