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Published — 10. April 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Ein Zugüberfall für Zwei

Von: Dirk
10. April 2026 um 14:29
Lesezeit: 3 Minuten

Manchmal braucht es für einen guten Plan nur zwei Dinge: einen cleveren Kopf – und einen Komplizen. Genau darum geht es in „The Glasgow Train Robbery“ von Salt & Pepper Games. Das kooperative Brettspiel für zwei Personen lief kürzlich auf Gamefound – und der Coup ist gelungen: Die Kampagne konnte über 40.000 Euro einsammeln und mehr als 400 Unterstützer überzeugen.

Für mich persönlich war das übrigens ein eher ungewöhnlicher Klick auf den „Back“-Button. Crowdfunding funktioniert für mich inzwischen nur noch in sehr engen Grenzen. Zu viele Projekte, zu lange Wartezeiten, zu viele Deluxe-Varianten. „The Glasgow Train Robbery“ gehörte aber zu den wenigen Kampagnen der letzten Zeit, die ich tatsächlich unterstützt habe. Aber das Thema, das Artwork und der Fakt, dass es ein kooperatives Spiel für zwei ist, hat mich einfach überzeugt mal wieder ein Projekt zu unterstützen. Davon abgesehen mag ich die Spiel von Salt and Pepper Games sehr. Auch deren letztes Spiel Onoda hatte ich bereits unterstützt und der Verlag ist u.a. auch für diese besonders ausgefallenen Solo-Spiele (u.a. Conservas) bekannt. Aber auch Spiele für zwei sind eine Spezialität des Verlages.

Warum genau ich auf Crowdfunding nicht mehr so gut zu sprechen bin, darüber habe ich übrigens auch ausführlich mit Uli Blennemann von Spielworxx gesprochen – im „Beyond the Table“-Podcast. In der Episode geht es unter anderem darum, warum Crowdfunding für viele Spieler inzwischen schwieriger geworden ist und welche Projekte trotzdem noch überzeugen können.

Der historische Hintergrund

Die Vorlage für das Spiel ist übrigens einer der berühmtesten Kriminalfälle Großbritanniens. In den frühen Morgenstunden des 8. August 1963 stoppte eine Bande einen Postzug auf der Strecke von Glasgow nach London. Mithilfe manipulierten Signals wurde der Zug an einer abgelegenen Stelle zum Halten gebracht, die Crew überwältigt und gezielt der Geldtransport-Waggon geplündert.

Die Beute betrug rund 2,6 Millionen Pfund, damals eine astronomische Summe. Das entspricht heutzutage in etwa einem Gegenwert von etwa 80 Millionen Euro. Doch obwohl der Coup zunächst perfekt verlief und ohne einen einzigen Schuss abzugeben, verrieten sich einige der Täter später selbst – unter anderem durch Fingerabdrücke, die sie beim Spielen von Monopoly in ihrem Versteck hinterließen. Klingt wie ein schlechter Witz ist aber wahr. Und einer der bekanntesten Gauner Großbritanniens hatte seine Finger im Spiel (im wahrsten Sinne des Wortes) – Ronald Biggs. Dem gelang nach seiner Inhaftierung die Flucht und er lebte 35 Jahre im Ausland, u.a. lange Zeit in Brasilien. Doch 2001 kehrte er zurück nach Großbritannien, wo er 2013 auch starb. Natürlich gibt es zig Dokumentationen zu dem Überfall und einige Verfilmungen, die vom Raub inspiriert wurden oder diesen zum Vorbild hatten. Hervorzuheben ist aus deutsche Sicht der Film Die Gentlemen bitten zur Kasse mit Horst Tappert und Kurt Conradi, der unter dem Namen Arthur Finegan Ronald Biggs verkörperte.

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Ein Zugüberfall für genau zwei Personen

Diese Geschichte bildet die Grundlage für „The Glasgow Train Robbery“, ein kooperatives Spiel speziell für zwei Personen. Dabei übernehmen beide Spielende unterschiedliche Rollen innerhalb der Bande:

  • Coordinator – das strategische Gehirn im Safehouse, das den Plan organisiert und Ressourcen verteilt
  • Operator – der Mensch draußen an den Gleisen, der den Plan tatsächlich umsetzt

Besonders spannend: Kommunikation ist stark eingeschränkt. Spieler dürfen nur über bestimmte Aktionen ein paar Worte austauschen – ansonsten müssen Bewegungen, Karten und Entscheidungen als Hinweise interpretiert werden. Ein bisschen Gedankenlesen gehört also zum perfekten Coup. 

Der Plan in fünf Schritten

Der Überfall selbst läuft über mehrere Plan-Karten, die die echten Schritte des historischen Coups widerspiegeln:

  1. Signale manipulieren
  2. den Zug stoppen und die Crew überwältigen
  3. die Lok bewegen
  4. das Geld umladen
  5. mit dem Fluchtfahrzeug verschwinden

Währenddessen tickt ständig die Uhr: Jede Aktion kostet Zeit und der Zug bewegt sich unaufhaltsam Richtung London. Gleichzeitig sorgen unerwartete Ereignisse und mögliche Spuren – etwa Fingerabdrücke – dafür, dass der perfekt geplante Coup schneller eskalieren kann als gedacht.

Stretch Goals und Extras

Die Gamefound-Kampagne brachte auch einige zusätzliche Inhalte. Freigeschaltete Stretch Goals erweitern das Spiel unter anderem um zusätzliche Karten und Varianten, die neue Herausforderungen in den Ablauf des Überfalls bringen und für mehr Wiederspielwert sorgen.

Zugüberfall zum Mitnehmen

Neben dem klaren Fokus auf zwei Spieler punktet das Spiel auch mit seiner kompakten Box. Damit eignet sich „The Glasgow Train Robbery“ perfekt für unterwegs – egal ob im Urlaub, im Café oder (stilgerecht) im Zug.

Das Spiel befindet sich bereits in Produktion (Crowdfunding mal wieder „nur“ Marketing) und sollte dann auch pünktlich eintreffen, sofern es keine Komplikationen bei der Verschiffung gibt. Aus Sicherheitsgründen hat man von einem Versand per Zug abgesehen… 🙂 Einen Late Pledge wird es somit wohl nicht geben, aber ich bin mir sicher, dass man das Spiel zeitnah erwerben kann.

Published — 27. März 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Schachtelgeschichten #2 – Deckers

Von: Dirk
27. März 2026 um 17:00
Lesezeit: 4 Minuten

Mit den Schachtelgeschichten entführe ich euch in die faszinierende Welt eines ausgewählten Brettspiels. Hier geht es nicht um eine klassische Rezension, ein Review oder eine detaillierte Spielanleitung. Stattdessen tauchen wir gemeinsam in die Geschichte und Atmosphäre ein, die das Spiel umgibt. Wie ein kleiner Einblick in die Welt, in der das Spiel spielt. Viel Spaß beim Eintauchen und Entdecken!

Habt ihr das Spiel vielleicht schon selbst gespielt oder eine spannende Anekdote dazu? Teilt eure Gedanken und Erlebnisse gerne in den Kommentaren – ich bin gespannt auf eure Geschichten!

Eine Hackerin in einem dunklen Raum, nur von Monitorlicht beleuchtet, im Hintergrund eine futuristische Neon-Stadt. Vor ihr schwebt ein zweiter Decker nur als Avatar-Silhouette aus Code und Lichtfragmenten, verbunden durch Datenströme. Stimmung: düster, isoliert, cyberpunkig, literarisch, ruhig angespannt. KI-generierte Illustration, erstellt für wuerfelmagier.de

Zwischen zwei Signalen

Der Raum ist so dunkel, dass die Bildschirme wie Fenster wirken. Aber der Blick führt nicht nach draußen, sondern ins Innere des Codes – in ein Geflecht aus Daten, Sicherheitsroutinen und verborgenen Pfaden.

Mara sitzt ruhig vor dem Leuchten der Monitore. Doch unter dieser Ruhe liegt eine Spannung, die sie inzwischen gut kennt. Es ist die Spannung bevor man in ein System eindringt, ein System das noch nicht weiß, dass es gleich angegriffen wird.

Der Auftrag liegt offen vor ihr. Ein Archiv, das offiziell nicht existiert. Interne Verträge, Projektcodes, verschobene Budgets. Nichts Spektakuläres. Und genau deshalb brandgefährlich.

Sie überprüft die Metadaten ein zweites, dann noch ein drittes Mal. Alles wirkt sauber, fast klinisch. Als hätte jemand nicht nur aufgeräumt, sondern bewusst verdächtige Spuren geglättet. Zu sehr geglättet.

Ein zweites Fenster öffnet sich neben ihren Analysen. Ein Avatar erscheint.

Keine erkennbare Gestalt, nur eine abstrahierte Silhouette aus Lichtlinien und geometrischen Fragmenten. Kein Gesicht. Kein Körper. Nur Struktur. Daneben schwebt sein Name: Oshin Noro.

Sie kennt ihn seit fast zwei Jahren.
Sie kennt nur diesen Namen.

Keine Stimme. Kein Bild. Kein Hintergrund. Nur diese Präsenz im Netz – präzise, effizient, distanziert.

„Du siehst das auch?“, schreibt sie.

Eine kurze Pause, dann:

„Zu sauber.“

Mehr braucht es nicht.

Mara atmet langsam aus. Es ist seltsam beruhigend, dass jemand anderes denselben Verdacht hat. Auch wenn dieser Jemand für sie im Moment nur aus Code besteht.

Sie beginnen mit der Vorbereitung. Temporäre Identitäten, redundante Maskierungen, geteilte Zugriffspfade. Mara bewegt sich vorsichtig, legt Schicht über Schicht, während Oshin Noro parallel alternative Routen berechnet und Sicherheitsprotokolle simuliert. Sie sieht seine Spuren im System – klare, präzise Eingriffe, keine unnötigen Bewegungen.

Sie mag diese Art zu arbeiten. Keine großen Worte. Nur Struktur.

Jetzt geht es los. Die erste Sicherheitsschicht öffnet sich.

Dokumente erscheinen. Interne Memos. Projektverweise. Zahlenkolonnen. Alles wirkt geordnet, fast langweilig. Doch unter dieser Ordnung liegt eine Spannung, die sie nicht greifen kann.

„Wir gehen langsam rein“, schreibt sie.

Geschwindigkeit ist zweitrangig. Sichtbarkeit nicht, antwortet Oshin Noro.

Sie extrahieren kleine Datenpakete, fragmentiert, über verschiedene Kanäle verteilt. Nichts Auffälliges. Keine großen Transfers. Nur ein stetiger, kaum wahrnehmbarer Abfluss von Information.

Dann verändert sich etwas.

Ein Hintergrundprozess startet neu.
Ein Zugriffstimer verschiebt sich.
Ein Logfile aktualisiert sich synchron zu ihren Bewegungen.

Mara spürt es sofort.

„Sie beobachten.“

Bestätigt, schreibt Oshin Noro. Musterabweichung erkannt.

Ihr Herz schlägt schneller, doch ihre Hände bleiben ruhig. Sie beschleunigt den Transfer minimal, nur genug, um etwas Zeit zu gewinnen. Oshin Noro öffnet eine Reserveleitung, leitet Daten um, verschleiert ihre Signaturen.

Für einen Moment funktioniert es.

Dann flackert ein internes Warnsignal auf.

Kein öffentlicher Alarm.
Aber nah genug.

Das System beginnt, sich zu schließen. Zugriffsebenen werden neu strukturiert. Knotenpunkte isoliert. Die Architektur verändert sich spürbar.

„Wir verlieren den Zugang“, tippt sie.

Ja.

Keine Panik. Keine Dramatik. Nur ein kurze präzise Feststellung.

Mara trifft eine Entscheidung.

„Abbruch in dreißig Sekunden.“

Einverstanden.

Sie sichern, was sie haben. Fragmentieren die letzten Dateien, verschlüsseln sie neu und stoßen sie durch ihre vorbereiteten Kaskaden. Oshin Noro löscht parallele Spuren, erzeugt künstliches Rauschen, verschiebt Zeitstempel.

Das System schließt sich schneller, als sie erwartet hatte.

Die letzte Verbindung bricht ab.

Die Monitore zeigen wieder normales Datenrauschen. Keine Zugänge mehr. Kein Archiv. Kein Beweis, dass es je offen war.

Mara lehnt sich zurück und merkt, dass sie die ganze Zeit die Luft angehalten hat.

Sie sehen auf die gesicherten Fragmente.

Unvollständig.

Nicht genug.

„Das reicht nicht“, schreibt sie.

Eine kurze Pause.

Nein.

Sie starrt auf den dunklen Rand des Bildschirms, in dem sich ihr Gesicht spiegelt. Müde Augen im Neonlicht. Ein Auftrag, der halb erledigt ist, aber nicht verwertbar.

Scheitern fühlt sich selten dramatisch an. Es fühlt sich an wie dieses hier: ruhig. Nüchtern. Unbefriedigend.

„Sie waren vorbereitet“, schreibt sie.

Ja.

„Sie haben gewartet.“

Wahrscheinlich.

Sie denkt nach. Nicht über das Risiko. Nicht über die beinahe-Entdeckung. Sondern über das, was hinter diesem Archiv steckt. Wenn es so schnell abgeschottet wurde, muss es wichtig sein.

„Wir versuchen es wieder“, tippt sie schließlich.

Lange passiert nichts.

Dann erscheint:

Anderer Zeitpunkt. Anderer Einstieg. Neue Struktur.

Sie lächelt schwach.

„Ein anderer Tag.“

Ja.

Der Avatar bleibt noch einen Moment sichtbar, dann löst er sich in Lichtfragmenten auf. Das Fenster schließt sich..

Mara bleibt allein mit dem leisen Summen der elektronischen Geräte und dem Gefühl, dass das Netz heute nicht gewonnen hat – aber auch nicht sie.

Sie weiß, dass sie beobachtet wurden. Vielleicht nur kurz. Vielleicht unvollständig. Aber irgendwo existiert jetzt ein Protokoll mit einer Anomalie.

Sie speichert die Fragmente in einem isolierten Speicherbereich und beginnt, ihre Spuren zu verwischen. Langsam. Sorgfältig.

Es war kein Sieg.

Aber es war auch keine Niederlage.

Und irgendwo im Geflecht aus Servern und Schatten wartet ein Archiv darauf, erneut angegriffen zu werden.

Nicht heute.

Aber bald.

 


Die Schachtelgeschichte zum Hören


Diese Geschichte stammt aus der Schachtel von Deckers.

In Deckers versuchen wir als Hacker gemeinsam in ein System einzudringen. Dabei kommt es sowohl auf gute Zusammenarbeit an, aber auch auf geschickte Nutzung der individuellen Fähigkeiten und Decks. Jeder Decker ist etwas anders und jeder Server hält andere Herausforderungen bereit. Und das ist auch gut so. Denn so bleibt das Spiel abwechslungsreich und herausfordernd. Aber falls das so klingt, als sei das Spiel auch in den ersten Leveln einfach zu schaffen, muss ich enttäuschen. Das Spiel ist m.E. bockschwer und es braucht nicht nur die richtige Strategie, sondern auch das richtige Timing, um wirklich ins System reinzukommen und den Server zu besiegen.


Die Rahmendaten

Autoren: Richard Wilkins
Illustration: Lars Siegmon
Verlag: Deep Print Games / Pegasus Spiele
Spieldauer: ca. 60-90 Minuten
Anzahl: 1-4 Personen
Alter: ab 12 Jahren

Link zu Boardgamegeekhttps://boardgamegeek.com/boardgame/443306/deckers

Bestpreis bei brettspielangebote.de finden …


Transparenzhinweis: Das Spiel wurde mir vom Verlag für Rezensionszwecke bereitgestellt.

Bildcredits: KI-generierte Illustration, erstellt für wuerfelmagier.de

 

Published — 22. März 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Beyond the Table #3 – Warum wir spielen

Von: Dirk
22. März 2026 um 10:49
Lesezeit: 2 Minuten

Warum spielen wir? Genau dieser Frage widmen wir uns in der neuen Folge von Beyond the Table im Würfelmagier Brettspiel Podcast.

Gemeinsam mit Uli von Spielworxx spreche ich diesmal noch weniger über konkrete Spiele, sondern über das, was hinter unserem Hobby steckt: Motivation, Emotionen und unterschiedliche Arten, Spiele zu erleben. Und ihr erfahrt, wer von uns der Sharknado der Wargamer ist.

Viele von uns haben ihre ersten Erfahrungen mit Klassikern wie Mensch ärgere dich nichtMonopoly oder Mühle gemacht. Spiele, die zunächst simpel wirken, aber oft der Einstieg in eine Leidenschaft waren. Schon damals ging es letztlich um etwas, das bis heute zentral geblieben ist: Spaß am Spieltisch.

Doch Spaß bedeutet für jeden etwas anderes. Für manche steht das Gewinnen im Vordergrund, andere genießen vor allem das Tüfteln an Mechanismen oder das Eintauchen in eine Spielwelt. Und oft ist es einfach die gemeinsame Zeit am Tisch, die eine Partie besonders macht. Ein mittelmäßiges Spiel in einer guten Runde kann schließlich mehr wert sein als ein Meisterwerk in der falschen Gruppe.

Der Spieltisch wird dabei zu einem sozialen Raum. Hier treffen Menschen aufeinander, erleben gemeinsam Geschichten, diskutieren über Züge – und tragen manchmal auch Konflikte aus, allerdings in einem sicheren Rahmen, den die Regeln des jeweiligen Spiels vorgeben.

Gerade thematische Spiele schaffen dabei oft eine besondere Form der Immersion: Während man die Figuren über den Spielplan bewegt, entstehen im Kopf mitunter Geschichten. Andere Spielerinnen und Spieler wiederum interessieren sich vielleicht stärker für die Mechaniken und Strategien hinter einem Spiel. Beides sind legitime Wege unser Hobby zu erleben.

Am Ende geht es aber oft gar nicht so sehr ums Gewinnen oder Verlieren. Spiele ermöglichen uns auch eine kleine Alltagsflucht: ein paar Stunden abschalten, das Handy weglegen, die Welt vergessen und sich ganz auf das konzentrieren, was gerade auf dem Tisch passiert.

Vielleicht ist genau das in diesen Zeiten der wichtigste Grund, warum wir spielen.

Die komplette Folge könnt ihr euch jetzt im Podcast anhören. 🎧

Published — 20. Februar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Wer? Wann? Wo? Ein Logiktrip ins Inka-Reich

Von: Dirk
20. Februar 2026 um 17:23
Lesezeit: 4 Minuten

Auch bei den Inkas (nein, nicht Inka Brand!) wurde anscheinend ordentlich geknobelt. Kronologic – Cuzco 1450 aus dem Hause Pegasus Spiele schickt uns ins historische Hochland der Inka – und direkt hinein in eine Reihe knackiger Deduktionsfälle.


🧩 Kronologic – Cuzco 1450 – Kurzinfo

Spieler: 1–4
Dauer: ca. 30–45 Minuten pro Fall
Alter: ab 10 Jahren
Komplexität: ⭐⭐⭐☆☆ (gehobenes Familienspiel / leichtes Kennerspiel)

Mechaniken:
Deduktion · Logikrätsel · Informationsmanagement · Szenarien

Worum geht’s?
Im historischen Cuzco rekonstruieren wir mysteriöse Ereignisse: Wer war wann wo? Runde für Runde bekommen wir neue Hinweise – teils offen, teils geheim – und knobeln uns durch Zeitachsen und Positionen, bis das Gesamtbild stimmt. Kein Glück, kein Bluff: Nur Kombinieren, notieren und sauber schlussfolgern.

Für wen geeignet?
Für Rätsel-Fans, Deduktionsliebhaber und alle, die gern mit Stift und Gehirn arbeiten. Ideal auch für Solo-Spieler oder Gruppen, die kurze, knackige Denkspiele mit steigender Herausforderung mögen.


Wie es abläuft

Statt Würfelglück gibt’s hier Kopfarbeit: Hinweise sammeln, Zeitachsen vergleichen, Positionen kombinieren – und Stück für Stück das Puzzle zusammensetzen. Das Spiel fühlt sich dabei angenehm „oldschool“ an, bringt aber mit seiner Szenario-Struktur genug mit, um auch längeren Spielspaß mit einer Lernkurve zu bieten. Kurz gesagt: Das ist Futter für alle, die gerne Linien ziehen, Vermutungen einkreisen und am Ende mit einem leisen Aha! am Tisch sitzen.

Der Einstieg gelingt schnell, die Fälle ziehen nach und nach an – und genau das macht den Reiz aus: Man wächst mit jeder Partie ein kleines bisschen tiefer ins System hinein.

Die Regeln in ultra-kurz:

  • Szenario „aufbauen“ und Karten bereitlegen.
  • Jede Runde bekommt man Infos – teils offen, teils geheim
  • Notieren der Information, kombinieren und dann schlussfolgern.
  • Wer die richtigen Antworten zuerst hat, gewinnt.

Mehr ist es im Kern nicht – der Rest passiert im Kopf. 😉

Sechs Charaktere bewegen sich zwischen den 6 Orten.

Herzstück des Spiels ist die Schablonen-Mechanik und die finde ich wirklich gut gemacht und clever: In deinem Zug wählst du entweder eine der sechs Personen oder einen der sechs Zeitpunkte, nimmst die passende Schablone und schiebst sie mit dem „Gesicht“ nach unten unter die Ortskarte. Dann drehst du das Ganze um und in den Aussparungen tauchen genau die Informationen auf, die zu dieser Wahl gehören. Ein Teil davon ist für alle gedacht (eher eine allgemeine Info über die Anzahl der Personen, die zu dieser Zeit an diesem Ort waren bspw.), ein Teil bleibt nur dir vorbehalten (bspw. eine sehr konkrete Info über eine Person, die zu diesem Zeitpunkt sicher an diesem Ort war).

Das wirkt erstmal simpel – ist aber genau der Moment, in dem die eigentliche Arbeit beginnt. Denn jede neue Info verändert das Gesamtbild. Zeitpunkte verschieben sich, Positionen fallen weg, neue Kombinationen werden möglich. Wer aufmerksam mitliest und mitdenkt, baut sich Schritt für Schritt seine eigene Lösung zusammen. Kein Raten, kein Glück – nur Beobachtung, Logik und das berühmte „Moment mal…“.


Und wie war es?

Man braucht definitiv ein, zwei Fälle, um wirklich reinzukommen – vor allem, um zu lernen, alle Informationen auf dem Tisch auch wirklich zu sehen. Die Hinweise sind da, keine Frage. Aber sie richtig miteinander zu verknüpfen, braucht Übung. Und man muss – ähnlich wie bei Sudoku und Co. auch zwischen den Zeilen denken.

Ja, offiziell ist das Spiel ab 10 Jahren freigegeben. Rein technisch mag das stimmen – praktisch glaube ich aber, dass viele Kinder (und auch Jugendliche) damit erstmal überfordert sind. Besonders dann, wenn jemand mit am Tisch sitzt, der schon ein paar Jahre Logikrätsel-Erfahrung auf dem Buckel hat. (Kleiner Nostalgie-Moment an dieser Stelle: Hatte eigentlich außer mir noch jemand den P.M. Logik-Trainer? 😄) Der Unterschied im Tempo beim Rätseln kann hier schon spürbar sein.

Wenn man diese Einstiegshürde aber genommen hat, entfaltet das Spiel seinen Reiz: Die Knobelei macht Spaß, es gibt eine klare Lernkurve – und ja, man wird tatsächlich besser. Mit jedem Fall erkennt man Muster schneller, setzt die Zeitachsen sauberer fort und trifft frühere, fundiertere Schlüsse.

So ehrlich muss man aber sein: Das Thema ist komplett Banane. Ob wir nun im Inka-Reich ermitteln, in Paris, auf dem Mond oder bei den Reptoloiden im Innern der Erde – spielmechanisch macht das wirklich keinen Unterschied. Die Figuren, Orte und Zeitpunkte sind am Ende nichts weiter als Marker auf einer Logikmatrix. Eine echte Atmosphäre kommt dabei nicht auf, dafür ist das Spiel viel zu abstrakt.

Das Setting funktioniert als hübsche Kulisse, trägt aber praktisch nichts zum Spielerlebnis bei. Wer hier auf historische Immersion hofft, wird enttäuscht. Wer hingegen einfach ein gutes Rätselspiel sucht, dem ist das Thema ziemlich egal – und genau so fühlt es sich auch an.

Geboten werden drei Szenarien mit jeweils fünf Fällen – unterm Strich also 15 Logikrätsel mit steigender Komplexität. Die ersten Aufgaben dienen klar als Tutorial, später wird’s anspruchsvoller. Schön gelöst: Jedes Szenario bringt kleine Variationen mit, sodass man nicht nur schwerere Rätsel bekommt, sondern auch neue Denkansätze braucht.

Aber auf eines muss man wirklich achten: Sagt mit großer Sorgfalt an welche Kombination an Person/Zeitpunkt und Ortskarte ihr gerade betrachtet und stellt sicher, dass jeder am Tisch das auch mitbekommt. Denn wenn man hier – nur mal ganz zufällig rausgegriffen – die Salinen mit den Terrassen verwechselt und der Mitspielerin den falschen Ort nennt, selbst aber natürlich den richtigen einträgt, ja, dann kann das nicht nur das ganze Rätsel zum Einsturz bringen, sondern auch emotionale Turbulenzen am Spieltisch auslösen.

Und für ganz eifrige Rästelfans sei gesagt, dass es sicherlich auch noch mal Nachschub geben wird. denn es existiert bereits ein Erweiterungspack mit einem weiteren Szenario und fünf weiteren Fällen. Das gibt es aber derzeit noch nicht in Deutschland.

Hinter dem Sichtschirm macht man seine Notizen.

Mein Fazit

Unterm Strich: Kein Spiel für mal schnell nebenbei, kein Wohlfühl-Familienspiel – sondern ehrliche Kopf- und Knobelarbeit. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein schönes Deduktionspuzzle mit Fortschrittsgefühl. Und genau das hat uns am Tisch am Ende überzeugt. Übrigens lässt sich das Ganze natürlich auch solo spielen. Hier erhält man dann am Ende eine Einschätzung, wie gut man gerätselt hat. Einfach zählen wie viele Hinweise man brauchte und in der Tabelle ablesen.

Transparenzhinweis: Das Spiel wurde zu Rezensionszwecken kostenfrei durch den Verlag zur Verfügung gestellt.

Published — 15. Februar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Beyond The Table #2 – Crowdfunding, Wandel und Perspektiven

Von: Dirk
15. Februar 2026 um 08:31
Lesezeit: < 1 Minute

Crowdfunding ist ein Phänomen, das die Brettspielwelt in den letzten 15 (?) Jahren fundamental verändert hat. Vom Nischen-Experiment für Enthusiasten bis zur dominierenden Finanzierungsform und relevanten Marketinginstrument.

In der zweiten Folge unseres Gesprächs-Formats Beyond The Table widmen wir uns genau diesem Phänomen: Gemeinsam mit Uli Blennemann von Spielworxx blicke ich auf den aktuellen Status des Crowdfunding-Ökosystems in der Brettspielbranche.


Warum Crowdfunding heute mehr ist als nur Geld sammeln

Crowdfunding begann als Plattform für kreative Ideen, bei denen die Unterstützer direkt Teil der Entstehung wurden. Heute dagegen dominieren globale Kampagnen, sechs- bis siebenstellige Summen sind keine Seltenheit mehr und selbst etablierte Verlage setzen zum Teil ausschließlich auf Kickstarter & Co.

Uli und ich richten den Blick nicht auf die Zahlen, sondern vor allem auf das, was diese Form der Finanzierung für die Menschen bedeutet, die Spiele entwickeln, produzieren und dann (irgendwann) spielen.


Die zweite Folge von Beyond The Table ist ab sofort überall verfügbar, wo es Podcasts gibt. In diesem Format sprechen wir nicht über ein einzelnes Spiel, sondern über den Kontext, die Mechanismen und die Menschen dahinter.

👇 Hier direkt anhören – deine Gedanken und Fragen sind uns wie immer willkommen.

Published — 13. Februar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Brettspiel Notizen Februar 2026

Von: Dirk
13. Februar 2026 um 15:35
Lesezeit: 2 Minuten

Beyond the Deckers of the Horizons

Das Jahr 2026 ist schon eine zeitlang angebrochen, also ist es höchste Zeit, die Brettspiel-Notizen der letzten Monate zu ordnen. Das vergangene Jahr 2025 war ein echtes Brettspiel-Feuerwerk, und auch der Januar hat bereits einige spannende Titel auf den Tisch gebracht – Umzugskisten und Grippe hin oder her.

Ein Rückblick: Was 2025 hängen blieb

Besonders ein kleiner Titel hat sich zum Dauerbrenner vor allem für unter der Woche entwickelt: Ein Kartenspiel, das zugänglich und gleichzeitig belohnend ist. Es kam fast jedes Mal auf den Tisch kam, wenn die Zeit knapp war. Hätte ich nicht gedacht als ich das Spiel das erste Mal gesehen habe.

Auf der komplexeren Seite hat uns vor allem der Tee-Anbau und ein Ausflug ins alte Ägypten beschäftigt. Ein echtes Highlight war jedoch ein Schwergewicht von Stefan Feld. Wer vor dem opulenten Material anfangs zurückgeschreckt ist, darf aufatmen: Es ist gar nicht so „monströs“, wie es aussieht – vor allem, wenn man weiß, wie man die Würfelergebnisse zu seinem Vorteil manipuliert.

Frischer Wind im Januar

Der Start ins neue Jahr war geprägt von rasanten Echtzeit-Partien und taktischen Hacker-Angriffen. Habt ihr schon mal versucht, unter Zeitdruck eine Titelseite für eine Zeitung zu layouten? Es ist stressig, es ist chaotisch, aber es fängt das Thema einfach perfekt ein.

Aber hört am besten selber rein. 🙂


Die im Podcast erwähnten Spiele im Überblick:

  • Castle Combo (Der Dauerbrenner 2025)
  • Tea Garden (Tee-Anbau mit Deckbuilding)
  • Men Nefer (Klassisches Euro-Game im alten Ägypten)
  • Civolution (Das expertige Experten-Highlight von Stefan Feld)
  • Cities
  • Tower Up
  • Viticulture (Der Klassiker an Silvester)
  • Railroad Tiles (Die Legespiel-Variante von Railroad Ink)
  • Druckfrisch / Fit to Print (Hektik in der Zeitungsredaktion)
  • Rebirth (Wiederaufbau in Schottland und Irland)
  • Deckers (Knallhartes Hacker-Coop)
  • Compile (KI-Duell für zwei Personen)
  • Cultivo (Marktmechanismus im 90er-Look)
  • Beyond the Horizon (Zivilisations-Aufbau)

Was waren eure Highlights im letzten Jahr und was habt ihr im Januar schon alles ausprobiert? Schreibt es uns gerne im Discord oder per Mail!

Published — 10. Februar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Scroll. Klick. Wikinger. 

Von: Dirk
10. Februar 2026 um 13:07
Lesezeit: 2 Minuten

Manchmal stolpert man einfach über Dinge, bei denen man sofort hängen bleibt. Genau so ging es mir mit The Danes (Die Dänen). Entdeckt habe ich das Projekt ganz klassisch in der Hotness-Liste von BoardGameGeek. Eigentlich wollte ich was nachschauen und zack: plötzlich tief drin in Wikinger-Plänen von Feuerland und in den Forendiskussionen.

Was ursprünglich wohl als Erweiterung oder Ergänzung für Ein Fest für Odin gedacht war, ist inzwischen zu einem eigenständigen Schwergewicht herangewachsen (angeblich mit Gloomhaven-großer Box!). Hinter dem Projekt stehen unter anderem Uwe Rosenberg aber wohl vornehmlich Gernot Köpke, der auch auf BGG sehr aktiv ist. Veröffentlicht wird das Ganze dann bei Feuerland Spiele. Die Kombination von Namen lässt viele Strategiefans hellhörig werden.

Vom Add-on zum Mammutprojekt

Beim Lesen der Foren wird schnell klar: Bei The Danes erwartet uns wohl ein großformatiges Worker-Placement-Spiel mit Fokus auf Aufbau, Erkundung, Ressourcenmanagement und langfristiger Planung. Der Umfang soll deutlich über dem liegen, was man sonst von klassischen Eurogames kennt – inklusive sehr großer Box und reichlich Material.

Besonders spannend fand ich die Community-Stimmung:
Ein Teil der Spieler ist sofort Feuer und Flamme („endlich wieder Wikinger“), andere bleiben vorsichtig und wollen erst Regeln und Gameplay sehen, bevor sie sich festlegen. Denn wirklich viel sieht man noch nicht. Einigkeit herrscht aber in einem Punkt: Das Projekt wirkt ambitioniert – und alles andere als klein gedacht. Und so hat sich auch der Zeitplan gleich mal verschoben.

Crowdfunding in Sicht

Aktuell deutet vieles auf eine Crowdfunding-Kampagne im Laufe von 2026 hin. Die letzte Info ließ den Start in Q2 2026 möglich erscheinen, mit dem Ziel der Auslieferung bis Q1 2027. Eigentlich sollte das Spiel bereits in 2026 erscheinen, war wohl aber zu ambitioniert. Auch spannend dürfte die Preisgestaltung werden. Bei einem Spiel dieses Umfangs und mit so viel Material werden wir bei den aktuellen Produktionskosten und Logistikaufwänden definitiv die 100 Euro Grenze knacken – vermutlich sogar die 120. Alles andere wäre überraschend günstig. Konkrete Details zu Mechaniken und zum finalen Umfang oder zur Ausstattung sind noch rar, aber genau das macht den Reiz gerade aus: The Danes fühlt sich für mich wie eines der Spiele an, die man nicht aktiv gesucht hat – die einen aber trotzdem irgendwie sofort in den Bann ziehen. Man merkt allerdings beim Betrachten der Bilder, dass es eine gewisse Nähe zu Ein Fest für Odin gibt. Allerdings alles in XXL. Eine Abbildung zeigt verschiedene kleine Boxen, die in der Box enthalten sind. Das Ganze noch gehalten von Legosteinen – Prototypen at its best…

Mein Fazit

Ein klassischer Fall für die Kategorie „Nicht gesucht, trotzdem gefunden“:
The Danes ist mir zufällig über den Weg gelaufen und hat sich innerhalb weniger Minuten von einem unbekannten Eintrag in der BGG-Hotness zu einem Projekt entwickelt, das ich definitiv weiter beobachten werde, auch wenn ich etwas „Angst“ vor dem Umfang des Spiels habe. Und man muss auch erstmal abwarten, inwiefern sich The Danes (Die Dänen) von Ein Fest für Odin unterscheidet.

Wer sich selbst nochmal durchfräsen will, sollte in die Foren bei BGG eintauchen… 


Bildnachweis: Boardgamegeek / Feuerland (https://boardgamegeek.com/image/9012269/the-danes)

Published — 06. Februar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Schachtelgeschichten # 1 – Saltfjord

Von: Dirk
06. Februar 2026 um 06:59
Lesezeit: 4 Minuten

Mit den Schachtelgeschichten entführe ich euch in die faszinierende Welt eines ausgewählten Brettspiels. Hier geht es nicht um eine klassische Rezension, ein Review oder eine detaillierte Spielanleitung. Stattdessen tauchen wir gemeinsam in die Geschichte und Atmosphäre ein, die das Spiel umgibt. Wie ein kleiner Einblick in die Welt, in der das Spiel spielt. Viel Spaß beim Eintauchen und Entdecken!

Habt ihr das Spiel vielleicht schon selbst gespielt oder eine spannende Anekdote dazu? Teilt eure Gedanken und Erlebnisse gerne in den Kommentaren – ich bin gespannt auf eure Geschichten!


Ein nebliger Hafen. Ein Fischerboot fährt aus. KI-generierte Illustration, erstellt für wuerfelmagier.de

Das Gewicht eines Tages

Ich wache auf, noch bevor das Licht durch die schmalen Fensterscheiben dringt, und für einen Moment weiß ich nicht, ob ich aus einem Traum komme oder aus einer dieser unruhigen Nächte, in denen der Schlaf nur eine Aneinanderreihung von Gedanken ist, die irgendwann in Müdigkeit übergehen. Der Wind ist da, noch bevor ich mich überhaupt bewege, er liegt wie ein dumpfes Geräusch in der Luft, ein stetiges Drängen gegen die teilweise luftdurchlässigen Holzwände des Hauses. So als würde etwas Großes draußen ungeduldig warten.

Ich setze mich auf die Bettkante und spüre die Kälte der Dielen unter meinen Füßen, diese tiefe, ehrliche Kälte, die nicht schmerzt, sondern sich einfach festsetzt, als wäre sie ein Teil der Dinge, die hier dazugehören, wie das Salz in der Luft oder die Feuchtigkeit in den Wänden. Heute fahren wir weit hinaus, und dieser Gedanke liegt schon in mir, noch bevor ich aufstehe, noch bevor ich mir die Jacke überziehe, noch bevor ich das erste Wort des Tages denke.

Weit hinaus bedeutet einen besseren Fang nach Hause zu bringen, das weiß jeder hier. Es bedeutet zugleich größere Entfernungen, längere Wege zurück, weniger Schutz, weniger Spielraum für Fehler. Man spricht nicht viel darüber, aber jeder kennt diese Rechnung. Man fährt nicht hinaus, weil man will, sondern weil man muss. Und man bleibt nicht im Hafen, weil es sicherer ist, sondern weil man es sich leisten kann. Heute können wir es uns nicht leisten.

Im Hafen ist es still, aber es ist keine ruhige Stille. Es ist eine gespannte Stille, eine, die zwischen den Dingen hängt, zwischen den Booten, zwischen den Stegen, zwischen den Häusern, als würde der Ort selbst den Atem anhalten. Ich gehe mein Boot ab, prüfe die Netze, die Leinen, das Segel, die Kisten. Und obwohl ich diese Abläufe seit Jahren kenne, fühlt es sich nicht nach Routine an, sondern nach einem Versuch, Ordnung in etwas zu bringen, das sich im Kern nie ordnen lässt.

Der Himmel ist grau, aber nicht dramatisch, nicht bedrohlich, nicht offen gefährlich. Er ist einfach unentschlossen, eine gleichmäßige Fläche ohne Richtung, ohne Versprechen, ohne klare Aussage, und genau diese Art von Himmel macht mir mehr Angst als ein Sturm. Stürme sind ehrlich. Sie sagen, was sie wollen. Dieses Grau sagt gar nichts.

Ich denke an die letzten Tage. An die leeren Kisten. An die Blicke beim Verkauf. An die Gespräche, die immer kürzer werden, je weniger es zu verteilen gibt. Oft ist es nur ein bedauerndes Nicken nach dem Blick auf die leeren oder allenfalls dürftig gefüllten Kisten. In Saltfjord lebt man nicht von einzelnen guten Tagen, sondern von der Wiederholung. Von der Verlässlichkeit. Von der Hoffnung, dass sich Dinge tragen, wenn man sie nur lange genug weiterführt. Aber diese Hoffnung wird dünner, und manchmal fühlt sie sich an wie ein Versprechen, das niemand mehr wirklich überprüft.

Als ich das Segel hisse, knarzt es im Gebälk, nur kurz, nur ein kleines Knarren, aber es reicht, um Gedanken in Bewegung zu setzen, um Möglichkeiten zu öffnen, die ich lieber geschlossen halten würde. Was, wenn der Mast bricht falls der Wind doch auffrischt?! Was, wenn der Wind dreht. Was, wenn der Nebel kommt. Was, wenn heute der Tag ist, an dem das Meer entscheidet, dass es mir genug gegeben hat.

Ich fahre trotzdem los, weil es keine Alternative gibt, die sich besser anfühlt, und weil Stillstand hier nicht Sicherheit bedeutet, sondern ein langsameres Scheitern.

Je weiter ich hinausfahre, desto mehr verschwindet das Land, nicht plötzlich, nicht dramatisch, sondern leise, schrittweise, als würde es sich einfach zurückziehen, bis es nur noch eine Linie ist, dann nur noch ein Gedanke, dann nur noch Erinnerung. Das Wasser wird dunkler, der Wind direkter, und die Bewegungen des Boots werden ehrlicher, weniger gedämpft, weniger geschützt.

Hier draußen fühlt sich alles größer an, tiefer, schwerer, und gleichzeitig leerer.

Ich werfe die Netze aus und warte, und dieses Warten ist schlimmer als jede konkrete Gefahr, weil es Zeit lässt für Gedanken, für Rechnungen, für die leisen Sorgen, die sich sonst im Lärm des Alltags verlieren. Ich denke an das Haus, an die Küche, in der sich Anna wieder Sorgen macht, an die Schulden beim alten Hansen, an Wärme, an Tage, die nicht mit diesem Gewicht beginnen und nicht mit dieser Müdigkeit enden. Ich denke nicht an Reichtum und nicht an Gewinn, sondern an Normalität, an ein Leben, das nicht ständig am Rand der Unsicherheit steht.

Meine Hände sind rau, voller Risse, voller alter Schnitte, Spuren eines Lebens, das nie leicht war, aber lange tragbar. Das Meer ist ruhig, fast zu ruhig, und ich weiß, dass Ruhe hier kein Versprechen ist, sondern nur eine Pause.

Als ich beginne, die Netze einzuholen, spüre ich ein Zittern in mir, das nichts mit der Kälte zu tun hat. Es ist diese Mischung aus Hoffnung und Angst, aus Erwartung und Resignation, dieses Wissen, dass der nächste Moment etwas entscheidet, das größer ist als ein Fang, größer als ein Tag, größer als eine Fahrt.

Für einen kurzen Augenblick halte ich inne, sehe auf das dunkle Wasser und frage mich, ob das Meer heute gibt oder nimmt, und ob man den Unterschied manchmal überhaupt noch erkennt.


Und wer das Ganze lieber hören möchte, kann hier nun auch in die erste Schachtelgeschichte reinhören.


Diese Geschichte stammt aus der Schachtel von Saltfjord.

Saltfjord ist kein storybasiertes Spiel, sondern ein Euro durch und durch. Und dennoch schafft es bei mir Bilder im Kopf. Gerade das Rausfahren zum Fischen ist sehr schön integriert und war der Ansatz für die Schachtelgeschichte. Es ist nicht so sehr die einzelne Aktion, die hier wichtig ist und alles ändern kann, sondern eher das Dranbleiben, die Konstanz. Aber auch die Planung auf dem persönlichen Puzzleboard. Welches Gebäude brauche ich? Welche Fähigkeiten möchte ich ausbauen? All das trägt zum Erfolg oder Misserfolg bei. Und wenn man dann in den Hafen zurückkehrt zeigt sich, ob der Fang die gewählte Strategie unterstützt.


Die Rahmendaten

Design: Kristian Amundsen Østby, Eilif Svensson
Illustration: Peter Bartels, Yan Moussu
Verlag: HUCH!
Spieldauer: ca. 45-90 Minuten
Anzahl: 1-4 Personen
Alter: ab 14 Jahren

Link zu Boardgamegeekhttps://boardgamegeek.com/boardgame/422674/saltfjord

Bestpreis bei brettspielangebote.de finden …


Transparenzhinweis: Das Spiel wurde mir vom Verlag für Rezensionszwecke bereitgestellt.

Bildcredits: KI-generierte Illustration, erstellt für wuerfelmagier.de

Published — 04. Februar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Rückruf bei Asmodee Deutschland – und irgendwie fühlt sich das neu an

Von: Dirk
04. Februar 2026 um 12:27
Lesezeit: < 1 Minute

Man stolpert ja über vieles, wenn man sich länger in der Brettspielszene bewegt. Regelunklarheiten, Produktionsfehler, fehlende Karten – alles schon erlebt.

Aktuell ruft Asmodee ein Zubehör-Set zurück, weil in einem mitgelieferten Stoffbeutel zu hohe Formaldehyd-Werte festgestellt wurden. Kein Detailproblem, kein „wir legen euch Ersatzkarten bei“, sondern ein klarer Fall von: Bitte nicht mehr benutzen.

Und ja – im Spielzeugbereich kennt man solche Meldungen durchaus. Puppen, Plüschtiere oder Billigimporte mit problematischen Chemikalien tauchen regelmäßig in Rückruflisten auf.

Aber bei modernen Brettspielen, die sich längst als hochwertiges Hobbyprodukt verstehen? Das fühlt sich tatsächlich wie eine kleine Premiere an.

Aber ein echter sicherheitsrelevanter Rückruf eines großen Brettspielverlags? Das ist mir in dieser Form bisher nicht untergekommen.

Was ich Asmodee dabei zugutehalte: Der Rückruf wird offen kommuniziert, mit klaren Anweisungen für Käuferinnen und Käufer. Genau so muss das laufen. Transparenz ist in solchen Fällen wichtiger als jede PR-Glanzpolitur.

Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack. Gerade weil viele von uns Spiele nicht nur sammeln, sondern regelmäßig mit Familie, Kindern oder Freunden auf den Tisch bringen. Da erwartet man irgendwie, dass Materialien vorher sauber geprüft werden. Hat das bisher entsprechend konsequent stattgefunden oder eher nicht? Vielleicht werden Brettspiele in der Hinsicht auch einfach anders geprüft als Spielzeuge für kleine Kinder. Zumindest bisher.

Das betroffene und potenziell gefährliche Zubehör (Quelle: Asmodee)

Unterm Strich:
Kein Grund für Panik – aber definitiv ein Moment, der zeigt, dass auch unsere geliebte Brettspielwelt nicht völlig frei von klassischen Konsumgüterproblemen ist.

Falls ihr betroffen seid: Prüft euer Set und folgt den offiziellen Rückrufhinweisen.

Und wir nehmen das hier mal als Eintrag ins kollektive Gedächtnis der Szene auf:
Spielzeug kennt Rückrufe – Brettspiele jetzt offenbar auch.

Neues Format: Schachtelgeschichten – die Welt hinter den Spielen

Von: Dirk
04. Februar 2026 um 08:38
Lesezeit: 2 Minuten

Brettspiele kann man auf viele Arten erleben. Man kann sie natürlich spielen oder aber erklären, bewerten oder testen. Aber was passiert, wenn man nicht die Regeln betrachtet, sondern die Geschichten, die zwischen den Karten, Würfeln und Figuren verborgen liegen?

Genau darum geht es ab sofort im neuen Format: Schachtelgeschichten.

Schachtelgeschichten öffnen ein Fenster in die Welten von Brettspielen – aus der Perspektive der Figuren, der Menschen und der Orte, die in diesen Spielen existieren. Jede Geschichte zeigt einen Ausschnitt, ein Fragment, einen Moment, der das Leben in einer Spielwelt spürbar macht. Mal düster, mal melancholisch, mal ruhig, mal bedrohlich oder auch mal fröhlich oder gar ungewöhnlich – immer literarisch angehaucht, immer emotional, immer nah dran an der Welt des Spiels.

In Schachtelgeschichten geht es nicht um Regeln, Strategie oder Punkte, sondern um Atmosphäre, Entscheidungen und das, was zwischen dem Spielmaterial passiert. Am Ende jeder Geschichte folgt ein kurzes Fazit: eine kurze Reflexion über das Spielgefühl, die emotionale Wirkung und die narrative Tiefe.

Mit Schachtelgeschichten möchte ich zeigen, dass Brettspiele mehr sind als Material auf dem Tisch. Sie erzählen Geschichten – manche laut, manche leise, manche nur in den kleinen Momenten, die man sonst übersieht. Diese Momente stehen im Mittelpunkt des Formats.

Die erste Schachtelgeschichte führt nach Saltfjord, weit draußen im kalten, rauen Wasser, wo Fischer auf das Meer angewiesen sind und jede Entscheidung den Unterschied zwischen einem guten Fang und einem verlorenen Tag ausmacht. Die Geschichte zeigt eine Perspektive von vielen möglichen auf – erzählt von der See und der Not der Fischer – und vermittelt so ein Bild des Lebens zwischen Wellen, Wind und Hafen. Vielleicht habt ihr ja auch Ideen dazu, wie ihr die Schachtelgeschichte erzählen würdet – aus welcher Perspektive.

Jeden Monat gibt es mindestens eine neue Schachtelgeschichte. Jede Ausgabe lädt dazu ein, die Spielwelt einmal anders zu erleben: nicht über Regeln, nicht über Punkte, sondern über Menschen, Momente und Geschichten. Und auch, wenn man im Spiel vielleicht nicht immer das Gefühl hat genau das erlebt zu haben, eröffnen die Schachtelgeschichten vielleicht neue Sichtweisen auf ein Spiel und das Thema was dahinter steht.


Nachtrag: Wenn ich ganz viel Zeit und Muße habe, dann lese ich euch die Schachtelgeschichten vielleicht im Podcast ein…

Published — 02. Februar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Abschied vom Monolithen – willkommen im Fragment

Von: Dirk
02. Februar 2026 um 13:35
Lesezeit: 2 Minuten

Eine Meldung wie ein Donnerschlag. W. Eric Martin verlässt BoardGameGeek.

Fünfzehn Jahre, rund sechstausend Posts, unzählige Morgenroutinen von Brettspielfans weltweit – beendet mit einem ruhigen „Goodbye“.

Wer regelmäßig auf BGG unterwegs war, kennt ihn: Eric war nicht irgendein ein News-Schreiber, er war DIE Konstante. Während Publisher kamen und gingen, Hypes aufflammten und Kickstarter explodierten, lieferte er zuverlässig Kontext. Nicht laut, nicht clickbaitig – sondern sachlich, neugierig, manchmal trocken, oft präzise und immer mit einem Augenzwinkern.

Und jetzt? Neustart. Mit Board Game Beat.

Keine große Plattform mehr im Rücken, kein zentraler News-Hub. Stattdessen: eine eigene Seite, eine eigene Stimme, eigene Themen. Monatsdossiers. Essays. Previews. Audio. Video. Und das dann auch noch ohne Social Media – so zumindest sein aktueller Post.

Das ist mehr als ein persönlicher Karriereschritt – es ist ein aktuelles Symptom unserer Szene.

Vom Sammelpunkt zur Splitterlandschaft

Früher war vieles einfach: Man ging auf BoardGameGeek, las die News, diskutierte im Forum. Ein Ort, viele Stimmen.

Heute zerfällt Brettspiel-Content in Podcasts, Newsletter, Substacks, Discords, YouTube-Kanäle und eben auch unabhängige Journalistenseiten. Jeder baut sein eigenes kleines Lagerfeuer. Reichweite wird fragmentiert, Aufmerksamkeit verteilt, die Community zerfasert.

Eric geht diesen Weg bewusst. Nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung: weg vom Plattform-Kompromiss, hin zum kuratierten Journalismus.

Das ist mutig – und riskant. Denn unabhängiger Content bedeutet auch: Abhängigkeit von einer Community, die bereit ist, Zeit (und auch Geld) zu investieren. Keine Algorithmen, die einen tragen. Kein riesiger Traffic-Staubsauger. Nur er und seine Inhalte.

Was bleibt

BoardGameGeek verliert eine prägende Stimme. Die Szene gewinnt eine neue Plattform.

Vielleicht ist das die Zukunft unseres Hobbys: weniger zentrale Leuchttürme, mehr spezialisierte Inseln. Weniger „alle hier“, mehr „finde deine Leute“. Für Leser anstrengender. Für Inhalte vielleicht ehrlicher. Wo ist eigentlich RSS geblieben? Vielleicht wird es Zeit den RSS Reader wieder anzuwerfen.

W. Eric Martin hört nicht auf, über Spiele zu schreiben. Er schreibt nur anders weiter.

Und wir? Wir müssen lernen, wieder gezielter zu lesen.


HIER geht es zu Board Game Beat.

HIER findet ihr den Artikel auf Boardgamegeek.com

Published — 30. Januar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Nicht gesucht, trotzdem gefunden

Von: Dirk
30. Januar 2026 um 07:17
Lesezeit: 3 Minuten

Manchmal ist Veränderung nötig. Deshalb hinterfrage ich regelmäßig was ich tue – mitunter sehr selbstkritisch. Und das gilt auch für meinen Blog. Vor allem, da er dieses Jahr zehn Jahre alt wird. Ja echt! Seit zehn Jahren berichte ich nun schon in verschiedenen Medien über Brettspiele. Unglaublich! (Notiz: Rückblick Folge für den Podcast einplanen… 😉 )

Früher hatte ich viele Kategorien und Unterkategorien. Damit räume ich jetzt auf. Klassische News wird es hier nicht mehr geben. Das machen andere besser und aktueller. Zum Beispiel Christoph mit dem Team der Brettspielbox oder die Cliquenabendler oder viele viele andere. Stattdessen informiere ich euch über spannende Entdeckungen und interessante Crowdfundings – falls es letztere noch gibt. „Nicht gesucht, trotzdem gefunden“ (kurz: „NGTG“) ersetzt die bisherigen News und ist der Ort für all diese spannenden Entdeckungen.

Und auch bei den Artikeln kürze ich: Weniger lange Texte und Regelerklärungen, mehr Spielgefühl und Spielerfahrung. So hoffe ich, neben dem Podcast wieder häufiger zum Schreiben zu kommen.

Und es gibt noch eine komplett neue Kategorie: Schachtelgeschichten. Diese Geschichten öffnen die Welten von Brettspielen wie eine geöffnete Spieleschachtel: Hier drängen nicht nur Figuren und Karten, sondern ganze Geschichten, Momente und Entscheidungen aus der Schachtel hinaus. Mal düster, mal melancholisch, mal leise, mal bedrohlich, mal fröhlich – jede Geschichte erzählt einen Ausschnitt aus dem Leben in der Spielwelt, bevor du selbst die Würfel wirfst. Jede Geschichte greift die Stimmung der Welt des Spiels auf und ist in wenigen Minuten gelesen. Details gibt es dann demnächst noch mal hier.

Eine Spieleschachtel aus der Charakter, Orte und Gegstände wie in einer Explosion rausfliegen. KI-generierte Illustration, erstellt für wuerfelmagier.de
Die Schachtelgeschichten lassen Brettspiele lebendig werden.

In Zukunft gibt es im Blog also nur noch diese Rubriken:

  • Reviews: Hier findet ihr alle Arten von Rezensionen – ob kurze Ersteindrücke, ausführliche Besprechungen oder auch Hinweise auf Podcastfolgen. Die Kategorien bleiben schlank, die Details gebe ich über Tags an.
  • Meinung: In dieser Rubrik teile ich meine Ansichten zu verschiedenen Themen rund um Brettspiele – von der Industrie bis zu Community-Diskussionen. Und vielleicht gibt es ja auch mal Gastbeiträge…wer weiß.
  • Nicht gesucht, trotzdem gefunden: Spannende Entdeckungen aus der Brettspielwelt, Crowdfunding-Projekte, Zubehör oder interessante Varianten auf BoardGameGeek. Alles, was in keine andere Kategorie passt.
  • Podcast: Jede neue Podcast-Folge wird hier angekündigt, und ihr könnt sie direkt auf der Website hören – oder noch besser, direkt abonnieren!
  • Schachtelgeschichten: Jeden Monat mindestens eine neue Geschichte aus einer Brettspielwelt. Kein Review, nur Story und ein kleines Fazit zum Spiel.
  • Interviews: Diese Kategorie bleibt, auch wenn die meisten Interviews im Podcast stattfinden. Gelegentlich werde ich sie als Transkript veröffentlichen, für alle, die lieber lesen.

Ich hoffe, dass ich so wieder mehr schreibe und nicht nur über den Podcast oder Gastauftritte in anderen Medien über das beste Hobby der Welt informiere.

Ein Thema, das mich auch noch beschäftigt, ist Social Media. Im Jahr 2016 waren Facebook und Twitter die beiden Hauptkanäle. Da hat man sich getroffen, da wurde diskutiert und dem Hobby gefrönt. Heute sieht es ganz anders aus: Twitter ist irgendwie kaputt, Instagram wächst stetig und „neue“ Plattformen wie Threads, Bluesky und Mastodon tauchten auch noch auf. Auch WhatsApp und Discord spielen eine größere Rolle. Ich werde mich zukünftig weiter auf die Meta-Plattformen (Instagram und Facebook) konzentrieren, schaue aber, ob andere Plattformen auch sinnvoll sind. Bluesky gefällt mir beispielsweise aktuell ganz gut. Außerdem findet ihr mich auf dem Discord Server des Beeple Netzwerks.

Mich interessiert in dem Kontext auch, wo ihr so in Social Media unterwegs seid – und wer bis hierhin gelesen hat 🙂 Schreibt mir doch mal einen Kommentar unter den Blog. Mal sehen, wer das noch hinkriegt… 😀 Ansonsten auch gerne irgendwo anders kontaktieren.

Die Änderungen im Blog setze ich im Laufe der nächsten Wochen um. Alles andere wird sich weisen… Und zum 10jährigen kommt bestimmt auch noch was… 😉


Bildcredits: KI-generierte Illustration, erstellt für wuerfelmagier.de

Published — 26. Januar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Krypto, nicht Crypto!

Von: Dirk
26. Januar 2026 um 10:54
Lesezeit: 3 Minuten

Willkommen zur Jagd auf das Unerklärliche!

Du bist ein erfahrener Kryptozoologe, immer auf der Spur legendärer Kreaturen, die sich meisterhaft vor der Menschheit verbergen. Dein Ziel? Spüre sie auf, sammle Beweise und bringe sie in ein sicheres Habitat – entweder in dein eigenes Wildschutzgebiet oder in die Obhut von Umweltorganisationen. Wer am meisten Ruhm (a.k.a. Punkte) sammelt, wird zur Koryphäe der Kryptozoologie!

Spielablauf

Das Spiel läuft in Runden mit zwei Phasen:

Kryptozoologen-Phase

  • Reise durch Europa, sammle Beweise und spüre Kryptide auf.
  • Hast du alle nötigen Hinweise, kannst du das Tier sicher fangen. Fehlt dir etwas, kannst du dein Glück mit Würfeln versuchen.
  • Gefangene Kryptide müssen in eine sichere Umgebung umgesiedelt werden – ins Schutzgebiet oder durch spezielle Aufträge.
Die geretteten Kryptiden.

Assistenten-Phase

  • Nutze deinen Assistenten klug, um Ressourcen zu sammeln, neue Fähigkeiten zu erlernen oder die Zugreihenfolge zu beeinflussen.
  • Platziere neue Terrainplättchen im Schutzgebiet, damit deine Kryptide dort ein Zuhause finden können.

Das große Kryptid-Puzzle – Wie die Tiere in das Schutzgebiet kommen

Sobald du ein Kryptid gefunden hast, kannst du es umgesiedeln – vorausgesetzt, das Schutzgebiet bietet einen passenden Lebensraum! Hier kommt der Puzzle-Part ins Spiel:

  • Jedes Kryptid hat eine bestimmte Form und Farbe (Wasser = Blau, Wald = Grün, Gebirge = Braun).
  • Um das Tier in das Schutzgebiet zu setzen, muss es vollständig auf passenden Terrainplättchen platziert werden.
  • Manche Kryptide haben besondere Anforderungen, z. B. dass sie mehrere Geländetypen überdecken oder nur auf unberührtem Land siedeln dürfen.
  • Du kannst dein Plättchen drehen, aber nicht überlappend oder falschfarbig platzieren.
  • Manche Geländefelder enthalten Symbole – wenn du diese überbaust, bekommst du Sofortboni wie Geld oder Erfahrungspunkte.
Hier werden Kryptide gepuzzelt.

Da das Schutzgebiet sich erst nach und nach entwickelt, musst du vorausschauend planen, wo du welche Tiere unterbringst. Platz ist begrenzt, also überlege gut, ob du erst Gelände ausbaust oder sofort Tiere ansiedelst!

Spielende & Sieg

Sobald kein Platz mehr für neue Geländeplättchen ist, wird die Runde zu Ende gespielt und es folgt eine letzte Runde. Dann wird abgerechnet: Wer die meisten Kryptide gefangen und sinnvoll umgesiedelt hat, sowie mit Aufträgen und Boni punkten konnte, gewinnt!

Solo gegen den Wilderer.

Solo-Modus – Das Duell mit dem Wilderer

Falls du dich allein in die Wildnis wagst, bekommst du es mit einem skrupellosen Wilderer zu tun. Der jagt Kryptide für dunkle Geschäfte und kann dir deine Funde vor der Nase wegschnappen. Du musst schneller sein und deine Tiere rechtzeitig in Sicherheit bringen – sonst sind sie für immer verloren!

Fazit

Cryptic Nature ist ein echter Remix aus vielen verschiedenen Spielmechaniken. Überraschend für ein eher klassisches Spielprinzip ist das zusätzliche Einfügen eines Puzzle Elements. Das erinnerte mich ein wenig an ein „Fest für Odin“, in dem das Puzzleelement ja auch nicht so ganz thematisch war. Aber leider bleibt der Spielablauf auch im Verlauf eines Spiels immer etwas zu kompliziert. Ohne das – durchaus gut gestaltete – Beiblatt gelang es uns kaum alle Schritte der einzelnen Phasen einzuhalten. Die 90 Minuten zu viert waren auch kaum einzuhalten und lassen sich wohl nur bei sehr flotter Spielweise erreichen. Laufen und einsammeln, das fühlte sich für uns zu sehr nach Pick-up and deliver an und konnte mechanisch nicht überzeugen, auch wenn es thematisch natürlich passend war.

Was uns allen allerdings gut gefallen hat war die Gestaltung der Karten mit den Kryptiden und die Texte dazu. Da ist sehr viel Herzblut eingeflossen und ein wenig mehr Feinschliff hätte dem unnötigen komplizierten Ablauf sicherlich gut getan.

Insgesamt ein Spiel mit einem ungewöhnlichen Thema, das toll ausgearbeitet wurde, aber vom Spielablauf leider nicht ganz überzeugen konnte. Schade, denn hier hatte ich mir mehr versprochen. Aber vielleicht braucht es ja die Erweiterungen, um dem Ganzen den letzten Schliff zu geben.

Spiele-Offensive.de - Deutschlands größtes Sortiment aus Gesellschaftsspielen

Rahmendaten

Autoren: Georgij ShugolAlexander KrysOleg Meleshin
Illustration: Evgeny ShvenkVictor Zaburdaev
Verlag: IDventure
Spieldauer: ca. 90 Minuten (eher mehr)
Anzahl: 1-4 Personen
Alter: ab 14 Jahren

Link zu Boardgamegeekhttps://boardgamegeek.com/boardgame/383725/cryptic-nature

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Published — 16. Januar 2026 Würfelmagier Brettspiel Blog

Beyond The Table #1 – Cole Wehrle verlässt Leder Games

Von: Dirk
16. Januar 2026 um 07:54
Lesezeit: 2 Minuten

Ein Brief sorgt für Bewegung in der Brettspielwelt. Cole Wehrle verlässt Leder Games. Kein Skandal, kein Bruch, sondern ein klarer, selbstbewusster Schritt eines Designers, der das moderne Brettspiel geprägt hat wie kaum ein anderer. Root, Oath und Arcs stehen nicht nur für erfolgreiche Titel, sondern für eine Haltung, die Spiele als politische, narrative und fordernde Erlebnisse versteht.

Warum dieser Abschied weit über eine Personalie hinausgeht, beleuchten wir hier im Blog und ausführlich im Podcast Beyond the Table, den du direkt unter diesem Artikel hören kannst.

Acht Jahre kreative Freiheit bei Leder Games

Cole Wehrle war bei Leder Games nie nur Spieleautor. Als Creative Director hat er den Verlag entscheidend mitgeformt. Root wurde zu einem der prägendsten asymmetrischen Brettspiele der letzten Jahre, Oath zu einem kontrovers diskutierten Statement darüber, was Brettspiele leisten können.

Dass Leder Games diesen Weg mitgegangen ist, zeigt, wie viel möglich ist, wenn ein Verlag bereit ist, Risiko, Haltung und kreative Freiheit zuzulassen.

Kein Bruch, sondern ein Statement

Bemerkenswert ist die Konsequenz dieses Abschieds. Oath und Arcs wechseln zu Coles neuem Studio Buried Giant Studios, während Root bei Leder Games bleibt. Ein Schritt, der in einer oft markengetriebenen Branche ein klares Zeichen setzt. Vertrauen, Fairness und Respekt vor kreativer Arbeit sind hier keine Floskeln, sondern gelebte Praxis.

Wehrlegig Games bleibt der Gegenpol

Parallel dazu führt Cole Wehrle weiterhin Wehrlegig Games. Historische Spiele, klare Autor:innenhandschrift, kein Blick auf den Massenmarkt. Wehrlegig ist bewusst klein, bewusst sperrig und genau deshalb relevant. Es zeigt, dass Erfolg im Brettspiel nicht nur in Verkaufszahlen messbar ist. Aber es ist nicht zu unterschätzen, dass Spiele wie Pax Pamir durchaus auch große und wirtschaftlich relevante Auflagen erreichen können.

Beyond the Table und die große Frage dahinter

Der Abschied von Cole Wehrle wirft grundsätzliche Fragen auf.

Wie viel Einfluss sollte ein Designer auf einen Verlag haben?
Welche Verantwortung tragen Verlage für die Welten, die sie miterschaffen?
Ist dieses Modell ein möglicher Weg für die Zukunft der Branche?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Beyond the Table Folge, die du direkt unter diesem Artikel anhören kannst.

Fazit

Cole Wehrle verlässt Leder Games, aber er hinterlässt eine klare Spur. Spiele, die etwas wollen. Partnerschaften, die funktionieren. Und ein Beispiel dafür, wie erwachsen, transparent und respektvoll diese Branche sein kann, wenn sie es will.

Published — 21. Dezember 2025 Würfelmagier Brettspiel Blog

Beyond the Table – wenn Brettspiele mal kurz vom Tisch verschwinden

Von: Dirk
21. Dezember 2025 um 09:31
Lesezeit: < 1 Minute

Es gibt Podcasts über Brettspiele. Es gibt Podcasts mit Brettspielen. Und dann gibt es jetzt Beyond the Table – das neue Format im Würfelmagier Brettspiel Podcast, in dem Spiele zwar der Ausgangspunkt sind, aber ganz bewusst nicht der Mittelpunkt. Gemeinsam mit Uli Blennemann (Spielworxx, alter Hase mit Betonung auf Erfahrung) wage ich mich in einen monatlichen Dialog, der genau dort anfängt, wo Regelhefte, Top-10-Listen und Kickstarter-Previews aufhören.

Die Idee ist simpel – und genau deshalb spannend: Wir sprechen nicht über das Spiel auf dem Tisch, sondern über das, was drumherum passiert. Über Entwicklungen in der Szene, über Hintergründe, Brüche, Trends und Fragen, die man sich als Spieler, Beobachter oder Macher irgendwann stellt. Crowdfunding als System im Wandel, Logistik zwischen Fernost und Spieleladen, Ethik, Historie, Meilensteine der Branche – kurz: über all das, wofür in klassischen Formaten oft keine Zeit bleibt. Kein Marketingkanal, keine Werbeschleife, kein „Unsere Top 5 der Woche“, sondern ein ehrlicher Dialog zwischen Konsumentenblick und Produzentenerfahrung.

Beyond the Table lebt dabei ganz bewusst vom Austausch: zwei Perspektiven, unterschiedliche Biografien, viel Erfahrung – und hoffentlich kluge Gedanken mit einem Augenzwinkern. Die erste reguläre Folge startet direkt mit einem Thema, das uns beide schon lange umtreibt: Crowdfunding – von der idealistischen Mikro-Community zur galaktischen Maschinerie. Und ja, das ist nur der Anfang. Themen werden uns so schnell nicht ausgehen – Vorschläge aus der Community sind ausdrücklich erwünscht.

👉 Die erste Folge von Beyond the Table ist ab sofort überall verfügbar, wo es Podcasts gibt – natürlich im Würfelmagier Brettspiel Podcast. Reinhören, mitdenken, widersprechen ausdrücklich erlaubt.

Kurz gesagt:
👉 Einmal im Monat
👉 Zwei Stimmen
👉 Viele Gedanken
👉 Wenig Buzzwords (Content Creator ist trotzdem ein schlimmes Wort)

Willkommen Beyond the Table. Wir freuen uns drauf – und ihr hoffentlich auch. 🎲✨

Published — 15. November 2025 Würfelmagier Brettspiel Blog

SPIEL-Analyse mit Brettseggel Pete

Von: Dirk
15. November 2025 um 20:48
Lesezeit: < 1 Minute

In der neuen Podcastfolge spreche ich mit Pete von Brettseggel über unsere persönlichen Eindrücke von der SPIEL 2025, der größten Brettspielmesse in Essen. Gemeinsam schauen wir auf das Messegeschehen zurück und ordnen ein, was uns besonders aufgefallen ist.

Darum geht es in dieser Podcastfolge zur SPIEL 2025

  • Unsere wichtigsten Eindrücke von der SPIEL 2025
  • Überraschende Momente und positive Highlights
  • Situationen, die uns kurz stutzen ließen oder was uns geärgert hat
  • Kleine Anekdoten direkt von den Messeständen

Wir reden dabei nicht nur über Fakten, sondern auch über die Emotionen, die eine Messe wie die SPIEL jedes Jahr auslöst: Begeisterung, Überwältigung, kleine Enttäuschungen und natürlich der typische SPIEL-Flow (Stau in Halle 3).

Hör unbedingt rein, wenn du …

  • wissen möchtest, wie wir die SPIEL 2025 erlebt haben
  • auf der Suche nach einem ehrlichen und persönlichen Fazit bist
  • neugierig bist, welche Trends und Entwicklungen uns 2025 im Brettspielbereich erwarten

Also: Kopfhörer auf, Kaffee oder Tee in die Hand – und los geht’s mit 90 Minuten handgeklöppeltem  Brettspiel-Podcast mit viel Feeling aus der SPIEL 2025.

Einfach hier reinhören oder direkt abonnieren…

Published — 30. Oktober 2025 Würfelmagier Brettspiel Blog

Zwei Spieler, ein Ring – das Duell um Mittelerde

Von: Dirk
30. Oktober 2025 um 10:50
Lesezeit: 2 Minuten

In dieser Podcastfolge spreche ich, Dirk Huesmann alias der Würfelmagier, mit Stephan Zerlik über Der Herr der Ringe: Duell um Mittelerde – das Zwei-Personen-Brettspiel von Repos Production und Asmodee, das die bekannte Mechanik von 7 Wonders Duel in die epische Welt von Mittelerde bringt.

Wie gut funktioniert die Verbindung zwischen moderner Spielmechanik und der legendären Geschichte von Der Herr der Ringe? Ist es ein vollwertiges Spielerlebnis – oder „nur“ ein clever verpackter Re-Skin?

7 Wonders Duel trifft auf Tolkien

Das Spiel basiert auf dem vielfach ausgezeichneten 7 Wonders Duel von Antoine Bauza und Bruno Cathala – einem sehr beliebten Zwei-Personen-Spiel. Auch hier wählen die Spieler abwechselnd Karten aus einer Pyramiden-Auslage und bauen ihre Strategie Zug um Zug auf.

Doch in Der Herr der Ringe: Duell um Mittelerde wird die bekannte Struktur mit neuen thematischen Elementen verknüpft:

  • Drei Kapitel ersetzen die Zeitalter.
  • Ortsplättchen bringen Festungen und neue Taktikoptionen.
  • Eine Ringleiste ersetzt die militärische Leiste – hier jagen Frodo & Sam dem Schicksal entgegen, während die Nazgûl sie verfolgen.
  • Statt Wissenschaftssymbolen gibt es Fertigkeiten und Verkettungen, die bestimmen, welche Karten du spielen kannst.

Die drei Siegbedingungen sind thematisch und mechanisch stark verwoben:

  1. Schicksal des Rings – Erreicht Frodo den Vulkan oder wird er vom Nazgûl gefasst?
  2. Unterstützung der Völker – Sechs verschiedene Völkersymbole sichern den Sieg.
  3. Vorherrschaft in Mittelerde – Wer in allen sieben Regionen präsent ist, gewinnt.
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Thema und Atmosphäre

Die Umsetzung des Themas ist deutlich stärker integriert, als man zunächst erwartet. Jede Karte, jedes Symbol und jede Bewegung auf der Ringleiste fühlt sich nach Mittelerde an. Klar ist es am Ende auch viel Mechanik, aber dennoch finde ich die thematisch Integration schon wirklich gelungen. Dazu trägt natürlich neben der Ringleiste auch die Karte bei, auf der wir unsere Vorherrschaft sichern wollen.

Das Spiel schafft den Spagat zwischen strategischem Duell und thematischer Immersion – ideal für alle, die sowohl 7 Wonders Duel als auch Herr der Ringe lieben.

Im Gespräch mit Stephan Zerlik

Im Podcast spreche ich mit Stephan Zerlik (Spiel doch mal, Spielkulturerbe) über das Design, die thematische Umsetzung und darüber, ob Duell um Mittelerde tatsächlich das „bessere“ Duell ist.
Wir diskutieren, wie gut Mechanik und Thema miteinander harmonieren, was für Fans des Originals neu ist – und warum das Spiel auch für Einsteiger einen Blick wert ist.

🎧 Jetzt reinhören:

💍 Zwei Spieler. Ein Ring. Und jede Menge Gesprächsstoff.

Published — 28. Oktober 2025 Würfelmagier Brettspiel Blog

SPIEL 2025 – Tag 3: Zwischen Tempeln und Bibern

Von: Dirk
28. Oktober 2025 um 07:38
Lesezeit: 2 Minuten

Der dritte Messetag begann für mich mit einem Pflichttermin – und zwar im besten Sinne: dem Besuch bei Queen Games. Dort gab es einen Blick auf die kommenden Titel wie Chichén ItzáPropeller IslandRonin und Ladybugs. Außerdem wurde die modulare Erweiterung zu Marrakesh vorgestellt – ein spannendes Konzept, das dem beliebten Stefan-Feld-Titel noch mehr Varianz verleihen dürfte.

Nach so viel Königsblau ging’s weiter zu einem ganz anderen Thema: Digitale Achtsamkeit. Beim Bosodo Verlag habe ich mir ein Spiel angesehen, das genau diesen Aspekt aufgreift – also den bewussten Umgang mit der digitalen Welt. Ein spannender Ansatz, der zeigt, wie vielfältig und gesellschaftlich relevant Brettspiele inzwischen sein können.

Kleine Verlage, große Ideen

Ein weiterer Stopp führte mich zu Biberstein Spiele, wo ich mir die kleinen, aber feinen Titel aus der Jahreszahlen-Reihe angeschaut habe – ursprünglich von Looping Games aus Spanien. Die Reihe bleibt ihrem Konzept treu: kompakte Boxen, interessante Themen, geschichtlich inspiriert – und jedes Mal ein kleiner Hingucker im Regal.

Gespielt: Die weiße Burg – Das Duell

Das erste Spiel des Tages war dann Die weiße Burg – Das Duell. Und ja, es verkauft sich offenbar mindestens so gut wie der große Bruder. Das Duell-Format scheint gut anzukommen, und das nicht ohne Grund – das Setting und die Optik bleiben stark, auch im kleineren Maßstab.

Danach stand noch Tricks & Treats bei Cranio Creations auf dem Plan – thematisch passend zur Jahreszeit und mit dem gewohnt charmanten Look des Verlags. Zum Abschluss ging’s zu Jolly Dutch Games für einen Blick auf Kuldhara – ein Titel, der mit seinem Thema sofort neugierig macht.

Zwischen all dem: ein bisschen Shopping

Natürlich blieb es nicht nur beim Schauen und Spielen – ein paar Spiele mussten einfach mit. Besonders Kai hat’s mir angetan – allein schon wegen der fantastischen Ausstattung. Und wie das auf der SPIEL so ist: Bevor man’s merkt, ist der Rucksack voll und der Tag vorbei.

Fazit

Der dritte Tag war eine wunderbare Mischung aus großen Namen, kleinen Entdeckungen und spontanen Begegnungen. Langsam merkt man zwar die Messe in den Beinen, aber das Herz ist immer noch voll dabei. Und auch wenn die Zeit in Essen wieder viel zu schnell vergeht – genau dieses Gefühl macht die SPIEL jedes Jahr aufs Neue so besonders.

Zum Abschluss des Tages – und der Messe insgesamt – habe ich meine Gedanken noch einmal gesammelt und in einer aktuellen Podcastfolge festgehalten.

🎙️ In dieser Folge spreche ich über meine Eindrücke zu Tag 3, ziehe ein persönliches Fazit zur SPIEL 2025 und erzähle, welche Trends und Themen mir in diesem Jahr besonders aufgefallen sind.

Published — 24. Oktober 2025 Würfelmagier Brettspiel Blog

SPIEL 2025 – Tag 2: Zwischen Gnomen, Duellen und Jubiläumsfeier

Von: Dirk
24. Oktober 2025 um 23:55
Lesezeit: 2 Minuten

Der zweite Tag auf der SPIEL 2025 in Essen ist vorbei – und wie immer war er geprägt von Eindrücken, Gesprächen und natürlich: jede Menge Brettspielen. Schon früh herrschte dichtes Gedränge in den Hallen. Schon komisch, dass es uns heute trotz der eigentlich gleichen Besuchernazhal deutlich voller vorkam. Immerhin war das Wetter deutlich besser, wenn auch deutlich kühler.

Auch heute habe ich wieder einige Stunden am Stand von Board Game Circus verbracht. Dort habe ich nicht nur mit angepackt, sondern auch viele spannende Gespräche geführt und mitbekommen, wie interessiert das Publikum auf die neuen Brettspiel-Neuheiten 2025 reagiert. Genau diese direkte Verbindung zwischen Verlagen und Spielenden macht die SPIEL für mich immer wieder so besonders.

Natürlich wurde auch gespielt – was wäre die SPIEL ohne das? Drei Titel standen heute für mich auf dem Tisch:

  • Tal der Gnome überzeugte mit seinem charmanten Design und einer stimmigen Spielmechanik

  • Coming of Age konnte mich dagegen nicht so ganz abholen – manchmal passt es einfach nicht

  • Azul Duel, die neue Zweispieler-Variante aus dem beliebten Azul-Universum, war dafür ein echter Hingucker: schnell, taktisch und ideal für eine flotte Partie zwischendurch

15 Jahre Spielworxx – Jubiläum mit Herz und Geschichte

Am Abend stand dann ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm: 15 Jahre Spielworxx. Uli Blennemann hatte zur Feier geladen, und viele bekannte Gesichter aus der Brettspielszene waren gekommen. In entspannter Atmosphäre wurde angestoßen, gelacht und natürlich über Spiele gesprochen.

Es war ein schöner Abschluss eines langen Messetages – und ein Moment, der zeigt, wie lebendig und herzlich die Szene ist. Zwischen Verlagsgeschichten, alten Anekdoten und neuen Ideen war spürbar, dass Brettspiele mehr sind als nur Produkte – sie sind Leidenschaft und Gemeinschaft.

Fazit: Ein langer, lohnenswerter Messetag in Essen

Nach zwei intensiven Tagen auf der SPIEL 2025 bin ich zwar müde, aber voller positiver Eindrücke. Tal der Gnome, Coming of Age und Azul Duel waren spannende Stationen, aber die vielen Begegnungen, Gespräche und Momente dazwischen bleiben mindestens genauso hängen.

Morgen steht für mich schon der letzte Tag an – mit hoffentlich noch ein paar Überraschungen, bevor sich die Hallen der SPIEL Essen wieder leeren und wir uns auf ein weiteres großartiges Brettspieljahr freuen können.

Wie immer habe ich meine Eindrücke als kurzen Podcast festgehalten. Hört gerne rein!

SPIEL 2025 – Tag 1: Auftakt zwischen Staunen, Staub und Strategie

Von: Dirk
24. Oktober 2025 um 08:30
Lesezeit: < 1 Minute

Der erste Tag auf der SPIEL 2025 in Essen liegt hinter mir – und wie jedes Jahr war es ein wilder Mix aus Vorfreude, Neugier und dem unverwechselbaren Messegefühl. Schon beim Betreten der Hallen war klar: Die Szene lebt, die Tische sind voll, die Gespräche laut – und der Kopf nach wenigen Stunden randvoll mit Eindrücken.

Gemeinsam mit Sascha von Brettspielangebote.de war ich heute unterwegs, um Neuheiten zu entdecken, alte Bekannte zu treffen und die Atmosphäre einzufangen. Natürlich haben wir auch ein paar Spiele ausprobiert – unter anderem Dirt & Dust, Baghdad und Pondscape (dt. Froschreich) – aber wie immer geht es am ersten Tag weniger um tiefgehende Analysen, sondern darum, die Messe aufzusaugen.

Ein Teil des Tages führte mich außerdem an den Stand von Board Game Circus, wo ich selbst ein wenig tätig war und Mythwind erläutern konnte. Es ist immer wieder schön, so direkt im Messegeschehen zu stehen und zu sehen, wie Besucher*innen auf neue Titel reagieren.

Darüber hinaus hatte ich auch einen Pressetermin bei Schmidt Spiele, bei dem einige kommende Titel vorgestellt wurden. Insbesondere Kavango kann ich hier schon mal hervorheben, das mich bereits letztes Jahr begeistern konnte – damals noch in der englischen Originalversion.

Apropos Podcast: Meine frischen Eindrücke vom ersten Messetag habe ich natürlich direkt eingesprochen. In einer kurzen Folge erzähle ich, was mich heute besonders begeistert hat, wie die Stimmung in den Hallen war und welche Highlights mir im Gedächtnis geblieben sind. Aber auch über ein paar Probleme bei der Besucherführung durch die Messe müssen wir mal sprechen.

👉 Hier geht’s zur Podcastfolge

Der Auftakt war also rundum gelungen – viele neue Eindrücke, nette Gespräche und die Gewissheit: Diese vier Tage werden wieder viel zu schnell vergehen. Morgen geht’s weiter mit Tag 2 und sicher noch mehr spannenden Begegnungen und Spieleentdeckungen.

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