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Normale Ansicht

Die Bestie: Gejagt im Gévaudan im Jahr des Herrn 1764

Von: ravn
08. Mai 2026 um 16:56

So schreibt sich Spielegeschichte: Auf dem SpieleWahnsinn 2026 in Herne kennengelernt und in entspannter Viererrunde als Bestie knapp verloren, weil ich dann doch zu übermütig war und meine geheime Identität als Raubtier vorzeitig enttarnt wurde. Eine interessante Erfahrung, die sich allerdings im viel besuchten Gerne der Hidden-Movement-Spiel abspielt, von denen ich schon eine ganze Menge besitze. Trotzdem ist La Bête ausreichend anders.

Alles neu? Keineswegs, denn La Bête wurde schon 2023 auf der BerlinCon in lokalisierter Version als „La Bête – Die Bestie“ von Multivers vorgestellt. In Frankreich gab es das Hidden-Movement-Spiel vom Autor Charlec Couronnaud schon ein Jahr länger. Inzwischen ist es wieder auf Deutsch verfügbar und befindet sich nun im Vertrieb von Koalla Spiele. Die sind mit ihrem Geheimtipp Kauri desselben Autors auf der Empfehlungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2025 gelandet. Auf dem diesjährigen SpieleWahnsinn in Herne am ersten Maiwochende ergab sich durch einen freien Tisch für meine Spielrunde und mich die Gelegenheit, „La Bête – Die Bestie“ vor Ort kennenzulernen. Wie das alles im Jahr 1764 eine Geschichte ergibt, die wir in weitergedachter Scotland-Yard-Manier gemeinsam gegen die Bestie spielen, erfahrt Ihr im Audiomitschnitt direkt vom Koalla Spiele Messestand – reingelauscht:

„La Bête – Die Bestie“ bietet als Blickfang eine schön atmosphärische Optik mit auffälligen Holzfiguren und wuchtigen Identitätsscheiben. Genau diese wurde mir auch zum Verhängnis, denn wenn der passende Ermittler meine wahre Identität herausfinden kann, dann habe ich als gejagte Bestie verloren. Dabei wollte ich doch nur ein paar Dorfbewohner von ihrem elendigen Leben erlösen. In Gestalt des vorab gewählten Raubtiers wähnte ich mich recht sicher und dieser Übermut wurde mir schließlich zum Verhängnis, als sich die Ermittlerschlinge enger zog. Dabei hätte ich auch gut und gerne das Wolfsrudel, der Graf, der Teufel oder alternativ der Landstreicher sein können. Nur alleine meine Position aufzusuchen, die ich Runde für Runde sowieso offenbaren muss, reicht für die Ermittler nicht aus. Stattdessen müssen die mich innerhalb von drei Spieljahren mit jeweils vier Jahreszeit-Runden davon abhalten, meine 25 Opfer zu töten oder eben meine geheime Identität zu entlarven. Dabei stochern die Ermittler wie genreüblich ein wenig im Nebel herum und werden allzu gerne von der Bestie in Bluff-Situationen gelockt.

Mir hat die Spielpartie gefallen. „La Bête – Die Bestie“ auf Seiten der titelgebenden Bestie Spaß gemacht, weil ich wissend statt deduzierend agieren konnte. Zudem fand ich es äußerst amüsant, den wilden Spekulationen der lieben Ermittler zu lauschen. Die lagen erstaunlich oft richtig, nur um sich dann doch für eine alternative Vorgehensweise zu entscheiden. Während sich die bis zu vier Ermittler gemeinsam offen absprechen und sich so auch gegenseitig bei Regelfragen helfen können, spielt es sich auf der Gegenseite der Bestie doch recht einsam. Deshalb solltet Ihr in dieser Position auch das Regelwerk ausreichend verinnerlicht haben, denn unklare Regeldetails oder gar falsche Spielzüge behindern bis zerstören die Spielpartie. Die dauert auch nur rund 60 Minuten, sofern das Ermittlerteam nicht immer alles bis ins letzte Detail durchdenken möchte. Wer eine gute Mischung aus Fury of Dracula in kürzerer Form und Scotland Yard mit moderneren Spielmechanismen und einem atmosphärischen Thema sucht, der kann sich hier bei „La Bête – Die Bestie“ richtig fühlen.

Wenn Ihr allerdings wie ich die Hidden-Movement-Spiele Die Akte Whitechapel, Der Whitehall Mord, Mind MGMT, Nuns on the run, Terrorscape und 1ers Contacts im Spieleschrank stehen habt, dann stellt sich die Frage, ob „La Bête – Die Bestie“ ausreichend anders ist. Vom Grundprinzip durchaus vergleichbar, aber besonders durch den thematischen Hintergrund und die Nutzung der verschiedenen Identitäten mit ihren Sondereigenschaften eine Bereicherung für das Genre. Wenn Ihr Euch somit am Genre noch nicht satt gespielt oder weiterhin dort Euer Lieblingsspiel noch nicht gefunden habt, dann ist diese Bestie durchaus eine Anspielpartie wert.

Duell um Cardia

08. Mai 2026 um 16:00

Hans im Glück, 2025
Autoren: Faouzi Boughida & Mathieu Rivero
2(4) Spieler:innen, ab 9 Jahre, 15 Minuten

Cardia liegt vor euch wie eine Stadt, in der jedes Versprechen auch eine Falle sein kann. Ein Siegelring wandert auf eine Karte, ein kurzer Blick geht über die Auslage und plötzlich ist gar nicht mehr so klar, ob der gerade gewonnene Vorteil wirklich sicher ist. Genau aus diesem kleinen Misstrauen zieht „Duell um Cardia“ seine Spannung. Ihr ringt um die Vorherrschaft in einer magischen Stadt, in der Fraktionen, Siegel und Einfluss den Rahmen setzen. Das Thema trägt die Partie nicht erzählerisch durch große Geschichten, sondern über eine klare Duellsituation: Zwei Seiten, dieselben Mittel, ein direkter Schlagabtausch. Das passt gut zu einem Spiel, das nicht lange erklärt, sondern euch schnell in Entscheidungen zwingt. Besonders reizvoll ist die Grundidee, dass nicht einfach die höhere Karte besser ist. Wer den höheren Einflusswert ausspielt, gewinnt zwar zunächst das Duell um ein Siegel. Doch die niedrigere Karte löst ihren Effekt aus. Damit steckt in fast jedem Zug eine kleine Gemeinheit. Wollt ihr den Punkt sichern, oder wollt ihr mit einer scheinbar schwächeren Karte den Verlauf der Partie verschieben?

Beide Spieler:innen haben ein identisches Kartenset. Aus der Hand wählt ihr gleichzeitig eine Karte und deckt sie auf. Dann wird verglichen. Die höhere Karte bekommt ein Siegel, die niedrigere Karte darf ihren Effekt nutzen. Das klingt zunächst fast zu einfach, entwickelt aber nach ein paar Partien deutlich mehr Biss. Am Anfang kann genau das frustrieren. Wer die Karten noch nicht kennt, spielt erst einmal eher ins Blaue hinein. Sitzt euch jemand gegenüber, der schon weiß, welche Effekte wann gefährlich werden, fühlt sich das schnell so an, als würdet ihr immer einen Schritt zu spät denken. Die Grundregeln sind zwar zugänglich, aber das Spielverständnis liegt in den Karten. Ihr müsst lernen, welche niedrigen Werte nicht schwach sind, welche hohen Werte ihr nicht zu früh verbrennen solltet und wann ein Effekt mehr wert ist als ein Siegel. Nach einigen Runden kippt dieses Gefühl aber merklich. Dann schaut ihr nicht mehr nur auf eure Hand, sondern auf alles, was schon gespielt wurde. Welche starke Karte ist weg? Was kann noch kommen? Hebe ich mir meine Antwort für später auf? Traue ich meinem Gegenüber diesen Zug wirklich zu? Aus dem simplen Vergleich wird ein taktisches Abtasten, bei dem Gedächtnis, Timing und ein bisschen Bauchgefühl zusammenkommen. Glück bleibt trotzdem im Spiel. Ihr könnt nicht alles kontrollieren und manchmal liegt die passende Antwort nicht bereit. Gerade dadurch bleibt das Duell locker genug, um nicht in trockene Rechnerei zu kippen. Die Partien laufen schnell, Downtime entsteht kaum, weil beide gleichzeitig planen und aufdecken. Der Spielfluss hängt allerdings spürbar davon ab, wie vertraut ihr mit den Karteneffekten seid. In den ersten Partien wird häufiger gelesen, nachgeschaut und ausprobiert. Später zieht das Tempo an.

„Duell um Cardia“ ist kein Kartenspiel, das mich sofort in der ersten Partie voll überzeugt hätte. Dafür verlangt es zu früh eine Kartenkenntnis, die neue Spieler:innen schlicht noch nicht haben können. Gerade wenn eine Person das Spiel schon kennt, entsteht ein spürbares Gefälle. Dann wirkt das Duell zunächst weniger wie ein fairer Schlagabtausch und mehr wie eine Lektion, bei der man erst hinterher versteht, warum man verloren hat. Das klingt härter, als es am Ende wiegt, denn nach ein paar Runden zeigt das Spiel, was in ihm steckt. Sobald ihr die Karten besser einschätzen könnt, wird es deutlich spannender. Dann wird aus jeder ausgespielten Karte eine Ansage. Ihr überlegt, was ihr jetzt riskiert, was ihr euch aufhebt und welche Möglichkeiten beim Gegenüber überhaupt noch offen sind. Genau dort sitzt die Stärke des Spiels: Es belohnt Wiederholung nicht durch immer neue Regeln, sondern durch wachsende Vertrautheit. Die Interaktion ist direkt und dauerhaft. Ihr spielt nicht nebeneinander her, sondern reagiert ständig aufeinander. Das macht „Duell um Cardia“ besonders interessant für Spieler:innen, die kurze, konfrontative Duelle mögen und Freude daran haben, ein Gegenüber zu lesen. Für Gruppen, die lieber friedlich aufbauen, lange Strategiebögen verfolgen oder keine Lust auf Karteneffekte haben, ist das weniger geeignet. Auch als ganz unbeschwertes Familienspiel würde ich es nur eingeschränkt empfehlen, obwohl die Regeln grundsätzlich schlank sind. Der eigentliche Reiz braucht Aufmerksamkeit und ein paar Wiederholungspartien. Das Material ist für ein Kartenspiel solider Durchschnitt. Nichts wirkt außergewöhnlich luxuriös, aber auch nichts stört. Die Gestaltung gefällt deutlich besser als die reine Haptik. Die Illustrationen geben der kleinen Schachtel Präsenz und helfen dabei, dass das Duell nicht völlig abstrakt wirkt. Bei der Übersichtlichkeit hängt vieles davon ab, wie schnell ihr die Effekte verinnerlicht. Dauerhaft sollte das Material dem kurzen, häufigen Spielen gut standhalten, solange ihr Karten normal sorgsam behandelt. Unterm Strich ist das Spiel für mich ein starkes kleines Duell mit Anlaufzeit. Es eignet sich besonders für Paare, feste Zweiergruppen und Spieler:innen, die gerne kurze Partien mehrfach hintereinander spielen, um Muster zu erkennen und besser zu werden. Wenn ihr erwartet, dass euch ein Spiel sofort in der ersten Partie komplett abholt, könnte der Einstieg holpern. Wenn ihr aber Freude daran habt, ein Kartensystem nach und nach zu lesen und euer Gegenüber mit dem richtigen Timing auszuspielen, findet ihr hier ein kompaktes, spannendes Duell mit angenehmer Schärfe.

13 spannende Brettspiel-Neuheiten weiterer Verlage im Jahr 2026

Von: Peer
08. Mai 2026 um 09:34

13 spannende Brettspiel-Neuheiten weiterer Verlage im Jahr 2026Zum Abschluss meiner Verlags-Vorschau für das Jahr 2026 habe ich heute nochmal insgesamt 13 spannende Brettspiel-Neuheiten weiterer Verlage im Jahr 2026 zusammengestellt. Dabei erfahrt ihr, um was es bei diesen Spielen geht und warum ich mich auf diese freue. Ich bin sehr auf eure Meinungen dazu gespannt. 13 spannende Brettspiel-Neuheiten weiterer Verlage im Jahr 2026 […]

Der Beitrag 13 spannende Brettspiel-Neuheiten weiterer Verlage im Jahr 2026 erschien zuerst auf Abenteuer Brettspiele.

Rom an einem Tag

Jewgeni Petrow
Strohmann Games
2-5
8+ Jahre
30 Min.
Unsere Wertung:
Endlich ein Legespiel, bei dem ich das Treiben meiner Tischnachbarn genau im Auge behalten muss. Welche Plättchen biete ich ihnen an, welche kann ich mir schnappen? In knackig-kurzen vier Runden zählt jede Entscheidung. Und ganz klar: Nur mit der Erweiterung, die direkt mit in der Box liegt, macht „Rom an einem Tag“ richtig Spaß.

Darum geht’s beim Brettspiel Rom an einem Tag

In Rom an einem Tag müssen wir aus den Überresten des zerfallenden Römischen Imperiums ein neues Reich erschaffen. „I cut, you choose“-Prinzip: Beim Wiederaufbau rangeln wir mit unseren Tischnachbarn um die besten Gebietsplättchen und Gebäude. Ziel des Spiels ist es, durch das geschickte Bilden zusammenhängender Landschaften und das Platzieren passender Gebäude die meisten Punkte zu erzielen. Das Spiel ist kurz: Lediglich vier Runden entscheiden über Sieg oder Niederlage.

Aufbau und Spielablauf

Zur Vorbereitung von Rom an einem Tag (Strohmann Games) erhält jede Mitspielerin einen Sichtschirm, zwei Auswahlkarten und ein Set aus 20 Landschaftsplättchen, die verdeckt als persönlicher Nachziehstapel bereitgelegt werden. Zusätzlich zieht jeder eine Gebäudekarte, auf der die acht zur Verfügung stehenden Gebäude für die Partie markiert sind. Ein Richtungsweiser gibt in jeder der vier Runden vor, ob man Landschaften vom linken oder rechten Nachbarn erhält.

Eine Spielrunde hat vier Phasen: entdecken, teilen, wählen und anbauen. In der Entdeckungsphase werden fünf Landschaften vom eigenen Stapel offen ausgelegt und mit zwei Gebäuden von der Gebäudekarte bestückt. Danach folgt das mechanisch gewollte Dilemma: Hinter dem Sichtschirm muss man diese fünf Plättchen in zwei Gruppen aufteilen. Um die kleinere Gruppe attraktiver zu machen, muss ihr ein Kristall aus dem eigenen Vorrat beigefügt werden.

Rom an einem Tag: Hinterm Sichtschirm teile ich Plättchen und Gebäude auf und biete sie meinen Tischnachbarn an.
Hinterm Sichtschirm teile ich Plättchen und Gebäude auf und biete sie meinen Tischnachbarn an.

Dem Tischnachbarn eine schwierige Entscheidung aufzwingen

Sobald die Schirme gehoben werden, wählen die Spieler gleichzeitig mittels ihrer Auswahlkarten eine der beiden Gruppen ihres jeweiligen Nachbarn aus. Hierbei entsteht eine interessante Dynamik: Man möchte dem Nachbarn eine schwierige Entscheidung aufzwingen, während man selbst hofft, dass die andeere Nachbarin einem die gewünschten Plättchen übrig lässt. In der abschließenden Anbauphase müssen alle erhaltenen Landschaften an das eigene Reich angelegt werden, wobei mindestens eine Kante an ein bestehendes Plättchen angrenzen muss.

Rom an einem Tag: In dieser Runde wähle ich von meinem rechten Nachbarn. Nachbarin links nimmt stattdessen von mir.
In dieser Runde wähle ich von meinem rechten Nachbarn. Nachbarin links nimmt stattdessen von mir.

Besonders hervorzuheben ist, dass in der Box bereits die „Erweiterte Version“ (The Merchants) enthalten ist. Diese ergänzt das Grundspiel um zusätzliche Elemente wie Elefanten, die als wandernde Händler fungieren, sowie Auftragskarten und ein Markt-Tableau. In dieser Version ziehen Spieler Aufträge, sobald sie Elefanten in neue Gebiete setzen. Diese Aufträge dienen als Währung, um auf dem Markt um Bonusmaterial wie Doppel-Landschaften, Festungen oder zusätzliche Gebäude zu bieten.

Abgerechnet wird erst zum Schluss: Jedes Gebäude in Rom an einem Tag generiert dann Punkte, wenn es mit farblich passender Fläche verbunden ist. Wer beispielsweise ein Windrad in (oder angrenzend an) ein Feld aus fünf gelben Kornfeldern setzt, sichert sich damit fünf Punkte; stehen zwei Windräder im selben Gebiet, verdoppelt sich dieser Wert entsprechend. Über diese Flächenwertungen hinaus tragen gesammelte Kristalle mit einer steigenden Zahl an Punkten zum Gesamtergebnis bei, während die Erweiterung durch zusätzliche Auftragskarten lukrativere Punktequellen für spezifische Konstellationen ermöglicht.

Rom an einem Tag: Erweiterung The Merchants: Elefanten und Aufträge kommen ins Spiel.
Erweiterung The Merchants: Elefanten und Aufträge kommen ins Spiel.

Fragen und Antworten

Wie funktioniert die Interaktion bei Rom an einem Tag?

Die Interaktion ist durch den „I cut, you choose“-Mechanismus sehr hoch, aber indirekt. Man agiert immer nur mit seinen direkten Tischnachbarn, was das Spiel auch bei voller Besetzung sehr flott hält. Man muss ständig antizipieren, was die Konkurrenz benötigt, um die Teilung so unattraktiv wie möglich zu gestalten.

Sollte man direkt mit der Erweiterung spielen?

Das Grundspiel ist ein idealer Einstieg für Familien. Für erfahrene Spieler bietet das Spiel jedoch erst mit der integrierten Erweiterung „The Merchants“ den nötigen Tiefgang. Die zusätzliche Ebene durch die Aufträge und den Markt macht das Spiel deutlich herausfordernder und strategischer.

Wie ist das Verhältnis zwischen Aufbauzeit und Spieldauer?

Da das Spiel nach nur vier Runden endet, ist die reine Spielzeit sehr kurz (oft unter 30 Minuten). Tatsächlich nimmt der Aufbau der vielen Plättchen, Gebäude und des Marktes einen signifikanten Teil der Gesamtzeit ein. Das Spieltempo ist jedoch so hoch, dass oft direkt eine Revanche-Partie folgt.

Rom an einem Tag: Der gemeinsame Markt in der Erweiterung: Hier erhalten wir zusätzliche Plättchen und Gebäude.
Der gemeinsame Markt in der Erweiterung: Hier erhalten wir zusätzliche Plättchen und Gebäude.

Mein Fazit nach vielen Testrunden

Rom an einem Tag präsentiert sich als dynamisches Legespiel, das seine Stärke aus der geschickt implementierten „I-cut-you-choose“-Mechanik zieht. Diese sorgt in jeder der lediglich vier Runden für angenehmes Taktieren, da wir uns ständig fragen müssen, wie wir die Plättchengruppen so aufteilen, dass für uns am Ende das bestmögliche Ergebnis übrig bleibt. Dabei entsteht eine bemerkenswert hohe Interaktion, da man unweigerlich von den Entscheidungen und Bedürfnissen der direkten Tischnachbarn abhängt.

Seien wir ehrlich: Ohne diesen Kniff bliebe Rom an einem Tag ein Legespiel mit den typischen Wertungsmustern, die man schon aus etlichen Vorgängern kennt.

MIt oder ohne Erweiterung spielen? Während das Grundspiel als zugänglicher Familienspaß überzeugt, entfaltet das System erst durch die bereits im Karton enthaltene Erweiterung mehr Potenzial und bietet die notwendige Komplexität für anspruchsvollere Runden. Ohne diese Zusatzmodule könnte das Spielgefühl für erfahrene Vielspieler auf Dauer etwas zu repetitiv wirken.

Da fast alle Spielphasen gleichzeitig ablaufen, gibt es so gut wie keine Wartezeiten, was den Spielfluss beschleunigt und Rom an einem Tag zu einem idealen Kandidaten für den Start oder den Ausklang eines Spieleabends macht. Man sollte jedoch bedenken, dass der administrative Aufwand beim Aufbau im Vergleich zur recht kurzen Spieldauer spürbar ins Gewicht fällt – man verbringt mitunter fast so viel Zeit mit dem Vorbereiten der Komponenten wie mit dem eigentlichen Ausbau des Imperiums. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt zudem der beigelegte Wertungsblock, der für die Menge an zu erfassenden Daten viel zu klein geraten ist und auch optisch nicht mit dem restlichen Material mithalten kann. Dennoch bleibt das Spiel eine klare Empfehlung für alle, die eine schnelle, aber dennoch taktisch reizvolle Herausforderung suchen.

Pro & Contra Rom an einem Tag

Was mir gut gefällt:

  • I-cut-you-choose-Mechanik sorgt für spannende Auswahl in jeder Runde.
  • hohe Interaktion durch die direkte Abhängigkeit von den Nachbarn
  • enthält direkt eine Erweiterung, die den strategischen Anspruch deutlich hebt
  • sehr kurze Wartezeiten, da fast alle Phasen gleichzeitig abgehandelt werden.

Was ich weniger mag:

  • Grundspiel allein könnte für Vielspieler zu schnell repetitiv wirken
  • Verwaltungsaufwand für den Aufbau ist im Verhältnis zur kurzen Spieldauer recht hoch
  • Wertungsblock ist zu klein und optisch schlecht

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Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

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(Neu) Gespielte Spiele im April 2026

08. Mai 2026 um 08:47

Im April wurde gab es vier Spieleabende, sodass ich recht viel zum Spielen kam. Und natürlich waren auch ein paar Neuheiten darunter wie „Krakel Orakel“, „Medium“ und „Ierusalem: Anno Domini“. Aber auch alte Bekannte wie „Auf den Wegen von Darwin“, „7 Wonders“, „Pan Am“ und „Flossenschlag“ kamen auf den realen Tisch. Als Kinderspiel will ich „Käptn' Kuck“ erwähnen.

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Zoology

 



Monopoly, Catan, Tabu – die großen Spieleklassiker haben die Basis für viele moderne Hits gelegt und wurden zahlreich referenziert. Ein ‚Wer ist es?‘ fristet dagegen – zu unrecht, wie viele 90s Kids sagen werden – ein Schattendasein. Zoology ist ein familientaugliches Spiel, das diesem Fluch ein Ende bereiten will. Und das funktioniert ziemlich gut!


Zoology ist ein Deduktionsspiel von Jeffrey CCH für 2-6 Spieler*innen und dauert circa 15-30 Minuten.

[Spielmaterial: Designfragen und Überraschungen]


Das Cover gibt direkt Aufschluss über die Marketing-Idee hinter Zoology: Familien sollen adressiert werden, am besten sogar die Boomer und Millenials, die in der Retro-Optik warme Erinnerungen an Spieleabende in der eigenen Kindheit entdecken. Mit einem moderneren Gewand und einem anderen Zeichenstil hätte da sicher noch eine ganz andere Zielgruppe abgeholt werden können, aber gut.


Dafür findet ihr in der Packung sechs recht hochwertige Kartenhalter, viele Lupen (zum Durchgucken!) und insgesamt fünf Platten mit Tieren drauf. Außerdem gibt es Tierkarten und Fragekarten. Alles in einer guten Qualität. Schick!


[Spielablauf: Wer ist Star der nächsten RomCom?]

Wen mögen Menschen lieber – das Zebra oder das Nilpferd? Wer kann besser einen Baum hochklettern – ein Kaninchen oder ein Löwe? Und welches Tier wäre eigentlich der Protagonist im nächsten Hollywood-Film?

Derartige, teils angenehm absurde Fragen dürft ihr bei Zoology gemeinsam beantworten – als Antworten kommen aber nur die Tiere, die gerade am Tisch sitzen, infrage. Euer Ziel: Herausfinden, welches Tier auf der Karte vor euch abgebildet ist. 

Dafür erhalten alle Mitspielenden Fragekarten auf die Hand. Sind sie am Zug, wählen sie eine Frage aus – zum Beispiel ‚Wer hat den höchsten Körperfettanteil?‘ – und dann müssen alle Spielenden die Frage mit einem der anderen Tiere beantworten. Das Tier mit den meisten Stimmen erhält die Karte. Beispiel: Die Person, die das Nilpferd vor sich liegen hat, kann aus der Karte mit dem Körperfettanteil wiederum schonmal erkennen, dass es scheinbar mehr Körperfettanteil hat als der Hund und der Fuchs. 

So sammelt ihr reihum Hinweise zu eurem eigenen Tier, bis ihr raten dürft. Ihr habt so viele Rateversuche wie ihr Lupen habt (die sammelt ihr im Laufe des Spiels) und legt für jeden Rateversuch eure Lupe auf das Tier, das ihr vermutet. Heißt: So können die anderen Mitspielenden wiederum selbst Tiere für sich selbst ausschließen.

Errät eine Person das eigene Tier als erstes richtig, gibt es zwei Punkte – dann haben alle anderen noch Zeit, so oft zu raten, wie ihre Lupen ausreichen. Jede richtige Antwort gibt einen Punkt. Die Partie endet, sobald jemand fünf Punkte erhält.

[Fazit: Ab an das Tierlexikon]

Zugegeben: Die Idee hinter Zoology klingt erstmal banal und nach einem Kinderspiel. Lässt man sich aber dann doch aufs Spiel ein, fällt auf, dass es doch ziemlich unterhaltsam und alles andere als einfach sein kann. Dadurch dass die Redaktion ganz bewusst teils völlig absurde Fragen aufgenommen hat, kann das Raten zur Herausforderung werden.

Außerdem liegen im Spiel fünf Platten mit verschiedenen Tieren – im Basisspiel startet man nur mit einer Platte, ihr könnt mit allen gleichzeitig spielen! So könnt ihr natürlich noch weniger ausschließen und müsst viel mehr Potentiale mit einbeziehen.

Auch ohne Kids in der Runde haben wir einen Zoology einen tollen Absacker gefunden, der für sehr witzige Momente gesorgt hat und für alle Fans von Tierspielen nochmal einen neuen Twist beibringt. Der Deduktionsanteil ist klein, aber unterhaltsam und die Abstimmungen teils echt hanebüchen.

Kleiner Makel: Häufig hatten wir Runden, in dem einzelne Mitspielende keine einzige Karte erhalten haben, da ihr Tier zu keiner Frage so wirklich gepasst hat. Dadurch ist es der Person nahezu unmöglich richtig zu raten. Dafür bräuchte es irgendeinen Ausgleich, den wir bisher nicht gefunden haben. Aber: Als Absacker ist Zoology nicht nur für Familien ein toller Geheimtipp!

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Zoology von Jeffrey CCH
Erschienen bei ICE Makes
Für 2-6 Spielende in 15-30 Minuten ab 8 Jahren
Boardgamegeek-Link

sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier ICE Makes)

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