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The Blood of the Dawnwalker

30. Oktober 2026 um 07:36

Ohne Plötze durchs dunkle Mittelalter

Es wird Nacht in den Karpaten, genauer gesagt der fiktiven Stadt Vale Sangora. Während ich tagsüber als Mensch auf der Suche nach meiner entführten Familie bin, verwandle ich mich des Nachts in einen Vampir – ich bin ein nicht ganz freiwilliger Dawnwalker. Mich dürstet es dabei in der Dunkelheit nicht nur nach Blut, sondern nach Rache an Fürst Brencis und seinen drei Schergen Ambrus, Bakir und Xanthe.

Das Spiel von ehemaligen Machern von Witcher 3 – allen voran Gamedirector Konrad Tomaszkiewicz – erinnert stark an sein Vorbild. So habe ich als Coen ähnliche Witcher Senses und kann damit Spuren verfolgen, verfolge diverse Quests in einer Open World und prügle mich über Kampf, Klauen oder Magie durch die Gegend. Ein Unterschied, mit dem man Anfangs direkt konfrontiert wird ist: man nur 30 Tage (und Nächte) Zeit hat, um seine Familie zu befreien. Das mag zunächst als Limitierung der Open World wirken, bietet aber doch mehr als genug Zeit viele Quests zu erleben und Coen im Kampf gegen den Endgegner zu stärken. Dank des kleineren Entwicklerteams ist somit auch die Gesamtspielzeit eher bei 25-40 Stunden, als denn die dreistelligen Stunden vom CD Projekt Red Epos.

Auch wenn das Missionsdesign und deren Vielfältigkeit nicht an das Vorbild heranreichen, so gefällt mir dunklere Atmosphäre. Das Kampfsystem ist solide, die Charaktere und Dialoge gut geschrieben und die Story hält einen durchaus an der Leine. Ich mag auch den Wechsel zwischen Mensch und Vampir – gefällt mir besser als beispielsweise der Charakterwechsel in Assassins Creed Shadows. Dieser Wechsel lässt mich immer wieder überlegen, welche Mission ich in welcher Gestalt angehen möchte. Leider geht es oftmals am Ende immer wieder nur mit Gewalt und die Anzahl der Missionen, in denen ich mit Schwert oder Klauen die Lösung suche, ist hoch. Hier hätte ich mir dann doch mehr Abwechslung gewünscht, was wohl aber durch das kleine Team limitiert war. Nervig leider auch, dass die Kämpfe gerade im letzten Abschnitt sehr unausgewogen und für mich zu nervig werden.

Es bleibt ein gutes Spiel mit einigem Verbesserungspotential, das einem Dank seiner Story und Atmosphäre Hoffnung auf einen besseren Nachfolger macht, der offensichtlich in der Neuzeit spielt – das würde mich eventuell zu einem zweiten Teil bringen.

Stubenscore: 7,8 / 10

Die Sonne scheint und als Mensch blicke ich in die schöne Umgebung.
In der Nacht wird es auch atmosphärisch dunkler und meine Vampirfähigkeiten geben mir mehr Macht.
Auch nett: ich skille menschliche und vampirische Fähigkeiten.
Ob als Mensch oder Vampir: die Kämpfe sind blutig und (zu) zahlreich.
Und auch der Loot wird unübersichtlich: das kennen wir von The Witcher nur zu gut.
Atmosphäre und Story passen – die Sherlock Holmes-like Tatort-Untersuchungen werden leider auch etwas oft eingesetzt.
Und im Finale kommen die dicken Brocken, für die mir dann doch meine Lebenszeit zu kostbar ist.

 

THE BLOOD OF THE DAWNWALKER
OPENCRITIC

PC | XBOX | PS5 (getestet)

Tenebris Somnia

28. Oktober 2026 um 06:56

Pixel-FMV-Mix

Das Indie-Spiel der Argentinier Andrés Borghi und Tobias Rusjan erzählt die Geschichte von Julia, die auf der Suche nach ihrem verschwundenen Ex-Freund Ivan ist. Angekommen in der ehemaligen Wohnung der beiden, lassen Blutflecken und okkulte Symbole nichts Gutes erahnen.

Tenebris Somnia mixt dabei 8-16Bit Pixelgrafik mit eingestreuten Filmszenen, die den Charakteren ein echtes Gesicht und durchaus die Atmosphäre geben.

Mit dem Öffnen der Wohnungstür im dritten Stock arbeite ich mich gut gemachte Point&Click Rätsel, öffne Türen und schalte den Zugang zu weiteren Stockwerken frei. Neben den gern genommenen filmischen Unterbrechungen, tauchen Gegner auf, die ich anfangs mit dem Schraubenschlüssel und im Verlauf mit Kugeln bearbeite. Das erhöht durchaus die Spannung beim Durchlaufen der Räume, kann aber auch Dank der hakeligen Steuerung durchaus nerven. Gerade als sich der erste Bossgegner in einem schönen Zwischenfilm ankündigt, zweifle ich, ob mir dessen Zerlegen in Pixelbrei wirklich Laune macht. Ohne den einstellbaren Gottmodus, wird das Ganze zur Geduldsprobe, gerade weil die Steuerung doch hakelig ist.

Doch was muss ich nach einem ersten Patch feststellen? Eben dieser Modus wurde entfernt und macht es gerade weniger attraktiv für mich. Nach einem kurzen Mailwechsel mit einem Entwickler ist ein Easymode angekündigt – mit dem und gerade weil die Atmosphäre passt, die Schauspieler wirklich gut sind und die Rätsel durchaus kreativ, würde ich es dann auch zu Ende spielen.

Stubenscore: 7,8 (mit Gott- oder Easymode) / 10

Irgendwas scheint nicht in Ordnung zu sein.
Was sind das für Puppen in unserem Bett? Ein Typ blutend in der Ecke, der kurz danach verschwindet.
Und das Spiel switched immer wieder in reale Filmszenen, die durchaus gut gemacht sind.
Nervig: zwischenzeitige Kämpfe mit Hakelsteuerung.
Und schnell kündigen sich auch Bossgegner optisch schön an, doch will ich in einem Adventure kämpfen?
Doch die Rätsel und Atmosphäre passen, so dass ich doch auf einen Easy-Modus warte.

TENEBRIS SOMNIA
OPENCRITIC

PC | XBOX | PS5 | SWITCH  (getestet)

Underquest

04. August 2026 um 15:52

Iron Helm 2.0

Das neue Spiel von Jason Glover ist im Grunde eine Weiterentwicklung seines großartigen Iron Helm. Das grundlegende Gameplay ist erhalten geblieben: mit einem selbst erstellten Charakter arbeitet man sich durch ein Verliesdeck, zieht jeweils zwei Karten und entscheidet sich für eine davon, um schließlich dem Bossgegner gegenüberzutreten und das Abenteuer – mit etwas Glück und der richtigen Taktik – erfolgreich abzuschließen.

In Underquest wurden nun darüber hinaus zahlreiche Systeme erweitert und neue Mechaniken eingeführt, die das Spiel insgesamt taktischer, abwechslungsreicher und variantenreicher machen.

Das beginnt bereits bei der Charaktererstellung, die deutlich umfangreicher ausfällt. Der Charakter besteht nun aus drei Karten mit unterschiedlichen Werten und Fähigkeiten, wodurch sich verschiedene Spielstile und Strategien ergeben.

Auch die genannten Dungeonkarten wurden erweitert. Jede Karte zeigt auf beiden Seiten jeweils ein halbes Quest-Symbol. Legt man eine Karte in sein Tableau und vervollständigt dadurch zusammen mit einer benachbarten Karte ein passendes Symbol, erhält man einen Questmarker dieser Art. Für den Abschluss einer Quest werden drei unterschiedliche Symbole aus insgesamt vier möglichen benötigt. Dadurch entsteht eine zusätzliche strategische Ebene bei der Auswahl der Dungeonkarte, da nicht mehr nur der unmittelbare Effekt einer Karte zählt.

Ein weiteres Highlight ist die Einführung von Zutaten als neuem Beutetyp nach Kämpfen. Durch das Kombinieren verschiedener Zutaten lassen sich Tränke herstellen. Dieses kleine Crafting-Minispiel macht nicht nur Spaß, sondern sorgt auch für zusätzliche taktische Entscheidungen.

Nicht zuletzt wurde auch das Kampfsystem sinnvoll überarbeitet. Grit-Punkte können nun eingesetzt werden, um einen festen zusätzlichen Schadensbonus zu verursachen. Während in Iron Helm das Äquivalent Energie vielleicht zu entscheidend war, setzen sich hier die Werte beim Kampf komplexer und strategischer zusammen, so dass Glück eine noch vorhandene, aber geringere Rolle spielt.

Man merkt Underquest an, dass neben unglaublicher Liebe, sehr viel Playtesting und Finetuning im Spiel steckt. Jason Glover zog das Spiel nach dem erfolgreichen Funding auf Game Crafter gar zurück, um nach Spielerfeedback die Regeln erneut anzupassen. Ein mutiger Schritt, der sich auf jeden Fall gelohnt hat. Underquest ist jetzt schon ein sehr unterhaltsamer Dungeon-Crawler, der mit seinen kommenden Erweiterungen sicher noch besser wird. Und dazu sieht er unglaublich stimmungsvoll und schön aus.

Stubenscore: 9 / 10

Mein Charakter. Dank Playmat ordnet sich alles wunderbar übersichtlich an.
Es gibt viele Kartendecks und in der Mitte versuche in der Ablage meine Questziele, sprich Token zu kombinieren.
Durch das Ziehen des „Exalted Foe“ muss ich direkt einen Enemy ziehen. Der Hardened Kafer of Molda scheint aber machbar ohne viel Ressourceneinsatz.
Und jede der Karten, die leider „Dank“ Game Crafter-Self Printing nicht günstig sind, ist wunderschön designed.

UNDERQUEST
BoardGameGeek

Brettspiel (getestet)

Nominiertenraten – Spiel des Jahres 2025

Von: Dimi
08. Mai 2025 um 16:21

Bald ist es wieder soweit. Die Bekanntgabe der Empfehlungs- und Nominierungslisten wird am 20. Mai 2025 um 16:00 Uhr vom Spiel des Jahres e.V bekanntgegeben. Welche Spiele des Jahrgangs – also aus dem Zeitraum von Ende März bis Ende März – werden vom Verein empfohlen, nominiert und schließlich als Spiel des Jahres 2025, Kennerspiel des Jahres 2025 und Kinderspiel des Jahres 2025 ausgezeichnet?

Die Anzahl der Spiele auf den Empfehlungslisten und damit die Longlist variieren von Jahr zu Jahr und es können bis zu 9 Spiele draufstehen. Aus diesen Empfehlungslisten folgen die Shortlist, die nominierten Spiele in der jeweiligen Kategorie. Nominiert werden in jeder Kategorie jeweils 3 Spiele, woraus 1 Spiel die Auszeichnung bekommt. Die Preisverleihung und damit die Verkündung der Gewinner wird am 13. Juli um 18:00 Uhr stattfinden.

Ich finde die Listen immer sehr spannend und freue mich, wenn die Oscars der Brettspielbranche vergeben werden und den Menschen, die an diesen Spielen mitgewirkt haben, wie Verlagsmitarbeiter, Autoren, Illustratoren usw., eine Bühne gegeben wird. Die 21 Juroren (meine ich sind es) spielen und selektieren das ganze Jahr über, um diese Listen präsentieren zu können. Es ist bestimmt eine schöne, aber auch anstrengende Aufgabe, die sie da jedes Jahr aufs neue haben. 

In diesem Jahr möchte ich es mir nicht entgehen lassen, auch meine persönliche Liste der Spiele zu erstellen, die ich auf den offiziellen Nominierungslisten erwarte. Es handelt sich um Titel, von denen ich denke, dass sie nominiert werden – auch wenn ich bisher nicht alle selbst gespielt habe.

Da ich beim Kinderspiel nicht so die Expertise habe, werde ich mich nur den anderen beiden widmen.

 

Kommen wir zu meinen Tipps für die Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2025.

Endeavor: Die Tiefsee von Frosted Games und Boardgamecircus 

Ein Tiefsee-Abenteuer, wo wir mit unseren U-Booten abtauchen, um die Meerestiefe zu erkunden. Durch die Sonar-Aktion wird der Ozean durchleuchtet und Tauchgänge geben uns zusätzliche Ressourcen und Boni. Der Meeresschutz und die Publikationen, die wir schreiben, kommen auch nicht zu kurz und geben uns zusätzliche Boni und Siegpunkte. Ein spannendes Eurogame, welches kompetetiv, kooperativ als auch Solo gespielt werden kann. Durch die verschiedenen Missionen, ist jede Partie anders und verliert nicht an Spielspaß.

SETI – Auf der Suche nach außerirdischem Leben von Heidelbär Games

SETI ist ein Spiel ganz nach meinem Geschmack. Es ist ein Eurogame, Kartengetrieben und mit kniffligen Entscheidungen, wobei das Timing eine wesentliche Rolle spielt. Gemeinsam versuchen wir Spuren von außerirdischem Leben zu finden, durch Scannen des Sonnensystems, durch Sonden, die zur Umlaufbahn der Planeten geschickt werden oder durch die Rover, die auf den Planeten landen. Die Karten sind vielseitig nutzbar und das macht das Spiel so interessant. Haben wir genug Spuren gefunden, kommen bis zu zwei Aliens zum Vorschein, die weitere Karten, ein Spielbrett und Regeln ins Spiel bringen. Die Tischpräsenz ist mit dem Sonnensystem atemberaubend. 

Slay the Spire – The Boardgame von nice Game

Das Brettspiel eines  bekannten Videospiels, das mit vielen Karten daherkommt. Es ist ein kooperatives Rogue-like Deckbuilding Spiel, wo wir versuchen, uns als Helden aufzuleveln und mit Monstern zu kämpfen. Das Markenzeichen eines Rogue-Like-Spiels ist es, dass wir während des Spiels sterben und dann wieder von vorne beginnen. Allerdings mit den bereits erlangten Karten und Fähigkeiten. 

Der rote Pöppel und damit das Spiel des Jahres ist in der Brettspielbranche eine begehrte Auszeichnung, die weltweit Ansehen erlangt hat. Hier meine Tipps für die Nominiertenliste.

The Gang von Kosmos

Ein kooperatives Pokerspiel, bei dem wir gemeinsam versuchen, durch das Nehmen von Chips aus der Tischmitte oder von Mitspieler:innen die Kartenhände aller Spielenden in eine Reihenfolge zu bringen – von der schwächsten bis zur stärksten Hand – gemäß der Texas-Hold’em-Variante. Jede:r erhält zwei Karten auf die Hand und fünf Karten liegen offen in der Mitte. Wir haben das Spiel zu sechst gespielt und konnten gar nicht mehr aufhören. Es hat so einen Spaß gemacht. Auch erfahrene Pokerspieler:innen werden das Spiel lieben.

Bombbusters von Pegasus Spiele

In diesem kooperativen Deduktionsspiel geht es darum, die richtigen Kabel, in dem Fall Plättchen, die jede mitspielende Person verdeckt vor sich hat, zu erraten. Durch Deduzieren und mittels Hinweise kommen wir dem Ziel immer näher, und zwar nicht zu explodieren. Die Kabel haben eine Zahl und die geht es zu erraten. Das Spiel hat insgesamt 66 Missionen. Leider konnte ich es noch nicht spielen, wird aber von den Buchmachern als starken Titel für dieses Jahr gehandelt.

Faraway von Kosmos

Ein kleines Kartenspiel, das für Aufsehen gesorgt hat, weil es einen besonderen Kniff hat. Das Spielprinzip ist einfach. Karte aus der Tischmitte auswählen, eine Karte verdeckt vor sich auslegen, gemeinsam umdrehen. Das war schon alles, was man macht. Am Ende einer Partie hat man 9 Karten in einer Reihe ausgelegt. Diese werden dann in umgekehrter Reihenfolge aufgedeckt und gewertet. Die Karten können auch Bedingungen haben, die man erfüllen muss, um Punkte zu generieren. Hier geht es gut vorauszuplanen, welche Karte man platziert, um am Ende die Punkte zu ergattern. Das Spiel hat mich schon einige Male zum Verzweifeln gebracht.

Im Bereich Kennerspiel des Jahres 2025 denke ich, dass Endeavour: Die Tiefsee sehr gute Chancen hat die Auszeichnung zu gewinnen. Ich hoffe aber, dass SETI: Auf der Suche nach außerirdischem Leben das Rennen machen wird, denn das hat mich persönlich mehr überzeugt, auch wenn ich es als zu herausfordernd für diesen Titel sehe. Es bleibt spannend!

Zum Spiel des Jahres 2025 sehe ich Faraway um Haaresbreite vor Bombbusters und somit zum Gewinner der diesjährigen Spiele.

Der Beitrag Nominiertenraten – Spiel des Jahres 2025 erschien zuerst auf BOARD GAME GREEK.

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