B-REX Pressetage 2026 – Teil 2
Und weiter geht es mit dem 2. Teil der B-REX-Tage in Merseburg und meinen Spieleindrücken. Beginnen möchte ich mit dem Spiel.
TRASH POKER von Corax Games (Für 1-4 Personen ab 12 Jahren, Spielzeit ca. 60 min)
Das Spiel wurde unter anderem vom einem der Geschäftsführer von „Das ganze hier“, Autor Frank Noack höchstpersönlich und Rico Besteher entwickelt. Wie der Name des Spiels schon sagt, handelt es sich um ein pokerartiges Spiel mit ordentlich Trash-Faktor.

Das Spiel soll sich dabei ähnlich wie Balatro spielen, das ich persönlich allerdings nicht kenne. Jede Person hat ein eigenes Deck aus 52 Karten. Gespielt wird eine unterschiedliche Anzahl an Runden, abhängig von der Zahl der Mitspielenden. In jeder Runde versucht man, mit seinem eigenen Deck die bestmögliche Pokerhand zu bilden – denn dafür gibt es die wertvollen Punktechips.
Dafür zieht man zunächst sieben Karten, darf bis zu fünf davon abwerfen und anschließend neue Karten ziehen. Aus seinem Blatt stellt man dann die Pokerhand für die aktuelle Runde zusammen. Die Karten, die man nicht für die eigene Hand benötigt, muss man den anderen Mitspielenden anbieten, denn jede Karte besitzt zusätzlich einen speziellen Effekt.
Die eigenen Spielertableaus sind in mehreren Bereiche unterteilt. Durch das „Trashen“ und anschließende Anlegen von Karten lassen sich dort bestimmte Aktionen im Laufe des Spiels verbessern oder am Ende zusätzliche Punkte über Mehrheiten generieren. So optimiert man nach und nach sein Deck und baut sich immer effizientere Kombinationen auf.

Und das ist noch längst nicht alles: In jeder Runde erhält man zusätzlich eine Karte aus dem Jokerdeck, die die normalen Pokerregeln ordentlich durcheinanderwirbelt. Dort findet man beispielsweise Karten mit zwei Assen auf einer Karte oder Kombinationen wie 8, 9 und 10 auf einer einzigen Karte. Dadurch werden sogar verrückte Hände wie ein Fünfling möglich. Spannend!
Als ehemaliger Pokerspieler hat mir diese Variante richtig viel Spaß gemacht. Die Interaktion mit den Mitspielenden ist zwar eher gering, da letztlich jede Person für sich ihre Pokerhand zusammenstellt, trotzdem hat das Optimieren des eigenen Decks einen schönen Sog entwickelt.
Zusätzlich lassen sich im Laufe des Spiels weitere Jokerkarten freischalten, wodurch für ordentlich Varianz und immer neue Möglichkeiten gesorgt wird.
FERNWEH von Kobold (Für 2-5 Personen ab 8 Jahren, Spielzeit ca. 15 min/P.)
Thematisch schlüpfen wir in die Rolle einer Gruppe von Wanderern, die gemeinsam eine Wanderung planen und dabei zahlreiche Hindernisse überwinden muss. Durch das Ausspielen von Karten – ganz im Stil von Mau-Mau – versuchen wir, unsere Kartenhand nach und nach abzulegen. Dabei gilt eine besondere Kommunikationsregel: Erst wenn eine Person drei oder weniger Karten auf der Hand hat, darf sie offen über ihre Karten sprechen.

Das Ziel ist simpel: Die eigene Kartenhand vollständig loszuwerden. Sobald eine Person das geschafft hat, wird gleichzeitig eines der Hindernisse in der Tischmitte überwunden, die auf unserer Wanderroute liegen. Dabei können auch mehrere Hindernisse gleichzeitig auf uns warten. Ist der Nachziehstapel jedoch leer, bevor wir die Aufgabe geschafft haben, gilt die Runde als verloren und wir müssen es erneut versuchen.
Die Hindernisse bringen weitere Karten ins Spiel und vergrößern dadurch nach und nach unser Deck. So kommen immer neue Karten mit unterschiedlichen Effekten hinzu. Beispielsweise kann man eine andere Person dazu bestimmen, zwei Karten abzulegen. Mit jedem überwundenen Hindernis wächst also nicht nur unsere Wanderroute, sondern auch die Vielfalt der Möglichkeiten.
Auf dem Blatt mit unserer Wanderroute kreuzen wir nach und nach unseren Weg ab und wagen uns immer weiter in höhere Gebirgsregionen vor. Dort warten neue und zunächst unbekannte Hindernisse auf uns.
Zu Beginn kamen wir als Gruppe allerdings nicht besonders schnell voran, da einige Regelstellen für uns nicht eindeutig waren. Dadurch häuften sich die Hindernisse und unsere Wanderung geriet ziemlich ins Stocken. Nachdem die offenen Fragen geklärt waren, spielte es sich jedoch deutlich flotter. Mit guter Kommunikation und taktischem Zusammenspiel lassen sich die Hindernisse durchaus erfolgreich bewältigen.
Da noch ein großer Satz weiterer Hindernisse und damit auch neue Karten im Spiel darauf warten, entdeckt zu werden, steckt hier definitiv noch einiges an Abwechslung und Entdeckungspotenzial drin.
Red 7 von Corax Games (Für 2-4 Personen ab 9 Jahren, Spielzeit ca. 5-30 min)
In diesem Kartenspiel versucht ihr, wenn ihr an der Reihe seid, durch geschicktes Ausspielen eurer Karten die beste Auslage vor euch zu haben. Welche Auslage dabei als die beste gilt, bestimmt der Ablagestapel in der Mitte – und genau den kann der aktive Spieler noch verändern.

Gleichstände werden über die Farbe der Karten aufgelöst. Dabei hilft euch eine Hilfskarte, die ihr vor euch liegen habt. Je nach Spielsituation kann entscheidend sein, welche Karte den höchsten Wert hat, wie viele unterschiedliche Farben vertreten sind oder wie viele Karten einen Wert unter 4 haben.
Schafft ihr es in eurem Zug nicht, eine Karte auszuspielen oder keine Auslage zu generieren, die die beste überbieten kann, scheidet ihr aus.
Ein Spiel, das es wirklich in sich hat und sich für mich erstaunlich neuartig anfühlt. Nichts für schwache Nerven oder absolute Anfänger – auch wenn das Spiel gleich drei Varianten bietet und sich bis zum Expertenlevel steigert.
BOREALIS von Kobold (Für 2-4 Personen ab 10 Jahren, Spielzeit ca. 90 min)
Mit unserem Expeditionsteam versuchen wir, im hohen Norden die besten Schnappschüsse von Tieren zu machen. Vor uns liegt unser Tableau mit neun Wissenschaftlern in drei unterschiedlichen Farben.

Durch das Ausspielen einer Karte in eine der drei Spalten bewegen sich die Figuren der entsprechenden Farbe. Passt dabei sogar das Transportsymbol mit dem Symbol überein, das als Nächstes an der Fahne steht, kommen wir auch dort voran und sichern uns nach und nach wertvolle Punkte.
Unser Ziel ist es, die Karten so anzulegen, dass wir möglichst viele gleiche Tiere in einer Spalte versammeln. Zusätzlich sorgen gemeinsame Ziele in der Auslage für weitere Punkte. Diese Ziele können sich von Partie zu Partie unterscheiden und bringen dadurch zusätzliche Abwechslung ins Spiel.
Ein optisch sehr schönes Spiel mit tollen Illustrationen, die beim Spielen leider immer wieder von den Karten verdeckt werden. So puzzeln wir uns Runde für Runde durch die Auslage und versuchen, das Wissenschaftler-Schiebe-Puzzle möglichst clever zu meistern.
YONDER von Giant Roc (Für 1-4 Personen ab 14 Jahren, Spielzeit ca. 45 min)
YONDER ist eine bunte Mischung aus bekannten Mechaniken, die überraschend gut zusammenspielen. Besonders spannend sind die unterschiedlichen Arbeiter:innen, die jeweils eine eigene Fähigkeit mitbringen. Die Elfe kann beispielsweise bereits belegte Felder nutzen und die Aktion trotzdem ausführen. Der Oger ist so groß, dass er eine Aktion gleich doppelt ausführen kann.

Neben Ressourcenmanagement bauen wir unsere eigene Siedlung auf und haben zusätzliche Aktionsfelder zur Verfügung, die auch von den Mitspielenden genutzt werden können. Dadurch entsteht ein interessantes Arbeiter:innenmanagement: In vier von fünf Runden erhalten wir keine neuen Arbeiter:innen. Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, wenn Mitspielende unsere Aktionsfelder nutzen – so bleibt der eingesetzte Arbeiter für die nächste Runde verfügbar, vorausgesetzt, wir können ihn auch ernähren.
Eine besondere Ausnahme bildet das Skelett: Es muss natürlich nicht ernährt werden. Selbsterklärend.

Über lukrative Verträge können wir Siegpunkte, Arbeiter:innen und/oder Ressourcen generieren. Dabei ist ein gutes Zusammenspiel der verschiedenen Möglichkeiten gefragt.
YONDER hat mich positiv überrascht. Die Kombination der Mechaniken, die unterschiedlichen Fähigkeiten der Arbeiter:innen und die Interaktion durch die gemeinsamen Aktionsfelder haben mir richtig gut gefallen. Ich freue mich schon darauf, YONDER noch weitere Male auf den Tisch zu bringen.
Neben den bereits vorgestellten Spielen gab es noch viele weitere Titel, die von den Verlagen vorgestellt wurden. Alle davon in diesen 2,5 Tagen zu testen, war schlichtweg nicht möglich. Denn neben dem Spielen wurde natürlich auch viel gesocialized, gegessen und sogar ein wenig geschlafen.
Ein großes Dankeschön an das gesamte B-REX-Team für die tolle Organisation und die gelungene Umsetzung des Pressetages!
Bis zum nächsten Mal!
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