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Zenith

Von: ferengi
14. Januar 2026 um 08:44

Tauziehen

Mit Castle Combo (Empfehlung Spiel des Jahres 2025), Auf den Spuren von Darwin (Nominierung Spiel des Jahres 2024) und Zenith (Empfehlung Kennerspiel 2025) gelangten die Entwickler Grégory Grard und Mathieu Roussel jetzt dreimal auf die Listen zum zwei Spiel des Jahres.

In Zenith helfen uns Menschen, Roboter und Tierwesen mehrere der fünf farbigen Scheiben auf unsere Seite zu ziehen: drei gleiche, vier verschiedene oder fünf beliebige.

Hierzu setzen wir Karten der drei Fraktionen ein. Im Mittelteil des Spiels bezahlen wir das Setzen der Karten mit Geld und lösen dann Aktionen aus, wie „die grüne Scheibe zu uns bewegen“. Oft (bei teureren Karten) gibt es aber auch zusätzliche Belohnungen wie die Währung Zenith oder Geld oder andere Boni. Links im Technologiebaum benötigen wir Zenith, um besondere Effekte auszulösen und rechts im Anführerbereich können wir unser Handkartenlimit erhöhen und erhalten neues Geld.

Links die Technologie, in der Mitte der Kampf um die Steine und rechts das Anführertableau
Die Symbolik ist anfangs etwas tricky. Handy Luke muss ich als rote Karte zu Kosten von 4 Geld bei „rot“ einschieben und kann die rote Scheibe dann ein Feld zu mir bewegen. Außerdem bekomme ich ein offen (daher Auge) ausliegendes Bonusplättchen, dass vielleicht gerade der Gegner im nächsten Zug nehmen wollte.
Im Technologiebaum können die Spieler (weiß und schwarz, jeweils unten) Schritt für Schritt bis zu Kosten von 5 gelben Zenith und einer Karte der jeweiligen Fraktionen (v.l.n.r. Tierwesen, Mensch, Roboter) voranschreiten und erhalten Boni.

Fazit:

Auf dem ersten Blick haben wir überschaubare Möglichkeiten. Und man hat nur vier bis sechs Handkarten. Aber um eine Scheibe zu bekommen, muss sie von der Mitte nur vier Felder bewegt werden. Und es gibt Karten und Aktionen, bei denen wir bis zu drei Felder ziehen können. Ob der Gegner mächtige Karten hat (und das Ausspiel bezahlen kann) muss man zu lesen lernen. Ein hoch strategisches Spiel mit 30 Minuten Spieldauer. Es soll auch im 4-Spieler-Modus als Team gut sein, würde ich gern mal ausprobieren. Klare Kaufempfehlung.

Stubenscore: 8,3 / 10


ZENITH
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Tainted Grail – The Fall of Avalon

12. Januar 2026 um 13:57

Im Schatten Avalons

Awaken Realms kennen wir als professionellen Entwickler von aufwändig produzierten Brettspielen. Die Polen machten unter anderem die Nemesis Serie, Etherfields, Tamashii und auch die Tainted Grails Fall of Avalon und Kings of Ruin.

Obwohl sie schon erste Schritte auf dem Videospielmarkt wagten, wie die Umsetzung von Nemesis Lockdown, ist die Videospieladaption bei weitem das größte Projekt für die Polen. So kam es im Sommer 2025 auf den Markt, unglücklicherweise zur gleichen Zeit, in der auch das Remaster von Oblivion kam und damit die oldschool Rollenspieler schon sehr beschäftigt waren. Doch die Verkäufe über die folgenden Monate war doch überraschend gut und Tainted Grail gewann eine größere Community.

In vielen Aspekten lehnt sich Tainted Grail der Elder Scrolls Serie an. Mit diversen Waffensätzen oder Magieeinsatz versuchen wir in semi-professionellen Kämpfen die Welt von Avalon zu retten.

Ich mag sehr die Stimmung und den Artstyle der Serie und würde auch gern das Videospiel lieben. Leider merkt man an vielen Aspekten, dass die Indieentwickler sich mit dem Projekt etwas übernommen haben. Neben technischen Problemen, wie niedrige Framerate, ruckeligen Animationen oder Clippingfehlern, fehlt es auch bei der Story an Linie. Ja, Avalon muss einmal mehr gerettet werden und die Wyrdnis verschlingt immer mehr Land, doch das Missionsdesign, inklusive der Nebenmissionen, wirkt eher zusammengepuzzelt.

Ich mag normalerweise, wenn Spiele einen nicht eng an die Hand nehmen, doch Tainted Grail macht es einen nicht einfach. So wird Stunde und Stunde die Welt leerer und die Quests beliebiger. Es folgen sicher weitere Patches, aber mittlerweile habe ich etwas den Faden bei der Story verloren. Auch spielerisch vermisst man fast Ubisoft. Die Kämpfe können auf normalen Schwierigkeitsgrad frustrieren. Auf der anderen Seite langweilen sie schnell, wenn man diesen notgedrungen runter regelt.

Auch wenn ich oftmals über fehlendes Polish hinwegsehen kann und Indie durchaus mag, so finde ich es hier ein wenig schade. Die Welt von Tainted Grail hätte wirklich Potential für ein Rollenspiel mit höherem Produktionslevel.

Stubenscore: 7,0 / 10

Links mit Magie, rechts mit Schwert.
Ein großer Schlossbereich – viele Leute laufen nicht rum.
Vom Style macht es schon ne Menge her.
Der Charakterbuild kommt sehr klassisch rüber.
Keine Gegner, die Skelette sind meine beschwörten Buddies. Leider laufen sie etwas wirr durch die Gegend.
Stimmung wie im Brettspiel.

TAINTED GRAIL - THE FALL OF AVALON
OPENCRITIC

PC | XBOX | PS5 (getestet)

Pixies

Von: ferengi
11. Januar 2026 um 07:59

Where is my mind?

Pixies ist nicht nur eine Band sondern es sind auch magische Wesen, die neue Plätze auf dem Waldboden suchen. Mit Castle Combo und Pixies kamen 2024 gleich zwei Kartenspiele mit einer Auslegefläche von 3×3 Karten raus.

Aber unterschiedlich spielen sie sich schon, obwohl beide darauf beruhen, dass die Siegpunkte durch sich gegenseitig beeinflussende Karten in der Auslage ergeben.

Nach lesen der kurzen Anleitung bleiben erst einmal ein paar Fragen. Also guckte ich mir die Beispielauswertung an und dann wurde es klarer. Auch wenn ich glaube, dass in der Anleitung das Beispiel falsch gewertet wurde. Wir ziehen aus einer Auslage von x (Anzahl der Mitspieler) Karten reihum schicke Pilzkarten und legen diese nach bestimmten Regeln in unserem anfangs virtuellen 3x3Raster aus. Entsprechend der Zahl der Karte kommt die Karte an diese Position, es gelten folgende Regeln:

  • Liegt an der Position noch keine Karte, kann man sie mit der Zahl oder umgedreht mit dem Waldboden nach oben hinlegen.
  • Liegt dort eine Karte, legt man sie auf die vorherige Karte, wenn diese mit dem Waldboden nach oben liegt; liegt die Karte mit der Zahl nach oben, kann man entscheiden, welche nun mit dem Waldboden darunter liegen soll
  • Liegen dort schon zwei Karten, dann kommt die Karte mit dem Waldboden nach oben an eine freie Position

Sind nach einer Runde bei einem Spieler alle neun Positionen belegt, endet die Runde.

Die Anlegeregeln sind einfach, wenn man sie einmal verstanden hat. Ziel sollte es sein, zwei Karten übereinander liegen zu haben, viele Karten mit gleichen Farben zusammen und möglichst viele Kreise sollten auch noch dabei sein.

Nun kommt aber das Punktezählen und daher ist es schon sehr wichtig, warum man welche Karte wann wie rum hinlegt. Denn es gibt Punkte für (a) die Kartennummer, wenn sie auf einem Waldboden liegt, (b) für die größte zusammengehörige Farbfläche (in Runde 1 multipliziert mit 2) und für (c) Kreise minus Kreuze auf den Karten zuzüglich Sonderwertung für Anzahl Karten einer Farbe. Puh. Aber einmal gespielt dann doch sehr simpel.

Es wird gewertet: (a) 5+6+7+8+9; (b) 3*2 (in Runde 1); (c) 1 (Kringel) – 2 (Kreuze) +3 (gelbe wegen Sonderkarte Nr 5))

Fazit:

Mit Pixies und Faraway hat Johannes Goupy gleich zwei sehr kreative Kartenspiele designt. Sein Rainforest dagegen gefiel mir nicht so gut. Besonders hervorzuheben sind die Bilder der Pixies, die alle von Sylvain Trabut mit Materialien aus dem Wald gebastelt und dann fotografiert wurden. In der heutigen KI-genierten Grafikwelt schon etwas besonderes.

Stubenscore: 7,8 / 10


PIXIES
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Metal Gear Solid: The Board Game

10. Januar 2026 um 09:24

Analog Snake

Metal Gear Solid und Hideo Kojima haben einen großen Wert für mich, weswegen ich etwas Bedenken wegen der Verbrettspielung der Vorlage hatte. CMON halten sich bei ihrer Version für mich gar überraschend an den Levels des ersten Metal Gear Teils von 1998.

Die Kampagne startet direkt mit einem Metal Gear typischen Videocall und der ersten Mission, in der ich ungesehen einen Aufzug rufen und nehmen muss. Ich steuere Snake und kann meine vier Aktionspunkte beispielsweise auf Schleichen, schnelle Bewegung (kann ein Geräusch verursachen) oder einen stillen Takedown verwenden. Nach meinem Zug decke ich eine Aktionskarte für die Wachen auf, deren Bewegung ich danach abhandle.

Sobald sie mich sehen, wird Alarm ausgelöst und die Wachen bewegen sich angriffslustig auf mich zu. Doch ich bewege mich geschickt und weiche den Patrouillenrouten der Gegner aus, rufe den Fahrstuhl und entkomme in den nächsten Level – auch Dank Würfelglück direkt im ersten Versuch.

Die Kampagne führt geschickt Level für Level weitere Spielmechaniken hinzu. So lerne ich die Bedrohung von Kameras kennen, neue Aktionen wie das Hacken von Computern und ich finde diverse Gegenstände – sogar Pappkartons. Durch die neuen Komponenten wird auch die Glückskomponente des ersten Tutoriallevels reduziert. Ich kann Würfelergebnisse modifizieren und das Risiko für das Auslösen eines Alarms gut einschätzen.

In der Kampagne, die man solo oder auch kooperativ gemeinsam bestreiten kann, werden dazu neue Charaktere mit besonderen Fähigkeiten eingeführt, so dass ich diese je nach diesen in den Levels einsetzen kann. Neben dem Allrounder Solid Snake gibt es Meryl, die sich tarnen kann, Otacon, der Terminals hackt und Gray Fox als Elitekämpfer.

Neben dieses Durchlaufens der Story, das insgesamt gut wieder spielbare 14 Kapitel lang ist, kann man 6 weitere optionale Mehrspieler-Missionen bestreiten. Da ein Kapitel gut und gern 30-90 Minuten dauern kann, bekommt man jede Menge unterhaltsam abwechslungsreiche Stunden der Stealth-Strategie.

Stubenscore: 8,3 / 10

Immer schön acht geben auf die Wachen und Kameras.
Snake ist angeschlagen, aber eine Ration hilft. Diverse Aktionen stehen mir zur Verfügung.
Glück gehabt: der Guard geht in die andere Richtung.
Die Kampagne erzählt schön die Geschichte.
Das Brettspiel folgt dem Videospiel: In Level 1 gehts zum Fahrstuhl.
Schaffe ich noch aus dem Level zu entkommen?

METAL GEAR SOLID - THE BOARD GAME

BGG

Metal Gear Solid Delta Snake Eater

10. Januar 2026 um 09:24

Digital Snake

Die gute alte Zeit: nach Silent Hill, bringt nun Konami auch Metal Gear zurück. Und man darf beim 2025er Spiel, das mit Hilfe der Remake-Experten der Virtuos Studios entwickelt wurde, kein komplett neues Spielgefühl erwarten. Alles glänzt jetzt in Unreal 5 und bietet einige Komfortfunktionen, aber andere Gameplay Elemente oder auch einige Animationen wirken oldschooling schräg.

Gleiches gilt natürlich für die Story samt Kojimas verrückter Ideen. Als Naked Snake werde ich im sowjetischen Dschungel abgesetzt und soll den Wissenschaftler Sokolov retten, um damit den Bau einer mächtigen Waffe verhindern. Dabei treffe (und töte) ich diverse Feinde, wie The End, The Fear, The Fury oder Ocelot.

Gameplay-technisch sneaked Snake sich durch den Dschungel, Höhlen und Lagerhallen. Bei niedrigen oder normalem Schwierigkeitsgrad kann man auch grob mit Waffeneinsatz zu Wege gehen, doch wenn es schwieriger sein darf, sollte Stealth die zu wählende Option sein. Nebenbei sammeln wir dringenden Loot (inkl. Nahrung) und sprechen mittels Funkgerät mit diversen Leuten aus der Heimat. Metal Gear gibt es jede wirre Menge Story, die erzählt werden möchte, so dass auf das Gameplay von 10-15 Stunden noch einmal über 5 Stunden an Cutscenes kommen. Und im Fall von Kojima guckt man diese gern, denn sie sind wirklich herrlich überzogen, sehr unterhaltsam und einfach nur gut filmisch inszeniert – allein ein Blick auf das Intro samt Song lohnt sich.

Passend zu dem Gezeigten stellt Konami zu Beginn klar: „Dieses Spiel enthält Formulierungen, Themen und Darstellungen, die als veraltet gelten können. Sie wurden ohne Änderungen übernommen, um den historischen Kontext und die ursprüngliche Vision des Schöpfers zu bewahren“. Das gilt sicher für das Setting im Kalten Krieg und allem Drumherum, aber auch für das Frauenbild. So können wir in einigen Szenen mittels R1 sehen, worauf Snake seinen Blick fokussiert – das gilt für eine Szene, der man mit dem Fernglas auf ein Waffenlagerlager schaut, aber auch beim ersten Treffen mit der freizügigen Eva.

Metal Gear spielt sich sicher nicht so modern und fluffig wie andere Remakes, aber man möchte die wilde Story und skurrilen Charaktere erleben – die Serie ist, wie alles von Kojima, schon etwas Besonderes.

Stubenscore: 8,3 / 10

In meinem Kroko-Anzug sneake ich in die Berglandschaft.
Es geht auch auf die harte Tour.
Es gibt viele Cutscenes, die sehr filmisch inszeniert sind.
Die Bossgegner sind herrlich schräg. The Pain hat ein paar Kumpel dabei.
Das Original auf der PS2 wurde schön upgegradet.
Am Berg kümmern sich Geier um meine getöteten Gegner.
Bis zum Ende cineastisch.

METAL GEAR SOLID DELTA SNAKE EATER

OPENCRITIC

PC | XBOX | PS5 (getestet)

Wilmot’s Warehouse

Von: ferengi
09. Januar 2026 um 02:12

Eine Memory-Geschichte

Ich mag Memory nicht. Ich merke mir das einfach nicht, wo der Ball oder das Fahrrad lag. Dafür weiß ich, wann ich wo welches Bier getrunken habe. Ist ja auch wichtig.

Das Gute am Warenhaus-Spiel ist, dass wir uns kooperativ gemeinsam die Gegenstände merken sollen und uns dabei eine Geschichte konstruieren, wo wir aus welchem Grund welches Bild hinlegen.

Wir haben eine große Matrix an freien Lagerflächen in unserem Warenhaus. An fünf Tagen (Montag bis Freitag) ziehen wir sieben Plättchen und diskutieren, wo wir es verdeckt hinlegen, wobei es immer an einem liegenden Plättchen angelegt werden muss.

Erschwerend kommt hinzu, dass es an den Tagen bestimmte Bedingungen gibt. So kann es sein, dass wir bei der „Absprache“ nicht sprechen dürfen und mit Gesten und Geräuschen einen passenden Ort für die sieben Plättchen suchen. Oder es gibt ein Zeitlimit für den gesamten Arbeitstag.

Auf jeden Fall machen wir uns kreative Gedanken, wo z.B. das Bild mit einer Hand hinkommt, was dei Hand dann hält etc.

Hektisch wird es nach den 5 Arbeitstagen, wenn dann am Samstag die Kunden kommen und wir unter Zeitdruck aus einem Riesenvorrat an Bildern zu den Plättchen die passenden finden müssen.

Tja. Das erste Plättchen in der Mitte war ein M. Das passt. Dieses Rohr wurde gemeinschaftlich als Arm links neben das M gewählt. Wir bauen also einen Menschen. Es gibt noch keine Sonderregeln
Exemplarische Sonderregeln für die Runden: Mittwoch durfte der Schichtleiter (der ein Plättchen zieht) dieses nur mit einem Wort umschreiben und das Team (alle anderen) entscheiden, wo es hin kommt. Gesehen haben sie es aber nicht.
Der hektische Abschluss. Wir suchen aus gefühlt tausenden Bilderchen die passenden raus. Ich mache erst mal ein Foto für den Testbericht.

Fazit:

Das Spiel lebt von der Kreativität der Mitspieler. In einer Runde mit vier Personen hat es gut funktioniert und ich wurde mitgeschleppt. Denn am Ende legen wir die Plättchen alle „schnell“ gemeinsam auf die richtigen Felder, jeder erhält einen Stapel und die tauschen wir dann weiter. Super wären wir fehlerfrei und unter 5 Minuten gewesen. Das hat nicht geklappt. Und bei den weiteren Runden war ich nicht mehr dabei. Die anderen waren dann ohne mich aber erfolgreich.

Stubenscore: 7,0 / 10


WILMOT’S WAREHOUSE
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Valpiedra: Descensus ad tenebras

Von: ferengi
08. Januar 2026 um 08:28

Höllenabstieg mit Strategie und Würfelglück

Valpiedra hat mich allein durch sein Design auf der Spiel in Essen 2025 angesprochen. Dabei erinnert der Dungeon Crawler nicht nur optisch sehr an Darkest Dungeon. Solo oder kooperativ können wir mit 2-4 Helden vier Level in die Hölle hinabsteigen, um die titelgebende Stadt Valpiedra zu retten.

Zahlreiche Horden aus Dämonen, Ghulen, Skeletten und anderen finsteren Gegnern stellen sich uns in den Weg. Und je tiefer wir in die nächsten Ebenen der Verliese vordringen, desto stärkeren Gegnerwellen müssen wir uns stellen. Je nach Charakter kann man Feinde im Nahkampf, wie auch in der Ferne treffen, wobei der Kampf doch recht stark vom Zufall abhängt. In der Regel benötigen wir bei einem W6-Wurf eine 1 bis 3, um einem Gegner Schaden zuzufügen. Einige Gegenstände erhöhen unsere Trefferchancen, während manche Gegner sogar die Dreien auf den Würfeln negieren können.

Es gilt meine Würfelergebnisse mit den Charaktereigenschaft und neuen Gegenständen positiv zu beeinflussen und mit den richtigen Helden, die passenden Gegner in der richtigen Reihenfolge anzuvisieren. Die gefallenen Gegner nutze ich als Gegenstände oder nutze sie als Erfahrungspunkte, um mich zu heilen oder Angstlevel meiner Gruppe zu senken.

Es gilt also hinabzusteigen, Gegner zu besiegen und sich weiterentwickeln – und das alles in einer großartigen, düsteren Atmosphäre. Leben muss man mit dem Zufall, der einen frustrierend ins Gesicht schlägt oder zufrieden an eine tolle eigene Strategie glauben lässt. Bin gespannt, ob die kommende Erweiterung, die interessanterweise als „Valpiedra 1.5“ gelistet wird, mehr wünschenswert stärkere Charaktere bringt und das Spielerlebnis etwas „einfacher“ macht.

Stubenscore: 7,8 / 10

Kleine Schachtel und die Hölle ist schnell aufgebaut
Ich kann den besiegten Gegner „ausrüsten“, also als Schwert einen weiteren Würfel hinzufügen und Kälteschaden aktivieren ODER 4 Erfahrungspunkte einsetzen. Allein das „ODER“ macht es echt schwierig.
Komme halbtot in Level 4 an und dann kommen die?
Nächster Run. Töte ich einen Gegner, der Boni auf andere wirkt, lösche ich damit auch diese Boni aus.

VALPIEDRA
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BGG

Minos

Von: Markus
08. Januar 2026 um 00:05

Minos ist genau so ein Spiel, über das wir gefühlt seit zwei Jahren sprechen. Turning Tables. Oder ist es das nicht? Ich habe einige Partien dieses Heavy Euros hinter mir und grüble seit Wochen über meine Rezension. Bekommt ihr bei dem zehnten Euro die zehnte gleiche Rezension? Bin ich auch im Same Same but Different-Modus?...

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Kilia

Von: ferengi
07. Januar 2026 um 06:50

Kiel

Als Norddeutscher habe ich von der Symbolfigur der Stadt im Norden noch nichts gehört. Ich hoffe mal, dass Lars Ehresmann für sein Erstwerk da marketingtechnisch mit dem Spieletitel alles richtig gemacht hat. Historisch betrachtet handelt es sich bei diesem Spiel um den Wettkampf der Kaufleute beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals.

In seinem Zug kann man aus der Auslage eine der fünf Karten wählen. Die erste Karte kostet nichts, die anderen dann bis zu 5 Schlüssel (oder alternativ Münzen). Abhängig von der Kartenart kann ich diese nutzen und muss diese aber noch mit entsprechende Ressource bezahlen. Als Belohnung erhält man dann Verbesserungen, also vergünstigtes Kaufen (Schlüssel) oder kostenloses Ressourcentauschen (Universität). Wichtig ist auch der Ausbau des Hafens und Upgrade der Schiffe. Bei der Aktion Hafen nutze ich eine weitere Karte aus der Auslage indem der Mittelteil der Karte zum Ausbau eines Hafens für die dort abgebildeten Ressourcen im Spielplan eingeschoben wird. Alternativ kann ich die Karte aus der Auslage aber auch umdrehen und in den Speicher legen. Dieses macht Sinn, wenn ich die Ressource zum Bezahlen für eine der Aktionen nicht habe oder ich den Vorteil der Karte im Speicher nutzen möchte.

Ich schreiben dies so ausführlich, da in Summe eine Karte für viele Dinge genutzt werden kann indem sie entsprechend rechts oder links oder von unten in den Plan eingeschoben oder umgedreht als Ressource in den Speicher gelegt wird. Das ist schon sehr innovativ und habe ich in der Variation auch noch nicht gesehen. Doch so ganz rutschfest ist das nicht. Und so verschieben sich die Karten dann doch schon mal, ist dann etwas friemelig.

Unten die Multifunktionskarten, die wir für 1 bis 5 Schlüssel/Münzen kaufen und dann für viele Dinge nutzen können. Darüber die Aufträge (Siegpunkte) und oben weitere Bedingungen für Siegpunkte.
In unserem Tableau legen wir die Multifunktionskarten links oder rechts an, schieben sie unten rein oder legen sie umgedreht in die Mitte.

Fazit:

Ein kleines, kompaktes tolles Eurogame. Ein paar Symbole oder eine Spielerhilfe zur Erinnerung wäre hilfreich. So haben wir bei den Schlüsseln nicht immer daran gedacht, dass man sich einen neuen Auftrag nehmen kann und wunderten uns irgendwann, wie man den das Spiel abschließen soll. Auf einer rutschfesten Neoprenmatte ist das Spiel auch sicher liegestabil. Die Thematik ist nicht so meins, aber für Historiker und Kielfans ein netter Einstieg in die komplexeren Spiele.

Stubenscore: 7,7 / 10


KILIA
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Weimar: Der Kampf um die Demokratie

15. Dezember 2025 um 00:01

Weimar: Der Kampf um die Demokratie ist ein Brettspiel, welches Engagement auf mehreren Ebenen einfordert, dann aber mit größtmöglicher Intensität die eigene Brettspielseele gefangen nimmt. Zunächst: Sepia-Anmutung, Parteimarker, Armut- und Unruhetoken – alles schreit nach politischer Geschichtsstunde. Ein Grund der Abkehr für so manche Person. Aber sobald die ersten Karten fallen, wird Weimar: Der Kampf...

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Bomb Busters

Von: Markus
11. Dezember 2025 um 00:20

Bomb Busters ist bis zum November ’25 an mir vorbeigezogen. Trotz Spiel des Jahres-Auszeichnung ist die Bombe bei mir nicht geplatzt. Früher hätte ich es mir leicht erklären können. Bomb Busters ist eben ein kooperatives Spiel und damit nicht mein Beuteschema. Warum konnte Bomb Busters trotzdem nicht so ganz bei mir im Vorfeld zünden? Nun,...

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Biathlon Blast

08. Dezember 2025 um 00:09

Biathlon Blast ist auf dem Boden liegend, den harten, kalten Schnee spüren, während einen der Seitenwind frösteln lässt und gleichzeitig das Herz auf maximalen Anschlag pumpt. Hey, ich bin wie ein Berserker den Rundkurs entlanggefetzt, um einen Vorsprung herauszufahren. Klar zeigt einem da der Puls den Mittelfinger. Jetzt trotzdem die Konzentration am Schießstand wahren. Tief...

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Navoria

Von: Markus
04. Dezember 2025 um 00:12

Denke ich an Navoria, summt in meinem Kopf der Scooter-Track Friends durchs Ohr. Kurz gefolgt vom berühmten Zitat von Matthias Claudius: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Ok, gereist bin ich streng genommen nicht, aber trotzdem kann ich einiges zu Navoria und der Erweiterung Die vergessenen Lande erzählen. Zum Beispiel, dass...

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Boss Fighters QR

01. Dezember 2025 um 00:30

Boss Fighters QR ist ein … HYBRIDES Brettspiel. Eins, zwei, drei, und da rennt ein Teil der Leserschaft auch schon schreiend davon. Meine Kinder wären enttäuscht von diesen Verweigerungsmenschen. Ich selbst war allerdings nach Teburu: The Bad Karmas auch eher skeptischer eingestellt, denn wie soll ein reines Kartenspiel, und sei es digital noch so aufgepeppt,...

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