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Metal Gear Solid: The Board Game

10. Januar 2026 um 09:24

Analog Snake

Metal Gear Solid und Hideo Kojima haben einen großen Wert für mich, weswegen ich etwas Bedenken wegen der Verbrettspielung der Vorlage hatte. CMON halten sich bei ihrer Version für mich gar überraschend an den Levels des ersten Metal Gear Teils von 1998.

Die Kampagne startet direkt mit einem Metal Gear typischen Videocall und der ersten Mission, in der ich ungesehen einen Aufzug rufen und nehmen muss. Ich steuere Snake und kann meine vier Aktionspunkte beispielsweise auf Schleichen, schnelle Bewegung (kann ein Geräusch verursachen) oder einen stillen Takedown verwenden. Nach meinem Zug decke ich eine Aktionskarte für die Wachen auf, deren Bewegung ich danach abhandle.

Sobald sie mich sehen, wird Alarm ausgelöst und die Wachen bewegen sich angriffslustig auf mich zu. Doch ich bewege mich geschickt und weiche den Patrouillenrouten der Gegner aus, rufe den Fahrstuhl und entkomme in den nächsten Level – auch Dank Würfelglück direkt im ersten Versuch.

Die Kampagne führt geschickt Level für Level weitere Spielmechaniken hinzu. So lerne ich die Bedrohung von Kameras kennen, neue Aktionen wie das Hacken von Computern und ich finde diverse Gegenstände – sogar Pappkartons. Durch die neuen Komponenten wird auch die Glückskomponente des ersten Tutoriallevels reduziert. Ich kann Würfelergebnisse modifizieren und das Risiko für das Auslösen eines Alarms gut einschätzen.

In der Kampagne, die man solo oder auch kooperativ gemeinsam bestreiten kann, werden dazu neue Charaktere mit besonderen Fähigkeiten eingeführt, so dass ich diese je nach diesen in den Levels einsetzen kann. Neben dem Allrounder Solid Snake gibt es Meryl, die sich tarnen kann, Otacon, der Terminals hackt und Gray Fox als Elitekämpfer.

Neben dieses Durchlaufens der Story, das insgesamt gut wieder spielbare 14 Kapitel lang ist, kann man 6 weitere optionale Mehrspieler-Missionen bestreiten. Da ein Kapitel gut und gern 30-90 Minuten dauern kann, bekommt man jede Menge unterhaltsam abwechslungsreiche Stunden der Stealth-Strategie.

Stubenscore: 8,3 / 10

Immer schön acht geben auf die Wachen und Kameras.
Snake ist angeschlagen, aber eine Ration hilft. Diverse Aktionen stehen mir zur Verfügung.
Glück gehabt: der Guard geht in die andere Richtung.
Die Kampagne erzählt schön die Geschichte.
Das Brettspiel folgt dem Videospiel: In Level 1 gehts zum Fahrstuhl.
Schaffe ich noch aus dem Level zu entkommen?

METAL GEAR SOLID - THE BOARD GAME

BGG

Zerdachte Erstpartien: Bedeutungsschwere Entscheidungen

Von: ravn
09. Januar 2026 um 02:16

Mondbasis Shackleton ist aktuell mein liebstes Eurogame. Ein schön indirekt interaktiver Spielablauf im Sandkasten der Möglichkeiten. Das ist die Sonnenseite. Die andere Seite unserer Mondkolonie begründet sich auf nur 18 Aktionen, die in Summe einen spürbaren Spielerfolg ergeben sollen. Damit wird jede eigene Aktion so bedeutungsschwer, dass wir schnell in eine Überanalyse geraten können, die zu einer überdehnten Spielzeit führt.

Die alte Frage, nur neu gestellt: Wie lange darf eine Brettspielpartie dauern, damit die allen am Spieltisch entspannt bis herausfordernd Spielspaß beschert? Den aufgedruckten Schachtelangaben traue ich aus Erfahrung längst nicht mehr. Wenn da was von 60 bis 120 Minuten steht, dann entspricht eine Verdopplung eher meiner gelebten Realität. Dazu kommt bei einer Erstpartie auch noch die Regelerklärung und die anfängliche Unsicherheit, alles richtig verstanden zu haben. Nicht nur, um rein spielmechanische Fehler zu vermeiden und die Partie in eine Schieflage zu stürzen. Sondern auch, weil die kombinierten und verschachtelten Mechanismen in ihren Details durchaus neu sind. Da sind Nachfragen und Rückversicherungen ganz normal und brauchen eben ihre Zeit.

Dazu kommt allerdings eher häufiger als selten eine gewisse Erwartungshaltung an einem selbst. Der eigene Ehrgeiz, nicht nur irgendwas zu machen, sondern etwas Sinnvolles im Sinne des aufgerufenen Spielziels. Denn am Ende geht es um den Wettstreit mit und gegen die Mitspieler, es besser zu machen. Ausgedrückt am Spielende durch Siegpunkte. Bis es allerdings zum Spielende kommen kann, gilt es Entscheidungen zu treffen, die uns auf die Erfolgsspur führen. Entscheidungen in einer simulierten Spielewelt, bei denen wir im Erstkontakt nur sehr begrenzt auf Erfahrungen aus vergleichbaren Spielen zurückgreifen können. Jedes Spiel ist dann doch auf seine Art anders und besonders.

Wenn dann zum eigenen Ehrgeiz zudem klar wird, wie bedeutungsschwer jede einzelne Entscheidung im Spiel ist, kann so mancher in einer Erstpartie in die Falle der Überanalyse tappen. Mondbasis Shackleton gehört leider zu diesen Kandidaten, die drohen, zerdacht zu werden und dann genau zu einer überdehnten Spielzeit führen. Jeder hat eben nur 18 Aktionen auf drei Runden aufgeteilt. Das sind nur sechs Aktionsmöglichkeiten in einem Umfeld, in dem wirklich alles knapp und begrenzt ist. Das fängt bei den Ressourcen an, die stets zu wenig sind, um mal richtig aus dem Vollen schöpfen zu können. Und das hört bei den wenigen Aktionen auf, die wohlüberlegt und optimiert sein wollen.

Einfach mal machen, einfach mal ausprobieren, weil ist doch eh nur eine Kennenlernpartie. Das sagt sich so leicht und predige ich als spontaner Bauchspieler gerne vor. Nur um dann selbst dann doch in eine Analyse-Paralyse-Situation zu geraten, in der ich arg viele Optionen habe und mich schlicht nicht entscheiden kann, welche davon nicht nur jetzt, sondern auch für die mittelfristige Zukunft wichtiger ist. Wer bin ich da, der meint, etwas kritisieren zu wollen, was ich dann selbst vorlebe und meine Mitspieler warten lassen, während die mir beim Denken zuschauen müssen?

Deshalb verstehe ich das hier auch eher als Selbstkritik und beschreibende Situationsanalyse. Denn wem soll ich bitteschön einen Vorwurf daraus machen, möglichst viele Siegpunkte erspielen zu wollen? Weil genau das gibt das Spiel doch vor und setzt uns im selben Atemzug diverse Grenzen, damit eine Partie zur Herausforderung mit Wiederspielwert wird. Dann für die nächste Partie lockt die Hoffnung, es besser zu machen oder mindestens aus der eigenen Spielweise gelernt zu haben, um dann wissender zu gewinnen.

Kennenlernpartien schön und gut. Wer zügig spielt, der kann in selber Zeit lieber zwei flotte Partien statt nur eine zerdachte Partie spielen. Klingt in der Theorie toll, überzeugt am Spieltisch hingegen nur selten. Oftmals nicht mal mich selbst. Besonders, wenn es nicht mein eigenes Spiel ist, sondern nur mitgespielt. Weil wer weiß schon, ob und wann ich erneut die Gelegenheit bekomme, es nochmal spielen zu können? Da wäre es doch blöd, vorschnell so völlig unüberlegte Spielzüge zu machen, nur um zeitiger mit der Partie durch zu sein. Brettspielen ist für mich zudem kein Wettlauf. Da möchte ich mich auch nicht hetzen lassen, sondern das Spiel erleben und genießen dürfen. Manchmal braucht das eben seine Zeit. Und in dieser Erfahrung kann ich es auch niemandem verübeln, sich ebenso seine Zeit für den nächsten Zug nehmen zu wollen. Obwohl, machmal nervt es mich dann doch. Das kann ich nicht verleugnen.

Wer jetzt eine Lösung erwartet hat, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Die habe ich nicht. Nur eine ganze Menge an Spielerfahrungen. Wobei mir eine tolle Spielpartie im Kreise von Gleichgesinnten stets viel mehr als der eigene Spielsieg bedeutet. Das heißt aber nicht, dass ich deshalb meine Züge herschenken möchte, nur um ein zügig erreichtes Spielende zu forcieren.

Meine mitgespielte Erstpartie, im Kreise von drei erfahrenen Mondbasis Shackleton Spielern, dauerte erinnert nur knapp über zwei Stunden. Meine zwei Folgepartien mit anderen Erstspielern, jeweils in ebenso entspannter Dreier- und Viererrunde, haben hingegen eher die Marke von vier Stunden gerissen. Eigentlich viel zu lang für das Spiel und deshalb sind mir die Partien auch gemischt positiv in Erinnerung geblieben. Eben weil ich in der Zeit gerne noch etwas anderes gespielt hätte, aber zeitgleich diese erlebte Spielzeit größtenteils wie im Flug verging, weil durchaus als spannend empfunden. Mit diesem Widerspruch ohne Auflösung werde ich leben müssen. Manche Spielpartien brauchen eben die Zeit, die sie brauchen.

Diese beiden Partien waren so spannend, dass ich keinerlei Fotos davon gemacht habe. Mein Smartphone habe ich, während ich Brettspiele spiele, sowieso gerne außerhalb meiner Reichweite weggelegt. Denn dann gehört meine Aufmerksamkeit völlig dem Spiel. Deshalb reiche ich Euch hier meine Auspacksession nach und verzichte an dieser Stelle ganz bewusst auf offizielle wie generische Pressefotos, die Ihr überall sonst ebenso sehen könnt.

Wilmot’s Warehouse

Von: ferengi
09. Januar 2026 um 02:12

Eine Memory-Geschichte

Ich mag Memory nicht. Ich merke mir das einfach nicht, wo der Ball oder das Fahrrad lag. Dafür weiß ich, wann ich wo welches Bier getrunken habe. Ist ja auch wichtig.

Das Gute am Warenhaus-Spiel ist, dass wir uns kooperativ gemeinsam die Gegenstände merken sollen und uns dabei eine Geschichte konstruieren, wo wir aus welchem Grund welches Bild hinlegen.

Wir haben eine große Matrix an freien Lagerflächen in unserem Warenhaus. An fünf Tagen (Montag bis Freitag) ziehen wir sieben Plättchen und diskutieren, wo wir es verdeckt hinlegen, wobei es immer an einem liegenden Plättchen angelegt werden muss.

Erschwerend kommt hinzu, dass es an den Tagen bestimmte Bedingungen gibt. So kann es sein, dass wir bei der „Absprache“ nicht sprechen dürfen und mit Gesten und Geräuschen einen passenden Ort für die sieben Plättchen suchen. Oder es gibt ein Zeitlimit für den gesamten Arbeitstag.

Auf jeden Fall machen wir uns kreative Gedanken, wo z.B. das Bild mit einer Hand hinkommt, was dei Hand dann hält etc.

Hektisch wird es nach den 5 Arbeitstagen, wenn dann am Samstag die Kunden kommen und wir unter Zeitdruck aus einem Riesenvorrat an Bildern zu den Plättchen die passenden finden müssen.

Tja. Das erste Plättchen in der Mitte war ein M. Das passt. Dieses Rohr wurde gemeinschaftlich als Arm links neben das M gewählt. Wir bauen also einen Menschen. Es gibt noch keine Sonderregeln
Exemplarische Sonderregeln für die Runden: Mittwoch durfte der Schichtleiter (der ein Plättchen zieht) dieses nur mit einem Wort umschreiben und das Team (alle anderen) entscheiden, wo es hin kommt. Gesehen haben sie es aber nicht.
Der hektische Abschluss. Wir suchen aus gefühlt tausenden Bilderchen die passenden raus. Ich mache erst mal ein Foto für den Testbericht.

Fazit:

Das Spiel lebt von der Kreativität der Mitspieler. In einer Runde mit vier Personen hat es gut funktioniert und ich wurde mitgeschleppt. Denn am Ende legen wir die Plättchen alle „schnell“ gemeinsam auf die richtigen Felder, jeder erhält einen Stapel und die tauschen wir dann weiter. Super wären wir fehlerfrei und unter 5 Minuten gewesen. Das hat nicht geklappt. Und bei den weiteren Runden war ich nicht mehr dabei. Die anderen waren dann ohne mich aber erfolgreich.

Stubenscore: 7,0 / 10


WILMOT’S WAREHOUSE
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Kilia

Von: ferengi
07. Januar 2026 um 06:50

Kiel

Als Norddeutscher habe ich von der Symbolfigur der Stadt im Norden noch nichts gehört. Ich hoffe mal, dass Lars Ehresmann für sein Erstwerk da marketingtechnisch mit dem Spieletitel alles richtig gemacht hat. Historisch betrachtet handelt es sich bei diesem Spiel um den Wettkampf der Kaufleute beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals.

In seinem Zug kann man aus der Auslage eine der fünf Karten wählen. Die erste Karte kostet nichts, die anderen dann bis zu 5 Schlüssel (oder alternativ Münzen). Abhängig von der Kartenart kann ich diese nutzen und muss diese aber noch mit entsprechende Ressource bezahlen. Als Belohnung erhält man dann Verbesserungen, also vergünstigtes Kaufen (Schlüssel) oder kostenloses Ressourcentauschen (Universität). Wichtig ist auch der Ausbau des Hafens und Upgrade der Schiffe. Bei der Aktion Hafen nutze ich eine weitere Karte aus der Auslage indem der Mittelteil der Karte zum Ausbau eines Hafens für die dort abgebildeten Ressourcen im Spielplan eingeschoben wird. Alternativ kann ich die Karte aus der Auslage aber auch umdrehen und in den Speicher legen. Dieses macht Sinn, wenn ich die Ressource zum Bezahlen für eine der Aktionen nicht habe oder ich den Vorteil der Karte im Speicher nutzen möchte.

Ich schreiben dies so ausführlich, da in Summe eine Karte für viele Dinge genutzt werden kann indem sie entsprechend rechts oder links oder von unten in den Plan eingeschoben oder umgedreht als Ressource in den Speicher gelegt wird. Das ist schon sehr innovativ und habe ich in der Variation auch noch nicht gesehen. Doch so ganz rutschfest ist das nicht. Und so verschieben sich die Karten dann doch schon mal, ist dann etwas friemelig.

Unten die Multifunktionskarten, die wir für 1 bis 5 Schlüssel/Münzen kaufen und dann für viele Dinge nutzen können. Darüber die Aufträge (Siegpunkte) und oben weitere Bedingungen für Siegpunkte.
In unserem Tableau legen wir die Multifunktionskarten links oder rechts an, schieben sie unten rein oder legen sie umgedreht in die Mitte.

Fazit:

Ein kleines, kompaktes tolles Eurogame. Ein paar Symbole oder eine Spielerhilfe zur Erinnerung wäre hilfreich. So haben wir bei den Schlüsseln nicht immer daran gedacht, dass man sich einen neuen Auftrag nehmen kann und wunderten uns irgendwann, wie man den das Spiel abschließen soll. Auf einer rutschfesten Neoprenmatte ist das Spiel auch sicher liegestabil. Die Thematik ist nicht so meins, aber für Historiker und Kielfans ein netter Einstieg in die komplexeren Spiele.

Stubenscore: 7,7 / 10


KILIA
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

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