Normale Ansicht

Ein paar Tage Hamburg

Von: natokh
11. Juli 2026 um 14:20

Wir waren im Juni (vor der Hitzewelle) mal wieder ein paar Tage in Hamburg und es hat uns wie immer sehr gut gefallen. Angereist sind wir von Frankfurt/Main mit dem ICE und der war sogar 15 Minuten zu früh in Hamburg-Harburg, wo wir dann allerdings auf die Weiterfahrt warten mussten, da der Zug ja nicht vor der fahrplanmäßigen Abfahrtszeit weiterfahren konnte.

Am Hamburger Hauptbahnhof angekommen sind wir dann noch 2 Haltstellen mit dem Bus zu unserem Hotel an der Außenalster gefahren. Im Hotel Bellevue von der Relexa-Gruppe sind wir auch bei unseren letzten Hamburg-Besuchen immer abgestiegen. Es ist sehr gut gelegen, die Zimmer sind okay und es gibt ein gutes und reichhaltiges Frühstücksbüffet. Leider hat während Corona das gute Restaurant im Hotel geschlossen und nicht wieder aufgemacht, aber in der näheren Umgebung findet man genug Möglichkeiten, um Essen zu gehen.

Blick vom Dach des Hotels auf die Außenalster
Unser Zimmer (mit Fenster zur Außenalster)

Hier ist unser Favorit die Gasstätte Frau Möller, in der Langen Reihe, die man vom Hotel aus in 5 Minuten erreicht. Das Essen dort ist gut, reichlich und wirklich günstig. Es gibt täglich wechselnde Tagesgerichte und auch Vegetarier haben hier genügend Auswahl. Sollte man jedoch erst gegen Abend dorthin gehen, dann kann es vorkommen, dass ein Tagesgericht nicht mehr verfügbar ist.

Hier findet ihr u. a. die Speisekarte (unbedingt einen Blick auf die Wochenkarte werfen) https://www.fraumoeller.com

Da die Gaststätte immer sehr gut besucht ist, kann es von Vorteil sein zu reservieren. Wenn man etwas Geduld hat, bekommt man aber auch mit etwas Wartezeit einen Platz. Um so eher, wenn man kein Problem damit hat, den Tisch mit anderen Gästen zu teilen, was ich persönlich sehr gerne mache, da ich da schon oft ins Gespräch gekommen bin.

Ein weiterer Tipp für einen Hamburg-Besuch ist die Nutzung der Hafen-Fähren der HADAG, da diese auch mit dem 63 Euro Ticket genutzt werden können und man so kostengünstig durch den Hamburger Hafen schippern kann. Pläne findet ihr auf deren Webseite: https://hadag.de/de/

Wir sind mit der Fähre von den Landungsbrücken nach Finkenwerder und zurück gefahren. Leider nicht am Wochenende. Dann hätten wir nämlich noch von Finkenwerder mit der Linie 65 weiter bis nach Blankenese fahren können.

Eine weitere Empfehlung ist der Besuch von Planten & Blomen. Das ist eine große Parkanlage, die sich durch das Zentrum von Hamburg zieht. Von Anfang Mai bis Ende September kann man hier am Parksee mittags zwischen 16 und 18 Uhr die Wasserspiele bewundern und abends ab 22 Uhr (im September ab 21 Uhr) die Wasserlichtkonzerte. Die kostenlose 30-minütigen Vorführungen werden live von zwei Künstlern begleitet – einer steuert die Wasserfontänen, der andere spielt das sogenannte „Lichtklavier“ passend zu klassischen, jazzigen oder modernen Klängen. Leider hatten wir das Pech, dass bei uns die Lichtanlage ihren Dienst verweigert hat.

Wir hatten uns frühzeitig (gegen 21 Uhr) einen Platz im Café Seepavillon gesichert und hatten von dort einen tollen Blick auf die Wasserspiele.

An einem Abend war ich auch im Würfel und Zucker. Wenn ich schon mal in Hamburg bin, dann muss ich auch das WuZ besuchen. Ich hatte mich dort mit Bekannten verabredet und wir haben Bounce it und Chimera Station gespielt.

Chimera Station mit Magnus (rechts) und Jope (links)

Bei Chimera Station bauen wir gemeinsam mit unseren Aliens an einer Raumstation. Wir können dabei unsere Aliens mit verschiedenen Körpermodifaktionen verstärken (Klauen, Tentakel, Gehirne und Blätter).

Bounce it

Bounce it ist ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem es darum geht möglichst oft seine 3-4 Bällen in die Mitte der Spielschachtel zu werfen. Dabei müssen sie vorher 1 mal auf dem Tisch auftippen.

Mehr Bilder gibt es noch auf meinem Instagram-Konto: https://www.instagram.com/p/DZuXbIrjMfT/?hl=de&img_index=1

Was ich auch empfehlen kann ist ein Besuch der Elbphilharmonie. Der Besuch der Plaza (Balkon rund um das Gebäude) ist hier kostenlos. Man muss sich vorher nur ein Ticket am Ticketschalter vor dem Eingang besorgen. Vom Balkon aus hat man einen sehr schönen Rundumblick auf den Hamburger Hafen, die Innen- und die Speicherstadt .

Ausblick auf die St. Pauli Landungsbrücken (von der Elbphilharmonie aus)

Wir haben während unseres Hamburg-Aufenthalts auch noch 2 Bootstouren gemacht, eine 1-stündige Hafenrundfahrt und eine 1-stündige Alsterrundfahrt, außerdem sind wir einen Tag mit dem Roten Doppeldecker durch die Stadt gefahren. Das Kombiticket „Entdecker Tour“ hat 62 Euro gekostet.

Blick von der Außenalster in Richtung Innenstadt/Hafen

Erst später haben wir den Hamburg All-in-Pass entdeckt, der hier vielleicht noch die bessere Wahl gewesen wäre, da er mehr beinhaltet: Hamburg All-In-Pass Bei dem Pass sind all die genannten Touren auch drin, aber auch noch einiges mehr. Man muss sich hier nur entscheiden wie lange der Pass gelten soll, wovon dann der Preiss abhängt. Ich denke hier wäre der 3-Tage-Pass eine gute Wahl.

Dinge, die wir dieses Mal nicht mehr unterbringen konnten, da wir uns auch nicht stressen wollten, die ich aber jedem empfehlen kann sind:

  • Ein Besuch des Miniatur-Wunderland (am besten die Tickets vorher online buchen). Ich war schon 3 mal hier und könnte es immer wieder besuchen. Ein Tag reicht hier auch nicht aus, um sich alles genau anzuschauen und das Miniatur-Wunderland wird auch ständig erweitert.
  • Ein Besuch des Spicys Gewürzmuseum in der Speicherstadt. Hier kann man Gewürze entdecken und einiges über die Geschichte der Gewürze (Anbau, Handel …) erfahren. Man kann viel der Gewürze auch probieren und am Ende natürlich auch kaufen.
  • Ein Besuch des Planetariums. Hier gibt es viele interessante Shows (Tickets für 12,30 Euro) und man hat von der Aussichtsplattform (Eintritt 2 Euro) einen tollen Blick über den Stadtpark bis zum Fernsehturm, dem Michel und der Elbphilharmonie.
  • Besuch eines Konzertes in der Elbphilharmonie. Das hätten wir uns früher überlegen müssen, da es sehr schwierig ist hier kurzfristig noch Karten zu bekommen. Während wir in Hamburg waren hätten wir aber die Chance gehabt ein kostenloses Konzert in der Laeiszhalle. Hier haben nämlich an einem Tag Absolventen der Musikhochschule gespielt. Weitere kostenlose Konzerte findet man auf der Webseite der Stadt Hamburg: https://www.hamburg.de/freizeit/kostenlos-musik-333640
  • Ein Besuch des alten Hamburger Elbtunnels. Auch dieser Besuch ist kostenlos. Man kann hier von den St. Pauli Landungsbrücken 426 Meter unter der Elbe hindurch zur Elbinsel Steinwerder laufen.
  • Zu guter Letzt will ich auch unbedingt mal in die Mittelalter und Rollenspiel Taverne Zum tanzenden Einhorn. Eine Nerd-Bar für Rollenspieler und Mittelalterfans in der man auch Brettspiele spielen kann. Leider hat die Bar am Montag und Dienstag geschlossen, was dazu geführt hat, dass es nicht mehr in unseren Zeitplan gepasst hat. So wird ein Besuch bis zu meinem nächsten Hamburg-Aufenthalt warten müssen. Der aber sicherlich kommen wird.
Alter Elbtunnel (Foto von meinem Besuch in 2019)

Hamburg und seine Plakate

Zum Abschluss noch etwas was ich an Hamburg auch immer wieder mag sind die Plakate die man dort immer wieder entdeckt. 2 davon musste ich auch einfach fotografieren. Okay, das zweite ist natürlich eine Werbung, aber da steckt viel Wahres drin 😅

Nahverkehr in Hamburg

Wir haben in Hamburg sehr viele Strecken mit dem Bus zurückgelegt, was ich auch durchaus als sehr gut empfand. Dank 63 Euro-Ticket muss ich mir da auch keine Gedanken um einen Fahrschein machen.

Ich musste leider mehrfach feststellen, dass die HVV-App nicht immer die besten Verbindung heraussucht. Vor allem gibt es leider keine Option, eine Fahrt so zu planen, dass man möglichst viel von der Strecke mit dem Bus, der U- oder S-Bahn zurücklegt und nicht immer wieder größere Strecken zu Fuß, obwohl dies durchaus möglich wäre. Vielleicht habe ich die Option aber auch nicht gefunden.

Ich habe mich dann oft damit beholfen, dass ich erst eine Teilstrecke zum Hauptbahnhof (ZOB oder Steintordamm) gesucht habe und dann von dort eine weitere Teilstrecke zu meinem Ziel. Das hat oft besser funktioniert als direkt die gesamte Strecke zu suchen. Auch fand ich, dass die DB-App oft bessere Ergebnisse geliefert hat. Sehr hilfreich finde ich auch den Plan des Hamburger Busliniennetzes parat zu haben: https://www.nimmbus.de/frame.php?doc=busliniennetz.htm

Man kann dann auch immer sehr gut erst einmal in Google Maps nachschauen, welche Haltstelle dem Ziel am nächsten ist und dann im Netzplan schauen, wie man am besten dorthin gelangt.

Nachtrag: Katzencafés

Da hab ich doch glatt noch was vergessen. Wir haben in Hamburg auch noch 2 Katzencafes der Kette Katzentempel besucht. Eines in der Hafencity und das, zu diesem Zeitpunkt, gerade frisch eröffnete am Holstenwall, welches uns besser gefallen hat. Das ´Konzept der Katzentempel ist es vegane Speisen anzubieten und Katzen eine Heimat zu bieten. Die Katzen entscheiden selbst ob sie zu einem kommen oder nicht. Sie haben in dem Katzencafe einige Rückzugsmöglichkeiten, die man auch unbedingt respektieren sollte.

Die oberen beiden Bilder sind aus/vom dem Katzentempel in der Hafencity, die unteren beiden aus dem am Holstenwall.

Die Preise im Katzentempel sind jetzt nicht gerade günstig, aber die Katzen müssen ja auch noch versorgt werden. Es gibt in Hamburg auch noch ein weiteres Katzencafe, das Cat Café in der Wandsbeker Chaussee. Das steht für unseren nächsten Hamburgbesuch auf der Liste.

Rückblick: Am Anfang stand Dungeons & Dragons Teil 2

Von: natokh
01. Mai 2026 um 16:20

Nachdem wir einige Jahre Midgard gespielt und nebenher immer auch Inspiration in anderen Regelwerken gesucht und gefunden haben, entschlossen wir (Wilhelm Klippel aka „Fiomall“ und ich) uns 1994 dazu unser eigenes Regelwerk zu schreiben. Unter tätiger Mitwirkung von Simone (Arne), Patty (Dulmer) und Uwe (Haplo), aber auch weiteren Mitspielern, wie u. a. André. Wir waren mit einigen Aspekten von Midgard und auch anderen uns bekannten Systemen unzufrieden.

Das war der Beginn von Mag Mor, Rollenspielsystem und gleichzeitig auch Welt, auf der dieses System spielt. Und selbst nach 32 Jahren haben wir immer noch nicht die ganze Welt erkundet und auch unsere Regeln werden nach wie vor ständig erweitert, verfeinert und natürlich auch verbessert.

Mit über 600 echten verschiedenen Zaubersprüchen (plus Runenmagie) und über 110 Fertigkeiten ist unser Spielsystem sicher eines der umfangreichsten überhaupt. Da wir uns aber viel bei anderen System bedient haben und uns von D&D, Midgard, Palladium, MERS, Runequest, Das schwarze Auge etc. haben inspirieren lassen, wird Mag Mor wohl nie außerhalb unserer Spielerunde das Licht der Welt erblicken. Aber das war auch nie unser Ziel.

Inspiration haben wir auch immer aus den Fantasyromanen von Alan Dean Foster, R. A. Salvatore, Ed Greenwood, Karl Edward Wagner, Robert E. Howard, Lyon Sgrague de Camp, Fletcher Pratt, Robert Asprin, Marion Zimmer Bradley, Trudi Canavan und vielen vielen mehr gezogen.

Wir spielen nach wie vor mehrmals im Jahr und diskutieren dann auch immer wieder Aspekte unseres Regelwerks und bauen es um. Und obwohl es eine typische Fantasywelt mit Elfen, Zwergen, Trollen, Drachen und jeder Menge Magie ist haben wir versucht viele Aspekte unseres Regelwerkes möglichst nah an der Realität zu halten, wie z. B. der Reichweite und Durchschlagskraft von Langbögen, den Reisegeschwindigkeiten (wenn sie hier denn keine Magie zum Einsatz kommt), den Auswirkungen von Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel und so weiter.

Nebenher wir auch immer wieder viel Zeit in die Beschreibung der Welt Mag Mor gesteckt, was vor allem in den vielen Kampagnen passiert ist, die wir dort schon gespielt haben. Es gab und gibt aber auch immer wieder Ausflüge in andere Welten. Aktuell sind wir in unserer Kampagne zum Beispiel auf Aventurien unterwegs. Das liegt auch viel daran, dass wir fertige Abenteuer (seien es nun Fanabenteuer oder Kaufabenteuer) verwenden und diese mal mehr, mal weniger für unser System anpassen. Manchmal verlegen wir die Handlung dabei nach Mag Mor und manchmal spielen wir auf der beschriebenen Welt. Mit Magie ist das ja alles kein Problem.

Auch nach mittlerweile 42 Jahren haben wir nicht die Lust am Spielen verloren. Dabei hat sich unser Fokus von Kämpfen und Looten, aus den Frühtagen mit D&D, doch sehr in Richtung Geschichten erleben, Rätsel lösen und Lösungen für vertrackte Situationen finden, verlagert.

Und es gibt noch sehr viel zu erkunden auf der Welt Mag Mor.

Natokh el Rohan I

Rückblick: Am Anfang stand Dungeons & Dragons Teil 1

Von: natokh
18. April 2026 um 13:46
D&D Basisset 1. Auflage (1983)

Es begann alles am 6. Oktober des Jahres 1984. Damals war die 1. Auflage des D&D Basis Set gerade mal 11 Monate auf Deutsch erhältlich. Einige Interessierte trafen sich im Bücherwurm, in Bad Camberg, um einen ersten Einblick in die Welt des Fantasy-Rollenspiels zu bekommen. Heute, mehr als 40 Jahre später, spielen einige von Ihnen immer noch dieses Spiel und Ihre Begeisterung dafür hat nicht nachgelassen.

Dies ist auch der Grund für meinen Internet-Nickname NATOKH. Natokh war einer meiner ersten Charaktere in einem Fantasy-Rollenspiel und die Figur die ich am längsten gespielt habe. Der Name geht auf eine Kurzgeschichte aus dem Conan-Universum von Robert E. Howard zurück. Dort war der dunkle Zauberer Natohk (Thugra Khotan) ein Gegenspieler von Conan.

Aber vielleicht sollte ich erst einmal kurz erläutern, worum es sich bei Fantasy Rollenspielen überhaupt handelt. Eigentlich ist es ganz einfach. Eine Gruppe von Spielern, nach unserer Erfahrung mindestens 3 aber höchstens 4-5, versuchen mit fiktiven Charakteren, welche nur auf dem Papier existieren, Aufgaben zu lösen, welche Ihnen ein Spielleiter stellt. Eine Aufgabe kann zum Beispiel das Erretten einer Prinzessin aus den Klauen eines bösen Drachen sein oder aber Detektivarbeit à la Sherlock Holmes oder vielleicht auch nur Metzeln und Looten in der Art eines Dungeon Crawlers. Der PHANTASIE sind hierbei keine Grenzen gesetzt, bzw. nur die des Spielleiters.

Zuerst beginnt man damit sich einen Charakter zu erstellen. Im ersten Schritt werden einige Attribute des Charakters ermittelt, zumeist mit Hilfe von Würfeln, dies sind z.B. die Stärke, das Aussehen, die Intelligenz oder aber das Zaubertalent. Aufgrund der Attributswerte muss sich nun der Spieler eine passende Profession für die Figur aussuchen. Hier gibt es unter anderem den Dieb, den Krieger oder einen Magier. Außerdem legt man fest, welche Rasse man spielen möchte. Neben Menschen gibt es da zum Beispiel Halblinge, Zwerge oder Elfen. Allerdings sollte man für nichtmenschliche Rassen schon etwas Spielerfahrung mitbringen, da es beim Spiel noch einige Besonderheiten und Verhaltensweiten der jeweiligen Rasse zu berücksichtigen gilt.

Hat der Spieler nun die Attribute, Rasse und Profession seines Charakters ermittelt muss er sich an dessen Beschreibung machen. Ist die Figur feige oder mutig, ist sie Links- oder Rechtshänder, ist sie hilfsbereit oder ein grenzenloser Egoist, liebt sie das Glücksspiel oder ist sie ein enthaltsamer Asket. Dies alles ist später wichtig, da der Spieler seine Figur entsprechend spielen soll, er wird also zum Schauspieler, zumindest verbal.

Hat man nun eine Gruppe von Charakteren entworfen beginnt das Spiel. Der Spielleiter übernimmt hierbei die Rolle der Welt sowie aller darin befindlichen Lebewesen. Die Gruppe agiert in dieser Welt. Dies geschieht zum Teil mit dem Einsetzen ihrer Fertigkeiten, wie z.B. dem Stehlen, dem Wirken von Zaubersprüchen und ihren Waffenfertigkeiten, dem Wissen über Kräuter und Gifte usw., zum anderen aber mit der PHANTASIE der Spieler.

Nachdem wir eine Zeit lang das D&D System gespielt haben sind wir relativ schnell zu Midgard gewechselt, dem ersten deutschen Rollenspiel, da uns einiges am D&D Regelwerk gestört hat. Midgard erschien bereits 1981, also 2 Jahre bevor D&D das Licht des deutschen Rollenspielmarktes erblickte und 3 Jahre vor dem Schwarzen Auge, welches 1984 veröffentlicht wurde.

Wir haben dann einige Jahre Midgard gespielt. Da entstand auch mein Zauberer Natokh. Damals haben wir uns fast jede 2 Woche zum Spielen getroffen. Zwischendurch haben wir uns aber auch immer andere Rollenspielsysteme angeschaut. So haben wir auch ein paar Runden Sternengarde gespielt (sozusagen D&D im Weltraum), haben uns Regelwerke wie MERS (Mittelerde Rollenspiel), Runequest, Pathfinder oder Palladium. Wir haben auch ein paar Mal In nomine Satinis gespielt. Ein besonders abgefahrenes Pen & Paper Rollenspiel in dem man Dämonen spielt, mit übernatürlichen Kräften und zum Teil sehr seltsamen Phobien, wie der Angst vor Kindern oder Colaautomaten. Man spielt einen Diener des Teufels und erledigt Aufträge in seinem Namen. Das Spielsystem ist sehr satirisch und nimmt sich nicht Ernst. Wer auf schwarzen Humor und Gemetzel steht, der ist hier genau richtig. Wir haben allerdings nie eine Kampagne gespielt sondern immer nur Einzelabenteuer.

Als Gegenpol gab bzw. gibt es Magna Veritas. Hier spielt man einen Engel und ist natürlich im Auftrag Gottes unterwegs. Das habe ich jedoch nie gespielt. Überhaupt habe ich mir sehr viele Rollenspielbücher nur gekauft, um mir daraus Inspiration zu holen. Was uns zu unserer nächsten großen Veränderung führt.

Anfang der 90er, begannen wir nämlich damit unser eigenes Regelwerk zu schreiben und die Welt Mag Mor aus der Taufe zu heben. Aber das erzähle ich euch beim nächsten Mal.

To be contuined …

Brass Pittsburgh – To buy or not to buy?

Von: natokh
08. April 2026 um 12:07

Aktuell läuft auf Gamefound die Kampagne zum neuen Brass Titel Brass: Pittsburgh by Roxley Games – Gamefound, noch bis zum 13.04.26.

Da Brass Birmingham eines meiner langjährigen Lieblingsspiele ist, war ich natürlich von Beginn an daran interessiert, aber auch durchaus skeptisch, was das Spiel betrifft. Aber auch Brass Birmingham (2018) war ja bereits eine Weiterentwicklung des Ur-Brass (2007), welches dann bei Roxley in einer optisch stark überarbeiteten Version als Brass Lancashire (2018) neu aufgelegt wurde.

Brass Pittsburgh ist damit übrigens das 4. Spiel der „Brass-Reihe“. Hier wird gerne das Spiel Age of Industry (2010) vergessen, welches die 1. Weiterentwicklung von Brass war. Age of Industry hatte die Besonderheit, dass es hierfür weitere Karten als Erweiterung gab. Das ursprüngliche Spiel spielt hier in Neu England und ist ein gestreamlintes Brass.

Die Entwicklung von Brass 2007 bis 2018

Aber nun zu Brass Pittsburgh. Ich habe mir in den letzten Wochen einige Videos von us-amerikanischen Youtube-Kanälen zu diesem Spiel angesehen, um mir eine Meinung dazu zu bilden. Vor allem das Let’s Play von Before you Play hat mit hier geholfen einen Überblick über die Änderungen zu den Vorgängern zu bekommen.

Brass: Pittsburgh – Teach & Playthrough (Befor you Play)

Und das sind doch einige. Es gibt in Pittsburgh keine Kanäle mehr, aber nach wie vor 2 Ären. Und auch hier werden die 1er Industrien und ein guter Teil der Transportmittel (welche hier ausschließlich Züge sind) abgeräumt. In dem Spiel gibt es jetzt leichte und schwere Züge. Beim Bau der leichten Züge benötigt man Kohle, beim Bau der schweren Züge Stahl, das zusammen mit Koks eine der neuen Ressourcen im Spiel ist. Die schweren Züge bleiben auch über das Ende von Ära 1 auf dem Spielplan, alle leichten Züge werden entfernt.

Auch hat man zu Beginn des Spieles nur 2 schwere Züge zur Verfügung, alle weiteren muss man sich erst freispielen, indem man Industrien baut oder mit Entwicklung von seinem Spielertableau entfernt.

Es gibt auch jede Menge neue Industrien, wie z. B. Kerosin, Stahlwerke, Koks, ein Generator, eine Ölstadt, Produktionsstätten für schwere Züge und Autos und außerdem noch Wolkenkratzer. Neu ist auch, dass man manche Industrien zwingend überbauen muss, um das nächste Level davon zu bauen. Auch werden wohl jetzt die Siegpunkte von Industrien gewertet, die man überbaut, was bei Birmingham und Lancashire nicht der Fall ist.

Neu sind auch die Ressourcen Stahl und Koks und die „dezentralen“ Ressourcenmärkte, die zudem unterschiedliche Preise für die Ressourcen. Da muss man auch immer aufpassen, von welchem Markt man kauft oder an welchen Markt man verkauft, wenn man mit mehreren davon verbunden ist. Zudem gibt es in Brass Pittsburgh die Möglichkeit Ressourcen von Cornelius Vanderbilt zu kaufen. Dazu muss man auch mit keinem Markt verbunden sein, man zahlt jedoch kräftige Aufschläge.

Statt Bier, wie in Birmingham, benötigt man in Pittsburgh jetzt Öl zum Verkaufen. Dazu muss man zuerst Pipelines zu Ölfeldern bauen. Wenn diese genutzt werden, erhält man zusätzlich einen Bonus (Geld, Einkommensschritte, Siegpunkte). Zu Spielbeginn hat man nur 1 dieser Pipelines, die man bauen kann, weitere muss man erst über sein Spielertableau und das Bauen von Industrien freischalten, genau wie die schweren Züge. Ein Ölfeld kann man immer über mindestens 2 Wege anbinden. Es gibt aber auch die Möglichkeit einen dieser Wege zu blockieren, damit die Mitspieler gezwungen sind über die eigene Pipeline auf das Öl zuzugreifen.

Neu sind auch die einmaligen Bauboni, die man durch das Bauen von Zugverbindungen und Pipelines erhält. Und last, but not least, gibt es in dem Spiel jetzt Whiskey. Diesen kann man Einsetzen, um eine seiner Orts- oder Industriekarten zu einer Jokerkarte zu machen. Eine weitere Option ist das Abgeben von Whisky, um die neuen Premium Aufträge (Quality Rewards) zu erfüllen. Für diese muss man Güter verkaufen, auf deren Industrieplättchen Sterne abgebildet sind. Für einen fehlenden Stern kann man 1 Flasche Whiskey abgeben. Die 3 Premium Aufträge können jeweils nur 1x in der Partie erfüllt werden und bringen Siegpunkte, Einkommenssschritte, Geld oder Whiskey.

Es gibt noch ein paar weitere Besonderheiten, wie z. B. Industrien, die man nicht verkauft sondern nur überbaut, oder die Wolkenkratzer, die sofort nach dem Errichten eine zusätzliche Verkaufsaktion bringen.

Vor Ende der Gamefound-Kampagne soll auch noch die Anleitung zur Verfügung gestellt werden (Stand 08.04.26 war diese leider noch nicht verfügbar). Auch soll noch ein Playthrough von Heavy Cardboard, mit dem aktuellsten Prototypen und dem letzten Stand der Anleitung kommen.

Heavy Cardboard hatte in den letzten Wochen bereits Playthroughs von den bisherigen Brass-Versionen, inklusive Age of Industry, gestreamt.

Nachtrag (08.04., 14:52 Uhr): Ich habe gerade gesehen, dass Heavy Cardboard sein 4 Spieler Playthrough jetzt leider erst für den 15.04. (also nach Ende der Gamefound-Kampagne) angekündigt hat: Brass: Pittsburgh – 4p Overview & Play-through by Heavy Cardboard

Es gab auch noch eine Abstimmung welches Cover die Collector’s Edition von Brass Pittsburgh erhalten soll. 3 Cover standen dabei zur Wahl. Gewonnen hat das Cover mit dem Stahlwerk (Auch mein persönlicher Favorit). Allerdings kann man in der Kampagne auch noch die beiden anderen Cover für die Collector’s Edition auswählen.

Fazit: Ich habe mich entschieden in die Kampagne einzusteigen und die Brass Pittsburgh Collector’s Edition zu unterstützen, auch weil ich natürlich nicht gefeit bin vor nettem Chichi, wie z. B. den Synth-Karten, den hölzernen Industrieplättchen, den metallenen Ölfässern oder den schicken Ressourcenwürfeln.

Das mit den Double Layer Spielertableaus ist insofern etwas doof, da man auch in Brass Pittsburgh Industrieplättchen übereinanderstapelt und diese in der Höhe dann über das Tableau hinausragen, auch wenn es nicht so viele sind wie bei Brass: Birmingham oder Lancashire. Auch den nicht spiegelnden Spielplan bräuchte ich persönlich nicht und statt der zugegebenermaßen schicken geprägten Blechdosen hätte ich viel lieber ein Insert, in welches ich die Industrieplättchen in der richtigen Reihenfolge einsortieren könnte.

Alles in allem haben mich die Playthrough Videos aber angefixt und ich würde das Spiel gerne spielen. Und wenn es dann am Ende doch nicht so oft auf den Tisch kommt, dann kann ich es bestimmt auch wieder zu einem vernünftigen Preis weiterverkaufen.

Es gibt aber auch 2 Punkte, die mich bei der neuen Brass-Version nicht überzeugen. Das sind die Bauboni, die man für manche (nicht alle) Zugstrecken oder Ölpipelines bekommt und das sind die 3 Quality Rewards, die jeweils nur 1 Spieler erlangen kann. Für mich passt das nicht so recht zum sonst sehr eleganten Brass Spielablauf. Es wirkt für mich eher so, als wollte man hier noch ein, zwei neue „Gimmicks“ einbauen. Es sind übrigens auch die einzigen Wege, außer dem Bau der Güter-Fabrikation Stufe IV, um an Whiskey zu kommen. Da hätte ich mir auch noch einen anderen Weg gewünscht.

Nur die neuen Metallmünzen kann sich Roxley wirklich behalten. Zum einen bin ich ein großer Fan von Pokerchips und zum anderen habe ich auch Bedenken hinsichtlich des Designs. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass sich in diesen „Münzen“ am Ende einiges an Dreck sammeln wird und das die dazu prädestiniert sind, den Spielplan zu verkratzen.

ERGÄNZUNG 11.04.26: Kurz vor Ende der Kampagne hat Roxley nun auch die Anleitung zu Brass Pittsburgh online gestellt (im Kampagnen-Update Nr. 28): Brass: Pittsburgh by Roxley Games – „Am I the Only One Around Here Who Gives a 😳 About the Rules?!“ – Gamefound Auf der letzten Seite der Anleitungen werden übrigens Brass Lancashire, Birmingham und Pittsburgh in einer Tabelle gegenübergestellt, was ich sehr hilfreich finde.

Brass: Pittsburgh auf BoardGameGeek

Oldie but goldie: Lords of Waterdeep (kommt auf Deutsch)

Von: natokh
28. Februar 2026 um 17:46

Die spannende Neuigkeit zuerst: Das Spiel Lords of Waterdeep von Renegade Game Studios und Wizards of the Coast (dem Rechteinhaber von Dungeonss and Dragons), welches bereits 2012 auf Englisch erschien, soll im Herbst 2026 auf Deutsch erscheinen. Das wurde auf dem Asmodee Pressetag am 26.02.26 verkündet. Eine Nachricht, mit der wahrscheinlich niemand mehr gerechnet hätte. Und Asmodee will zeitgleich auch die Erweiterung (die ich unbedingt empfehle) mit herausbringen.

Ausschlaggebend war hier vielleicht auch das angekündigte Reprint des Spiels, dass bereits im Herbst letzten Jahres für April 2026 angekündigt wurde.

Aber nun mal zum Spiel selbst. In Lords of Waterdeep spielen wir einen der maskierten Lords und versuchen die Macht über die Hafenstadt Waterdeep (Deutsch: Tiefwasser), im Nordwesten von Faerun, an uns zu reißen. Über unsere Agenten rekrutieren wir Abenteurer (Ganoven, Kleriker, Kämpfer und Zauberer), um diese dann auf Missionen zu entsenden und damit in erster Linie Siegpunkte und Geld zu erringen.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder, der maximal 5 Mitspielenden, einen zufälligen Lord. Jeder der Lords hat eine Vorliebe für bestimmte Missionen (Quests) und man erhält für jede dieser erfüllten Missionen am Spielende (nach der 8. Runde) noch mal zusätzliche Siegpunkte.

Bei den Missionen (Quests) gibt es 5 unterschiedliche Arten, plus die Mandatory Quests (die aber zu den Intrigen gehört). Die Art gibt an welche Art von Abenteurern für die betreffende Mission primär erforderlich sind.

Die Mandatory Quests sind verpflichtende Missionen, die man einem Mitspielenden aufdrücken kann. Dieser muss dann diese Quest zuerst erfüllen, bevor er sich wieder seinen anderen Missionen zuwenden kann.

Zudem gibt es bei den normalen Missionen noch sogenannte Plot Quests. Diese besitzen dauerhafte Effekte, wenn sie erfüllt wurden.

Wenn man am Zug ist entsendet man einen seiner Agenten zu einem Ort in der Stadt und führt dort die Ortsaktion aus, danach darf man noch eine seiner offenen Missionen erfüllen.

Im Cliffwatch Inn erhält man neue Questen (Missionen), Geld und/oder Intrige-Karten.

Eine wichtige Quelle für Siegpunkte sind Gebäude, die man im Spielverlauf errichten kann. Außer Siegpunkten bringen diese Gebäude neue Einsetzfelder. Setzt hier im Spielverlauf ein Mitspieler seinen Agenten ein, so erhält der Gebäudeerbauer (Owner) dafür Einkommen.

Eine besondere Würze (und Interaktion) kommt durch die Intrige-Karten ins Spiel. Mit diesen kann man Mitspielende attackieren, zusätzliche Aktionen ausführen oder konkurrierenden Lords eine Mission aufzwingen.

Ich würde jedem auch direkt die Erweiterung Scoundrels of Skullport empfehlen. Diese bringt 2 neue Spielpläne: Undermoutain (mit 3 Orten) und Skullport (mit dem Corruption Track und 3 weiteren Orten), Material für einen 6. Spieler, neue Quest und Intrige-Karten und neue Gebäude. Die Orte in Skull Port sind dabei sehr verlockend, da man hier besonders viel für seine dorthin entsandten Agenten erhält, aber Vorsicht, man muss hier auch immer 1 Totenschädel (Corruption) nehmen und wenn man die bis zum Spielende nicht wieder los wird, dann gibt es kräftig Minuspunkte.

Lords of Waterdeep ist ein einfaches und schnell erklärtes Kennerspiel, in dem es in erster Linie um das Sammeln von Ressourcen (Abenteurer und Gold) geht, um damit die Missionen (Quests) zu erfüllen.

Eine Partie hat bei uns bisher immer so um die 90 Minuten gedauert, wobei ich das Spiel noch nie mit mehr als 3 Leuten gespielt habe.

Meine Wertung für Lords of Waterdeep: 8/10

Mich begeistert es vor allem thematisch, auch wenn es objektiv betrachtet gar nicht so thematisch ist. Man muss schon ein Fan der D&D Welt Faerun und der Geschichten, die darin spielen, sein und sich auf die Flufftexte einlassen. Ich habe die Welt und Tiefwasser vor allem durch die Romane von R. A. Salvatore, rund um den Dunkelelfen Drizzt Do’Urden und seinen Gefährten, kennengelernt. Mittlerweile gibt es hier 39 Romane und die meisten davon habe ich mehrfach gelesen.

Für das Spiel habe ich mir noch einen großen Spielplan (90x90cm), der noch die 3 kleinen Pläne aus der Erweiterung integriert, auf LKW-Plane drucken lassen. Darauf gestoßen bin ich durch ein Video vom Brettspiel Snob: Lords of Waterdeep – German Review

Eigenes Spielertableau (Taverne)

Kennt ihr Lordss of Waterdeep und habt ihr es schon mal gespielt? Dann teilt mir eure Meinung gerne mit.

Persian Game Jam 2025

Von: HilkMAN
05. Februar 2026 um 00:04

Ich hab hier viel zu lange nichts mehr geschrieben, dabei ist es nicht so, dass nichts passiert wäre. Es hatten sich einfach andere Aktivitäten in den Vordergrund gedrängt. Lust habe ich eigentlich noch. Und aktuell brennt mir was auf der Seele. Trigger-Warnung für alle, die das für skandalös halten: Ich vermische heute mal wieder Spiel und Politik,.

Kurz vor Weihnachten war ich nämlich zum zweiten Mal eingeladen worden, mich als Juror an einem Persian Game Jam zu beteiligen (aus der Ferne). Ein Game Jam ist eine Veranstaltung, auf der Leute Spiele erfinden. In der Regel ist sie gezielt zu kurz für eine ausgereifte Entwicklung (einen Tag lang zum Beispiel, wie auch hier). Es geht also darum, nach einer Vorgabe (Thema, Material, oder etwas anderes) ein Spiel zu entwickeln und einen spielbaren Prototyp herzustellen und damit hinnerhalb der kurzen Zeit möglichst weit zu kommen. Oft werden eine oder mehrere der dabei herausgekommenen Ideen prämiert.
Und ja, solche Game Jams gibt es auch im Iran. Bei der vorherigen Ausgabe 2024 war ich auch schon als Juror dabeigewesen. Damals war die Vorgabe gewesen, eine Variante von UNO zu entwickeln. Von relativ zahmen Varianten bis zu Call of Cthuno war alles dabei gewesen, und es hat Spaß gemacht, mir das alles anzusehen. Spielen konnte ich es nicht, wir Juror:innen kriegten jeweils ein Video und die Regeln für die Begutachtung. Nicht alle Regeln waren immer so klar, was nicht verwunderlich ist, da für Blindtests auf so einem Game Jam nicht viel Zeit bleibt. Aber es war ein großer Spaß, und es hatte mich gefreut, dabeisein zu können.
Ebenso habe ich mich gefreut, als ich für den Game Jam 2025 wieder angefragt wurde,. Der Iran hat, seit ich vor gut 30 Jahren mal für ein paar Wochen durchgereist bin, einen besonderen Platz in meinem Herzen bewahrt. Nicht nur wegen der Sehenswürdigkeiten und der freundlichen Menschen, denen wir begegnet sind, sondern auch wegen der ständig spürbaren Kultur des Aufbegehrens und Brechens von Regeln. Ich habe damals gedacht, dass der Iran sich von der Diktatur irgendwann würde befreien können, aber leider ist das noch imer nicht passiert. Die spektakulären Spielecafés, die es dort gibt, wären ein Traumziel von mir, wenn ich dort eines Tages noch mal hinkommen sollte.
Wie dem auch sei, nachdem ich als Juror zugesagt hatte, wurde mir das Thema des neuen Game Jams mitgeteilt, und ich habe nicht schlecht gestaunt: Sagaland. Natürlich ist Sagaland ein Klassiker, aber von allen Spielen des Jahres (es war Preisträger 1982) war es das Spiel mit der niedtrigsten Altersangabe und war daher ein bisschen aus meinem Fokus verschwunden. Ich hatte irgendwann, als meine Kinder klein waren, hatte ich mir mal wieder eine alte Ausgabe auf einem Flohmarkt gekauft und war ziemlich enttäuscht gewesen – ich empfand es inzwischen als viel zu lang und oft zu frustrierend, insbesondere bei größeren Personenzahlen. Also war ich davon ausgegangen, dass es einfach nicht besonders gut gealtert sei. Erst durch die Einladung habe ich mir die Regeln wieder angeguckt und festgestellt, dass sie schon vor langer Zeit überarbeitet worden. Inzwischen dürften ganze Generationen herangewachsen sein, die das Spiel nur in der neuen Variante kennen: Gut so. Aber dass das Spiel im Iran so bekannt war, hatte ich natürlich nicht geahnt.

Vorab haben wir kleine Grußbotschaften auf Video aufgenommen. Auch Michel Matschoss, der Sagaland ja damals zusammen mit Alex Randolph entwickelt hatte, hat ein solches Video geschickt, was mich sehr gefreut hat.

Nun also ging es für die Telnehmenden am aktuellen Game Jam ebenfalls genau darum: Um eine Modernisierung oder Abwandlung von Sagaland. Und sie lieferten ab. Es gab insgesamt 13 Gruppen von meist 4 Leuten (mit seit dem letzten Jahr klar gestiegenem Frauenanteil, was mich besonders gefreut hat), und wieder spannende Ideen, von naheliegend bis wild. Diesmal hatte ich das Gefühl, dass die Gruppen sich auch analytischer mit Sagaland auseinandergesetzt hatten als letztes Jahr mit UNO. So gab es diverse Beiträge, in denen das gelegentlich langwierige Würfeln verkürzt wurde, mit verschiedenen und verschieden sinnvollen Methoden. In einem anderen Beitrag hatten die einzelnen Märchenkarten, die man einsammelt, noch besondere Fähigkeiten, was die thematische Einbindung gestärkt hat (auch wenn das normalerweise nicht ganz mein Stil ist). Den Vogel abgeschossen hat aber „—“, das die Würfel gleich ganz weglässt – man schnippst stattdessen seine Spielsteine durch den Wald. Das war schon eine wilde Idee, und die hat am Ende auch gewonnen. Innerhalb der Jury gingen die Meinungen zum Teil deutlich auseinander, was sicherlich auch ein Stück weit daran gelegen hat, dass wir die Spiele eben nicht direkt ausprobieren konnten. Ich hoffe aber, dass wir ein bisschen dazu beigetragen haben, Nachwuchsautor:innen zu ermutigen.

Aber natürlich ist mir die Freude an diesem Event nur wenige Tage später jäh vergangen, als das iranische Regime die Proteste blutig niedergeschlagen und Tausende Menschen ermordet hat. Es bleibt nicht aus, dass man sich Gedanken darüber macht, ob jemand von denen dabei war, die einem direkt zuvor noch spannende Spielkonzepte vorgestellt haben. Das werde ich vermutlich nie erfahren, mir aber noch lange Gedanken darüber machen. Ich wünsche mir einfach, dass die Verbrecherbande an der Spitze dieses Staates endlich verjagt werden kann und dass die Menschen wieder mehr Gelegenheiten haben, sich an der Schönheit des Lebens zu erfreuen.

زن، زندگی، آزادی

Der Beitrag Persian Game Jam 2025 erschien zuerst auf Du bist dran!.

Entwicklung der Brettspiele-Youtube-Kanäle in 2025

Von: natokh
01. Januar 2026 um 23:00

Ich habe die Zahlen aus meiner Übersicht der deutschsprachigen und der großen internationalen englischsprachigen Brettspiel-Youtube-Kanäle mal wieder aktualisiert. Wer sich dafür interessiert, der findet sie hier: https://natokh.wordpress.com/youtube-kanale-zum-thema-brettspiele

NACHTRÄGE

Ich sammele hier Kanäle, die bis jetzt noch nicht in der Liste sind, die sich aber bei mir gemeldet haben, mir von Dritten mitgeteilt wurden oder auf die ich selbst noch aufmerksam wurde.

In die Liste kommt ihr dann im nächsten Jahr!

  • Brettkampf, 157 Abonnenten, 23 Videos, 9.706 Views (02.01.)
  • Brettspiele IQ, 105 Abonnenten, 147 Videos, 53.134 Views, seit 04.06.2020 inaktiv (03.01.)
  • Brettspielpinguin – Brettspiele, 55 Abonnenten, 12 Videos, 3.594 Views (03.01.)
  • Brettspielstammtisch, 44 Abonnenten, 23 Videos, 5904 Views (03.01.)
  • its_thms, 714 Abonnenten, 154 Videos, 376.201 Views (hat sich am 03.01. bei mir gemeldet)
  • Brettspielfieber, 593 Abonnenten, 82 Videos, 35.168 Views (04.01.)
    Kaum zu glauben, dass ich Sam bisher vergessen hatte, obwohl ich immer mal wieder Videos auf seinem Kanal schaue. Zuletzt erst House of Fado vor ein paar Tagen. Auf diese Versäumnis wurde ich netterweise auch hingewiesen.
  • Yourboardgamers, 198 Abonnenten, 136 Videos, 27.960 Views (04.01.)
  • Ultra Comix, 1040 Abonnenten, 530 Videos, 115.440 Views (Shop) (04.01.)
  • TiNi’s Spielerei, 174 Abonnenten, 54 Videos, 8.427 Views (04.01.)
  • Geekeriki, 1940 Abonnenten, 947 Videos, 342.770 Views (04.01.)
    Der Kanal macht noch sehr viel Anderes, außer Brettspiele.
  • Spiele-Offensive.de, 4.560 Abonnenten, 1.744 Videos, 4.926.841 Views (Shop) (04.01.)
  • Game on, 600 Abonennten, 53 Videos, 180.542 Views (04.01.)
  • Brettspiel Buben, 239 Abonennten, 112 Videos, 61.478 Views
    Hier hat sich Patrick alias Panatzu_Gaming am 04.01. bei mir gemeldet, der vorher einen eigenen Kanal hatte, dort aber nichts mehr macht.
  • Brettspielrunde, 53 Abonennten, 44 Videos, 1.874 Views (hat sich am 05.01. gemeldet)
  • BoardGameBros, 1.340 Abonennten, 609 Videos, 297.972 Views (haben sich am 08.01. gemeldet)

Auf die folgenden Kanäle wurde ich dankenswerterweise von Kronhorst (aus dem Unknowns-Forum) aufmerksam gemacht, da sie sich noch nicht in meiner Liste befanden:

Beim Kanal Boardgame-Maker konnte ich mittlerweile, danke eines Tipps von Geekpunkt, „herausfinden“, dass die ungewöhnlich vielen Views auf ein einziges Short zurückgehen, mit dem der Kanal die Crowdfunding-Kampagne zu seinem Spiel „Jurrasic Crisis“ auf Gamefound bewirbt (mehr als 140k Views). Die Videos des Kanals beschäftigen sich übrigens alle mit dem Spiel und der Entwicklung desselben. Offensichtlich ist in naher Zukunft hier eine Gamefound-Kampagne geplant. Durch die Vorschauseite dort sind dann wohl viele auf den Kanal aufmerksam geworden.

Entwicklung der Brettspiele-Youtube-Kanäle in 2025

Von: natokh
01. Januar 2026 um 23:00

Ich habe die Zahlen aus meiner Übersicht der deutschsprachigen und der großen internationalen englischsprachigen Brettspiel-Youtube-Kanäle mal wieder aktualisiert. Wer sich dafür interessiert, der findet sie hier: https://natokh.wordpress.com/youtube-kanale-zum-thema-brettspiele

NACHTRÄGE

Ich sammele hier Kanäle, die bis jetzt noch nicht in der Liste sind, die sich aber bei mir gemeldet haben, mir von Dritten mitgeteilt wurden oder auf die ich selbst noch aufmerksam wurde.

In die Liste kommt ihr dann im nächsten Jahr!

  • Brettkampf, 157 Abonnenten, 23 Videos, 9.706 Views (02.01.)
  • Brettspiele IQ, 105 Abonnenten, 147 Videos, 53.134 Views, seit 04.06.2020 inaktiv (03.01.)
  • Brettspielpinguin – Brettspiele, 55 Abonnenten, 12 Videos, 3.594 Views (03.01.)
  • Brettspielstammtisch, 44 Abonnenten, 23 Videos, 5904 Views (03.01.)
  • its_thms, 714 Abonnenten, 154 Videos, 376.201 Views (hat sich am 03.01. bei mir gemeldet)
  • Brettspielfieber, 593 Abonnenten, 82 Videos, 35.168 Views (04.01.)
    Kaum zu glauben, dass ich Sam bisher vergessen hatte, obwohl ich immer mal wieder Videos auf seinem Kanal schaue. Zuletzt erst House of Fado vor ein paar Tagen. Auf diese Versäumnis wurde ich netterweise auch hingewiesen.
  • Yourboardgamers, 198 Abonnenten, 136 Videos, 27.960 Views (04.01.)
  • Ultra Comix, 1040 Abonnenten, 530 Videos, 115.440 Views (Shop) (04.01.)
  • TiNi’s Spielerei, 174 Abonnenten, 54 Videos, 8.427 Views (04.01.)
  • Geekeriki, 1940 Abonnenten, 947 Videos, 342.770 Views (04.01.)
    Der Kanal macht noch sehr viel Anderes, außer Brettspiele.
  • Spiele-Offensive.de, 4.560 Abonnenten, 1.744 Videos, 4.926.841 Views (Shop) (04.01.)
  • Game on, 600 Abonennten, 53 Videos, 180.542 Views (04.01.)
  • Brettspiel Buben, 239 Abonennten, 112 Videos, 61.478 Views
    Hier hat sich Patrick alias Panatzu_Gaming am 04.01. bei mir gemeldet, der vorher einen eigenen Kanal hatte, dort aber nichts mehr macht.
  • Brettspielrunde, 53 Abonennten, 44 Videos, 1.874 Views (hat sich am 05.01. gemeldet)
  • BoardGameBros, 1.340 Abonennten, 609 Videos, 297.972 Views (haben sich am 08.01. gemeldet)

Auf die folgenden Kanäle wurde ich dankenswerterweise von Kronhorst (aus dem Unknowns-Forum) aufmerksam gemacht, da sie sich noch nicht in meiner Liste befanden:

Beim Kanal Boardgame-Maker konnte ich mittlerweile, danke eines Tipps von Geekpunkt, „herausfinden“, dass die ungewöhnlich vielen Views auf ein einziges Short zurückgehen, mit dem der Kanal die Crowdfunding-Kampagne zu seinem Spiel „Jurrasic Crisis“ auf Gamefound bewirbt (mehr als 140k Views). Die Videos des Kanals beschäftigen sich übrigens alle mit dem Spiel und der Entwicklung desselben. Offensichtlich ist in naher Zukunft hier eine Gamefound-Kampagne geplant. Durch die Vorschauseite dort sind dann wohl viele auf den Kanal aufmerksam geworden.

Irongames – Die Spiele von Bernd Eisenstein (Teil 1)

Von: natokh
25. November 2025 um 11:02

Seitdem ich 2019 das Spiel Pandoria von Bernd Eisenstein, erschienen auf seinem eigenen Spieleverlag Irongames in 2018, für mich entdeckt habe bin ich immer mehr zum Fan seiner Spiele geworden. Seine Spiele haben auch immer etwas Besonderes und heben sich vom Mainstream ab. Dabei sind die Regeln meist recht einfach und schnell erklärt, aber die Spiele bieten dann doch eine ordentliche Spieltiefe und ausreichend Anlass zum Grübeln.

Bei Pandoria handelt es sich um ein Plättchenlegespiel, in dem man doppelte Sechseckplättchen an bereits vorhandene auf einem gemeinsamen Spielplan anlegt. Man hat dabei immer nur eines dieser Plättchen auf der Hand, legt dieses an und kann dann noch eines seiner Stammesmitglieder einsetzen oder vom Spielplan zurückholen. Es gibt 4 Arten von „Landschaften“, mit denen man Holz, Kristalle, Gold oder Ruhmespunkte erringen kann, wenn man eine solche Landschaft abschließt (mit anderen Landschaften, Seen oder Bergen umschließt) und dann am Rand möglichst viele seiner Stammesmitglieder stehen hat. Diese dienen nämlich als Multiplikator für die „Ressource“, die auf der abgeschlossenen Landschaft abgebildet ist.

Zudem kann man in Pandoria noch Zaubersprüche erwerben und sprechen, Gebäude errichten, die einem dauerhafte Effekte bringen, und Monumente, für die man Ruhmespunkte erhält.

Pandoria enthält 5 verschiedene Völker, die alle noch individuelle Fertigkeiten besitzen. In einer Einsteigerspielvariante kann man die aber auch erst einmal weglassen. Ich besitze zu Pandoria auch noch 2 Erweiterungen. Realms, die 5 neue Völker/Reiche mitbringt, und Artifacts, die neue Geländeplättchen und die Artefakte beinhaltet. Die Artefakte kann man dann gegen Reliquien eintauschen, für die man Ruhmespunkte erhält.

Meine Wertung (Pandoria, nach 14 Partien): 8/10

Das nächste Spiel in meinem Regal ist Discordia, mein aktuell am besten bewertetes Spiel von Bernd Eisenstein (Wertung 8.5/10 nach 13 Partien). In diesem Spiel geht es darum möglichst alle seine Bürger (Seeleute, Soldaten, Händler und Bauern) einzusetzen. Wem dies zuerst gelingt, der gewinnt umgehend das Spiel. Das hört sich jetzt deutlich einfacher an als es ist. Mir ist es tatsächlich erst ein Mal geglückt, alle meine Figuren einzusetzen, denn dummerweise bekommt man am Rundenende (Jahresende) immer wieder welche hinzu. Das Spiel wird übrigens über 4 Jahre a 5 Jahreszeiten gespielt und spielt in der germanischen Provinz des römischen Reich. Und die Römer hatten außer Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter auch noch die Saturnalien, das war ein mehrtägiges römisches Rest, zu Ehren des Gottes Saturn, welches nach dem Abschluss der Winteraussaat gefeiert wurde.

Eigener Stadtplan

Papyria (2025)

Papyria ist die einzige Essen-Neuheit die ich in 2025 gekauft habe und ich hatte mich bereits im Vorfeld sehr auf das Spiel gefreut. Hier hatte ich bereits im Juli das Video von Rhado gesehen. Mittlerweile habe ich es auch gespielt und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Das Spiel ist eine wahre Punkteschlacht. Man bewegt sich mit seinem Wanderer und seinem Schiff um einen Spielplan (Euphrat & Tigris Gebiet) und führt im Zielgebiet jeweils 2 Aktionen aus. Eine Aktion ist dabei das Nehmen von Landschaftsplättchen, die man an sein eigenes Gebiet anlegt. Dabei gibt es unterschiedliche Landschaftsarten und Bauwerke, die man im Spielverlauf auch immer wieder werten kann: Berge (in denen man Minen errichten kann), Wälder (die man mit Städten überbauen kann), Flusslauf und Heiligtümer (die man mit Tempel überbauen kann), außerdem gibt es Plättchen mit Erfindungen, die zum Beispiel die Reichweite seines Schiffs und/oder Händlers erhöhen.

Rechts: eigenes Gebiet / Links: Wertungsleiste

Weitere Aktionen sind: Lapis in seinen Bergwerken fördern (1 von 2 Ressourcen im Spiel), Papyri produzieren (die 2. Ressource), Wertungsplättchen nehmen und damit eine von 7 möglichen Wertungen ausführen, Städte (blau), Tempel (weiß) und Bergwerke (dunkelblau) errichten und Multiplikatoren (für die Wertungen) nehmen. Für das Errichten von Tempeln und Städten benötigt man Lapis. Im späteren Spielverlauf kommen dann noch Spielendeplättchen ins Spiel, die man mit Lapis oder Papyri erwerben kann und die einem weitere Siegpunkte bringen.

Mit Lapis kann man auch die Wanderer oder Schiffe Mitspieler von einem Feld verdrängen. Hierzu muss man deren Besitzern 1 Lapis zahlen. Dessen Wanderer/Schiff wird dann auf das nächste freie Feld im Uhrzeigersinn versetzt.

An 2 Stellen des Flusses kann man sein Wissen erhöhen oder eine weitere Wertung auslösen, indem man Papyri abgibt. Das Wissen ist dann auch ein wichtiger Aspekt und ein cooler Kniff im Spiel. Man kann nämlich nur so viele Siegpunkte bei einer Wertung erlangen, wie man auch Wissen besitzt. Erzielt man zum Beispiel 60 Punkte in einer Wertung und hat nur 20 Wissen, dann erhält man auch nur 20 Siegpunkte.

Links: Bei Überschreiten des Aufstellers kann man 1-3 Papyri abgeben, um 4-9 Wissen zu erlangen
Unten: Wissensleiste (rot ist bei 18, grün bei 20)

Last not least kann man noch Schlüsselplättchen bekommen, wenn man deren Bedingungen erfüllt. Zum Beispiel 8 Plättchen mit Erfindungen in seinem Gebiet hat oder 3 Städte gebaut hat. Diese Plättchen erlauben einem, nach Spielende, noch einmal eine zusätzliche Wertung.

Unsere Partie zu dritt hat 83 Minuten gedauert und endete 196 zu 260 zu 311. Und ich denke, dass da noch Luft nach oben ist.

Meine Wertung (nach der Erstpartie): 8/10

Ein Let’s Play Video mit vorhergehender Regelerklärung könnt ihr euch hier auf dem YouTube-Kanal von Brettspiel Live anschauen: PAPYRIA – Regelerklärung, Setup & Live-Ersteindruck

To be contuined …

Irongames – Die Spiele von Bernd Eisenstein (Teil 1)

Von: natokh
25. November 2025 um 11:02

Seitdem ich 2019 das Spiel Pandoria von Bernd Eisenstein, erschienen auf seinem eigenen Spieleverlag Irongames in 2018, für mich entdeckt habe bin ich immer mehr zum Fan seiner Spiele geworden. Seine Spiele haben auch immer etwas Besonderes und heben sich vom Mainstream ab. Dabei sind die Regeln meist recht einfach und schnell erklärt, aber die Spiele bieten dann doch eine ordentliche Spieltiefe und ausreichend Anlass zum Grübeln.

Bei Pandoria handelt es sich um ein Plättchenlegespiel, in dem man doppelte Sechseckplättchen an bereits vorhandene auf einem gemeinsamen Spielplan anlegt. Man hat dabei immer nur eines dieser Plättchen auf der Hand, legt dieses an und kann dann noch eines seiner Stammesmitglieder einsetzen oder vom Spielplan zurückholen. Es gibt 4 Arten von „Landschaften“, mit denen man Holz, Kristalle, Gold oder Ruhmespunkte erringen kann, wenn man eine solche Landschaft abschließt (mit anderen Landschaften, Seen oder Bergen umschließt) und dann am Rand möglichst viele seiner Stammesmitglieder stehen hat. Diese dienen nämlich als Multiplikator für die „Ressource“, die auf der abgeschlossenen Landschaft abgebildet ist.

Zudem kann man in Pandoria noch Zaubersprüche erwerben und sprechen, Gebäude errichten, die einem dauerhafte Effekte bringen, und Monumente, für die man Ruhmespunkte erhält.

Pandoria enthält 5 verschiedene Völker, die alle noch individuelle Fertigkeiten besitzen. In einer Einsteigerspielvariante kann man die aber auch erst einmal weglassen. Ich besitze zu Pandoria auch noch 2 Erweiterungen. Realms, die 5 neue Völker/Reiche mitbringt, und Artifacts, die neue Geländeplättchen und die Artefakte beinhaltet. Die Artefakte kann man dann gegen Reliquien eintauschen, für die man Ruhmespunkte erhält.

Meine Wertung (Pandoria, nach 14 Partien): 8/10

Das nächste Spiel in meinem Regal ist Discordia, mein aktuell am besten bewertetes Spiel von Bernd Eisenstein (Wertung 8.5/10 nach 13 Partien). In diesem Spiel geht es darum möglichst alle seine Bürger (Seeleute, Soldaten, Händler und Bauern) einzusetzen. Wem dies zuerst gelingt, der gewinnt umgehend das Spiel. Das hört sich jetzt deutlich einfacher an als es ist. Mir ist es tatsächlich erst ein Mal geglückt, alle meine Figuren einzusetzen, denn dummerweise bekommt man am Rundenende (Jahresende) immer wieder welche hinzu. Das Spiel wird übrigens über 4 Jahre a 5 Jahreszeiten gespielt und spielt in der germanischen Provinz des römischen Reich. Und die Römer hatten außer Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter auch noch die Saturnalien, das war ein mehrtägiges römisches Rest, zu Ehren des Gottes Saturn, welches nach dem Abschluss der Winteraussaat gefeiert wurde.

Eigener Stadtplan

Papyria (2025)

Papyria ist die einzige Essen-Neuheit die ich in 2025 gekauft habe und ich hatte mich bereits im Vorfeld sehr auf das Spiel gefreut. Hier hatte ich bereits im Juli das Video von Rhado gesehen. Mittlerweile habe ich es auch gespielt und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Das Spiel ist eine wahre Punkteschlacht. Man bewegt sich mit seinem Wanderer und seinem Schiff um einen Spielplan (Euphrat & Tigris Gebiet) und führt im Zielgebiet jeweils 2 Aktionen aus. Eine Aktion ist dabei das Nehmen von Landschaftsplättchen, die man an sein eigenes Gebiet anlegt. Dabei gibt es unterschiedliche Landschaftsarten und Bauwerke, die man im Spielverlauf auch immer wieder werten kann: Berge (in denen man Minen errichten kann), Wälder (die man mit Städten überbauen kann), Flusslauf und Heiligtümer (die man mit Tempel überbauen kann), außerdem gibt es Plättchen mit Erfindungen, die zum Beispiel die Reichweite seines Schiffs und/oder Händlers erhöhen.

Rechts: eigenes Gebiet / Links: Wertungsleiste

Weitere Aktionen sind: Lapis in seinen Bergwerken fördern (1 von 2 Ressourcen im Spiel), Papyri produzieren (die 2. Ressource), Wertungsplättchen nehmen und damit eine von 7 möglichen Wertungen ausführen, Städte (blau), Tempel (weiß) und Bergwerke (dunkelblau) errichten und Multiplikatoren (für die Wertungen) nehmen. Für das Errichten von Tempeln und Städten benötigt man Lapis. Im späteren Spielverlauf kommen dann noch Spielendeplättchen ins Spiel, die man mit Lapis oder Papyri erwerben kann und die einem weitere Siegpunkte bringen.

Mit Lapis kann man auch die Wanderer oder Schiffe Mitspieler von einem Feld verdrängen. Hierzu muss man deren Besitzern 1 Lapis zahlen. Dessen Wanderer/Schiff wird dann auf das nächste freie Feld im Uhrzeigersinn versetzt.

An 2 Stellen des Flusses kann man sein Wissen erhöhen oder eine weitere Wertung auslösen, indem man Papyri abgibt. Das Wissen ist dann auch ein wichtiger Aspekt und ein cooler Kniff im Spiel. Man kann nämlich nur so viele Siegpunkte bei einer Wertung erlangen, wie man auch Wissen besitzt. Erzielt man zum Beispiel 60 Punkte in einer Wertung und hat nur 20 Wissen, dann erhält man auch nur 20 Siegpunkte.

Links: Bei Überschreiten des Aufstellers kann man 1-3 Papyri abgeben, um 4-9 Wissen zu erlangen
Unten: Wissensleiste (rot ist bei 18, grün bei 20)

Last not least kann man noch Schlüsselplättchen bekommen, wenn man deren Bedingungen erfüllt. Zum Beispiel 8 Plättchen mit Erfindungen in seinem Gebiet hat oder 3 Städte gebaut hat. Diese Plättchen erlauben einem, nach Spielende, noch einmal eine zusätzliche Wertung.

Unsere Partie zu dritt hat 83 Minuten gedauert und endete 196 zu 260 zu 311. Und ich denke, dass da noch Luft nach oben ist.

Meine Wertung (nach der Erstpartie): 8/10

Ein Let’s Play Video mit vorhergehender Regelerklärung könnt ihr euch hier auf dem YouTube-Kanal von Brettspiel Live anschauen: PAPYRIA – Regelerklärung, Setup & Live-Ersteindruck

To be contuined …

Movers & Shakers – Wir transportieren Güter in Bengalen

Von: natokh
05. November 2025 um 13:09
Spielecover

Gestern (04.11.2025) ist auf Gamefound die Kampagne zum Spiel Movers & Shakers von Paulo Soledad und Nuno Bizarro Sentieiro gestartet. Die beiden haben uns schon so fantastische Euros wie Nippon (2015), Panamax (2014), Madeira (2013) oder zuletzt Asian Tigers (2024) beschert.

Und die gehören allesamt zu meinen liebsten Euro Spielen. Und auch Movers & Shakers hat das Potential dazu in diese Gruppe vorzustoßen. Ich konnte es mittlerweile schon 1-mal auf der Boardgamearena spielen, wo es derzeit noch im Alpha-Status (Nur für Alpha-Tester zugängig) spielen konnte. Aber ich denke, dass es sehr bald in den Beta-Status wechselt, da es sich dort schon vollkommen problemlos spielen läßt.

Aber was machen wir nun in Movers & Shakers? Wir sind mächtigen Eisenbahnmagnate in Bengalen, im Nordosten von Indien, im späten 19. Jahrhundert und konkurrieren um die Erfüllung von Verträgen zum Transport von Gütern zwischen Benares und der Hafenstadt Kalkutta. Dabei müssen wir den Transport der Güter so effizient wie möglich organisieren und können dabei nicht nur unsere eigenen Züge sondern auch die der Mitspielenden nutzen.

Das Spiel verläuft über 2 Runden in der wie jeweils 6 Aktionskarten auf unsere Unternehmenstableau spielen und damit Aktionen wie das Beladen und Bewegen von Güterzügen, das Beeinflussen der Märkte in Benares und Kalkutta, das Aufwerten unserer Anlagemarker, das Einrichten von Agenturen oder das Verschiffen von Handelsgütern ausführen.

Siegpunkte erhalten wir hierbei durch das Erfüllen von Verträgen, den Wert unserer gesammelten Anlagen (Anleihen, Wertgegenstände, Ressourcen und Infrastruktur), Geschäfte mit regionalen Agenturen, Investitionen und unsere Gesamtleistung (Anzahl transportierter Handelsgüter).

Bildquelle: BGG (Copyright by Quined Games)

Spannend an dem Spiel finde ich zum einen die Aktionsauswahl mit den Karten. Jeder erhält zu Spielbeginn 4 Lade- und 4 Bewegungs-Aktions-Karten. Im Spielverlauf können wir hier weitere Karten dazu bekommen. Von diesen 8 Karten können wir jede Runde 6 ausspielen. Dabei müssen wir uns immer entscheiden ob wir zusätzlich zu der/den Aktion/en der Karte noch eine Entwicklungs- oder eine Logistikaktion als Unternehmensaktion wählen, je nachdem ob wir die Karte in der oberen oder unteren Hälfte des Slots auf unserem Tableau platzieren.

Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Beim Laden der Güter können wir diese auch auf die Züge der Mitspielenden laden und beim Bewegen der Züger können wir auch deren Züge bewegen. Hier hat es Ähnlichkeiten zu Panamax. Beim Bewegen von Zügen kommt es auch immer wieder vor, dass wir Züge, die sich bereits auf der Streck befinden, vor uns herschieben. Hier sind also jede Menge strategische Entscheidungen zu treffen.

Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Was ich auch spannend finde ist das Geldmanagement in dem Spiel. Man kann nämlich maximal 9 Rupien besitzen. Kommt man auf 10 Rupien werden diese sofort in 1 Investmentmarker umgewandelt. Diese braucht man am Rundenende, um zu investieren. Auf diesem Weg erhält man am Ende schon einen sehr großen Teil seiner Siegpunkte. Allerdings kann man Investmentmarker nicht mehr zurück in Rupien tauschen. Man muss sich also genau überlegen was man im Rundenverlauf noch an Bargeld benötigt.

Investmenttafel
Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Geld verdient man in erster Linie damit, dass man Handelsgüter an den Märkten von Benares und Kalkutta abliefert. Der Wert jedes Gutes wird über die Position der jeweiligen Marker auf der Markttafel bestimmt. Diese kann man auch über Aktionen nach oben bewegen und erhält dafür auch noch Boni, wenn man die 2., 4., 6. und 8. Zeile erreicht. Jeder hat hier 3 Marker: einen für Benares, einen für Kalkutta und den Finanzberater. Dieser gibt vor, auf welche Zeile die anderen beiden Marker nach Rundenende „zurückgesetzt“ werden. Man sollte somit den Finanzberater nicht außer acht lassen.

Markttafel – Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)
Markt-Marker – Quelle Spielanleitung (Copyright by Quined Games)

Vom Komplexitätsgrad würde ich Movers & Shakers auf jeden Fall unter Nippon & Co. einordnen, also im Bereich Kennerspiele. Für mich ist das Spiel auf jeden Fall ein must have und ich freue mich schon sehr auf weitere Partien. Auf BGA und, wenn Quined seinen Zeitplan einhalten kann, in 1 Jahr mit der physischen Version.

Es soll auch in den regulären Handel kommen. Dann aber mit weniger hochwertigem Material. Einen entsprechenden Vergleich findet man unter „Comparative Chart“ auf der Gamefound-Seite.

Es gibt übrigens ein sehr gutes Video von Gaming Rules, indem die Regeln erklärt werden und im Anschluß eine komplette Partie Movers & Shakers zu dritt gespielt wird: Movers & Shakers – Tutorial & Playthrough
Wem das Video zu lang ist, der kann sich das Video von Jonathan von Getting Games anschauen: Movers & Shakers – Quick Play

Hier geht es zur Gamefound-Kampagne (bis 22.11.25): Movers & Shakers – Quined Games

Spielplan (Quelle: Gamefound Projektseite, Copyright by Quined Games)

Movers & Shakers – Wir transportieren Güter in Bengalen

Von: natokh
05. November 2025 um 13:09
Spielecover

Gestern (04.11.2025) ist auf Gamefound die Kampagne zum Spiel Movers & Shakers von Paulo Soledad und Nuno Bizarro Sentieiro gestartet. Die beiden haben uns schon so fantastische Euros wie Nippon (2015), Panamax (2014), Madeira (2013) oder zuletzt Asian Tigers (2024) beschert.

Und die gehören allesamt zu meinen liebsten Euro Spielen. Und auch Movers & Shakers hat das Potential dazu in diese Gruppe vorzustoßen. Ich konnte es mittlerweile schon 1-mal auf der Boardgamearena spielen, wo es derzeit noch im Alpha-Status (Nur für Alpha-Tester zugängig) spielen konnte. Aber ich denke, dass es sehr bald in den Beta-Status wechselt, da es sich dort schon vollkommen problemlos spielen läßt.

Aber was machen wir nun in Movers & Shakers? Wir sind mächtigen Eisenbahnmagnate in Bengalen, im Nordosten von Indien, im späten 19. Jahrhundert und konkurrieren um die Erfüllung von Verträgen zum Transport von Gütern zwischen Benares und der Hafenstadt Kalkutta. Dabei müssen wir den Transport der Güter so effizient wie möglich organisieren und können dabei nicht nur unsere eigenen Züge sondern auch die der Mitspielenden nutzen.

Das Spiel verläuft über 2 Runden in der wie jeweils 6 Aktionskarten auf unsere Unternehmenstableau spielen und damit Aktionen wie das Beladen und Bewegen von Güterzügen, das Beeinflussen der Märkte in Benares und Kalkutta, das Aufwerten unserer Anlagemarker, das Einrichten von Agenturen oder das Verschiffen von Handelsgütern ausführen.

Siegpunkte erhalten wir hierbei durch das Erfüllen von Verträgen, den Wert unserer gesammelten Anlagen (Anleihen, Wertgegenstände, Ressourcen und Infrastruktur), Geschäfte mit regionalen Agenturen, Investitionen und unsere Gesamtleistung (Anzahl transportierter Handelsgüter).

Bildquelle: BGG (Copyright by Quined Games)

Spannend an dem Spiel finde ich zum einen die Aktionsauswahl mit den Karten. Jeder erhält zu Spielbeginn 4 Lade- und 4 Bewegungs-Aktions-Karten. Im Spielverlauf können wir hier weitere Karten dazu bekommen. Von diesen 8 Karten können wir jede Runde 6 ausspielen. Dabei müssen wir uns immer entscheiden ob wir zusätzlich zu der/den Aktion/en der Karte noch eine Entwicklungs- oder eine Logistikaktion als Unternehmensaktion wählen, je nachdem ob wir die Karte in der oberen oder unteren Hälfte des Slots auf unserem Tableau platzieren.

Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Beim Laden der Güter können wir diese auch auf die Züge der Mitspielenden laden und beim Bewegen der Züger können wir auch deren Züge bewegen. Hier hat es Ähnlichkeiten zu Panamax. Beim Bewegen von Zügen kommt es auch immer wieder vor, dass wir Züge, die sich bereits auf der Streck befinden, vor uns herschieben. Hier sind also jede Menge strategische Entscheidungen zu treffen.

Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Was ich auch spannend finde ist das Geldmanagement in dem Spiel. Man kann nämlich maximal 9 Rupien besitzen. Kommt man auf 10 Rupien werden diese sofort in 1 Investmentmarker umgewandelt. Diese braucht man am Rundenende, um zu investieren. Auf diesem Weg erhält man am Ende schon einen sehr großen Teil seiner Siegpunkte. Allerdings kann man Investmentmarker nicht mehr zurück in Rupien tauschen. Man muss sich also genau überlegen was man im Rundenverlauf noch an Bargeld benötigt.

Investmenttafel
Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Geld verdient man in erster Linie damit, dass man Handelsgüter an den Märkten von Benares und Kalkutta abliefert. Der Wert jedes Gutes wird über die Position der jeweiligen Marker auf der Markttafel bestimmt. Diese kann man auch über Aktionen nach oben bewegen und erhält dafür auch noch Boni, wenn man die 2., 4., 6. und 8. Zeile erreicht. Jeder hat hier 3 Marker: einen für Benares, einen für Kalkutta und den Finanzberater. Dieser gibt vor, auf welche Zeile die anderen beiden Marker nach Rundenende „zurückgesetzt“ werden. Man sollte somit den Finanzberater nicht außer acht lassen.

Markttafel – Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)
Markt-Marker – Quelle Spielanleitung (Copyright by Quined Games)

Vom Komplexitätsgrad würde ich Movers & Shakers auf jeden Fall unter Nippon & Co. einordnen, also im Bereich Kennerspiele. Für mich ist das Spiel auf jeden Fall ein must have und ich freue mich schon sehr auf weitere Partien. Auf BGA und, wenn Quined seinen Zeitplan einhalten kann, in 1 Jahr mit der physischen Version.

Es soll auch in den regulären Handel kommen. Dann aber mit weniger hochwertigem Material. Einen entsprechenden Vergleich findet man unter „Comparative Chart“ auf der Gamefound-Seite.

Es gibt übrigens ein sehr gutes Video von Gaming Rules, indem die Regeln erklärt werden und im Anschluß eine komplette Partie Movers & Shakers zu dritt gespielt wird: Movers & Shakers – Tutorial & Playthrough
Wem das Video zu lang ist, der kann sich das Video von Jonathan von Getting Games anschauen: Movers & Shakers – Quick Play

Hier geht es zur Gamefound-Kampagne (bis 22.11.25): Movers & Shakers – Quined Games

Spielplan (Quelle: Gamefound Projektseite, Copyright by Quined Games)

Tsukuiji – Wir kaufen auf Tokios Fischmarkt ein

Von: natokh
07. März 2025 um 13:36

Im Spiel Tsukiji spielen wir Restaurantbesitzer, welche im Jahr 1930 auf dem ehemals weltgrößten Fischmarkt Tuskiji Fisch und Meeresfrüchte einkaufen. Das Spiel des brasilianischen Verlages Redbox Editora (heute Buró) wurde bereits im Jahr 2018 veröffentlicht. Autor ist Leonardo Pires, dessen Spiel Paper Dungeons bei uns in Deutschland sicherlich bekannter ist.

Tsukiji ist für 2 bis 4 Spielende ab 8 Jahren und eine Partie dauert um die 30 Minuten. In jeder der 7 Spielrunden werden immer zufällig aufgedeckte Sets aus 3 Karten in die Marktauslage gelegt (immer Anzahl Mitspieler plus 1 Set), auf welche die Spieler dann reihum verdeckt bieten. Hierzu haben sie sogenannte „Evaluation Tickets“ (Bewertungskarten) mit denen sie die jeweiligen Sets bewerten. Es gibt 5 normale Karten mit den Werten 0 bis 4 und 4 Spezial-Karten, die jedoch in der Spielrunde nur 1x eingesetzt werden können. In 3er und 2er Spielrunden kommen dabei nicht alle dieser Karten zum Einsatz.

Nachdem alle ihre Gebote abgegeben haben werden die Bewertungskarten aufgedeckt und ausgewertet. Das Set, welches die höchste Bewertung erhalten hat, kostet dann 12 Yen und der Wert jeder Fische in dem Set wird um den Wert 4 (auf der Kurstaffel) erhöht. Das Set mit der nächsthöheren Bewertung kostet 9 Yen, danach 6 und 3 Yen. Der Wert der Fische aus dem 9 Yen Set wird um 2 erhöht, der aus dem 6 Yen Set bleibt unverändert und der aus dem günstigsten Set wird um 1 reduziert.

Marktauslage mit Geboten und Preisen

Nun können sich die Spieler, beginnend mit dem Startspieler, für eines der Sets entscheiden und den Preis dafür bezahlen. Der Spieler, der das Set für 12 Yen kauft, wird neuer Startspieler. Wird dieses Set nicht gekauft, dann bleibt der Startspieler für die nächste Runde gleich.

Es gibt 6 Arten von Fischen/Meeresfrüchten in Tuskiji. Außerdem die Takusan-Karten (Joker) und Yakuza-Karten. Kauft man 1 Set mit einem Yakuza muss man eine seiner bereits erworbenen Karten als Schutzgeld abwerfen.

Auf dem Quotation Board (Kurstafel) wird der aktuelle Wert der jeweiligen Fische & Meeresfrüchte nachgehalten

Am Ende der 7. Runde wird dann geschaut welche/r Fisch/Meeresfrucht am höchsten auf der Kurstafel bewertet ist. Hier ist eine Karte dann 10 Yen wert. Die anderen Sorten sind in absteigender Reihenfolge 7, 5, 3 und 1 Yen pro Karte wert. Eine Besonderheit ist der Thunfisch, dessen Wert davon abhängt, wie viele der Karten man am Spielende davon vor sich liegen hat.

Oktopus & Thunfisch

Danach addiert jeder Spieler die Werte seiner Karten und der Spieler mit dem höchsten Wert gewinnt das Spiel.

Für die 7 Runde hat jeder Spieler übrigens nur 48 bis 57 Yen zur Verfügung. Man muss also mit seinem Geld haushalten und geschickt versuche einerseits günstig einzukaufen und andererseits die Werte seiner Fische/Meeresfrüchte geschickt nach oben zu treiben.

Mir gefällt das Spiel sehr gut und ich würde ihm aktuell eine 8 von 10 geben.

Tsukiji ist bisher nur auf Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Französisch, Chinesisch und Niederländisch herausgegeben worden und mittlerweile auch nur noch auf dem Sekundärmarkt zu finden. Aber es lohnt sich danach zu suchen, wenn einem die Mechanik und das Thema ansprechen.

Regeln (Englisch) auf BGG: https://boardgamegeek.com/filepage/171024/rulebook

Webseite des Herstellers zum Spiel: https://www.burogames.com/productos/tsukiji/

Tsukuiji – Wir kaufen auf Tokios Fischmarkt ein

Von: natokh
07. März 2025 um 13:36

Im Spiel Tsukiji spielen wir Restaurantbesitzer, welche im Jahr 1930 auf dem ehemals weltgrößten Fischmarkt Tuskiji Fisch und Meeresfrüchte einkaufen. Das Spiel des brasilianischen Verlages Redbox Editora (heute Buró) wurde bereits im Jahr 2018 veröffentlicht. Autor ist Leonardo Pires, dessen Spiel Paper Dungeons bei uns in Deutschland sicherlich bekannter ist.

Tsukiji ist für 2 bis 4 Spielende ab 8 Jahren und eine Partie dauert um die 30 Minuten. In jeder der 7 Spielrunden werden immer zufällig aufgedeckte Sets aus 3 Karten in die Marktauslage gelegt (immer Anzahl Mitspieler plus 1 Set), auf welche die Spieler dann reihum verdeckt bieten. Hierzu haben sie sogenannte „Evaluation Tickets“ (Bewertungskarten) mit denen sie die jeweiligen Sets bewerten. Es gibt 5 normale Karten mit den Werten 0 bis 4 und 4 Spezial-Karten, die jedoch in der Spielrunde nur 1x eingesetzt werden können. In 3er und 2er Spielrunden kommen dabei nicht alle dieser Karten zum Einsatz.

Nachdem alle ihre Gebote abgegeben haben werden die Bewertungskarten aufgedeckt und ausgewertet. Das Set, welches die höchste Bewertung erhalten hat, kostet dann 12 Yen und der Wert jeder Fische in dem Set wird um den Wert 4 (auf der Kurstaffel) erhöht. Das Set mit der nächsthöheren Bewertung kostet 9 Yen, danach 6 und 3 Yen. Der Wert der Fische aus dem 9 Yen Set wird um 2 erhöht, der aus dem 6 Yen Set bleibt unverändert und der aus dem günstigsten Set wird um 1 reduziert.

Marktauslage mit Geboten und Preisen

Nun können sich die Spieler, beginnend mit dem Startspieler, für eines der Sets entscheiden und den Preis dafür bezahlen. Der Spieler, der das Set für 12 Yen kauft, wird neuer Startspieler. Wird dieses Set nicht gekauft, dann bleibt der Startspieler für die nächste Runde gleich.

Es gibt 6 Arten von Fischen/Meeresfrüchten in Tuskiji. Außerdem die Takusan-Karten (Joker) und Yakuza-Karten. Kauft man 1 Set mit einem Yakuza muss man eine seiner bereits erworbenen Karten als Schutzgeld abwerfen.

Auf dem Quotation Board (Kurstafel) wird der aktuelle Wert der jeweiligen Fische & Meeresfrüchte nachgehalten

Am Ende der 7. Runde wird dann geschaut welche/r Fisch/Meeresfrucht am höchsten auf der Kurstafel bewertet ist. Hier ist eine Karte dann 10 Yen wert. Die anderen Sorten sind in absteigender Reihenfolge 7, 5, 3 und 1 Yen pro Karte wert. Eine Besonderheit ist der Thunfisch, dessen Wert davon abhängt, wie viele der Karten man am Spielende davon vor sich liegen hat.

Oktopus & Thunfisch

Danach addiert jeder Spieler die Werte seiner Karten und der Spieler mit dem höchsten Wert gewinnt das Spiel.

Für die 7 Runde hat jeder Spieler übrigens nur 48 bis 57 Yen zur Verfügung. Man muss also mit seinem Geld haushalten und geschickt versuche einerseits günstig einzukaufen und andererseits die Werte seiner Fische/Meeresfrüchte geschickt nach oben zu treiben.

Mir gefällt das Spiel sehr gut und ich würde ihm aktuell eine 8 von 10 geben.

Tsukiji ist bisher nur auf Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Französisch, Chinesisch und Niederländisch herausgegeben worden und mittlerweile auch nur noch auf dem Sekundärmarkt zu finden. Aber es lohnt sich danach zu suchen, wenn einem die Mechanik und das Thema ansprechen.

Regeln (Englisch) auf BGG: https://boardgamegeek.com/filepage/171024/rulebook

Webseite des Herstellers zum Spiel: https://www.burogames.com/productos/tsukiji/

Nachbericht Göttinger Stichtage

Von: HilkMAN
21. Februar 2025 um 14:00

Letzte Woche haben nun nach langer Vorfreude hier die Göttinger Stichtage stattgefunden. Und was soll ich sagen – es war klasse. Es waren 16 Leute aus vielen Teilen Deutschlands dabei (und kurzfristig ein paar Tagesgäste). Grob geschätzt standen so 120 bis 150 Spiele zur Verfügung, also weit mehr, als wir überhaupt schaffen konnten. Darunter waren viele Perlen, die man sonst nicht so oft zu Gesicht kriegt. Hier ist ein kleiner Eindruck (noch vom Aufbau, da kamen noch einige dazu):

Tische mit Spielen drauf. Das waren die Spiele, die bei den ersten Göttinger Stichtagen zur Verfügung standen.

Ich weiß nicht, ob wirklich alle diese Liste benutzt haben, aber viele haben ihre gespielten Spiele hier notiert:

Abfotografierte Liste der Spiele, die bei den Göttinger Stichtagen gespielt wurden.

Was die Highlights waren, lässt sich gar nicht allgemein beantworten, da gibt es natürlich verschiedene Meinungen. Stella Quest war mit vier Partien mein meistgespieltes Spiel. Das ungewöhnlichste war wohl Nendorite, bei dem man statt Karten mit Knetgummikügelchen spielt.

Das japanische Stichspiel Nendorite im Einsatz - dabei spielt man statt mit Karten mit Knetgummikügelchen.
Blau ist angespielt – es herrscht Bedienzwang.

Aber es gab auch noch viele andere Highlights. Und ich habe es erfreulicherweise geschafft, diverse Spiele aus meinem Ungespielt-Stapel auf den Tisch zu kriegen. Außerdem standen ein paar Prototypen zur Verfügung, von denen auch eniige gespielt wurden.

Organisatorisch war es letztlich nicht fürchterlich aufwendig für mich, nachdem die lange Ungewissheit, ob sich genügend Leute anmelden würden, vorbei war. Ein bisschen einkaufen, ein paar Ansagen auf dem Treffen, hinterher den Raum putzen (letzteres dankenswerterweise mit Hilfe). Ansonsten haben wir einfach gespielt und zwischendurch gegessen und uns unterhalten. Mit Leuten, mit denen man eine Leidenschaft teilt, kann es manchmal so einfach sein. 🙂

Soll heißen: Das machen wir nächstes Jahr wieder. Voraussichtlicher Termin der zweiten Göttinger Stichtage entweder 21./22 Februar oder 28. Februar/1. März 2026. Wer auf die Mailingliste möchte, schreibt mir bitte unter stichspielcon/at/lidude.net. Dann erfahrt Ihr den genauen Termin, sobald er steht, und auch sonstige Details. Der Raum bietet auf jeden Fall noch genügend Platz für Wachstum. Ich freu mich jetzt schon drauf.

Der Beitrag Nachbericht Göttinger Stichtage erschien zuerst auf Du bist dran!.

Termin steht fest: Göttinger Stichtage sind am 15./16. Februar 2025

Von: HilkMAN
28. Oktober 2024 um 22:30

Ich hatte neulich schon mal vorgefühlt, jetzt wird es konkreter: Am 15. und 16. Februar 2025 veranstalte ich die Göttinger Stichtage, einen kleinen Con für Fans von  Stichspielen sowie Shedding und Climbing Games. Wer noch Interesse hat, dabei zu sein, möge sich gern direkt bei mir melden (stichspielcon/at/lidude.net), dann schicke ich Euch die Details zu.

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