Wizardry 7 Crusaders of the Dark Savant
















Lohnenswertes Geduldsspiel
In Hotel Dusk checke ich als ehemaliger Cop in ein schäbiges Hotel im Nirgendwo des amerikanischen Westen ein. Meine jetzige Aufgabe als Vertreter scheint nicht immer legal zu sein, aber ich frage nicht nach.
Optisch im Stile des Videos „Take on me“ von a-ha entfaltet sich eine spannende Geschichte, bei der unseren Protagonisten Kyle Hyde seine Vergangenheit einholt. Man fragt sich warum die anderen Charaktere in diesem Hotel absteigen, aber man erlebt diverse Einzelschicksale, die durch gute Dialoge erzählt werden – und dabei ist die Story aus erzählerischer Sicht clever konzipiert.
Dabei gibt es in Hotel Dusk wirklich eine Menge zu lesen. Das ist schon allein nicht wirklich etwas für jeden, aber auch „Dank“ Nintendo 3DS und sich langsam aufbauenden Text, ist jede Menge Geduld gefragt. Neben den Dialogen läuft man in Ego-Perspektive über die Flure des Hotels und steuert gleichzeitig seine Figur über das rechte Touchpad aus der Draufsicht. Man öffnet Türen, findet Gegenstände und kombiniert wie in einem soliden Point-and-Click Adventure. Neben des Einsatzes der 3DS Stift-Nutzung kommt die Einbindung der Bewegungssteuerung oder gar des Mikrofons – so kann man Gegenstände schütteln oder den Staub durch das Mikro wegpusten. Es soll eine Nachricht auf der Rückseite eines Puzzlespiels stehen? Einfach den 3DS zuklappen und damit das Puzzle wie einen Pfannkuchen wenden.
Hotel Dusk ist wirklich ein kreatives Spiel mit sehr gut geschriebenen Dialogen und einer spannenden Story, die am Ende die Schicksale und Geschichten größtenteils nachvollziehbar zusammenfügt. Ich mag auch sehr den Artstyle von Taisuke Kanesaki und die Technik dahinter. Nachdem für die Another Code Spiele von Studio Cing bereits Remakes erschienen sind und Nintendo Mitte 2025 ein Trademark für Hotel Dusk anmeldete, hoffe ich auf auch hier auf eine bessere Version.
Wenn ich den coolen UK Trailer zum Nachfolger Last Window sehe (leider dem letzten Spiel des japanischen Studios) hätte ich wieder Lust auf die eine spannende Story mit Kyle Hyde.
Stubenscore: 7,8 / 10







HOTEL DUSK ROOM 215
METACRITIC
3DS (getestet)
He is back!
Terminator 2 war 1991 ein Meilenstein. Sieben Jahre nach dem ersten Film heimste er bei zwei großen Filmkritikern glatte 96 Punkte ein. Trotzdem verwundert (und freut) es ein wenig, dass Bitmap Bureau den Klassiker 35 Jahre später für Konsolen in 2D Pixelpracht veröffentlich.
Und wie gut hätte das Spiel Anfangs der 90er funktioniert: damals war ein Terminator Shooter nur auf dem Mega Drive vertreten (bockschwer und nicht wirklich gepolished) oder auch das eher mäßige Terminator 2 Judgment Day auf dem Amiga.
Nach all den Jahren gibt es nun den Sidescroll-Shooter, den die Marke verdient hat. Dabei ist das Spiel so simpel gehalten, wie es damals üblich war: von links nach rechts wird geballert, gerutscht, geprügelt und zwischendurch mal gefahren. Die 15 Level repräsentieren dabei Szenen aus dem Film und einiger Abwechslung: ich schieße mich als Sarah Conner aus dem Gefängniskrankenhaus, flüchte vor dem Truck mit dem T1000 auf dem Motorrad oder prügle mich nackt als Arnie durch die Biker Bar. Das ganze spielt sich präzise und optisch ist es wirklich schön gepixelt. Man merkt die Liebe zum Projekt dazu auch im schön gemachten physischen Release.
Spielerisch ist man letztendlich mit unendlichen Continues schnell durch, aber früher gab es diese ja nicht – und man hätte sicherlich viele Neuanfänge gestartet. Wer wirklich eine ursprüngliche Erfahrung haben möchte, sollte No Fate deswegen auch im Arcade-Modus spielen – zumindest „wie früher“ damit anfangen.
Stubenscore: 7,6 / 10






TERMINATOR 2D NO FATE
OPENCRITIC
PC | XBOX | SWITCH | PS5 (getestet)
Heute gibt es wieder ein altes Spiel … und dazu eines dass einen total spielerischen Namen hat. Game of Pure Strategy oder GOPS … ja … was soll man dazu sagen. Es wurde entwickelt von einem Mathematiker in den 1930ern.
Ein Pokerdeck. Eine Farbe wird aus dem Spiel entfernt. Jeder Spieler bekommt alle Karten einer Farbe auf die Hand und die letzte Farbe kommt als verdeckter Stapel in die Mitte.
Reihenfolge der Karten: Ass niedrigste Karte, König höchste.
Punkte für Karten: Ass – 1, Zahlenkarten der Zahlenwert, Bube – 11, Dame – 12, König 13.
Es gilt die Karten in des verdeckten Stapels zu gewinnen und damit mehr Punkte zu machen als der Mitspieler.
Denkbar einfach. Die oberste Karte des verdeckten Stapels wird auf gedeckt. Das ist der Preis für die Runde. Jeder wählt eine Karte aus und legt sie verdeckt ab. Dann werden die Karten gleichzeitig aufgedeckt. Die Person die die höhere Karte gelegt hat, gewinnt den Preis und legt die Karte verdeckt bei sich ab. Haben beide Spieler denselben Wert gelegt, bleibt die Preiskarte liegen und die oberste Karte des Stapel wird dazu gelegt.
Wer am Ende die meisten Punkte hat gewinnt.
Hier haben wir ein sehr einfaches Spiel, dass anders ist als viele Spiele. Es ist wirklich nur Einschätzung des Gegners und sich eine eigene Strategie zurecht legen. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich das ein paar Mal ganz unterhaltsam fand aber ich persönlich komme eher aus der spielerischeren Ecke und damit das einen Reiz für mich hat, würde es mechanisch noch etwas mehr Unterbau brauchen.
Ich denke da an Hol’s der Geier von Alex Randolph, das mit mehr Personen spielbar ist und wo 1/3 der Karten im Punktestapel Minuskarten sind, die man nicht haben will (das ließe sich mit der aussortierten Farbe sogar bewerkstelligen…zumindest für 2 Spieler) oder in einem der Spielbücher von Reiner Knizia gibt es ein Spiel, wo dieser Mechanismus genutzt wird um Teile von Regionen zu kontrollieren und dann Gebietsmehrheiten abgerechnet werden.
Erwähnenswert finde ich das Spiel, da es ja beinahe ohne Regeln auskommt, man nur ein Pokerdeck braucht und es sicher einige da draußen gibt, die eine Menge Spaß damit haben können.

Ein weiteres Spiel, dass man mit stinknormalen Spielkarten verwenden kann. Es ist das älteste Social Deduction Spiel das ich kenne. Das Original Mafia wurde z.B. mit normalen Karten gespielt. Dh. es sollte statt Retro – Back to the roots, heißen. Ich verwende hier die Begriffe aus Werwölfe, da ich das Setting wesentlich spannender finde aber natürlich kann man es auch auf für Mafiosi, Alienparasiten oder Osterhasen anwenden.
Man benötigt ein paar Karten mit demselben Kartenrücken, je nach Anzahl der Spieler und Rollen, die man verwenden will. Fix mit dabei sind die Werwölfe und die Seherin. Der Rest wird mit Dorfbewohner aufgefüllt.
6-7: 2 Werwölfe (WW) + 1 Seherin. Der Rest Dorfbewohner.
8-10: 3 WW, 1 Seherin
11-13: 4 WW
14-16: 5 WW
Werwölfe: Beliebige schwarze Karten
Seherin: Eine Dame in Rot. z.b. Herzdame
Dorfbewohner: eine andere rote Karte. Am besten keine Bildkarte
Ein Spieler wird für die Partie als Bürgermeister bestimmt. Er entscheidet bei einem Gleichstand in der Tagphase.
Ablauf:
Ein Spieler ist Spielleiter (SL). Er nimmt nicht direkt am Spiel teil, sondern moderiert.
Die Karten werden vorbereitet und zufällig an die Spieler verteilt.
Danach wechseln sich Nacht- und Tagphasen ab.
Nachtphase
In der Nacht schließen alle Spieler die Augen und der SL ruft die besonderen Rollen die im Spiel sind der Reihe nach auf… Das kann man so theatralisch machen wie man will. Die Werwölfe signalisieren dem SL, wenn sie an der Reihe sind, welcher Spieler von ihnen gefressen wird und schließen wieder die Augen.
Danach erwacht die Seherin und wählt einen Mitspieler. Der SL signalisiert ob es sich hierbei um einen Werwolf handelt.
Tagphase
Alle Spieler erwachen und der SL offenbart wer gefressen wurde. Der Spieler deckt seine Rolle auf und scheidet aus. Dann wird darüber diskutiert wer von den Dorfbewohnern gehängt wird. Ist man mit diskutieren fertig (man kann auch ein Zeitlimit setzen), erfolgt die Abstimmung. Alle Spieler zeigen gleichzeitig auf einen anderen Spieler der hingerichtet werden soll. Bei einem unentschieden entscheidet der Bürgermeister. Der hingerichtete Spieler deckt seine Rolle auf.
Ist noch ein Werwolf am Leben bzw. jemand aus dem Team Dorfbewohner startet eine neue Nacht.
Natürlich kann man auch weitere Rollen verwenden bzw. auch welche erfinden. Zur Verwendung einfach eine Karte für dieses Team weniger verteilen. Ich würde es aber nicht übertreiben. Hier ein paar Ideen.
Der Jäger – ein roter Bube: Scheidet er aus dem Spiel aus, kann er noch einen weiteren Spieler bestimmen der ebenfalls ausscheidet.
Die Hexe – Karo Dame – hat zwei Tränke die sie einmalig im Spiel verwenden kann. Mit einem Trank kann sie einen Spieler töten mit dem anderen einen Spieler (auch sich selbst) heilen. Sie erwacht nach den Werwölfen aber vor der Seherin. Der SL teilt ihr das Opfer der Werwölfe mit und fragt sie, ob sie es heilen möchte. Danach wird die Hexe nach dem Gifttrank gefragt.
Die Kupplerin – Herz Ass: Bestimmt ganz zu Beginn der 1. Nacht zwei Spieler (kann auch sie selbst sein). Sie bilden das Liebespaar. Der SL gibt ihnen ein Zeichen, die Augen zu öffnen bzw. signalisiert ihnen die Zugehörigkeit. Scheidet einer der Liebenden aus, scheidet auch der andere aus. Beide gewinnen nur, wenn ihre Seite gewinnt bzw. wenn sie als letzte übrig bleiben.
Das wilde Kind – Karo Bube: Bestimmt in der 1. Nacht einen anderen Spieler als Vorbild (Reihenfolge nach der Kupplerin). Das wilde Kind ist ein Dorfbewohner bis sein Vorbild stirbt. Stirbt das Vorbild schließt es sich den Werwölfen an und erwacht mit ihnen in der nächsten Nacht.
Ich mag das Spiel aber ich muss ehrlicherweise auch sagen, dass es ist nicht mein liebstes Spiel dieses Genres ist. Saboteur 2 oder Mafia de Cuba finde ich besser. Das eine kommt von Haus aus mit verdächtigen Aktion und mehreren Teams daher und beim anderen kann man im Grunde seine Rolle selbst wählen und die Unterhaltung ist „gesitteter“ da der Don immer nur mit einer Person redet…es ist aber auch leicht möglich, dass das daran liegt, dass diese Spiele keinen Spielleiter benötigen und da bleib ich meistens an diesen Rollen kleben, ob jetzt bei Werwölfe, Mysterium oder HeroQuest, weil ich ja der „Spielemeister“ bin …
Man redet und mutmaßt bei Werwölfe viel aber auch da muss man aufpassen. Es darf auch nicht zu offensichtlich oder verdächtig wirken. Das Spiel bekommt eine interessante Eigendynamik. Es schadet nicht wenn man gerne kommuniziert und sich beim bluffen nicht leicht verrät. Jemand der eher verschlossen ist, kann meiner Erfahrung nach, in diesem Spiel untergehen. Manche können einen aber auch richtig überraschen was das für Lügenbarone sein können.
Ja man scheidet hier aus aber oftmals ist das ganze zu beobachten schon sehr unterhaltsam und wie eine Soap. In ganz großen Runden (die ich noch nie hatte) kann ich mir aber vorstellen, dass die Pause doch recht lang sein kann.
Ich finde, es ist aber ein Spiel, dass man auf alle Fälle einmal ausprobiert haben sollte. Man braucht ja nur ein Pokerdeck und ein paar Leute und gut is.
