Normale Ansicht

Sherlocks Spürnasen

29. März 2025 um 12:19
221B Baker Street. Sherlock Holmes, John Watson, Inspector Lestrade. Namen, die fast jedem bekannt sein dürften. Aber was ist mit Toby? Mit Clay, Calabash oder gar Cherrywood? Die tierischen Helfer des weltberühmten Detektivs fristeten bislang ein Schattendasein. Das  ändert sich nun. Denn mit Sherlocks Spürnasen (Dave Neale & Clémentine Beauvais / Mirakulus) kommen die Kleinen ganz groß raus.
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Tiere sind los
Das Spielprinzip von Sherlocks Spürnasen ist sicher nicht neu. Vor jedem der 6 Fälle (+ Intro) bekommen wir von Toby (Sherlocks Hund) einen Fall, der sich in oder nahe der Baker Street zugetragen hat. Sherlocks Mütze ist verschwunden, eine Maus wird vermisst oder unglücklich Verliebte brauchen Hilfe. Die Themen sind meist eher kindgerecht, können aber durchaus auch etwas düsterer werden. Wir ermitteln auf einem zentralen Spielplan, der mehrere Orte zeigt, die wir besuchen können. Wir? Das sind in diesem Fall unter anderem eine Maus und eine Vogelspinne, die über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen. 
 
 
Benutze Maus mit Katze
Um in einem Fall zu ermitteln, besuchen wir einen der Orte auf dem Plan und lesen die entsprechende Karte. Zumeist bringt das schon einige Infos. Um aber wirklich voranzukommen, müssen wir die Karten kombinieren. Treffen wir etwa an einem Ort ein anderes Tier, kann Clay der Frosch diesem gut zureden, Calabash die Vogelspinne setzt eher auf Einschüchterung. Oder wir haben unterwegs Informationen oder einen nützlichen Gegenstand gefunden, denn wir mit dem neuen Ort kombinieren. Stellenweise gibt es auch kleinere Logikrätsel, die meiste Zeit klappern wir aber Orte ab, nutzen Fähigkeiten oder kombinieren Gegenstände. Stets haben wir nur begrenzt Zeit, wobei ein Wechsel von Tag zu Nacht auch neue Erkenntnisse und Möglichkeiten bringen kann. Generell ist das Spiel aber auch hier sehr verzeihend. Die Zeit geht eher selten aus. Und selbst wenn… dann machen wir einfach trotzdem weiter, bis das Rätsel gelöst ist.
 

Fazit
Der Spielverlauf von Sherlocks Spürnasen klingt recht klassisch und wenig innovativ. Und ehrlich gesagt ist er das auch nicht. Texte lesen, Dinge kombinieren, kleinere Rätsel lösen… das hat man alles schon gesehen. Zumal sich die Schwierigkeit hier eher an unerfahrene Spieler richtet, Krimi-Veteranen pflügen geradezu durch das Spiel. Aber das macht nichts. Denn Sherlocks Spürnasen wird nicht durch das Spielprinzip zu etwas Besonderem, sondern durch die packenden Geschichten, die durchweg liebevollen Charaktere und die fantastischen Texte. Selten sind mir Charaktere so ans Herz gewachsen wie die schroffe Calabash oder Rossetti, das hyperaktive Eichhörnchen. Wenn man bei einem Spiel unbedingt einen eigentlich irrelevanten Standort besuchen will, nur weil dort einer der Lieblingscharaktere wohnt, dann sagt das schon viel aus.
 
Obendrein greift das Spiel durchaus ernste Themen wie Rassismus auf, hält sich dabei aber mit dem erhobenen Zeigefinger angenehm zurück. Dennoch sind es die teilweise düsteren Themen, die das Spiel nicht für alle Kinder geeignet machen. Gleiches gilt für den großen Umfang an Text, der gelesen und verstanden werden muss. Andererseits muss Sherlocks Spürnasen auch nicht nur mit Kindern gespielt werden. Wir hatten in reinen Erwachsenenrunden sehr viel Spaß und werden die Umgebung in der Baker Street in Zukunft sicher genauer im Auge behalten. 
 

 

Rezension „Suna Valo“

25. März 2025 um 20:06
  • Verlag: The Game Builders
  • Autor: Andreas Odendahl
  • Spieleranzahl: 2 Spieler
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Dauer: ca. 60 - 75 Minuten
  • Jahrgang: 2024
Suna Valo (The Game Builders)

„Suna Valo“ ist ein reines 2-Personen-Kennerspiel. Neben dem Regelheft findet man in der mittelgroßen Box einen Spielplan, 2 Hof-Tableaus, 125 Ressourcen-Würfel, diverse Holzfiguren in den beiden Spielerfarben, einen Wertungsblock, diverse Plättchen und 125 Karten (Hofkarten, Charaktere, Dorffest, Schiffsaufträge, Öffentliche Lieferaufträge). Die Gestaltung des Material gefällt mir sehr gut. Ein Teil des Materials ist aus Holz, die Kartonteile sind sehr stabil und die Karten sind auch hübsch gestaltet. Etwas abschreckend wirkt erst einmal das Regelheft mit satten 40 Seiten Umfang. Das könnte den einen oder anderen schon etwas abschrecken. Tatsächlich ist das Regelwerk nicht wirklich schlecht, hätte man aber bestimmt auch kürzer und übersichtlicher machen können.

Jeder Spieler hat ein Hoftableau vor sich liegen. Auf das Tableau kommen diverse Holzteile in der jeweiligen Spielerfarbe (weiß oder schwarz). Der Spielplan kommt in die Tischmitte, zwischen die beiden Spieler(innen). Die Öffentlichen Lieferaufträge und die Schiffsaufträge werden vorbereitet. Auf dem Spielplan gibt es eine Kartenauslage. Diverse Plättchen liegen auf dem Spielplan bereit und das restliche Zeugs wird neben dem Spielplan ausgelegt. Die Hofkarten werden in die drei Ären (Äras?…wie auch immer) unterteilt. Die Karten jeder Ära werden bereit gelegt. Zuerst braucht man natürlich die Karten der Ära 1. Als Startkapital erhält jeder Spieler noch eine Ressource jeder Art, die er auf seinem Tableau einlagert. Das Tableau und auch die Karten später zeigen Lagerkisten, auf die dann die Ressourcenwürfel gelegt werden. In einer Vorbereitungsrunde platzieren die Spieler noch drei Karten oben ans Spielertableau an und legen jeweils einen Ressourcenwürfel als Kosten auf die Karte.

Kurz was zu den Hoftableaus der Spieler: überall stehen ja Holzteile auf dem Tableau. Durch das Erfüllen der Aufträge darf man solche Holzteile versetzen. Dadurch werden auf dem Tableau Vorteile frei, die dem Spieler im weiteren Spielverlauf zugute kommen. Rundeneinkommen, günstigere Tauschkurse, Platz auf den Botleisten… und und und. Karten, die man später kauft, platziert man „innerhalb“ des Tableaus. Dort hat man Platz für 6 Kartenreihen. Jede Kartenfarbe hat so seine charakteristischen Möglichkeiten. „grün“, „blau“ und „braun“ bringen im wesentlichen die notwendigen Rohstoffe. „orange“ bringt Energie und Schritte auf der Botleiste. „grau“ ermöglicht Lieferungen und „beige“ ist die Spalte für private Aufträge.

Die Frage ist nun: „wie kommt man an diese Karten?“

Ist man an der Reihe, hat man zwei grundlegende Möglichkeiten. Entweder man kauft eine Karte oder man erfüllt einen Schiffsauftrag. Egal, wo man die Karte kauft, am Ende des Zugs wird immer eine Karte nachgelegt. Erfüllt man einen Schiffsauftrag, wird eine der ausliegenden Karten abgeworfen und ebenso nachgelegt. Kaufen kann man eine Karte aus der Auslage auf dem Spielplan, aus der Kartenauslage des Gegners oder aus der eigenen Kartenauslage. Kauft man eine Karte vom Spielplan, werden die restlichen Karten verschoben und eine neue Karte aufgedeckt. Kauft man eine Karte aus der eigenen Auslage, dann muss man die Lücke mit einer Karte aus der zentralen Auslage füllen; dazu muss man dann auch den Mindestpreis in Ressourcen auf die Karte legen. Kauft man aber eine Karte von der Auslage des Gegners, dann füllt dieser die Lücke mit der zentralen Auslage und bestimmt dann für die neue Karte den Ressourcenpreis.

Erhaltene Karten werden in die passende Spalte des eigenen Spielertableaus gelegt. Das löst dann die Effekte der ganzen Spalte aus. So erhält man Ressourcen, bekommt Schritte auf der Botleiste, liefert Ressourcen auf verschiedene Auftragskarten. Wie schön erwähnt, spielt man sich mit dem Erfüllen von Aufträgen Effekte auf dem Tableau frei, was für eine gute Punktzahl unerlässlich ist.

So wird gespielt, bis der Kartenstapel der jeweiligen Ära durch ist. Dazu befinden sich in den letzten Karten des Stapels zwei spezielle Karten, die vorgeben, dass die nächsten Aufträge aufgedeckt werden müssen. Nach der dritten und letzten Ära werden die erreichten Punkte addiert und es gewinnt natürlich der Spieler mit den meisten Punkten.

Was anfangs etwas verwirrend ist, ist das Kartenmanagement. Die Ära-Karten müssen vorbereitet werden. Es liegen Dorffest-Karten bereit, falls eine entsprechende Karte aus dem Stapel aufgedeckt wird. Es liegen Aufträge bereit, die nach und nach ins Spiel kommen. Dazu eben die Tatsache, dass man Karten aus verschiedenen Quellen kaufen kann. Das fühlt sich anfangs etwas komisch und unübersichtlich an. Nach 1 – 2 Partien ist das aber kein Problem mehr; dann geht das alles leicht von der Hand und man kann sich auf das wirklich gute Spiel konzentrieren. Was mir sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass man immer die ganze Spalte aktiviert. Gut wirtschaften muss man mit seinem Lagerplatz. Erhält man durch Effekte Ressourcen, hat aber gar keinen Platz für diese Ressourcen, dann sind diese verschwendet… also immer gut im Blick haben, was man noch lagern kann. Oder man schaltet halt bei den drei „linken“ Spalten das Endloslager frei. Sehr praktisch.

Klettert man mit den Zahnrädern die Botleisten nach oben, erhält man zum einen Botplättchen, die auch Vorteile im weiteren Spiel bringen, zum anderen gibt das aber bei Spielende auch Punkte. Dazu werden die Punkte der beiden Leisten multipliziert; nicht zu verachten.

Während der Spielvorbereitung erhält man noch zwei Charakterkarten, sucht sich davon eine Karte aus und legt die andere Karte ab. Dieser Charakter bringt dem Spieler exklusive Vorteile während des Spiels.

Die Spieldauer ist vom Hersteller mit 75 Minuten angegeben, mit etwas Übung klappt das aber schon mit ca. ner Stunde, was für diese Art von Spiel recht angenehm ist, finde ich. Nachdem mich das Kartenhandling anfangs etwas genervt hat, konnte mich das Spiel in den weiteren Partien doch überzeugen. Optisch wie spielerisch finde ich es gut gelungen und es wird definitiv in meiner Sammlung bleiben. Spielt man gerne zu zweit, muss man sich „Suna Valo“ unbedingt anschauen.

(c)2025 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders)

Frisch gezockt 24.03.2025

Von: Andi
24. März 2025 um 11:11

Heute wieder eine Auswahl von 3 Spielen die ich in letzter Zeit gespielt habe.

Colt Express (+ Jubiläumserweiterung und Banditen)

Vor ein paar Monaten ist ja die Jubiläumserweiterung für Colt Express erschienen, die aus den Pappplättchen Holzteile macht (was sie für mich leichter zu greifen macht). Es gibt eine weitere Hieb Karte mit Ebenenwechsel, Einen Zirkuswaggon wo man über den Giraffenhals nach oben oder unten Klettern kann und es gibt 2 Clownkoffer als Beute. 1 ist 1000$ wert der andere 0 und es gibt eine Draisine die auch für allerhand Chaos sorgt. Achja … 1 Banditen Al Patron gibt es noch und eine Bot Banditin Mary Pumpkins. Das hat mir den Anstoß gegeben mir das Spiel noch einmal anzuschauen. Zusätzlich hab ich mir ein paar der Banditen Erweiterungen geholt um noch ein paar zusätzliche Bots zu haben.
Das Solo Spiel ist dadurch … ok … aber mit ein paar mehr menschlichen Gegnern ist es dennoch unterhaltsamer. Die Bots haben zwar ihre eigenen „Agenden“ und „Spezialitäten“ aber die Karten kommen dann doch zufällig. Wegen dieser Eigenheiten würde ich aber auch wenn man mit Menschen spielt, 1-2 Bots dazunehmen sofern Platz ist. Ein paar Beispiele: Django schmeißt per Dynamit Spieler aus den jeweiligen Waggons und die Beute macht einen Ebenenwechsel, hat Ghost die Geldkassette gewinnt er automatisch das Spiel, Mary und Belle können per Verführung Banditen an ihre Position locken, Cheyenne vergiftet Mitspieler mit Giftpfeilen anstatt Patronen und man solange man vergiftet ist kann man das Spiel nicht gewinnen. Da muss man sich dann das Gegengift besorgen. Tuco wird vom Marshal gesucht mit dem man ihn zusammenbringen sollte, damit man Boni kassiert. Doc führt ein Pokerspiel durch, dass Einsätze neu verteilt und der Spieler der in zuletzt geschlagen oder angeschossen hat, erhält seinen Respekt und steuert die Aktionen des Bot. Jeder hat so seine kleinen Eigenheiten, die kleine Variablen am Spiel ändern und mehr Chaos reinbringen…genau darum geht es ja im Spiel. Bonuszuckerl der Jubiläumserweiterung. Die Whiskeyflaschen aus Postkutsche und Pferde kann man jetzt wegen des Materialupgrades auch ohne diese Erweiterung nutzen. Man muss nur nachlesen was die Flaschen machen.

Sea Salt and Paper

Asche auf mein Haupt. Ich weiß nicht warum es so lange gedauert hat bis ich mir das Spiel geholt habe. Kleines, cleveres Kartenspiel. Das ist doch genau meine Abteilung.
Ich bin schwer begeistert. Jeden den es stört, wenn man eigentlich nur Karten vom Stapel oder einem der Ablagestapel zieht wird es vielleicht nicht gefallen aber mich stört das Glück dahinter überhaupt nicht. Viele Karten sind auch nur in bestimmten Situationen nützlich. Bei Duokarten braucht es immer eine zweite. Die Farbe der Karten ist nur dann wichtig, wenn du Karten hast die dir dafür Punkte bringen bzw. wenn du auf das 2. Rundenende hinspielst.
Wie mein ich das? Ein Spiel zu zweit geht bis einer min. 40 Punkte hat. Das geht über mehrere Runden. Hat man MIN. 7 Punkte in einer Runde, KANN man sagen. „Stop“. Das Spiel endet und man rechnet ab … oder aber man sagt „LETZTE CHANCE“ und deckt seine Karten auf. Jetzt haben alle anderen noch einen Zug. Hat man dennoch mehr Punkte bekommt man seine Punkte und Bonuspunkte für die karten in der Farbe in der man die Mehrheit unter den Spielern hat = Farbbonus. Die Mitspieler rechnen dann nicht normal ab, sondern bekommen nur einen Farbbonus…Hat aber jemand mehr Punkte, bekommt man selbst nur seinen Farbbonus und die Mitspieler rechnen normal ab….Achja es gibt auch noch 4 Meerjungfrauen im Deck. Hat man irgendwann alle 4 auf der Hand gewinnt man sofort das komplette Spiel.
Ich finde das nach den 5 Partien die wir gespielt haben richtig stark.
Du hast diese situationsbezogenen Karten, dieses Risiko beim Ansagen des Spielendes. Wann mache ich Schluss? Versuche ich noch ein paar Punkte zu bekommen? Normales Ende oder wetten? Selbst wenn man hinten ist hat man immer noch die Chance (auch wenn sie gering ist), alle 4 Meerjungfrauen zu sammeln und dadurch auf der Stelle alles zu gewinnen. Das weiß natürlich jeder und wenn man eine Karte abwerfen müsste, wirft man wirklich die Meerjungfrau ab, obwohl man sie einem selbst kaum was nützt? Wenn du jetzt nicht diese frischen Illustrationen hättest könnte man fast meinen du hast hier ein klassisches Spiel, das wie eine Mischung aus einem Stichspiel und Gin Rummy ist.
Die ersten 1-2 Partien haben bei uns da und dort noch gehakt…aber ab dann spielst du das locker von der Hand runter, grade wenn du mit solch klassischen Spielen Erfahrung hast. Eine einzelne Runde dauert ja nur ein paar Minuten und eine Partie ca eine halbe Stunde.
Bei allem was ich 2025 neu gespielt habe ist das derweil vorne.

MicroMacro – Crime City

Habe ich eigentlich für Silvester 2023 gekauft. Da haben wir es dann auch gespielt aber bis dieses Monat ist es leider im Schrank gelegen. Wir finden es beide immer noch ziemlich gut.
Jetzt gerade sind wir durch etwas mehr als der Hälfte der Fälle. Das ist für mich eines der kooperativen Spiele (neben Just One) die ich jedem ans Herz legen würde, da eigentlich kaum Regeln zu lernen sind. Da es hier um Verbrechen geht richtet MicroMacro sich aber nicht an kleinere Kinder. MicroMacro mit wenigen Personen (da alle auf denselben Spielplan schauen). Just One für so 4+.

Frisch gezockt 24.03.2025

Von: Andi
24. März 2025 um 11:11

Heute wieder eine Auswahl von 3 Spielen die ich in letzter Zeit gespielt habe.

Colt Express (+ Jubiläumserweiterung und Banditen)

Vor ein paar Monaten ist ja die Jubiläumserweiterung für Colt Express erschienen, die aus den Pappplättchen Holzteile macht (was sie für mich leichter zu greifen macht). Es gibt eine weitere Hieb Karte mit Ebenenwechsel, Einen Zirkuswaggon wo man über den Giraffenhals nach oben oder unten Klettern kann und es gibt 2 Clownkoffer als Beute. 1 ist 1000$ wert der andere 0 und es gibt eine Draisine die auch für allerhand Chaos sorgt. Achja … 1 Banditen Al Patron gibt es noch und eine Bot Banditin Mary Pumpkins. Das hat mir den Anstoß gegeben mir das Spiel noch einmal anzuschauen. Zusätzlich hab ich mir ein paar der Banditen Erweiterungen geholt um noch ein paar zusätzliche Bots zu haben.
Das Solo Spiel ist dadurch … ok … aber mit ein paar mehr menschlichen Gegnern ist es dennoch unterhaltsamer. Die Bots haben zwar ihre eigenen „Agenden“ und „Spezialitäten“ aber die Karten kommen dann doch zufällig. Wegen dieser Eigenheiten würde ich aber auch wenn man mit Menschen spielt, 1-2 Bots dazunehmen sofern Platz ist. Ein paar Beispiele: Django schmeißt per Dynamit Spieler aus den jeweiligen Waggons und die Beute macht einen Ebenenwechsel, hat Ghost die Geldkassette gewinnt er automatisch das Spiel, Mary und Belle können per Verführung Banditen an ihre Position locken, Cheyenne vergiftet Mitspieler mit Giftpfeilen anstatt Patronen und man solange man vergiftet ist kann man das Spiel nicht gewinnen. Da muss man sich dann das Gegengift besorgen. Tuco wird vom Marshal gesucht mit dem man ihn zusammenbringen sollte, damit man Boni kassiert. Doc führt ein Pokerspiel durch, dass Einsätze neu verteilt und der Spieler der in zuletzt geschlagen oder angeschossen hat, erhält seinen Respekt und steuert die Aktionen des Bot. Jeder hat so seine kleinen Eigenheiten, die kleine Variablen am Spiel ändern und mehr Chaos reinbringen…genau darum geht es ja im Spiel. Bonuszuckerl der Jubiläumserweiterung. Die Whiskeyflaschen aus Postkutsche und Pferde kann man jetzt wegen des Materialupgrades auch ohne diese Erweiterung nutzen. Man muss nur nachlesen was die Flaschen machen.

Sea Salt and Paper

Asche auf mein Haupt. Ich weiß nicht warum es so lange gedauert hat bis ich mir das Spiel geholt habe. Kleines, cleveres Kartenspiel. Das ist doch genau meine Abteilung.
Ich bin schwer begeistert. Jeden den es stört, wenn man eigentlich nur Karten vom Stapel oder einem der Ablagestapel zieht wird es vielleicht nicht gefallen aber mich stört das Glück dahinter überhaupt nicht. Viele Karten sind auch nur in bestimmten Situationen nützlich. Bei Duokarten braucht es immer eine zweite. Die Farbe der Karten ist nur dann wichtig, wenn du Karten hast die dir dafür Punkte bringen bzw. wenn du auf das 2. Rundenende hinspielst.
Wie mein ich das? Ein Spiel zu zweit geht bis einer min. 40 Punkte hat. Das geht über mehrere Runden. Hat man MIN. 7 Punkte in einer Runde, KANN man sagen. „Stop“. Das Spiel endet und man rechnet ab … oder aber man sagt „LETZTE CHANCE“ und deckt seine Karten auf. Jetzt haben alle anderen noch einen Zug. Hat man dennoch mehr Punkte bekommt man seine Punkte und Bonuspunkte für die karten in der Farbe in der man die Mehrheit unter den Spielern hat = Farbbonus. Die Mitspieler rechnen dann nicht normal ab, sondern bekommen nur einen Farbbonus…Hat aber jemand mehr Punkte, bekommt man selbst nur seinen Farbbonus und die Mitspieler rechnen normal ab….Achja es gibt auch noch 4 Meerjungfrauen im Deck. Hat man irgendwann alle 4 auf der Hand gewinnt man sofort das komplette Spiel.
Ich finde das nach den 5 Partien die wir gespielt haben richtig stark.
Du hast diese situationsbezogenen Karten, dieses Risiko beim Ansagen des Spielendes. Wann mache ich Schluss? Versuche ich noch ein paar Punkte zu bekommen? Normales Ende oder wetten? Selbst wenn man hinten ist hat man immer noch die Chance (auch wenn sie gering ist), alle 4 Meerjungfrauen zu sammeln und dadurch auf der Stelle alles zu gewinnen. Das weiß natürlich jeder und wenn man eine Karte abwerfen müsste, wirft man wirklich die Meerjungfrau ab, obwohl man sie einem selbst kaum was nützt? Wenn du jetzt nicht diese frischen Illustrationen hättest könnte man fast meinen du hast hier ein klassisches Spiel, das wie eine Mischung aus einem Stichspiel und Gin Rummy ist.
Die ersten 1-2 Partien haben bei uns da und dort noch gehakt…aber ab dann spielst du das locker von der Hand runter, grade wenn du mit solch klassischen Spielen Erfahrung hast. Eine einzelne Runde dauert ja nur ein paar Minuten und eine Partie ca eine halbe Stunde.
Bei allem was ich 2025 neu gespielt habe ist das derweil vorne.

MicroMacro – Crime City

Habe ich eigentlich für Silvester 2023 gekauft. Da haben wir es dann auch gespielt aber bis dieses Monat ist es leider im Schrank gelegen. Wir finden es beide immer noch ziemlich gut.
Jetzt gerade sind wir durch etwas mehr als der Hälfte der Fälle. Das ist für mich eines der kooperativen Spiele (neben Just One) die ich jedem ans Herz legen würde, da eigentlich kaum Regeln zu lernen sind. Da es hier um Verbrechen geht richtet MicroMacro sich aber nicht an kleinere Kinder. MicroMacro mit wenigen Personen (da alle auf denselben Spielplan schauen). Just One für so 4+.

Bremen-Nord spielt! – 26.04.2025

Von: Dimi
24. März 2025 um 01:24

Spielefans aufgepasst! Am 26. April 2025 heißt es wieder „Bremen-Nord spielt!“ – der gemütliche Spieletreff für alle, die Lust auf einen unterhaltsamen Nachmittag voller Brett- und Kartenspiele haben.

Von 15:00 bis 21:00 Uhr könnt ihr euch mit Gleichgesinnten an den Spieltisch setzen, neue Spiele entdecken oder eure Lieblingsspiele mitbringen. Über 100 Spiele stehen zur Auswahl – ob strategisch oder kooperativ, hier ist für jeden was dabei!

Die Plätze sind auf 40 Personen begrenzt, also sichert euch schnell euren Platz. Kommt vorbei, bringt Freunde mit und erlebt gemeinsam einen tollen Spieletag!

Wir freuen uns auf euch!

Der Beitrag Bremen-Nord spielt! – 26.04.2025 erschien zuerst auf BOARD GAME GREEK.

Ehre wem Ehre gebührt (?)

23. März 2025 um 15:00
Aufreger der Woche war vermutlich die neue Edition der Amerikanischen Ausgabe von Quacksalber von Quedlingburg, deren Graphik, sagen wir mal, eher so semi-gut in Brettspielkreisen ankam. Bei den ganzen Beschwerden praktisch untergegangen ist das aus meiner Sicht eigentliche Problem des neuen Covers: Es nennt den Autoren (Wolfgang Warsch) nicht. Das ist übrigens kein Versehen: YMCK […]

Der Drude am Dienstag

Von: HilkMAN
22. März 2025 um 21:42

Hier kommt ein Hinweis in eigener Sache. Ich arbeite ja beim frechverlag in der Abteilung Spiele & Rätsel. Seit kurzem hat unsere Abteilung einen eigenen Instagram-Kanal. Als da die Planung für Inhalte und Programm gemacht wurde, haben meine geschätzten Kolleg:innen immer mal von einem wöchentlichen Video namens „Der Drude am Dienstag“ gesprochen. Ich habe ein bisschen mitgeblödelt, bis mir aufging: Die meinen das ernst. Aber da es keine anderen Freiwilligen gab, ist das jetzt tatsächlich in die Tat umgesetzt worden. Jede Woche (ratet selbst, an welchem Tag) erzähle ich für eine Minute oder so aus meinem Leben als Produktmanager. Eigentlich sind Videos ja gar nicht so mein Metier, und diese Minifetzen auch nicht, aber so ist halt die moderne Welt.

Screenshot aus meiner Videokolumne "Der Drude am Dienstag" auf Instagram.
Vielleicht interessiert es ja die eine oder den anderen, was ich da so mache. Dann findet Ihr das Ganze hier. Falls Ihr bestimmte Themenwünsche haben solltet, könnt Ihr Euch natürlich vertrauensvoll an mich wenden. Und wir freuen uns natürlich, wenn Ihr uns folgt, das ist nämlich bisher noch etwas schleppend losgegangen. Danke!

Der Beitrag Der Drude am Dienstag erschien zuerst auf Du bist dran!.

Für die Königin: ›Queen Domino‹

21. März 2025 um 14:00
Wer schon immer einmal ein florierendes Königreich errichten wollte, um auf diese Weise eine mächtige Königin zu beeindrucken, der sollte einen Blick auf ›Queen Domino‹ riskieren, einem kurzweiligen wie schön gestaltetem Plättchenlege-Spiel aus der...

Rezension „Conservas“

18. März 2025 um 19:01
  • Verlag: Salt & Pepper Games / Frosted Games
  • Autor: Scott Almes
  • Spieleranzahl: 1 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 25 - 40 Minuten
  • Jahrgang: 2024
Conservas

Ich habe das Spiel in der englischen/spanischen Version von der SPIEL 2024 in Essen mitgebracht. Tatsächlich bin ich eigentlich gar nicht so der Solo-Spieler. Wenn ich solo spiele, dann doch eher elektronisch. Trotzdem hat mich „Conservas“ sehr gereizt und nach vielen Partien kann ich sagen: es hat sich gelohnt, das Spiel einzupacken.

Bei „Conservas“ geht man mit seinen Schiffen auf Fischfang und verarbeitet den Fang (Fische, Muscheln, etc.) zu Konserven, die man dann am Markt verkauft. Hört sich langweilig an, ist aber wirklich ganz interessant. Das Spiel erfordert einige interessante Entscheidungen. die sogar mich – als Nicht-Solo-Spieler – überzeugt haben.

In der recht kleinen Box findet man ein Märkte-Buch, 18 Bootskarten, eine Karte „offenes Meer“, 27 Upgrade-Karten (in der englischen/spanischen Version sind beide Sprachen als Kartendeck enthalten), 116 Holzscheiben (davon 96 Meerestiere: Sardinen, Miesmuscheln, Kammmuscheln und Tintenfische und 20 Wasserscheiben), 1 Tagesmarker, Geldplättchen, ein Stoffbeutel und die Anleitung. Zwischenzeitlich ist auch eine deutsche Version bei Frosted Games erhältlich. Das Material ist sehr gelungen. Die Karten sind schön groß und auch sehr hübsch gestaltet. Das Märkte-Buch dient quasi als Spielplan. Man sucht sich ein Monat aus, was dann als Szenario für diese Partie gilt. Man findet dann jeweils unterschiedliche Siegbedingungen, Startbedingungen, etc. vor, was das Spiel abwechslungsreich macht.

Vor dem Start nimmt man sich eine Bootskarte und legt diese offen neben die Karte „offenes Meer“. Die Upgrade-Karten werden gemischt und es werden davon drei offene Karten als Auslage ausgelegt. Das Szenario des Märkte-Buchs gibt vor, wie viele Scheiben von welcher Sorte in den Beutel kommen. Der Tagesmarker kommt auf Tag 1, man erhält das Startkapital an Geld… und schon kann es losgehen. 

Man spielt so lange, bis man mit dem Tagesmarker das Ende der Leiste erreicht hat. Eine Runde durchläuft genau drei Phasen:

1: ZUR SEE: man zieht für jede ausliegende Karte (eigene Schiffe und auch für die „offenes Meer“-Karte) jeweils 5 Scheiben aus dem Beutel. Man entscheidet dann bei jeden Schiff, welche der gezogenen Scheiben man auf das Schiff legt und welche der Scheiben man unten ins Meer legt. Jedes Schiff hat eine bestimmte Kapazität. Die Scheiben, die man dann für das „offene Meer“ zieht, kommen dort alle ins Meer.

2: AN LAND: nun wandelt man die gefangenen Meerstiere in Konserven um und verkauft diese am Markt oder tauscht diese in Upgrade-Karten, die dann Vorteile im weiteren Spiel bringen. Mit Geld kann man nun auch Boote kaufen, aber Achtung: diese kosten am Rundenende immer Unterhalt.

3: ENDE DES TAGES: in dieser Phase zahlt man den Unterhalt der Schiffe. Ein Schiff, welches gerade erst gekauft wurde, verursacht erst im darauf folgenden Zug Kosten. Am Ende dieser Phase vermehren sich nun di Meerestiere, die man nicht gefangen hat. Dafür sind also alle Meerestiere relevant, die im Meer liegen, sowohl auf der Karte „offenes Meer“ als auch bei den Schiffen, unterhalb der Boote. Liegen da beispielsweise drei Muscheln, kommen zwei zusätzliche Muscheln zurück in den Beutel.

Nach dem letzten Tag des Szenarios überprüft man, ob man die Siegbedingungen erfüllt hat. So muss man z.B. beim Szenario „Januar“ 40 Geld vorweisen können und von den Muscheln und Fischen müssen mindestens jeweils 5 Stück im Beutel sein. Man muss also immer darauf achten, dass man das Meer nicht überfischt und plötzlich keine passenden Meerestiere mehr übrig sind. Genau das ist es, was „Conservas“ ausmacht. Jedes Mal, wenn man die 5 Scheiben aus dem Beutel zieht, muss man gut überlegen, was man damit macht. Packt man sie ins Meer, oder packt man sie auf das Boot?… kauft man sich davon Upgrades oder verkauft man die Konserven am Markt… sehr interessanter Mechanismus und auch nach vielen Partien immer noch spannend.

Fazit: interessantes und auch hübsches Solo-Spiel, welches definitiv in unserer Sammlung bleiben wird.

(c)2025 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Das ist doch gemein!

16. März 2025 um 14:05
Man kennt Spielsituationen und auch Spiele, die oft als “gemein” bezeichnet werden. In der Regel fällt der Begriff, weil man sich geärgert fühlt. Mal von Spiel selbst und manchmal auch von den Mitspielenden. Dabei gilt ein Spiel meistens als gemein, weil man es dort mit „destruktiver” Interaktion zu tun hat. Eine Situation in der man […]

Stich um Stich

09. März 2025 um 14:11
Seit einigen Wochen denke ich vermehrt über Stichspiele nach. Warum? Nun zum einen ist es ein Genre, dass gerade -zumindest im Ausland – einen Boom erlebt. Das Spannende ist aber weniger, dass so viele Stichspiele erscheinen, sondern, dass so viele neue Stichspiele bewusst mit vielen Konventionen brechen, aber dennoch klar als Stichspiele erkennbar sind: Bei […]

Tsukuiji – Wir kaufen auf Tokios Fischmarkt ein

Von: natokh
07. März 2025 um 13:36

Im Spiel Tsukiji spielen wir Restaurantbesitzer, welche im Jahr 1930 auf dem ehemals weltgrößten Fischmarkt Tuskiji Fisch und Meeresfrüchte einkaufen. Das Spiel des brasilianischen Verlages Redbox Editora (heute Buró) wurde bereits im Jahr 2018 veröffentlicht. Autor ist Leonardo Pires, dessen Spiel Paper Dungeons bei uns in Deutschland sicherlich bekannter ist.

Tsukiji ist für 2 bis 4 Spielende ab 8 Jahren und eine Partie dauert um die 30 Minuten. In jeder der 7 Spielrunden werden immer zufällig aufgedeckte Sets aus 3 Karten in die Marktauslage gelegt (immer Anzahl Mitspieler plus 1 Set), auf welche die Spieler dann reihum verdeckt bieten. Hierzu haben sie sogenannte „Evaluation Tickets“ (Bewertungskarten) mit denen sie die jeweiligen Sets bewerten. Es gibt 5 normale Karten mit den Werten 0 bis 4 und 4 Spezial-Karten, die jedoch in der Spielrunde nur 1x eingesetzt werden können. In 3er und 2er Spielrunden kommen dabei nicht alle dieser Karten zum Einsatz.

Nachdem alle ihre Gebote abgegeben haben werden die Bewertungskarten aufgedeckt und ausgewertet. Das Set, welches die höchste Bewertung erhalten hat, kostet dann 12 Yen und der Wert jeder Fische in dem Set wird um den Wert 4 (auf der Kurstaffel) erhöht. Das Set mit der nächsthöheren Bewertung kostet 9 Yen, danach 6 und 3 Yen. Der Wert der Fische aus dem 9 Yen Set wird um 2 erhöht, der aus dem 6 Yen Set bleibt unverändert und der aus dem günstigsten Set wird um 1 reduziert.

Marktauslage mit Geboten und Preisen

Nun können sich die Spieler, beginnend mit dem Startspieler, für eines der Sets entscheiden und den Preis dafür bezahlen. Der Spieler, der das Set für 12 Yen kauft, wird neuer Startspieler. Wird dieses Set nicht gekauft, dann bleibt der Startspieler für die nächste Runde gleich.

Es gibt 6 Arten von Fischen/Meeresfrüchten in Tuskiji. Außerdem die Takusan-Karten (Joker) und Yakuza-Karten. Kauft man 1 Set mit einem Yakuza muss man eine seiner bereits erworbenen Karten als Schutzgeld abwerfen.

Auf dem Quotation Board (Kurstafel) wird der aktuelle Wert der jeweiligen Fische & Meeresfrüchte nachgehalten

Am Ende der 7. Runde wird dann geschaut welche/r Fisch/Meeresfrucht am höchsten auf der Kurstafel bewertet ist. Hier ist eine Karte dann 10 Yen wert. Die anderen Sorten sind in absteigender Reihenfolge 7, 5, 3 und 1 Yen pro Karte wert. Eine Besonderheit ist der Thunfisch, dessen Wert davon abhängt, wie viele der Karten man am Spielende davon vor sich liegen hat.

Oktopus & Thunfisch

Danach addiert jeder Spieler die Werte seiner Karten und der Spieler mit dem höchsten Wert gewinnt das Spiel.

Für die 7 Runde hat jeder Spieler übrigens nur 48 bis 57 Yen zur Verfügung. Man muss also mit seinem Geld haushalten und geschickt versuche einerseits günstig einzukaufen und andererseits die Werte seiner Fische/Meeresfrüchte geschickt nach oben zu treiben.

Mir gefällt das Spiel sehr gut und ich würde ihm aktuell eine 8 von 10 geben.

Tsukiji ist bisher nur auf Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Französisch, Chinesisch und Niederländisch herausgegeben worden und mittlerweile auch nur noch auf dem Sekundärmarkt zu finden. Aber es lohnt sich danach zu suchen, wenn einem die Mechanik und das Thema ansprechen.

Regeln (Englisch) auf BGG: https://boardgamegeek.com/filepage/171024/rulebook

Webseite des Herstellers zum Spiel: https://www.burogames.com/productos/tsukiji/

Tsukuiji – Wir kaufen auf Tokios Fischmarkt ein

Von: natokh
07. März 2025 um 13:36

Im Spiel Tsukiji spielen wir Restaurantbesitzer, welche im Jahr 1930 auf dem ehemals weltgrößten Fischmarkt Tuskiji Fisch und Meeresfrüchte einkaufen. Das Spiel des brasilianischen Verlages Redbox Editora (heute Buró) wurde bereits im Jahr 2018 veröffentlicht. Autor ist Leonardo Pires, dessen Spiel Paper Dungeons bei uns in Deutschland sicherlich bekannter ist.

Tsukiji ist für 2 bis 4 Spielende ab 8 Jahren und eine Partie dauert um die 30 Minuten. In jeder der 7 Spielrunden werden immer zufällig aufgedeckte Sets aus 3 Karten in die Marktauslage gelegt (immer Anzahl Mitspieler plus 1 Set), auf welche die Spieler dann reihum verdeckt bieten. Hierzu haben sie sogenannte „Evaluation Tickets“ (Bewertungskarten) mit denen sie die jeweiligen Sets bewerten. Es gibt 5 normale Karten mit den Werten 0 bis 4 und 4 Spezial-Karten, die jedoch in der Spielrunde nur 1x eingesetzt werden können. In 3er und 2er Spielrunden kommen dabei nicht alle dieser Karten zum Einsatz.

Nachdem alle ihre Gebote abgegeben haben werden die Bewertungskarten aufgedeckt und ausgewertet. Das Set, welches die höchste Bewertung erhalten hat, kostet dann 12 Yen und der Wert jeder Fische in dem Set wird um den Wert 4 (auf der Kurstaffel) erhöht. Das Set mit der nächsthöheren Bewertung kostet 9 Yen, danach 6 und 3 Yen. Der Wert der Fische aus dem 9 Yen Set wird um 2 erhöht, der aus dem 6 Yen Set bleibt unverändert und der aus dem günstigsten Set wird um 1 reduziert.

Marktauslage mit Geboten und Preisen

Nun können sich die Spieler, beginnend mit dem Startspieler, für eines der Sets entscheiden und den Preis dafür bezahlen. Der Spieler, der das Set für 12 Yen kauft, wird neuer Startspieler. Wird dieses Set nicht gekauft, dann bleibt der Startspieler für die nächste Runde gleich.

Es gibt 6 Arten von Fischen/Meeresfrüchten in Tuskiji. Außerdem die Takusan-Karten (Joker) und Yakuza-Karten. Kauft man 1 Set mit einem Yakuza muss man eine seiner bereits erworbenen Karten als Schutzgeld abwerfen.

Auf dem Quotation Board (Kurstafel) wird der aktuelle Wert der jeweiligen Fische & Meeresfrüchte nachgehalten

Am Ende der 7. Runde wird dann geschaut welche/r Fisch/Meeresfrucht am höchsten auf der Kurstafel bewertet ist. Hier ist eine Karte dann 10 Yen wert. Die anderen Sorten sind in absteigender Reihenfolge 7, 5, 3 und 1 Yen pro Karte wert. Eine Besonderheit ist der Thunfisch, dessen Wert davon abhängt, wie viele der Karten man am Spielende davon vor sich liegen hat.

Oktopus & Thunfisch

Danach addiert jeder Spieler die Werte seiner Karten und der Spieler mit dem höchsten Wert gewinnt das Spiel.

Für die 7 Runde hat jeder Spieler übrigens nur 48 bis 57 Yen zur Verfügung. Man muss also mit seinem Geld haushalten und geschickt versuche einerseits günstig einzukaufen und andererseits die Werte seiner Fische/Meeresfrüchte geschickt nach oben zu treiben.

Mir gefällt das Spiel sehr gut und ich würde ihm aktuell eine 8 von 10 geben.

Tsukiji ist bisher nur auf Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Französisch, Chinesisch und Niederländisch herausgegeben worden und mittlerweile auch nur noch auf dem Sekundärmarkt zu finden. Aber es lohnt sich danach zu suchen, wenn einem die Mechanik und das Thema ansprechen.

Regeln (Englisch) auf BGG: https://boardgamegeek.com/filepage/171024/rulebook

Webseite des Herstellers zum Spiel: https://www.burogames.com/productos/tsukiji/

Quo vadis Spielkritik?

02. März 2025 um 07:31
Wie so oft in den ersten Monaten des neuen Jahres kreisen meine Gedanken um Spielkritiken. Jedoch weniger um eine einzelne, sondern eben die Textart und die Praxis als solches. Welche Formen hat eine Spielkritik und welche Herangehensweise geht mit der kritischen Auseinandersetzung einher? Die vermutlich trivialste Form der Spielkritik ist und bleibt in meinen Augen […]

Bomb Busters

28. Februar 2025 um 15:54
Die Zeit tickt unaufhörlich, Schweiß rinnt über unser Gesicht, in den Augen unserer Mitstreiter ist pure Panik zu erkennen… Oder wäre sie zumindest, wenn die übergroßen Kulleraugen nicht viel zu niedlich schauen würden. Denn in Bomb Busters (Hisashi Hayashi / Pegasus Spiele) müssen wir zwar Bomben entschärfen, als comic-hafte Tiergestalten wirkt das Alles aber direkt viel weniger bedrohlich.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eine Vielzahl von Bomben
Trotz der niedlichen Grafik hat es Bomb Busters in sich. Denn offensichtlich gibt es hier nicht nur einen Bombenleger, sondern direkt ein ganzes Rudel. Das hat auch zur Folge, dass uns insgesamt 66 Missionen erwarten, natürlich mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Aber beginnen wir von vorne. Oder besser, fast von vorne. Denn erst ab Mission 4 sind zumindest alle Grundregeln enthalten, alles davor gilt als Sicherheitstraining und dient eher dem Vermitteln der Regeln.
 
 
Ab Mission 4 wird es heiß
Um eine Bombe zu entschärfen, müssen Kabel mit den Werten von 1 bis 12 durchgeschnitten werden. Die Kabel liegen dabei jeweils in Form von Pappplättchen und in aufsteigender Folge auf den Tableaus der Spielerinnen. Die genauen Werte sind nur für den Besitzer sichtbar, was die Mitspielenden auf dem Tableau haben, können wir nur raten. Wobei… eigentlich nicht. Denn schon vorweg wird eine Zahl markiert, wir haben also erste Anhaltspunkte. Dazu kommt jede Zahl nur viermal vor, wir können also auch mit den Wahrscheinlichkeiten spielen. Und das müssen wir auch. Denn abwechselnd zeigen wir nun auf ein Plättchen und nennen hoffentlich die korrekte Zahl. Ziel dabei ist es, Paare mit unseren eigenen Plättchen zu bilden. Nur wenn ich selbst eine 6 habe, darf ich auch bei einem Mitspieler auf eine vermeintliche 6 zeigen. Ist die Ansage korrekt, werden beide Kabel aufgedeckt. Ein Fehler kostet ein Leben, bringt dafür aber einige Informationen. Denn einerseits benennt der Mitspieler das Plättchen, andererseits ist auch klar, dass die entsprechende Nummer auf meinem Tableau vorhanden ist.
 
Die Herausforderungen nehmen zu
Die ersten Missionen sind ein gelungener Einstieg, auf Dauer benötigen wir aber schon größere Herausforderungen. Welch Glück also, dass sich in der Schachtel mehrere Boxen mit zusätzlichem Material und neuen Regeln befinden. So bekommen wir besondere Ausrüstung, müssen Kabel in der richtigen Reihenfolge durchtrennen oder erhalten Anweisungen über das Smartphone. Für Abwechslung ist also gesorgt.
 
 
Fazit
Das grundlegende Prinzip von Bomb Busters ist sicherlich nicht neu. Zahlen anhand begrenzter Informationen und ohne Kommunikation zu entschlüsseln, konnten wir in den vergangenen Jahren an viele Stellen üben. Und doch schafft es Bomb Busters, ähnlichen Werken mindestens eine weitere Ebene hinzuzufügen. Denn während die ersten Missionen noch recht Simpel ausfallen und einen schnellen Einstieg ermöglichen, bietet die Kampagne langfristig Spaß. Hier will eigentlich niemand nach nur einer Partie aufhören. Viel zu schnell ist man im Ablauf gefangen, will die nächste Box öffnen und die neuen Ideen erkunden. Neue Ansätze sorgen für Abwechslung und variieren den Spielverlauf, ohne zu sehr am Grundprinzip zu kratzen. Dazu kommt, dass die Spielenden mit dem Spiel wachsen. Anfänglich steht das eigene fehlerfreie Spiel im Vordergrund, später wird mit den Tipps gezielt den Mitspielern geholfen. Und so können am Ende sogar Herausforderungen gemeistert werden, die anfänglich unmöglich gewirkt haben.
 
Wenn man unbedingt über etwas meckern will (und natürlich will ich das), dann bietet sich das Material an. Die Kabel sind etwas klein und verrutschen leicht, stellenweise wird es etwas unübersichtlich. Aber das ist schon Jammern auf hohem Niveau. Gleiches gilt für ein paar Missionen, die für meinen Geschmack etwas zu sehr vom Glück abhängig sind. Aber dass bei 66 Missionen nicht alle jeden Geschmack treffen, ist wohl kaum zu vermeiden. 
 

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