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Erinnerungen an Reinhold Wittig (1937 – 2026)

Von: HilkMAN
11. April 2026 um 23:37

Ich habe früher bei der Volkshochschule Göttingen gearbeitet. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, pro Semester einen kostenlosen Volkshochschulkurs zu besuchen. 2007 fiel mein Blick auf einen Kurs namens „Spiele erfinden – wie geht das?“ von Reinhold Wittig. Ich kannte seinen Namen und seine ikonische Spielepyramide „Spiel“ seit den Achtzigern, und hatte mit anderen Leuten zusammen auch schon hier und da an Spielideen herumgebastelt, also schien das für mich das perfekte Angebot zu sein.
Der Kurs fand ungewöhnlicherweise in Reinholds Wohnung statt, die wohl jeden, der je dort war, in ihren Bann gezogen hat. Jeder Winkel war voll mit Marionetten, selbstgebauten Möbeln, anderen Kunstwerken von ihm, Kunst aus Afrika, Büchern, Dokumenten zur Spielgeschichte und was nicht noch alles. Die Empore in seinem Keller bestieg man über eine Flugzeug-Gangway, sein Spieltisch stand felsenfest auf großen Schiffsturbinen, und so weiter und so weiter. Und mittendrin war Reinhold, der aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz erzählte.

Reinhold Wittig vor einem seiner Kunstwerke

Knobelspiel aus sogenannten Blindseelen, gebaut von Reinhold Wittig
Knobelspiel aus sogenannten Blindseelen


Der Kurs war kein gewöhnlicher Kurs, sondern eher eine Aufforderung, kreativ zu sein, mit ein paar Hilfestellungen. Aber: seine Vorstellung war, in jenem Semester Mathematik-Spiele zu erfinden. Ich hatte Magie und Fabelwesen und sowas im Kopf (und mit Mathe nur mäßig viel am Hut) und war erst mal etwas enttäuscht, aber nach ein paar Wochen schaffte ich es, einen spielbaren Prototyp zu basteln. Nach einigen Testpartien sagte Reinhold: „Das gefällt mir, das veröffentliche ich.“ Ich war völlig perplex. Wir haben dann innerhalb seines Verlages Edition Perlhuhn eine Kleinauflage von 100 Stück hergestellt, ich hatte spannende Erfahrungen gesammelt, eine erste Spiele-Veröffentlichung und vor allem: einen Freund gewonnen.

Von jenem Wintersemester an war ich regelmäßig bei Reinhold, sowohl während der Kurse (es gab noch ein paar Nachfolgekurse, aber wir haben uns auch anschließend einfach weiter wöchentlich getroffen) als auch zwischendurch. Wir haben viel gespielt, gemeinsam Spiele entwickelt oder uns gegenseitig unsere Ideen gezeigt und natürlich viel geredet. Es gab wohl kaum eine bessere Quelle, um über die Geschichte der Spielebranche in Deutschland zu lernen, als ihn. Schon in den späten Fünfzigern hatte er seinem Großvater einen alten Zaunpfahl abgeschwatzt (den dieser lieber als Brennholz verwenden wollte), um daraus ein erstes Spiel zu bauen, das legendäre Wikingerschach (nein, nicht das oft salopp so bezeichnete Kubb mit den Wurfhölzern; das ist viel jünger). Auch das grandiose Piratenbillard entstand um diese Zeit – interessanterweise hat er über das genaue Datum keine Aufzeichnungen gemacht, denn damals hatte er das Thema Spieleentwicklung selbst noch gar nicht so ernst genommen – in seinen Tagebüchern aus dieser Zeit hat er eher andere künstlerische und wissenschaftliche Werke vermerkt. Beide Spiele wurden erst wesentlich später in Verlagen veröffentlicht.

Als er 1974 vom Göttinger Kunstverein gebeten wurde, eine „spielbare Grafik“ zu veröffentlichen, tat er das, was er schon mit seinen Marionetten vielfach getan hatte: Er nutzte Alltagsmaterialien dafür, in diesem Fall Schraubenmuttern. Die Wabenform inspirierte ihn zu dem Titel Wabanti. Eine Schachtel gab es noch nicht, die Muttern und die Würfel waren in einem Beutel. 24 durchnummerierte Exemplare gab es, und die Reaktionen waren so gut, dass er zwei Jahre später zusammen mit seinem Freund Hubertus Porada einen Spieleverlag gründete, nämlich die Edition Perlhuhn. Der Name hing mit den Afrika-Reisen der beiden zusammen. Reinhold, der inzwischen als Geologe an der Universität Göttingen arbeitete, war seit 1970 häufig in Afrika unterwegs, vor allem in Namibia. Er forschte dort unter anderem zu prähistorischen Erdbeben, brachte aber neben wissenschaftlichen Erkenntnissen, viel Gestein und unglaublich spannenden Geschichten und Anekdoten auch viele Fotos mit. Aus diesen Fotos machten die beiden für 1974 einen wunderschönen großformatigen Schwarz-Weiß-Silhouetten-Kalender. Auf einem Foto sind ein paar der im südlichen Afrika verbreiteten Perlhühner zu sehen, und eine der Silhouetten wurde dann zum Logo für den neuen Verlag.

Reinhold Wittig mit Afrika-Kalender 1974
Aus diesem Foto entstand das Logo (und wohl auch der Name) der Edition Perlhuhn.
Reinhold Wittig mit Riesenausgabe seines Spiels Wabanti
Riesenausgabe Wabanti zu „50+4“ – fünfzig Jahre und vier Monate nach der Erstausgabe, mit 54mm-Muttern

Der richtige Durchbruch kam einige Jahre später mit der Würfelpyramide „Spiel“. Diese war eigentlich weniger ein Spiel als eine Aufforderung zum Spiele erfinden, denn zu Beginn enthielt sie gar kein Regelwerk. Wie Reinhold mir erzählte, hatte er mit einigen Exemplaren auf dem Göttinger Kunstmarkt gestanden und kaum welche verkauft. Irgendwie muss sich das aber herumgesprochen, denn einige Monate später, vor Weihnachten, klingelte sein Telefon und jemand fragte ihn: „Sind Sie der mit den Würfeln?“ Am gleichen Tag kamen weitere Anrufe, und zu Weihnachten waren die ersten 100 verkauft. Bald fingen Leute an, ihre eigenen Regeln für das Spiel mit „Spiel“ einzuschicken, und viele davon landeten in späteren Ausgaben auch in einem Regelheft. Franckh-Kosmos machte dann eine Edition-Perlhuhn-Serie bei sich auf, die durch opulente Ausstattung auf sich aufmerksam machte und lange Zeit zu ihren Bestsellern gehörte. Die Verbindung von Spiel und Kunst blieb ihm immer ein Anliegen – gleich fünfmal wurden seine Spiele mit dem Sonderpreis für das schöne Spiel der Jury Spiel des Jahres ausgezeichnet wurde.

Ermutigt von den ersten Erfolgen beschloss Reinhold, für Januar 1983 zu einem Spieleautor(inn)entreffen in Göttingen einzuladen. In diesem Zusammenhang prägte er auch erstmals das Wort Spieleautor, das sich im deutschsprachigen Raum heute weitgehend durchgesetzt hat. Dieses Treffen wird nach wie vor jährlich abgehalten und ist von seinen moderaten Anfängen kräftig gewachsen und zu einem Zugpferd der Stadt Göttingen geworden, die schnell als Partnerin dazukam – jedes Jahr im Juni treffen sich einige Hundert Menschen dafür hier. Für einige Jahre habe ich es mit ihm zusammen organisiert. Als er 80 wurde, hat er es an die Spieleautorenzunft übergeben, die es seither (weiterhin gemeinsam mit der Stadt Göttingen) veranstaltet, sodass das weitere Bestehen einigermaßen gesichert sein sollte.

Katalog zum ersten Spieleautoren-Treffen in Göttingen 1983
Von den Anfängen …

 

Banner der Spieleautorentreffens in Göttingen
… bis in die Neuzeit.

Zu diesen Spuren, die Reinhold in der Spielewelt hinterlassen hat, kam dann 1988 die wohl wichtigste und nachhaltigste hinzu. Auf dem Perlhuhn-Abend bei der Nürnberger Spielwarenmesse nahm er sich einen Bierdeckel und schrieb darauf:

Keiner von uns gibt ein Spiel an einen Verlag, wenn sein Name nicht oben auf der Schachtel steht!

Diesen Bierdeckel unterschrieben am gleichen Abend und am nächsten Tag 13 damals bekannte und aktive Spieleautor:innen. Wie Reinhold mir erzählte, bekam er zweimal das Angebot eines richtig schönen Vertrags, wenn er den Deckel vernichten würde. Tat er aber nicht – und das ist der Grund, warum es heute üblich ist, dass die Namen der Autor:innen mehr oder weniger prominent auf den Spieleschachteln stehen und überhaupt viel stärker beachtet werden als zuvor. Der legendäre Bierdeckel wird heute im Deutschen Spielearchiv in Nürnberg aufbewahrt.

Reinhold Wittig mit Auszeichnung Hall of Fame der Academy of Adventure Gaming Arts & Design.
2020 wurde Reinhold in die Hall of Fame der Academy of Adventure Gaming Arts & Design (GAMA) aufgenommen.

Als ich Reinhold kennenlernte, war er 70 und zwar noch immer voller Ideen, aber inzwischen weitgehend dazu übergegangen, Spiele nur noch in Handarbeit und in Kleinserie herzustellen. Das hing mit einer anderen Leidenschaft von ihm zusammen, nämlich der Kunst aus Schrott. Nahezu jedes Wochenende fuhr er auf den Schrottplatz eines Freundes und stöberte da nach interessanten Objekten; meist aus Metall. Aus diesen Teilen baute er seine Marionetten, seine beeindruckenden Tierskulpturen und gelegentlich eben auch Spiele. Ich erinnere mich daran, wie er 2009 mit 31 gleichen Aluminiumteilen vom Schrottplatz zurückkam. Scheinbar beliebige Teile – aber Reinhold bohrte sie an, steckte eine Metalllanze hinein und hatte damit den Ritter für Matthias Schmitts „Don Q. und der Dreh mit den Windmühlen“ erschaffen. Die Auflage des Spiels belief sich entsprechend auf 31 Exemplare (heute gesuchte Sammelobjekte). Andere Spiele baute er aus Holz, verwendete Rest-Material von früheren Perlhuhn-Spielen oder erschuf gleich Einzelstücke, oft auch zu bereits anderswo veröffentlichten Spielen. Ich habe Auto-Fußmatten gesehen, unregelmäßig geformte Tonklötze, Bräter, Waagen, Kuhtränken und was nicht noch alles.

Reinhold Wittig mit seinem Spiel Göttinger Ploppfrosch
Der Göttinger Ploppfrosch entstand aus einer Kuhtränke.
Matthias Schmitts Brettspiel Don Q. und der Dreh mit den Windmühlen
Unscheinbare Metallteile werden zu Rittern

Viele Autor:innen gehen bei ihren Spielideen von Themen aus, andere von Mechanismen. Reinhold kam sehr oft über das Material oder ein Objekt zum Spiel.
Auch wenn das mit den Hochglanzausgaben moderner Spiele nichts zu tun hatte, konnte ich von seiner Arbeitsweise und seinen Visionen unheimlich viel lernen. Einige Spiele entwickelten wir zusammen und veröffentlichen sie teils in der Edition Perlhuhn, teils anderswo. Unser gemeinsames Spiel Topfrosch beispielsweise ist auf diese für ihn typische Weise entstanden – wir saßen an seinem Tisch und spielten mit Metall-Eisschälchen und Murmeln herum, bis es plötzlich klickte und wir merkten, dass wir ein Spiel erfunden hatten. Und er hatte immer ein offenes Ohr für meine eigenen Spielideen, wovon ich natürlich sehr profitiert habe. Dafür half ich ihm mit seiner alten Webseite oder mit internationalen Kontakten. Wenn ich von einem Perlhuhn-Spiel wirklich begeistert war, habe ich versucht, das ein bisschen bekannt zu machen. Ihm waren Verkaufszahlen inzwischen herzlich egal und er betrieb das Ganze nur noch aus Leidenschaft, freute sich aber immer, wenn er mal wieder eine Anfrage aus Japan oder den USA für eins oder gleich mehrere seiner Spiele bekam.

Noch später baute er immer weniger neue Spiele, und wenn doch, dann nur noch für den Eigenbedarf oder hier und da als Geschenke. Trotzdem ging ich, wann immer ich nicht auf Reisen war, ein bis zweimal die Woche zu ihm, zum Reden und vor allem auch zum Spielen. Einmal unter der Woche abends mit anderen, sonntagsmorgens dann in der Regel mit ihm allein. Es gibt Spiele, die wir beide vermutlich öfter zusammen gespielt haben als irgendwer sonst auf der Welt. Ich habe diese Spiele auch zu Hause, aber ich kann kaum hoffen, sie jemals mit anderen Leuten auch nur annähernd so häufig zu spielen. Diese Spiele gehören einfach zu meiner Geschichte mit Reinhold und werden mich immer an ihn erinnern.

Reinhold Wittig mit dem Spiel Don Q. von Dirk Hanneforth
Dirk Hanneforths Spiel Don Q. habe ich jahrelang nahezu jeden Sonntag mit ihm gespielt, oft mehrfach.

Unter den mehreren Hundert Spielen, die Reinhold in seinen rund sieben Jahrzehnten als Spieleautor entwickelt hat, wirken einige heute veraltet. Andere finde ich immer noch zeitlos, und das sind vor allem seine Geschicklichkeitsspiele. Piratenbillard war wie schon erwähnt eins seiner Frühwerke, noch aus den späten Fünfzigern. Breitseite entstand auf mein Drängen hin als verbesserte Neuausgabe eines Spiels, das er 30 Jahre zuvor innerhalb der Spielesammlung Ombakado veröffentlicht hatte, die inzwischen völlig in Vergessenheit geraten war. Noch bis vor wenigen Wochen konnte er mich in diesem Spiel in den meisten Fällen souverän besiegen, obwohl das Spielen einigen physischen Kraftaufwand erfordert. Sein Meisterstück ist für mich persönlich allerdings Volta, das eins der ganz wenigen Spiele ist, die ich für rundheraus perfekt halte. Ein Brett, zwei Holzklötze, zwei Kugeln – Nervenkitzel und Lachen garantiert.

Reinhold Wittigs Spiel Breitseite
Breitseite ist ein Spiel, das geradezu unglaubliche Momente erschafft. Wie kann dieses Schiff noch zusammenhalten?
Reinhold Wittigs Brettspiel Volta
Reinholds Meisterwerk Volta

Auch wenn für mich seine Spiele und sein Wirken für das Spielen im Mittelpunkt standen, war Reinhold auch vielfältig anders künstlerisch aktiv. Im Göttinger Stadtbild fällt schnell der von ihm gestaltete Planetenweg ins Auge, der sich vom Bahnhof bis ins Dorf Diemarden erstreckt (Reinhold hatte immer den Wunsch, den eines Tages bis zum ersten Exoplaneten fortzuführen, der nach dem Maßstab des Göttinger Planetenwegs in Neuseeland anzusiedeln wäre), oder die Bronzelokomotive in der Fußgängerzone. Mir noch näher stehen neben unzähligen kleineren Skulpturen (man denke an die unglaubliche kinetische Banane) seine fantastischen Marionetten, von denen er über die Jahrzehnte hinweg um die 200 gebaut hat.

Reinholds Wohnung lag zwischen Saturn und Uranus.

Sein Marionettentheater Collegium Magicum erweckte in den Sechzigern viel Aufmerksamkeit. Reinhold wusste, dass ihm nicht mehr so sehr viel Zeit blieb, und war sehr froh, dass ein Museum in München einige seiner frühen Marionetten übernehmen wollte. Zum Abschied wurden diese im März im Kunsthaus Göttingen noch einmal ausgestellt. Reinhold war kurz zuvor im Krankenhaus gelandet und wir hatten Sorge, dass er diese wunderbare Ausstellung nicht mehr selbst miterleben könnte. Doch im Gegenteil: Seine Freude darüber war so groß, dass er pünktlich aus dem Krankenhaus kam und an der Eröffnung teilnehmen konnte. Auch später ließ er sich mehrfach hinfahren und stand den zahlreichen Besucher:innen für Fragen und Konversation zur Verfügung. Das hat er unheimlich genossen, und ich glaube, das hat ihm noch einen Kräfteschub gegeben.

Poster für Reinhold Wittigs Ausstellung "Marionetten für München"

Ich habe auf der Ausstellung noch angefangen, ein Video-Interview mit ihm zu führen. Das wollten wir anschließend bei ihm zu Hause fortsetzen. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen. Am 11. April 2026 ist Reinhold Wittig verstorben. Nicht nur auf mich persönlich wird sein Vermächtnis in vieler Weise nachwirken.

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Auf Brettspielfreizeit: 10 Tage Spiele-Seminar mit Vollpension

Von: ravn
05. März 2026 um 23:25

Die einen nennen es Freizeitvergnügen und die anderen ordnen es für sich als Bildungsurlaub ein. Die erlebte Realität liegt individuell dazwischen. Gemeinsam ist auf jeden Fall, eine um ein Wochenende verlängerte Woche im Kreise von lieben Menschen, Bekannten und Freunden, die zu Mitspielern werden. Das sind 10 Tage voller Begegnungen am Spieltisch und in den nötigen Essenspausen dazwischen. Und Erholung sollte dabei auch nicht zu kurz kommen.

Die Seminarveranstaltung im beschaulichen Bad Holzhausen steht dieses Frühjahr unter dem offiziellen Motto „Miteinander statt gegeneinander – Wege zur Verständigung und Konfliktlösung im generationenübergreifenden Kontext.“ Dabei verbindet das Seminar methodisch erfahrungsbasierte und aktivierende Ansätze mit ausgewählten spielerischen Elementen, um Austausch, Kooperation und gemeinsames Lernen im generationenübergreifenden Kontext zu fördern. Gewiss keine Übertreibung, weil genau das erhoffe ich mir persönlich dort. Eventuell nicht in so hochgestochenen Worten gekleidet, aber den Kern der Sache trifft es.

Am Spielbrett geht es um Begegnungen, die nur miteinander statt gegeneinander zum Erfolg führen können. Da gilt es zunächst, gemeinsam eine Schnittmenge zu finden, um aus einer Auswahl an über 250+ Seminarobjekten etwas zu finden, was mindestens eine gute Zeit verspricht. Wobei es auch nicht schadet, mal über seinen Schatten zu springen, die eigene Komfortzone zu verlassen und etwas Neues zu wagen.

Verständigung treffen wir bei Spielmechanismen mit diplomatischem bis kooperativem Ansatz. Konfliktlösungen sehe ich eher im konfrontativen Spiel, bei dem es durchaus im Laufe der Partie gerne hart zu Sache gehen darf, sofern wir uns am Ende die Hände schütteln können und keinen Groll ins Danach tragen. Durch die vielschichtige Altersstruktur der Seminarteilnehmer ergibt sich der generationsübergreifende Kontext von ganz alleine, wenn die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander treffen und miteinander auskommen müssen. Zumindest für begrenzte Zeit. Wobei es dann auch eine Erfahrung für sich ist, dass ich nicht zwingend mit jedem besten Freund sein muss.

Den Lernfaktor sehe ich zudem auf mehreren Ebenen. Einmal im Miteinander selbst, in den diversen sozialen Kontakten, auch bei unterschiedlichen Ansichten, Meinungen und Spielweisen sich gegenseitig zu respektieren in den erlebten Eigenheiten, von denen ich mich keineswegs ausnehme. Aber ebenso in der Vielfalt der Seminarobjekte, die teilweise mehr einer Simulation als einem Spiel zum reinen Spaß ähneln. So kann ein Limit von Spielworxx uns eindrucksvoll bis beängstigend die Grenzen des Wachstums ausweisen, wobei ein Wroth auf einer ganz anderen Ebene zeigt, wohin Konflikte um Gebiete führen und wie sich Sieger dabei formen. Das moderne Brettspiel ist soviel mehr, darf aber ebenso gerne reiner Zeitvertreib sein.

Zehn Tage Raum und Gelegenheit sind da schon ein Marathon, der ebenso bewusste Atempausen der Ruhe und der gewählten Isolation braucht – zumindest für mich. Genau deshalb habe ich auch meine Wanderschuhe und Nordic Walking Stöcke dabei, um mich noch vor dem Frühstück im Morgengrauen mal so richtig auszupowern. Um dann bereit für den Seminartag zu sein.

Ich freue mich darauf. Die Taschen sind gepackt. Die Dieselpreise für einen Moment verdrängt, ebenso wie die restliche Welt fernab der temporären Idylle Bad Holzhausen. Ein Ort und Zeitraum, der zeigt, dass es miteinander statt gegeneinander auch anders geht. Die Rückkehr in die raue Wirklichkeit und fordernde Arbeitswelt wird schon schwierig genug sein. Bis dahin stehen aber noch 10 Tage in entspannter Vollpension-Seminar-Umgebung an. Bis dahin. Mal sehen, ob ich mich von vor Ort hier melde. Und wenn doch nicht, dann bleibt Brettspieltag.de treu und gönnt mir die Sendepause. Über 320 Beiträge gibt es derweil hier für Euch zu entdecken.

Sanibel (spielbox #1/2026): Richtigstellung zur Rezension / correction of review

02.03.2026 - Die Rezension zum Spiel Sanibel in der spielbox #1/2026 ist fehlerhaft. Autorin und Verlag verweisen zurecht darauf, dass es nicht möglich ist, dass im zweiten Teil des Spieles zu wenig Material auf dem Spielplan liegt, das eingesammelt werden kann. Dieses Problem ist durch eine falsche Regelauslegung meinerseits entstanden. In der Folge hatte ich auch die Bewertung für Sanibel entsprechend niedriger angesetzt. Wir werden darauf in der nächsten Ausgabe der spielbox ausführlicher eingehen. Ich bitte unsere Leserinnen und Leser, Hasbro und insbesondere die Autorin Elizabeth Hargrave, den Fehler zu entschuldigen.

Stefan Ducksch, Chefredakteur spielbox

NSV denkt sich neu: Umfassendes Rebranding als erster Schritt zu einem schärferen Profil

27. Januar 2026 um 13:40

NSV denkt sich neu: Umfassendes Rebranding als erster Schritt zu einem schärferen Profil

Ab Januar 2026 präsentiert sich NSV mit neuem Logo und einer grundlegend überarbeiteten Struktur seines Sortiments. Das umfassende Rebranding gibt der Markenidentität mehr Tiefe und kommuniziert klarer nach außen, für welche Spiele NSV primär steht. Ein Beweggrund hinter dieser Maßnahme ist die künftig stärkere Berücksichtigung der internationalen Zielgruppe.

NSV = Marke für moderne Karten- und Würfelspiele

Seit etwa 30 Jahren besteht der Nürnberger-Spielkarten-Verlag als eigenständiges Unternehmen. Sein Angebot hat sich im Laufe der Zeit immer mehr in Richtung moderne Karten- und Würfelspiele entwickelt. „Titel wie Qwixx und The Mind prägen schon länger das Gesicht des Verlags. Unser neuer Markenauftritt macht diesen Wandel für alle sichtbar.“, erklärt Geschäftsführer Tobias Husch.

Verspielteres Logo, klare Struktur im Sortiment

Das neue Logo behält die markanten Grundfarben Rot und Weiß, auch in Anlehnung an die fränkischen Wurzeln des Verlags, rückt aber die Abkürzung NSV als Markenname in den Vordergrund. Die klassischen Symbole Karo, Pik und Herz machen Platz für einen dezent verspielten Schriftzug.

Neben dem Logo zeigt sich das Rebranding am deutlichsten in der veränderten Sortimentsstruktur. NSV setzt hier auf ein leicht verständliches System. Es gibt drei Produktkategorien mit je einer festen Schachtelgröße – und jede Kategorie bekommt einen unterscheidbaren Charakter. Das kleinste Format NSV TRAVEL ersetzt die bisherige Produktlinie MINNYS®. Die Spiele in dieser Linie sind durch ihre maximale Kompaktheit der perfekte Reisebegleiter. NSV SIGNATURE bezeichnet die Schachtelgröße, für die NSV bisher am bekanntesten ist, zum Beispiel durch Qwixx oder The Game. Sie soll weiterhin das „Signature-Format“ des Sortiments bleiben und Spiele unter sich vereinen, die alle zeitlos unterhalten und für jede Spielerunde geeignet sind. Die neue Übergröße NSV EXTRA beherbergt die Titel, die das gewisse Extra bieten; sei es in Form von höherwertigen Materialien oder durch ein Mehr an spielerischer Herausforderung. Sie richtet sich noch mehr als die anderen an erfahrenere Brettspielfans.

Internationales Publikum stärker im Fokus

„Diese neue Struktur verbessert die Kundenansprache enorm und zeigt mehr denn je, welche Vielfalt im NSV-Sortiment steckt. Wer neu in die Brettspielwelt eintauchen will, wird mit unseren kompakten Spielen genauso abgeholt wie diejenigen, die dem Hobby schon verfallen sind und einen guten Starter oder Absacker suchen.“, so erläutert es Daniel Rothenbücher, Marketing Manager bei NSV.

Mit dem geschärften Profil auf Basis des Rebrandings will der Verlag sein Potential als internationale Spielemarke weiter ausschöpfen. Die neu entwickelte Tagline „Connect. Challenge. Enjoy!“ unterstreicht das ebenfalls. Bei der Auswahl von Neuheiten soll das internationale Brettspielpublikum noch stärker berücksichtigt werden.

„NSV ist mit seinen Spielen weltweit gefragt und die meisten Titel sind von Grund auf sprachneutral konzipiert – ideal für eine länderübergreifende Vermarktung. Unter der neuen Markenstrategie wird NSV diesen Weg konsequent weitergehen, zusammen mit uns und seinen Partnerverlagen in aller Welt.“, sagt Susanne Thomas, Director Marketing CEE bei Cartamundi Entertainment.

First Look auf der Spielwarenmesse Nürnberg

Die Ausarbeitung des neuen Markenauftritts hat bereits in enger Zusammenarbeit zwischen NSV und Cartamundi stattgefunden. Die weiteren Marketingmaßnahmen, die rund um das Rebranding angedacht sind, werden ebenfalls gemeinsam entwickelt.

Einen tieferen Einblick gibt es auf der 75. Spielwarenmesse in Nürnberg vom 27. bis 31. Januar 2026. In Halle 10.0 / F-20 werden neben den anderen Marken von Cartamundi Entertainment die allerersten NSV Neuheiten im neuen Produktdesign vorgestellt.

Neuer Chefredakteur bei der SPIEL DOCH!

20.01.2026 - Die SPIEL DOCH! – Das Magazin für Brett- und Kartenspiele bekommt ab 1.4. einen neuen Chefredakteur. Jan Fischer (42) folgt auf Udo Bartsch, der diese Funktion seit dem Start 2015 innehatte und dem Redaktionsteam als Autor weiter erhalten bleibt. Fischer ist freier Journalist und auch als Redakteur für den Spiel des Jahres e.V. tätig. Seine erste SPIEL DOCH! wird also die September-Ausgabe werden. Das Layout verantwortet weiter Christina Hucke. Mehr dazu im neuesten spielboxcast Nr. 31.

Der Drude am Dienstag

Von: HilkMAN
22. März 2025 um 21:42

Hier kommt ein Hinweis in eigener Sache. Ich arbeite ja beim frechverlag in der Abteilung Spiele & Rätsel. Seit kurzem hat unsere Abteilung einen eigenen Instagram-Kanal. Als da die Planung für Inhalte und Programm gemacht wurde, haben meine geschätzten Kolleg:innen immer mal von einem wöchentlichen Video namens „Der Drude am Dienstag“ gesprochen. Ich habe ein bisschen mitgeblödelt, bis mir aufging: Die meinen das ernst. Aber da es keine anderen Freiwilligen gab, ist das jetzt tatsächlich in die Tat umgesetzt worden. Jede Woche (ratet selbst, an welchem Tag) erzähle ich für eine Minute oder so aus meinem Leben als Produktmanager. Eigentlich sind Videos ja gar nicht so mein Metier, und diese Minifetzen auch nicht, aber so ist halt die moderne Welt.

Screenshot aus meiner Videokolumne "Der Drude am Dienstag" auf Instagram.
Vielleicht interessiert es ja die eine oder den anderen, was ich da so mache. Dann findet Ihr das Ganze hier. Falls Ihr bestimmte Themenwünsche haben solltet, könnt Ihr Euch natürlich vertrauensvoll an mich wenden. Und wir freuen uns natürlich, wenn Ihr uns folgt, das ist nämlich bisher noch etwas schleppend losgegangen. Danke!

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Wer hätte Interesse an einem Stichspielcon?

Von: HilkMAN
22. Juli 2024 um 16:37

Stichspiele erleben zu meiner Freude in letzter Zeit eine Renaissance. Japan hat dabei sicherlich eine große Rolle gespielt, aber auch an anderen Orten ist das nicht zu übersehen. Daher trage ich mich seit einer Weile mit dem Gedanken, mal einen kleineren Con zu organisieren, bei dem sich alles um diese Art von Spielen dreht. Die Definition von Stichspiel sehe ich dabei nicht so eng, alles, was man im Englischen als Shedding Games oder Ladder Climbing Games bezeichnen würde, rechne ich mit ein (eine Liste mit Beispielen aus meiner Sammlung folgt ganz unten).

So Sachen halt.

Ich denke da an ein Wochenende mit vielleicht 20 bis 50 Personen. Stattfinden würde es in Göttingen, und terminlich habe ich Februar 2025 im Auge. Ich würde dann hier Räumlichkeiten organisieren und die Kosten auf alle umlegen (der Anteil an der Raummiete sollte 10 Euro pro Person nicht übersteigen). Übernachtungen kann ich nicht stellen, darum müssten sich alle selbst kümmern (aber ich helfe natürlich gern dabei, wo ich kann). Verpflegung, ebenfalls auf Selbstkostenbasis, könnten wir organisieren, darüber würde ich mir etwas später Gedanken machen beziehungsweise das mit denen besprechen, die dabei sein wollen. Es wäre also kein Con der Art, wo ich morgens die Tür aufmache und hoffe, dass jemand kommt, sondern einer mit vorheriger Anmeldung (vermutlich auch mit einer Vorabüberweisung, das würde ich dann rechtzeitig ankündigen). In jedem Fall geht es mir nicht drum, damit Geld zu verdienen, ich will nur ohne Minus rauskommen.

Jetzt möchte ich einfach erst mal ausloten, wie viel Interesse überhaupt an so etwas besteht. Wo sind die Stichspielfans, die sich vorstellen könnten, an so einem Con teilzunehmen? Schreibt mir bitte an stichspielcon@lidude.net. Ich würde jetzt erst mal ein bisschen sammeln und dann beizeiten eine Mail mit weiteren Details und/oder einer Umfrage rumschicken. Keine Angst, ich mülle Euch nicht mit Mails zu, und Ihr verpflichtet Euch auch noch zu nichts, ich will nur sehen ob sowas überhaupt funktionieren kann.

Fragen und Vorschläge könnt Ihr natürlich ebenfalls schicken. Jetzt möchte ich einfach erst mal wissen, wie groß das Interesse so ist – ich bin gespannt, was da so hereinkommen mag.

Hier ist noch die angekündigte Liste meiner Spiele, die wir auf so einem Con spielen könnten – natürlich hoffe ich drauf, dass auch noch viele weitere mitgebracht werden, denn es soll ja auch die Möglichkeit geben, neue Spiele kennenzulernen:

Symbols, and 7 Nations
Charms
Chimera
Cobra
Cosmic Eidex
Cryptrick
Enemy Anemone
Fibonachos
Inflation
Joias
luz
La Macarena
Macaron
Magic Trick
Maskmen
Nokosu Dice
The Other Hat Trick
Partout
Pikoko
Primar
ReCURRRing
Road to Lord
Salvage
Tall Tales
Tricky Bid
Upset Kakumei
Volltreffer

(Da kommt und geht auch immer mal was. Und gängigere Spiele wie Scout oder Tichu habe ich natürlich auch noch.)

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Ich habe einen Vogel.

Von: HilkMAN
05. Juni 2024 um 18:40

Dieses Blog war eine Weile online – ich muss mir dringend einen neuen Anbieter suchen, Midphase ist mittlerweile wirklich schlecht geworden. Besonders schade, dass das gerade jetzt passiert ist, denn es gibt etwas Schönes zu erzählen, und das hätte ich auch vorher schon machen können.

Letztes Wochenende fand nämlich das 42. Spieleautor:innentreffen in der Stadthalle statt. Ich habe hier ja schon verschiedentlich darüber berichtet; es gehört zu meinen Lieblingsveranstaltungen in der Spielewelt (obwohl ich natürlich auch gern mal an der UKGE oder gar an DOFF teilnehmen würde, die zeitgleich stattgefunden haben). Für mich war es diesmal aber vor allem deshalb eine besondere Veranstaltung, weil dort jedes Jahr der Göttinger Spatz verliehen wird, eine Auszeichnung der Stadt Göttingen für besondere Verdienste und das Spiel als Kulturgut. Und den habe dieses Jahr ich bekommen. Das hängt nicht ausschließlich, aber doch in hohem Maße mit diesem Blog zusammen – und damit mit Euch allen.

Göttinger Spatz 2024
Der Göttinger Spatz mit mir, der SAZ (Christian Beiersdorf und Hartmut Kommerell) und dem Bürgermeister (Ehsan Kangarani). Foto: Rita Modl

Wenn ich die Jahre seit dem Start dieses Blogs mal Revue passieren lasse, tauchen ganz viele tolle Menschen vor meinem geistigen Auge auf, die dazu beigetragen haben, dass ich die Lust am Schreiben nicht verloren habe. Ich erinnere mich noch an den allerersten Monat (November 2015), in dem ich insgesamt 205 Klicks auf Du bist dran! verzeichnet habe … aller Anfang ist schwer, und ich habe damals wahrscheinlich viel zu viel über so was nachgedacht. Erst, als ich meine Nische gefunden hatte und angefangen habe, gezielt über internationale Spielemärkte zu berichten, wusste ich wirklich, warum ich das Blog überhaupt betreibe. Das hat mir sehr gut getan. Und dazu haben halt sehr viele Leute einen Beitrag geleistet. Zum Einen natürlich all die Menschen rund um die Erde, die auf meine ständigen Nachfragen hin nicht nur ausführlich über ihre eigenen Spiele gesprochen haben (das tun ja viele Leute gern), sondern auch geduldig über die Hintergründe und die Situation der Spielebranche in ihren Ländern berichtet haben. Ohne diese Auskunftsfreudigkeit hätte ich ja auch nicht viel zu schreiben gehabt. Zum Anderen aber natürlich diejenigen, die das Ganze anschließend gelesen und kommentiert haben und mir damit das Gefühl gegeben haben, dass sich das Ganze überhaupt lohnt. Wahrscheinlich hätte ich mehr Besuche auf meiner Webseite gehabt, wenn ich jeweils über die aktuellsten deutschen Spiele geschrieben hätte, aber dafür wäre ich letztes Jahr sicherlich nicht nach Chile eingeladen worden und hätte dieses Jahr nicht den Göttinger Spatz gekriegt. Für solche Erlebnisse bin ich natürlich besonders dankbar, und darum gehört der Spatz auch ein Stück weit Euch allen.

¡Muchas gracias! Obrigado! 謝謝! Thank you! ありがとう! Vielen Dank!

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Webseite und D2C-Shop erstrahlen in neuem Glanz

31. Mai 2024 um 09:09

Es mag nun schon ein wenig her sein, verdient aber trotzdem eine besondere Erwähnung. Wir haben unsere Webseite generalüberholt. Im Rahmen des Relaunches wurde zum einen die inhaltliche Struktur angepasst, zum anderen ein neuer Shop für den Direktvertrieb integriert. Künftig soll die Webseite mehr denn je ein klares Bild über den Nürnberger-Spielkarten-Verlag geben und die Spielebegeisterten neugierig auf weitere Titel machen. Übersicht und Bedienkomfort standen daher bei der Ausarbeitung an erster Stelle.

Was ist neu an der Webseite? Was ist anders?

Die bisherige Zweiteilung – nsv.de für verlagsbezogene Informationen und nsv-spiele.de für alle spielbezogenen Inhalte – ist aufgehoben worden. Sämtlicher Content ist nun in einer Webseite vereint und über beide Domains erreichbar.

Der Aufbau und die Bestandteile unseres Portfolios ist im neuen Sortimentsbereich klarer strukturiert. Man wird schnell merken, dass sich neben den bekannten Bestsellern noch viele weitere Titel im Verlag befinden. Mit den MINNYS ist unter anderem eine komplette Produktlinie enthalten, die neu entdeckt werden will. Das ultrakompakte Spieleformat, nicht größer als ein Smartphone, ist wie kaum ein anderes reisetauglich. Jedes Tütchen enthält ein vollwertiges Spiel inklusive des benötigten Materials. Aufreißen und losspielen, das ist hier das Motto.

Im umfangreichen Downloadbereich finden sich sämtliche Anleitungen aller aktuellen Spiele in den jeweils verfügbaren Sprachvarianten. Die PDFs lassen sich alle kostenlos herunterladen. Daran angeschlossen ist der überarbeitete Pressebereich mit entsprechendem Infomaterial.

Die größte Weiterentwicklung auf der Webseite ist der neue D2C-Shop. Hier erhält man als Kunde NSV-Spiele aus erster Hand. Zudem wird der Shop bei künftigen Neuheiten die erste Verkaufsstelle des Verlags sein. Das macht ihn zusätzlich interessant für alle Fans des NSV. Unterstützt werden wir hierbei von dem Dienstleister VARIA, der schon mit anderen Spieleverlagen erfolgreich zusammenarbeitet.

Um alle Neugierigen zu belohnen, hat es zum Neustart eine große Rabattaktion im Shop gegeben. Es wird sicher nicht die letzte gewesen sein. Daher lohnt es sich immer wieder, einen Blick auf unsere Seite und in den Shop zu werfen.

Blockits – das erste argentinische Spiel auf dem deutschen Markt

Von: HilkMAN
12. Mai 2024 um 13:42

Hier kommt mal wieder eine kleine Werbung in eigener Sache. Etwas, das ich an meinem Job mag, ist, dass ich Spiele aus fernen Ländern nach Deutschland bringen kann. Im Januar hatte ich das schon mit Drachentanz und Veggie Crash aus Taiwan machen können, und Mitte April erstmals mit einem Spiel aus Lateinamerika, nämlich mit Blockits von Alejandra Pini. Das ist zuerst 2022 unter dem Titel Juanito Blockits in Argentinien erschienen und war auch auf meiner Reise nach Chile schon überall zu sehen. Warum Juanito? Es gibt ein argentinisches Videospiel namens Juanito Arcade Mayhem, in dem eine Figur namens Juanito unter anderem Tetris-Blöcke abschießt. Die Leute dahinter waren mit dem Verlag El Dragón Azul befreundet, der nach einer passenden Einbettung für ihr Spiel Blockits suchten und dann die Optik des Videospiels übernommen haben (Illustrationen von María Paolo). Wir haben den Namen Juanito nicht mit nach Deutschland gebracht, sondern es bei Blockits belassen (wie übrigens auch der chilenische Verlag Salta pal lao).

Blockits - deutsche und argentinische Ausgabe
Links die argentinische, rechts die deutsche Ausgabe.

Blockits ist ein Roll & Draw, also ein Spiel, bei dem man würfelt und dann das Würfelergebnis auf einem Block einzeichnet. Am Ende zählt man dann seine Punkte. Gibt’s schon zigfach und ist eigentlich gar nicht meine Art Spiel, weil es meist eine ziemlich solitäre Angelegenheit ist. Aber Blockits hat mich dann doch in seinen Bann gezogen, weil es eine Sache fundamental anders macht als die anderen Spiele dieses Genres. Man hat nämlich zwei Zettel vor sich, einen Spielzettel zum Einzeichnen der Tetris-Figuren, die erwürfelt und gedraftet werden, und einen zweiten, um die Punkte zu notieren. Nur letzteren behält man das ganze Spiel hindurch, während man den Spielzettel nach jedem Wurf nach links weiterreicht. Und damit versteht man auch den Titel: Es geht nämlich vor allem darum, den anderen keine guten Vorlagen zu liefern, um Querreihen komplett zu füllen, und für das Blockieren von Kästchen kriegt man sogar Punkte. Sozusagen das Gegenteil von Tetris.

Blockits - Spielmaterial der deutschen und der argentinischen Ausgabe
Und hier noch mal das Spielmaterial im Vergleich.

Blockits ist, wenn man’s einmal raus hat, ein sehr flottes Spiel, die Spielzettel flutschen nur so über den Tisch. Das mag ich einfach. Bisher läuft das Spiel in Deutschland noch ein bisschen unter dem Radar, obwohl die ersten Reaktionen sehr gut sind. Vielleicht hat ja der eine oder die andere von Euch Lust, sich das mal anzugucken. Danke. 🙂

(Und im Herbst kommt bei uns dann das nächste argentinische Spiel raus. Freu mich schon.)

Der Beitrag Blockits – das erste argentinische Spiel auf dem deutschen Markt erschien zuerst auf Du bist dran!.

Professionelle Verstärkung im Team des NSV

15. September 2023 um 09:17

Mit der Vision „ein neues Qwixx oder The Mind“ für den NSV zu finden, wird Spieleredakteur Christian Hildenbrand zum 1. Oktober 2023 seine neue Aufgabe beim Nürnberger-Spielkarten-Verlag angehen. Zur SPIEL‘23 in Essen wird er erstmals als Scout für den NSV tätig werden. Redaktionelle Entscheidungen werden zukünftig von Christian Hildenbrand zusammen mit dem NSV-Team getroffen. Ziel sei es, so Geschäftsführer Tobias Husch, jetzt die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen – mit einer klaren Produktstrategie schickt er seinen neuen Redakteur ins Rennen. „Wir sind der kleine charmante Verlag von nebenan – der NSV steht für schnelle, einfache Karten- und Würfelspiele für die ganze Familie, dies macht unsere DNA aus und so soll es auch bleiben“, so Husch. „Mit Christian haben wir den absolut richtigen neuen Mann in unseren Reihen, um unser Sortiment wachsen und gedeihen zu lassen.

Der Neue im Team: Christian Hildenbrand

Christian Hildenbrand ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat 2 Kinder. Er ist seit über 25 Jahren tief in der Spieleszene verwurzelt, hat umfangreiche Erfahrung als Spieleredakteur, ist seit über 18 Jahren im Beruf, hat seine Erfahrung als Redakteur unter anderem bei AMIGO sowie HUCH! gesammelt.

Seine persönliche Vision für und mit dem NSV fasst er so zusammen: „Ich verfolge das NSV-Spieleprogramm schon seit Qwixx sehr genau und fühle mich in den Spielen vor allem auch als Spieler sehr wohl. Das Programm spricht zudem genau die Zielgruppe an, die ich selbst als Redakteur immer im Fokus hatte“, erklärt Hildenbrand bei Vertragsunterzeichnung am 20. September. „Diesen Wohlfühlfaktor will ich bei der Mitgestaltung des NSV-Programms fortführen – für mich und für die Fans der NSV-Spiele. Ich freue mich darauf, mich quer durch die Spielideen der Autorinnen und Autoren durchzuspielen, einfach mal mutig spannende Konzepte zu realisieren und damit die Fußstapfen, die mir hinterlassen wurden, gebührend auszufüllen.“

Ob man als Spieleredakteur selbst passionierter Spieler sein muss? Zumindest muss man für seine Sache brennen – und das tut Christian Hildenbrand. Er besitzt persönlich ca. 6.000 Spiele und spielt quasi täglich. Nun gilt es, diese Expertise mit dem NSV zu teilen – willkommen im Team Christian!

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