30.10.2026 - Die Messe SPIEL in Essen ist vorüber, und sie hat erneut alle Rekorde gebrochen: 230.000 Besucher (ausverkauft), 8 Hallen mit 81.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche (ausverkauft), 997 Aussteller mit über 1.800 Neuheiten. Die spielboxcast-Ausgabe #40 behält den Überblick: Die Hosts Manuel Fritsch und Stefan Ducksch haben in Essen gleich mehrere spannende Kurzinterviews für die Oktoberausgabe geführt und, noch bevor sie alle mitgebrachten Spiele ausgepackt haben, in einer neuen Folge verewigt.
16.10.2026 - Like every year, our readers now have another opportunity to support the English edition of spielbox with a Kickstarter campaign, themselves benefiting from attractive subscription prices. Potential backers can even book advertisements throughout the seven issues in 2027. These crowd-sourced funds help make the magazine even better, ensuring we can keep delivering the accustomed level of game reviews, reports, interviews and add-ons.
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12.10.2026 - Das spielbox Special, unsere alljährliche Sonderausgabe mit den Herbstneuheiten zur SPIEL, ist jetzt als Gratis-Download verfügbar. Traditionell enthält diese Ausgabe die Vorstellung vieler neuer Spiele von A bis Z, die in Essen neu erscheinen (ein weiterer Teil findet sich in der spielbox 5/2026), und natürlich auch wieder die allseits beliebte Checkliste (gelbe Seiten) mit von der spielbox-Redaktion ausgewählten Neuheiten.
30.09.2026 - Die Vorfreude auf die Messe SPIEL Ende Oktober in Essen steigt: Viele Verlage nutzen im September die Gelegenheit, um Medien vorab ihre Herbstneuheiten vorzustellen. Für den spielboxcast Ausgabe #39 war Stefan Ducksch in Deutschland unterwegs und präsentiert dem Host-Kollegen Manuel Fritsch seine Ausbeute: kurze Interviews mit Verlegern und Autoren.
28.09.2026 - Die ehemalige deutsche Nationalspielerin Kerstin Garefrekes verbindet ihre Leidenschaft für Fußball mit der für Brettspiele – nicht nur privat, sondern auch als Co-Trainerin. In der neuen SPIEL DOCH! tauchen wir außerdem in die Welt der Tolkien-Spiele (Herr der Ringe) ein und erzählen die Hintergrundgeschichten zum Spiel, Kennerspiel und Kinderspiel des Jahres 2026. Zum 30. Jubiläum von Wizard blicken wir zudem auf die Entstehungsgeschichte des beliebten Kartenspiels zurück. Dazu kommen noch reihenweise Spielebesprechungen, etwa zu Boss Fighters, 13 Leaves, Toy Battle, Morty Sorty Magic Shop und vielen mehr.
28.08.2026 - Für den spielboxcast, Ausgabe #38 hatten die Hosts Manuel Fritsch und Stefan Ducksch die Gelegenheit, mit Autor und Illustrator Michael Menzel zu seinem Spiel Batman Gotham City Crimes zu sprechen. Das erscheint im Oktober, und momentan macht der Kosmos-Verlag noch ein großes Geheimnis um diese Neuheit. Michael Menzel erzählt über die Entstehung des Spieles – von der Zusammenarbeit mit Kosmos und DC Comics, es gibt erste Informationen zu den Abläufen auf dem Spielplan von Gotham City und viel Nerd-Stuff für Batman-Experten.
29.05.2026 - 🎙️ spielboxcast 35 ist da! Im Mittelpunkt der neuen Folge steht Lars-Michael Stock vom Verlag Adverunde. Gemeinsam mit Manuel Fritsch und Stefan Ducksch spricht er über sein politisches Kartenspiel DINDEX, Demokratie am Spieltisch und die Frage, wie Krisen, Parteien und Oligarchen spielerisch umgesetzt werden können. In den News geht es unter anderem um BATMAN – GOTHAM CITY CRIMES von Michael Menzel bei Kosmos, Diskussionen rund um THE LEGACY OF MARS sowie die aktuellen Nominierungs- und Empfehlungslisten zum Spiel des Jahres 2026. Außerdem werfen die Hosts einen Blick auf die Frühjahrsneuheiten FROSTED BLOOMS, KOI und CARNUTAsowie auf die kommende spielbox 3/26.
Ich habe früher bei der Volkshochschule Göttingen gearbeitet. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, pro Semester einen kostenlosen Volkshochschulkurs zu besuchen. 2007 fiel mein Blick auf einen Kurs namens „Spiele erfinden – wie geht das?“ von Reinhold Wittig. Ich kannte seinen Namen und seine ikonische Spielepyramide „Spiel“ seit den Achtzigern, und hatte mit anderen Leuten zusammen auch schon hier und da an Spielideen herumgebastelt, also schien das für mich das perfekte Angebot zu sein.
Der Kurs fand ungewöhnlicherweise in Reinholds Wohnung statt, die wohl jeden, der je dort war, in ihren Bann gezogen hat. Jeder Winkel war voll mit Marionetten, selbstgebauten Möbeln, anderen Kunstwerken von ihm, Kunst aus Afrika, Büchern, Dokumenten zur Spielgeschichte und was nicht noch alles. Die Empore in seinem Keller bestieg man über eine Flugzeug-Gangway, sein Spieltisch stand felsenfest auf großen Schiffsturbinen, und so weiter und so weiter. Und mittendrin war Reinhold, der aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz erzählte.
Knobelspiel aus sogenannten Blindseelen
Der Kurs war kein gewöhnlicher Kurs, sondern eher eine Aufforderung, kreativ zu sein, mit ein paar Hilfestellungen. Aber: seine Vorstellung war, in jenem Semester Mathematik-Spiele zu erfinden. Ich hatte Magie und Fabelwesen und sowas im Kopf (und mit Mathe nur mäßig viel am Hut) und war erst mal etwas enttäuscht, aber nach ein paar Wochen schaffte ich es, einen spielbaren Prototyp zu basteln. Nach einigen Testpartien sagte Reinhold: „Das gefällt mir, das veröffentliche ich.“ Ich war völlig perplex. Wir haben dann innerhalb seines Verlages Edition Perlhuhn eine Kleinauflage von 100 Stück hergestellt, ich hatte spannende Erfahrungen gesammelt, eine erste Spiele-Veröffentlichung und vor allem: einen Freund gewonnen.
Von jenem Wintersemester an war ich regelmäßig bei Reinhold, sowohl während der Kurse (es gab noch ein paar Nachfolgekurse, aber wir haben uns auch anschließend einfach weiter wöchentlich getroffen) als auch zwischendurch. Wir haben viel gespielt, gemeinsam Spiele entwickelt oder uns gegenseitig unsere Ideen gezeigt und natürlich viel geredet. Es gab wohl kaum eine bessere Quelle, um über die Geschichte der Spielebranche in Deutschland zu lernen, als ihn. Schon in den späten Fünfzigern hatte er seinem Großvater einen alten Zaunpfahl abgeschwatzt (den dieser lieber als Brennholz verwenden wollte), um daraus ein erstes Spiel zu bauen, das legendäre Wikingerschach (nein, nicht das oft salopp so bezeichnete Kubb mit den Wurfhölzern; das ist viel jünger). Auch das grandiose Piratenbillard entstand um diese Zeit – interessanterweise hat er über das genaue Datum keine Aufzeichnungen gemacht, denn damals hatte er das Thema Spieleentwicklung selbst noch gar nicht so ernst genommen – in seinen Tagebüchern aus dieser Zeit hat er eher andere künstlerische und wissenschaftliche Werke vermerkt. Beide Spiele wurden erst wesentlich später in Verlagen veröffentlicht.
Als er 1974 vom Göttinger Kunstverein gebeten wurde, eine „spielbare Grafik“ zu veröffentlichen, tat er das, was er schon mit seinen Marionetten vielfach getan hatte: Er nutzte Alltagsmaterialien dafür, in diesem Fall Schraubenmuttern. Die Wabenform inspirierte ihn zu dem Titel Wabanti. Eine Schachtel gab es noch nicht, die Muttern und die Würfel waren in einem Beutel. 24 durchnummerierte Exemplare gab es, und die Reaktionen waren so gut, dass er zwei Jahre später zusammen mit seinem Freund Hubertus Porada einen Spieleverlag gründete, nämlich die Edition Perlhuhn. Der Name hing mit den Afrika-Reisen der beiden zusammen. Reinhold, der inzwischen als Geologe an der Universität Göttingen arbeitete, war seit 1970 häufig in Afrika unterwegs, vor allem in Namibia. Er forschte dort unter anderem zu prähistorischen Erdbeben, brachte aber neben wissenschaftlichen Erkenntnissen, viel Gestein und unglaublich spannenden Geschichten und Anekdoten auch viele Fotos mit. Aus diesen Fotos machten die beiden für 1974 einen wunderschönen großformatigen Schwarz-Weiß-Silhouetten-Kalender. Auf einem Foto sind ein paar der im südlichen Afrika verbreiteten Perlhühner zu sehen, und eine der Silhouetten wurde dann zum Logo für den neuen Verlag.
Aus diesem Foto entstand das Logo (und wohl auch der Name) der Edition Perlhuhn.Riesenausgabe Wabanti zu „50+4“ – fünfzig Jahre und vier Monate nach der Erstausgabe, mit 54mm-Muttern
Der richtige Durchbruch kam einige Jahre später mit der Würfelpyramide „Spiel“. Diese war eigentlich weniger ein Spiel als eine Aufforderung zum Spiele erfinden, denn zu Beginn enthielt sie gar kein Regelwerk. Wie Reinhold mir erzählte, hatte er mit einigen Exemplaren auf dem Göttinger Kunstmarkt gestanden und kaum welche verkauft. Irgendwie muss sich das aber herumgesprochen, denn einige Monate später, vor Weihnachten, klingelte sein Telefon und jemand fragte ihn: „Sind Sie der mit den Würfeln?“ Am gleichen Tag kamen weitere Anrufe, und zu Weihnachten waren die ersten 100 verkauft. Bald fingen Leute an, ihre eigenen Regeln für das Spiel mit „Spiel“ einzuschicken, und viele davon landeten in späteren Ausgaben auch in einem Regelheft. Franckh-Kosmos machte dann eine Edition-Perlhuhn-Serie bei sich auf, die durch opulente Ausstattung auf sich aufmerksam machte und lange Zeit zu ihren Bestsellern gehörte. Die Verbindung von Spiel und Kunst blieb ihm immer ein Anliegen – gleich fünfmal wurden seine Spiele mit dem Sonderpreis für das schöne Spiel der Jury Spiel des Jahres ausgezeichnet wurde.
Ermutigt von den ersten Erfolgen beschloss Reinhold, für Januar 1983 zu einem Spieleautor(inn)entreffen in Göttingen einzuladen. In diesem Zusammenhang prägte er auch erstmals das Wort Spieleautor, das sich im deutschsprachigen Raum heute weitgehend durchgesetzt hat. Dieses Treffen wird nach wie vor jährlich abgehalten und ist von seinen moderaten Anfängen kräftig gewachsen und zu einem Zugpferd der Stadt Göttingen geworden, die schnell als Partnerin dazukam – jedes Jahr im Juni treffen sich einige Hundert Menschen dafür hier. Für einige Jahre habe ich es mit ihm zusammen organisiert. Als er 80 wurde, hat er es an die Spieleautorenzunft übergeben, die es seither (weiterhin gemeinsam mit der Stadt Göttingen) veranstaltet, sodass das weitere Bestehen einigermaßen gesichert sein sollte.
Von den Anfängen …
… bis in die Neuzeit.
Zu diesen Spuren, die Reinhold in der Spielewelt hinterlassen hat, kam dann 1988 die wohl wichtigste und nachhaltigste hinzu. Auf dem Perlhuhn-Abend bei der Nürnberger Spielwarenmesse nahm er sich einen Bierdeckel und schrieb darauf:
Keiner von uns gibt ein Spiel an einen Verlag, wenn sein Name nicht oben auf der Schachtel steht!
Diesen Bierdeckel unterschrieben am gleichen Abend und am nächsten Tag 13 damals bekannte und aktive Spieleautor:innen. Wie Reinhold mir erzählte, bekam er zweimal das Angebot eines richtig schönen Vertrags, wenn er den Deckel vernichten würde. Tat er aber nicht – und das ist der Grund, warum es heute üblich ist, dass die Namen der Autor:innen mehr oder weniger prominent auf den Spieleschachteln stehen und überhaupt viel stärker beachtet werden als zuvor. Der legendäre Bierdeckel wird heute im Deutschen Spielearchiv in Nürnberg aufbewahrt.
2020 wurde Reinhold in die Hall of Fame der Academy of Adventure Gaming Arts & Design (GAMA) aufgenommen.
Als ich Reinhold kennenlernte, war er 70 und zwar noch immer voller Ideen, aber inzwischen weitgehend dazu übergegangen, Spiele nur noch in Handarbeit und in Kleinserie herzustellen. Das hing mit einer anderen Leidenschaft von ihm zusammen, nämlich der Kunst aus Schrott. Nahezu jedes Wochenende fuhr er auf den Schrottplatz eines Freundes und stöberte da nach interessanten Objekten; meist aus Metall. Aus diesen Teilen baute er seine Marionetten, seine beeindruckenden Tierskulpturen und gelegentlich eben auch Spiele. Ich erinnere mich daran, wie er 2009 mit 31 gleichen Aluminiumteilen vom Schrottplatz zurückkam. Scheinbar beliebige Teile – aber Reinhold bohrte sie an, steckte eine Metalllanze hinein und hatte damit den Ritter für Matthias Schmitts „Don Q. und der Dreh mit den Windmühlen“ erschaffen. Die Auflage des Spiels belief sich entsprechend auf 31 Exemplare (heute gesuchte Sammelobjekte). Andere Spiele baute er aus Holz, verwendete Rest-Material von früheren Perlhuhn-Spielen oder erschuf gleich Einzelstücke, oft auch zu bereits anderswo veröffentlichten Spielen. Ich habe Auto-Fußmatten gesehen, unregelmäßig geformte Tonklötze, Bräter, Waagen, Kuhtränken und was nicht noch alles.
Der Göttinger Ploppfrosch entstand aus einer Kuhtränke.Unscheinbare Metallteile werden zu Rittern
Viele Autor:innen gehen bei ihren Spielideen von Themen aus, andere von Mechanismen. Reinhold kam sehr oft über das Material oder ein Objekt zum Spiel.
Auch wenn das mit den Hochglanzausgaben moderner Spiele nichts zu tun hatte, konnte ich von seiner Arbeitsweise und seinen Visionen unheimlich viel lernen. Einige Spiele entwickelten wir zusammen und veröffentlichen sie teils in der Edition Perlhuhn, teils anderswo. Unser gemeinsames Spiel Topfrosch beispielsweise ist auf diese für ihn typische Weise entstanden – wir saßen an seinem Tisch und spielten mit Metall-Eisschälchen und Murmeln herum, bis es plötzlich klickte und wir merkten, dass wir ein Spiel erfunden hatten. Und er hatte immer ein offenes Ohr für meine eigenen Spielideen, wovon ich natürlich sehr profitiert habe. Dafür half ich ihm mit seiner alten Webseite oder mit internationalen Kontakten. Wenn ich von einem Perlhuhn-Spiel wirklich begeistert war, habe ich versucht, das ein bisschen bekannt zu machen. Ihm waren Verkaufszahlen inzwischen herzlich egal und er betrieb das Ganze nur noch aus Leidenschaft, freute sich aber immer, wenn er mal wieder eine Anfrage aus Japan oder den USA für eins oder gleich mehrere seiner Spiele bekam.
Noch später baute er immer weniger neue Spiele, und wenn doch, dann nur noch für den Eigenbedarf oder hier und da als Geschenke. Trotzdem ging ich, wann immer ich nicht auf Reisen war, ein bis zweimal die Woche zu ihm, zum Reden und vor allem auch zum Spielen. Einmal unter der Woche abends mit anderen, sonntagsmorgens dann in der Regel mit ihm allein. Es gibt Spiele, die wir beide vermutlich öfter zusammen gespielt haben als irgendwer sonst auf der Welt. Ich habe diese Spiele auch zu Hause, aber ich kann kaum hoffen, sie jemals mit anderen Leuten auch nur annähernd so häufig zu spielen. Diese Spiele gehören einfach zu meiner Geschichte mit Reinhold und werden mich immer an ihn erinnern.
Dirk Hanneforths Spiel Don Q. habe ich jahrelang nahezu jeden Sonntag mit ihm gespielt, oft mehrfach.
Unter den mehreren Hundert Spielen, die Reinhold in seinen rund sieben Jahrzehnten als Spieleautor entwickelt hat, wirken einige heute veraltet. Andere finde ich immer noch zeitlos, und das sind vor allem seine Geschicklichkeitsspiele. Piratenbillard war wie schon erwähnt eins seiner Frühwerke, noch aus den späten Fünfzigern. Breitseite entstand auf mein Drängen hin als verbesserte Neuausgabe eines Spiels, das er 30 Jahre zuvor innerhalb der Spielesammlung Ombakado veröffentlicht hatte, die inzwischen völlig in Vergessenheit geraten war. Noch bis vor wenigen Wochen konnte er mich in diesem Spiel in den meisten Fällen souverän besiegen, obwohl das Spielen einigen physischen Kraftaufwand erfordert. Sein Meisterstück ist für mich persönlich allerdings Volta, das eins der ganz wenigen Spiele ist, die ich für rundheraus perfekt halte. Ein Brett, zwei Holzklötze, zwei Kugeln – Nervenkitzel und Lachen garantiert.
Breitseite ist ein Spiel, das geradezu unglaubliche Momente erschafft. Wie kann dieses Schiff noch zusammenhalten?Reinholds Meisterwerk Volta
Auch wenn für mich seine Spiele und sein Wirken für das Spielen im Mittelpunkt standen, war Reinhold auch vielfältig anders künstlerisch aktiv. Im Göttinger Stadtbild fällt schnell der von ihm gestaltete Planetenweg ins Auge, der sich vom Bahnhof bis ins Dorf Diemarden erstreckt (Reinhold hatte immer den Wunsch, den eines Tages bis zum ersten Exoplaneten fortzuführen, der nach dem Maßstab des Göttinger Planetenwegs in Neuseeland anzusiedeln wäre), oder die Bronzelokomotive in der Fußgängerzone. Mir noch näher stehen neben unzähligen kleineren Skulpturen (man denke an die unglaubliche kinetische Banane) seine fantastischen Marionetten, von denen er über die Jahrzehnte hinweg um die 200 gebaut hat.
Reinholds Wohnung lag zwischen Saturn und Uranus.
Sein Marionettentheater Collegium Magicum erweckte in den Sechzigern viel Aufmerksamkeit. Reinhold wusste, dass ihm nicht mehr so sehr viel Zeit blieb, und war sehr froh, dass ein Museum in München einige seiner frühen Marionetten übernehmen wollte. Zum Abschied wurden diese im März im Kunsthaus Göttingen noch einmal ausgestellt. Reinhold war kurz zuvor im Krankenhaus gelandet und wir hatten Sorge, dass er diese wunderbare Ausstellung nicht mehr selbst miterleben könnte. Doch im Gegenteil: Seine Freude darüber war so groß, dass er pünktlich aus dem Krankenhaus kam und an der Eröffnung teilnehmen konnte. Auch später ließ er sich mehrfach hinfahren und stand den zahlreichen Besucher:innen für Fragen und Konversation zur Verfügung. Das hat er unheimlich genossen, und ich glaube, das hat ihm noch einen Kräfteschub gegeben.
Ich habe auf der Ausstellung noch angefangen, ein Video-Interview mit ihm zu führen. Das wollten wir anschließend bei ihm zu Hause fortsetzen. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen. Am 11. April 2026 ist Reinhold Wittig verstorben. Nicht nur auf mich persönlich wird sein Vermächtnis in vieler Weise nachwirken.
02.03.2026 - Die Rezension zum Spiel Sanibel in der spielbox #1/2026 ist fehlerhaft. Autorin und Verlag verweisen zurecht darauf, dass es nicht möglich ist, dass im zweiten Teil des Spieles zu wenig Material auf dem Spielplan liegt, das eingesammelt werden kann. Dieses Problem ist durch eine falsche Regelauslegung meinerseits entstanden. In der Folge hatte ich auch die Bewertung für Sanibel entsprechend niedriger angesetzt. Wir werden darauf in der nächsten Ausgabe der spielbox ausführlicher eingehen. Ich bitte unsere Leserinnen und Leser, Hasbro und insbesondere die Autorin Elizabeth Hargrave, den Fehler zu entschuldigen.
NSV denkt sich neu: Umfassendes Rebranding als erster Schritt zu einem schärferen Profil
Ab Januar 2026 präsentiert sich NSV mit neuem Logo und einer grundlegend überarbeiteten Struktur seines Sortiments. Das umfassende Rebranding gibt der Markenidentität mehr Tiefe und kommuniziert klarer nach außen, für welche Spiele NSV primär steht. Ein Beweggrund hinter dieser Maßnahme ist die künftig stärkere Berücksichtigung der internationalen Zielgruppe.
NSV = Marke für moderne Karten- und Würfelspiele
Seit etwa 30 Jahren besteht der Nürnberger-Spielkarten-Verlag als eigenständiges Unternehmen. Sein Angebot hat sich im Laufe der Zeit immer mehr in Richtung moderne Karten- und Würfelspiele entwickelt. „Titel wie Qwixx und The Mind prägen schon länger das Gesicht des Verlags. Unser neuer Markenauftritt macht diesen Wandel für alle sichtbar.“, erklärt Geschäftsführer Tobias Husch.
Verspielteres Logo, klare Struktur im Sortiment
Das neue Logo behält die markanten Grundfarben Rot und Weiß, auch in Anlehnung an die fränkischen Wurzeln des Verlags, rückt aber die Abkürzung NSV als Markenname in den Vordergrund. Die klassischen Symbole Karo, Pik und Herz machen Platz für einen dezent verspielten Schriftzug.
Neben dem Logo zeigt sich das Rebranding am deutlichsten in der veränderten Sortimentsstruktur. NSV setzt hier auf ein leicht verständliches System. Es gibt drei Produktkategorien mit je einer festen Schachtelgröße – und jede Kategorie bekommt einen unterscheidbaren Charakter.
Das kleinste Format NSV TRAVEL ersetzt die bisherige Produktlinie MINNYS®. Die Spiele in dieser Linie sind durch ihre maximale Kompaktheit der perfekte Reisebegleiter. NSV SIGNATURE bezeichnet die Schachtelgröße, für die NSV bisher am bekanntesten ist, zum Beispiel durch Qwixx oder The Game. Sie soll weiterhin das „Signature-Format“ des Sortiments bleiben und Spiele unter sich vereinen, die alle zeitlos unterhalten und für jede Spielerunde geeignet sind. Die neue Übergröße NSV EXTRA beherbergt die Titel, die das gewisse Extra bieten; sei es in Form von höherwertigen Materialien oder durch ein Mehr an spielerischer Herausforderung. Sie richtet sich noch mehr als die anderen an erfahrenere Brettspielfans.
Internationales Publikum stärker im Fokus
„Diese neue Struktur verbessert die Kundenansprache enorm und zeigt mehr denn je, welche Vielfalt im NSV-Sortiment steckt. Wer neu in die Brettspielwelt eintauchen will, wird mit unseren kompakten Spielen genauso abgeholt wie diejenigen, die dem Hobby schon verfallen sind und einen guten Starter oder Absacker suchen.“, so erläutert es Daniel Rothenbücher, Marketing Manager bei NSV.
Mit dem geschärften Profil auf Basis des Rebrandings will der Verlag sein Potential als internationale Spielemarke weiter ausschöpfen. Die neu entwickelte Tagline „Connect. Challenge. Enjoy!“ unterstreicht das ebenfalls. Bei der Auswahl von Neuheiten soll das internationale Brettspielpublikum noch stärker berücksichtigt werden.
„NSV ist mit seinen Spielen weltweit gefragt und die meisten Titel sind von Grund auf sprachneutral konzipiert – ideal für eine länderübergreifende Vermarktung. Unter der neuen Markenstrategie wird NSV diesen Weg konsequent weitergehen, zusammen mit uns und seinen Partnerverlagen in aller Welt.“, sagt Susanne Thomas, Director Marketing CEE bei Cartamundi Entertainment.
First Look auf der Spielwarenmesse Nürnberg
Die Ausarbeitung des neuen Markenauftritts hat bereits in enger Zusammenarbeit zwischen NSV und Cartamundi stattgefunden. Die weiteren Marketingmaßnahmen, die rund um das Rebranding angedacht sind, werden ebenfalls gemeinsam entwickelt.
Einen tieferen Einblick gibt es auf der 75. Spielwarenmesse in Nürnberg vom 27. bis 31. Januar 2026. In Halle 10.0 / F-20 werden neben den anderen Marken von Cartamundi Entertainment die allerersten NSV Neuheiten im neuen Produktdesign vorgestellt.
20.01.2026 - Die SPIEL DOCH! – Das Magazin für Brett- und Kartenspiele bekommt ab 1.4. einen neuen Chefredakteur. Jan Fischer (42) folgt auf Udo Bartsch, der diese Funktion seit dem Start 2015 innehatte und dem Redaktionsteam als Autor weiter erhalten bleibt. Fischer ist freier Journalist und auch als Redakteur für den Spiel des Jahres e.V. tätig. Seine erste SPIEL DOCH! wird also die September-Ausgabe werden. Das Layout verantwortet weiter Christina Hucke. Mehr dazu im neuesten spielboxcast Nr. 31.
Hier kommt ein Hinweis in eigener Sache. Ich arbeite ja beim frechverlag in der Abteilung Spiele & Rätsel. Seit kurzem hat unsere Abteilung einen eigenen Instagram-Kanal. Als da die Planung für Inhalte und Programm gemacht wurde, haben meine geschätzten Kolleg:innen immer mal von einem wöchentlichen Video namens „Der Drude am Dienstag“ gesprochen. Ich habe ein bisschen mitgeblödelt, bis mir aufging: Die meinen das ernst. Aber da es keine anderen Freiwilligen gab, ist das jetzt tatsächlich in die Tat umgesetzt worden. Jede Woche (ratet selbst, an welchem Tag) erzähle ich für eine Minute oder so aus meinem Leben als Produktmanager. Eigentlich sind Videos ja gar nicht so mein Metier, und diese Minifetzen auch nicht, aber so ist halt die moderne Welt.
Vielleicht interessiert es ja die eine oder den anderen, was ich da so mache. Dann findet Ihr das Ganze hier. Falls Ihr bestimmte Themenwünsche haben solltet, könnt Ihr Euch natürlich vertrauensvoll an mich wenden. Und wir freuen uns natürlich, wenn Ihr uns folgt, das ist nämlich bisher noch etwas schleppend losgegangen. Danke!
Stichspiele erleben zu meiner Freude in letzter Zeit eine Renaissance. Japan hat dabei sicherlich eine große Rolle gespielt, aber auch an anderen Orten ist das nicht zu übersehen. Daher trage ich mich seit einer Weile mit dem Gedanken, mal einen kleineren Con zu organisieren, bei dem sich alles um diese Art von Spielen dreht. Die Definition von Stichspiel sehe ich dabei nicht so eng, alles, was man im Englischen als Shedding Games oder Ladder Climbing Games bezeichnen würde, rechne ich mit ein (eine Liste mit Beispielen aus meiner Sammlung folgt ganz unten).
So Sachen halt.
Ich denke da an ein Wochenende mit vielleicht 20 bis 50 Personen. Stattfinden würde es in Göttingen, und terminlich habe ich Februar 2025 im Auge. Ich würde dann hier Räumlichkeiten organisieren und die Kosten auf alle umlegen (der Anteil an der Raummiete sollte 10 Euro pro Person nicht übersteigen). Übernachtungen kann ich nicht stellen, darum müssten sich alle selbst kümmern (aber ich helfe natürlich gern dabei, wo ich kann). Verpflegung, ebenfalls auf Selbstkostenbasis, könnten wir organisieren, darüber würde ich mir etwas später Gedanken machen beziehungsweise das mit denen besprechen, die dabei sein wollen. Es wäre also kein Con der Art, wo ich morgens die Tür aufmache und hoffe, dass jemand kommt, sondern einer mit vorheriger Anmeldung (vermutlich auch mit einer Vorabüberweisung, das würde ich dann rechtzeitig ankündigen). In jedem Fall geht es mir nicht drum, damit Geld zu verdienen, ich will nur ohne Minus rauskommen.
Jetzt möchte ich einfach erst mal ausloten, wie viel Interesse überhaupt an so etwas besteht. Wo sind die Stichspielfans, die sich vorstellen könnten, an so einem Con teilzunehmen? Schreibt mir bitte an stichspielcon@lidude.net. Ich würde jetzt erst mal ein bisschen sammeln und dann beizeiten eine Mail mit weiteren Details und/oder einer Umfrage rumschicken. Keine Angst, ich mülle Euch nicht mit Mails zu, und Ihr verpflichtet Euch auch noch zu nichts, ich will nur sehen ob sowas überhaupt funktionieren kann.
Fragen und Vorschläge könnt Ihr natürlich ebenfalls schicken. Jetzt möchte ich einfach erst mal wissen, wie groß das Interesse so ist – ich bin gespannt, was da so hereinkommen mag.
Hier ist noch die angekündigte Liste meiner Spiele, die wir auf so einem Con spielen könnten – natürlich hoffe ich drauf, dass auch noch viele weitere mitgebracht werden, denn es soll ja auch die Möglichkeit geben, neue Spiele kennenzulernen:
Symbols, and 7 Nations
Charms
Chimera
Cobra
Cosmic Eidex
Cryptrick
Enemy Anemone
Fibonachos
Inflation
Joias
luz
La Macarena
Macaron
Magic Trick
Maskmen
Nokosu Dice
The Other Hat Trick
Partout
Pikoko
Primar
ReCURRRing
Road to Lord
Salvage
Tall Tales
Tricky Bid
Upset Kakumei
Volltreffer
(Da kommt und geht auch immer mal was. Und gängigere Spiele wie Scout oder Tichu habe ich natürlich auch noch.)
Dieses Blog war eine Weile online – ich muss mir dringend einen neuen Anbieter suchen, Midphase ist mittlerweile wirklich schlecht geworden. Besonders schade, dass das gerade jetzt passiert ist, denn es gibt etwas Schönes zu erzählen, und das hätte ich auch vorher schon machen können.
Letztes Wochenende fand nämlich das 42. Spieleautor:innentreffen in der Stadthalle statt. Ich habe hier ja schon verschiedentlich darüber berichtet; es gehört zu meinen Lieblingsveranstaltungen in der Spielewelt (obwohl ich natürlich auch gern mal an der UKGE oder gar an DOFF teilnehmen würde, die zeitgleich stattgefunden haben). Für mich war es diesmal aber vor allem deshalb eine besondere Veranstaltung, weil dort jedes Jahr der Göttinger Spatz verliehen wird, eine Auszeichnung der Stadt Göttingen für besondere Verdienste und das Spiel als Kulturgut. Und den habe dieses Jahr ich bekommen. Das hängt nicht ausschließlich, aber doch in hohem Maße mit diesem Blog zusammen – und damit mit Euch allen.
Der Göttinger Spatz mit mir, der SAZ (Christian Beiersdorf und Hartmut Kommerell) und dem Bürgermeister (Ehsan Kangarani). Foto: Rita Modl
Wenn ich die Jahre seit dem Start dieses Blogs mal Revue passieren lasse, tauchen ganz viele tolle Menschen vor meinem geistigen Auge auf, die dazu beigetragen haben, dass ich die Lust am Schreiben nicht verloren habe. Ich erinnere mich noch an den allerersten Monat (November 2015), in dem ich insgesamt 205 Klicks auf Du bist dran! verzeichnet habe … aller Anfang ist schwer, und ich habe damals wahrscheinlich viel zu viel über so was nachgedacht. Erst, als ich meine Nische gefunden hatte und angefangen habe, gezielt über internationale Spielemärkte zu berichten, wusste ich wirklich, warum ich das Blog überhaupt betreibe. Das hat mir sehr gut getan. Und dazu haben halt sehr viele Leute einen Beitrag geleistet. Zum Einen natürlich all die Menschen rund um die Erde, die auf meine ständigen Nachfragen hin nicht nur ausführlich über ihre eigenen Spiele gesprochen haben (das tun ja viele Leute gern), sondern auch geduldig über die Hintergründe und die Situation der Spielebranche in ihren Ländern berichtet haben. Ohne diese Auskunftsfreudigkeit hätte ich ja auch nicht viel zu schreiben gehabt. Zum Anderen aber natürlich diejenigen, die das Ganze anschließend gelesen und kommentiert haben und mir damit das Gefühl gegeben haben, dass sich das Ganze überhaupt lohnt. Wahrscheinlich hätte ich mehr Besuche auf meiner Webseite gehabt, wenn ich jeweils über die aktuellsten deutschen Spiele geschrieben hätte, aber dafür wäre ich letztes Jahr sicherlich nicht nach Chile eingeladen worden und hätte dieses Jahr nicht den Göttinger Spatz gekriegt. Für solche Erlebnisse bin ich natürlich besonders dankbar, und darum gehört der Spatz auch ein Stück weit Euch allen.
¡Muchas gracias! Obrigado! 謝謝! Thank you! ありがとう! Vielen Dank!