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13 Leaves

01. Juni 2026 um 13:46

Quercus robur. Bauhinia variegata. Acer palmatum. Die lateinischen Namen am Rand der Karten sind schwer leserlich und sagen mir nichts. Ich habe nur das Asterix-Latinum. Und Biologe bin auch nicht. Doch ich bin auf dem Land aufgewachsen, zudem war mein Vater Tischler. Einige der Blätter kann ich den richtigen Bäumen zuordnen, ohne im Pflanzenlexikon nachzuschlagen. Wenngleich die klassische Darstellung der Blätter auf den Karten von 13 Leaves die Anmutung hat, als wäre sie einem Nachschlagewerk entnommen. Die ruhige Aufmachung täuscht indes über die Emotionen hinweg, die dieses feine Kartenablegespiel auslösen kann.

13 Leaves

Stellen wir uns einfach vor, dass wir nach einem Waldspaziergang in einem Wirtshaus einkehren. Im Blockhausstil gebaut, rustikal eingerichtet. Und in einer Ecke am Tisch kloppen ein paar Menschen Karten. Was könnten sie spielen? Skat? Doppelkopf? Möglich, vielleicht aber auch 13 Leaves. Denn auch dieser Titel verlangt nach einer Spur Gewitztheit und einem Gefühl für Timing – auch wenn es nicht um Stiche geht. Die Regeln sind auch etwas einfacher als bei den genannten Klassikern.

Wie bei 13 Leaves die Karten verteilt sind

Wer alle Blätter abgelegt hat, gewinnt. Die Blätter sind Zahlenkarten von 1 bis 13. Die Häufigkeiten ähneln einer Gaußschen Normalverteilung: Die Extremwerte sind zweimal vorhanden, die 7 achtmal. Die Häufigkeiten zu kennen, ist wichtig. Umso besser, dass sie durch kleine Punkte auf jeder Karte symbolisiert sind. Bin ich am Zug, kann ich beliebig viele Karten in die gemeinsame Auslage legen. Freilich müssen alle denselben Wert haben. Zwei Vieren etwa, vier Siebenen oder auch nur eine Elf. Auf dem Tisch werden die Werte in aufsteigender Reihenfolge geordnet.

13 Leaves

Nun, das allein wäre banal. Durch zwei Regeln aber erlangt 13 Leaves taktische Tiefe. Die erste: Ich darf nur außen anlegen, also entweder an der Seite mit der bislang kleinsten oder mit der größten Zahl. Dann habe ich zwei Optionen: Entweder lege ich weitere Karten auf die bereits an den Enden ausliegenden Karten – und zwar mindestens so viele, wie dort schon sind. Oder aber ich erweitere die Auslage mit einer neuen kleinsten oder neuen höchsten Zahl. Bedingung dafür: Ich muss mindestens so viele Karten mit diesem Wert ablegen, wie Karten mit dem zuvor niedrigsten oder höchsten Wert ausliegen.

Wodurch 13 Leaves glänzt

Und plötzlich ergibt sich ein Spiel, das durch viel kleine Entscheidungen glänzt. Die mittleren Werte sind schnell umschlossen, sodass solche Karten auf der Hand versauern können. Andererseits droht, Einzelkarten an den Rändern nicht loszuwerden, weil ich mehrere benötigen würde, um regelgerecht ablegen zu können. Wie ich mich richtig verhalte? Wie es in einem guten Spiel der Fall ist, lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten.

13 Leaves
Die kleinen Punkte weisen darauf hin, wie oft eine Karte im Spiel vorhanden ist.

Klar ist: Wer nicht ablegen möchte oder nicht kann, muss passen. Und in diesen Fällen kommt der zweite Kniff zum Tragen. Wer aussteigt, muss eine der ausgelegten Karten auf die Hand nehmen. Egal welche. Es darf auch eine sein, die nicht am Rand liegt. Wenn es aber eine vom Rand ist, ändert sich die Ausgangslage. Wo eben noch zwei Elfen das Ende bildeten, liegt möglicherweise nur noch eine, sodass schon eine Zwölf genügt, um im Durchgang zu bleiben. In einer Partie zu fünft oder sechst, in der mehrere Personen nacheinander passen, ergeben sich plötzlich wieder ganz neue Optionen. Solche Situationen verleihen 13 Leaves seinen besonderen Reiz.

Welche Karte nehme ich aus der Mitte?

Freilich sollte sich jeder, der passt, genau überlegen, welche Karte er aus der Mitte nimmt. Wie kann ich mein Blatt stärken, ohne den anderen eine Vorlage zu geben? Wer sich zudem merkt, was die anderen aus der Mitte nehmen, kann daraus Schlussfolgerungen für die weiteren Durchgänge ziehen. Ein Durchgang endet nämlich, wenn alle bis auf eine Person ausgestiegen sind. Dann wird die Auslage abgeräumt und die Person, die nicht gepasst hatte, beginnt eine neue Runde.

13 Leaves

Mit gefällt es, die Zusammenstellung meiner Handkarten zu lesen und daraus einen Plan abzuleiten. Welche Karten sollte ich schnell loswerden, um in den entscheidenden Durchgängen nicht chancenlos zu sein? Doch wie es mit Plänen mitunter ist: Sie gehen nicht immer auf. Für mich ist das okay, andere fühlen sich gespielt. Auch wenn sich Routine in die Spielweise einschleicht, gibt es immer wieder Momente, die hervorstechen. Weil jemand vier weitere Siebenen auf schon vier ausliegende schmettert. Weil ich zwei Zweien mit zwei Einsen kontere. Oder, oder, oder.

Lieber die längere Version von 13 Leaves spielen

Die Standardversion sieht vor, eine Partie 13 Leaves zu beenden, sobald jemand all seine Karten los ist. Dafür braucht es mitunter nur zwei oder drei Durchgänge. Deshalb empfehle ich die längere Version, die mehrere Einzelpartien vorsieht und in der verbliebene Handkarten jeweils als ein Strafpunkt zählen. Abgerechnet wird dann, wenn einer 20 oder mehr Miese eingesammelt hat. Das kann dann auch schon mal etwas länger dauern. Aber im Wirtshaus möchte ich ja auch nicht nur einmal nippen und dann schon wieder gehen …

13 Leaves | Elznir Games | Masato Uesugi | 3 bis 6 Personen | ab 8 Jahren | 20 oder mehr Minuten | SpielanleitungMeine Bewertung: ★★★ (gut)

Tricky Treats – Süßes! Sonst gibt’s Saures! (Rezension)

08. Mai 2026 um 09:00

Titel Tricky TreatDie Nacht vom 31.10. auf den 01.11. ist eine besondere Nacht. In ihr darf sich herrlich gegruselt werden, denn es ist Halloween! Kinder klopfen kostümiert an Türen und fordern Süßes, ansonsten drohen sie an, dass es Saures gibt. Aber nur die Kinder mit den schönsten Kostümen kriegen die meisten Leckereien.

Dieser Beitrag wurde von Andreas Memmert geschrieben

Deutscher Spielepreis 2026: Wir sind dabei

30. April 2026 um 13:33

Der Deutsche Spielepreis gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen der Brettspielszene im deutschsprachigen Raum. Das Besondere daran: Hier entscheidet die Community.

Seit 1990 wird der Preis jährlich vom Merz Verlag vergeben. Abstimmen können alle, die sich aktiv mit Brettspielen beschäftigen – von Spielern über Händler bis hin zu Medien und Content Creatorn. Genau deshalb ist der Deutsche Spielepreis für uns so spannend: Er zeigt, welche Spiele wirklich auf den Tischen landen, Gespräche auslösen und im Gedächtnis bleiben.

Seit 2023 werden die drei bestplatzierten Spiele im Rahmen einer Pressekonferenz auf der SPIEL in Essen bekannt gegeben. Damit hat der Preis noch einmal an Sichtbarkeit gewonnen und ist jedes Jahr ein besonderer Moment für die gesamte Branche.

Unsere Spiele im Rennen

Auch wir haben in diesem Jahr Spiele für den Deutschen Spielepreis 2026 gemeldet:

Wenn euch eines dieser Spiele besonders begeistert hat, freuen wir uns natürlich riesig über eure Stimme.

Warum eure Stimme wichtig ist

Der Deutsche Spielepreis lebt davon, dass die Community mitmacht. Es geht nicht nur darum, welches Spiel am lautesten beworben wurde, sondern darum, welche Titel euch wirklich überzeugt haben.

Jede Stimme hilft dabei, Spiele sichtbar zu machen, die euch am Herzen liegen.

Für uns als Verlag ist das ein wertvolles Zeichen. Denn am Ende entwickeln, lokalisieren und veröffentlichen wir Spiele für genau die Menschen, die sie spielen, weiterempfehlen und mit an den Tisch bringen.

Jetzt abstimmen

Wenn ihr eure Favoriten unterstützen möchtet, könnt ihr beim Deutschen Spielepreis abstimmen und eure persönlichen Highlights des Jahres einreichen.

Wir freuen uns über jede Stimme und sind gespannt, welche Spiele es in diesem Jahr ganz nach oben schaffen.

Der Beitrag Deutscher Spielepreis 2026: Wir sind dabei erschien zuerst auf Elznir Games.

Der Herr der Ringe: Die Entscheidung – Erscheint bei ELZNIR GAMES

09. Dezember 2025 um 09:36

Manche von euch haben es bereits im Newsletter gelesen. Der Herr der Ringe: Die Entscheidung wird bei uns 2026 erscheinen. Wir wollten eigentlich schon auf der SPIEL in Essen Demorunden anbieten. Doch leider kam das Sample wegen einer Verzögerung im Zoll nicht rechtzeitig an. Solche Situationen lassen sich nicht immer vorhersehen.

Wir freuen uns sehr, dass unser Partner Ghost Galaxy uns das Vertrauen schenket. Für uns ist es etwas ganz Besonderes, mit einer der größten Marken aus dem Entertainment Bereich zusammenzuarbeiten.

Ein Blick auf die Geschichte des Spiels

Doch was ist Der Herr der Ringe: Die Entscheidung eigentlich?
Das Spiel erschien erstmals 2002 und stammt vom Erfolgsautor Reiner Knizia. Die deutsche Version wurde damals bei Kosmos Spiele veröffentlicht.

Im Jahr 2005 überarbeiteten Eric M. Lang (bekannt für A Game of Thrones The Card Game, XCOM The Boardgame, Blood Rage) und Christian T. Peterson (Gründer von Fantasy Flight Games, heute CEO von Ghost Galaxy) das Spiel und veröffentlichten eine Deluxe Edition.
Diese deutsche Ausgabe erschien beim Heidelberger Spieleverlag.


Die neueste Edition des Spiels erscheint auf Deutsch exklusiv bei uns.

Was die neue Edition besonders macht?

Die neue Edition erhält nicht nur regeltechnische Verbesserungen und ein vollständig überarbeitetes Design. Sie bietet zusätzlich neue Spielvarianten, die sowohl Fans des Originals als auch neue Spieler ansprechen.

Die letzte große Auseinandersetzung um das Schicksal
Mittelerdes steht bevor. Während der dunkle Herrscher
Sauron seine Streitmacht sammelt, versucht die Gemeinschaft
des Rings, den Einen Ring unbemerkt zum Schicksalsberg
zu bringen. In Der Herr der Ringe: Die Entscheidung
übernimmst du entweder die Kontrolle über Frodo
und seine Gefährten oder über Saurons unheilvolle Diener.
Jede Bewegung entlang der Frontlinie kann die Partie
entscheiden – gelingt es dir, den Ringträger nach Mordor
zu führen oder die Hoffnungen des Westens zu zerschlagen?


Der Herr der Ringe: Die Entscheidung ist ein taktisches Duellspiel für zwei Personen. Ein Spieler führt die Gefährten mit dem Ringträger Frodo vom Auenland Richtung
Mordor, der andere steuert Saurons Diener und versucht, Frodo zu besiegen oder das Auenland zu überrennen.
Verdeckte Figurenaufsteller, individuelle Charakterfähigkeiten und Kampfkarten sorgen für bluffintensive Gefechte entlang der zentralen Frontlinie Mittelerdes.

*Englische Abbildung

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