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Little Rocket Games kündigt Solo-Dungeoncrawler Z Horde an

24. August 2026 um 12:30
Little Rocket Games kündigt Solo-Dungeoncrawler Z Horde an

Little Rocket Games, der Verlag hinter dem Solo-Kartenspiel One Card Dungeon, kündigt auf Kickstarter mit „Z Horde“ einen eigenständigen Dungeoncrawler im Zombie-Setting an. Das Spiel nutzt das One-Card-Dungeon-System als Basis, kommt aber mit eigenem Setting, eigenen Mechaniken und einer 12-stufigen Kampagne.

In der Solo-Partie weisen Spielende laut Verlagsbeschreibung auf BGG in jeder Runde Energiewürfel den Bereichen Bewegung, Angriff und Verteidigung zu und müssen dabei taktische Kompromisse eingehen. Fünf spielbare Überlebende, ein Marktsystem zwischen den Levels, wiederverwendbare Waffen und verbrauchbare Gegenstände sollen für Abwechslung über die gesamte Kampagne sorgen. Design stammt von Giampaolo Razzino, der zuvor bereits an der Erweiterung One Card Dungeon: M'Guf-yn Returns mitgearbeitet hat, Illustrationen kommen erneut von Marco Salogni. Z Horde ist für 1 Spielenden ausgelegt, dauert 30 bis 60 Minuten und ist ab 14 Jahren freigegeben.

Die Kickstarter-Seite zu Z Horde ist aktuell eine reine Ankündigungsseite, in den Titel-Metadaten steht „Coming soon: Z Horde“. Weder Kampagnenstart noch Enddatum, Finanzierungsziel oder Pledge-Stufen sind bislang hinterlegt, auch ein Beschreibungstext fehlt noch. Wer sich für den Titel interessiert, kann sich derzeit nur benachrichtigen lassen, eine laufende Kampagne mit Preisen oder Stretch-Goals gibt es noch nicht.

Der BGG-Eintrag listet Z Horde bislang nur unter den kommenden Neuheiten, ohne Bewertungen oder weitere Community-Daten. Würfelreich verfolgt die Ankündigung und meldet sich, sobald Kickstarter konkrete Zahlen zu Laufzeit und Zielsumme veröffentlicht.

Horror on the Orient Express: Deutsche Ausgabe noch offen

24. August 2026 um 11:32
Horror on the Orient Express: Deutsche Ausgabe noch offen

Chaosiums kooperatives Cthulhu-Brettspiel „Horror on the Orient Express: The Board Game“ führt aktuell die BGG-Hotness-Liste an. Für die Kickstarter-Unterstützenden bleibt trotzdem eine andere Frage wichtiger: wann die deutsche Ausgabe tatsächlich ankommt.

Das Spiel überträgt die gleichnamige Call-of-Cthulhu-Kampagne aus dem Rollenspiel in ein kooperatives Brettspiel für 1 bis 4 Spielende, ausgelegt auf 90 bis 120 Minuten und ab 14 Jahren. Auf BGG liegt die Komplexität bei 3,59 von 5, ein Wert für erfahrene Gruppen. Ob sich die Spielzeit auf ein einzelnes Kapitel oder die gesamte Kampagne bezieht, benennen die Quellen nicht. Die Ermittelnden reisen in den 1920er-Jahren mit dem Orient-Express durch die Traumlande, müssen Kultisten aufspüren, bevor diese ein Ritual vollenden, und dabei Monster abwehren, die den Zug angreifen.

Mechanisch setzt das Spiel auf Action Retrieval, Deck-, Beutel- und Pool-Aufbau, ein modulares Spielbrett und asymmetrische Charakterfähigkeiten, dazu einen Modus mit eigenem Solo-Spiel. Das unterscheidet den Titel spürbar von Fantasy Flights älteren Cthulhu-Kooperationsspielen wie Arkham Horror, die auf Würfelwürfe, Ereigniskarten und Feldbewegung über den Stadtplan setzen. Design stammt von Michał Gołąb Gołębiowski und Adam Kwapiński, laut Kampagnenbeschreibung Autoren von Nemesis, Frostpunk und Destinies.

Was die Kickstarter-Kampagne zeigt

Die Kickstarter-Kampagne endete am 19. April 2024 mit 13.201 Unterstützenden und 1.654.362 US-Dollar bei einem Ziel von 50.000 US-Dollar, das entspricht 3.308,72 Prozent Finanzierung. Kickstarter selbst führte das Projekt als Staff Pick. Als Liefertermine nennt die Kampagnenseite nur noch vergangene Daten, den 1. Mai 2024 für den Zugang zum Pledge-Manager und den 1. August 2025 für die eigentlichen Spielpakete. Ein aktuelles, noch ausstehendes Lieferdatum weist Kickstarter für das Projekt derzeit nicht aus.

Was zur deutschen Ausgabe bekannt ist

Verlag der deutschen Edition ist laut BGG-Versionsdatenbank Schwerkraft-Verlag gemeinsam mit Chaosium, nicht Pegasus. Eine eigene Produktseite zum Titel lässt sich auf der Schwerkraft-Verlag-Website derzeit nicht finden, ein sprachspezifischer Liefertermin für die deutsche Fassung ist damit ebenfalls nicht belegt. Ob die deutsche Auslieferung an die bereits verstrichenen internationalen Termine anschließt oder eigenständig läuft, bleibt offen.

Wer die deutsche Ausgabe verfolgt, sollte sich in den kommenden Wochen auf ein Update von Schwerkraft-Verlag einstellen. Der erste Platz in der BGG-Hotness zeigt vor allem, dass die internationale Auslieferung gerade viele frühere Unterstützende erreicht, über den Stand der deutschen Fassung sagt das für sich genommen nichts.

Crowdfunding-Wochenschau KW 35/2026: Geisterzug, blutiger Monolith und zwei Klassiker im Endspurt

24. August 2026 um 08:04
Crowdfunding-Wochenschau KW 35/2026: Geisterzug, blutiger Monolith und zwei Klassiker im Endspurt

Nach der Gen Con ist auf den drei großen Plattformen wenig los: Die Spieleschmiede hat in den vergangenen sieben Tagen kein neues Brettspiel gestartet, und die einzige neue Gamefound-Kampagne der Woche, eine Sonderedition von Mykerinos, erreicht keine der Auswahlschwellen dieser Ausgabe. Diese Wochenschau konzentriert sich daher auf vier Kickstarter-Kampagnen: zwei frisch gestartete Titel und zwei Klassiker-Neuauflagen, die in den kommenden Tagen enden. Alle Zahlen sind Momentaufnahmen vom 24. August 2026.

Spirit Train: ein Geisterzug für die letzte Reise

Spirit Train: The Final Journey von SweaterBear Games ist seit dem 18. August auf Kickstarter live und läuft noch bis zum 15. September. Am 24. August 2026 stehen 262.726 US-Dollar zu Buche, bei einem Ziel von 10.000 US-Dollar sind das 2.627 Prozent, getragen von 1.733 Unterstützenden. Die drei Pledge-Stufen werben mit 30, 20 und 32 Prozent Rabatt gegenüber dem späteren Ladenpreis. Versand, Steuern und Zoll rechnet die Kampagne nach eigenen Angaben separat nach Kampagnenende ab.

Designt haben das Spiel Casey Mattes und Zoey Mattes. Als Fährleute zwischen den Welten bauen 2 bis 4 Spielende in 60 bis 90 Minuten ihren Zug aus wechselnden Waggons, sammeln Geister ein und begleiten sie in ihr Jenseits. Mechanisch mischt Spirit Train Worker Placement mit einer Aktionsreihenfolge, die von der Stimmung der Geister abhängt. Einen Solo- und Koop-Modus bietet erst die oberste Pledge-Stufe mit der Zusatzkampagne „The Lost Soul“, laut Kampagnenbeschreibung acht Kapitel im Solo- oder Koop-Modus.

The Monolith: blutiges Opfer für einen außerirdischen Fels

Auch The Monolith von Plaid Hat Games ist seit dem 18. August live, mit Laufzeit bis zum 17. September. Am 24. August 2026 sind 110.998 US-Dollar zusammengekommen, bei einem Ziel von 50.000 US-Dollar sind das 222 Prozent und 1.221 Unterstützende. Plaid Hat Games hatte eine erste Kampagne zum Spiel bereits im Juni gestartet und sie trotz erfolgreicher Finanzierung nach drei Tagen abgebrochen. Firmenchef Colby Dauch nannte im August gegenüber der Fachpresse den Grund: Die Zusagen seien bereits am zweiten Kampagnentag vollständig zum Stillstand gekommen, weshalb Plaid Hat Games den Neustart erst nach eingehender Analyse der Fehler plante.

Design stammt von Phil Gross. 3 bis 4 Spielende führen als Schamanen Krieger gegen rivalisierende Kulte, sammeln Herzen und opfern sie am Ende jeder Runde dem titelgebenden Monolithen, der daraufhin die Kampfaktionen der Partie bestimmt. Eine Partie dauert laut Verlag rund 120 Minuten. Das Grundspiel hat keinen Solo-Modus, gegen Aufpreis bringt ein Bot-Pack-Zukauf Unterstützung für 1 bis 2 Spielende.

Zu Versandkosten und Einfuhrabgaben für Unterstützende außerhalb der USA macht die Kampagne, anders als Spirit Train, keine Angabe. Die Reward-Texte nennen für alle Stufen nur einen weltweiten Versand ohne weitere Details.

Twilight City und Kalmár: Queen Games holt zwei Pierrot-Spiele zurück

Nur noch bis zum 27. August läuft die Kickstarter-Kampagne von Queen Games zu Twilight City und Kalmár: Merchants in Buda, zwei Spielen des ungarischen Designers Pierrot (Tamás Z. Marosi). Am 24. August 2026 stehen 9.026 Euro bei einem Ziel von 2.000 Euro, das sind 451 Prozent bei 59 Unterstützenden. Die Deluxe-Stufen nennen Ladenpreise von 79,99 Euro für Kalmár und 89,99 Euro für Twilight City, das Bundle beider Spiele kostet gegenüber einem Richtpreis von rund 180 Euro je nach Stufe 15 oder 25 Prozent weniger. Alle Deluxe-Stufen schließen laut Kampagne die deutsche und die EU-Mehrwertsteuer ein, die Bundle-Stufen liefern zusätzlich versandkostenfrei nach Deutschland und in die EU.

Twilight City schickt 1 bis 4 Spielende als Partisanen gegen ein diktatorisches Gouverneursregime in einer smoggeschwängerten Stadt, mit Tableau-Aufbau und rund 120 Minuten Spielzeit, und bringt einen eigenen Solo-Modus mit. Kalmár versetzt 2 bis 4 Spielende für 90 bis 150 Minuten als konkurrierende Kaufmannssöhne ins Buda des 15. Jahrhunderts, mit Warenhandel, Investitionen und einem eigenen Modus für zwei Personen, aber ohne klassischen Solo-Modus. Beide Spiele erschienen ursprünglich bei Private Moon Studios. Queen Games mit Sitz in Troisdorf bringt jetzt Deluxe-Neuauflagen beider Titel heraus.

Mexica, Bridges of Shangri-La, Gheos und Reel Rivals: vier Klassiker in letzter Minute

Der britische Verlag Play For Keeps beendet seine Sammelkampagne zu vier Euro-Klassikern bereits am 26. August. Am 24. August 2026 stehen 56.824 britische Pfund bei einem Ziel von 12.250 Pfund, das sind 464 Prozent, unterstützt von 814 Personen. Die Mexica-Stufe wirbt mit rund 7 Pfund Ersparnis gegenüber dem Ladenpreis, das Bundle aller vier Spiele mit rund 46 Pfund. Zu Mehrwertsteuer oder Zoll für Unterstützende in der EU äußert sich die Kampagne, anders als Queen Games bei Twilight City und Kalmár, nicht.

Das Zugpferd der Kampagne ist Mexica von Michael Kiesling und Wolfgang Kramer, der dritte Teil ihrer Masken-Trilogie aus dem Jahr 2002. 2 bis 4 Spielende ziehen in rund 90 Minuten Kanäle und Brücken durch Tenochtitlan und gründen Bezirke für Mehrheitspunkte, ein Solo-Modus fehlt. Dazu kommen die Neuauflagen von Bridges of Shangri-La, Gheos und Reel Rivals als weitere Titel im selben Bundle.

Diese Ausgabe teilt sich in der Mitte: Spirit Train und The Monolith sind komplett neue Spiele, Twilight City/Kalmár und das Mexica-Bundle bringen dagegen Bestehendes in neuer Auflage zurück. Wer an Twilight City, Kalmár oder den vier Play-For-Keeps-Titeln interessiert ist, hat nur noch wenige Tage Zeit. Die kommende Woche dürfte nach der Sommerpause wieder mehr Neustarts bringen.

Duck, Duck, Llama! auf Kickstarter: Partyspiel ohne Ausscheiden

19. August 2026 um 12:16
Duck, Duck, Llama! auf Kickstarter: Partyspiel ohne Ausscheiden

Die Kickstarter-Kampagne zu „Duck, Duck, Llama!“ endet heute, am 20. August 2026 um 17:01 Uhr MESZ (15:01 Uhr UTC). Das australische Studio Bizarre Studios aus Melbourne hat mit dem Party-Kartenspiel sein Finanzierungsziel von 10.000 AUD deutlich übertroffen: Stand jetzt stehen 19.639 AUD zusammen, das sind 196 Prozent des Ziels, getragen von 272 Unterstützenden.

Hot Potato mit Ablenkungsmanöver

Gespielt wird nach einem Hot-Potato-Prinzip mit mathematischem Dreh. Karten erhöhen oder senken „The Count“, die Anzahl der Enten im Spiel. Wer seinen Zug bei einem Count von 10 oder mehr beginnt, wird „angeklagt“ und muss sich mit einer passenden Karte freispielen oder eine Ablenkung auslösen, sonst fliegt die Person als Llama aus der laufenden Runde. Den Zusatz „The Party Game with No Eliminations“ trägt das Spiel nicht ohne Grund: Wer als Llama enttarnt wird, kann sich in einer der folgenden Runden zurückspielen, indem er selbst jemanden erfolgreich anklagt. Nach drei Runden gewinnen die verbliebenen „Ducktectives“.

Duck, Duck, Llama! ist ein Kartenspiel für 2 bis 6 Personen, dauert 10 bis 20 Minuten und ist ab 8 Jahren freigegeben, Familientauglichkeit ist erklärtes Ziel. Ein einzelner Lead Designer wird in der Kampagne nicht namentlich genannt, als Urheber tritt durchgehend das Studio Bizarre Studios auf. Wer nach einem weiteren chaotischen Kartenspiel für den Spieleabend sucht: Joking Hazard 2 lief erst kürzlich auf der Spieleschmiede.

Pledge-Stufen und Lieferung

Die Kampagne bietet vier Pledge-Stufen. „The Duck“ (27 AUD) bringt das Basisspiel mit 10 Prozent Rabatt plus digitalem Making-of-Booklet. „The Quacken“ (42 AUD) legt eine Anstecknadel und eine Folienkarte drauf. „The Llama“ (150 AUD) fügt weitere Folienkarten, eine limitierte Sammelkarte (1 von 110) und einen handschriftlichen Dankesbrief der Designer hinzu. Die Förderer-Stufe „The Chaz“ (2.500 AUD) richtet sich an Sammler und künftige Unterstützer weiterer Bizarre-Studios-Projekte. Der Versand geht weltweit, Kickstarter weist ausdrücklich darauf hin, dass Versandkosten, Steuern und Zoll erst nach Kampagnenende berechnet werden, das gilt auch für Backer in Deutschland. Die Auslieferung ist für Oktober 2026 angepeilt.

Auf BoardGameGeek (ID 462638) liegen bislang nur zwei Bewertungen vor, für eine Einschätzung der Spielqualität ist das zu dünn, ein Ranking gibt es entsprechend nicht. Eine deutschsprachige Ausgabe ist derzeit nicht bekannt. Als Kickstarter Staff Pick ist die Kampagne nicht ausgezeichnet.

Wer ein kurzes, chaotisches Partyspiel ohne Ausscheiden sucht und noch mitziehen will: Die Kampagne schließt heute, am 20. August 2026 um 17:01 Uhr MESZ. Danach ist nur noch der reguläre Handel eine Option, ein Termin dafür ist bislang nicht bekannt. Wer laufende Kampagnen im Blick behalten will, findet mehr davon in unserer Crowdfunding-Wochenschau.

Crowdfunding-Wochenschau KW 34/2026: Ein Horror-Dossier und ein Druidenwald

17. August 2026 um 11:45
Crowdfunding-Wochenschau KW 34/2026: Ein Horror-Dossier und ein Druidenwald

Die Kalenderwoche 34 fällt mitten in die Sommerpause, und das merkt man dem Crowdfunding-Kalender an. Zwischen Gen Con und Messevorbereitung haben Gamefound und die Spieleschmiede in den vergangenen sieben Tagen keine frische Brettspiel-Kampagne mit echtem Neuigkeitswert nachgelegt. Auf Kickstarter dagegen sind zwei sehr unterschiedliche Titel neu an den Start gegangen: ein akten-getriebenes Horror-Ermittlungsspiel und ein Beutelbau-Strategiespiel um einen verwunschenen Wald. Wir sortieren, was sich lohnt, und benennen, wo diese Woche schlicht nichts Neues zu holen ist.

The Altered: Anomaly Containment Archives

The Altered: Anomaly Containment Archives ist seit dem 11. August live und hat sein Ziel um mehr als das 25-Fache übertroffen: rund 2 Millionen Hongkong-Dollar (umgerechnet etwa 230.000 Euro) von knapp 900 Unterstützern. Die Kampagne läuft noch bis zum 10. Oktober.

Im Kern ist The Altered ein kooperatives Dossier-Spiel für einen bis vier Spieler. Ihr schlüpft in die Rolle von Prüfkommissaren einer Behörde und öffnet nacheinander sieben verschlossene Fallakten. Ihr untersucht physische Beweisstücke, gleicht widersprüchliche Aussagen ab, entschlüsselt versteckte Informationen und rekonstruiert das Leben von Personen, die mit einem unerklärlichen Vorfall verbunden sind.

Am Ende jedes Falls fällt ihr ein bindendes Urteil: Wer ist noch Mensch, wer gilt als „verändert" und was muss weggesperrt werden. Diese Entscheidungen sind keine Sackgassen. Über verzweigte Wege und eine Beutelverwaltung mit verdeckten Marken tragen sich die Folgen eurer Urteile in spätere Fälle. Kommt es zu einem Ausbruch, wird er über taktisches Kartenspiel aufgelöst, einen Spielleiter braucht es nicht.

Für den deutschen Markt gibt es bislang keine Angabe zu einer Lokalisierung. Das Spiel setzt stark auf Texte und Ephemera, eine deutsche Ausgabe wäre also Voraussetzung für einen Sprachwechsel. Die Kampagne schweigt dazu, wir tragen das nach, sobald es Neues gibt.

Eckdaten:

  • Verlag: Tin Universe
  • Autor: Theo Z. Zhao
  • Spieleranzahl: 1 bis 4
  • Spielzeit: 45 bis 60 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Genre: kooperatives Ermittlungs- und Horror-Spiel mit Kampagne
  • Finanzierung: rund 2 Mio. HKD, etwa 2.547 Prozent des Ziels (Stand 17. August)

Aufnahmekriterium: neu gestartet in den letzten sieben Tagen und mit über 2.500 Prozent des Ziels deutlich überfinanziert.

Whisperwood

Whisperwood von Cardboard Alchemy ist der zweite Neustart der Woche, ebenfalls seit dem 11. August live und aktuell bei rund 405 Prozent (etwa 405.000 US-Dollar, über 2.000 Unterstützer). Die Kampagne läuft noch bis zum 2. September.

In Whisperwood zieht ein Rat von Druiden in einen Wald, den ein dunkler Zauberer verdorben hat, und reinigt ihn Stück für Stück. Spielerisch ist das ein Beutelbau für einen bis vier Spieler: Ihr zieht Marken aus eurem Beutel, baut ihn planvoll aus und müsst zugleich mit einer störenden Verderbnis im Beutel umgehen.

Wir haben Whisperwood diese Woche bereits ausführlich vorgestellt. Mechanik, Eckdaten und eine Einordnung findest du in unserem eigenen Artikel zur Kampagne.

Aufnahmekriterium: neu gestartet in den letzten sieben Tagen, über 400 Prozent finanziert und mit mehr als 100.000 US-Dollar Volumen relevant.

Was auf Gamefound und der Spieleschmiede fehlt

Zur Einordnung gehört auch, was nicht läuft. Auf Gamefound sind die Sommer-Kampagnen inzwischen überwiegend abgeschlossen, und ein frisch gestartetes Brettspiel mit klarer Relevanz für deutsche Spieler war in dieser Woche nicht darunter. Die Spieleschmiede hat in den vergangenen sieben Tagen keine neue Kampagne nachgelegt, die zuletzt dort geförderten Titel sind bereits beendet. Beides ist saisonüblich: Zwischen Gen Con und der Vorbereitung auf die Herbstmesse halten sich viele Verlage mit Starts zurück.

Ausblick auf die kommende Woche

Ganz ruhig bleibt es nicht. Garphill Games kündigt für den 18. August eine gemeinsame Kickstarter-Kampagne für zwei Erweiterungen an: Omens und Headlands zu „Raiders of Scythia" und „Skara Brae". Beide Grundspiele gibt es auf Deutsch, entsprechend dürften die Erweiterungen auch hierzulande ein Thema werden. Wir schauen sie uns in der nächsten Ausgabe an.

Whisperwood: Beutelbau-Strategie um einen verwunschenen Druidenwald

14. August 2026 um 14:51
Whisperwood: Beutelbau-Strategie um einen verwunschenen Druidenwald

Ein Rat von Druiden zieht in einen Wald, den ein dunkler Zauberer verdorben hat, und soll ihn Stück für Stück reinigen. Whisperwood von Cardboard Alchemy setzt diese Geschichte als Beutelbau-Spiel um, das aktuell auf Kickstarter läuft, und richtet sich an Kennerspieler und Vielspieler, die ihren Beutel planvoll aufbauen und zugleich mit einer störenden Verderbnis umgehen wollen.

Was man in Whisperwood tut

Im Kern ist Whisperwood ein Beutelbau-Spiel (im Original Bag-Builder). Wie beim verwandten Deckbau ziehen Sie nicht Karten aus einem Stapel, sondern Chips aus einem Beutel, verbessern diesen Vorrat über die Partie und versuchen, ihn Runde für Runde schlagkräftiger zu machen. Die zentrale Spannung sitzt dabei im Thema: Der Wald ist von Verderbnis (im Original corruption) durchsetzt, und diese Verderbnis müssen Sie aufnehmen und reinigen. Wer zu viel davon mit sich herumträgt, schwächt die eigenen Fähigkeiten. Der Beutel ist also kein reines Aufwerten, sondern eine laufende Abwägung, wie viel Belastung man sich zumutet, um den Wald voranzubringen.

Rund um den Beutel legt Cardboard Alchemy weitere Systeme. Laut der Mechanik-Auflistung auf BGG kombiniert Whisperwood geschlossenes Drafting (Closed Drafting), simultane Aktionswahl, Tech-Trees beziehungsweise Fortschrittsleisten, einen variablen Aufbau und Boni in der Endwertung. Thematisch erwecken die Druiden Wächter-Golems und stellen Flora und Fauna wieder her; wer im Rat am meisten leistet, wird am Ende zum Primus gekürt. Die simultane Aktionswahl deutet darauf hin, dass alle Mitspielenden zugleich planen, was die Wartezeiten zwischen den Zügen kurz halten dürfte.

Verlag und Designer hinter Whisperwood

Verantwortlich ist der US-Verlag Cardboard Alchemy aus Burbank, Kalifornien. Als Designer nennt die Kampagne Brad Brooks, Erin McDonald und Christian Strain. Die Illustration stammt von Sergio Chaves und Sandara Tang.

Eckdaten zu Whisperwood

PunktAngabe
Spielerzahl1 bis 4 (laut Kampagne inklusive Solo-Modus)
Spielzeitrund 50 bis 200 Minuten
Alterab 14 Jahren
GenreBeutelbau-Strategiespiel
VerlagCardboard Alchemy (USA)

Zwei Punkte gehören offen benannt. Erstens die Spielerzahl: Die laufende Kampagne bewirbt 1 bis 4 Spielende samt Solo-Modus, ein älterer Beschreibungstext auf BGG spricht dagegen von 2 bis 4. Wir richten uns nach der aktuellen Kampagnen-Angabe. Konkrete Details, wie der Solo-Modus funktioniert, nennt die uns vorliegende Quellenlage allerdings nicht; wer allein spielen möchte, findet dazu bislang keine belastbare Beschreibung. Zweitens die Spielzeit: Die Spanne von 50 bis 200 Minuten ist sehr weit und dürfte stark von der Spielerzahl abhängen, eine genauere Staffelung liegt uns nicht vor.

Die Kickstarter-Kampagne: Stand und Pledge-Stufen

Zum Snapshot am 14. August 2026 hat Whisperwood sein Finanzierungsziel klar übertroffen: Bei einem Ziel von 100.000 US-Dollar standen rund 351.000 US-Dollar zu Buche, das sind etwa 351 Prozent, getragen von 1.761 Unterstützenden. Kickstarter führt das Projekt als Staff-Pick. Die Kampagne läuft nach Angaben der Seite bis zum 2. September 2026, die geplante Auslieferung nennt der Verlag für April 2028. Solche Crowdfunding-Zahlen sind ein Signal für Aufmerksamkeit, aber kein Gütesiegel für die spätere Spielqualität; ausgeliefert wird erst in gut anderthalb Jahren.

Bei den Pledge-Stufen trennt Cardboard Alchemy klar zwischen Umfang und Ausstattung. Die Standardversion OWL beginnt bei 99 US-Dollar und liefert das Grundspiel. OTTER ab 149 US-Dollar ist die Deluxe-Variante mit hochwertigerer Ausstattung. BEAR ab 299 US-Dollar bündelt die Deluxe-Version mit Add-ons und Golem-Miniaturen und zielt damit auf Sammler. Wer zunächst nur reservieren möchte, kann über ein Retail-Deposit von 50 US-Dollar einsteigen. Der spielerische Kern ist in allen Stufen derselbe; oberhalb von OWL zahlen Sie vor allem für Material und Extras, nicht für zusätzliche Regeln.

Was für deutsche Leser offen bleibt

Für deutsche Spielerinnen und Spieler bleiben zwei Fragen ungeklärt. Ob es eine deutschsprachige Ausgabe oder Lokalisierung gibt, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor. Und der Versand ist laut Kampagne auf bestimmte Länder beschränkt, ohne dass die uns vorliegenden Daten belegen, ob Deutschland dazugehört. Wer mitfinanzieren will, sollte vor dem Pledge die Versand- und Sprachangaben direkt auf der Kampagnenseite prüfen. Auch bei den Stretch Goals gilt Zurückhaltung: Die Kampagne unterscheidet zwar zwischen Gameplay-Stretch-Goals, die die Mechanik erweitern, und Deluxe-Stretch-Goals, die Komponenten aufwerten. Welche einzelnen Ziele bereits freigeschaltet sind, geht aus den uns vorliegenden Daten jedoch nicht hervor.

Unser Ersteindruck

Whisperwood verbindet einen vertrauten Motor, den Beutelbau, mit einer thematisch verankerten Bremse, der Verderbnis, und genau in dieser Abwägung liegt der Reiz. Ob das System auf Dauer trägt und wie fordernd der Solo-Modus ausfällt, lässt sich vor dem Erscheinen nicht beurteilen. Für deutsche Interessenten ist der wichtigste offene Punkt schlicht, ob Spiel und Versand hierzulande überhaupt ankommen. Ein Blick auf die Kampagnenseite vor dem Pledge lohnt sich in jedem Fall.

Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket

10. August 2026 um 09:08
Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket

In dieser Woche (KW 33) haben Gamefound und die Spieleschmiede keine frische Brettspiel-Kampagne mit echtem Neuigkeitswert nachgelegt. Auf Kickstarter dagegen laufen gleich drei Projekte aus derselben Startwelle vom 14. Juli auf ihr Ende am 13. August zu. Alle drei sind finanziert und decken ein leichtes bis mittleres Gewicht ab, vom Jahrmarkt-Spiel bis zum Spieleabend-Paket. Ein Hinweis vorab: Es handelt sich um US-Kampagnen in US-Dollar, für die aus dem DACH-Raum Versandkosten und Einfuhrabgaben anfallen.

En-Nichi: Japanese Summer Festival

Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket
En-Nichi: Japanese Summer Festival. Bild: Mugen Gaming (via BoardGameGeek).

En-Nichi läuft noch bis zum 13. August auf Kickstarter und hat sein Ziel von 7.878 US-Dollar mit aktuell rund 112.831 US-Dollar auf etwa 1.432 Prozent gebracht, getragen von rund 1.035 Unterstützenden. Damit ist es der klare Volumen-Spitzenreiter dieser Ausgabe und erfüllt gleich zwei Aufnahmekriterien: kurz vor Ende und außergewöhnlich hohe Finanzierungsquote.

Thematisch wanderst du über ein japanisches Sommerfest von Stand zu Stand und spielst kleine Jahrmarkt-Minispiele wie Schießbude, Goldfisch-Fangen, Wasserballon-Angeln und Maskenstand. Mechanisch mischt das Spiel Würfeln, Push-your-Luck, ein Gedächtnis-Element und Set Collection: Du sammelst bunte Preise, um die Gunst der Dorfbewohner zu gewinnen. Wer genug Zuneigung sammelt, nimmt die Figuren mit ins große Finale.

Es spielen 2 bis 6 Personen ab 8 Jahren, eine Partie dauert 45 bis 60 Minuten. Verlag ist Mugen Gaming aus Kansas City. Einen Designer nennt weder die Kampagne noch der BoardGameGeek-Eintrag, hier bleibt die Urheberschaft offen.

Aufnahmekriterium: Kurz vor Ende (finanziert) und besonders interessant (Finanzierungsquote deutlich über 300 Prozent, Volumen über 100.000 US-Dollar).

How to Raise Your Kaiju

Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket
How to Raise Your Kaiju. Bild: Rose Gauntlet Entertainment (via BoardGameGeek).

How to Raise Your Kaiju läuft noch bis zum 13. August auf Kickstarter und steht mit rund 35.731 US-Dollar bei etwa 357 Prozent des Ziels von 10.000 US-Dollar, gestützt von rund 431 Unterstützenden. Hinter dem Projekt steht Rose Gauntlet Entertainment, das Design stammt von Isaac Vega, die Illustrationen von Alyssa Menold.

Du schlüpfst in die Rolle eines Kaiju-Elternteils und ziehst kleine Monster groß. In deinem Zug setzt du ein Baby-Kaiju auf eine Stadt und nimmst dir eine Fähigkeitenkarte. Anschließend kannst du Stadtzonen erobern, indem du Fähigkeitenkarten passend zu den Verteidigungs-Tokens abwirfst, was Erfahrungspunkte und Ressourcen einbringt. Sammelst du genug Erfahrung, verdient dein Kaiju einen Goldstern.

Alternativ schickst du dein Monster auf den Open-World-Pfad, wo weitere Strecke größere Belohnungen bringt. Eltern-Karten geben jeder Spielerin und jedem Spieler eigene Sonderfähigkeiten, sodass sich die Partien unterscheiden. Nach vier Runden gewinnt, wer die meisten Goldsterne gesammelt hat. Mechanisch verbindet das Spiel Worker Placement, Handmanagement und Set Collection für 1 bis 4 Personen ab 10 Jahren, bei 30 bis 60 Minuten Spielzeit.

Aufnahmekriterium: Kurz vor Ende (finanziert) und besonders interessant (Finanzierungsquote über 300 Prozent, etablierter Designer).

MILLRAT Pack!

Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket
MILLRAT Pack! Bild: MILLRAT Studio (via Kickstarter).

Das MILLRAT Pack läuft noch bis zum 13. August auf Kickstarter und hat mit rund 11.326 US-Dollar etwa 188 Prozent des Ziels von 6.030 US-Dollar erreicht, getragen von rund 191 Unterstützenden. Das Projekt bündelt vier eigenständige Spiele in einer Schachtel, gedacht für den Spieleabend, entwickelt von MILLRAT Studio (Nick und Adam) mit Artwork von Abby Ouellette.

Die Kampagne beschreibt das Paket als „etwas für jeden am Tisch", schlüsselt die vier Titel in den abrufbaren Kampagnendaten aber nicht einzeln nach Mechanik oder Spielerzahl auf. Was die Spiele konkret tun, bleibt damit auf Basis der reinen Eckdaten offen. Für den DACH-Raum ist außerdem wichtig: Der physische Versand ist auf die USA beschränkt, sinnvoll bestellbar ist von hier aus vor allem die Print-and-Play-Variante ab 8 US-Dollar.

Aufnahmekriterium: Kurz vor Ende (finanziert). Der Titel steht hier ausdrücklich mit dem Vorbehalt eingeschränkter DACH-Verfügbarkeit.

Kein frischer Start auf Gamefound und Spieleschmiede

Auf Gamefound sind die Kampagnen des Summer Feast von Ende Juli inzwischen überwiegend beendet, ein frisch gestartetes oder kurz vor Ende stehendes Brettspiel mit klarer DACH-Relevanz war in dieser Woche nicht darunter. In der Spieleschmiede läuft weiterhin das Zeitreise-Kennerspiel Restart von Giant Roc, das wir bereits in KW 31 und KW 32 vorgestellt haben und das daher hier keinen neuen Aufhänger bietet. Sobald auf diesen beiden Plattformen wieder etwas Neues mit Substanz startet, greifen wir es in der nächsten Ausgabe auf.

Crowdfunding-Wochenschau KW 32/2026: Cult of the Lamb, Herr der Ringe und ein kuscheliger Endspurt

03. August 2026 um 10:11
Crowdfunding-Wochenschau KW 32/2026: Cult of the Lamb, Herr der Ringe und ein kuscheliger Endspurt

Willkommen zur Crowdfunding-Wochenschau in Kalenderwoche 32. Wir schauen auf die Kampagnen bei Gamefound, Kickstarter und in der Spieleschmiede, die neu gestartet sind, kurz vor dem Ende stehen oder aus anderen Gründen einen Blick wert sind. Diese Woche dominieren zwei Marken mit Millionenbeträgen, dazu kommt ein deutlich kleinerer Endspurt.

Cult of the Lamb: The Board Game (Kickstarter)

Cult of the Lamb: The Board Game ist seit dem 21. Juli auf Kickstarter live und läuft noch bis zum 14. August. Die Kampagne steht aktuell bei rund 8.087 Prozent des Ziels, über 8.000 Unterstützende haben mehr als 1,5 Millionen Pfund zusammengetragen. Aufnahmekriterium: besonders interessant (Finanzierungsquote und Gesamtvolumen weit über dem üblichen DACH-Rahmen).

Es handelt sich um die offizielle Brettspiel-Umsetzung des gleichnamigen Videospiels von Massive Monster und Devolver Digital, umgesetzt von Paper Fort Games. Gespielt wird kompetitiv mit Worker-Placement für 1 bis 4 Personen. Jede der vier Runden teilt sich in zwei Phasen: den Kreuzzug mit dungeon-artigen Streifzügen und den Kult-Aufbau in der eigenen Basis. Jede Person übernimmt einen von vier Propheten, nämlich Lamm, Ziege, Eule oder Schlange.

Spielzeit und Altersfreigabe nennt die Kampagnenseite bislang nicht, das lassen wir hier entsprechend offen. Die enorme Quote sagt vor allem etwas über die Zugkraft der Videospiel-Marke aus und ist noch kein Urteil über die spielerische Tiefe. Eine ausführlichere Einordnung findest du in unserer Vorstellung zur Kickstarter-Ankündigung.

The Lord of the Rings: Ascension (Gamefound)

Crowdfunding-Wochenschau KW 32/2026: Cult of the Lamb, Herr der Ringe und ein kuscheliger Endspurt
Kampagnen-Key-Art: Stone Blade Entertainment (Gamefound)

The Lord of the Rings: Ascension läuft seit dem 14. Juli auf Gamefound und endet am 13. August. Die Kampagne liegt bei rund 6.372 Prozent, mehr als 4.700 Unterstützende haben über 1,27 Millionen US-Dollar beigetragen. Aufnahmekriterium: besonders interessant (sehr hohe Quote und hohes Volumen).

Das Spiel ist ein kompetitiver Deckbau für 1 bis 4 Personen auf Basis der bekannten Ascension-Engine, angesetzt auf etwa 30 Minuten und ab 13 Jahren. Verlag ist Stone Blade Entertainment. Die Kampagne umfasst drei eigenständige, miteinander verbundene Sets entlang der Filmtrilogie, also Die Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs.

Im Spiel rekrutierst du Helden, kaufst stärkere Karten und baust deine Schlagkraft aus, während der Einfluss des Einen Rings als ständiger Gegenspieler wächst. Wer mag, steigt mit einem einzelnen Set ein oder greift zum Bundle über alle drei Teile.

Button Kingdoms (Kickstarter)

Crowdfunding-Wochenschau KW 32/2026: Cult of the Lamb, Herr der Ringe und ein kuscheliger Endspurt
Kampagnen-Key-Art: Around the Stump Games (Kickstarter)

Button Kingdoms ist seit dem 7. Juli auf Kickstarter und geht am 6. August in den Endspurt. Die Kampagne ist mit rund 678 Prozent finanziert, gut 540 Unterstützende haben etwa 52.500 US-Dollar beigetragen. Aufnahmekriterium: kurz vor Ende und bereits solide finanziert.

Hinter dem Titel von Around the Stump Games steckt ein sozial angelegter Deckbau, bei dem du eine erdachte Spielplatz-Welt mit einer Armee aus Plüschtieren eroberst. Gespielt wird mit Karten, mehreren Spielertableaus und Stanztokens, die Deluxe-Fassung ersetzt Buttons und Marker durch Holz und Acryl. Die genaue Spieleranzahl weist die Kampagnenseite nicht eindeutig aus, daher nennen wir sie hier nicht.

Das Projekt ist bewusst als Kontrast gesetzt: Nicht jede finanzierte Kampagne ist ein Millionenvorhaben, und ein durchfinanziertes Nischenspiel kann genauso einen Blick wert sein.

Kurz notiert

Restart von Giant Roc läuft in der Spieleschmiede weiter und hat noch rund 17 Tage vor sich, aktuell mit 72 Unterstützenden. Das Zeitreise-Kennerspiel für 1 bis 4 Personen ab 14 Jahren erscheint als deutsche Deluxe-Ausgabe. Wir haben es in der Crowdfunding-Wochenschau KW 31 ausführlich vorgestellt. Ziel und Finanzierungsquote gibt die Spieleschmiede in unseren Daten nicht aus, deshalb bleibt es hier bei Unterstützerzahl und Restlaufzeit.

Auf Gamefound ist mit dem Summer Feast ab dem 29. Juli eine ganze Welle neuer Kampagnen angelaufen. Viele davon sind aber erst am Start oder liefern noch keine belastbaren Zahlen, weshalb wir sie in dieser Ausgabe bewusst noch nicht vorstellen. Wir behalten sie für die kommenden Wochen im Blick.

Crowdfunding-Wochenschau KW 31/2026: Galileo's Truth, Pinguine und ein Zeitreise-Kennerspiel auf Deutsch

28. Juli 2026 um 20:11
Crowdfunding-Wochenschau KW 31/2026: Galileo's Truth, Pinguine und ein Zeitreise-Kennerspiel auf Deutsch

Die Crowdfunding-Wochenschau der KW 31 blickt auf die Kampagnen vom 21. bis 28. Juli 2026. Zwei Gamefound-Schwergewichte gehen finanziert in ihre letzten Stunden, ein Kickstarter-Familienspiel steuert auf sein Ende zu, und in der Spieleschmiede ist ein deutsches Zeitreise-Kennerspiel neu gestartet. Die Auswahl folgt nicht allein den Summen: Entscheidend sind Spielmechanik, DACH-Relevanz und ein erkennbarer Anlass. Zum Vergleich zeigt die Wochenschau der Vorwoche die Projekte der KW 30.

Galileo's Truth: Euro-Schwergewicht von Awaken Realms

Galileo's Truth läuft seit dem 7. Juli auf Gamefound und endet bereits am Abend des 28. Juli. Zum Stand 28. Juli standen 1.110.787,56 Euro bei einem Ziel von 25.000 Euro. Das entspricht 4.443,15 Prozent und 7.619 Unterstützenden.

Das kompetitive Euro-Spiel für eine bis vier Personen versetzt euch als Gelehrte in die Frühzeit der modernen Wissenschaft. Ihr beobachtet den Himmel, verfasst Traktate und baut Erfindungen, während der Verdacht der Inquisition mit jeder Entdeckung steigt. Mechanisch verbindet das Spiel Worker Placement mit verdecktem Drafting, Deck- und Beutelbau sowie Tech-Leisten.

Die Designer sind Virginio Gigli und Flaminia Brasini, die Ausgabe erscheint bei Awaken Realms. BoardGameGeek nennt rund 90 bis 120 Minuten Spielzeit, eine Altersempfehlung ab 14 Jahren und eine Komplexität von 3,33 von 5. Ein Solo-Modus ist bestätigt, ein eigenes Inquisitor-Token verweist ausdrücklich darauf. Die Sprachfassung lässt sich in der Kampagne wählen, eine deutsche Version ist damit möglich.

Aufnahmekriterium: kurz vor Ende und finanziert, zusätzlich mehr als 300 Prozent Quote sowie ein bemerkenswerter Verlag und bekannte Designer.

Restart: deutsches Zeitreise-Kennerspiel neu in der Spieleschmiede

Restart ist am 25. Juli in der Spieleschmiede gestartet. Zum Stand 28. Juli zählte die Kampagne 55 Unterstützende, die Restlaufzeit liegt bei rund 23 Tagen bis etwa zum 20. August. Einen Finanzierungsstand in Euro weist der ausgelesene Datensatz nicht aus.

Giant Roc bringt das kompetitive Kennerspiel in einer deutschen Deluxe-Edition heraus. Thematisch reist ihr durch die Zeit, erfüllt Missionen und versucht, drohende Dystopien abzuwenden. Der Klappentext spielt mit bekannten Zeitreise-Motiven wie dem Schmetterlingseffekt und dem Großvaterparadoxon.

Die deutsche Grundspiel-Fassung liegt im Datensatz bei 105 Euro, höhere Stufen bündeln Miniaturen, die Gadgets-Erweiterung und die Duality-Mini-Erweiterung. Wer das Spiel entworfen hat, nennt der ausgelesene Datensatz nicht, ebenso wenig Spieleranzahl, Spielzeit oder Altersfreigabe. Diese Eckdaten solltet ihr vor einer Unterstützung direkt auf der Kampagnenseite prüfen.

Aufnahmekriterium: neu live und besondere DACH-Relevanz durch die deutsche Ausgabe des etablierten Verlags Giant Roc.

The Isle of Penguins: Polyomino-Spiel in der letzten Woche

The Isle of Penguins läuft seit dem 7. Juli auf Kickstarter und endet am 30. Juli. Zum Stand 28. Juli standen 345.734 Pfund bei einem Ziel von 23.500 Pfund. Das entspricht 1.471,21 Prozent und 4.257 Unterstützenden.

Ein bis vier Personen (mit Erweiterung bis sechs) retten Pinguine auf ihre Flöße, bevor das Eis schmilzt. Der Kern ist ein offenes Drafting mit Legespiel: Ihr zieht Karten und passt Polyomino-Teile möglichst lückenlos auf euer Tableau. Set Collection und Musterbildung bestimmen die Wertung.

Designer und Verlag ist Frank West, das Spiel ist der Nachfolger von The Isle of Cats. BoardGameGeek nennt 60 bis 90 Minuten Spielzeit und eine Altersempfehlung ab 8 Jahren, was den Titel klar Richtung Familien- und Einstiegsspiel rückt. Ein Solo-Modus ist bestätigt. Der günstigste ausgelesene Pledge mit Spiel liegt bei 45 Pfund, Versand und Steuern kommen hinzu.

Aufnahmekriterium: weniger als sieben Tage Restlaufzeit und finanziert, zusätzlich mehr als 300 Prozent Quote und über 100.000 Pfund Volumen.

Politik: Machtkampf um eine zerfallene Welt

Politik läuft seit dem 30. Juni auf Gamefound und endet am 30. Juli. Zum Stand 28. Juli standen 241.905,67 US-Dollar bei einem Ziel von 100.000 US-Dollar. Das entspricht 241,91 Prozent und 1.944 Unterstützenden.

Zwei bis sechs Personen ringen um die militärische, politische und wirtschaftliche Kontrolle über eine zerfallene Welt. Das Strategiespiel von Black Yeti Games setzt auf Konfrontation und wirtschaftliche Entscheidungen. Die Kampagne nennt 150 Minuten Spielzeit und ein Mindestalter von 14 Jahren.

Über die reine Spieleranzahl ab zwei Personen weist der Datensatz keinen Solo-Modus aus. Auch den Namen des Designers und eine deutsche Sprachfassung nennt der ausgelesene Datensatz nicht. Das hohe Volumen ist ein Signal, ersetzt aber keine Prüfung von Preis, Versand und Sprachabhängigkeit.

Aufnahmekriterium: weniger als sieben Tage Restlaufzeit und finanziert, zusätzlich mehr als 100.000 US-Dollar Volumen.

Einordnung

Diese Woche verteilen sich die Titel auf alle drei beobachteten Plattformen: zwei auf Gamefound, einer auf Kickstarter, einer in der Spieleschmiede. Damit ergänzt die Ausgabe keinen schwachen Kandidaten nur für eine gleichmäßige Verteilung.

Crowdfunding bleibt eine Vorbestellung mit Risiko. Prüfe vor einer Unterstützung insbesondere Sprache, Versandkosten, Steuern und den bisherigen Lieferverlauf des Anbieters.

Backrooms Map auf Kickstarter: Lohnt das Escape-Spiel?

21. Juli 2026 um 16:35
Backrooms Map auf Kickstarter: Lohnt das Escape-Spiel?

Eine reale Karte, ein Pop-up und Rätsel in endlosen gelben Räumen: Backrooms Map auf Kickstarter bringt seit dem 21. Juli 2026 liminalen Horror als Escape-Spiel auf den Tisch. Key Enigma nutzt ein starkes Thema, bleibt bei wichtigen Spieldaten aber auffällig vage.

So funktioniert Backrooms Map als Escape-Spiel

Der spanische Anbieter Key Enigma beschreibt Backrooms Map als Escape-Spiel, das eine echte Karte und ein Pop-up-Element verwendet. Die Spielenden sollen einen fremden, menschenleeren Ort erkunden und durch Rätsel einen Ausweg finden. Damit steht die räumliche Untersuchung des Materials vor klassischer Brettspiel-Aktionsökonomie. Einen Vergleich zu einem anderen rätselbetonten Crowdfunding-Projekt bietet unsere Vorstellung von Chronicles of Crime: Beyond Doubt.

Mehr lässt sich aus dem öffentlich auslesbaren Kampagnentext derzeit nicht belastbar ableiten. Weder eine vollständige Zugstruktur noch die genaue Funktion von Karten, Hinweisen oder möglichen Würfeln werden erklärt. Auch wie einzelne Ziele ausgeschaltet oder Gefahren überwunden werden, bleibt offen. Die Kampagne zeigt das Material vor allem in Bildern und kurzen Animationen, liefert aber keinen ausreichend konkreten Regelabriss. Ob alle gemeinsam an einer Lösung arbeiten oder Entscheidungen getrennt treffen, ist ebenfalls nicht eindeutig beschrieben.

EckdatumStand der Kampagne
ArtEscape-Spiel mit realer Karte und Pop-up-Element
Spielerzahlnicht öffentlich angegeben
Solo-Modusnicht öffentlich beschrieben
Spielzeitnicht öffentlich angegeben
Alternicht öffentlich angegeben
SprachenEnglisch, Spanisch, Deutsch und Französisch
AnbieterKey Enigma, Barcelona
Lead Designernicht namentlich genannt
Lieferunglaut Pledges September 2026

Gerade für eine Kaufentscheidung sind diese Lücken relevant. Eine angegebene Spielerzahl fehlt, deshalb lässt sich auch kein Solo-Modus bestätigen. Spielzeit und Alter nennt der öffentlich zugängliche Kampagnendatensatz ebenfalls nicht. Der Lead Designer, Co-Designer und die Illustration werden nicht namentlich ausgewiesen. Wer vor allem ein präzise erklärtes Spielsystem sucht, erhält damit vorerst weniger Informationen als bei vielen Brettspielkampagnen.

Nach dem derzeit belegbaren Stand wirkt Backrooms Map eher wie ein einmaliges Escape-Erlebnis als wie ein Spiel mit strategischer Entwicklung über mehrere Partien. Das ist eine vorsichtige Einordnung, keine bestätigte Produkteigenschaft: Die Kampagne und ihr öffentlich auslesbarer Text erklären weder den Wiederspielwert noch, ob sich Rätsel nach einer Lösung erneut sinnvoll spielen lassen.

Kickstarter-Kampagne: Preise, Pledges und Lieferung

Die Kampagne startete am 21. Juli 2026 und soll am 19. August 2026 um 21:59 Uhr UTC enden. Bei unserer Abfrage am 21. Juli 2026 lagen 3.686 Euro von angestrebten 5.000 Euro vor. 52 Unterstützende entsprachen 73,72 Prozent des Ziels. Das ist eine Momentaufnahme am Starttag, kein Urteil über die spätere Finanzierung oder die Qualität des Spiels. Weitere laufende Projekte ordnen wir in der Brettspiel-Crowdfunding-Wochenschau KW 30 ein.

Für das Grundspiel verlangt Key Enigma regulär mindestens 55 Euro. Ein auf 24 Stunden begrenztes Frühbucher-Pledge kostet 50 Euro. Die Erweiterung ist in beiden Stufen nicht enthalten. Das Frühbucherpaket aus Grundspiel und Erweiterung kostet 65 Euro, die reguläre Fassung dieses Pakets 75 Euro. Auf spielerischer Ebene ergänzt die Erweiterung einen weiteren Inhalt; welche neuen Regeln oder Rätselarten sie einführt, erklärt der auslesbare Pledge-Text nicht.

Damit stehen 55 bis 75 Euro plus später berechneter Versand einem Rätselprodukt gegenüber, das nach dem belegbaren Stand eher einmal konsumierbar wirkt. Ob dieses Preis-Tiefe-Verhältnis trägt, lässt sich ohne Angaben zu Umfang, Spieldauer und Wiederspielwert nicht abschließend beurteilen. Gerade diese Punkte klären weder die Kampagne noch ihr öffentlich auslesbarer Text.

Daneben gibt es drei Bündel. Für 120 Euro umfasst das Kartenpaket Backrooms Map und ein Piraten-Escape-Spiel mit Karte samt Erweiterungen. Das Horrorpaket für 180 Euro kombiniert Grundspiel und Erweiterung mit weiteren Horrorspielen von Key Enigma. Das Gesamtpaket für 530 Euro enthält laut Anbieter alle bisher veröffentlichten 20 Ermittlungs- und Escape-Spiele. Diese Bündel erweitern also vor allem den Spieleumfang. Eine reine Materialveredelung des Backrooms-Spiels versprechen sie nicht.

Der Versand ist in keinem dieser Preise enthalten. Key Enigma will ihn erst nach Kampagnenende über den Pledge Manager berechnen. Die Belohnungen sind laut Kickstarter weltweit versandfähig, womit Deutschland, Österreich und die Schweiz grundsätzlich eingeschlossen sind. Eine konkrete DACH-Versandpauschale fehlt jedoch. Die für September 2026 genannte Lieferung liegt nur wenige Wochen nach Kampagnenende und sollte deshalb als Schätzung des Anbieters verstanden werden.

Deutsch wird für eine zusätzliche Kopie des Grundspiels ausdrücklich neben Englisch, Spanisch und Französisch genannt. Die Haupt-Pledges selbst führen in ihren Beschreibungen nur englischen und spanischen Text. Interessierte aus dem DACH-Raum sollten daher vor Abschluss prüfen, ob die deutsche Ausgabe bereits im jeweiligen Pledge gewählt werden kann. Die Kampagne nennt öffentlich keine belastbare Zuordnung der Sprachfassungen zu allen Belohnungsstufen.

Stretch-Goals und Erweiterung der Kampagne

Eine öffentliche Liste mit freigeschalteten Stretch-Goals ist im auslesbaren Kampagnentext zum Abfragezeitpunkt nicht vorhanden. Deshalb lassen sich weder mechanische Zusatzinhalte noch Komponenten-Upgrades als Stretch-Goals bestätigen. Die separat angebotene Erweiterung ist kein automatisch freigeschaltetes Stretch-Goal: Sie gehört nur zu den entsprechend bezeichneten Pledges ab 65 Euro.

Auch zur Erweiterung bleibt die Kampagne mechanisch knapp. Sie bringt dem Pledge zufolge zusätzlichen Spielinhalt. Angaben zu neuen Regeln, Spieldauer oder Materialverbesserungen fehlen. Eine Trennung zwischen mechanischen Stretch-Goals und bloßen Komponenten-Boni ist daher nicht möglich, weil die Kampagne keine solchen Ziele ausweist.

Warum die Backrooms längst mehr als ein Netzbild sind

Die Backrooms entstanden 2019 aus einem anonymen Bildbeitrag auf 4chan. Kane Parsons machte das Motiv eines endlos wirkenden Labyrinths aus gelblicher Tapete, Rasterdecke und leerer Büroästhetik später mit seiner YouTube-Reihe als Found-Footage-Horror sichtbar. A24 zeichnet im Gespräch mit Parsons und Produzent James Wan den Weg vom viralen Kurzfilm zum Langfilm nach, nennt aber keine belastbare aktuelle Abrufzahl.

Dass das Motiv auch Spiele trägt, zeigt Escape the Backrooms. Das PC-Spiel unterstützt Einzelspiel und Online-Koop für bis zu vier Personen. Steam wies bei unserer Prüfung am 21. Juli 2026 rund 156.000 Rezensionen in allen Sprachen aus. Die Zahl belegt Reichweite, sagt aber nichts über die Qualität von Backrooms Map aus. A24 führt zudem einen Backrooms-Film von Kane Parsons aus dem Jahr 2026. Belastbare Einspielergebnisse veröffentlicht die offizielle Seite nicht, weshalb ein Kinoerfolg nicht belegt ist.

Fazit: Starkes Backrooms-Motiv, offene Regelfragen

Backrooms Map übersetzt die zentrale Idee sinnvoll in ein haptisches Format: Eine Karte wird zum unsicheren Raum, ein Pop-up macht das Erkunden räumlich. Das passt zum Stoff. Ob daraus auch ein gutes Escape-Spiel entsteht, lässt sich anhand der Kampagne noch nicht beurteilen.

Vor einer Unterstützung sollten Sie besonders Spielerzahl, Spieldauer, Altersangabe, genaue Solo-Tauglichkeit und den vollständigen Regelablauf klären. Hinzu kommen die erst später berechneten Versandkosten. Für 55 bis 75 Euro wirkt das Angebot nach heutigem Kenntnisstand eher wie ein einmaliges Rätselerlebnis als wie ein strategisch wachsendes Spiel. Weil die Kampagne Umfang und Wiederspielwert nicht erklärt, bleibt diese Einordnung ausdrücklich vorläufig. Das Thema und die Materialidee sind klar, für ein belastbares Preis- und Spielurteil fehlen jedoch zentrale Angaben.

The Isle of Penguins: Frank Wests Rettungsmission aufs Eis

12. Juli 2026 um 09:57
The Isle of Penguins: Frank Wests Rettungsmission aufs Eis

Mit The Isle of Penguins bringt Designer Frank West sein Draft-und-Platzier-Prinzip von der Katzeninsel in den eisigen Norden: Sie bergen möglichst viele Pinguine, bevor das Eis schmilzt, und stapeln sie auf ein selbst geformtes Floß. Die Kickstarter-Kampagne des britischen Verlags The City of Games läuft noch bis zum 30. Juli 2026.

Eckdaten

  • Spielerzahl: 1 bis 4 (6 mit der Erweiterung „Late Arrivals“)
  • Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Designer: Frank West
  • Illustration: Dragolisco und Frank West
  • Verlag: The City of Games (Bristol, UK)
  • Auslieferung (Verlagsangabe): Juni 2027

Was Sie am Zug tun

Das Herzstück ist ein offener Draft, im Fachjargon Open Drafting: eine gemeinsame, offene Auslage, aus der die Spielenden reihum die Entdeckungen nehmen, die sie gerade brauchen. Dabei verwalten Sie Ihr Tempo. Wer langsamer unterwegs ist, wählt in der Zugreihenfolge früher (stat-basierte Zugreihenfolge). Direkte Interaktion läuft vor allem über das Wegdraften und das Tempo: Wer eine Entdeckung nimmt, nimmt sie den anderen weg, und wer schnell vorprescht, kommt später an die Reihe. Einen Markt- oder Mehrheitenkampf gibt es nicht. Anschließend legen alle gleichzeitig los: The Isle of Penguins setzt auf simultanes Spiel, jede Person platziert ihre Plättchen zeitgleich auf das eigene Floß. Die Pinguine kommen als Polyominos ins Spiel, also als unterschiedlich geformte Legeteile. Sie puzzeln sie so auf Ihr individuell geschnittenes Floß, dass Familien zusammenbleiben und Eier geschützt sind, räumen Felsen weg und sammeln Fische als Ressource. Aufgabenkarten (im Original „lessons“) geben vor, welche Muster am Ende Punkte bringen. Mechanisch mischt das Open Drafting, Flächenpuzzle (Grid Coverage, Pattern Building), Set Collection und Auftragskarten. Die angegebenen 60 bis 90 Minuten sind am ehesten für die fortgeschrittenen Stufen realistisch; am Familientisch, mit Erklärrunde und jüngeren Mitspielenden, planen Sie für die erste Partie eher das obere Ende ein.

Ein Geschwisterspiel, kein Reskin

Wer „Die Insel der Katzen“ (2019, ebenfalls Frank West) kennt, erkennt die DNA sofort: Drafting plus Polyomino-Platzierung. The Isle of Penguins ist aber ein eigenständiges Spiel, kein Umlackieren. Die Alleinstellung liegt nicht im neuen Anstrich, sondern in zwei konkreten Punkten: dem simultanen Legen, bei dem alle zeitgleich platzieren statt nacheinander, und den drei wählbaren Komplexitätsstufen. Diese Stufen (Familie, Fortgeschritten, Experte, vom jungen Entdecker bis zum erfahrenen Retter) skalieren die Schwierigkeit: Der Familienmodus ist der sanfte Einstieg, der Expertenmodus zielt auf erfahrene Spielende. Darauf bezieht sich auch die Altersangabe: Die 8 Jahre gelten für den Familienmodus als Einstieg, nicht für die anspruchsvolleren Stufen. Wie genau sich die Regeln zwischen den Stufen unterscheiden, zeigt der Verlag bislang nur in den Kampagnengrafiken; als ausformulierter Regeltext liegt das noch nicht vor. Belegt ist damit die skalierende Komplexität von Familien-Einstieg bis erfahrenem Retter, nicht der genaue Umfang der Regeländerungen je Stufe.

Ein Solo-Modus ist offiziell enthalten: Die BGG-Einträge führen „Solo / Solitaire“ als Mechanik und ordnen das Spiel der Familie „Games with Solitaire Rules“ zu. Ob dahinter ein eigenständiger Gegner (Automa), eine Highscore-Jagd gegen die eigene Bestleistung oder ein schlicht angehängter Modus steckt, geht aus dem bislang veröffentlichten Material nicht hervor.

Pledges: was bringt die nächste Stufe?

Vier Stufen stehen zur Wahl. „Just the game“ (45 Pfund) enthält allein das Grundspiel. Die „Kickstarter Edition“ (56 Pfund) liefert aufgewertete Komponenten plus zusätzliche Spielinhalte, hier wächst also die Ausstattung samt Inhaltsboni, aber ohne echten Erweiterungssprung. Klarer Bestseller ist die „Big Penguin Edition“ (74 Pfund): Rund 1.987 der 2.597 Unterstützenden haben sie gewählt. Sie packt zur Kickstarter Edition den „Bag'o'Penguins“ (40 große Holzpinguine, reines Komponenten-Upgrade) und die Erweiterung „Late Arrivals“ (zwei neue Floße, mehr Karten, neue Pinguine und Unterstützung für 5 und 6 Personen in allen drei Modi, also echter Spielzuwachs). Die Sammlerstufe „Cats & Penguins“ (180 Pfund) legt zusätzlich „Die Insel der Katzen“ samt Erweiterungen bei.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Spielerisch mehr Spiel bekommen Sie erst mit der „Big Penguin Edition“, denn sie ist die einzige Stufe mit einer echten Erweiterung („Late Arrivals“). „Just the game“ liefert das Grundspiel, die „Kickstarter Edition“ legt vor allem Ausstattung und Inhaltsboni obendrauf. Dass die Big Penguin Edition mit Abstand am häufigsten gewählt wird, passt zu diesem Bild. Kalkulieren Sie den Einstiegspreis aber nicht nur nach dem Pledge-Betrag: Versand nach Deutschland und die EU-Einfuhrsteuern erhöhen die Endsumme spürbar.

Komponenten oder Mechanik?

Bei den freischaltbaren Extras lohnt der genaue Blick. Deluxe-Elemente wie der „Bag'o'Fish“ (70 Holzfische) und der „Bag'o'Penguins“ (40 Holzpinguine) werten allein das Material auf. Neue Regeln bringen dagegen die Erweiterungen: „Late Arrivals“ hebt die Spielerzahl auf sechs und ergänzt Floße und Karten, „Tablets + Bonuses“ fügt neue Aufgabenkarten sowie variable Tafeln und Bonusfelder für mehr Wiederspielwert hinzu.

DACH-Check: bisher nur Englisch

Für den deutschsprachigen Tisch wichtig: Eine deutsche Ausgabe oder ein Lokalisierungspartner ist bislang nicht angekündigt. BGG führt aktuell nur eine englische Ausgabe (2027). Das ist relevant, weil das Material sprachabhängig ist: Die Aufgabenkarten tragen Text, den man am Tisch verstehen muss. Immerhin liefert die Kampagne laut Verlag „anywhere in the world“, Pledges nach Deutschland und in die EU sind also möglich. Der Vorgänger erschien später auf Deutsch („Die Insel der Katzen“), eine Garantie für Penguins ist das aber nicht.

Stand der Kampagne

Zum Snapshot am 12. Juli 2026 stand die Kampagne bei rund 208.830 Pfund gegenüber 23.500 Pfund Ziel, das sind etwa 888 Prozent, getragen von 2.597 Unterstützenden und ausgezeichnet als Staff Pick. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme, kein Endstand: Die Kampagne läuft noch bis zum 30. Juli 2026, ausgeliefert werden soll ab Juni 2027.

Cult of the Lamb als Brettspiel: Worker Placement statt Roguelite

10. Juli 2026 um 11:29
Cult of the Lamb als Brettspiel: Worker Placement statt Roguelite

Am 21. Juli startet Paper Fort Games die Kickstarter-Kampagne zu „Cult of the Lamb: The Board Game“, der offiziellen Brettspiel-Adaption des Videospiels von Massive Monster und Devolver Digital. Am Tisch entsteht daraus kein Roguelite, sondern ein kompetitives Wettrennen um den größten Kult, das nach vier Runden entschieden ist.

Eckdaten
VerlagPaper Fort Games, Nottingham
LizenzMassive Monster (Entwicklung), Devolver Digital (Publisher)
Spielende1 bis 4, kompetitiv, mit Solo-Modus
MechanikWorker Placement, Würfelkampf, leichter Dungeon-Crawl
Partiedauervier Runden
Spielzeitnennt Paper Fort Games mit dem Kampagnenstart
Alternennt Paper Fort Games mit dem Kampagnenstart
Kampagnenstart21. Juli 2026, Kickstarter

Spielablauf: zwei Phasen, vier Runden

Eine Partie läuft über genau vier Runden, und jede Runde zerfällt in zwei Hälften. Diese Struktur begrenzt die Partie nach oben, eine Minutenangabe nennt Paper Fort Games erst mit dem Kampagnenstart. In der einen ziehen Sie los: Der Verlag nennt diesen Teil „Crusade“, einen leichten Dungeon-Crawl, in dem Sie sich durch Gegner arbeiten und Kämpfe über Würfel entscheiden. Vorher wählen Sie Ihre Waffe. Das Spektrum reicht laut Vorab-Update von nekromantischen Äxten bis zu göttlichen Dolchen, das Kampfsystem selbst beschreibt Paper Fort Games ausdrücklich als einfach gehalten.

In der anderen Hälfte kehren Sie in Ihr Lager zurück, und das Spiel wird zum Worker-Placement-Spiel (Sie setzen Ihre Anhänger auf Aktionsfelder, jedes Feld ist meist nur einmal belegbar). Sie schicken Ihre Anhänger zur Arbeit, zum Gebet oder auf Wanderschaft und erzeugen so Rohstoffe und Glauben. Predigten, Doktrinen und Rituale bilden den Überbau. Wer nach vier Runden den stärksten Kult vorweist, gewinnt.

Die Anhänger sind die Wirtschaft

Der interessanteste mechanische Baustein ist die Follower-Wirtschaft. Ihre Anhänger sind zugleich Ihre Arbeiter und Ihr Material: Holzköpfe, die in farbige Roben-Miniaturen gesteckt werden. Jeder Anhänger trägt einen Namen und Charakterzüge, mehr als sechs aktive Anhänger führt niemand. Die Anhänger lassen sich auf Stufe 2 und Stufe 3 aufwerten, indem Heiligenschein- und Altar-Aufsätze aufgesteckt werden, und schalten dadurch stärkere Aktionsfelder frei. Wer die Hygiene im Lager vernachlässigt, dessen Anhänger erkranken oder sterben, so das Vorab-Update.

Aus dieser Kopplung ergibt sich die eigentliche Spannung: Arbeiter sind endlich, Aufwertungen kosten Runden, und jede Runde, die Sie in den Ausbau stecken, fehlt Ihnen auf dem Kreuzzug.

Vier Bischöfe, vier Kämpfe

Gegner der Kreuzzüge sind die vier Bischöfe der alten Religion, aus dem Videospiel bekannt als Leshy, Heket, Kallamar und Shamura. Jeder Bischofskampf steht für sich und wirft eine eigene Belohnung ab. Am Ende wartet, wie in der Vorlage, „The One Who Waits“. Zur Auswahl stehen vier Prophetinnen und Propheten: Lamm, Ziege, Eule und Schlange.

Den Solo-Modus beschreibt das Vorab-Update als Quest-Struktur: Sie führen allein das Lamm durch Quests, bis alle vier Bischöfe besiegt sind. Die Regeln dazu sind noch nicht öffentlich.

Videospiel gegen Brettspiel: Wer das Original liebt, bekommt etwas anderes

Das Videospiel ist ein Roguelite: Sie sterben, Sie starten neu, der Lauf beginnt von vorn, und der Fortschritt sickert langsam durch. Das Brettspiel ist nichts davon. Es ist eine kompetitive Vier-Runden-Partie mit Aufbau-Ökonomie und einem Kampfsystem, das laut Verlag bewusst leicht bleibt. Wer Atmosphäre, Bischöfe und die Anhänger-Sammelei sucht, findet sie. Wer das rastlose Sterben-und-neu-Anfangen des Originals erwartet, sucht am falschen Tisch.

Über 7.000 Menschen hatten sich zum Stand des Verlags-Updates vom 30. Dezember 2025 für die Startbenachrichtigung eingetragen. Das ist ein Reichweitensignal, kein Qualitätsurteil. Wer der Kampagne vorab folgt und später eine physische Ausgabe unterstützt, soll zusätzlich ein Geschenk zur Individualisierung der eigenen Anhänger erhalten: Kampagnen-Marketing, kein Produktmerkmal.

Erfahrung mit großen Lizenzen hat das Studio: Zuletzt brachte Paper Fort Games „Terraria: The Board Game“ und „Cosmoctopus“ heraus. Einen ersten öffentlichen Blick aufs Material gab es auf der UK Games Expo 2026.

Deutsche Ausgabe, Preise, Stretch Goals

Preise, Pledge-Stufen und Stretch Goals gibt Paper Fort Games mit dem Kampagnenstart am 21. Juli bekannt.

Für den deutschsprachigen Raum gibt es bislang keine angekündigte Ausgabe, keinen Lokalisierungspartner, keinen Termin. Wir prüfen die Kampagnenseite nach dem 21. Juli erneut und tragen nach, was dann belegt ist. Bis dahin gilt: Wer hier mitspielen will, spielt vorerst auf Englisch. Am Familientisch heißt das: englische Karten und ein englisches Regelheft.

Crowdfunding-Wochenschau KW 28/2026: Drunagor kehrt zurück, Kemet wächst und zwei Strategie-Schwergewichte

06. Juli 2026 um 12:40
Crowdfunding-Wochenschau KW 28/2026: Drunagor kehrt zurück, Kemet wächst und zwei Strategie-Schwergewichte

Auf den Crowdfunding-Plattformen fällt in dieser Woche vor allem eines auf: Gamefound bestimmt das Geschehen. In dieser Ausgabe der Crowdfunding-Wochenschau stellen wir Ihnen vier laufende Kampagnen vor, die für Brettspielerinnen und Brettspieler im deutschsprachigen Raum einen zweiten Blick wert sind. Zwei davon sind erst am 30. Juni gestartet und haben ihr Finanzierungsziel bereits weit hinter sich gelassen, zwei weitere laufen seit dem 23. Juni und steuern auf ihr Kampagnenende zu. Die Auswahl folgt festen Kriterien und ist keine Kaufempfehlung: Eine hohe Finanzierungsquote sagt etwas über die Aufmerksamkeit aus, nicht über die Qualität am Spieltisch.

Chronicles of Drunagor: Aftermath (Gamefound)

Den auffälligsten Start legte Chronicles of Drunagor: Aftermath hin. Gestartet am 30. Juni, steht die Kampagne von Creative Games Studio am 6. Juli bei rund 712.000 US-Dollar und damit bei etwa 1.400 Prozent des Ziels von 50.000 US-Dollar. Sie läuft noch bis zum 16. Juli.

Aftermath ist ein eigenständiger kooperativer Dungeon-Crawler für 1 bis 5 Personen, empfohlen ab 16 Jahren, mit einer Spielzeit von rund 45 Minuten pro Szenario. Herzstück ist das über ein Jahrzehnt entwickelte Aktions-Cube-System, über das Sie die Aktionen Ihrer Helden planen und auslösen, dazu kommen taktische Kämpfe und dreidimensional aufgebaute Begegnungen. Als Standalone setzt der Titel keinen der Vorgänger voraus, richtet sich mit seiner Materialfülle aber klar an ein Vielspiel-Publikum.

Kemet: The Gates of Thonis (Gamefound)

Die zweite Neuvorstellung des 30. Juni ist Kemet: The Gates of Thonis. Der Verlag Kolossal Games sammelte bis zum 6. Juli rund 210.000 US-Dollar ein, das entspricht etwa 1.400 Prozent des mit 15.000 US-Dollar niedrig angesetzten Ziels. Die Kampagne läuft noch bis zum 21. Juli.

Anders als die Drunagor-Box handelt es sich hier nicht um ein eigenständiges Spiel, sondern um eine große Erweiterung für Kemet: Blut und Sand, den Area-Control-Titel von Jacques Bariot und Guillaume Montiage. Gates of Thonis bringt neue Karten und Spielplan-Felder sowie eine zentrale neue Mechanik rund um das titelgebende Tor, gedacht für 2 bis 6 Personen und rund 90 Minuten Spielzeit ab 14 Jahren. Für den deutschsprachigen Raum relevant: Das Basisspiel ist als Kemet: Blut und Sand auf Deutsch bei Pegasus Spiele erschienen, für die Erweiterung wird dieses Grundspiel benötigt.

Siege Perilous (Gamefound)

Siege Perilous läuft bereits seit dem 23. Juni und steht am 6. Juli bei rund 76.000 US-Dollar, das sind etwa 510 Prozent des Ziels von 15.000 US-Dollar. Bis zum 17. Juli bleibt noch Zeit.

Das Spiel des Studios Play to Z schickt 1 bis 4 Ritter durch zwölf Königreiche des sagenhaften Britanniens von König Artus. Mechanisch bewegt es sich im Euro-Bereich mit Worker-Placement- und Würfelelementen: Sie reisen zwischen Orten wie Burgen, Häfen, Märkten und dem Wald Sauvage, nehmen Aufgaben an und sammeln Ansehen. Auffällig ist die Optik, die Illustrationen sind nach Verlagsangaben von Hand gemalt und an mittelalterliche Buchmalerei angelehnt. Die Spielzeit gibt der Verlag mit rund 120 Minuten an, empfohlen ab 14 Jahren.

Nippon: Genro und Nippon: Zaibatsu (Kickstarter)

Der einzige große Kickstarter-Vertreter dieser Woche ist Nippon: Genro und Nippon: Zaibatsu von CrowD Games. Seit dem 23. Juni sind rund 295.000 US-Dollar zusammengekommen, etwa 590 Prozent des Ziels von 50.000 US-Dollar. Die Kampagne endet am 16. Juli.

Im Kern geht es um zwei Dinge: die große Erweiterung Nippon: Genro und eine Neuauflage des Grundspiels Nippon: Zaibatsu. Zaibatsu ist ein anspruchsvolles Wirtschafts-Euro von Nuno Bizarro Sentieiro und Paulo Soledade, in dem Sie im Japan der Meiji-Ära ein Firmenkonglomerat aufbauen, in Industrien investieren, Fabriken und Bahnlinien errichten und Märkte mit Waren sättigen. Die Erweiterung ergänzt neues Material und wendet sich an Vielspielerinnen und Vielspieler, die das Grundspiel bereits kennen oder es gemeinsam mit der Erweiterung neu erwerben möchten. Angeboten werden englischsprachige Ausgaben, für Französisch gibt es ein separates Regel-Add-on.

Einordnung

Auf der Spieleschmiede lief in dieser Woche keine Brettspiel-Kampagne, die unsere Kriterien erfüllt, die dort auffindbaren Titel waren bereits abgeschlossen. Kickstarter steuerte mit Nippon einen einzigen, dafür gewichtigen Beitrag bei, das übrige Feld gehört klar Gamefound. In der kommenden Woche werten wir die nächsten Neustarts wieder nach denselben Kriterien aus.

Rolling Deep: Solo-Würfel-Roguelike auf Kickstarter

28. Juni 2026 um 13:21
Rolling Deep: Solo-Würfel-Roguelike auf Kickstarter

Rolling Deep ist ein reines Solospiel und ein Balatro-inspiriertes Würfel-Roguelike: Sie führen ein Trio von Würfelkopf-Abenteurern durch einen unruhigen Vulkan hinab zum Erdmittelpunkt. Auf Kickstarter hat der US-Verlag Bitewing Games sein Finanzierungsziel schon um rund das 25-Fache übertroffen. Hinter der Hype-Zahl steckt allerdings vor allem ein Dice-Building, bei dem Sie Ihre Würfel über viele Läufe Stück für Stück umbauen.

Eckdaten

  • Spielerzahl: 1 (reines Solospiel)
  • Spielzeit: 45 Minuten (Verlagsangabe)
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Komplexität (BGG-Gewicht): 2,5 von 5
  • Designer: Peter C. Hayward
  • Illustration: Alexandra Preda, Caitlin Russell
  • Verlag: Bitewing Games
  • Erscheinung: 2027

Was Sie im Spiel tun

Jede Runde würfeln Sie mit den Würfeln Ihres Teams, die für dessen Aktionen beim Abstieg stehen. Sie entscheiden, wann Sie handeln, also einen Wurf werten, und wann Sie es auf einen neuen Versuch ankommen lassen. Mit Reroll Potions werfen Sie einzelne Würfel neu, bevor Sie sich festlegen. Werten Sie einen Wurf, bringt sein Wert Sie näher an die Zielpunktzahl der aktuellen Etappe. Zwei Ressourcen steuern Ihr Vorgehen: Zeit legt fest, wie viele Wertungen Ihnen pro Runde bleiben, Reroll Potions bestimmen, wie oft Sie Ihr Glück herausfordern dürfen. Das ist klassisches Push Your Luck, denn das Scheitern kennt nur eine Richtung: Verfehlen Sie in einer Runde die Zielpunktzahl, verlieren Sie sofort (Sudden Death). Dieses ständige Abwägen kennen Solo-Fans etwa aus Mini Rogue: The Council, einem weiteren Solo-Roguelike mit Push Your Luck.

Kapitel, Bosse, Shop

Der Abstieg gliedert sich in fünf Kapitel mit je drei Runden. Mit jedem Kapitel steigt die Schwierigkeit, und die letzte Runde eines Kapitels ist ein Boss, der die Regeln genau dieser Runde verändert. Solche Bossbegegnungen, die mitten im Lauf die Regeln umschreiben, kennt man auch von Solo-Titeln wie Jason and the Argonauts. Zwischen den Runden besuchen Sie den Shop. Dort geben Sie Münzen für zweierlei aus: für permanente Würfel-Upgrades, die einzelne Würfelseiten verändern, etwa indem sie neue Werte zeigen oder beim Werten Münzen und Reroll Potions erzeugen, sowie für Verbrauchs-Ausrüstung. Wer alle fünf Kapitel übersteht und den finalen Boss bezwingt, erreicht den Kern des Vulkans und gewinnt.

Dice-Building als Herzstück

Strategisch lebt Rolling Deep von eben diesem Umbau der eigenen Würfel. Über viele Läufe hinweg formen Sie aus Standardwürfeln eine Maschine, die Münzen, Neuwürfe und Punkte aufeinander abstimmt. Konkret tauschen Sie etwa eine schwache Würfelseite gegen eine, die beim Werten Münzen abwirft, und finanzieren damit im nächsten Shop das nächste Upgrade; oder Sie setzen auf Seiten, die Reroll Potions erzeugen, und spielen dadurch aggressiver auf hohe Würfe. Über Achievements schalten Sie nach Verlagsangabe Hunderte weiterer Karten frei. Die Tiefe eines einzelnen Laufs bleibt dabei überschaubar; der Wiederspielreiz entsteht laut Verlag vor allem aus diesem wachsenden Fundus an Karten und Herausforderungen. Genau diese Verzahnung aus Würfelwürfen, Risikoabwägung und langfristigem Aufbau ist die Anleihe bei der Videospiel-Vorlage Balatro.

Der Verlag

Bitewing Games wurde von den beiden Zahnärzten Nick Murray und Kyle Spackman gegründet; der Name spielt auf eine zahnmedizinische Röntgenaufnahme an. Der Verlag fiel zuvor mit Titeln wie Trailblazers und dem von Reiner Knizia gestalteten Zoo Vadis auf. Designer Peter C. Hayward hat sich zuvor vor allem mit kompakten, ideenreichen Spielen einen Namen gemacht. Rolling Deep ist der erste Titel der neuen Solo-Reihe Table for One.

Zwei Spiele in einer Kampagne

Die Kampagne bündelt zwei eigenständige Solospiele. Neben Rolling Deep steckt mit Eureka! ein zweites, laut Verlag Yahtzee-inspiriertes Würfelspiel in den Pledges, in dem Sie Edelsteine schürfen und Ihren Würfelvorrat verwalten. Für Rolling Deep selbst gibt es zudem die Erweiterung Rolling Deeper, die in den Premium-Pledges enthalten ist und laut Verlag vor allem zusätzliche Karten und Achievements ergänzt.

Pledges: Was bringt welche Stufe?

Wichtig vorab: Der mit 15 US-Dollar günstigste Eintrag ist ein reiner Händler-Pledge (Retailer) und kein Einstieg für normale Unterstützer. Für Backer beginnt es so:

  • Eureka! allein: ab 25 US-Dollar.
  • Rolling Deep als Basisspiel: ab 59 US-Dollar, inklusive des gratis Swip Swap Promo Packs und der Kickstarter-exklusiven Ultimate Achievement Box.
  • Standard-Bundle beider Spiele: 84 US-Dollar, also vor allem der Zugewinn eines kompletten zweiten Spiels.
  • Red Hot Edition: 129 US-Dollar. Spielerisch zählt hier die enthaltene Erweiterung Rolling Deeper; der Rest (Deluxe-Upgrade-Pack, Deluxe-Würfelturm, Metallfolien-Box) ist Komponenten-Aufwertung.
  • All-In 2-Game Deluxe Bundle: 149 US-Dollar, die Red Hot Edition plus Eureka! Diese Stufe wählten mit Abstand die meisten Unterstützer.

Die Zusatzinhalte trennen sich damit sauber: spielverändernd sind die Erweiterung Rolling Deeper, das Swip Swap Promo Pack und die über Achievements freigeschalteten Karten; rein kosmetisch sind die Deluxe-Komponenten und die Metallfolien-Box.

Finanzierung mit Augenmaß

Seit dem 23. Juni 2026 ist die Kampagne live. Stand 28. Juni 2026 stehen 375.586 US-Dollar von 3.104 Unterstützern zu Buche, rund 2.500 Prozent des mit 15.000 US-Dollar bewusst niedrig angesetzten Ziels. Mitgründer Nick Murray feierte den Auftakt als den nach eigener Aussage größten Launch-Tag in der Geschichte des Verlags. Laut Kampagne schaltete eine Vormerk-Marke von 8.000 Followern die Ultimate Achievement Box frei, die nun gratis und Kickstarter-exklusiv in allen Rolling-Deep-Pledges liegt. Die Kampagne läuft noch bis Mitte Juli 2026. Weitere laufende Kampagnen sammeln wir in unserer Crowdfunding-Wochenschau.

So beeindruckend die Zahlen sind: Eine hohe Finanzierungsquote belegt Nachfrage, nicht Qualität. Rolling Deep ist noch nicht erschienen, eine unabhängige Wertung steht aus.

Für Solo-Fans im DACH-Raum

Eine deutsche Ausgabe ist bislang nicht angekündigt; BGG führt allein eine englische Edition. Die Kampagne läuft auf Englisch, Bitewing versendet weltweit. Für Solo-Fans aus Deutschland, Österreich und der Schweiz heißt das: ausreichende Englischkenntnisse und internationalen Versand einplanen.

Crowdfunding-Wochenschau KW 26/2026: Concordia, A Life und drei weitere Kampagnen

22. Juni 2026 um 12:24
Crowdfunding-Wochenschau KW 26/2026: Concordia, A Life und drei weitere Kampagnen

In der Kalenderwoche 26 vom 22. bis 28. Juni 2026 stehen gleich mehrere große Brettspiel-Kampagnen kurz vor dem Ziel oder haben Rekordsummen gesammelt. Wir haben fünf Projekte auf Gamefound, Kickstarter und der Spieleschmiede herausgesucht, die für Sie im deutschsprachigen Raum besonders interessant sind. Drei davon enden noch in dieser Woche, also bleibt nur wenig Zeit. Alle Zahlen geben den Stand vom 22. Juni 2026 wieder.

Gamefound

Concordia Special Edition

Der Euro-Klassiker Concordia Special Edition von Designer Mac Gerdts ist auf Gamefound zurück und hat bis zum Abschluss am 30. Juni bereits über 3,5 Millionen Euro von mehr als 14.000 Unterstützenden eingesammelt, gut 7.000 Prozent des Ziels. Concordia erschien ursprünglich 2013 beim deutschen PD-Verlag und steht mit Platz 29 der BoardGameGeek-Rangliste seit Jahren weit oben unter den Aufbau-Strategiespielen.

Im Kern ist Concordia ein kartengesteuertes Wirtschaftsspiel im Römischen Reich für 1 bis 6 Personen. Jede Person startet mit demselben kleinen Kartensatz, kauft im Spielverlauf weitere Karten und nutzt sie sowohl für Aktionen als auch als Siegpunkte am Spielende. Würfel oder Zufallseffekte gibt es nicht, gewonnen wird über vorausschauende Planung. Die Special Edition bündelt das Grundspiel mit überarbeiteter Gestaltung, einer Holzausstattung und der neuen Erweiterung Barbarica.

A Life

A Life vom hessischen Verlag Skellig Games läuft noch bis zum 25. Juni, also rund drei Tage, und hat mit etwa 46.300 Euro schon 462 Prozent des Ziels erreicht. In dem Spiel für 1 bis 4 Personen ab 8 Jahren durchlaufen Sie ein ganzes Leben, von der Geburt bis ins Alter, und sammeln dabei Ressourcen wie Wissen, Erfahrung, Träume und Geld.

Welche Erfahrungen Sie wählen, prägt die inneren Werte Ihrer Figur, und genau diese Werte entscheiden am Ende, wofür Sie Punkte bekommen. Nicht die reichste oder erfolgreichste Person gewinnt, sondern wer am stimmigsten nach den eigenen Werten gelebt hat. Eine Partie dauert etwa 60 Minuten. A Life erscheint auf Deutsch.

Altera

Altera von IV Studio, den Machern von Tend und Moonrakers, läuft noch bis zum 29. Juni und steht aktuell bei rund 631.000 US-Dollar, mehr als dem Zwölffachen des Ziels. Es ist ein kompetitives Euro-Spiel für 1 bis 6 Personen mit einer Spielzeit von etwa 90 Minuten ab 14 Jahren.

Altera kombiniert klassisches Worker Placement mit einem Beutelbau-Mechanismus für Würfel: Statt nur Arbeiter einzusetzen, ziehen Sie Würfel aus einem Beutel, den Sie über die Partie hinweg verändern. Wechselnde Sonderfähigkeiten sorgen laut Verlag dafür, dass sich der Aufbau von Partie zu Partie unterscheidet. Die Kampagne läuft auf Englisch.

Kickstarter

War of the Dragon: The Wheel of Time

Mit War of the Dragon: The Wheel of Time bringt Dire Wolf, bekannt für Dune: Imperium und Clank!, das erste Brettspiel zu Robert Jordans Fantasy-Reihe Das Rad der Zeit auf den Tisch. Die Kickstarter-Kampagne endet bereits am 23. Juni und hat über 1 Million US-Dollar von mehr als 5.200 Unterstützenden gesammelt, rund das Zwanzigfache des Ziels.

Mechanisch verbindet das Spiel Tableaubau, Set Collection und Gebietskontrolle. Sie spielen Karten aus, um Rohstoffe zu erzeugen, Verbündete zu rekrutieren und Truppen über die Karte zu bewegen, während ein Rad den Fortschritt Ihrer Figur anzeigt. Es gibt zwei Modi: einen Helden-Modus für 2 bis 4 Personen und einen Epos-Modus für genau 2 Personen.

Spieleschmiede

A Place for All My Books

Gemütlich wird es bei A Place for All My Books von Smirk & Dagger, das in Deutschland über den Kobold Spieleverlag läuft. Die Spieleschmiede-Kampagne endet in zwei Tagen und steht bei rund 18.250 Euro, gut 300 Prozent des Ziels. In dem Sammel- und Sortierspiel für 1 bis 4 Personen ab 10 Jahren räumen Sie Bücherstapel in die Zimmer Ihrer Wohnung ein.

Über mehrere Runden legen Sie Bücher nach Mustern und Themen ab und erfüllen persönliche Projekte, die Punkte bringen. Die Spielzeit liegt bei etwa 15 bis 20 Minuten pro Person. Für Solospielende ist eine eigene Variante mit der Figur Penelope Eveready enthalten.

8 Dragons: Drachenschwarm und Höhlenbau aus Hohnstorf

09. Juni 2026 um 21:15
8 Dragons: Drachenschwarm und Höhlenbau aus Hohnstorf

Wonderbow Games aus dem niedersächsischen Hohnstorf sammelt auf Kickstarter für „8 Dragons”, ein Kennerspiel um Drachenschwärme, Höhlenbau und einen Flugpfad in Form einer Acht. Der deutsche Designer Sönke Schmidt verbindet darin Schwarm-Placement mit Set-Collection, und eine deutschsprachige Ausgabe ist im Pledge bereits mitgedacht.

Eckdaten

Spieleranzahl2 bis 4
Solo-Modusnein
Spielzeit40 bis 60 Minuten
Alterab 10 Jahren
Komplexität (BGG-Gewicht)3,0 / 5 (bei noch wenigen Bewertungen)
DesignerSönke Schmidt
IllustrationPauliina Hannuniemi
VerlagWonderbow Games (Hohnstorf, DE)

Ein Schwarm, ein Flugpfad in Achterform

Sie spielen einen von acht Drachen, der über zwei Königreiche zieht. Das Spielfeld bildet einen Rundkurs in Form einer liegenden Acht. Ihre Figur darf pro Zug so weit fliegen, wie Sie möchten, die Trennlinie zwischen Nord- und Südhälfte aber nur einmal überqueren. Daher der Titel: Die Acht steht für den Flugpfad.

Allein fliegen Sie nicht. Am zentralen Dragon Rock warten frisch geschlüpfte Wyrmlinge, die sich an vorbeiziehende Drachen hängen und einen Schwarm bilden, in dem auch die Jungdrachen der Mitspielenden mitfliegen. Halten Sie an einem Ort, lösen Sie dessen Effekt nicht nur für sich aus, sondern für jeden Wyrmling im Schwarm. Fliegen Ihre Wyrmlinge im Zug eines anderen Drachen mit, profitieren auch Sie davon. Wo klassisches Worker Placement wie bei der Placement-Kampagne Prestige jede Figur fest an ihren Platz bindet, bleibt der Schwarm hier geteiltes Gut, und genau daraus entsteht die Interaktion am Tisch. So bleibt die Wartezeit zwischen den Zügen kurz, ein Punkt, den der Verlag mit „minimal downtime” bewirbt. Schiebt Ihr Zug einen fremden Schwarm an, dürfen Sie ihn ein Stück weiterbewegen, was sich taktisch ausnutzen lässt.

Höhle bauen, Sets sammeln, Gold horten

Unterwegs helfen freundliche Dorfbewohner beim Ausbau Ihrer Höhle, Kammer für Kammer. An den Orten sammeln Sie Plättchen aus vier Reichen (Elfen, Gnome, Goblins, Feen) und legen daraus Ihr Tableau. Gold, die einzige Währung und zugleich der Siegpunkt, bringen abgeschlossene Gruppen aus drei gleichen oder drei verschiedenen Reich-Plättchen. Missionsplättchen kosten fünf Gold und zählen doppelt: Sie punkten für bestimmte Plättchengruppen oder abgebildete Artefakte und wirken zugleich als Joker beim Vervollständigen von Sets. Wer am Spielende den größten Hort angehäuft hat, gewinnt. Mechanisch verbindet „8 Dragons” damit Schwarm-Placement mit Set-Collection und Tableau-Bau.

Aus Hohnstorf, mit deutscher Ausgabe

Hinter „8 Dragons” steht ein DACH-Team: Designer Sönke Schmidt und der Verlag Wonderbow Games sind in Hohnstorf an der Elbe beheimatet, die Illustrationen stammen von Pauliina Hannuniemi. Neu ist das Projekt nicht: Auf der SPIEL Essen 25 zeigte der Verlag bereits den fast fertigen Prototyp. Für Backer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wichtig: Die Sprachversion, Englisch oder Deutsch, wählen Sie laut Kampagne nach dem Ende im Pledge-Manager. Eine eigene Pledge-Stufe für die deutsche Ausgabe gibt es nicht, die Sprache ist eine Option innerhalb jeder Stufe. EU- und UK-Mehrwertsteuer sind in den Pledge-Preisen enthalten, Versand und weitere Steuern rechnet der Verlag nach der Kampagne über den Pledge-Manager ab.

Die Pledge-Stufen

Drei Stufen stehen zur Wahl (Stand: 9. Juni 2026):

  • Standard Edition (49 €): das Grundspiel inklusive aller freigeschalteten Stretch Goals.
  • Deluxe Edition (65 €): Kickstarter-exklusiv und spielerisch identisch zum Standard. Der Aufpreis kauft ausschließlich Material-Upgrades: Holzmünzen, holografische Plättchen, einen hölzernen Aktiv-Spieler-Drachen, ein passgenaues Inlay und Goldfolie auf der Schachtel.
  • Deluxe Bundle (75 €): Deluxe Edition plus die Mini-Erweiterung „Wondrous Places”. Nur diese Stufe bringt zusätzliche Spielinhalte, nämlich neue Orte für den modularen Spielplan. Es ist mit Abstand die beliebteste Wahl: Der Großteil der bisherigen Backer hat hier zugegriffen.

Wer einzeln aufrüsten will, findet drei Add-ons: Die Holzmünzen (12 €) und die Metall-Drachen samt Wyrmlingen (25 €) werten nur das Material auf, die Mini-Erweiterung „Wondrous Places” (14 €) fügt wie im Bundle neue Orte hinzu.

Kampagnenstand

Stand 9. Juni 2026, dem Starttag, hat „8 Dragons” sein Ziel von 8.000 € klar übertroffen: rund 57.000 € von etwa 730 Unterstützenden, also etwa 712 Prozent der Zielsumme. Kickstarter führt die Kampagne als Staff Pick. Sie läuft noch bis zum 6. Juli 2026, die Auslieferung ist für März 2027 angekündigt. Alle Live-Werte sind Momentaufnahmen und ändern sich im Verlauf der Kampagne.

Einordnung

Die hohe Frühförderung ist ein Signal, kein Urteil: Mit gerade einmal zehn BGG-Bewertungen und ohne Rang ist „8 Dragons” noch zu jung für eine belastbare Einschätzung, auch das Komplexitätsgewicht von 3,0 ruht erst auf wenigen Stimmen. Reizvoll wirkt das Spiel vor allem durch den gemeinsam genutzten Schwarm: Dass Ihre Jungdrachen in fremden Zügen mitpunkten, dreht das übliche Placement-Prinzip ins Kooperativ-Kompetitive und hält die Wartezeit kurz. Mit Gewicht 3,0 und Freigabe ab 10 Jahren zielt „8 Dragons” dabei auf erfahrene Familien und Kennerspielrunden, nicht auf das schnelle Absacker-Spiel; einen Solo-Modus bietet es nicht, gespielt wird zu zweit bis viert. Wer Kennerspiel-Crowdfunding ohnehin verfolgt, etwa Endeavor: Deep Sea, findet hier einen frischen Schwarm-Twist. Für DACH-Tische ist die mitgedachte deutsche Ausgabe ein zusätzliches Argument, sich die Kampagne vor dem 6. Juli anzusehen.

Plants vs. Zombies Brettspiel: Mantic-Kickstarter Herbst 2026

26. Mai 2026 um 12:54
Plants vs. Zombies Brettspiel: Mantic-Kickstarter Herbst 2026

Mantic Games hat ein Brettspiel zu Plants vs. Zombies angekündigt. Die Kickstarter-Kampagne soll im Herbst 2026 starten; bis dahin gibt es eine Vorab-Kampagnenseite mit „Coming Soon"-Status und eine offizielle Pressemeldung des Verlags. Aus der bisherigen Kommunikation lässt sich das Spiel als kooperatives Tower-Defense mit Lizenz-Schwerpunkt einordnen; wieviel echte Systemtiefe dahintersteckt, zeigt sich erst zum Kampagnenstart.

Eckdaten

PunktStand
Spielende1 bis 4 (kooperativ)
Spielzeit60 Minuten laut BoardGameGeek-Eintrag; ob es sich um eine Session-, Level- oder Frühschätzung handelt, geht aus dem Eintrag nicht hervor. Mantic nennt in den Pressemitteilungen bisher keine eigene Angabe
Mindestalternoch nicht kommuniziert; Mantic spricht von „fun for all ages"
VerlagMantic Games (Nottingham, UK), in Lizenzkooperation mit PopCap (Electronic Arts)
Designerbislang nicht öffentlich benannt
KampagnenstartHerbst 2026 auf Kickstarter, konkretes Datum noch nicht kommuniziert
Geplante Auslieferung2027 laut BoardGameGeek-Eintrag

Was Mantic über das Spiel sagt

Mantic Games adaptiert das Tower-Defense-Prinzip des PopCap-Originals: Pflanzen halten Zombiewellen vom Haus fern, und sobald ein Untoter durchkommt, ist das Spiel verloren. Die Verlagsbeschreibung formuliert die Verlustbedingung knapp: „If any zombies reach the house, the players lose." BoardGameGeek listet als Kernmechaniken Hand Management und Cooperative Game und ordnet den Eintrag zugleich der Tower-Defense-Familie zu.

Wie der konkrete Zugablauf aussieht, bleibt in der Vorab-Kommunikation offen: Ob Karten aus der Hand gespielt werden, wie eine Aktionsökonomie aussieht und ob das Spielfeld dem klassischen Rasenraster mit fünf Reihen folgt, beantworten die bisher veröffentlichten Quellen nicht. Namentlich genannt sind die Klassiker aus dem Videospiel: Peashooter, Wall-nut und Cherry Bomb erscheinen in der Mantic-Meldung und im Bericht von Wargamer, dazu wird ein Sortiment unterschiedlicher Zombietypen versprochen.

Vom Anspruch her wirkt das Vorhaben eher wie ein zugängliches lizenziertes Koop-Spiel als wie der mechanische Brocken, den etwa der Tower-Defense-Klassiker Cloudspire auf den Tisch bringt; das ist allerdings ein Erwartungshorizont, kein Befund, weil belastbare Systemdetails zum Vergleich erst zum Kampagnenstart vorliegen werden.

Kampagnenmodus „Zen Garden Campaign"

Herzstück ist laut Mantic ein Kampagnenmodus mit dem Titel „Zen Garden Campaign": Spielende arbeiten sich durch eine Levelfolge, die nach und nach neue Pflanzen, Zombies und Herausforderungen freischaltet. Mantic verspricht eine Schwierigkeit, die sich an die Gruppe anpasst, damit das Spiel laut Verlag sowohl für Vielspieler als auch für Familien funktioniert. Ob die Freischaltungs-Kette in der Praxis eine echte mechanische Eskalation trägt oder primär neue Inhalte staffelt, lässt sich aus der bisherigen Beschreibung noch nicht ableiten.

Solo-Modus

Der Solo-Modus ist beidseitig belegt: Mantic, Wargamer und Toy Book nennen einhellig „1 bis 4 Spielende, kooperativ"; BoardGameGeek führt die Mechanik „Solo / Solitaire Game" für den Eintrag. Wie der Solo-Modus konkret skaliert, ob etwa eine Person mehrere Pflanzen steuert, der Schwierigkeitsgrad verschlankt wird oder eine eigene Kampagnenkurve greift, führt Mantic in der Vorab-Kommunikation nicht aus.

Komponenten

Plants vs. Zombies Brettspiel: Mantic-Kickstarter Herbst 2026
Produktrender der Box. Bildquelle: Mantic Games (Pressebild zur Ankündigung).

Bestätigt sind „pre-assembled miniatures", also vormontierte Plastikfiguren ohne Klebearbeit; in Bild und Text werden konkret Peashooter und Wall-nut als Miniaturen gezeigt, auf dem Schlüsselbild taucht zudem unter anderem ein Venus Fly Trap auf. Eine vollständige Komponentenliste, ein Spielplan-Auszug oder eine Auflistung der Zombie-Miniaturen liegt zum Pre-Launch noch nicht vor.

Pledge-Stufen, Stretch-Goals, deutsche Ausgabe

Die Vorab-Kampagnenseite auf Kickstarter zeigt aktuell Titel, Verlagsangabe und einen „Notify me"-Button; konkrete Pledge-Stufen, Preise und Stretch-Goals stehen dort nicht. Mantic kündigt für Backer eine Collector's Edition mit „exclusive content" und „early access" an; alle weiteren Details, einschließlich der Stretch-Goals, will der Verlag mit Kampagnenstart im Herbst 2026 kommunizieren. Ein Lead Designer ist in keiner der von Würfelreich gesichteten Quellen namentlich genannt. Auch zu einer deutschen Ausgabe oder einem DACH-Lokalisierungspartner findet sich in der Mantic-Pressemeldung, im BoardGameGeek-Eintrag und in den ausgewerteten Branchenmeldungen bislang keine Angabe.

Ausblick

Bis zum Kampagnenstart bleibt offen, wie weit Mantic den Brettspiel-Zug vom Tower-Defense-Klick-Original wegrückt und ob deutsche Käuferinnen und Käufer beim Launch eine deutschsprachige Ausgabe pledgen können. Wie schon bei der Kickstarter-Vorstellung zu SHUG und beim laufenden kooperativen Tower-Defense-Crowdfunding zu VANEA kommt Würfelreich mit einem Kampagnen-Update zurück, sobald Mantic im Herbst 2026 den Kickstarter scharfschaltet.

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