Normale Ansicht
Video – Brettspiel News vom 20. Juni 2026
Hier sind die Brettspiel News. Ich habe ein paar Infos in den verschiedenen Clustern zusammengetragen. Heute wieder einiges dabei für jeden. VIDEO Inhalt ■ in eigener Sache■ News (Ravensburger, Feuerland Erweiterung, Digital neu)■ Veranstaltungen (SPIEL DOCH Bodensee 2026, Berlin Con 2026)■ Crowdfunding (Stonespin Architects Invasion, Entropy, Aeon’s End – System Overload, Narcos, Believe in me)■ […]
DITO: Nominiert zum Spiel des Jahres und ausverkauft?
Wenn gehypte Spieletitel plötzlich nicht mehr verfügbar sind, kann eine Begierde wachsen, die vorab nicht vorhanden war. War es doch kein Hype, sondern ein wirklich herausragendes Spiel? Ein Spiel, das sogar bis zur höchsten Auszeichnung aus seinem Genre und dem aktuellen Jahrgang hinausragt und diese überragt? Hier geht es konkret um das kommunikative Partyspiel für jede Gruppe, das schnell verstanden und sofort begeistern soll, wenn es kreativ oder offensichtlich wird.
Die Gier nach etwas Neuem kann umso größer werden, wenn es plötzlich nicht mehr kaufbar ist. Dann macht sich die quälende Luxusfrage breit, was ich da verpasst habe und ob es nicht noch eine Chance gibt, es hier jetzt und sofort doch noch zu bekommen. Eventuell sogar mit Extraaufwand und Extrakosten, die vorab gescheut worden sind. Ist das rational erklärbar? Besonders im Hobbybereich der Brettspiele, in dem jedes Jahr mehr als 1000 Neuheiten auf den Markt strömen, auf ihre Käufer warten und allzu schnell wieder vergessen oder verramscht werden.
Aktuell geht es mir so bei dem kommunikativen Partyspiel DITO. Im Frühjahr 2026 als „Dito!“ bei Game Factory veröffentlicht und für 3 bis 7 Spieler geeignet. Der Spieltitel scheint dabei nicht wirklich klar zu sein, denn selbst der Verlag der deutschsprachigen Version schreibt von „Dito“, während auf der Spieleschachtel und in der Anleitung „DITO!“ steht. Ich selbst habe mich hier auf „DITO“ geeinigt. Soweit die Nebensächlichkeiten. Bevor es zum Spiel des Jahres 2026 nominiert wurde, war es für mich eines von vielen dieser assoziativen Wortspiele. Ein Genre, das ich zwar mag, von dem ich allerdings auch schon ausreichend viele Varianten in meinen Spieleschränken stehen habe: Just One, Codenames, Trapwords, Perfect Words, Was ne Frage und mehr. Auf der grafischen Ebene kommen dann noch solche Spiele wie Ensemble und Dixit dazu, die für sich schon ein eigenes Genre bilden.
DITO wirkt auf den ersten Blick arg gewöhnlich. Und genau deshalb habe ich das Spiel bisher unbeachtet ausgelassen. Erst durch die Nominierung habe ich es in seinen Mechanismen und Besonderheiten mal genauer angeschaut. Bei den vielen Neuerscheinungen muss ich halt für mich sehr strikt filtern, ob mich irgendwas interessieren könnte. Da fallen eben eine ganze Menge Spiele durch mein Aufmerksamkeitsraster. Bis die dann plötzlich nicht mehr verfügbar sind und deshalb umso mehr Begehrlichkeiten wecken.
DITO vom Autor Martin Ang bietet uns 200 Karten mit insgesamt 400 verschiedenen Kategorien. Die sollen von skurril bis interessant reichen, aber teilweise auch eher gewöhnlich sind: Beispiele aus der Spielanleitung gefällig? „Dinge, die in Paaren auftreten“, „Typisch Deutschland“ und „Filme, die einen zum Weinen bringen“ Bis auf wenige Ausnahmen wie „Flaggen mit mindestens einem Stern“ geht es auch um Wissen. Ansonsten gibt es keine falschen Antworten, und wenn etliche meinen, dass die Republik Kongo so einen Stern in ihrer Flagge hat, dann geht auch diese gemeinsame Verwechslung mit der Demokratische Republik Kongo mit in die Wertung ein.
Denn Punkte gibt es für Antworten, die mit den Mitspielern übereinstimmen. Sonderpunkte, wenn wir die Schnittmenge mit nur einem Mitspieler treffen. Da wir direkt drei Kategorien spielen und jeweils drei Antworten geben und diese in unser abwischbares 3×3 Raster eintragen, bevor es dann zur gemeinsamen Auswertung geht, gibt es weitere Bonuspunkte für jedes vollständige Tic-Tac-Toe von übereinstimmenden Antworten. Ob es dabei zu Problemen mit Insider-Antworten kommen kann, die nur einer aus der Spielrunde überhaupt kennen kann, das kann ich nicht beurteilen.
Denn DITO kenne ich bisher nur aus der Ferne und aus anderen Online-Rezensionen. Diese anderen Meinungen schwanken von belanglos bis begeisternd. Bei Rezensionen für Millionen von Udo Bartsch, den nebenbei auf der Jury Spiel des Jahres angehört, landete DITO gleich in drei hintereinander liegenden Monaten in der Kategorie „Gern gespielt im letzten Monat“ und in der Spielbox 3/2026 vergibt er die Note 8 von 10 mit den Worten „Ich feiere DITO!“. Mehr als ein Zaunpfahlwink?
Im September bis Oktober soll der Nachdruck von DITO in den Handel kommen, so sagen es uns die Ankündigungen diverser Onlinehändler. So müssen wir wohl den Sommer ohne das Wortspiel auskommen, in dem wir unsere Gedanken mit denen der Mitspieler synchronisieren sollten. Es kommt also nicht auf ein „ich habe aber recht“ an, sondern auf einen gemeinsamen Konsens in der Spielrunde. Wer in Fremdsprachen unterwegs ist, kann auch zur englisch- oder spanischsprachigen Version greifen, weil die ist weiterhin verfügbar, wenn auch als Import. Ich selbst werde wohl bis zum Herbst warten müssen, um das bis dahin eventuell prämierte Spiel dann in meiner bevorzugten Sprache kaufen und spielen zu können.
Anmerkung der Redaktion: Nachdem ich diesen Artikel hier geschrieben habe, erreichte mich die Information, dass DITO in einem Buchhändler vor Ort als Pyramide aufgestapelt entdeckt wurde. Im online gelisteten Bestand allerdings nicht. Deshalb kann ich Euch nur empfehlen, vor Ort die Augen aufzuhalten, ob DITO nicht doch in Eurem Umfeld verfügbar ist. Deshalb das Fragezeichen im Titel nachträglich ergänzt.
-
Teilzeithelden

- Warhammer 40.000 Imperium Maledictum: Adeptus Mechanicus GM’s Guide – Praise the Omnissiah (Kurzcheck)
Warhammer 40.000 Imperium Maledictum: Adeptus Mechanicus GM’s Guide – Praise the Omnissiah (Kurzcheck)
Der Eine der Alles ist: der Maschinengott. Kaum eine Geschichte kommt ohne die Jünger*innen des Maschinenkultes aus. Neben einem Leitfaden für Spielende, hat Cubicle 7 nun auch ein Handbuch für Spielleiter*innen veröffentlicht. Wir legen die Schwäche des Fleisches ab und widmen uns den geheimen Riten.
Dieser Beitrag wurde von Michael Engelhardt geschrieben
bt286 Fragen über Fragen
Shownotes
Was ihr schon über Oli (Alles außer Toplisten), Oli (spielevater.de) und Jan (Brettspielerunde.de) wissen oder vielleicht auch nicht wissen wolltet, wird in der aktuellen Folge vom Beeple-Talk geklärt. Einen Podcast mit 15 Fragen und überraschenden Antworten inklusive Lehrauftrag gibt es hier auf die Ohren.
Viel Spaß beim Hören wünschen wir euch
Datum der Aufnahme: 16.06.2026
Online seit: 20.06.2026
Feedback
Wer den Beeple Talk unterstützen möchte: Die Freude ist groß, falls Ihr den Podcast bei z.B. Apple Podcasts rezensiert oder bewertet. Für alle jene, die Apple Podcasts nicht verwenden, gibt es die Plattform Panoptikum, auch dort kann eine Empfehlung ausgesprochen und bewertet werden, aber auch ein eigenes Podcasthörerprofil erstellt werden. Und natürlich freuen wir uns auch über Bewertungen auf all den anderen Plattformen, über die Podcasts gehört werden können.
Ganz besonders toll ist natürlich, falls Ihr Euren Mitspielern vom Beeple Talk erzählt.
Über den Beeple Talk
Der Beeple Talk ist mit allen Episoden unter dem folgenden Link erreichbar. Ziel ist es, Episoden mit wechselnden Themen rund um Brett- und Kartenspiele zu machen. Zum beeple Talk treffen sich regelmäßig einige Mitglieder von Beeple, dem Brettspiel-Blogger-Netzwerk.
Beeple Talk – Der monatliche Podcast von Beeple – https://www.beeple.de
Podcast-Plattformen
Natürlich findet sich der Beeple Talk auf den bekannten Plattformen für Podcasts, insbesondere Apple Podcasts
beeple Talk auf Apple Podcasts – https://itunes.apple.com/de/podcast/beeple-talk/id1449578291?l=en.
Der beeple Talk ist ein kostenfreies Format. Solltest Du für das Hören auf Deiner bevorzugten Plattform eine Gebühr zahlen müssen, so erfolgt dies ohne unsere Zustimmung. Wir sind und bleiben kostenfrei zu empfangen.
Fehlt Dir auf Deiner bevorzugten Plattform der beeple Talk, freuen wir uns über einen Hinweis.
beeple Chat
Die Kanäle des beeple Brettspiel-Blogger-Netzwerks betreiben einen Discord-Server, auf dem sich eine tolle Community täglich über Brettspiele austauscht. Falls Ihr dazukommen möchtet, diesem Link folgen oder eine E-Mail senden.
Intro/Outro
Epic Song by BoxCat Games
Storyfold: Schattenwald
Seit wann schauen die Waldtiere so grimmig?
Mögt Ihr auch gut erzählte Geschichten? Möchtet Ihr gerne jemand sein, die verwunschene Waldwesen heilen und Licht ins Dunkel bringen kann? Mögt Ihr spannende Herausforderungen mit kniffligen Mechanismen, die Euch ein heldenhaftes Gefühl bescheren, wenn Ihr es Stück für Stück bewältigen konntet? Dann folgt mir gerne auf den Pfaden des jungen Mädchens Luma, welche sich von Ihrem Bären Brom begleitet auf den Weg macht um den Wald von einer eigenartigen Dunkelheit zu befreien!
Steckbrief
| Spiel | Storyfold: Schattenwald |
| Verlag | Boardgame Circus |
| Veröffentlichung | 2026 |
| Idee | Sjoerd van der Linde |
| Illustration | Justine Chalieux |
| Rating (BGG) | 7,9 |
| Komplexität (BGG) | Medium Light |
| Spielweise | Solo |
| Mechaniken | Kartenaktionen, Würfeln |

Spielprinzip

Grundsätzlich fühlt es sich erstmal an, als würde man ein Buch aufschlagen, wenn die Schachtelklappe das erste Mal geöffnet wird. Von ein paar einleitenden Versen wird man in die Geschichte begleitet und landet schnell dort, wo der Einstieg in den Prolog erklärt wird. Dieser dient am Anfang der Regelkunde. Ansonsten findet sich kein Regelbuch in der Spieleschachtel sondern nur ein Glossar um die im Prolog gelernten Regeln noch einmal nachschlagen zu können.
Als Hauptmechanik spielt man jede Runde beliebig viele Aktionen. Ihre Anzahl wird durch die zur Verfügung stehenden Würfel, und den eigenen Entscheidungen, wie viele ich davon in jeder Aktion nutzen möchte, begrenzt. Die vier vor einem ausliegenden Aktionen „fließen“ dabei immer von rechts nach links in der Auslage. Wenn man eine Aktionskarte komplett ausgeführt hat legt man sie nach rechts außen an den Fluss und rückt alles nach links auf. Umso weiter eine Aktionskarte links liegt, desto niedriger sind die mindestens zu würfelnden Zahlenwerte um jeweils einen Erfolg zu erwürfeln (ein wenig erinnert es vielleicht an Arche Nova – aber nur in dieser einen Mechanik, das gesamte Spiel ist definitiv kein Arche Nova).

Die sich gegen uns stellenden Wesen zwingen sich dabei mit in diesen Fluss ein uns solange man sie nicht wieder los wird rauben sie Energie (Leben) rauben und müllen den Fluss voll und werden dabei im schlimmsten Fall von Runde zu Runde weiter nach links wandern.
Pro Szene, wovon jedes Kapitel mehrere hat, spürt man stets einen gewissen Zeitdruck. Nicht nur, dass die eigene Energie über die gesamte Kapitellänge im Auge behalten werden muss, zudem darf der sich jede Runde ein Feld weiter bewegende Mondmarker nicht den Endpunkt erreichen, bevor das Ziel erreicht ist. Sonst ist die Szene oder das gesamte Kapitel verloren. Der Mond löst dabei auch immer unangenehme Dinge aus, die von Szene zu Szene unterschiedlich sein können. Was Siegbedingung ist, wird jedes Kapitel erläutert und kann sich zwischen den Szenen sehr unterscheiden.
Die beiden Kapitel nach dem Prolog (welche ich bislang gespielt habe) hatten am Ende bisher auch immer einen „Boss“ als Gegner, die alles ziemlich herausfordernd sind. Ich habe Kapitel 2 gerade so mit meiner letzten Energie und einem aller letzten Würfelversuch bestanden. Das fühlt sich episch an und zeigt, wie genau man seine Aktionen planen muss um erfolgreich zu bestehen. Es ist also nicht nur einfach ein Cozy Spiel mit niedlicher Geschichte, sondern ein ziemliches Abenteuer, dass auf Euch wartet.

Unboxing
Optisch möchte der Verlag hier ebenfalls auf das Buchgefühl hinweisen. Drei der Außenränder sehen wie aufeinander liegende Papierseiten aus und der letzte Rand ist einem Buchrücken nachempfunden. Aufrecht gestellt, kann man es also als überformatigen Buch auch in die Hausbibliothek stellen. Der magnetische Verschluss hält dabei den Klappdeckel sicher geschlossen.

Auch darüber hinaus wirkt das Spiel sehr hochwertig produziert. In der Schachtel finden wir unten ein Inlay wo wir die Karten nach Kapiteln sortiert gut ablegen können. Daneben drei Fächer für das Spielmaterial wie die 7 Würfel (5 achtseitige, 1 zehnseitiger und 1 zwölfseitiger) und unterschiedliche Pappmarker zum Anzeigen von Erfolgen, an Orten, etc.
Darüber befindet sich ein Kunststofffach zum Abspeichern der Spielstände. Dazu das ca. 80-seitige Spielringbuch und ein übersichtlich dünnes Glossar mit einer Übersicht auf der Rückseite. In dem Glossar wird die Spielspeicherung genau erklärt. Das Ringbuch lässt sich beim Öffnen nach links und rechts aufklappen und bildest damit neben der Geschichte auch das Spielfeld.

Bewertung
Vom Material wirkt das Spiel bombastisch. Dazu kommt eine bildlich zwar düstere Umgebung, die aber so hübsch gezeichnet wurde, dass es trotzdem eine Augenweise ist. Das Luma und ihr Bär dabei wie das Licht selbst beinahe weiß gehalten sind fördert einen auffallend starken Kontrast, dass der Wald drum herum wohl gewollt besonders finster wirkt.
Ich finde die Geschichte und die Spielmechanik als eigentlicher Wenig-Solospieler richtig gut und bin bereits sehr gespannt, wie es in den letzten drei Kapiteln weitergeht. Es gibt ein schönes Belohnungssystem, dass nicht zu viel im Spielgefühl ändert, aber man freut sich doch, diese Fragmente in bestimmten Situationen vielleicht wieder zu entdecken.
Ob sich das Spielgefühl über einen zweiten oder dritten Durchgang halten kann muss es natürlich erst noch beweisen. Es befindet sich jedenfalls ein Kartenpack im Spiel um sich in erneuten Durchgängen einer höheren Herausforderung stellen zu können. Falls dies aber nicht ausreicht um einen weiteren Durchlauf zu starten, ist es ein guter Titel zu ausleihen oder weiterverschenken. Vielleicht dient es aber danach auch nur noch al Hingucker im Bücher- oder Spieleregal.
Das einmalige Erlebnis und das Abenteuer reichen auf jedenfalls aus, um mir jedes Mal ein Lächeln zu entlocken. Das Spiel gehört in meine Sammlung – hergeben kommt (erstmal) nicht in Frage. Daher lautet meine Bewertung:

Wie wir bewerten haben wir euch hier aufgeschrieben.
(c) Copyright Board Game Circus
Grafik(en) und Bild(er) von analog rockt
Bannerbild von Janusz Walczak von Pixabay.
Hinweis: Das Spiel wurde von mir selbst erworben. Ich wurde nicht um eine Rezension gebeten und die oben beschriebene Darstellung spiegelt meine persönliche Meinung wider.
In unserem Youtubekanal findet Ihr mein Let’s Play im Prolog und eine frühe Bewertung:
Fifty
Ääh … Stopp!
Wie geht FIFTY? Ich notiere geheim fünf Zahlen zwischen 1 und 49 und hoffe, dass die anderen Spieler:innen andere Zahlen notieren. In der Auswertung werden die Zahlen von 1 bis 49 aufgerufen, und ich gewinne Punkte, je länger nach meiner Zahl niemand anderes „Stopp!“ ruft und damit anzeigt, diese Zahl notiert zu haben. Angenommen, ich habe die 18, und erst sechs Zahlen später ist von irgendwem die 24 belegt, gewinne ich sechs Punkte.
Woher man wissen will, welche Zahlen die anderen aufschreiben? Man weiß es nicht. FIFTY ist Intuition oder Psychologie – oder pures Glück. Ich kann es gleich mit der 1 probieren in der Hoffnung, dass niemand sonst so tief rangeht. Es kann aber sein, dass jemand die 2 hat. Oder ebenfalls die 1. In Fall einer Mehrfachnennung gibt es übrigens Trostpunkte.
Was passiert? Einen gewissen Anhaltspunkt bieten die Tabuzahlen. In jeder Runde sind irgendwelche Zahlen verboten, beispielsweise alle mit einer 7 hinten. Und notiere ich nun 36, gewinne ich, wenn ich gewinne, mindestens zwei Punkte, da die 37 niemand haben kann. Allerdings klappt das natürlich nur, wenn ich alleine auf der 36 bin. Und das Manöver ist sehr durchschaubar, weshalb ziemlich sicher jemand oder mehrere bei der 38 auf der Lauer liegen. Vielleicht bin ich schlauer als die und schreibe 39. Oder um noch schlauer zu sein als die, die 39 schreiben: Ich schreibe 40.
Es ist schon erstaunlich, wie wenig genügt, um den Eindruck zu vermitteln, es könne sich lohnen, über die Auswahl der Zahlen nachzudenken. Und wie wenig genügt, um Spielspaß, Spannung und Schadenfreude zu erzeugen. Wenn ich „Stopp!“ rufe und mir damit das Vorrecht erobere, Punkte zu gewinnen, bin ich es auch, der bis zum nächsten „Stopp!“ weiterzählt. Das schafft emotionale Beteiligung. „41“, sage ich und rücke den Glasstein auf meiner Wertungstafel voran. „42“ … und setze den nächsten Schritt. „43?“ … und bibbere schon. Klappt es noch einmal?
Auch bei anderen fiebere ich mit: Kann denn wirklich niemand dazwischengrätschen, wenn ein Glückspilz Zahl auf Zahl auf Zahl ansagt und damit einen Punkt nach dem nächsten sammelt? Und kaum komme ich endlich selber mal zum Zug, heißt es gleich wieder: „Stopp!“ Grrr! FIFTY lebt davon, dass die Teilnehmer:innen ihr Glück oder Pech auch ein bisschen zelebrieren.
Was taugt es? FIFTY bereitet für 15 Minuten zuverlässig Spaß und versetzt die meisten Gruppen eine positive Stimmung. Natürlich: Es gibt immer welche, die solch ein simples Spiel ablehnen, und mit denen ist es gleich weniger lustig.
FIFTY ist minimalistisch. Es ist einfach, es hat immer denselben Ablauf, man hat Glück oder Pech und freut oder ärgert sich drüber. Für das Wenige ist FIFTY schon wirklich gut. Andererseits ist es eben wirklich wenig, und ich fürchte, für so wenig wird man das Spiel dann eben doch nicht regelmäßig hervorholen.
**** solide
FIFTY von JinWoo Seo für drei bis sieben Spieler:innen, iello.



