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Storyfold: Buried Truths angekündigt (Teil 2)

19. September 2026 um 23:17
Storyfold: Buried Truths angekündigt (Teil 2)

Board Game Circus hat gemeinsam mit Entwicklungspartner Open Owl Studios „Storyfold: Buried Truths“ angekündigt, den zweiten Teil der Storyfold-Reihe nach Storyfold: Schattenwald. Statt im verschatteten Wald des ersten Teils spielt die Geschichte diesmal in der Kleinstadt Sun Haven: Der Bostoner Polizist Declan kehrt nach dem plötzlichen Tod seines Vaters in seinen Heimatort zurück, findet in dessen Schreibtisch alte Polizeiakten, die eigentlich im Asservatenraum liegen sollten, und gerät kurz darauf in einen neuen Mordfall auf der Triple-J-Ranch.

Was der zweite Teil ändert

Neu gegenüber dem Vorgänger sind verzweigte Handlungsstränge: Entscheidungen der Spielenden beeinflussen laut Verlag den weiteren Verlauf der Geschichte. Erzählt wird das Ganze weiterhin über ein Storybook und Kapitel-Decks mit einem einführenden Prolog-Deck, und jede Szene bringt einen eigenen, illustrierten Schauplatz mit. Die Autorenschaft wechselt: Statt Sjoerd van der Linde (Schattenwald) zeichnen diesmal Chris Rowlands und Isaias Vallejo verantwortlich. Bei der Illustration bleibt es dagegen bei Justine Chalieux, die schon den ersten Teil gestaltet hat.

Wie stark sich die Entscheidungen auswirken, bleibt offen: Der Verlag verspricht wörtlich „je nachdem, wie ihr vorgeht, einen jeweils anderen weiteren Verlauf“. Ob sich das nur auf die laufende Kampagne bezieht oder Buch und Decks wie bei einem Legacy-Spiel dauerhaft verändert, sagt die Quelle nicht.

Board Game Circus nennt als Eckdaten ein reines Solospiel für eine Person, 30 bis 60 Minuten pro Sitzung und mehr als 10 Stunden für die komplette Kampagne, empfohlen ab 12 Jahren. BGG bestätigt die Ein-Personen-Auslegung und nennt zusätzlich ein Mindestalter von 13 Jahren sowie als Verlag Open Owl Studios statt Board Game Circus, vermutlich weil BGG den US-Entwicklungspartner statt den deutschen Vertrieb als Herausgeber führt.

Crowdfunding und Vorbestellung

Laut einer Newsletter-Ankündigung von Board Game Circus soll die Crowdfunding-Kampagne im November starten, die deutsche Ausgabe im vierten Quartal 2027 erscheinen und vorab bei Board Game Circus vorbestellbar sein. Auf welcher Plattform die Kampagne laufen soll, nennt weder die Portfolioseite noch die Newsletter-Ankündigung. Die öffentliche Portfolioseite des Verlags selbst nennt zum Termin noch kein Datum, und mehrere Abschnitte dort sind noch unausgefüllt. Bereits beim Vorgänger hatte Board Game Circus Vorbestellungen vor dem eigentlichen Handelsstart angeboten.

Der Vorgänger Storyfold: Schattenwald ist inzwischen im Umlauf: Bei der BerlinCon 2026 war das Spiel laut Verlag bereits am ersten Messetag ausverkauft. Auf BGG führen mittlerweile über 3.100 Nutzerinnen und Nutzer es in ihrer Sammlung.

Storyfold: Schattenwald

Von: Bill
20. Juni 2026 um 08:00

Seit wann schauen die Waldtiere so grimmig?

Mögt Ihr auch gut erzählte Geschichten? Möchtet Ihr gerne jemand sein, die verwunschene Waldwesen heilen und Licht ins Dunkel bringen kann? Mögt Ihr spannende Herausforderungen mit kniffligen Mechanismen, die Euch ein heldenhaftes Gefühl bescheren, wenn Ihr es Stück für Stück bewältigen konntet? Dann folgt mir gerne auf den Pfaden des jungen Mädchens Luma, welche sich von Ihrem Bären Brom begleitet auf den Weg macht um den Wald von einer eigenartigen Dunkelheit zu befreien!


Spielprinzip

Der Leitsatz der Geschichte

Grundsätzlich fühlt es sich erstmal an, als würde man ein Buch aufschlagen, wenn die Schachtelklappe das erste Mal geöffnet wird. Von ein paar einleitenden Versen wird man in die Geschichte begleitet und landet schnell dort, wo der Einstieg in den Prolog erklärt wird. Dieser dient am Anfang der Regelkunde. Ansonsten findet sich kein Regelbuch in der Spieleschachtel sondern nur ein Glossar um die im Prolog gelernten Regeln noch einmal nachschlagen zu können.

Als Hauptmechanik spielt man jede Runde beliebig viele Aktionen. Ihre Anzahl wird durch die zur Verfügung stehenden Würfel, und den eigenen Entscheidungen, wie viele ich davon in jeder Aktion nutzen möchte, begrenzt. Die vier vor einem ausliegenden Aktionen „fließen“ dabei immer von rechts nach links in der Auslage. Wenn man eine Aktionskarte komplett ausgeführt hat legt man sie nach rechts außen an den Fluss und rückt alles nach links auf. Umso weiter eine Aktionskarte links liegt, desto niedriger sind die mindestens zu würfelnden Zahlenwerte um jeweils einen Erfolg zu erwürfeln (ein wenig erinnert es vielleicht an Arche Nova – aber nur in dieser einen Mechanik, das gesamte Spiel ist definitiv kein Arche Nova).

Über den Aktionskarten: Der Mindestwert für die Würfelproben

Die sich gegen uns stellenden Wesen zwingen sich dabei mit in diesen Fluss ein uns solange man sie nicht wieder los wird rauben sie Energie (Leben) rauben und müllen den Fluss voll und werden dabei im schlimmsten Fall von Runde zu Runde weiter nach links wandern.

Pro Szene, wovon jedes Kapitel mehrere hat, spürt man stets einen gewissen Zeitdruck. Nicht nur, dass die eigene Energie über die gesamte Kapitellänge im Auge behalten werden muss, zudem darf der sich jede Runde ein Feld weiter bewegende Mondmarker nicht den Endpunkt erreichen, bevor das Ziel erreicht ist. Sonst ist die Szene oder das gesamte Kapitel verloren. Der Mond löst dabei auch immer unangenehme Dinge aus, die von Szene zu Szene unterschiedlich sein können. Was Siegbedingung ist, wird jedes Kapitel erläutert und kann sich zwischen den Szenen sehr unterscheiden.

Die beiden Kapitel nach dem Prolog (welche ich bislang gespielt habe) hatten am Ende bisher auch immer einen „Boss“ als Gegner, die alles ziemlich herausfordernd sind. Ich habe Kapitel 2 gerade so mit meiner letzten Energie und einem aller letzten Würfelversuch bestanden. Das fühlt sich episch an und zeigt, wie genau man seine Aktionen planen muss um erfolgreich zu bestehen. Es ist also nicht nur einfach ein Cozy Spiel mit niedlicher Geschichte, sondern ein ziemliches Abenteuer, dass auf Euch wartet.


Unboxing

Optisch möchte der Verlag hier ebenfalls auf das Buchgefühl hinweisen. Drei der Außenränder sehen wie aufeinander liegende Papierseiten aus und der letzte Rand ist einem Buchrücken nachempfunden. Aufrecht gestellt, kann man es also als überformatigen Buch auch in die Hausbibliothek stellen. Der magnetische Verschluss hält dabei den Klappdeckel sicher geschlossen.

Auch darüber hinaus wirkt das Spiel sehr hochwertig produziert. In der Schachtel finden wir unten ein Inlay wo wir die Karten nach Kapiteln sortiert gut ablegen können. Daneben drei Fächer für das Spielmaterial wie die 7 Würfel (5 achtseitige, 1 zehnseitiger und 1 zwölfseitiger) und unterschiedliche Pappmarker zum Anzeigen von Erfolgen, an Orten, etc.

Darüber befindet sich ein Kunststofffach zum Abspeichern der Spielstände. Dazu das ca. 80-seitige Spielringbuch und ein übersichtlich dünnes Glossar mit einer Übersicht auf der Rückseite. In dem Glossar wird die Spielspeicherung genau erklärt. Das Ringbuch lässt sich beim Öffnen nach links und rechts aufklappen und bildest damit neben der Geschichte auch das Spielfeld.


Bewertung

Vom Material wirkt das Spiel bombastisch. Dazu kommt eine bildlich zwar düstere Umgebung, die aber so hübsch gezeichnet wurde, dass es trotzdem eine Augenweise ist. Das Luma und ihr Bär dabei wie das Licht selbst beinahe weiß gehalten sind fördert einen auffallend starken Kontrast, dass der Wald drum herum wohl gewollt besonders finster wirkt.

Ich finde die Geschichte und die Spielmechanik als eigentlicher Wenig-Solospieler richtig gut und bin bereits sehr gespannt, wie es in den letzten drei Kapiteln weitergeht. Es gibt ein schönes Belohnungssystem, dass nicht zu viel im Spielgefühl ändert, aber man freut sich doch, diese Fragmente in bestimmten Situationen vielleicht wieder zu entdecken.

Ob sich das Spielgefühl über einen zweiten oder dritten Durchgang halten kann muss es natürlich erst noch beweisen. Es befindet sich jedenfalls ein Kartenpack im Spiel um sich in erneuten Durchgängen einer höheren Herausforderung stellen zu können. Falls dies aber nicht ausreicht um einen weiteren Durchlauf zu starten, ist es ein guter Titel zu ausleihen oder weiterverschenken. Vielleicht dient es aber danach auch nur noch al Hingucker im Bücher- oder Spieleregal.

Das einmalige Erlebnis und das Abenteuer reichen auf jedenfalls aus, um mir jedes Mal ein Lächeln zu entlocken. Das Spiel gehört in meine Sammlung – hergeben kommt (erstmal) nicht in Frage. Daher lautet meine Bewertung:


(c) Copyright Board Game Circus

Grafik(en) und Bild(er) von analog rockt

Bannerbild von Janusz Walczak von Pixabay.

Hinweis: Das Spiel wurde von mir selbst erworben. Ich wurde nicht um eine Rezension gebeten und die oben beschriebene Darstellung spiegelt meine persönliche Meinung wider.


In unserem Youtubekanal findet Ihr mein Let’s Play im Prolog und eine frühe Bewertung:

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