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Im Rampenlicht: Heckmeck am Bratwurmeck

10. April 2026 um 08:00

Heckmeck am Bratwurmeck | Reiner Knizia | 30 – 45 Minuten | 2 -6 Personen | ZOCH

Knusprig gebratene Würmer, würfelnde Hühner und eine ordentliche Portion Glück sorgen bei Heckmeck am Bratwurmeck direkt für gute Laune am Spieltisch. Die Spielenden würfeln reihum und müssen sich dabei immer wieder entscheiden, ob sie ein weiteres Risiko eingehen oder lieber mit ihrer aktuellen Ausbeute zufrieden sind, um sich eine der begehrten Bratwurm-Portionen zu sichern. Doch Vorsicht: Wer zu gierig wird und sich verzockt, geht leer aus und die Konkurrenz schläft nicht, sondern schnappt sich im Zweifel sogar bereits erbeutete Portionen wieder vom Teller. So entsteht ein kurzweiliges Spiel voller Schadenfreude, kleinen Triumphen und überraschenden Wendungen. Warum das Würfelspiel langfristig begeistern kann, schildern einige Mitglieder im aktuellen Rampenlicht.

 

 

 

Dafne (Bretter Late Then Never)

Dafne (Bretter Late Than Never)
Heckmeck bringt Würfelglück, Nervenkitzel und ein bisschen Schadenfreude auf den Tisch – man ist nie ganz sicher, und die anderen auch nicht, und genau das macht den Reiz aus.

Fabian (Bretter Late then Never)

Fabian (Bretter Late Than Never)
„Heckmeck“ ist ein cooles Wort, finde ich. „Bratwurmeck“ hingegen geradezu abstoßend. Dementsprechend skeptisch stand ich dem Spiel „Heckmeck am Bratwurmeck“ gegenüber, als ich es zum ersten Mal spielte. Die Bratwürmer habe ich aber bald schon ins Herz geschlossen, weil sie mir zahlreiche lustige Runden an Würfelspaß beschert haben. Toller Absacker, toll für große Runden und eine lustige, interaktive Zocker-Alternative zu Kniffel & Co.
Christoph - Brettspielbox

Christoph (Brettspielbox)

Christoph (Brettspielbox)
Ein Spiel, was nie in die Jahre gekommen ist. Einfache Regeln, schnell gespielt, kompakt im Transport und immer ein wenig Schadenfreude im Gepäck.

Daniel (Spielträumers)

Daniel (Spielträumers)
Eine klasse Push-your-luck-Würfelei. Knizia-typisch auf das Wesentliche reduziert – und der Kniff, dass man immer mindestens einen Wurm benötigt aber den höheren Punktzahlen nachjagt („Nur ein Wurm? Nee, den schmeiß ich noch mal weg!“) ist großartig. Besonders in der Minifassung in der roten Klick-Blechdose zu empfehlen – damit wird das Spiel auch restauranttauglich. Ewiger Klassiker, der immer in meinem Rucksack bzw. in meiner Jackentasche residiert.
Oliver Sack – Spielevater

Oliver (Spielevater)

Oli (Spielevater)
Heckmeck geht immer! Ein bewährter Aufwärmer, Absacker und Eisbrecher – Emotionen inklusive. Bei uns auch seit vielen Jahren ein unverzichtbarer Urlaubsbegleiter. Egal ob Kuba, Sri Lanka, Tunesien, Griechenland oder Capverde – unsere Würmer waren schon an vielen Stränden und manch eine Box blieb auch dort bei Einheimischen Spielefans und Freunden. Unvergessen auch die Heckmeck WMs in München.
Jürgen - Spielbar

Jürgen (Spielbar)

Jürgen (spielbar.com)
„Schau gefälligst auf Deine eigenen Würmchen und hör‘ auf, mir meine zu klauen …“ Heckmeck eignet sich bestens zum Lamentieren. Und das nochmal viel mehr, wenn die eigenen Würfel so gar nicht fallen wollen, wie gewünscht. Oder sie fallen, aber es fehlt ein Würmchen. Was ein Ärger. Und aus solchen einem ‚ärgern‘ kann manchmal ein wundervolles Spiel werden. Reiner Knizia ist hier seinerzeit wirklich etwas außergewöhnliches gelungen. So toll, dass das Spiel sogar ungefragt ‚raubkopiert‘ wurde. Und das zu Zeiten, als wir noch nicht über Brettspielkopien von Temu/AliExpress geschimpft haben. Tolles Ding und ein Evergreen meiner Sammlung.

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Heckmeck am Bratwurmeck befassen wollt, dann schaut Euch doch mal die folgenden verlinkten Artikel an:

Brettspielbox (Christoph)

LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Frühjahrsputz

30. März 2026 um 08:00
Dominik Zöllner

Dominik Zöllner

Es ist mal wieder über mich gekommen. Auf meinem Brettspielwochenende Ende Februar habe ich zum zweiten Mal Thunder Road Vendetta gespielt und bin danach schwach geworden. Eigentlich wollte ich auch Magical Athlete direkt mit ordern, aber das ist derzeit ausverkauft. Ist aber wohl auch besser so, denn bereits für ersteres musste das Regal etwas umgeräumt werden, damit es passt. 

Und damit sind wir bei dem, was ich überhaupt meine: die Trennungssehnsucht. Während mir der Erwerb neuer Spiele durchaus Spaß macht, ist das beim Verkaufen genauso. Ein bis zweimal im Jahr überkommt es mich, und ich möchte Spiele loswerden. Denn ohne gibt es bei mir keine neuen. Wenn das Regal voll ist, ist kein Platz für neues. Bisher konnte ich das Konzept gut einhalten. Gleichzeitig ist mit jedem verkauften Titel auch ein kleines Befreiungsgefühl gekommen. Wie oft stehe ich vor dem Regal und denke mir, so viel, was mal wieder gespielt werden könnte und trotzdem wird es wieder das, was vor kurzem noch gespielt wurde. Zieht es aus, fühlt es sich gut an. Es bekommt woanders die Chance gespielt zu werden. 

Aber diesmal ist etwas anders. Durch den öffentlichen Spieletreff, den ich inzwischen organisiere, denke ich anders darüber nach, was ich mit den Spielen mache. Manche übergebe ich in die dortige Sammlung, wenn ich sie hierfür geeignet halte. Andere, besonders kleinere, lege ich an die Seite. Diese sollen im Rahmen eines Events verlost werden. Während es mich sonst freute, dass ich für die Spiele wen gefunden habe, konnte ich letztes Jahr erstmals erleben, wie sehr sich andere über kleine Gewinne gefreut haben. Das gibt mir noch mehr, und da verzichte ich auch gerne auf die paar Euro, die ich für solch ein Spiel erhalten könnte. 

Und noch etwas ist anders. Zum einen überlege ich erstmals zwei „Big Boxen“ zu verkaufen, obwohl ich die Spiele grandios finde. Aber sie werden überhaupt nicht mehr gespielt. Zum anderen habe ich ernsthaft überlegt, ein paar der Lacerdas zu veräußern. Dabei gilt hier das gleiche – und gleichzeitig finde ich meine fast vollständige Sammlung schön. 

Es ist auch gar nicht so, dass der Platz direkt wieder schnell gefüllt wird. Oftmals dauert es einige Monate, bis das Regal sich seiner Kapazitätsgrenze nähert. Bis dahin genieße ich das Gefühl, hier und dort ein paar Lücken zu haben. 

Wie ich damit nun genau umgehe weiß ich nicht. Es ist wohl wie beim Frühjahrsputz im Haus. Zieht der eine Karton, der seit Jahren nur mit „brauchen wir bestimmt noch mal“ doch endlich aus? Bisher habe ich noch kein Spiel vermisst, das die Sammlung verlassen hat. Ich bin jedenfalls gespannt, wie Zukunfts-Dominik das lösen wird. 

– Dominik Zöllner, www.brettspielgalaxie.de

bt283 Schlau ist sexy

20. März 2026 um 08:00

Shownotes
Diesmal wird im Beeple Talk ordentlich gekwizt. Dazu haben sich Fabian (Bretter Late Than Never) und Oli (Alles außer Toplisten) die drei Otto Normalos Alex (Brettspielhamster, Spielkulturerbe), Frederik (Boardcast) und Johannes (brettspielministerium.de) eingeladen. Zwei Quizrunden voller nützlichem und unnützem Wissen. Hört rein, ratet mit, viel Spaß!
Gespielt wurden:

KWIZ / Les Editions de base
Otto Normalo / Piatnik

Datum der Aufnahme: 17.03.2026
Online seit: 20.03.2026

Feedback
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Der Beeple Talk ist mit allen Episoden unter dem folgenden Link erreichbar. Ziel ist es, Episoden mit wechselnden Themen rund um Brett- und Kartenspiele zu machen. Zum beeple Talk treffen sich regelmäßig einige Mitglieder von Beeple, dem Brettspiel-Blogger-Netzwerk.
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Intro/Outro
Epic Song by BoxCat Games

Im Rampenlicht: Sea, Salt & Paper

10. März 2026 um 08:00

Sea, Salt & Paper | Bruno Cathala & Theo Rivière | 30 – 45 Minuten | 2 -4 Personen | MM Spiele

Papierkunst und schön gefaltete Meerestiere, Leuchttürme oder Meerjungfrauen auf den Karten wecken direkt das Interesse am Tisch bei Sea, Salt & Paper. Die Spielenden ziehen Karten und versuchen mit diesen lukrative Serien oder auch nur Paare zu bilden, denn letztere kann man für Aktionen ausspielen und so einen weiteren Zug machen, eine Karte stibitzen oder direkt in einem Stapel nach einer Karte suchen. Hat jemand sieben Punkte mit ausgelegten Karten und denen auf der Hand erreicht, kann diese Person die Runde beenden. Und dann kann man auch noch zocken, denn wer siegessicher ist und glaubt mehr Punkte als alle anderen zu haben, kann diese noch einen Zug machen lassen und muss dann hoffen, dass sie ihn nicht noch überholen. Doch hat sich das Spiel bei den Spielenden verzockt oder kann es begeistern? Dies beschreiben einige Mitglieder im aktuellen Rampenlicht.

 

 

 

 

Oli (Alles außer Toplisten)

Oli (Alles außer Toplisten)
Gibt es eingentlich etwas, das Sea, Salt and Paper nicht hat? Da sind die liebenswerten Illustrationen, der Clou mit 2 Ablagestapeln, die Meerjungfrauen, um die sich alle reißen, und die Kombis, mit denen man den anderen das Leben schwer machen kann. Und ein Zocker-Element bein Beenden der Runde ist auch noch dabei. Je länger ich grübele, desto überzeugter bin ich: Sea Salt and Paper ist eins der besten Kartenspiele, die ich kennenlernen durfte.
Frederik Malsy Frederik (Boardcast)
Nach rund 600 Partien live am Tisch (bisher insgesamt 3 Spiele verschlissen) und auch auf BGA kann ich nur sagen: Ich liebe dieses Spiel. Eine wunderschöne Gestaltung sowie spannende Entscheidungen machen dieses Spiel zu einem meiner Lieblings-Titel. Die richtige Mischung aus Glück und Taktik, Schadenfreude und Zocken bringen viele schöne Runden Spielspaß. Ein echtes Highlight.
André (Brettspielgalaxie)
Sehr schönes kurzweiliges Kartenspiel im Hosentaschenformat. Nicht ganz so simpel wie ein Uno, aber trotzdem perfekt für jede Familienfeier.
Markus Sch. Markus (Brett & Pad)
Sea, Salt & Paper ist irgendwie immer in einer Strandtasche, wenn es in den Urlaub geht. Kniffelig, tricky und mit einem coolen Timing-Kniff machen dieses Kartenspiel zu einem perfekten Begleiter, nicht nur am Strand. Dazu kommen die schönen Illsutrationen. Kurz: ein absolut gelungenes Kartenspiel.

Fabian (Bretter Late then Never)

Fabian (Bretter late than never)
Wer ein würziges, kurzes Kartenspiel sucht, das nicht so fade schmecken soll wie Uno und Mau Mau, wird bei Sea, Salt and Paper definitiv nicht enttäuscht. Kleine Kniffe (wie z.B. die zwei getrennten Ablagestapel oder der Meerjungfrauen-Win) werten dieses simple Set-Collection- und Kartenablegespiel zu einem zeitlosen Hit auf! Noch dazu ist es nicht viel größer als ein Slazstreuer und deutlich kleiner als eine Pfeffermühle, sodass man es überall hin mitnehmen kann.
Peer (spielbar.com)
Kurzweiliges Drafting – Spiel mit toller und recht einzigartiger Graphik. Erfindet das Genre nicht neu, ist aber schön gemütlich.
Daniel Profilbild Daniel (The Spielträumers)
Sea, Salt and Paper überzeugt mit angenehmer taktischer Tiefe und einer zarten Origami-Gestaltung. Ein bisschen Bluff und Zockerei zum Abschmecken dazu, und das Resultat ist ein kleines Kartenspiel, das in jede Jackentasche passt und auch auf Bahnklapptischen und in Restaurants sehr kurzweilig spielbar ist.
Dirk_Huesmann

Dirk (Würfelmagier)

Dirk (Würfelmagier)
Fische sammeln für Fortgeschrittene. Sea, Salt and Paper überzeugt durch eine flotte Inszenierung und interessante taktische Tiefe. Spannend ist es den richtigen Zeitpunkt zum Absprung zu finden. Beende ich die Runde oder sammle ich noch eni wenig weiter? Und wie viel traue ich meiner Sammlung zu? Das Spiel passt fast auf jeden Tisch und funktioniert auch zu zweit ganz gut. Zu dritt oder viert ist aber mehr Salz in der Suppe. Das Ganze wird garniert mit einer wunderschönen Gestaltung. Und Meerjungfrauen sollte man immer behalten 😉

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Sea, Salt & Paper befassen wollt, dann schaut Euch doch mal die folgenden verlinkten Artikel an:

Brett & Pad

LETZTENS … die Beeple Kolumne: Area Controlfaktor

28. Februar 2026 um 08:00

Es gibt diesen Moment auf jeder Spieleveranstaltung. Niemand spricht darüber. Das ändert sich jetzt.

Er schleicht sich an. Man sitzt am Tisch, die eigenen Karten fest im Blick, versucht gerade, eine elegante Zugkombination auszutüfteln, als sich etwas in die Wahrnehmung schiebt. Ganz vorsichtig. Fast höflich. Zunächst ist man sich unsicher. Vielleicht Einbildung. Vielleicht ein offenes Fenster, durch das ein olfaktorisch ambitionierter Windstoß hereingeweht wurde. Vielleicht ein bedauerlicher Einzelfall, wie ein falsch bedruckter Spielplan oder ein Würfel mit kreativer Auffassung von Wahrscheinlichkeit. Doch dann bleibt er. Der Moment, der alles verändert, der die ganze Spielerfahrung auf den Kopf stellt. Der uns deutlich an der Nase herumführt.

Zunächst bin ich mir nicht sicher. Ich denke: Das bilde ich mir nur ein. Dann denke ich: Vielleicht kommt es von Draußen. Dann: Hoffentlich kommt es von Draußen. Doch eigentlich weiß ich längst: Das hier ist kein Zufall. Das ist Teil der Erfahrung.

Ich erinnere mich lebhaft an meine erste Messe in Essen. Stundenlang war ich durch die Hallen gewandert, hatte Neuheiten bestaunt, an Tischen gesessen, Regeln gehört, wieder vergessen und so getan, als hätte ich sie verstanden. Es war warm, es war voll, und die Luft hatte eine gewisse … Präsenz. Nicht unangenehm im eigentlichen Sinne. Nur sehr bestimmt. Als hätte sie beschlossen, ebenfalls mitzuspielen.

Es ist erstaunlich, wie wenig darüber gesprochen wird. Wir analysieren Mechaniken bis ins kleinste Detail. Wir diskutieren Balancing-Probleme, kritisieren Symboliken, debattieren über die optimale Spielerzahl. Aber die atmosphärischen Begleiterscheinungen unserer Zusammenkünfte akzeptieren wir mit einer stoischen Gelassenheit, die bewundernswert ist. Wenn Hunderte und Tausende von Menschen zusammenkommen, vereint durch ihre Leidenschaft für Pappe und Holz, konzentriert in stickigen Hallen mit begrenzter Frischluftzufuhr, entsteht eine kooperative Erfahrung, bei der wir gemeinsam gegen den Sauerstoff spielen.

Und dann gibt es Mitspielende, die sich an den Tisch setzen und eine große olfaktorische Präsenz einnehmen. Air Control als Area Control. Ich rieche: Dieses Gebiet ist besetzt, die Mehrheiten sind eindeutig verteilt. Und Gerüche, die fast schon die philosophische Frage aufwerfen: Was bin ich bereit, am Spieltisch zu akzeptieren? Wie weit gehe ich und ab wann gebe ich mich geschlagen?

Gemeinsam gegen den Sauerstoff

Vielleicht liegt es daran, dass Brettspiele ein Hobby des Geistes sind. Wir verwalten Ressourcen, optimieren Motoren und planen Züge fünf Runden im Voraus. Unser Gehirn arbeitet auf Hochtouren, während der Rest von uns in einer Art Standby-Modus verharrt. Da Körper, Geist und Seele optimal im Einklang funktionieren, wissen wir: Wenn der Geist auf Hochtouren läuft und wir wertvolle Zeit mit anderen Menschen verbringen, geht die Seele auf. Und was die Seele wärmt, wärmt auch den Körper.

Hinzu kommt die bemerkenswerte Sitzdauer unseres Hobbys. Während Arbeiter unermüdlich über Spielpläne wandern, bleiben ihre Besitzer erstaunlich unbeweglich. Stunden vergehen, ohne dass jemand aufsteht. Die einzige Bewegung besteht darin, nach Snacks zu greifen oder resigniert die Hände vors Gesicht zu schlagen, nachdem jemand anderes genau den Zug gemacht hat, den man selbst geplant hatte.

Das Erstaunliche ist jedoch, wie schnell man sich daran gewöhnt. Nach einer Weile registriert man es kaum noch. Das Gehirn passt sich an. Es erklärt den Mief zur neuen Normalität. Was zunächst irritierend war, wird Teil der Immersion. Eine unsichtbare Erweiterung, die automatisch mitgeliefert wird. Spätestens, wenn meine Partnerin an langen Spieltagen in unserem Esszimmer kurz vorbeikommt, um der Runde „Hallo“ zusagen, zunächst aber liebevoll naserümpfend das Fenster aufreißt „um mal kurz Luft reinzulassen“, realisiere ich, dass auch ich kein körperloses Wesen bin.

In vielen Dingen sind wir Spieler:innen außerordentlich sorgfältig. Wir schützen unsere Karten mit Sleeves, als wären sie zerbrechliche Artefakte. Wir investieren in Inserts, um Ordnung zu schaffen. Wir lagern Spiele bei optimalen Bedingungen, fern von Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung. Wir kümmern uns leidenschaftlich um unsere Sammlungen. Wie schön wäre es, wenn wir uns die gleiche liebevolle Sorgfalt angedeihen lassen wie unseren Spielen.

Dabei ist die Erklärung einfach. Brettspiele sind immersive Erlebnisse. Sie ziehen uns hinein in andere Welten, andere Rollen, andere Probleme. Für ein paar Stunden sind wir nicht mehr Menschen, die an einem Tisch sitzen. Wir sind Architektinnen, Handelsfürsten, Raumfahrerinnen oder mittelalterliche Landbesitzer. Die physische Realität tritt in den Hintergrund.

Und vielleicht ist genau das ein Zeichen dafür, wie gut dieses Hobby funktioniert. Es lässt uns alles andere vergessen. Sogar uns selbst. Dennoch wäre es vielleicht keine schlechte Idee, eine kleine Regelergänzung vorzuschlagen. Keine komplexe Mechanik, keine tiefgreifende Systemänderung. Nur ein kurzer Hinweis im Aufbau:
• Spiel vorbereiten.
• Komponenten auslegen.
• Und vielleicht kurz duschen. Oder Deo. Oder so.
Nicht zwingend erforderlich. Aber definitiv eine Verbesserung der Spielerfahrung.

– Frederik Malsy, www.boardcast-brettspielpodcast.de

bt282 Fragestunde Season 10

20. Februar 2026 um 08:00

Shownotes
Georgios (Spielbar.com) und Oli (Spielevater.de) präsentieren die 10. Fragestunde (aka „Der Grieche und der Schwabe“) mit tollen Fragen aus der Community. Die beiden versuchen die eingesendeten Fragen zu beantworten und reden sich gerne mal um Kopf und Kragen. Viel Spaß

Datum der Aufnahme: 09.02.2026
Online seit: 20.02.2026

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Intro/Outro
Epic Song by BoxCat Games

Im Rampenlicht: London

10. Februar 2026 um 08:00

London | Martin Wallace | 60 – 90 Minuten | 2 -4 Personen | Giant Roc

Die Spielenden haben die Aufgabe London in den Jahrzehnten nach dem Großbrand wieder aufzubauen. Sie jonglieren mit Bauanforderungen, Bankkrediten und Armut, während sie versuchen, ihre Vision für die Stadt zu verwirklichen. Das Spiel verfügt über einen Mechanismus, bei dem man Karten ausspielt, um die Stadt zu entwickeln und dann die Stadt zu „leiten“, indem man alle Kartenaktionen gleichzeitig ausführt. Die Spielenden müssen alle ihre Kredite zurückzahlen, bevor das Spiel endet, müssen sich aber nur darum kümmern, wie viel Armut sie im Vergleich zu den anderen Spielenden schaffen. Die überarbeitete Version des Spiels aus dem Jahr 2010 hat seine Fans, doch was denken einige der Beeple Mitglieder über den Titel von Martin Wallace?

 

 

 

Frederik Malsy

Frederik Malsy

Frederik (Boardcast)
„London“ fasziniert mich. Die Balance zu halten zwischen Armut und Schulden, Geld, Kartenauswahl und der Planung der nächsten Schritte – all das ist anspruchsvoll, hochgradig fordernd und sehr gelungen. Mit etwas Pech und ungeschickter Planung steuert man sehr schnell in Richtung Abgrund oder wird hart abgehängt. Von Partie zu Partie fuchse ich mich hier mehr hinein und habe Freude an den Illustrationen und der Gestaltung sowie an dieser anspruchsvollen Aufgabe. Ein großartiges Spiel, das ich immer wieder gerne spiele und wahrscheinlich nie hergebe.
Jan - Brettspielrunde

Jan – Brettspielrunde

Jan (Brettspielerunde)
London war mein erstes Martin Wallace Spiel an das ich mich bewusst erinnern kann. Man versucht sein London aufzubauen. Allerdings baue ich nicht wirklich ein lebendiges London auf, viele Gebäudekarten geben nur einen Einmal Effekt und müssen dann natürlich wieder durch andere ersetzt werden. Und als wäre dies nicht genug gibt es noch weitere Dilemma, sei es die Armut, die sich mit der Zeit ansammelt oder eben auch einfach das Dilemma, welche Karte nicht ganz so schlimm ist. Dazu fügt sich auch die Grafik perfekt ins Thema ein.
Jasmin (Brettspielerunde)
„London hat gelitten, doch es erhebt sich wieder“ – und London – Second Edition fängt genau dieses Gefühl von Neubeginn ein. Das Spiel verbindet den Wiederaufbaugeist nach dem Großen Feuer mit cleverem Engine‑Building, intensiver Interaktion und einem stimmigen Flair. Für mich ist es ein besonderes Erlebnis, das jede Partie London neu erweckt.
Jürgen - Spielbar

Jürgen (Spielbar)

Jürgen (spielbar.com)
Unglaublich, dass wir London noch nicht in einem Rampenlicht betrachtet hatten. Martin Wallace ist mit diesem Spiel seine mit großem Abstand beste Entwicklung gelungen. In der ersten Auflage noch mit einem Spielplan ausgestattet ist in der zweiten Auflage, die bei Giant Rock auch auf deutsch erschinenen ist, alles über Spielkarten geregelt. London ist dabeii ein klassisches Mangelspiel: Entweder ich habe zuwenig Geld oder ich habe zuviele arme Menschen in meiner Stadt (das klingt, als wäre es dasselbe, ist aber ein anderer Mechanismus – Armut bildet sich hier auch über Karten ab, die meine Möglichkeiten massiv einschränken) oder ich habe schlicht nicht die passenden Karten. Damit will ich dennoch erfolgreich haushalten. So wie öffentliche Haushalte oftmals arbeiten: ich ziehe Schulden in Erwägung. Das stößt aber wieder eine Abwärtsspirale an. Also doch keine Schulden, das hindert aber meine Investitionen. London verlangt schwere Entscheidungen von den Spielern. Alles ist immer in Bewegung. Das Spiel ist vermutlich in meiner ewigen Top 10 (falls ich so was mal durchdenke).
Peer (spielbar.com)
London ist Wallace Meisterwerk, mechanisch wie thematisch ist hier schlicht alles gelungen. Die Mechanismen an sich sind neu, aufregend und ideal miteinander verzahnt. Alles macht bald Sinn, selbst die anfänglich etwas umständlich wirkende Methode wie die Auslage der abgeworfenen Karten geleert wird, hat einen Aha-Effekt, wenn man die Leerung erstmalig triggert und feststellt, dass dann vorwiegend neu abgeworfene Karten weggehen. Einerseits lässt einem das Spiel alle Freiheiten, andererseits drängt es die Spielenden dazu, auf ein Spielende hinzuzustreben und immer weiter zu bauen, wobei die Herausforderungen nicht kleiner werden. Drei Dinge (Geld, Armut, Karten) zu jonglieren muss man in vielen Spielen, aber selten ist diese Jonglieren so geschickt miteinander verzahnt, dass immer etwas drängt – und thematisch ergibt auch alles Sinn.
Christian_Profil_450

Christian (spielstil)

Christian (Spielstil.net)
Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Spieltiefe in solche einem schlanken Regelwerk stecken kann. Eine Partie bringt von Anfang bis Ende das Gefühl, nur wichtige Entscheidungen zu treffen. Dies sorgt für eine Tiefe, die man dem Spiel auf den ersten Blick nicht zutraut. Dazu kommt die ständige Entscheidung zwischen Pest und Cholera, was mich persönlich immer tiefer in den Bann des Spieles zieht. Gleichzeitig gibt es genügend Druck, der mich antreibt. Wie groß soll die Stadt werden? Was muss ich mir leisten? Welche Karte sollte ich mir unbedingt sichern, bevor jemand anderes zugreift? Alles Fragen, die zu einer großartigen Zeit mit London führen. Ein großes ABER gibt es für mich jedoch. London fühlt sich zu zweit perfekt an. Mit weiteren Mitspielenden wird es eher uninteressanter, da diese das Spiel verlangsamen. Zusätzlich nimmt die Zahl der eigenen Züge ab, ohne ein besseres Spielgefühl einzubringen. Da hilft der Wettbewerb in der Bekämpfung der Armut leider auch nicht. Aber das ist etwas Jammern auf hohem Niveau. Denn London ist zu zweit perfekt und mit weiteren Spielern immer noch sehr gut.

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit London befassen wollt, dann schaut Euch doch mal die folgenden verlinkten Artikel an:

Brettspielerunde

Brettspielbar

spielbar.com

Spielstil.net

LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Spielregel-Fatigue

30. Januar 2026 um 08:00

Spielregel-Fatigue: wie gehe ich damit als Rezensent um? 

Mathias - Cliquenabend

Mathias Rekasch

Letztens erst habe ich mir vorgenommen, endlich wieder mehr über Spiele zu schreiben, die ich gespielt habe. Die Videos und Podcasts von Cliquenabend nehmen einige Zeit in Anspruch, und zudem lassen sich Newsartikel über Neuheiten, Events oder Preisvergaben leichter und schneller schreiben als Rezensionen. Dennoch: der gute Vorsatz ist da. Und die Seite soll ja keine reinen News- und Messe-Video-Portal sein, sondern – wie in den Podcasts auch häufiger zu hören und auch in Videos mit Ersteindrücken zu sehen – von unseren Erlebnissen mit Spielen berichten.

Schon seit dem letzten Herbst werde ich aber immer häufiger mit einem anderen „Problem“ konfrontiert, das ich als Spielregel-Fatigue bezeichnen würde. Vor allem in der Familie, aber auch im Bekanntenkreis hissen viele meiner Lieblings-Mitspielenden immer häufiger mal die weiße Fahne. Natürlich möchte ich als Rezensent Spiele auch häufig genug spielen, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können. Dies natürlich auch mit unterschiedlichen Anzahlen an Spielenden und mit verschiedenen Personen. Allerdings kommen viele Spiele in einem Jahrgang heraus, und auch wenn ich mir die für mich interessanteren heraussuchen kann, sind dies für Außenstehende eine Unmenge an neuen Regeln, Komponenten und dergleichen.

Und so höre ich dann regelmäßig Sätze wie „Bitte keine neuen Spiele heute“, „Lass uns doch lieber wieder Spiel XYZ spielen, denn da kennen wir die Regeln“, „Was macht es denn anders als mein Lieblingsspiel?“ Denn wenn man bei Spielen wie Love Letter, Carcassone, 6 nimmt, Istanbul oder dergleichen bleibt, geht es schneller, da alle wissen, was sie zu tun haben. Da ist der Konter, dass man das neue Spiel doch in den kommenden Wochen auch regelmäßig spielen wird, meist nur ein schwacher Trost – wenn es dann beim ersten Mal nicht gefällt, ist die Akzeptanz noch unwahrscheinlicher. 

Die Zeit ist kostbar

Und ich kann es auch ein wenig verstehen. Vor allem unter der Woche ist die Zeit abends kostbar und diese dann noch mit dem Erlernen neuer Regeln zu verbringen nicht immer eine Lieblingsbeschäftigung. Nun nehme ich das Erarbeiten dieser meinen Mitspielenden ja quasi jedes Mal ab, doch Zuhören und das Erklärte aufnehmen und umsetzen müssen sie ja dennoch jedes Mal. Und am Wochenende stehen Handballspiele des Sohnes an oder man will was lesen, schauen, muss einkaufen oder ist anderweitig unterwegs. 

Bleiben dann öffentliche Spieletreffs. Sind dort Vielspielende, kommen diese natürlich auch mit ihren eigenen Spielen, die sie viel zu selten spielen. Die Akzeptanz für neue Spiele ist da ungleich höher als im Familien- und Freundeskreis, doch wie regelmäßig bekomme ich da zeitnah die zu behandelnden Spiele auf den Tisch, wenn das Treffen nur einmal im Monat stattfindet? Und so viele verschiedene gibt es dann auch nicht. Nein, da wäre die Familie dann schon wichtig. Und oft gibt sie ja auch nach, da man mir eine Freude machen will – und grundsätzlich ist das Spielen miteinander ja auch schön – da man sich dabei unterhalten kann, man lacht, sich gegenseitig etwas ärgert, Erfolge feiert und Misserfolge belächelt. Doch wird es irgendwann komplett zu viel? Ich hoffe es nicht, doch man wird sehen … 

Und mich wird bald wieder häufiger auf Cliquenabend zu Spielen lesen und nicht nur hören und sehen können – versprochen. Ich freue mich drauf und muss mir nur noch die Zeit nehmen zu schreiben, wenn ich nicht spiele.

– Mathias Rekasch, www.cliquenabend.de

bt281 Neues Jahr, neues Spielen?

20. Januar 2026 um 08:00

Shownotes
Frohes neues Jahr!
Im ersten Beeple Talk des Jahres blicken Stephan (Spielkulturerbe) & Alex (Spielkulturerbe & Brettspielhamster) gemeinsam zurück auf ein intensives Brettspieljahr 2025 – und wagen gleichzeitig einen ehrlichen, kritischen und persönlichen Ausblick auf das, was 2026 für die Szene bereithalten könnte.
Zwischen Stichspiel-Hype, Zwei-Personen-Boom, vercasualisierten Spielrunden und grundsätzlichen Fragen nach Verantwortung, Repräsentation und Zugang zur Szene geht es in dieser Folge nicht nur um die nächsten Hypethemen, sondern um das große Ganze: Wie, mit wem und warum wir spielen.
Datum der Aufnahme: 13.01.2025
Online seit: 20.01.2026

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Im Rampenlicht: Russian Railroads

10. Januar 2026 um 08:00

Russian Railroads | Helmut Ohley & Leonhard Orgler| 120 Minuten | 2 -4 Personen | Hans im Glück

In Russian Railroads begeben die Spielenden sich in einen Wettstreit um das größte und fortschrittlichste Streckennetz im Russland des 19ten Jahrhunderts. Mit dem richtigen Einsatz der Arbeiter*innen werden Strecken gebaut, Lokomotiven eingesetzt, Ingenieure angeworben oder Fabriken gebaut. Timing ist wichtig in diesem Vielspielendenspiel von den „Zugexperten“ Helmut Ohley und Leonhard Orgler. Nur so gelingt es rechtzeitig an lukrative Boni zu kommen und die Mitspielenden entscheidend auszubremsen. Doch läuft das Spiel auch über zwölf Jahre nach Erscheinen noch wie auf Schienen und kommt es eher zu Zugausfällen? Darüber schreiben einige Mitglieder des Beeple Netzwerks im aktuellen Rampenlicht.

 

 

 

Oli (Alles außer Toplisten)

Oli (Alles außer Toplisten)
Wenn man mich fragen würde, was ein Eurogame ist, dann würde ich sofort nach Russian Railroads greifen. Planen, optimieren und den richtigen Zeitpunkt wählen sind für mich die Königsdisziplinen, in denen Russian Railroads überzeugt. Was mache ich nur mit meinen Arbeitern? Auf welcher Linie sehe ich die meisten Punkte? Und wie schaffe ich es nur, dass alle Gleisfarben so weit fortschreiten, dass ich auch effektiv spiele. Die Antwort steckt nicht in einer einzelnen Partie Russian Railroads. Das Kennerspiel will in seinen Möglichkeiten entdeckt werden und sorgt deswegen für viele Runden Spaß ohne Langeweile.
Frederik Malsy

Frederik Malsy

Frederik (Boardcast)
Ich liebe dieses Spiel, insbesondere in der „Ultimate Railroads“-Box, in der viele zusätzliche Elemente und Module enthalten sind. Enge Planung, gutes Timing, knappe Ressourcen und viele verlockende Aktionsmöglichkeiten machen dieses Spiel zu einem echten Schwergewicht, das mit einer knackigen Interaktion und einer reichen Punkteausbeute sehr belohnend sein kann. Am Ende eskalieren die Punkte sehr – wenn Du alles vorher gut aufgegleist hast.
Sonja - Brettspielpoesie

Sonja (Brettspielpoesie)

Sonja (Brettspielpoesie)
Russian Railroads war für mich die erste Begegnung mit einem Worker Placement-Spiel und es hat damit einen besonderen Platz in meinem Herzen. Russian Railroads wurde zu Recht mit dem Deutschen Spielpreis 2014 ausgezeichnet. Man hat viele Aktionsmöglichkeiten und kann verschiedene Strategien nutzen, die zum Sieg führen können. Dabei beginnt es meist mit nur wenigen Punkten, die in späteren Runden immer weiter ausufern können, was sich enorm belohnend anfühlt.
Mathias - Cliquenabend

Mathias (Cliquenabend)

Mathias (Cliquenabend)
Für mich ist Russian Railroads der Inbegriff eines sehr gelungenem Vielspielendenspiel. Das richtige Timing beim Einsetzen der Arbeiter, das beobachten der gegnerischen Züge – im doppelten Sinne – und die knifflige Entscheidung, welche Strecken präferiert werden ohne die anderen zu vernachlässigen, sorgen immer wieder für spannende und abwechslungsreiche Partien. Selbst nach einigen Jahren, kommt es immer mal wieder auf den Tisch und hat nichts von seinem Reiz verloren. 
Jürgen - Spielbar

Jürgen (Spielbar)

Jürgen (spielbar.com)
Das ist ein weiterer Brecher vor dem Herrn. Rechenexempel sind dabei gern gesehen. Die Spielidee ist eingängig, (nahezu) perfekt umgesetzt und redaktionell sehr gut betreut. Und dennoch, mir fehlt die Seele, das was das Spielen jenseits jeglicher Optimierung so ausmacht. Ich ziehe an der Stelle gerne den Vergleich zu Terra Mystica. Hüben wie drüben kann ich die Komposition des Spiels bewundern, ohne mich dafür zu begeistern.
Oliver Sack – Spielevater

Oliver (Spielevater)

Oli (Spielevater)
Eines der besten Kennerspiele in meiner Sammlung, das sicher nie den Weg auf den Sekundärhandel finden wird. Wer bei „Russian Railroads“ am besten Dampf ablassen möchte, muss gut managen und noch besser optimieren können. Wer dabei im spannenden Wettstreit mit den anderen Streckenbauerinnen trotzdem „an die Wand fährt“, mag sich damit trösten, dass Zar Alexander III auf seiner eigenen Strecke bei einem Zugunglück in Borki mit dem Schrecken davonkam. Im Spiel „Russian Railroads“ führt jedoch keine Strecke an dem russischen 500 Seelen-Dorf vorbei…

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Russian Railroads befassen wollt, dann schaut Euch doch mal die folgenden verlinkten Artikel an:

Brettspielpoesie

Cliquenabend

LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Ein Geschenk für Regelleser

30. Dezember 2025 um 08:00

Letztens war Weihnachten – falls ihr es nicht mitbekommen haben solltet. Passend zur Jahreszeit habe ich öfter ein kleines Kartenspiel namens Kado gespielt (eine Anlehnung an das französische cadeau = Geschenk; erschienen bei Strohmann Games). In diesem Spiel beschenken wir uns gegenseitig mehr oder weniger großzügig, um am Ende ein 4×3-Tableau möglichst punktreich auszulegen.

Heute soll es jedoch weniger um Kado selbst gehen, sondern um einen Aspekt in der Anleitung, den ich als echtes Geschenk an die Lesenden empfunden habe. Denn genau dieses Detail vermisse ich in vielen Regelheften. Hier der entscheidende Auszug: „Bevor ihr beginnt, lasst uns zuerst über die Wertung sprechen. Das hilft euch zu entscheiden, wo ihr welches Geschenk hinlegt.“

Dieser kleine Absatz gleich zu Beginn der Regel hat in mir innerlich ein Halleluja ausgelöst. Ich lese viele Spielregeln und erkläre seit Jahren ständig welche – und dabei habe ich zwei Dinge gelernt. Nein, eigentlich drei, aber um Nummer drei soll es uns heute nicht wirklich gehen:

  1. Sag den Leuten gleich zu Beginn, was das Spielziel ist.
  2. Wenn es um Siegpunkte geht, erkläre von Anfang an grob, wofür es Punkte gibt.
  3. Sorge dafür, dass vor der Erklärung alle Becher gefüllt, alle Snackschüsseln bereitstehen und alle Blasen entleert sind, damit verdammt noch mal alle ein paar Minuten sitzen bleiben.

Die ersten beiden Punkte schaffen sofort Transparenz: Die Spieler*innen wissen, warum die folgenden Aktionen und Regeln relevant sind. Ein Beispiel:

Wenn ich jemandem Cascadia (KOSMOS) erkläre, baue ich zuerst eine typische Endlandschaft aus Sechseckfeldern auf und lege die entsprechenden Tiermarker dazu. Dann sage ich: „So ungefähr sieht das aus, was ihr hier erschafft. Punkte gibt es für Tiere auf diese Weise und für Landschaften auf jene Weise.“ Erst danach erkläre ich, wie man zu den Plättchen kommt, die Legeregeln und wie die Naturmarker funktionieren. So verstehen alle schon, warum bestimmte Plättchen oder Tiere überhaupt interessant sind.

Schema F

Bei einfachen Spielen funktioniert auch der klassische Ablauf – erst Aktionen, dann Wertung – noch halbwegs, weil man sich nicht so viel merken muss. Aber je komplexer ein Spiel wird, desto wichtiger ist es, dass man bereits während der oft umfangreichen Aktions- und Nebenaktions-Erklärungen eine Vorstellung davon hat, wozu das alles dient. Nehmen wir Terra Mystica als Gegenbeispiel: Wenn man hier zu Beginn nicht erklärt, dass man sich mit Gebäuden ausbreitet, wofür es in den Rundenwertungen Punkte gibt und welche große Abschlusswertung am Ende steht, dann ist es nahezu Folter, sich erst durch die Erklärung der zig möglichen Aktionen kämpfen zu müssen, ohne eine Ahnung dafür zu haben, wozu das alles gut ist.

Dieses Prinzip ist übrigens nichts Neues und nicht auf Brettspiele beschränkt. In vielen didaktischen Modellen wird empfohlen, Lernenden gleich am Anfang klarzumachen, welches Ziel oder Endprodukt angestrebt wird und wie es später bewertet wird.

Übertragen auf die „Brettspieldidaktik“ habe ich mit diesem Ansatz durchweg hervorragende Erfahrungen gemacht. Für mich ist es – mit ganz wenigen Ausnahmen – das Schema F beim Vermitteln neuer Spiele. Umso mehr wundert es mich, dass die meisten Spielanleitungen immer noch andersherum vorgehen: Das Spielziel wird zwar gerne schon am Anfang erklärt, vielleicht auch der Spielablauf – aber die Wertung landet dann doch wieder ganz am Ende des Heftes.

Kado zeigt, dass es besser geht. Und es funktioniert wunderbar!

Wenn ich mir also etwas vom Weihnachtsmeeple wünschen darf: Bitte nächstes Jahr mehr solcher Anleitungen. Ich war auch ganz brav dieses Jahr. Ehrlich.

– Fabian Ehrmantraut, Bretter Late Than Never

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20. Dezember 2025 um 08:00

Shownotes
Stellt euch vor, alle existierenden Spiele von fünf namhaften Autor*innen würden für immer verschwinden und ihr hättet die Gelegenheit, genau fünf dieser Spiele zu retten. Welche Spiele sollten gerettet werden? Vor dieses Gedankenexperiment hat Sebastian (Solo Manolo) seine beiden Gäste Alex (Brettspielhamster) und Oli (Spielevater) in der vorliegenden Folge des Beeple Talk gestellt. Hört gern rein, wenn ihr wissen wollt, welche Autor*innen Sebastian gewählt hat und wie Alex und Oli sich entschieden haben!

Datum der Aufnahme: 16.12.2025
Online seit: 20.12.2025

Feedback
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Über den Beeple Talk
Der Beeple Talk ist mit allen Episoden unter dem folgenden Link erreichbar. Ziel ist es, Episoden mit wechselnden Themen rund um Brett- und Kartenspiele zu machen. Zum beeple Talk treffen sich regelmäßig einige Mitglieder von Beeple, dem Brettspiel-Blogger-Netzwerk.
Beeple Talk – Der monatliche Podcast von Beeple – https://www.beeple.de

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Intro/Outro
Epic Song by BoxCat Games

Im Rampenlicht: Camargue

10. Dezember 2025 um 08:00

Camargue | Timo Diegel | 30 Minuten | 2 -5 Personen | Abacusspiele

Gemeinsam erschaffen die Spielenden in die wunderschöne Region Camargue, die für ihre einzigartige Landschaftsvielfalt und artenreiche Tierwelt bekannt ist. Plättchen für Plättchen bauen sie die farbenfrohe Landschaft auf. Je größer die Fläche ist, die sie mit den Plättchen erweitern, desto mehr Punkte bekommen die Spielenden. Doch vor allem Punkte einer anderen Person rechtzeitig für sich zu beanspruchen, soll den Reiz des Spiels ausmachen. Doch ist dem so oder bietet die schön errichtete Landschaft nicht viel mehr als den optischen Reiz? Einige Mitglieder des Beeple Netzwerks geben im aktuellen Rampenlicht ihre Meinung dazu ab. 

 

 

 

Oli (Alles außer Toplisten)

Oli (Alles außer Toplisten)
Plättchenlegespiele wie Camargue gibt es wie Sand am Meer. Da braucht es schon einen besonderen Kniff, um sich von der Konkurrenz abheben zu können. Bei Camargue ist es die Möglichkeit viele Punkte durch Multiplikation zu bekommen – oder im richtigen Moment die Punkte einer anderen mit zu beanspruchen. Camargue zu spielen bedeutet für mich unbeschwerte Zeit – fast wie im Urlaub. In diese bunte Spielewelt begebe ich mich am liebsten zu dritt oder zu viert.
JäiDie (Alles außer Toplisten)
Camargue ist für mich eines der unbeschwerten Spiele, die man sehr gut bei Tee und Kuchen spielen kann. Es macht jetzt nichts unfassbar innovativ. Es erfindet das Rad nicht neu. Was es macht, macht es gut. Und es ist hübsch. Die Erklärung der Wertung muss man sich eventuell öfter durchlesen und hätte meiner Meinung nach nicht so umständlich sein müssen. Der Sweetspot liegt bei uns zu viert.
Jürgen - Spielbar

Jürgen (Spielbar)

Jürgen (spielbar.com)
Camargue glänzt durch eine schöne Optik und die wohl umständlichste und unnötig komplizierteste Erläuterung des Dezimal-Stellenwertsystems in der Spielregel. Das ist schon arg überraschend. Das Spiel selbst kommt frei von Höhepunkten daher. Liefert jedoch regelmäßig Stimmungssenker, wenn die Verteiung der Möglichkeiten zum Punkteabgreifen mal wieder unschön verteilt ist. Bei Veröffentlichung wurde kommuniziert, dass das Spiel mehrere Jahre in der redaktionellen Entwicklung lag. Hmm…
Oliver Sack – Spielevater

Oliver (Spielevater)

Oli (Spielevater)
Camargue ist ein Familienspiel! Wer taktische Tiefe, komplexe Entscheidungen und Mechanismen sucht, der wird enttäuscht sein. Das Spiel verfolgt eine klare Linie mit bekannten Mechanismen und einfachen Regeln ohne viel Tamtam. Aber Camargue überzeugt als kurzweiliges Legespiel, das besonders zu zweit seine taktischen Stärken entfaltet. Die Balance zwischen Gebietsausbau und cleverer Sabotage sorgt für spannende Runden, in denen man ständig abwägen muss, wie man den Mitspielenden Punkte verwehrt.
Dirk_Huesmann

Dirk (Würfelmagier)

Dirk (Würfelmagier)
Schnell zu erlernendes Familienspiel mit bekannten Mechanismen und Punkteturbo. Überzeugt vor allem auch zu zweit durch taktische Möglichkeiten. Insgesamt aber zu unaufgeregt und spannungsarm. Zumindest das Cover kann glänzen und vielleicht den einen oder die andere zum Kauf bewegen, der sich dieser Tage nach Südfrankreich sehnt…

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Camargue befassen wollt, dann schaut Euch doch mal den folgenden verlinkten Artikel an:

Spielevater

Würfelmagier

Weihnachts-Empfehlungen von Beeple 2025

Von: - -
09. Dezember 2025 um 20:35

Was gibt es Schöneres, als den Menschen, die man mag, mit einem Spiel den Jahresausklang zu versüßen? Auch zu Weihnachten 2025 gibt es viel mehr Spiele, als man im Vorfeld ausprobieren kann, um eine gute Wahl zu treffen.

Darum hat sich das Beeple-Netzwerk mutig ins Gewühl gestürzt, um die Juwelen auszuheben, mit der nicht nur Weihnachten, sondern Silvester gleich dazu gerettet ist. Spielspaß von kurzweilig bis klassisch. Sowohl für die BombBusters begeisterte Oma als auch für den von Mischwald überforderten Cousin namens Oliver. Diese Liste bietet vom Feinsten das Beste.

 

Empfehlungen durch Personen hinter Beeple

  • Kleine Spiele, für den kleinen Geldbeutel

Meister Makatsu

Jürgen - Spielbar

Jürgen (spielbar.com)

Meister Makatsu ist nicht so richtig ein Stichspiel. Wir legen aber schon Karten aus. Und wir wollen, dass die anderen am Tisch möglichst die höheren Karten ausspielen müssen. Denn in jeder Runde werden in den drei Kartenfarben die höchsten Karten mit Minuspunkten bedacht. Und die will man nicht. Am liebsten ab vier Personen entwickelt sich ein denkbar einfaches, aber unheimlich cleveres Spiel am Tisch, das mit viel „Table Talk“ belohnt.

Biddle

Oli (Alles außer Toplisten)

Biddle ist Spielspaß auf ganzer Linie und begeistert mich auf 3 Ebenen. Zuerst ist es ein Würfelspiel, bei dem wir kniffelähnliche Ergebnisse erzielen wollen. Und da dieser Klassiker allen bekannt ist, läuft der Einstieg in Biddle fast ohne Erklärung. Außerdem hast du eine Bietphase, in der du unverschämt großmäulig oder bescheiden still auf den Ausgang der Würfelrunde setzen kannst. Je nach individuellen Entscheidungen entstehen im Anschluss Teams. Und schon kann man gleich den Ausgang der Würfelphase gemeinsam feiern oder beklagen. Am Ende dominiert bei Biddle das Glück und der Spaß – und die Lust auf die nächste Partie.

Castle Combo

Dirk_Huesmann

Dirk (Würfelmagier)

Castle Combo (aka Château Combo) ist ein super Geschenk für alle, die flotte, taktische Kartenspiele mögen – egal ob zu zweit oder in voller Fünfer-Runde. Jede Karte, die ihr in euer 3×3-Tableau legt, löst kleine Effekte aus oder sorgt später für Punkte. Und genau da passiert die Magie: Kombos bauen, Gold organisieren, Schlüssel klug einsetzen und Karten aus der Auslage schnappen, bevor es jemand anderes tut.

Das Spiel ist schnell gelernt, spielt sich herrlich dynamisch und bietet in jeder Runde neue Mini-Baustellen fürs Hirn. Perfekt für den Weihnachtsabend: kurz, knackig und mit genau dem richtigen Maß an „Nur noch eine Runde!“.

Clickety Clack

Jürgen - Spielbar

Jürgen (spielbar.com)

Clickety Clack ist ein Roll-and-Write, welches noch einmal einen cleveren Pfiff in das Genre bringt. Wir dürfen von den gerollten Würfeln jeweils zwei auswählen und deren Summe auf unser Blatt eintragen. Dabei klacken wir die Würfel aufeinander, was zum Namen des Spiels geführt hat. Die Limitierung kommt nun durch die fünf Reihen auf unserem Blatt, die mal nur ungleiche Zahlen, mal nur aufsteigende oder abwechselnd ungerade und gerade Zahlen verlangen. Beim Eintragen kann man außerdem auch noch ein bisschen auf Risiko spielen, denn nicht jedes Feld wird nachher gewertet.

Ghost Bumpers

Mathias - Cliquenabend

Mathias (Cliquenabend)

Ghost Bumpers ist ein wundervolles Stich-Ansage-Spiel der etwas anderen Art mit fantastischen Illustrationen. Auf dem Jahrmarkt wollen wir uns nicht von Monstern, Geistern und anderen Wesen erschrecken lassen und nur eine bestimmte Anzahl an Stichen gewinnen. Die Tatsache, dass mehrere Karten mit gleichem Zahlenwert eine andere Wertigkeit bekommen (drei 8en sind zum Beispiel 3,8), macht es grandios chaotisch und dennoch taktisch interessant. Ein Spiel in kleiner Schachtel zum Mitbringen.

KADO

Dafne und Fabian (Bretter late then never)

Kado Passend zu Weihnachten und zum Namen kommt Kado (wegen französisch: cadeau = Geschenk) in einer Schachtel daher, die wie ein kleines Geschenk aussieht. Im Spiel schenken wir uns gegenseitig Karten, die wir dann in ein 4 × 3-Raster einbauen dürfen. Dabei wollen wir in den Reihen möglichst gleiche Geschenke (Teddybären, Blumen, Socken usw.) und in den Spalten möglichst gleichfarbige Geschenkverpackungen sammeln. Am Ende gibt es dafür in einer einfachen Wertung Punkte. So weit, so simpel, aber: Ein gekonnter Kniff ist auch mit von der Partie: Wer an der Reihe ist, zieht nacheinander je eine Geschenkkarte, sieht sie sich an und gibt sie dann an eine*n Mitspieler*in (natürlich meistens dorthin, wo sie am wenigsten Punkte bringt). Auch sich selbst macht man so ein Geschenk. Bevor sich nun aber alle ihr Geschenk ansehen, darf reihum geraten werden, was sich der Schenkende selbst hingelegt hat. Rät man eine der beiden Eigenschaften richtig (also Geschenk oder Farbe), darf man sein Geschenk gegen das des Schenkenden austauschen. So kommen ganz herrliche Mindgames und Bluffmöglichkeiten ins Spiel, die für eine ordentliche Portion Spaß sorgen. Kado ist ein ausgezeichnetes Geschenk für euren Weihnachtsbaum.

Komm zum Punkt

Komm zum Punkt: Apropos „Kooperativ“ und „Hinweise“: Komm zum Punkt ist schwieriger als One Round, aber lustiger – irgendwie versuchen alle, einen Satz so zu bilden, dass eine Person an der richtigen Stelle einen gesuchten Begriff einzuordnen versucht. Alle ziehen in unterschiedliche Richtungen und dennoch klappt es irgendwie dann doch … meistens. Zumindest wenn keine Hardcore-Gamer am Tisch sitzen, denn die können das nicht, das ist statistisch erwiesen.

Reiss aus

Oliver Sack – Spielevater

Oliver (Spielevater)

Reiss aus ist ein ungewöhnliches „Zeichenspiel“ nur mit Papier – ganz ohne Stift. Statt zu malen, modellieren die Spieler Begriffe von Aufgaben­karten, indem sie Papier falten, reißen, oder knüllen. Die Mitspielenden müssen dann diese Kunstwerke identifizieren. Das Spiel erfordert zwar Kreativität, ist aber oft auch einfacher als Zeichnen. Perfekt für lustige, entspannte Runden mit Freunden.

  • Unterhaltsam, für ungezwungenen Spielspass

Wer stiehlt mir die Show

Oliver Sack – Spielevater

Oliver (Spielevater)

Wer stiehlt mir die Show überzeugt als Brettspiel mit einer gelungenen Umsetzung der TV-Show. Die wichtigsten Elemente wurden beibehalten und spielerisch aufbereitet, was für viel Spaß sorgt. Musikquiz-Elemente fehlen zwar, aber das fällt kaum ins Gewicht. Jede Partie startet klassisch mit den „leichten Fünf“. Dann wechselt von Runde zu Runde die Moderation und sorgt so für Abwechslung. Fans der Show sollten unbedingt zugreifen.


 

Christoph - Brettspielbox

Christoph (Brettspielbox)

Wer stiehlt mir die Show bringt die bekannte TV Show und Joko sehr stimmungsvoll an den Brettspieltisch. Die wichtigsten Elemente wurden clever in Quizrunden, kleine Spiele und wechselnde Moderationen übersetzt, sodass durchgehend gute Laune aufkommt. Zu Beginn warten die „leichten Fünf“, danach steigert sich die Spannung Runde für Runde über das Halbfinale bis zum großen Finale der beiden besten Spielenden. Der ständige Moderationswechsel sorgt für viele individuelle Showmomente und Abwechslung. Für Fans der Sendung ein Pflichtkauf und für Quizrunden mit Familie und Freundeskreis eine frische Alternative zu klassischen Wissensspielen.


 

Alexandra K

Alex (Brettspielhamster)

Wer stiehlt mir die Show bringt TV-Show-Feeling an den Spieltisch – und funktioniert super, selbst wenn man die Sendung wie ich nie gesehen hat. Der clevere Aufholmechanismus, bei dem die siegreiche Person einer Runde die nächste moderiert, sorgt für Abwechslung und hält die Spannung hoch. Die Minispiele, Quizrunden und Moderationswechsel erzeugen ein hohes Entertainment-Level, ohne das Ganze zu überladen – das Design bleibt zugänglich, jede Phase ist schnell erklärt und das Ganze passt sogar auf den Couchtisch. Genau deshalb funktioniert es überall: in der Familie, im Kolleg*innenkreis, an Weihnachten oder an Silvester. Ein rundum gelungenes, abwechslungsreiches Partyspiel, das garantiert laute, fröhliche Runden auslöst.

Panda Royale

Christian_Profil_450

Christian (spielstil)

Wer Kniffel schon längst überdrüssig ist, sollte die Würfel nicht ins Korn werfen. Denn mit Panda Royale wird das eingestaubte Spielprinzip auf eine weit höhere Stufe gestellt. Was zu Beginn noch einfach mit einem einzelnen Würfel beginnt, entfaltet sich schnell zu einem spannenden Wettlauf um Punkte. Runde um Runde bekommen wir mehr Würfel, die alle auf ihre eigene Art und Weise punkten. Gewürzt wird dies noch mit Würfeln, die uns erlauben, Würfel von unseren Mitspielenden zu klauen. Aber egal, für welchen Weg ihr euch entscheidet. Es wird nicht bei der einen Runde bleiben.

One Round?

One Round? Ein Spiel ohne Einstiegshürde: Einfach drei Wörter auf drei Karten schreiben und los geht’s! Dann versucht man, Hinweise zu geben, damit die anderen wissen, wo das Wort hingehört – es gibt einige Spiele, bei denen man sich gegenseitig Hinweise geben kann, aber keines ist so intuitiv und schnell gespielt.

Leuchtturm voraus

Mel (rund)

Mel (Mel und Manolo)

Leuchtturm voraus – entworfen und illustriert von Torben Ratzlaff – hat sich bereits seit seinem Erscheinen in der englischen Version in mein Herz gespielt.

Kooperativ legen wir abwechselnd ein neues Plättchen an die nordische See an. Dabei müssen wir unser eigenes Boot stets auf das neu platzierte, angrenzende Plättchen setzen, haben dafür aber nur begrenzte Bewegungsmöglichkeiten. Wir müssen uns im Vorfeld also gut überlegen, wohin wir schippern, wie wir uns im Team abstimmen und wann es sinnvoll ist, Plättchen untereinander zu tauschen.

Leuchtturm voraus punktet mit leicht verständlichen Regeln, flüssigem Spielablauf und charmanten Illustrationen, die eine gemütliche Atmosphäre schaffen.

Skizz It

Christian_Profil_450

Christian (spielstil)

Mit Skizz It schaffen wir es, die komplette Familie begeistert am Tisch zu versammeln. Dabei ist es nicht sonderlich wichtig, gut, sondern schnell zu zeichnen. Teilweise bleiben einem nur wenige Sekunden, bevor die Mitspielenden wieder einmal fertig sind. Das mag auf den ersten Blick stressig wirken, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Spätestens, wenn die „Kunstwerke“ Stück für Stück gezeigt werden, wird man in schallendes, befreiendes Gelächter ausbrechen. Dabei ist es jedoch nicht so, dass man ausgelacht wird, sondern jeder herrlich über sich selbst lachen kann. Denn in der Eile vergisst man schon mal das ein oder andere wichtige Detail. Skizz it ist dadurch ein großartiges, schnelles Spiel mit wenigen Regeln. Perfekt für die gemeinsame Zeit.

Boss Fighters QR

Sonja - Brettspielpoesie

Sonja (Brettspielpoesie)

Das kooperative Kampfspiel Boss Fighters QR hat mich zunächst durch die zwingende App-Unterstützung abgeschreckt. Doch das Scannen funktioniert einwandfrei und die App nimmt einem die meiste Verwaltungsarbeit ab. So kann man sich voll und ganz darauf konzentrieren, herauszufinden, wie das aktuelle Boss-Monster auf Angriffe reagiert und wie man es besiegen kann. Durch die vier unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen eignet es sich für Einsteiger genauso wie für erfahrene Vielspieler. Nach jedem besiegten Boss gibt es neue Karten und einen neuen Gegner, das erzeugt einen Sog, sodass man eine Partie nach der anderen spielen möchte.

  • Klassischer Spielspass

Gardlings

Dafne und Fabian (Bretter late then never)

Gardlings wird häufig als die Plättchenlegevariante von Quacksalber von Quedlinburg angepriesen, und das ist auch gar kein schlechter Vergleich. Wir ziehen nach demselben Push-Your-Luck-Prinzip Plättchen aus einem Beutel und wollen hier nun nicht mehr als 5 Gnome (bei Quacksalber sind es 7 Knallerbsen) ziehen. Die Plättchen legen wir diesmal nicht in unseren Kessel, sondern puzzeln sie aneinander. Dabei versuchen wir, die halben Edelsteine an den Seiten der Plättchen zu vollständigen zu ergänzen: blaue an blaue, rote an rote usw. Je mehr Edelsteine wir so erpuzzeln, umso bessere neue Plättchen können wir kaufen. Die neuen Plättchen kommen mit speziellen Fähigkeiten, die uns das Puzzeln erleichtern. Alle sind gleichzeitig an der Reihe und versuchen über eine unbestimmte Anzahl an Runden (hier der entscheidende Unterschied zu Quacksalber), am schnellsten auf 17 Edelsteine in einer Runde zu kommen (oder 20 in der Profivariante). Insofern handelt es sich auch um ein Wettrennen. Ein kleines Erweiterungsmodul wartet auf erfahrenere Spieler*innen, um auch hier für einen ordentlichen Wiederspielreiz zu sorgen.

Oli (Alles außer Toplisten)

Gardlings sind kleine Fantasie-Wesen, die auf Plättchen in deinem grünen Beutel wohnen. Du ziehst nacheinander heraus und legst sie so aneinander, dass ihre Kanten farbige Edelsteine komplettieren. Mit ihnen heuerst du neue, bessere Gardlings für deinen Beutel an. Dumm nur, dass in dem Beutel auch Gnome leben. Sammelst du zu viele von ihnen ein, berauben sie dich. Gardlings vereinfacht das Spielprinzip der Quacksalber von Quedlinburg und ist ein wunderbares Mehrgenerationen-Spiel. Gleichzeitig schenkt es aber auch noch eine Profi-Variante für alle, die Lust auf ein bisschen mehr Strategie haben.

Saltfjord

Dirk_Huesmann

Dirk (Würfelmagier)

Saltfjord ist ein ideales Geschenk für Fans von thematisch angehauchten Eurogames mit Anspruch. Hier baut ihr im rauen Norden euren Einfluss aus, organisiert die Fischerei und jongliert knappe Ressourcen. Klingt trocken? Keine Sorge – ihr seid auch öfter mal auf See unterwegs, ihr Landratten!.

Die Mechaniken greifen sauber ineinander, jede Entscheidung fühlt sich wichtig an, und trotzdem bleibt der Spielfluss angenehm rund. Genau das richtige Spiel für winterliche Abende, an denen man sich gern ein bisschen in eine andere Welt verzieht.

Kavango

Kavango: Etwas mehr Kennerspiel wagen: Kavango verknüpft den Trend der schönen Tierauslegespiele mit einem flotten Draftingmechanismus und schafft es dadurch, Experten- wie Kennerspielende gleichermaßen anzusprechen. Und nebenbei bekommt man tatsächlich ein Spiel, das die dargestellte Tierrettungsgeschichte nicht nur abbildet, sondern auch lebt.

Artengarten

Christoph - Brettspielbox

Christoph (Brettspielbox)

Artengarten ist das zugängliche Geschwisterspiel von Arche Nova und lässt nach und nach eine Zooanlage entstehen. Über Zooplättchen (und nicht Karten) mit Tieren, Gebäuden und Projekten wächst nach und nach ein eigener Park, in dem kluge Kombinationen und Ketteneffekte belohnt werden. Die Aktionen sind schnell erklärt, trotzdem steckt genug Tiefe in dem Kennerspiel light drin, um Zooliebende und Kennerspielrunden bei Laune zu halten. Wer immer schon Arche Nova spannend fand, sich aber eine kürzere, familientauglichere Variante gewünscht hat, liegt hier genau richtig. Nach 1–2 Partien senkt sich die Spieldauer merklich Richtung von einer Stunde.

Die große Reise

Alexandra K

Alex (Brettspielhamster)

Die große Reise ist ein zugängliches Familienspiel, in dem wir als Zugvögel um die Wette in den Süden ziehen – flott gespielt in rund 20 Minuten und ohne spürbare Downtime. Jede Runde wählen wir gleichzeitig unsere Flughöhe und entscheiden, ob wir Risiken wie Greifvögel oder Winde eingehen oder lieber sicher landen. Die acht Vogelarten bringen spannende Asymmetrien ins Spiel: Jede hat eigene Stärken, Schwächen und Routen und motiviert sofort dazu, eine neue Art auszuprobieren. Die Regeln sind schnell erklärt, die Züge kurz, und selbst Kinder treffen hier echte Entscheidungen. Ein leichtes, motivierendes Push-your-Luck für Familien – perfekt für den Weihnachtsabend und mit hohem Wiederspielreiz.

  • Anspruchsvoll, für verspielte Profis

Rebirth

Dafne und Fabian (Bretter late then never)

Rebirth ist ein Plättchenlegespiel für erfahrene Familien- oder Kennerspieler, bei dem wir reihum auf einem gemeinsamen Spielfeld Plättchen platzieren, um Punkte zu sammeln. Dabei wollen wir einerseits große Gruppen von eigenen Plättchen erschaffen, während wir gleichzeitig um bestimmte Felder des Spielfelds (Burgen) um Mehrheiten ringen. Ebenso gibt es noch persönliche Aufträge zu erfüllen. Die Züge sind wahnsinnig schnell und das Spiel ist auch in Vollbesetzung in ca. 30min spielbar, sodass es auch für zwischendurch geeignet ist, obwohl es sich wie eine „vollwertige“ Partie anfühlt. Inhaltlich sind wir in der Postapokalypse dabei, Schottland (oder auf der Spielfeldrückseite Irland) wiederaufzubauen. Die beiden Seiten des Spielplans mit leicht modifizierten Spielregeln sorgen für eine ordentliche Portion Abwechslung und einen hohen Wiederspielwert.

 

Christoph - Brettspielbox

Christoph (Brettspielbox)

Rebirth wäre eigentlich das große Messehighlight gewesen, wenn es rechtzeitig in Deutschland angekommen wäre. Das Spiel versetzt die Runde in ein zukünftiges Schottland, in dem verschiedene Clans das Land neu aufbauen und über geschickt gelegte Plättchen Burgen, Klöster, Felder und Energieanlagen entstehen lassen, die in regelmäßigen Wertungen Punkte bringen. Das Regelwerk bleibt angenehm überschaubar, die Züge sind kurz mit minimaler Downtime und die Partie sehr interaktiv, besonders beim Erfüllen der Zielkarten und im Ringen um die wertvollen Burgen. So entsteht ein elegantes, dynamisches Legespiel, das flott startet und mit jeder Partie mehr Tiefe zeigt. Wer es etwas komplexer mag, wechselt auf die Rückseite und spielt auf der anspruchsvolleren Irlandkarte. Ein starkes Plättchenlegespiel für alle, die an Weihnachten räumlich taktisch denken und den direkten Wettstreit um die beste Position lieben.

Rock Hard 1977

Oliver Sack – Spielevater

Oliver (Spielevater)

Rock Hard 1977 hat mich schon in der englischen Version begeistert – Thema, Mechanik und Atmosphäre greifen perfekt ineinander. Als Nachwuchsrockstars schreiben wir Songs, spielen Gigs, sammeln Fans und wagen Risiko oder Sicherheit. 70er-Jahre-Rock-Flair, Worker-Placement und Push-your-Luck sorgen für Stimmung, Abwechslung und Trash-Talk. Für Musikfans und Strategen ein klares Highlight.

Galactic Cruise

Mel (rund)

Mel (Mel und Manolo)

Das erste, was bei Galactic Cruise ins Auge fällt, ist das charakteristische Artwork von Ian O’Toole. Nicht nur dadurch fühlen wir uns bei diesem Erstlingswerk der drei Autoren T.K. King, Dennis Northcott und Koltin Thompson an die komplexen Eurogames von Vital Lacerda erinnert.

Im Wettstreit um den Nachfolgeposten als CEO eines Kreuzfahrtunternehmens für Weltraumreisen ist einiges an Planung gefragt. Wir versuchen, unsere Passagiere möglichst gewinnbringend per Rakete ins All zu schicken und mit cleveren Upgrades unsere Strategie zu verbessern.

Besonders reizvoll ist das stetige Abwägen zwischen effizienten Aktionen und dem Druck, im Rennen um die Unternehmensziele nicht zurückzufallen. Das Freischalten von Verbesserungen und Technologien macht die eigenen Züge zunehmend belohnender, während die Arbeiter-Verdrängen-Mechanik für Einkommen sorgen kann und das Spiel dynamisch hält.

Chichén Itzá

Mathias - Cliquenabend

Mathias (Cliquenabend)

Mit Chichén Itzá ist es Stefan Feld nach Civolution im letzten Jahr ein weiteres Mal geglückt, zwei eigentlich nicht zusammenpassende Mechanismen zu kombinieren. In diesem Fall haben wir ein Workerplacement-Spiel mit einem interessanten Aktionsauswahlmechanismus, der Aktionen in einem Raster teurer werden lässt, und etwas Ameritrash, wenn es um die Kämpfe der Monster mit unterschiedlichen Würfeln geht. Spiele ich immer wieder gerne und ist eine Empfehlung für Menschen, die komplexere Titel mögen.

Arche Nova

Dirk_Huesmann

Dirk (Würfelmagier)

Arche Nova ist immer noch eine mehr als gute Wahl, wenn du jemandem ein echtes Brett unter den Baum legen willst. Der Mix aus Zoo-Aufbau, Kartensynergien und cleverem Aktionssystem liefert einfach konstant gute Partien.

Ob erfahren oder frisch aus dem Kennerspiel-Bereich in Richtung Expertenspiel unterwegs – Arche Nova packt dich schnell, lässt dir unzählige Wege zu punkten und bleibt dabei mechanisch erstaunlich überschaubar. Jede Partie fühlt sich anders an, jede Karte kann plötzlich den perfekten Plan auslösen. 

Ein Geschenk für alle, die gerne lange tüfteln, Tiere lieben und sich über ein richtig gutes Schwergewicht unter dem Weihnachtsbaum freuen. Und auch wenn man Zoos im wahren Leben vielleicht nicht mag, kann man ihn hier im Spiel ganz ohne Reue mögen.

Ada’s Dream

Christian_Profil_450

Christian (spielstil)

Mit Ada’s Dream gibt es einen Leckerbissen für diejenigen, die auch gerne mal ein Expertenspiel auf den Tisch bekommen. Hier erwartet euch ein großartig verzahntes Euro mit besonderem Thema. Denn wann hat man schon einmal Ada Lovelace dabei unterstützt, den ersten Computer der Menschheitsgeschichte zu bauen? Hier ist das Thema nicht nur Mittel zum Zweck, sondern wird durch seine zu bildenden Rechenaufgaben auch direkt als Siegpunktmaschinerie verwendet. Ein Spiel für alle, bei denen sich jede Entscheidung wichtig anfühlen muss.

The Druids of Edora

Sonja - Brettspielpoesie

Sonja (Brettspielpoesie)

Auch wenn Weihnachten das Fest der Liebe ist, darf es natürlich nicht immer kooperativ zugehen. Wer gerne gegeneinander um die meisten Siegpunkte spielt, sollte sich The Druids of Edora anschauen. Dieses neue alea-Spiel ist optisch zwar grün in grün gehalten und manche Symbole sind auf dem Spielplan nur schwer zu erkennen, dennoch überzeugt das Spielprinzip, bei dem die 13 Würfel pro Person nur einmal geworfen werden. Mit diesen löst man im gesamten Spiel nur 13 Aktionen aus, kann durch dauerhafte und einmalige Effekte aber viele Belohnungen erhalten und somit auch ordentlich Punkte generieren.

Oli (Alles außer Toplisten)

The Druids of Edora entführt euch in einen mystischen Zauberwald. Mit deinem Druiden durchschreitest du Lichtungen, errichtest Menhire oder braust Zaubertränke. Für deine Aktionen setzt du Würfel ein, deren Augenzahl sich auf die Stärke des Ergebnisses auswirkt, aber auch darauf, wie viel Proviant du für deine Aktionen aufbringen musst. The Druids of Edora will, dass du geschickt planst, um am Ende die meisten Siegpunkte zu generieren. Dabei überrascht das Kennerspiel mit sehenswertem Material und einem flexiblen Spielplan, der sich prima an eure Personenzahl anpasst. 

  • Wundertüte

Orapa

Mel (rund)

Mel (Mel und Manolo)

Orapa ist ein kleines, süchtig machendes Deduktionsspiel für Fans von Logikrätseln.

Auf einem Raster von 8 × 10 Feldern liegen für uns nicht sichtbar fünf farbige Tangram-Formen. Wir schicken Strahlen in Reihen oder Spalten und bekommen als Antwort, wo sie wieder austreten und welche Farbe sie dabei annehmen. Stoßen die Strahlen an Kanten, werden sie reflektiert oder abgelenkt. Oft mehrfach und kombinieren dabei die Farben der Formen, auf die sie treffen.

Auf dem eigenen Rasterblatt halten wir unsere Abfragen fest und zeichnen nach und nach die Formen ein. Wir grübeln und wägen ab, welche Abfragen uns am besten die benötigten Informationen bringen.

Jede Partie belohnt mit dem Aha-Moment, wenn sich der zu Beginn noch leere Notizzettel langsam mit allen gesuchten Formen füllt. Und wer schneller als die anderen ist, darf sich wie ein echtes Deduktions-Genie fühlen.

Die glorreichen Gilden von Buttonville

Mathias - Cliquenabend

Mathias (Cliquenabend)

Die glorreichen Gilden von Buttonville ist wirklich ungewöhnlich. Denn selten habe ich ein Spiel erlebt, das in allen meinen Runden von Partie zu Partie den Mitspielenden immer mehr gefallen hat. Wir wollen Sets von verschiedenen Bewohner*innen der Stadt Buttonville vor uns liegen haben, dürfen an bestehende Sets aber grundsätzlich nicht mehr anlegen. Durch Fähigkeiten und den geschickten Umgang mit diesen entsteht ein ums andere Mal eine packende Partie. Für Familien eine unbedingte Empfehlung von mir.

Take Time

Jürgen - Spielbar

Jürgen (spielbar.com)

TAKE TIME ist oberflächlich ein einfaches kooperatives Karten-Ablege-Spiel. Aber meine Güte, was bereitet das für eine Freude. Wir verteilen zu Beginn jeder Runde Karten – aber nicht alle im Spiel enthaltenen Karten – untereinander auf. Unser Ziel ist nun, diese Karten an sechs Segmente einer Auslage anzulegen – und zwar genau so, dass von Segment zu Segment die Summe der Kartenwerte ansteigt. Ja, wir legen die Karten natürlich verdeckt, sonst ergäbe das ja keinen Sinn. Und natürlich dürfen wir nicht über unsere Karten sprechen. Wir dürfen aber vorher Pläne schmieden, die sich immer zügig mit der Kartenaufteilung erledigt haben. 😉 Jeder Level kommt außerdem mit kleinen Bedingungen daher. Die vielen Level versprechen kurze und knackige Entspannung zwischen den Gängen des Weihnachtsessens.

Carp City

Sonja - Brettspielpoesie

Sonja (Brettspielpoesie)

Carp City ist als BuchSpielBuch vielleicht mehr Buch als Spiel, für mich aber trotzdem eine klare Empfehlung für alle, die sich in Wimmelbildern verlieren können und gerne Rätsel lösen. Das Wimmelbild ist auf 25 Doppelseiten aufgeteilt. Zusätzlich gibt es einen Stadtführer, in dem man zu vielen Details aus dem Buch weitere Informationen lesen kann. Anhand dessen muss man Aufgaben erfüllen, indem man Dinge oder Personen findet oder kleine Rätsel löst, und oft darf man dann Sticker kleben, um das Wimmelbild zu verändern. Es ist insgesamt recht einfach gehalten, kann aber auch mich als Vielspieler fesseln. Das Suchen, Entdecken und Verändern macht auch gemeinsam einfach Spaß.

Die weiße Burg – Das Duell

Alexandra K

Alex (Brettspielhamster)

Die weiße Burg – Das Duell bringt frischen Wind in das vertraute Flair des Originals. Statt Würfeln nutzt das Spiel ein präzises Setz-und-Rücknahme-System: Zuerst platziert man Steine in Gärten, auf Trainingsplätzen und in der Burg, um Aktionen auszulösen und Positionen zu sichern – später nimmt man diese Steine wieder zurück und triggert stärkere Aktionen, sodass gutes Timing und Aktionsökonomie entscheidend werden. Dadurch entsteht ein fokussiertes Duell in nur 12 Zügen pro Person mit hoher Interaktion, ohne dass Analyseparalyse überhandnimmt. Als Duellvariante ist es natürlich ideal für spielende Paare. Und ja: Auch wer das Original besitzt, sollte dieses Spiel in der Sammlung haben, da es bekannte Elemente aufgreift, aber strategisch ganz andere Gehirnwindungen kitzelt.

LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Von Spielzügen und Suppenkellen

30. November 2025 um 08:00

Von Spielzügen und Suppenkellen – wie man die Demokratie spielerisch schmackhaft macht.

Jan-Dirk Steffens

Jan-Dirk Steffens

Ich fange diese Kolumne gleich mal mit einem unpopulären Downer an: Die Demokratie ist in Gefahr. Und das immer wieder. Denn Obacht: Demokratie ist keine Option, die einfach so da ist, keine natürliche Tatsache. Demokratie muss gelebt, gelehrt und gefördert sowie von den jeweiligen Generationen immer wieder neu errungen werden. In Haltung und Sprache. In öffentlichen Diskursen. Und schließlich auch am heimischen Spieltisch. Doch wie genau sollen uns die bunten Schachteln, bedruckte Pappe und Holzklötzchen helfen, die Ausgestaltung der Demokratie zu leben und zu üben? Hier sind einige Gedanken zum Gelingen. 

Der Spieltrieb. Ein Motor, der unsere Entwicklung zum Homo sapiens erst so richtig ermöglichte. Schon Huizinga setzte in seinem anthropologischen Erklärungsmodell das Spiel in das Zentrum des menschlichen Seins. Das ist nun sehr kurz gefasst, aber ausgehend von diesem Kerngedanken schauen wir uns mal an, wie unser liebstes Hobby die Demokratie fördern, ja sogar beflügeln kann. 

Zunächst gilt es zu schauen, welche Kompetenzen wir denn brauchen, damit uns das köstliche Gericht der Demokratie gelingt – und hiermit willkommen im Beeple-Kochstudio. Man nehme ein großes Stück Sozialkompetenz, teile dies in Konfliktmanagement, Selbstwirksamkeit und Kooperations- sowie Kommunikationsfähigkeit. Da sich demokratische Systeme stets durch Gleichachtung und Wertschätzung auszeichnen, schmecken wir diesen Brocken noch mit Toleranz und Gleichheit ab. Denn: Am Spieltisch sind, je nach gewähltem Spiel, alle Spieler*innen gleich. Spielen ist auch immer ein In-Kontakt-bleiben, eine Interaktion, in der es gilt, den bitteren Beigeschmack der Frustration auszuhalten, ja, gar auch mal zu unterliegen. 

Wie gehen wir mit Niederlagen um?

Und hier kommen wir zu einer Geheimzutat, die das Spielen und etwaige zunächst negativ konnotierte Themenbereiche entkräften kann. Stichwort: Fehlerkultur. Wie gehen wir mit unseren Niederlagen um? Gehen wir in die Emotion und verlieren uns in heillosem Durcheinander? Das macht das Gericht sauer, das wollen wir nicht. Oder ist jemand anderes schuld an der persönlichen spielerischen Schlappe? Wohl kaum, denn auch Schuldzuweisungen verderben das Gericht. 

Viel spannender (und zuweilen konstruktiver) kann hier eine Analyse sein, ein „Was wäre, wenn …“. Eine gemeinsame Evaluierung der Spielzüge in einer harmonischen Melange eines Wir-Gefühls, das am Spieltisch entsteht. Eine Immersion der Zusammengehörigkeit, die unser soziales Wesen auf mehreren Ebenen anspricht. Und nicht zuletzt auch die Tatsache, einfach einen schönen Abend mit netten Menschen verbracht zu haben. Und das Spiel spricht dabei sämtliche Bereiche an: Ich bin selbstwirksam, wenn ich eigene Entscheidungen im Spiel treffen kann. Ich kommuniziere mit meinen Mitmenschen auf verschiedenste Art und Weise. Das Spektrum geht hier vom (un-)sinnigsten Trashtalk bis hin zu höchst anspruchsvollen Regeldiskussionen. Das schmeckt nicht nur dem Sozialwesen, sondern auch der Frucht der Personalkompetenz. Was da für Hormone ausgeschüttet werden – je nachdem, ob man gewinnt oder verliert: Adrenalin (beim Nervenkitzel und Mitfiebern), Dopamin und/oder Serotonin (beim Gewinnen oder anderen positiven Ereignissen) sorgen nicht nur für eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Serotonin wirkt auch entspannend und motivierend. Und das alles im geschützten Rahmen des Spiels. Das alles in einer Runde, in der Einigkeit herrscht über das, was auf dem Tisch passiert. Und so manches Mal, wenn einem eine Regel nicht schmeckt, wird gemeinsam eine Hausregel entworfen. Ganz partizipativ. Miteinander. Um den Spielspaß zu erhalten. Das alles ist Demokratie, das alles sind Kompetenzen, die „mal eben so“ an den Spieltischen dieser Welt gefördert und gefordert werden. 

Geschichte verstehen

Und dann gibt es noch diese Spiele, die Sachkompetenzen vermitteln. Spiele wie Dindex, Weimar oder Friedrich Ebert, die ihren Fokus auf historische Ereignisse und/oder demokratische Prozesse und die Förderung politisch-analytischer Kompetenzen legen. Die klar aufzeigen, was passieren kann. Was bereits passiert ist. Und was wir dafür/dagegen tun können. Somit lernen wir. Wieder. In einem geschützten Rahmen. Wir nehmen Positionen ein, um zu verstehen, wir agieren anders, als wir es im Alltag tun würden. Um zu verstehen. Und all dies wieder – in einem geschützten Rahmen. 

Das Spiel gilt zurecht als immaterielles Kulturerbe, schafft es doch unter anderem, die Menschen auf unterschiedlichen Ebenen zu verbinden. Und nicht zuletzt, und damit kommen wir langsam zur Quintessenz dieser Kolumne, ist da, wo Menschen spielen, ein (zumeist) friedliches Miteinander. Unsere Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Darum ist es wichtig, diese bunten Schachteln mit dem bedruckten Papier und den Holzklötzchen auch weiterhin zur Förderung demokratischer Prozesse zu nutzen. Dann schmeckt auch die Zukunft. Wieder. Guten Appetit. 

– Jan-Dirk Steffens, Alles außer Toplisten

 

bt279 Geschichte im Spiel

20. November 2025 um 08:00

Shownotes
Schule & Spiel – Spiele als Lerngelegenheit
In dieser Folge spricht Würfelmagier Dirk mit Historiker und Spiele-Experten Jan Heinemann über die Darstellung von Geschichte in Brettspielen. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, warum historische Kontexte in vielen Spielen oft nur als schmückende „Tapete“ dienen und selten wirklich tiefgreifend berücksichtigt werden. Jan bringt dabei seine Erfahrung aus Forschung und beruflicher Beschäftigung mit Spielen ein und zeigt, wie Spiele genutzt werden können, um Geschichte spannend und zugleich reflektiert zu vermitteln. Außerdem vergleichen sie die unterschiedlichen Ansätze von Wargames und Euro-Games: Während Wargames häufig stärker historisch eingebettet sind, setzen populäre Euro-Games eher auf Spielmechanik und Strategie. Eine spannende Diskussion über Geschichte, Spielkultur und die Grenzen der Darstellung in Brettspielen.

Datum der Aufnahme: 12.11.2025
Online seit: 20.11.2025
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Über den Beeple Talk
Der Beeple Talk ist mit allen Episoden unter dem folgenden Link erreichbar. Ziel ist es, Episoden mit wechselnden Themen rund um Brett- und Kartenspiele zu machen. Zum Beeple Talk treffen sich regelmäßig einige Mitglieder von Beeple, dem Brettspiel-Blogger-Netzwerk.
Beeple Talk – Der monatliche Podcast von Beeple – https://www.Beeple.de

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Intro/Outro
Epic Song by BoxCat Games

Im Rampenlicht: Cat in the Box

10. November 2025 um 08:00

Cat in the Box | Muneyuki Yokouchi | 20 – 50 Minuten | 2 -5 Personen | Pegasus Spiele

Cat in the Box ist ein ganz besonderes Stichansagespiel, wo die Spielenden wie üblich zu Beginn abschätzen wie viele Stiche sie mit ihren Handkarten gewinnen können. Danach spielt jede Person reihum je eine Karte und wer die höchste Karte der angespielten Farbe oder die Trumpffarbe gespielt hat, bekommt den Stich. Als Besonderheit wird die Farbe der Handkarte aber immer erst in dem Moment festgelegt, in dem diese ausgespielt wird, da alle Karten keine Farben haben und diese über ein Tableau festgehalten werden. Wer die angesagte Farbe nicht bedienen „kann“ bzw. möchte, muss die Farbe wechseln, darf die eigentlich geforderte Farbe danach jedoch für den Rest der Runde nicht mehr spielen – hat also im übertragenen Sinn keine Karten dieser Farbe mehr auf der Hand. Jede Farb-Zahl-Kombi darf im gesamten Spiel nur genau einmal gespielt werden. Ob dies nur ein nettes Konzept ist oder auch spielerisch seinen Reiz hat, bringen einige Mitglieder in diesem Rampenlicht auf den Punkt.

 

 

Jan - Brettspielrunde Jan (Brettspielerunde)
Ein spannendes Spiel, das klassische Stichmechaniken mit einem cleveren Quanten-Twist verbindet und dadurch ein völlig neues Spielerlebnis schafft. Besonders die Idee, dass Karten zunächst farblos sind und erst beim Ausspielen ihre „Farbe“ erhalten, macht das Spiel einzigartig und sorgt für überraschende Paradox-Momente, die perfekt zum Thema passen.
Johannes Johannes (Brettspielministerium)
Erst einmal extrem reduziert und eingängig. Wer braucht schon Farben? Und dann kommt das erste Paradoxon und die gesamte Tiefe des Designs entfaltet sich. Toller Titel!
Mathias - Cliquenabend Mathias (Cliquenabend)
Man liest die Beschreibung und denkt sich: das ist aber ein aufgesetztes und merkwürdiges Thema für ein Stichspiel. Und dann spielt man eine Runde und merkt, dass die Beschreibung haargenau auf das Spielgefühl passt. Die Idee, dass die Farben erst beim Ausspielen festgelegt werden ist innovativ und den richtigen Zeitpunkt zu wählen um eine Farbe für sich zu blank zu spielen ist knifflig und auch nach mehreren Partien nicht ausgereizt.
Georgios Profilbild Georgios (spielbar.com)
Ein Stichspiel, welches das Karten zählen leicht macht und gerade deshalb Anfänger*innen mehr Raum für interessantere Überlegungen zulässt. Man kann taktieren, riskieren und seine Mitspieler*innen durch ausgelutsche Schrödinger-Witze malträtieren. Selten ist der Reiz von Stichspielen derart transparent präsentiert worden.
Jürgen - Spielbar Jürgen (spielbar.com)
Ein weiteres Spiel der Hanamikoji-Klasse (in Anlehnung an Schiffstypenklassen). Man liest die Anleitung und denkt „joah, mal schauen“. Dann bekommst Du die erste Kartenhand und es macht Boom (in Anlehnung an Klaus Lage). Wir spielen Stiche und müssen natürlich bedienen. Damit das gut klappt, sind alle Karten schwarz. Häh, was soll das denn? Nun, die Farbe der ausgespielten Karte bestimmen wir über die Ablage eines Chips auf dem zentralen Tableau. Und dort wollen wir möglichst große Flächen mit unseren Chips bilden. Wir haben also Stichspiel kombiniert mit Set Collection bzw. Tile Placement. Und das ist großartig. Außer mit Menschen, die Stichspielen nichts abgewinnen können; für diejenigen ist es Over the Top (in Anlehnung an Sylvester Stallone). Und damit gebe ich weiter zu Peer Sylvester.
Peer_Profil 600 Peer (spielbar.com)
Vielleichts Jahrgangsbestes Stichspiel. Die Verknüpfung mit den Spielbrett passt gut und die Freiheit der Farbwahl sorgt für ein sehr spannendes (situatives) Spiel. Die später erschienenen Deluxe-Boxen braucht kein Mensch,
Christian_Profil_450 Christian (Spielstil)
Ihr denkt ihr habt schon alles gesehen, was man mit Stichspielen anstellen kann? Cat in the Box beweist euch das Gegenteil. Was auf den ersten Blick einfach und altbekannt wirkt, überrascht schnell durch seine kleinen, aber feinen, Finessen. Eine ganz klare Empfehlung! Ein Spiel, das dich ganz schön ins schwitzen bringen kann.

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Cat in the Box befassen wollt, dann schaut Euch doch mal den folgenden verlinkten Artikel an:

Brettspielerunde

Spielstil

LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Parallelwelt Essen

30. Oktober 2025 um 08:00
Stephan Zerlik

Stephan Zerlik

Letztens war ich unterwegs. Das Ziel: die Weltstadt Essen! Ende Oktober ist Essen the place to be! 220.000 Besucher strömten dort zur großen Leitmesse – zur Huldigung des Brettspiels – zur Jagd nach seltenen Schätzen. Zur SPIEL 2025.

Liebe Leser*innen, ihr wart mit ziemlicher Sicherheit selbst auf der Messe oder zumindest in einem der vergangenen Jahre. Was könnte ich euch also noch berichten? Natürlich schwimme ich im Strom der Masse – aber eben auch nicht ganz. Als Content Creator für Podcast und YouTube-Kanal sowie als Autor und Layouter der spielbox verschiebt sich mein Fokus etwas.

Dienstag – T minus 2 Tage

Der erste Messetag ist klassischerweise ein Donnerstag. Doch für mich beginnt die Parallelwelt SPIEL bereits am Dienstag – mit einem Interview der Messeleitung. In die Hallen geht es zu diesem Zeitpunkt nicht: Während des Aufbaus gilt das Gelände als Baustelle. Nach rund zwei Stunden Videoproduktion samt Veröffentlichung werde ich also wieder zurück in die Realität geschickt – und treffe Freunde im Ruhrgebiet. Die Ruhe vor dem Sturm.

Mittwoch – T minus 1 Tag

Heute stehen die Pressekonferenz und die Neuheitenschau für Pressevertreter an. In unserer Szene – der Brettspielszene – machen hobbybasierte Blogs wie meine eigenen den Großteil des Fachjournalismus aus. Wir sind also das Sprachrohr zu den Spieler*innen, zur Basis!

Große Medien wie Rundfunk und auflagestarke Printprodukte tragen an diesem Pressetag die Kunde des Brettspiels in die Welt hinaus und versuchen, Wenig- und Nichtspieler mit dem (für sie exotischen) Hobby „Brettspiele spielen“ in Kontakt zu bringen.

Mein Fokus liegt an diesem Tag – wie bei den meisten – neben der aktuellen Berichterstattung – auf dem Wiedersehen. Mehrere Hundert Personen tummeln sich im gut vernetzten Content-Creator-Bereich. Man freut sich über jedes Wiedersehen, oft das erste seit einem Jahr. Gespräche über die Spieleszene, aber auch über Persönliches, bestimmen diesen Tag.

Die Spiele sind zwar da – sie stehen aber noch nicht im Mittelpunkt. Denn, wie wir alle wissen: Ohne Mitspieler kann in der Regel kein Spiel bestehen. Ohne Mitspieler gibt es kein Spielerlebnis. Erst durch sie erleben wir Mechaniken, Themen und Grafiken – erst sie verwandeln die Theorie in Realität.

Einen großen Teil der Menschen, mit denen ich diese Erlebnisse teile, treffe ich an diesem Neuheiten-Mittwoch.

Donnerstag – T minus 0 Tage

Die SPIEL öffnet ihre Pforten. All die Mühen, um in das Innere der Messehallen zu gelangen, die Messebesucher erleben, treffen auch die Medienschaffenden: Verkehrschaos, Regen, Warteschlangen am Einlass. Zugegeben – die Fachpresse darf die Messe über gesonderte Eingänge rund 30 Minuten früher betreten. Dieser „Vorteil“ ist allerdings nötig, um pünktlich zum ersten Termin zu erscheinen.

Jetzt geht es um Spiele, Spiele, Spiele. Gemeinsam mit meiner Videoteam-Partnerin treffe ich mich mit Verlagsvertretern – von Pressesprechern großer Player bis hin zu Einzelkämpfern kleiner Verlage. Mir werden Neuheiten präsentiert, ich erfahre in Interviews und Gesprächen Neuigkeiten aus der Szene – oder oft beides.

Es gibt auch exklusive Verlags-Events, bei denen man abseits des Messetrubels etwas Luft holen, Autor*innen treffen und spannende Einblicke hinter die Kulissen gewinnen kann.

Der Donnerstag endet meist – wie auch in diesem Jahr – mit einer Standparty. „Party“ ist dabei ein starkes Wort: Vielmehr kommt man mit den Menschen, die man ohnehin den ganzen Tag gesehen hat, noch einmal zusammen, führt Gespräche, die über Smalltalk hinausgehen, und findet bei einer nicht übermäßig glamourösen Mahlzeit den dringend nötigen Energieausgleich.

Freitag bis Sonntag

Auch am Freitag gibt es Termine, Gespräche, Neuheiten. Doch die Rate zufälliger Begegnungen mit denselben lieben Menschen aus der Bubble wird spürbar geringer. Erste Geheimtipps machen die Runde – Spiele, die man sich nun gezielt anschaut. Der Faktor der Berichterstattung tritt allmählich in den Hintergrund. Immer stärker nähern sich die Realitäten von Medienschaffenden und Besucher*innen an.

Im Laufe des Samstags habe ich bereits über ein Dutzend Videos produziert. Inhalte müssen sortiert werden. Zufallsbegegnungen werden nun forciert – man versucht gezielt, bestimmte Menschen für eine Nachfrage oder ein kurzes Interview zu erwischen.

Der Hammer fällt am Sonntag – dieses Jahr nicht erst zum Messeschluss, sondern schon zwei Stunden vorher. Es bleibt das Gefühl, dass man von den Messehallen gar nicht so viel gesehen hat. Aber die Menschen bleiben im Kopf.

Die Brettspielszene ist herzlich. Das „Du“ in der Szene ist nicht nur Floskel, sondern gelebte Realität. Spiele machen Spaß – doch nach jeder Messe merke ich erneut: Es geht nicht nur um die Spiele. Es geht um die Menschen, die sie möglich machen. Darum, denen, die nicht auf der Messe sein konnten, Erlebnisse greifbar zu machen. Darum, die richtigen Spiele ans Herz zu legen, an Herausforderungen zu wachsen – und am Spieletisch jede*n mitzunehmen.

Aber auch darum, Neulinge einzuladen und nach der Messe die frohe Botschaft zu verkünden: Ja – die Menschen sammeln sich am Spieltisch! Der Mensch spielt gerne! Denn: Beim Spiel sind wir alle gleich.

Viel Spaß beim Spielen!

– Stephan Zerlik, spiel-doch-mal.com / Podcast Spielkulturerbe / Autor & Layout spielbox



bt278 Road to Essen - Live at Essen'25

28. Oktober 2025 um 20:09

Shownotes
Die SPIEL in Essen 2025 ist vorbei. Aber wir haben noch ein bisschen Messe-Flair, sozusagen einen Nachschlag für die Ohren. Mit diesem Beeple Talk kommt noch einmal die volle Breitseite! Alex (Brettspielhamster) und Georgios (Spielbar.com) haben sich Gäste an den Tisch beim Meet&Play gebeten, um einen schönen Schnitt durch die Messe zu bieten. Zwischendurch gibt es kleine Einspieler in denen Oli (Spielevater.de) ein paar Stimmen aus den Hallen eingefangen hat. Knapp zwei Stunden gebündeltes Messe-Feeling am Stück mit interessanten Gästen.
Datum der Aufnahme: 25.10.2025
Online seit: 28.10.2025

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Epic Song by BoxCat Games

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