Normale Ansicht

Brettspiel versus Arbeitsblatt: ein ungleiches Duell

28. Januar 2025 um 04:01

Es gibt in der Schule zwei stille Helden. Da ist auf der einen Seite das Arbeitsblatt – bescheiden, blass und ein bisschen schüchtern. Und da ist das Brettspiel – farbenfroh, verspielt, fast schon zu selbstbewusst. Doch haben diese beiden mehr gemein, als man denkt. Beide verlangen Geduld. Beide schulen unsere Frustrationstoleranz – das eine, wenn man schon bei Aufgabe drei nicht mehr weiterweiß, das andere, wenn man bei zum fünften Mal rausgeworfen wird oder alles verliert, was man gerade gewonnen hat. Beide folgen klaren Regeln und Abläufen: erst Aufgabe eins, dann Aufgabe zwei. Und wehe, du fängst einfach irgendwo an oder überspringst einen Schritt!

Aber warum eigentlich spielen, wenn das Arbeitsblatt so viel besser ist? Nehmen wir das Beispiel der Mathematik: Stell dir vor, du hast die Aufgabe, die Fläche eines Dreiecks zu berechnen. Im Brettspiel könnte es sein, dass du durch Schieben einer Spielfigur oder durch geschicktes Kombinieren von Karten lernst, wie sich Formeln anwenden lassen. Aber das ist natürlich ineffizient. Ein Arbeitsblatt geht den direkten Weg. Zack, zack, fertig. Was bleibt? Die klare Erkenntnis: Dreiecke haben Flächen, und du bist schuld daran, dass sie berechnet werden müssen.

Oder in Biologie: Während dir ein Spiel lebendig vermittelt, wie ein Ökosystem funktioniert – mit Ressourcen, Nahrungsketten und den dramatischen Auswirkungen, wenn ein Spieler plötzlich den Wald abholzt –, bietet das Arbeitsblatt den puren Lerneffekt. Es listet Fragen wie „Nenne drei Anpassungen des Fuchses an seinen Lebensraum“ und lässt dich die Antwort in ein Kästchen schreiben. Kein Drama, keine Diskussionen – einfach Fakten. Wer würde da widersprechen, dass Arbeitsblätter die wahre Essenz des Lernens einfangen?

Und doch – genau hier liegt das Problem. Denn während das Arbeitsblatt die Welt auf einzelne, brav durchnummerierte Fragen und Aufgaben reduziert, schlägt das Brettspiel eine Brücke zum echten Leben. Es zwingt uns, miteinander zu reden, zu handeln, zu scheitern, uns zu streiten und vielleicht gemeinsam zu gewinnen. Gerade durch seine starren Regeln eröffnet es Räume für Kreativität und Gestaltung.

Hier zeigt sich der entscheidende Unterschied: Während das Arbeitsblatt starr bleibt wie ein Beamter am Schalter – unbeweglich, fordernd, ungerührt –, ist das Brettspiel lebendig. Es erlaubt uns, zu raten, zu handeln, uns zu irren, zu lachen und zu streiten – alles im Rahmen seiner Regeln, aber mit dem Zauber die eigene Kreativität auf der Suche nach Lösungen und Strategien frei zu entfalten.

Ein Arbeitsblatt ist eine Pflichtübung – präzise, nüchtern und vergänglich. Ein Brettspiel hingegen ist ein emotionales Erlebnis: lebendig, interaktiv und immer wieder voller Überraschungen. Und genau diese Erlebnisse sind es, die uns prägen, die das Lernen lebendig und nachhaltig machen.

Was Spiele sagen

26. Januar 2025 um 16:59
Vor kurzem bin ich über einen Satz gestolpert, der mich nachdenken ließ. Da schrieb jemand darüber was ein Spiel aussagt und das fand ich interessant. Was ich damit meine ist, dass meine erste Reaktion war den Kopf zu schütteln und „Nein“ zu sagen. Aber als ich mehr darüber nachdachte, wuchs in mir die Einsicht, dass […]

Brettspielbild des Jahres

Von: natokh
21. Januar 2025 um 13:49

Alle Jahre wieder veranstaltet Boardgamegeek einen Wettbewerb für das tollste, kreativste Foto eines Brettspieles. Den zugehörigen Thread findet ihr hier The 2024 Picture of the Year contest

Und wie jedes Jahr sind da einige wirklich tolle und zum Teil sehr kreative Bilder dabei. Mein Favorit in diesem Jahr ist bisher das Foto von Sandra aka Pikaboardgames zum Spiel Coffee Rush.

Quelle: https://boardgamegeek.com/image/8068795

Sandra macht immer ganz tolle Fotos und treibt dabei auch sehr oft einen wahnsinnigen Aufwand. Mehr von ihren Fotos findet ihr hier: https://www.pikakreativ.de/fotografie/ oder auch auf ihrem Instagram-Konto: https://www.instagram.com/pika.boardgames/ Schaut auf jeden Fall mal dort vorbei.

Ein weiters tolles Foto ist das von Stephanie Verbeure vom Spiel Amalfi: Renaissance. Eines meiner liebsten Euros im Jahr 2024.

Quelle: https://boardgamegeek.com/image/8093857

Aber auch das Bild von Kyle Dean zum Spiel Obsession finde ich sehr kreativ und gut umgesetzt.

Quelle: https://boardgamegeek.com/image/7958399

Und zu guter Letzt möchte ich euch noch das Foto von Martin Montecillo zum Spiel Marrakech (nicht zu verwechseln mit dem Spiel Marrakesh von Stefan Feld) zeigen.

Quelle: https://boardgamegeek.com/image/8346360

Um für eines der Bilder abzustimmen müsst ihr diesem im Beitrag zum Wettbewerb einen Daumen nach oben geben. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 31. Januar 2025. Hier noch mal der Link: https://boardgamegeek.com/geeklist/351035/the-2024-picture-of-the-year-contest

Brettspielbild des Jahres

Von: natokh
21. Januar 2025 um 13:49

Alle Jahre wieder veranstaltet Boardgamegeek einen Wettbewerb für das tollste, kreativste Foto eines Brettspieles. Den zugehörigen Thread findet ihr hier The 2024 Picture of the Year contest

Und wie jedes Jahr sind da einige wirklich tolle und zum Teil sehr kreative Bilder dabei. Mein Favorit in diesem Jahr ist bisher das Foto von Sandra aka Pikaboardgames zum Spiel Coffee Rush.

Quelle: https://boardgamegeek.com/image/8068795

Sandra macht immer ganz tolle Fotos und treibt dabei auch sehr oft einen wahnsinnigen Aufwand. Mehr von ihren Fotos findet ihr hier: https://www.pikakreativ.de/fotografie/ oder auch auf ihrem Instagram-Konto: https://www.instagram.com/pika.boardgames/ Schaut auf jeden Fall mal dort vorbei.

Ein weiters tolles Foto ist das von Stephanie Verbeure vom Spiel Amalfi: Renaissance. Eines meiner liebsten Euros im Jahr 2024.

Quelle: https://boardgamegeek.com/image/8093857

Aber auch das Bild von Kyle Dean zum Spiel Obsession finde ich sehr kreativ und gut umgesetzt.

Quelle: https://boardgamegeek.com/image/7958399

Und zu guter Letzt möchte ich euch noch das Foto von Martin Montecillo zum Spiel Marrakech (nicht zu verwechseln mit dem Spiel Marrakesh von Stefan Feld) zeigen.

Quelle: https://boardgamegeek.com/image/8346360

Um für eines der Bilder abzustimmen müsst ihr diesem im Beitrag zum Wettbewerb einen Daumen nach oben geben. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 31. Januar 2025. Hier noch mal der Link: https://boardgamegeek.com/geeklist/351035/the-2024-picture-of-the-year-contest

Neutralität und so

19. Januar 2025 um 11:22
Vor über 15 Jahren (wow) schrieb ich bereits, dass es komplette Neutralität im Journalismus nicht gibt. Insbesondere ist kein:e Spielekritiker:in unbeeinflusst- unabhängig davon, ob etwa Rezensionsexemplare gekauft werden oder ob man Leute aus der Szene kennt oder selber Spiele veröffentlicht. Das heißt nicht, dass alle Abhängigkeiten gleich problematisch oder unproblematisch wären – es ist natürlich […]

Das Finspan-Problem

12. Januar 2025 um 14:17
Vor einigen Tagen kündigte Stonemaier Games einen neuen Titel an, der auf unterschiedlichste Reaktionen stieß. Finspan soll das Spiel heißen und baut auf Elizabeth Hargraves Flügelschlag auf. Diesmal stehen jedoch weder Vögel, noch Drachen, sondern Fische im Mittelpunkt. Neben den ersten Vermutungen, dass es sich dabei um einen Scherz handeln würde, gab es verhaltene positive […]

Kurz gefasst 1.25

10. Januar 2025 um 08:01

Tempus fugit… Die Zeit flieht. Nachdem gefühlt gerade erst die Spielemesse in Essen war, steht bald schon wieder die Spielwarenmesse in Nürnberg an. In größeren Maßstäben scheine ich kaum noch nachzukommen. Vielleicht also eher mal vorsichtig Anfangen und mein Zeitgefühl in kleinen Hektik-Spielen schulen. Möglicherweise helfen mir Fast Blast, Penguin Airlines und Quabbl dabei, im nächsten Jahr etwas früher an die Weihnachtsgeschenke zu denken.

 

 

 

Fast Blast (Peggy Brown / Schmidt)

 
Eine Karte liegt in der Mitte, wenn Zahl oder Farbe passen dürfen wir eine unserer Karten draufspielen. So klassisch, so bekannt. Und bislang auch sehr unhektisch. Das ändert sich aber jetzt. Denn bei fast Blast spielen wir nicht reihum, sondern alle gleichzeitig. Vier Karten unseres persönlichen Stapels liegen dazu offen vor uns, wandern schnellstmöglich in die Mitte und werden vom persönlichen Talon ergänzt. Wer diesen leerspielt, gewinnt. Und damit das nicht ganz so einfach ist, gibt es noch die kecken Schnecken. Sobald eine davon in der Mitte landet, wird reihum gezählt und wer die Nummer der Schnecke nennt, muss eine passende Karte spielen oder Karten nachziehen.
 
 
Spiele, in denen wir möglichst schnell unsere Karten loswerden wollen, gibt es reichlich. Und eigentlich sollte ich an dieser Stelle erwähnen, was Fast Blast anders macht. Eigentlich. Allerdings fällt mir beim besten Willen nichts ein. Das Spiel fühlt sich wie der X-te Abklatsch eines bekannten Konzepts an. Allenfalls die kecke Schnecke ist eine kleine Variante, die das Spiel allerdings eher ausbremst und für genervte Blicke sorgt. Klar, Fast Blast funktioniert so halbwegs und Fans des Genres werden möglicherweise ihren Spaß haben… aber das war es dann auch schon mit den guten Nachrichten. 
 

 

Penguin Airlines (Javier Martinez & Chuz / TOPP) 

 
Kooperativ ein Flugzeug landen? In einem Team aus genau zwei Personen? Wo habe ich so etwas nur schon mal gehört? Bei wem nun nichts klingelt, der sollte dringend mal HIER vorbeischauen. Für alle anderen: Penguin Airlines spielt sich deutlich anders als der aktuelle Spiel des Jahres-Sieger. Und das nicht nur, weil wir in die Haut von Pinguinen schlüpfen. Dabei sitzt der Pilot vor einer großen Auslage verwirrender Schalter, Hebel und Knöpfe… der Fluglotse andererseits zieht Karte um Karte mit Anweisungen, wie diese einzustellen, zu drücken oder zu drehen sind. Anweisungen werden nur verbal mitgeteilt, zeigen oder präzise Aussagen wie „das dritte Schaltpult von links“ sind verboten. Andererseits ist „Drücke den roten Knopf!“ nur begrenzt hilfreich, wenn es davon gleich ein Dutzend gibt. Geht die Zeit aus oder es wurden fünf Karten erfüllt, startet das nächste Paar den Durchgang. Oder ihr spielt gleich kooperativ und versucht, möglichst viele Punkte zu erreichen. 
 
Die Aufgabe von Penguin Airlines ist, gerade in den ersten Partien, durchaus interessant. Die Vielzahl an Knöpfen, Schaltern und Hebeln verwirrt, es benötigt einige Partien um sich aufeinander einzustellen. Gerade diese Partien sind auch am unterhaltsamsten und sorgen immer wieder für Lacher. Allerdings lässt dieses Gefühl schnell nach. Auch wenn eine kleine Erweiterung mit höherem Schwierigkeitsgrad direkt mitgeliefert wird, bietet diese doch kaum neue Ideen. Um langfristig Anreize zu bieten, fehlt es dieser Airline schlicht an Abwechslung.

 

Quabbl (Jacques Zeimet / Drei Magier) 

 
Eine Mischung aus Memory und Hektik! Panische Blicke am Tisch, die ersten Mitspieler schielen nach dem Notausgang, andere greifen zu Hochprozentigem. Ja, Quabbl kann schon vor dem ersten Zug zu Schweißausbrüchen führen. Aber warum nur? Es beginnt doch alles so harmlos, indem eine der 100 Karten offen in die Mitte gelegt wird. Stets zeigen diese entweder ein Bild (etwa einen Anker) oder das entsprechende Wort. Würde es dabei bleiben, wäre das aber doch recht langweilig. Also gesellen sich zu diesem paar ein weiteres Bild (in diesem Fall: Das Tattoo eines Ankers) sowie das rückwärts geschriebene Wort (also REKNA) hinzu. Liegen zwei dieser vier Karten in der Mitte, gilt es schnell zu sein. Denn wer zuerst auf die bereits ausliegende Karte haut, gewinnt das Paar und kommt dem Spielsieg etwas näher.
 
Zugegeben, einige Abschnitte über diesem habe ich darüber geklagt, dass Fast Blast sich sehr ähnlich zu bekannten Titeln spielt. Etwas, das man auch Quabbl vorwerfen kann. Will ich aber gar nicht, denn dazu macht das Spiel viel zu viel Spaß. Indem unterschiedliche Bilder verwendet werden, muss gerade in den ersten Partien immer mal wieder um die Ecke gedacht werden („DAS ist ein Pferd?“). Indem vier Karten und damit zwei Paare vorkommen, steigt die Verwirrung im Laufe einer Runde („Lag da nicht vorhin noch eine Brücke?“). Und auch die Geschickte Auswahl der Begriffe, führt zu einigen Lachern. Haus und Maus sehen sich in der Hektik einfach zu ähnlich… insbesondere rückwärts geschrieben. Jacques Zeimet hat es mit Quabbl erneut geschafft, einem sehr verbreiteten Genre, spannende neue Impulse zu verpassen. Eine Kritik muss allerdings sein. Denn die Altersangabe ab acht Jahren halte ich zumindest für sehr grenzwertig. Ein schnelles Lesen / Erkennen der Worte ist für konkurrenzfähiges Spielen unverzichtbar. Und das eben auch noch Rückwärts. Daran scheitert selbst manch Erwachsener.
 

 

Hitster extrem

Von: Peter
08. Januar 2025 um 18:42
Wir haben schon ewig kein herausragendes Spiel mehr ausgezeichnet, auch weil wir eigentlich keine Prädikate mehr vergeben. Hitster verdient aber eine Ausnahme, denn seit knapp zwei Jahren düsen wir von einer Hitsterrunde zur nächsten. Wir lauschten den originalen Klängen, groovten zu den Guilty Pleasures nach und summten zu den Summer Hits. Einmal wagten wir uns …

Mehr über "Hitster extrem" Lesen

Taverna – Wer führt am erfolgreichsten eine Kneipe?

Von: natokh
07. Januar 2025 um 13:01

Ich finde es immer schade, dass auf den meisten Youtube-Kanälen und in den meisten Blogs immer nur über die aktuellen Spiele gesprochen wird und da dann auch immer über die immer gleichen Spiele, da jeder Blog und jeder Kanal natürlich immer den neuesten „Scheiß“ präsentieren möchte.

Ich möchte deshalb mal eine Lanze für ältere Spiele brechen und habe mir dafür heute das Spiel Taverna, aus dem Jahr 2015, von Geek Attitude Games aus meinem Spieleregal gezogen.

In Taverna sind wird Gastwirt einer Taverne im Königreich Averna. Wir versuchen hier in 6 (3 bis 5 Spieler) bis 8 Runden (2 Spieler) den meisten Profit zu machen. Das Spiel ist selbst in Vollbesetzung in knapp 90 Minuten gespielt, wenn man keine AP-Spieler (Analyse-Paralyse) am Tisch hat. Und das ist für mich, zusammen mit der maximalen Spielerzahl, schon mal sehr positiv. Wir können das Spiel nämlich mit bis zu 5 Spielern spielen.

Spielplan Taverna (Seite für 2-3 Spielende)

Auf dem Spielplan gibt es 5 Kneipen, an denen wir Besitzrechte erwerben können. Dabei kann eine der Taverne immer bis zu 4 Besitzer haben. In der Spielplan-Mitte befindet sich ein Pentagramm, die Burg des Königs, mit den 5 Wertungsmöglichkeiten des Spiels. Um die Burg herum werden noch 5 sogenannte Privilegien ausgelegt, welche ich im Spielverlauf erlangen kann. Diese bringen mir am Spielende noch zusätzliche Siegpunkte. Außerdem haben wir am oberen rechten Rand noch 4 Völkerleisten die unser Ansehen bei den 4 Völkern (Orks, Menschen, Elfe und Zwerge) anzeigen.

Das Spiel ist kartengetrieben. Sind wir am Zug nehmen wir eine von vier ausliegenden Kundenkarten und platzieren dann ein entsprechendes Kundenplättchen an einem freien Tisch in einer der Tavernen. Dabei gilt es mehrere Dinge zu beachten, zum Beispiel ist es von Vorteil, wenn wir den Kunden auch an einem passenden Platz platzieren. Jeder der Plätze ist nämlich bevorzugt von einer der vier Rassen zu besetzen, was man an dem farblich unterschiedlichen Rand erkennen kann (Grün sind hier z. B. die Elfen und orange die Zwerge). Aber ich möchte den Kunden auch gerne in einer Taverne platzieren, an der ich Anteile besitze. Und den letzten freien Tavernenplatz zu belegen bringt mir auch einen Vorteil.

Und dann gibt es noch die 4 Würdenträger (Notar, Prinzessin, Botschafterin und Gob’Trotter) deren Dienste ich in Anspruch nehmen kann, wenn sie sich in der selben Taverne befinden, in der ich meinen Kunden platziert habe.

Zudem gibt es noch Zaubersprüche, von denen ich pro Zug einen wirken darf. Diese sind zum Teil sehr mächtig und können einem große Vorteile bringen. Man beginnt das Spiel bereits mit 3 Spruchkarten und kann im Spielverlauf durch verschiedene Kunden weitere erhalten.

Kundenkarten & Zaubersprüche

Das Spiel hat auf BGG eine Wertung von 6.2 bei 582 Bewertungen, was eher wenige sind. Ich habe ihm eine 6.75 gegeben.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch noch mal kurz auf die Bewertungskriterien bei BGG eingehen. Eine 6 bedeutet da „Das Spiel ist ist in Ordnung und ich würde es spielen, wenn ich dazu gerade in der Stimmung bin.“ und eine 7 bedeutet „Gutes Spiel, ich würde es normalerweise immer spielen wollen.“ Viele sind ja schon der Ansicht, dass Spiele, die eine Wertung von 7 oder darunter haben nichts taugen. Dem ist aber nicht so.

Vor allem handelt es sich bei Taverna um ein recht einfaches Kennerspiel, das man auch mit Leuten spielen kann, die keine lange Regelerklärungen mögen. Und die Möglichkeit es zu fünft zu spielen und dabei auch noch in rund 90 Minuten sind für ich auch Argumente für das Spiel.

Auf Youtube gibt es übrigens 2 gute Regelvideos zu Taverna: Das eines ist vom Brettspiel Snob und das andere von den Boardgamejunkies. Die Regeln gibt es auf Deutsch auf BGG.

Burg (Endwertung) mit Privileg-Plättchen

And the Sylvester 2024 goes to

31. Dezember 2024 um 09:03
Jetzt ist der Sommer schon fast wieder vorbei und das Jahr auch und so. Mit einem Redebedarf als Podcast brauche ich ja vielleicht nicht so viel in meinem Blogpost herumzuschwafeln, will die Welt doch sowieso nur wissen, welche Spiele ich mit dem wichtigsten Spielepreis seit Beginn menschlichem Lebens beschenke. Nun Gut. Verlinkt sind jeweils relevante […]

Frisch gezockt 31.12.2024

Von: Andi
31. Dezember 2024 um 08:00

Zum Jahreswechsel noch ein kurzer Beitrag zu den neuen Spielen die ich gespielt habe

Trekking – Reise durch die Zeit

Ein schönes, einfaches Spiel für Geschichtsinteressierte. Die Ausstattung ist für diesen Preis sehr gut, ich finde die Gestaltung richtig gut gelungen. Die Regeln sind einfach aber es gibt dann doch ein paar Stellschrauben um besser zu spielen und mehr herauszuholen. Man erfährt etwas über geschichtliche Ereignisse die quer über den Globus verteilt sind. Da waren Dinge dabei die selbst ich nicht gewusst habe und Geschichte war immer eines meiner Lieblingsfächer.

Knarr

Dieses kleine Schächtelchen lag unterm Christbaum. Knarr ist ein einfaches schnelles Kartenablegespiel. Thematisch erkundet man als Wikinger Länder, gründet Niederlassungen und treibt Handel. Ich finde das wesentlich realistischer und thematischer als dieses ganze stereotypische Wikinger Plünderer Zeug. Es gefällt mir bis jetzt gut. Du kannst auf verschiedenste Arten Punkte machen aber ich glaube nicht, dass du dich nur auf eine Art verlassen kannst. Es unterscheidet sich auch von sowas wie Splendor. Splendor finde ich strategischer. Da muss man mehr auf die großen Punktekarten hinarbeiten. Knarr hat aber interessantere taktische Entscheidungen. Nutzt man Rekruten jetzt um eine andere Karte zu nehmen oder für die großen Ziele um nicht so viele Karten abgeben zu müssen…und welche Teile des Maschinchens gibt man überhaupt ab? Vielversprechend.

Dune: Imperium – Uprising

Ja, unterm Christbaum lag auch das Spiel. Zum Vorgänger war meine Liebe nach 5-6 Partien merklich abgekühlt, aus einer Vielzahl von Gründen. Uprising ist ja quasi Dune: Imperium 1.5 … Was soll ich sagen. 3 Mal hab ich es bis jetzt gespielt und ich bin positiv überrascht. Ich finde das ganze wesentlich spannender. Die oberen Bereiche des Spielplans sind zum großen Teil über das ganze Spiel hinweg nützlich. Viele Felder wurden angepasst und haben Kosten die man bezahlen muss, bzw. muss man 2 Einfluss bei bestimmten Fraktionen haben. Mit Spice und Geld kann man auch mehr anfangen. Man kann auch mehr Karten ziehen. Spione sind toll und können unterschiedlich eingesetzt werden. Man kann Sandwürmer rufen. Die sind ein bisschen stärker als normale Truppen … aber die Belohnung im Konflikt wird verdoppelt. Die Konflikte in denen man die Kontrolle über bestimmte Felder bekommt sind jetzt farblich hervorgehoben, damit man auch wirklich nicht darauf vergisst. Auf der Rückseite jeder Anführer Karte findet man den Ablauf eines Spielzugs. Das Deck finde ich bis jetzt auch besser. Was soll ich sagen. Ich finde es bis jetzt sehr gelungen, obwohl die Komplexität etwas angestiegen ist. Es braucht noch mehr Partien um alles gut zu durschauen aber um es mit dem Vorgänger zu vergleichen: Dort setzten ungefähr an derselben Stelle die ersten Zweifel ein. Ich freu mich derzeit schon auf die nächste Partie Uprising und habe mir schon angeschaut was in der Bloodlines Erweiterung enthalten ist.

Jahresrückblick 2024

27. Dezember 2024 um 11:47
Das letzte Jahr hat eine Reihe an grundlegenden Änderungen für Boardgame Historian gebracht. Die größte Umstellung ist dabei sicherlich ein Standort- und Jobwechsel, der direkten Einfluss auf das Projekt hat. Aber auch ansonsten ist einiges passiert, auf das wir in diesem Beitrag, wie auch die letzten Jahre, gerne zurückschauen wollen.

Dreamteam

23. Dezember 2024 um 10:39

Vor inzwischen fast 10 Jahren erschien Kneipenquiz und begeistert durch seinen kooperativen Ansatz und die kreativen wie unterhaltsamen Fragen Viel- wie Wenigspieler gleichermaßen. Es ist also sicher kein Zufall, dass die Neuheit des Göttinger Kleinverlages Noctis einige Parallelen zum Platzhirsch aufweist. Doch bei Dreamteam (Lukas Setzke, Martin Student & Verena Wiechens / Noctis Verlag) wissen auch die neuen Ideen durchaus zu gefallen.

 

 

Aller Ablauf ist ähnlich
Anders als bei Kneipenquiz können wir Dreamteam sowohl kooperativ als auch gegeneinander in Teams spielen. Der generelle Ablauf ist dabei aber vergleichbar. Stets spielen wir 5 Runden, in denen jeweils 5 Fragen beantwortet werden. Dabei reicht die Auswahl der Fragen von Allgemeinwissen über Multiple-Choice bis hin zu obskuren und sehr unterhaltsamen Absurditäten. Stets bekommen wir für dir richtige Antwort einen Punkt.

Kooperativ gegen den Fuchs 
Spielen wir gemeinsam, führt jede falsche Antwort dazu, dass unser Gegenspieler, der „schlaue Fuchs“, auf einer Zählleiste voranschreitet. Wie weit, das bestimmt ein vorher zusammengestalltes Kartendeck. In den leichten Schwierigkeitsgraden besteht dieses in erster Linie aus Nullen, Einsen und Zweien. Solange wir mehr Fragen richtig als falsch beantworten, steht dem Sieg also nichts im Wege. Mutige Gruppen können aber auch höhere Karten (bis hin zu Fünfen) einmischen, wodurch der Sieg deutlich anspruchsvoller wird. Unterwegs können wir zudem Joker freischalten, die uns extra Punkte, Hilfestellungen oder etwas Kontrolle über das Kartendeck des schlauen Fuchses geben.
 

Kompetitiv gegen die Mitspieler
Spielen wir Gegeneinander, beantworten alle Gruppen die gleichen Fragen, kontrollieren die Antworten und Punkten entsprechend. Das war es aber noch nicht. Denn auch hier gibt es Joker, bei denen es in erster Linie auf das Einschätzen der Mitspieler ankommt. So können wir Extrapunkte abstauben, wenn sonst niemand die Frage beantworten konnte. Oder wir kopieren ganz einfach die Antwort einer Gruppe, die allzu selbstsicher wirkt. So oder so endet das Spiel nach 25 Fragen.

Fazit 

Dreamteam macht Spaß. Das dürfte schon mal die wichtigste Aussage sein. Denn was bei Kneipenquiz funktioniert, dass kommt auch hier sehr gut an. Gerade die kooperative Variante überzeugt viele Spielenden. Anstatt bei Unwissenheit bloßgestellt zu werden, freut man sich hier, wenn die Mitstreiter mit obskurem Wissen um die Ecke kommen. Und wo eine Spielerinn ein geographisches Wunderkind ist, punkten andere damit, die Titelmelodie von Schloss Einstein auswendig zu können. Dabei ist die Auswahl der Fragen wirklich gelungen, auch wenn sie bezüglich des Unterhaltungswerts vielleicht nicht ganz mit Kneipenquiz mithalten kann. Leider schleichen sich aber immer wieder Rechtschreibfehler oder (deutlich nerviger) ungenaue Formulierungen ein. Bei manch einer Frage war die Antwort unklar, da schon die Frage nicht eindeutig formuliert war.

Andererseits kann die Punktewertung im kooperativen Spiel, gerade im Vergleich zu Kneipenquiz, wirklich überzeugen. Das System über aufgedeckte Karten ist einfacher und lenkt nicht vom eigentlichen Spiel ab. Auch die Joker sind eine clevere Idee. Wer weniger beantwortet, bekommt mehr Joker. Ein kleiner Ausgleich für schwächere oder glücklosere Runden. In der kompetitiven Version führen die Joker dagegen zu etwas Interaktion, die Punktewertung selbst ist eher funktional als spannend.

Gerade im gemeinsamen Spiel hat mich Dreamteam, trotz kleinerer Schwächen, durchaus überzeugt. Schade, dass der Block so dünn ist. Für die noch anstehenden Partien wird das sicher nicht ausreichen.


 

Von der Bedeutungslosigkeit von Spielen

22. Dezember 2024 um 14:29
Kluge Menschen haben schon viele verschiedene Dinge über Spiele gesagt. Eine wiederkehrende Bemerkung ist, dass Spiele ja im Kern bedeutungslos sind. Manche Personen sind sogar der Überzeugung, dass es diese Bedeutungslosigkeit ist, die Spiele von anderen Dingen unterscheidet. Der Reiz und das süße Versprechen eines Spiels liegt in ihren Augen in der Tatsache, dass Spiele […]

Cthulhu: Death May Die - Staffel 4

20. Dezember 2024 um 22:06

Verlag: CMON / Asmodee

Autor: Rob Daviau / Eric M. Lang / Marco Portugal

Spieleranzahl: 1 - 5

Alter: ab 12 Jahren

Spieldauer: ca. 90 - 120 Minuten pro Episode

 

 

Einleitung:

 

Nach den großen Erfolgen der ersten beiden Cthulhu: Death May Die Staffeln veröffentlicht CMON in Zusammenarbeit mit Asmodee nun zwei weitere Seasons, die den Wahnsinn an gänzlich neue Orte bringen. In dieser Rezension wird Staffel 4 vorgestellt und besprochen. Endgegner der Erweiterung ist der Große Alte Nyarlathotep, der auch als „Der Flüsterer im Dunkeln“ bekannt ist.

 

Ablauf:

 

Vorab-Info: in dieser Rezension wird primär auf die Neuerungen von Staffel 4 eingegangen. Grundkenntnisse des Basisspiels werden dabei vorausgesetzt. Gespielt wurde die Erweiterung mit dem Original Grundspiel (Season 1) Cthulhu: Death May Die.

 

Death May Die Staffel 4 beinhaltet sechs neue Episoden, sechs neue Ermittler, einen neuen Großen Alten (Nyarlathotep) sowie etliche neue Monster. Insgesamt liegen der Staffel 28 Miniaturen bei. Weiterhin gibt es 17 doppelseitige Spielplanteile und ein Tableau des Unbekannten, das neue bzw. erweiterte Mechanismen in das Cthulhu-Universum einführt. Last not least gibt es die entsprechenden Karten zu den Monstern, vier neue Psychosen sowie verschiedene neue Karten mit denen der Schwierigkeitsgrad von Cthulhu: Death May Die verändert werden kann.

 

Grundsätzlich können alle neuen Episoden nach den bekannten Regeln des Grundspiels gespielt werden. In diesem Fall ändert sich beim Aufbau und Ablauf einer Partie nahezu nichts. Lediglich mehr Gegner können erscheinen, denn die Monster werden aus einem Pool genommen, der auf den Übersichtskarten angegeben ist. Sollten sich die Spieler jedoch für die Regeln des Unbekannten entscheiden haben sie mehrere Optionen, den Schwierigkeitsgrad zu vereinfachen oder zu erschweren. Gehen wir zunächst von den „vollen“ Regeln des Unbekannten aus. Später wird auf die Modifikationsmöglichkeiten eingegangen.

 

Die Regeln des Unbekannten fügen einer Episode Unbekannte Monster, Unbekannte Mythos-Karten bzw. Unbekanntes Verhalten und Unbekannte Relikte hinzu. Zwei Unbekannte Monster-Karten werden auf das Tableau des Unbekannten platziert, welches neben das Story-Tableau gelegt wird. Die Unbekannten Mythos-Karten werden in den Mythos-Stapel der Episode eingemischt. Wird im Spiel eine solche Karte gezogen, so wird sie abgehandelt und eine weitere Karte gezogen. Ist dies wieder eine Unbekannte Mythos-Karte wird auch diese abgehandelt und eine weitere Karte gezogen usw. Jeder Ermittler erhält ein Unbekanntes Relikt. Um das Spiel schwerer zu machen kann auf die Relikte verzichtet werden. Alternativ wird das Spiel einfacher, wenn nur ein Unbekanntes Monster oder gar keins verwendet wird. Der Erscheinungsort des Großen Alten kann mittels Marker zufällig verändert werden, so dass die Spieler nach mehrmaligen Spielen nicht wissen können, wo der Große Alte ab einem bestimmten Zeitpunkt spawnt.

 

Soviel zu den Neuerungen von Staffel 4. Kommen wir nun zum Meinungsblock.

 

Meinung:

 

Großartig! Staffel 4 der Cthulhu: Death May Die Reihe macht alles richtig, was man sich nur vorstellen kann. Zum einen gibt es das bekannte „more of the same“ was sich bestimmt viele Spieler gewünscht haben. Die sechs Episoden dieser Erweiterung sind mechanisch genauso aufgebaut wie die Szenarien der ersten beiden Staffeln. Teilweise sind sie vielleicht ein kleines bisschen schwieriger zu bewältigen, aber im Großen und Ganzen entsprechen sie haargenau dem Niveau der Vorgängerepisoden.

 

Auch der Schwierigkeitsgrad des neuen Großen Alten ähnelt seinen Vorgängern. Ich würde Nyarlathotep als mittelschwer einordnen. So in etwa zwischen Cthulhu und Hastur. Die neuen Ermittler bieten ebenfalls keine weltbewegend neuen Elemente sondern reihen sich nahtlos in das Kollektiv der anderen Ermittler-Kollegen ein. Die neuen Psychosen empfinde ich sogar als relativ harmlos.

 

Anders sieht es jedoch mit den neuen Spielmechanismen aus. Diese bringen definitiv frischen Wind ins Spiel ohne die grundlegenden Abläufe zu verändern. Und dieser Wind weht den Spielern teilweise heftig ins Gesicht, denn die zwei zusätzlichen Monster in Verbindung mit ihrem Verhalten auf den entsprechenden Mythos-Karten machen das Spiel deutlich schwerer. Dazu trägt auch die neue Regelung des Monsterpools bei. Sollten neue Gegner beschworen werden obwohl die eingangs platzierten Feinde noch nicht gekillt wurden, so werden sie aus dem Pool zusätzlich auf den Spielplan gestellt. Somit kann es durchaus vorkommen, dass plötzlich zehn Kultisten im Spiel sind. Natürlich plus den Figuren der anderen Gegner.

 

Was ich absolut gelungen finde ist die freie Entscheidung welche Modifikationen man auswählt. Zwei Unbekannte Monster oder nur eines oder gar keins, die Zuhilfenahme von Relikten und/oder das Einmischen von Unbekannten Verhaltenskarten. Die Spieler haben alle denkbaren Kombinationsmöglichkeiten. Sehr, sehr geil.

 

Materialtechnisch ist an Staffel 4 erwartungsgemäß nichts auszusetzen. Die Miniaturen sind von gewohnt guter Qualität, die Spielanleitung ist klasse und die gesamte Optik ist stimmungsvoll umgesetzt. Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann ist das die Anzahl und die Art des Unbekannten Verhaltens. Hier hätte ich mir mehr Karten mit mehr unterschiedlichen Verhalten-Ausführungen gewünscht. Das hätte sicherlich noch mehr Abwechslung und Überraschungen ins Spiel gebracht.

 

Last not least noch ein augenzwinkernder Hinweis, der aber keine Auswirkung auf die Spielbarkeit und den Spielspaß hat. Die beiden Marker der orangefarbenen Treppe, die im Aufbau von Episode 1 eingezeichnet sind liegen in der Schachtel von Episode 2 :-)

 

Fazit:

 

Apropos Spielspaß, und damit kommen wir auch schon zum Fazit dieser Rezension: an diesem gibt es rein gar nichts zu bemäkeln. Staffel 4 macht mindestens genauso viel Spaß wie die ersten Seasons. Mit den Modifikationsmöglichkeiten des Schwierigkeitsgrads sogar noch mehr. Wer die Vorgänger Veröffentlichungen von Cthulhu: Death May Die gemocht hat wird auch diese Staffel lieben. Top Spiel und Top Erweiterung. Glasklare Weiterempfehlung!

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