Normale Ansicht

Emberleaf: Wie Euch Optik und Komplexität blenden können

Von: ravn
13. April 2026 um 21:09

Schon Root hat uns gelehrt, dass wir niedlichen Tierchen nicht trauen sollten. Was ganz harmlos auf Spielkarten abgebildet und ausmodeliert als Holzfiguren auf dem Spielplan steht, das kann auch nur geschickte Tarnung sein. Um uns in ein Spiel zu locken, das dann auf den zweiten Blick und nach dem ersten Spielzug gar nicht mehr so harmlos daherkommt. Das neue Spiel rund um Kartentänze und zu sammelnde Schwerter ist eher im Kennerbereich angesiedelt und hatte für mich eine enorme Einstiegshürde.

Kennt Ihr auch, oder? Ihr macht Euren allerersten Spielzug und wisst genau, dass Ihr schlicht mal so wirklich alles falsch gemacht habt. Zug nachträglich zurücknehmen? Ne, wäre doch blöd. Weil haben wir uns in unserem Blindflug der spielerischen Möglichkeiten schliesslich selbst eingebrockt. Dabei konntet Ihr noch nicht einmal vom Startspieler eine erfolgversprechende Taktik abschauen, dann jeder von Euch hat sein ganz individuelles Set von sechs Startkarten auf der Hand. Die spielen sich alle anders und ganz besonders. Das macht ungezählte Möglichkeiten, mal so richtig in die Grütze zu greifen und aus purer Unwissenheit einen Fehlstart mit Tempoverlust hinzulegen. Denn am Ende geht es doch mal wieder nur um Siegpunkte und alles andere ist nur schön anzusehendes Mittel zum schnöden Zweck.

Aber worum geht es eigentlich und wo sind wir überhaupt? Keine Ahnung, denn in meiner mitgespielten Erstpartie Emberleaf war das Thema leider mal so gar kein Thema. Stattdessen stolperten wir anfangs etwas konfus durchs Regelwerk, was aber auch daran lag, dass noch keiner von uns Spielerfahrung mit an den Dreiertisch gebracht hatte. Also liess ich es ganz entspannt für mich als reine Kennenlernpartie angehen. Einfach mal machen und schon bin ich wieder bei der Spielmechanik angekommen. Die ist recht einfach. Bin ich reihum am Zug, dann spiele ich eine meiner Handkarten in meine persönliche Rasterauslage und führe den Soforteffekt der Karte aus, sofern vorhanden. Alternativ nutze ich den nun abgedeckten Aufdruck meiner Rasterauslage. Was auch immer mir in der aktuellen Situation mehr weiterhilft. Und schon ist der nächste Spieler am Zug.

Emberleaf spielt sich angenehm flott. Ja, wäre da nicht dieser Kartentanz, denn Ihr als alternative Aktion zum Kartenausspielen aufs Parkett legen könnt. Wobei der ganz schnöde „Karten verschieben“ heisst, wie ich später gerafft habe. Der Kartentanz beschreibt nur die Rotation zwischen Eurer Hand und der Auslage. Alles klar, Herr Meister der Abschweifungen? Ihr schiebt also dabei Eure ausliegenden Karten eine Position nach links – in den nächsten Slot des Rasters oder runter vom Raster. Für beide Situationen gibt es Effekte auf den Karten. Auf manchen Karten und ganz verschiedene Effekte, weil da liegt die eigentliche Herausforderung von Emberleaf. Diese Effekte werden ausgeführt und von links nach rechts und immer von oben nach unten arbeitet Ihr so Euer Kartenraster ab. Das können schon mal so sechs Karten dort sein, was dann eben sechs oder mehr Effekte sind im Vergleich zum Ausspielen einer einzigen Karte. Das dauert deshalb etwas länger, und wenn das bis zu vier Mitspieler vor Euch so machen, was im Nebensatz dann auch die maximal mögliche Spielerzahl verrät, dann kann eine Partie schon mal für Euch gefühlt ins Stocken geraten. Zum Glück waren wir nur zu dritt und so hielten sich meine Pausen bei den Mitspielerzügen in enge Grenzen.

Ich hatte allerdings so viel mit mir selbst, sprich meiner Kartenhand und meiner Kartenauslage und potenziellen neue Karten in Form von Helden und Aufträgen sowie der Situation auf dem zentralen Spielbrett zu tun, dass mir keinesfalls langweilig wurde. Stattdessen tüftelte ich meine optimierte Aktionsfolge aus, um doch noch irgendwie meine Pläne umsetzen zu können. Laufen ist toll, aber vorher sollte ich lieber hier bauen, brauche dafür aber noch ein Holz und das will vorab eingesammelt werden. Blöd nur, dass ich die Rasterreihenfolge meiner ausliegenden Karten nicht einfach so durchbrechen kann. Wäre dann auch zu einfach. Wenn die einmal falsch gedacht ausliegen, dann muss ich mit dieser Abarbeitungsreihenfolge in Form des Kartentanzes leben. Wer also schnell seine Karte zurück auf die Hand haben will, sollte die nicht ganz rechts ausspielen. Habe ich auf die harte Tour gelernt. Dann dauert es drei Verschiebe-Aktionen, bis die sich vom Raster zurück auf meine Hand schiebt. Und eventuell war die Sofortaktion beim Ausspielen viel besser als die Aktion beim Verschieben der Karten. Pech gehabt, weil schlecht geplant. Unzureichende Vorplanung bestraft Emberleaf direkt und spürbar. Gut, dass Euer Raster zu Spielbeginn verkürzt, weil mit Startgebäuden belegt ist, die erst noch weggebaut werden wollen.

Im Rückblick und besonders in der Situation betrachtet, empfand ich die Einstiegshürde schon enorm. Ich habe noch keine rechte Ahnung vom Spiel, kenne nur die Spielregeln und soll schon richtungsweisende Entscheidungen treffen. Weil im Idealfall bekomme ich es hin, dass meine Karten-Maschinerie wie geschmiert läuft und eine Kartenaktion in die andere greift. So sähe ein perfektes Spiel aus und davon war ich in meiner Erstpartie arg weit entfernt. Einfach mal machen und so. Tolle Idee, zu vorschnell gedacht und schon steckte ich einige Aktionsrunden fest, weil mir dringend benötigte Rohstoffe fehlten, um eines meiner Gebäude zu bauen, in das ich eine neue Tierart aus meinem Vorrat einziehen lassen kann, was dann wiederum die Aktion auslöst, eine neue Karte aus der offenen Auslage rekrutieren zu können. Hallo Kettenzüge. Ohne Vorausplanung läuft in Emberleaf halt wenig zusammen, aber da wiederhole ich mich. Und genau da liegt auch mein Hauptkritikpunkt an dem optisch so niedlichen Spiel, das im spielerischen Kern eine knallharte Optimieraufgabe ist. Ich prophezeihe, dass Ihr als Erstspieler gegen am Spielbrett erlernte Spielerfahrung keine Chance haben werdet. Ich hätte mir deshalb eine Art von Einsteiger-Kartendeck gewünscht, das etwas mehr unoptimierte Spielweise verzeiht und eventuell noch einen Ratschlag mit auf dem Weg gibt, in welchem Rahmen wir unsere ersten Spielzüge angehen können. Um den kompletten Blindflug zu vermeiden. Frusttoleranz sollte Ihr also mitbringen oder besser noch auf vergleichbarem Erfahrungsniveau Euch in der Welt von Emberleaf bewegen.

So bauen wir mit diversen Rohstoffen, die wir in unserem begrenzten Lager sammeln, diverse Gebäude in diversen Lichtungen des Spielfeldes. Bevölkern diese Gebäude dann mit Holztierchen, die ab sofort und bis Spielende dort wohnen und uns einen Sofortbonus geben, mehr an Sammelsymbolen wie Schwerter oder Holzplanken freispielen oder direkt eine neue Heldenkarte rekrutieren lassen, die dann zwischen Hand und eigenem Kartenraster rotiert. Genau, das ist der Kartentanz. Nebenbei sammeln wir ausliegende Aufträge ein, die uns aber erst am Spielende deren Punkte bringen und die auch erst am Spielende ganz genau erfüllt werden sollen. Ok, in mindestens drei Lichtungen ein Wohnhaus bauen, das kann ich noch recht einfach planen und auch durchziehen. Aber eben genau fünf Heldenkarten ausgespielt zu haben, das erfordert genaues Timing. Tja, und da kommen dann die lieben Mitspieler ins Spiel. Die sind für mich die meiste Zeit leider nur Störfaktoren. Die schnappen mir Helden und Aufträge weg und bekämpfen vor meiner Nase die Wegelagerer-Plättchen per virtuelle Schwerter, um Siegpunkte und Rohstoff-Belohnungen einzusacken. Zudem werden mir Lichtungsplätze mit unpassenden Gebäuden belegt, die ich mal so gar nicht für meine Aufträge dort gebrauchen kann. Diese indirekte Konkurrenz ist überall spürbar. Und bei wem es besonders gut läuft, der ist eben direkt eine noch grössere Konkurrenz, weil dort mehr Aktionen besser ineinander greifen. Bis ich wieder am Zug bin, kann sich eine Menge geändert haben und sogar das Spielende eingeläutet sein.

Auch ja, wir sind übrigens mutige wie einzigartige Emberling, die ihre zerstörte Heimat tief im ältesten Wald der Welt wiederaufbauen wollen. So erforschen wir das Land, wobei es da wenig zu erforschen gibt, weil alles schon offen sichtbar ausliegt. Lasst Euch also nichts erzählen. Wir sammeln ganz viele Ressourcen, die erst zu wenig und dann im Überfluss vorhanden sind, aber von denen stets immer genau ein Rohstoff für den nächsten Zug fehlt. Wir bauen Dörfer auf und rekrutieren neue Helden mit einzigartigen Fähigkeiten. Und diese Fähigkeiten der Helden sind wirklich alle einzigartig und anders und wirken teils unwissend überwältigend. So hatte ich einen Bären ins Spiel gebracht, der aus zwei lumpigen Steinen eine begehrte Honigwabe machen konnte. Klang toll, weil Honig für etliche Startgebäude notwendig ist und später fast egal wird. Ich hatte den viel zu spät rekrutiert und bis zum Spielende kein einziges Mal in seiner Hauptfähigkeit genutzt. Aber da kann das Spiel der Autoren und zeitgleich Illustratoren in Person von James Tomblin und Frank West nichts dafür, wenn ich so dösbatlig aus dem Bauch heraus agiere. Am Ende wurde ich Dritter, obwohl ich im Spielverlauf noch recht gut mithalten konnte. Meine unerfüllbaren Aufträge haben mir das Genick gebrochen. Das Gleichgewicht der Natur habe ich dann wohl nicht wiederherstellen können. Eine Spielerfahrung war es trotzdem wert.

Was taugt nun Emberleaf, das derweil von Skellig Games lokalisiert wurde und seit März 2026 als Retailversion im Handel ist? Retailversion deshalb, weil es noch eine ursprüngliche Kickstarterversion gab. In dem Zuge gab es auch eine Deluxeversion und diverse Erweiterungen wie Ressourcen aus Holz statt Pappe, Kartenraster aus Neopren, diverse Heldenpacks und Eure Spielerfigur in der eigenen Lieblingsfarbe und noch mehr Aufträge, die eigentlich thematisch Gefälligkeiten sind. Ich habe die Retailversion als optisch ausreichend und wirklich schön empfunden. Emberleaf hat eine gewisse Tischpräsenz, die einen mitspielen lassen möchte. Soweit mein positiver Eindruck. Mit der Einstiegshürde und der Falle, seine Kartenhand in unpassener Reihenfolge und an nicht idealer Rasterposition zu spielen, müsst Ihr umgehen können. Oder Ihr nehmt Euch die nötige Bedenkzeit vor Eurem allerersten und entscheidenden Spielzug, was die Gefahr mit sich bringt, dieses Eurogame zu zergrübeln vor lauter Vorplanung, obwohl Ihr den Spielrythmus noch gar nicht einschätzen könnt. Ich persönlich hätte mir mehr direkte Interaktion gewünscht – ob durch die Heldenkarten oder auf dem Spielbrett. Ich habe nur zwei Karten gesehen, bei denen die Mitspieler mitprofitiert hatten. Hier mal gemeinsam zwei Holz einsammeln und dort nacheinander kämpfen dürfen. Das war mir dann doch zu wenig und fühlte sich zu solitär an. Eventuell haben wir vor lauter Unwissenheit auch einfach nur zu sehr nebeneinander hergespielt.

Nochmal mitspielen? Ja, absolut. Nur dann wäre ich wohl derjenige, wer den unfairen Erfahrungsvorteil hätte. Nur kann ich das bequem durch unoptimierte Bauchspieler-Züge locker wieder ausgleichen. Sollte also kein Problem sein. Muss ich Emberleaf hingegen selbst besitzen? Ich glaube eher nicht, weil genauso wie bei Wundersame Wesen und Luthier muss ich nicht jedes schön anzusehende Eurogame selbst besitzen. Dafür fehlte mir dann doch der dauerhaft angespannte Spannungsbogen, während sich die Belohnungen doch nicht interessant genug anfühlten. Einzig die Rekrutierung neuer Heldenkarten war ein wirklicher Höhepunkt, weil eine Überraschung, wie sich diese neuen Karten so ins eigene Deck einfügen werden. Alle Theorie will hier spielerisch erlebt werden und das fand ich gut. Nur kommt diese Rekrutierung pro Mitspieler nur maximal vier Mal im Spiel vor, sodass aus anfänglichen sechs Helden auf der Hand bis zu zehn werden können.

Ist Emberleaf also doch nicht so komplex, wie es anfangs auf mich wirkte? So langsam komme ich ins Grübeln, ob mich zunächst der Niedlichkeitsfaktor und dann nochmal die vielen einzigartigen Helden geblendet haben. Ihr seht mich arg unentschlossen, deshalb macht Euch lieber Euer ganz eigenes Bild im selbsterlebten Partien. Dann mal los mit Euch, denn so richtig verkehrt macht Ihr dann doch nichts mit Emberleaf. Und der Nächste, der das Spiel einfach nur ungespielt niedlich findet, denn solltet Ihr als schnell finden können. Oder doch lieber erstmal irgendwo mitspielen? Als Geheimtipp empfehle ich Euch da die Spiel DOCH! in Dortmund und den SpieleWahnsinn in Herne, sofern Ihr diese Zeilen zeitig vor Ende April 2026 lesen solltet. Ewähnt dann bitte am Skelling Games Messestand, wer Euch dorthin geschickt habt – brettspieltag.de und so. Würde mich freuen, wenn Euch Emberleaf dort eine gute Zeit einbringt. Weil darum geht es doch.

Behind

13. April 2026 um 20:10

Als Kind habe ich nie einen LÜK-Kasten besessen. Dabei hätte ich so gerne einen gehabt. Erst mit dem vor einigen Jahren veröffentlichten LÜK – Das Spiel hat ein solcher Kasten Einzug in den Haushalt gefunden – als Bestandteil eines überraschend guten Spiels. Für mich bedeutete das quasi die verspätete Erfüllung eines Kindheitstraums. Das Rätselspiel Behind verfolgt nun ein ähnliches Prinzip und hat folglich einen Nerv bei mir getroffen.

Drei unterschiedliche Schwierigkeitsstufen

Die Schachtel beinhaltet drei doppelseitige Puzzle-Rätsel in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Alle sind alles andere als trivial. Wenn ich die Informationen auf den Teilen der Vorderseite richtig deute und die Teile entsprechend zusammenlege, ergibt auch die Rückseite ein Bild. Das überprüfe ich jedoch erst am Ende eines Rätsels, indem ich jedes einzelne Teil umdrehe.

Behind
Auch die Rückzeiten ergeben ein Motiv.

Nun haben die Puzzleteile von Behind nicht die Form klassischer Puzzleteile. Sie weisen keine Nasen und Ausbuchtungen auf, sodass ich schlicht anhand der Form erkennen könnte, was nebeneinander gehört. Hier sind die Puzzleteile viereckig, wie beim LÜK-Kasten. Das Motiv allein muss reichen, um die Lösung zu finden. Jedoch: Viele Teile eines Rätsels geben gar keinen bildlichen Hinweis darauf, was neben ihnen liegt. Was also tun?

Wie ich bei Behind ein Rätsel angehe

Ich fange an, indem ich die Plättchen so aus auslege, dass alle komplett zu sehen sind. Und dann? Die Anweisung zu Beginn ist kurz. Beim Fall „Der Raub“ heißt es beispielsweise: „Ein Raub wurde begangen. Rekonstruiert die Notizen der Ermittler.“ Schnell erkenne ich, dass manche Plättchen zusammengehören, weil Texte oder Grafiken sich ergänzen. Diese zusammenzulegen ist die Pflicht, dann beginnt die Kür: die herausfordernde Aufgabe. Echte Kopfarbeit. Ich versinke im Rätsel und merke nicht, wie die Zeit vergeht.

Behind
Ein Puzzleteil aus dem Rätsel „der Professor“.

Wenn am Ende das vollständige Puzzle vor mir liegt, denke ich: „Klar, so muss es aussehen. Warum hat das [beim Blick auf die Uhr] nur solange gedauert, bis es fertig war?“ Es ist wie ein Labyrinth: Steckt man drin, ist der Weg zum Ausgang nicht offensichtlich. Gucke ich von oben auf den Plan, fällt der richtige Weg vergleichsweise schnell ins Auge. So sind Rätsel eben.

Knobeln mit Behind: Mir macht das Spaß

Bei Behind steht die Lösung auf den Puzzleteilen. Ich muss die Texte und Grafiken nur richtig verstehen, die Logik dahinter kapieren und dann einfach machen. Zudem hilft die Form mancher Teilgebilde, um sie im Gesamtkonstrukt richtig zu platzieren. Mir bereitet diese Art der Knobelei Vergnügen – egal, ob ich mich allein daran versuche oder zu zweit. Mit mehr Personen habe ich es nicht ausprobiert. Möchte ich auch gar nicht, denn dann könnte es wuselig werden.

Behind
Wer nicht weiterkommt, kann Hinweise erhalten.

Eine kurze Beichte zum Schluss: Ja, ich habe – beim Rätsel, das eine Paralleluniversen-Geschichte als Comic erzählt – zwischendurch mal gelugt, ob die Rückseiten zweier Plättchen zusammenpassen würden. Aber nicht oft. Zudem ich habe ich nicht die Hilfe der Hinweiskarten in Anspruch genommen. Mit einer Ausnahme vielleicht. Am spannendsten war es stets, als Belohnung das fertige Bild auf der Rückseite zu entdecken. Wie beim LÜK-Kasten.

Behind | Strohmann Games | Cédric Millet | 1 oder mehr Personen | ab 10 Jahren | 45 bis 90 Minuten | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)

Interview with Martin Melbardis Designer of Campaign: Operation Bagration from Catastrophe Games Currently on Kickstarter

Von: Grant
13. April 2026 um 14:00

A few years ago, I played and very much enjoyed a cool little solitaire WWII card-driven game called Campaign: Fall Blau from Catastrophe Games and designer Martin Melbardis where the player attempted to breach the Soviet defenses on the East Front in the pivotal German summer campaign of 1942. The game system is very playable and simple, but has some strategic depth to it as the player has to make a lot of choices about what to go after, how to manage their scarce resources (fuel) and what generals to use to take advantage of their special abilities to amass enough VP to claim victory over the Soviet Union. They now have the counter punch of that game in a new entry in the series called Campaign: Operation Bagration and it is currently being offered on Kickstarter.

If you are interested in Campaign: Operation Bagration, you can back the project on the Kickstarter page at the following link: https://www.kickstarter.com/projects/campaign-fall-blau/campaign-bagration

Grant: Welcome back to the blog Martin. What is your current game Campaign: Operation Bagration?

    Martin: Thanks for having me back! Campaign: Operation Bagration is the long-awaited successor to my very first published game, Campaign: Fall Blau and tells the story of the Soviet offensive in 1944 to take back the occupied center of Russia gained by the Germans during Operation Barbarossa and is based on the successful Campaign: Fall Blau game system.

    Grant: What was your design goal with the game?

      Martin: My design goal for Campaign: Operation Bagration was to switch perspectives to the Soviet side using my tried-and-tested Campaign Game System. I wanted players to take command of the Soviets during one of the most devastating offensives of the war….Operation Bagration, which tore through German Army Group Center in 1944. From a design standpoint, I found it very rewarding to adapt new game mechanics and ideas to fit this pivotal WWII Campaign on the Eastern Front, while keeping the core of the system intact.

      Grant: What are the hallmarks of this solitaire Campaign Series?

        Martin: I’d say a minimalist approach to wargaming. Very streamlined, using only cards, dice, and cubes, with a 6–7 page rulebook. These are light solitaire wargames designed to be fast and furious with no extra fat or bloat, especially when compared to more traditional hex-and-counter wargames that can take hours to play.

        Grant: As a follow up to Campaign: Fall Blau, what do you believe you have improved in the gaming experience?

          Martin: While the system as a whole is more or less exactly the same as Fall Blau, I injected some new ideas into the experience to better reflect the historical realities of this campaign. The core game, such as defeating Campaign Cards, the Order system and how Generals work, will remain familiar to players of Fall Blau, but the feel is distinctly different. 

          Grant: What elements from Operation Bagration did you need to model in the design?

            Martin: Operation Bagration was a completely different beast to tackle than Fall Blau. In addition to taking control of the Soviet army this time around, the mountainous regions of the Caucasus region have been replaced with the swamps of Belorussia and Poland. You’re also facing a much weaker and mostly static German Army Group Center, desperately trying to rebuild a frontline and stop the Soviet advance from swarming into their rear echelons. This is represented by the new “Rebuild Frontlines” rule, which replaces the old “Local Counter-Attacks” rule from Fall Blau. In Bagration, counter-attacks are now only triggered by Event Cards representing Panzer Divisions trying to blunt the Soviet offensive. In fact, the entire Event Deck has been changed to reflect the research I did on Operation Bagration with all sorts of cool ideas popping up on how to reflect the history, units and tactics of this Campaign.

            Grant: As a solitaire game, what type of experience does the game create? 

              Martin: The game system prides itself on being fast, easy to learn but hard to master. It creates a very similar experience to Fall Blau such as tough decisions weighing the player down each turn on how to best use your limited Orders and finding the right balance between Attacking, Advancing, or stopping for Logistics to catch up. 

              Grant: What is the goal of the player?  

                Martin: The goal is to capture enough Campaign Cards before the game ends and earn enough Victory Points from those Campaign Cards to reach the victory or even the Brilliant Victory threshold.

                Grant: How does the player go about choosing and managing their Generals? 

                  Martin: Each game starts with the player choosing three Soviet Generals. All of these generals are historically accurate, with options such as Bagramyan, Konev, Rokossovsky, and a few others. Each General has the generic “Hero of the Soviet Union” special ability plus one unique ability. Additionally, each General leads a certain type of army: either a Tank army or a regular Infantry army. Tank armies have fewer manpower cubes but benefit from added mobility, which helps them bring more Campaign Cards to the frontline when using the Advance Order. Infantry armies, on the other hand, have more “meat” and thus more manpower cubes to absorb losses. Each General also has a set number of cubes representing their starting strength in manpower and available forces. Managing your Generals comes down to picking a balanced mixture and using each general’s individual strengths (number of cubes and abilities) to maximum effect.

                  Grant: What unique abilities do the different Generals possess? 

                    Martin: As mentioned, each General has the “Hero of the Soviet Union” special ability, which allows you to discard a red cube to re-roll a single die. This represents the Soviet ability to historically take massive casualties and still push on. On top of that, each General also has a unique ability reflecting their historical traits. For example, General Bagramyan is an offensive-minded General, while Rokossovsky was known to always plan two steps ahead and this is represented by his ability to draw extra cards from the Event Deck.

                    Grant: What type of events does the Event Deck contain? 

                      Martin: In addition to the Campaign Cards, the Event Deck is really where the historical aspects of the Bagration Campaign really come to life. I made sure to only include Soviet and German units and tactics that were instrumental to the Bagration campaign. The Event Deck contains mostly cards that help you during the game, such as attached Soviet units like the 3rd Guards Cavalry Corps, which can help you exploit the flanks of the German frontline by removing adjacent defenses, or the 4th Tank Army, which grants extra attack dice when attacking a Campaign Card. These cards not only add flavor to the game but also a strong sense of historical flavor.

                      Grant: What are the different type of German effects included in the Event Deck? 

                        Martin: The Event Deck also contains cards that hurt the player, such as German Panzer divisions that trigger a counter-attack when drawn, or German reinforcement cards that add additional German cubes to active Campaign Cards on the frontlines. In addition, things like German bombers or bad weather can and will slow your progress.

                        Grant: What Actions/Orders are available to the player?  

                          Martin: There are three available Orders each turn, and you may perform one per General. The Advance Order (costs 1 supply) brings unlocked Campaign Cards to the frontline. Once a card is on the frontline, an Attack Order (also costs supplies) can be used to attack and remove any cubes (representing German formations or defenses) on that card in order to capture it and gain the VP listed on the card. Finally, the Logistics Order adds supplies and reinforces a General with a cube to replace losses.

                          Grant: How do they manage their Supplies? How can they obtain additional fuel? 

                            Martin: As mentioned, each Advance and Attack Order costs supplies, and the Logistics Order replenishes supplies as well as lost manpower cubes from attacking. Finding the right balance and knowing when to rest using a Logistics Order instead of Attacking or Advancing is very important. However, resting too long will slow your progress, as the clock is always counting down. A General who uses the Logistics Order adds two supplies to your shared supply pool and adds a single manpower cube to their card.

                            Grant: How do they manage to defeat the various Campaign Cards? 

                              Martin: After using the Advance Order to bring an unlocked Campaign Card to the frontline in front of a General’s Card, that Campaign Card then immediately deploys a number of grey cubes (listed on the card) onto itself. The card is now available to be attacked using the Attack Order. When you attack, you pay supplies then calculate the number of cubes on the attacking General’s Card and roll that many dice. You need rolls of 4+ to remove a single white (defense) or grey (German units) cube from the Campaign Card. Some Campaign Cards such as fortress cities (Festerplatz) or swamps reduce the attack dice by -1. Rolls of 1–2 result in your General losing a manpower cube (red cube). Once all German cubes are removed from the Campaign Card, it is considered captured and removed from the frontline, and you gain the Victory Points listed on the card. Capturing Campaign Cards also unlocks additional Campaign Cards.

                              Grant: How do the German forces fight back? 

                                Martin: This time around, the Germans are much more static than in Fall Blau, which better reflects the historical situation in 1944. While you may still lose manpower cubes through bad rolls on Attack Orders, counter-attacks are now only triggered through Event Cards. A Panzer Division drawn as an event will immediately counter-attack by deploying to the frontline and attacking the General directly in front of it. There’s also the Operation Doppelkopf Event Card, which is placed near the end of the Event Deck during setup and represents a large German offensive action late in Operation Bagration, designed to blunt Soviet momentum.

                                Grant: What strategy should the player use to do well? 

                                  Martin: Pick a good, balanced mixture of Generals and learn when to attack versus when to build up supplies and manpower through the Logistics Order. Using Generals with Tank Army abilities to bring multiple Campaign Cards to the frontlines helps a lot but too many Tank Generals will lower your overall manpower total. Also, optimize your use of Event Cards to either prioritize Attacks or to regain manpower cubes. Overall, calculated risk management is the single most important factor in the game.

                                  Grant: What different options are built in to make the game more of a challenge?  

                                    Martin: The game is already pretty challenging, but we are also currently planning on developing a Hard-Mode for the Kickstarter that adds 4–5 additional very difficult Event Cards to the deck for those players who love challenges or are even simply masochists.

                                    Grant: What are you most pleased about with the design? 

                                      Martin: I’m pleased with the way I’ve adapted the old Fall Blau Game System to incorporate new game mechanics and Events to reflect the different historical aspects of Bagrations’ unique Campaign. Such things such as the German’s use of blocking detachments to try to stop the Soviet steamroller with whatever they could (represented by the rebuilding the frontline mechanic), and the use of Festerplatze or Fortress cities in Belorussia to hold at all cost. Added to this is the liberal use of Soviet tactics such as mine sweeping tanks, the massive God of War bombardment to signal the start of Bagration, Maskirovka deception techniques and American lend-lease trucks to help the Offensive are all well-represented in the game through the Event Deck.

                                      Grant: What has been the response of playtesters? 

                                        Martin: Early on, I got some great and positive responses from playtesters when I initially designed the game. Later, I handed off playtesting and development to Catastrophe Games, who further developed the game and ran additional playtests. I’ve heard good things from them as well.

                                        Grant: What other historical campaigns might the series delve into?

                                          Martin: Next up, I am planning to adapt the series to either the North African or the Pacific Theaters in WWII. I also strangely find that representing the Japanese early-war successes against the Allies in the Philippines, Hong Kong, Indonesia and Singapore a very interesting twist and is a subject rarely touched upon in wargaming. This could also be a good option in the future but who really knows where my creativity can take me? 

                                          Grant: What other designs are you currently working on? 

                                            Martin: As always, I am continuing to design lighter Print & Play wargames with my own independent company, Solo Wargame. I usually release a new wargame every two months or so on Kickstarter and want to continue that trend with a WWII wargame about commanding a Soviet battalion during the Battle of Stalingrad in 1942. I also plan to release a new version of my continuing series on WW2 Roll & Write games, this time focusing on the Torch landings in North Africa in 1942–43 with new ideas about convoy interdiction, diplomacy with the Vichy government and eventually pushing the Germans all the way to Tunisia. Like most other creatives, I honestly have way too many ideas and too little time!

                                            Thanks so much once again for having me on! 

                                            If you are interested in learning more about the Campaign Series and how it works, you can watch my preview video for the Campaign: Fall Blau Kickstarter from 2022 at the following link:

                                            If you are interested in Campaign: Operation Bagration, you can back the project on the Kickstarter page at the following link: https://www.kickstarter.com/projects/campaign-fall-blau/campaign-bagration

                                            -Grant

                                            ❌