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Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück

16. Juni 2026 um 12:34
Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück

Der minimalistische Verlies-Crawler Mini Rogue geht in die zweite Runde: Auf der Spieleschmiede sammelt Corax Games unter dem Titel Mini Rogue: The Council Geld für die große Erweiterung The Council und bündelt die deutsche Ausgabe der Reihe. Im Mittelpunkt stehen eine neue Overlord-Variante mit Verstärkungskarten, frische Symbole und Monster sowie ein gestaffeltes Pledge-System, das vom 20-Euro-Einstieg bis zum Komplettpaket für 120 Euro reicht.

Eckdaten

Die folgenden Werte beziehen sich auf das Grundspiel und die Reihe (Quelle: BoardGameGeek). The Council baut darauf auf.

Spielende1 bis 2 (eigenständig), mit Grundspiel und Zusatzmaterial bis 4
Spieldauer30 bis 45 Minuten
Alterab 12 Jahren
Komplexität2,0 von 5 (BGG-Gewicht)
MechanikenPush-your-luck, Würfeln, Solo, Kooperativ
DesignerPaolo Di Stefano, Gabriel Gendron
IllustrationGabriel Gendron, Prashanka Mawalagedara
Deutsche AusgabeCorax Games

Worum es bei Mini Rogue geht

Mini Rogue übersetzt das Roguelike-Genre der Computerspiele auf den Tisch: Eine kleine Heldengruppe steigt in ein tiefes Verlies hinab, um den sagenumwobenen Rubin Og’s Blood zu bergen. Das Spiel arbeitet mit Würfeln und Karten, die Ebenen und Begegnungen werden laut Verlag zufällig erzeugt, sodass jede Partie anders verläuft. Eine Partie dauert rund 30 bis 45 Minuten, wobei dieser Wert für eingespielte Runden gilt; die erste Partie mit Regelerklärung dauert länger.

Mechanisch ist Mini Rogue im Kern ein Push-your-luck-Spiel. Raum für Raum steigen Sie tiefer, würfeln Kämpfe gegen immer härtere Monster aus und entscheiden bei jedem Wurf neu, ob Sie weitermachen oder das Risiko zu groß wird. Misslingt eine Serie von Würfen, kann ein Abstieg auch abrupt scheitern; dieses kalkulierte Risiko ist Teil des Roguelike-Reizes. Dazwischen verwalten Sie knappe Ressourcen: Lebenspunkte, Erfahrung zum Aufstieg Ihrer Figur, Gold, Nahrung sowie Tränke und Schriftrollen. Die Komplexität liegt auf BoardGameGeek bei moderaten 2,0 von 5 Punkten, die Reihe ist also eher Einstiegs- als Expertenkost. Gespielt wird allerdings allein oder zu zweit ab 12 Jahren, also kein Titel für die große Familienrunde, sondern für den Solo- oder Zweiertisch.

Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück
Grafik: Corax Games (Spieleschmiede-Kampagne)

Mini Rogue solo und kooperativ spielen

Das Grundspiel ist auf 1 bis 2 Spielende ausgelegt und glänzt vor allem solo: Auf BoardGameGeek wird die Ein-Personen-Variante klar am häufigsten als beste Besetzung genannt. Zu zweit wird kooperativ gespielt, eine echte Mehrspielerschlacht ist Mini Rogue traditionell nicht. Wer größere kooperative Erlebnisse sucht, wird bei einem kooperativen Solo-Highlight wie Spirit Island fündig; Mini Rogue bleibt bewusst kompakt und trägt auf BoardGameGeek ausdrücklich die Mechanik-Schlagworte Solo / Solitaire und Cooperative Game.

Für Solo-Spielende liegt der eigentliche Zugewinn von The Council daher weniger in der Overlord-Variante, die eine zweite Person am Tisch voraussetzt, als im zusätzlichen Spielinhalt: mehr Monster, Symbole und Karten erhöhen die Varianz jedes Abstiegs.

Was The Council bringt

The Council ist die große neue Erweiterung der zweiten Staffel und ist eigenständig spielbar, das Grundspiel ist also keine Voraussetzung: Allein oder zu zweit steigen Sie direkt ins Verlies. Größere Runden, kooperativ zu dritt oder kompetitiv zu viert, öffnen sich erst in Kombination mit dem Grundspiel und dem passenden Zusatzmaterial. Der auffälligste Neuzugang ist eine Overlord-Variante, die das sonst kooperative oder solitäre Spiel in ein asymmetrisches Duell verwandelt: Eine Person übernimmt die Rolle des Overlords und steuert die Gegner aktiv gegen die Heldengruppe, statt dass diese wie sonst aus dem Stapel gezogen werden. Über eigene Verstärkungskarten kann der Overlord einzelne Kämpfe gezielt verschärfen und so Druck aufbauen. Dazu kommen laut Kampagne neue Symbole und Monster sowie eine erzählerische Klammer rund um den Rat der Hohepriesterin, vor den die Helden treten. Die Reihe bekommt außerdem Überlieferungskarten in zwei Geschmacksrichtungen: literarische Überlieferungskarten und Volksüberlieferungskarten erweitern den narrativen Rahmen.

Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück
Artwork: Corax Games (Spieleschmiede-Kampagne)
Mini Rogue: The Council, das Solo-Verlies kehrt zurück
Artwork: Corax Games (Spieleschmiede-Kampagne)

Material und Komponenten-Upgrades

Neben dem Spielinhalt setzt die Kampagne stark auf hochwertige Ausstattung. The Council kommt wahlweise mit mehrlagigen Charakter- und Overlord-Tableaus, die Würfel und Marker an ihrem Platz halten. Als Add-on gibt es ein dreilagiges Dungeon-Tableau und ein zusätzliches Verlies-Tableau, dazu ein doppelseitiges Neopren-Playmat für 28 Euro. Die Erweiterung Glittering Throne wird mit einem Hologramm-Effekt beworben. Diese Aufwertungen sind reine Komponenten-Boni und verändern das Spielgefühl nicht, sondern den Auftritt auf dem Tisch.

Die Pledge-Stufen im Überblick

Corax Games staffelt die Unterstützung in fünf Stufen. Wichtig vorab: Die unterste Stufe enthält kein physisches Spiel.

  • Geißler (5 Euro): rein digitale Errungenschaft im Spielernetzwerk, kein Spielmaterial. Eher ein symbolischer Unterstützer-Beitrag als ein Spielkauf.
  • Rattenfänger (20 Euro): die Erweiterung Mini Rogue: The Council in der deutschen Version. Da The Council eigenständig spielbar ist, taugt die Stufe nicht nur als Nachschub für Besitzende des Grundspiels, sondern auch als vollwertiger Solo- oder Eins-gegen-eins-Einstieg.
  • Okkultistin (55 Euro): The Council plus vier weitere Erweiterungen (Mountain of Torments, Forgotten Guardians, Glittering Throne und Beyond the Portal), alle auf Deutsch. Hier liegt der Zuwachs klar im zusätzlichen Spielinhalt.
  • Seuchendoktor (90 Euro): das Okkultistin-Paket plus die Mini-Erweiterungen (Schatzkarte, literarische und Volksüberlieferungskarten, Huntress and Ferret) sowie die mehrlagigen Tableaus von The Council. Hier mischt sich zusätzlicher Inhalt mit dem ersten reinen Komponenten-Upgrade.
  • Overlord (120 Euro): das Komplettpaket. Es enthält zusätzlich das Grundspiel Mini Rogue auf Deutsch sowie die älteren Titel Glänzende Schätze, Tiefen der Verdammnis und Alte Götter aus der ersten Staffel. Die richtige Wahl für Neueinsteiger und Komplettierer in einem Aufwasch.

Kurz gesagt: Wer die Reihe schon kennt, steigt bei Rattenfänger oder Okkultistin ein; wer bei null anfängt, fährt mit Overlord am rundesten.

Add-ons

Wer einzeln zusammenstellen will, findet eine breite Add-on-Liste. Das Grundspiel Mini Rogue gibt es als deutsche Version für 17 Euro, die Haupterweiterung The Council einzeln für 20 Euro. Dazu kommen Einzel-Erweiterungen wie Mountain of Torments (12 Euro), Beyond the Portal und Glittering Throne (je 10 Euro), Forgotten Guardians (6 Euro) sowie das Staffel-1-Erweiterungspack mit drei Mini-Erweiterungen für 12 Euro. Auf der Komponentenseite stehen das Neopren-Playmat (28 Euro), die mehrlagigen Boards, Kartenhüllen (4 Euro) und ein Sticker-Set für die Spielfiguren (2 Euro).

Finanzierung und Laufzeit

Den aktuellen Finanzierungsstand entnehmen Sie bitte direkt der Kampagnenseite: Das Funding-Widget der Spieleschmiede wird in einem eingebetteten Frame ausgespielt und ist über die Projekt-Schnittstelle nicht zuverlässig auslesbar. Laut Kampagnen-Snapshot vom 16. Juni 2026 lief die Kampagne zu diesem Zeitpunkt noch rund 28 Tage. Die konkreten Verbesserungsziele der zweiten Staffel kommuniziert Corax Games auf der Kampagnenseite als Grafik; welche davon das Spiel mechanisch erweitern und welche reine Ausstattung aufwerten, lesen Sie am besten dort im Original nach.

Einordnung

Mini Rogue hat sich als kompaktes Solo- und Koop-Roguelike einen festen Platz erspielt (BoardGameGeek-Schnitt 7,3 bei über 3.500 Bewertungen). Die zweite Staffel ist weniger ein Neustart als ein Sammelpunkt: The Council bringt mit der Overlord-Variante und neuen Monstern frischen Inhalt, der größere Teil der Kampagne dreht sich aber um die gebündelte deutsche Veröffentlichung der ganzen Reihe samt hochwertiger Materialaufwertungen. Für DACH-Backer, die bislang auf eine deutsche Komplettausgabe gewartet haben, ist genau das der eigentliche Reiz.

Wer im Genre stöbert, findet bei uns weitere Dungeon-Crawler-Neuheiten und eine Solospiele-Übersicht.

Designt wurde Mini Rogue von Paolo Di Stefano und Gabriel Gendron, die Illustrationen stammen von Gabriel Gendron und Prashanka Mawalagedara. Die deutsche Ausgabe verantwortet Corax Games.

„Die Dänen“: Rosenbergs Wikinger-Epos bei Feuerland

16. Juni 2026 um 09:36
„Die Dänen“: Rosenbergs Wikinger-Epos bei Feuerland

Feuerland Spiele wirbt auf Gamefound mit einer Vorschau-Seite für „Die Dänen“ (englischer Titel: „The Danes“), den kommenden Titel im Universum von „Ein Fest für Odin“. Was als zweite große Erweiterung begann, ist zu einem eigenständigen Spiel von Uwe Rosenberg und Gernot Köpke gewachsen: mehr Material, größere Schachtel und eine Kampagne, die noch nicht live ist.

Eckdaten
TitelDie Dänen / The Danes
AutorenUwe Rosenberg, Gernot Köpke
IllustrationDennis Lohausen
VerlagFeuerland Spiele
Spielerzahl1 bis 4
Spielzeit90 bis 180 Minuten
Alterab 14 Jahren
GenreWorker Placement (schwer)
PlattformGamefound (Vorschau, Kampagne noch nicht live)

Vom Erweiterungsplan zum eigenständigen Spiel

Ursprünglich sollte „Die Dänen“ eine weitere große Erweiterung zu „Ein Fest für Odin“ werden. Daraus ist ein eigenständiges Spiel geworden, das ohne Grundspiel auskommt. Nach Angaben von brettspiel-news.de bringt der Titel über 200 neue Handwerkskarten mit, darunter 128 Kaupang-Karten. Die Schachtel soll in der Größenordnung von Gloomhaven liegen, also deutlich über dem, was Vielspieler von einer normalen Kennerspiel-Box kennen.

Für das DACH-Publikum hat der Titel Gewicht: ein neuer schwerer Rosenberg, direkt aus dem deutschen Verlag Feuerland, mit deutschsprachiger Ausgabe als Heimmarkt. Wer den Crowdfunding-Weg des Autors verfolgt, kennt ihn schon von Rosenbergs Agricola Special Edition. Auf BoardGameGeek liegt die Komplexität bei 4,12 von 5, das Spiel rangiert damit klar im Expertenbereich.

Was Sie im Spiel tun

Die Rahmenhandlung setzt im Jahr 825 ein: Eine Schar Wikinger bricht zu einer Reise auf, die deutlich länger dauert als geplant. Sie starten mit einer kleinen Gruppe, die von Runde zu Runde wächst, ebenso wie der Hunger und die Abgabenlast Ihrer Gemeinschaft.

Im Kern ist „Die Dänen“ ein Worker-Placement-Spiel. Sie setzen Ihre Wikinger ein, um neue Gebiete zu erkunden und mit ihnen Handel zu treiben. Parallel läuft das tägliche Geschäft: Tiere züchten, Waren sammeln, jagen. Daraus speisen sich ein stetiges Einkommen und am Ende die Siegpunkte. Wer am Schluss die meisten Siegpunkte hält, gewinnt. BoardGameGeek listet als Mechaniken unter anderem Aktionspunkte, automatisches Ressourcenwachstum, Würfeleinsatz, Flächendeckung (Grid Coverage) und Plättchenauslage.

Wer „Ein Fest für Odin“ kennt, erkennt die Familie: das Puzzle aus dem Auslegen von Waren auf der eigenen Fläche bleibt prägend. Der neue Hebel ist die Reise- und Handelsebene. Statt nur die eigene Auslage zu optimieren, erkunden Sie Gebiete und treiben dort Handel. Genau das soll „Die Dänen“ über einen reinen „Ein Fest für Odin“-Nachschlag hinausheben. Ob daraus spürbar neue Spannung entsteht oder vor allem ein längerer Motor, zeigt erst das fertige Spiel. Die in der Vorschau genannten 90 bis 180 Minuten sind dabei ein Eckwert; bei einem Schwergewicht dieser Komplexität dürfte das obere Ende eher die Regel als die Ausnahme sein.

Solo-Modus

„Die Dänen“ lässt sich von 1 bis 4 Personen spielen, ein Solo-Modus ist also an Bord; BoardGameGeek führt das Spiel ausdrücklich mit Solo-Mechanik. Wie anspruchsvoll dieser Solo-Modus ausfällt und welche Aufgabe er stellt, nennt die Vorschau noch nicht. Erste Community-Stimmen empfehlen den Titel auch für eine Person, ein belastbares Urteil ist das aber noch nicht. Auch wie unterschiedlich sich eine Partie zu zweit und zu viert anfühlt, lässt sich vor dem fertigen Spiel nicht sagen.

Zeitplan, Gamefound und Follower-Bonus

Der Zeitplan ist in Bewegung. Ursprünglich war ein Start früher im Jahr angepeilt, laut brettspiel-news.de ist die Gamefound-Kampagne inzwischen für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, die Auslieferung grob für das erste Quartal 2027. Als Grund nennt die Quelle den Feinschliff: Das deutsche Regelheft sei fertig, übersetzt und gelayoutet werde noch, bevor die Kampagne online geht. Wir nehmen diese Daten als den derzeit kommunizierten Stand; bis zum Kampagnenstart können sie sich verschieben.

Da die Kampagne noch in der Vorschau-Phase steht, gibt es weder Finanzierungsstand noch feste Pledge-Stufen oder Stretch-Goals. Den verlässlichsten Blick liefert die Gamefound-Seite selbst. Ein konkreter Anreiz steht aber schon fest: Wer der Kampagne vor dem Start folgt, erhält laut Verlag ein besonderes Gebäude gratis dazu.

Einordnung

„Die Dänen“ ist für Kennerspiel-Fans im deutschsprachigen Raum einer der am meisten erwarteten Titel der kommenden Monate: über 1.800 Einträge auf den BGG-Wunschlisten sprechen eine deutliche Sprache. Das ist ein Signal, kein Urteil. Wie sich das gewachsene Material in der Praxis spielt, ob die Reise- und Handelsebene den vertrauten Odin-Motor wirklich erweitert oder nur verlängert, lässt sich erst am fertigen Spiel beurteilen. Wer solche Vorschauen ohnehin verfolgt, findet aktuell mit einem weiteren schweren Euro-Spiel in der Gamefound-Vorschau Vergleichsmaterial. Bis dahin lohnt der Blick auf die Gamefound-Vorschau, schon wegen des Follower-Gebäudes. Wer tiefer einsteigen will, findet bei uns auch weitere Titel von Uwe Rosenberg.

Greenwood von Feuerland: Urgeister gegen die Druiden

16. Juni 2026 um 09:34
Greenwood von Feuerland: Urgeister gegen die Druiden

Feuerland Spiele kündigt mit Greenwood ein neues Strategiespiel für 1 bis 4 Spielende an, in dem Sie als uralter Urgeist eine Gefolgschaft anführen und mystische Wesen aus den Fängen der Druiden befreien. Die deutsche Ausgabe ist für Herbst 2026 geplant, finanziert wird der Titel über eine angekündigte Gamefound-Kampagne, deren Start zum Redaktionsschluss Mitte Juni 2026 noch aussteht.

Worum es geht

Die sagenumwobene Halbinsel Greenwood wird vom Hohen Zirkel der Druiden als grünes Naturparadies und ideales Reiseziel angepriesen. Diese Idylle ist eine Lüge: Hinter der Fassade werden die magischen Wesen der Insel aus ihren Lebensräumen gerissen und ausgebeutet. Sie schlüpfen in die Rolle eines Urgeists, scharen eine Gefolgschaft aus Gefährten um sich und befreien die gefangenen Kreaturen, um sie in Sicherheit zu bringen.

Eckdaten

SpielGreenwood
VerlagFeuerland Spiele (Black Label); internationale Ausgaben über Capstone Games und Cranio Creations
AutorenChristos Giannakoulas, Manolis Zachariadis
IllustrationMartin Mottet, Maurice Mosqua
Spielerzahl1 bis 4 (Solomodus enthalten)
Alterab 14 Jahren
Spielzeitrund 40 Minuten pro Person (etwa 40 bis 160 Minuten)
Komplexitätrund 3,0 von 5 (frühe BGG-Einschätzung)
ReleaseHerbst 2026, Premiere zur SPIEL 2026 in Essen
CrowdfundingGamefound (Kampagnenstart angekündigt)

Was Sie im Zug tun

Greenwood läuft über drei Nächte. In jedem Zug treffen Sie eine knappe Entscheidung: Setzen Sie die Fähigkeit eines eigenen Gefährten ein, nutzen Sie die Fähigkeit eines Gefährten eines Mitspielenden, oder schicken Sie einen Ihrer Gefährten in den Wald? Wer in den Wald zieht, verbessert seine Wegfindung, sammelt Wissen über Fallen, Banne und Illusionen und befreit mystische Wesen. Genau dieses Wissen ist die Voraussetzung, um die Kreaturen aus ihrer Gefangenschaft zu holen.

Dass Sie auch auf die Gefährten der anderen zugreifen können, verzahnt die Züge am Tisch spürbar miteinander, auch wenn am Ende jede und jeder für sich punktet: Es gewinnt, wer die meisten Wesen befreit und damit die meisten Siegpunkte sammelt.

Bedrohungskarten und der Schutz in der Dämmerung

Die Druiden vom Hohen Zirkel legen über Bedrohungskarten laufend neue Hürden aus. Diese Karten behindern Ihre Bewegung, den Einsatz Ihrer Spioninnen und Ihrer Urgeistfähigkeiten, das Sammeln von Wissen und das Befreien selbst. Bedrohungen sind also kein Beiwerk, sondern greifen direkt in Ihre wichtigsten Aktionen ein.

In der Dämmerung können Sie gegensteuern: Sie wappnen Ihre Gefolgschaft gegen einzelne Bedrohungen und kassieren dafür die Schutzbelohnung, die unten rechts auf der jeweiligen Bedrohungskarte abgebildet ist. Zusätzlich helfen einige Gefährten dabei, bestimmten Effekten ganz zu entgehen.

Clans und ihre Fähigkeiten

Ihre Gefährten gehören verschiedenen Clans an, und im fortgeschrittenen Spiel bringt jeder Clan eine einzigartige Fähigkeit mit: eine kleine Zusatzregel mit großer Wirkung. Der Clou: Sie dürfen die Fähigkeit jedes Clans nutzen, der gerade im Spiel ist, nicht nur die Ihres eigenen. Welche Clans am Tisch liegen, formt also jede Partie neu.

Besonders deutlich wird das bei den Bedrohungen: Nur Gefährten des Clans der Naturelementare können auf Bedrohungskarten Einfluss nehmen. Fehlt dieser Clan in einer Partie, müssen Sie ohne diesen Hebel mit den Gemeinheiten der Druiden zurechtkommen. Weitere Clan-Fähigkeiten stellt Feuerland in seiner Newsletter-Reihe nach und nach vor.

Das Tiefenschiff: befreite Wesen einpuzzeln

Eine befreite Kreatur ist noch nicht gerettet. Im Schutz der Dunkelheit bringen Sie die Wesen ins Tiefenschiff, das der Newsletter augenzwinkernd „U-Boot“ nennt. Dort werden sie eingepuzzelt: ein Lege- und Puzzle-Element, bei dem die richtige Platzierung Siegpunkte und mögliche Platzierungsboni einbringt. Wie Sie Ihr Tiefenschiff füllen, ist damit eine eigene taktische Ebene neben dem Befreien.

Zu retten gibt es eine ganze Menagerie eigenwilliger Geschöpfe: Nachtpirscher, Goldkolibris, Koboldschwingen, Bannraupen, Schlammlauerer, Bernsteinwyrmlinge, Herzschimmer, Geweihlinge und Kristallhirsche.

Für wen ist das, und warum DACH-Relevanz?

Mit einer Komplexität, die die BoardGameGeek-Community bislang auf rund 3,0 von 5 schätzt (ein früher Orientierungswert in dieser Vorabphase), zielt Greenwood auf Kennerspielerinnen und Kennerspieler, die variable Fähigkeiten, planerische Tiefe und spürbare Interaktion am Tisch mögen. Das Zusammenspiel aus Aktionswahl, dem Zugriff auf fremde Gefährten und dem Lege-Element rund um das Tiefenschiff verspricht Entscheidungen mit Gewicht, ohne in reine Mehrheitenrechnerei zu kippen. Die Spannweite von 1 bis 4 Spielenden schließt einen Solomodus ein; wie er konkret funktioniert, hat Feuerland öffentlich noch nicht erklärt.

Für den deutschsprachigen Raum ist der Titel doppelt interessant. Feuerland Spiele ist einer der profiliertesten deutschen Verlage für anspruchsvolle Strategiespiele, eine deutsche Ausgabe ist also gesichert, und die Premiere soll auf der SPIEL 2026 in Essen stattfinden, der zentralen Branchenmesse der Region. Auf BoardGameGeek hat Greenwood bereits rund 85 Einträge auf Wunschlisten gesammelt, ein erstes Interesse ist also vorhanden. Wer auf Feuerlands gehobene Linie steht, kennt das Muster bereits von der jüngst angekündigten Special Edition von Vantage.

Ausblick

Der Materialumfang deutet auf eine üppige Produktion hin: Feuerland nennt unter anderem 151 einzigartige Karten, über 200 Holzteile, über 280 Teile aus stabilem Karton sowie vier Clan-Tableaus. Die deutsche Ausgabe ist für Herbst 2026 angekündigt, die Crowdfunding-Kampagne läuft über Gamefound. Wer früh dabei sein möchte, kann das Projekt dort vormerken und die kommenden Teaser zu den einzelnen Clan-Fähigkeiten verfolgen, so wie zuletzt bei unserer Gamefound-Vorstellung zu Altera. Sobald die Kampagne live ist und konkrete Zahlen zu Finanzierungsstand, Laufzeit, Preisen und Pledge-Stufen vorliegen, reichen wir diese nach.

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