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SHUG auf Kickstarter: Partyspiel trifft Dungeon Crawler

21. Mai 2026 um 10:48
SHUG auf Kickstarter: Partyspiel trifft Dungeon Crawler

Ein Bauernaufstand, eine geheimnisvolle Kreatur und ein legendärer Pub: Mit „SHUG" wirbt das Londoner Studio Wandering Games auf Kickstarter für einen Mashup aus Partyspiel und Dungeon Crawler. Die Kampagne ist binnen weniger Tage weit über 1.000 Prozent finanziert und ein Staff Pick, Grund genug, einmal nachzusehen, was hinter dem albernen Trubel steckt.

Worum es in SHUG geht

SHUG spielt in „Ol' Engoland", einer überdrehten Fantasy-Version Englands. König Charles the Cursed zieht mordlustig durchs Land und macht Jagd auf Monster. Sie übernehmen einen einfachen Bauern, der eine kuriose Legende erfüllen soll: die Kreatur Shug finden und sicher zum sagenumwobenen Pub bringen. Der Ton ist bewusst schräg, samt Seemannsliedern, einer Karte namens „Sexy Armour" und Tanzeinlagen gegen Monster. Wandering Games verkauft SHUG als Spiel mit langer Vorgeschichte: Laut Verlagsseite erfanden die Brüder Rufus und Luke Dye-Montefiore es als Kinder im Alter von sieben und zehn Jahren und verfeinerten es über zwei Jahrzehnte mit Familie und Freunden. Die beiden zeichnen auch die handgemachte Grafik.

Wie sich SHUG spielt

Ein Zug ist schnell erklärt. Sie ziehen eine Schatzkarte, würfeln und bewegen Ihre Figur über eine frei begehbare Karte aus Dörfern, Wäldern, Flüssen, Tunneln, Brücken und Städten. Danach lösen Sie aus, was am Zielfeld wartet. Manche Felder bringen Belohnungen, andere Chaos-Effekte, Gasthäuser lassen Sie die Bewegung neu auswürfeln. Betreten Sie ein gefährliches Gebiet wie einen Wald oder ein Moor, stoppt die Bewegung sofort, und ein Monster taucht auf.

Bekämpfen müssen Sie diese Monster nicht. Sie können sie auch anwerben: Viele Kreaturen schließen sich an, wenn Sie eine schräge Aufgabe von der Karte erfüllen. Genau hier greift die „Player Judge"-Mechanik. Statt eines starren Regelwerks entscheiden die Mitspielenden, ob Sie eine alberne Herausforderung bestanden haben, etwa ein Seemannslied für das Seeungeheuer Selky. Schatzkarten wandern dabei ständig über den Tisch. Manche bleiben als Ausrüstung liegen, andere sind Einmal-Effekte, die Kämpfe unterbrechen, Pläne sabotieren oder jemanden im letzten Moment retten.

Eine feste Figuren-Asymmetrie gibt es nicht. Alle starten als gleichrangige Bauern; Unterschiede entstehen erst im Spielverlauf über gesammelte Monster, Ausrüstung und Karten. Gewinnen können Sie auf zwei Wegen: Shug heil zum Pub bringen oder den König erledigen.

Drei Modi: kompetitiv, kooperativ, solo

SHUG kennt drei Spielweisen. Der Standardmodus ist kompetitiv. Sie blockieren sich gegenseitig den Weg, fordern einander zu Duellen heraus und klauen Karten und Begleiter. Vorab-Berichte beschreiben dieses Gegeneinander als den eigentlichen Kern des Spiels. Daneben gibt es einen kooperativen Modus, in dem alle gemeinsam gegen den König antreten, der sich selbst langsam Richtung Pub bewegt. Der Solo-Modus nutzt laut diesen Vorab-Vorstellungen einen Automa, also einen regelgesteuerten Gegenspieler. Die BGG-Seite bestätigt das insofern, als sie SHUG ab einer Person führt und „Solo / Solitaire Game" als Mechanik nennt. Wie der Automa konkret funktioniert, beschreibt die Kampagne im lesbaren Textteil allerdings nicht: Die Kampagnenseite arbeitet fast ausschließlich mit Bildern. Aus dem Material lässt sich also nur die Existenz eines Automa-Gegners ableiten, nicht seine Eingriffstiefe und sein Entscheidungsprofil.

Pledges, Erweiterungen und die Frage nach Stretch Goals

Vier Pledge-Stufen stehen zur Wahl:

  • Classic (35 GBP): das Grundspiel mit allem für einen klassischen SHUG-Abend.
  • Unnecessarily Nice Edition (49 GBP): dasselbe Spiel mit hochwertigeren Komponenten, ein rein optisches Upgrade ohne Folgen fürs Spielgeschehen.
  • Expansion Bundle (66 GBP): das Grundspiel plus alle drei Erweiterungen, die laut Verlag „mehr Lore und Mechaniken" bringen.
  • The Abundance (99 GBP): das Komplettpaket.

Ein Haken für die Übersicht: Die Stufen sind auf der Kampagnenseite betont jokey getextet und listen ihren genauen Inhalt nicht sauber auf. Wer gezielt vergleichen will, sollte den späteren Pledge-Manager abwarten, also das Nachbestell-Tool, mit dem Unterstützende nach Kampagnenende ihre Auswahl finalisieren.

Die drei Erweiterungen sind inhaltlich relevant, nicht bloß Deko. „Enter the Tiddy Realm", „Landlords Expansion" und „Shugnanigans" (einzeln je 13 GBP) bringen neue Regeln und Spielinhalte. Davon zu trennen sind die zahlreichen Komponenten-Add-ons: Kartenständer, eine Münze, eine Sanduhr, ein Hut, ein Plüsch-Shug und Kunstdrucke. Das ist Zubehör und Merchandise, gespielt werden kann SHUG auch ohne. Eine klassische Stretch-Goal-Leiste mit freigespielten Zielen weist die Kampagne dagegen nicht aus. Wer auf freigespielte Boni hofft, wartet hier vergeblich: Im lesbaren Textteil benennt Wandering Games trotz rund 1.450 Prozent Finanzierung keine Stretch Goals.

Gute Nachricht für DACH-Leser: deutsche Version über Haba

Für Spielerinnen und Spieler im deutschsprachigen Raum gibt es eine erfreuliche Nachricht. Laut Kampagnenseite übernimmt der deutsche Verlag Haba die deutsche Lokalisierung von SHUG. Eine deutschsprachige Ausgabe ist damit gesetzt, auch wenn die Kampagne selbst komplett auf Englisch läuft und BGG bislang nur eine englische Edition führt. Wer SHUG lieber auf Deutsch spielt, muss also nicht zwingend die englische Kickstarter-Fassung unterstützen, sondern kann die Haba-Ausgabe abwarten.

Zwei Punkte bleiben dabei offen, die die Kampagne nicht klar beziffert: der genaue Erscheinungstermin der deutschen Ausgabe und der Vertriebsweg, also ob die Haba-Version über den Handel kommt oder an die Crowdfunding-Auslieferung gekoppelt ist. Gerade bei SHUG ist eine saubere Lokalisierung wichtig, denn der Humor lebt von Wortspielen, die Karten tragen viel Text, und die „Player Judge"-Herausforderungen funktionieren nur, wenn alle am Tisch die Aufgaben verstehen. Eine deutsche Fassung nimmt genau diese Sprachhürde, die in der englischen Version sonst auch die effektive Alterseinstufung über die angegebenen 10 Jahre hinausschiebt.

Einordnung: Lohnt sich SHUG?

1.450 Prozent Finanzierung sehen spektakulär aus, doch die Messlatte lag niedrig: Ein Ziel von 9.000 GBP ist für ein Brettspiel sehr knapp kalkuliert. Aussagekräftiger sind die über 1.700 Unterstützenden und der Staff Pick von Kickstarter. Zur ehrlichen Risikobetrachtung gehört aber auch die andere Seite: Ein belastbarer Liefer-Track-Record von Wandering Games lässt sich aus dem Kampagnenmaterial nicht ableiten. Wer unterstützt, sollte das mitkalkulieren, zumal die Auslieferung erst für Mai 2027 geplant ist.

Einordnen lässt sich SHUG am ehesten als chaotisches, vom Urteil der Mitspielenden getriebenes Party-Abenteuer mit Dungeon-Crawler-Anstrich, weniger als taktischer Dungeon Crawler. Der Schwerpunkt liegt klar auf Situationskomik und gemeinsam erzählten Geschichten. Wie gut dieses Erlebnis über die volle Spanne von einer bis sechs Personen trägt, sagt die Kampagne allerdings nicht: Ob eine Zweierpartie dieselbe Spielidee transportiert wie eine volle Sechserrunde, bleibt offen.

SHUG ist ein ungewöhnliches Projekt, ein über zwei Jahrzehnte gewachsenes Familienspiel mit handgezeichneter Grafik und 155 Karten, das bewusst auf Albernheit setzt. Eine Anmerkung für den Familientisch: Der kompetitive Standardmodus lebt von Klauen, Sabotieren und Duellen, das kann mit jüngeren Kindern schnell vom lustigen Chaos in echten Frust kippen. Die kooperative Variante ist hier die entspanntere Wahl. Auch die 30 bis 90 Minuten Spielzeit sind eher ein Rahmen als eine feste Größe: Erste Partien und volle Runden tendieren zum oberen Ende.

Frühe Eindrücke loben genau diese chaotische, anekdotenträchtige Seite, merken aber auch an, dass nicht jede Regel rund läuft. Wer planbare Strategie sucht, ist hier falsch. Wer einen lauten, geselligen Spieleabend mag, kann die Kampagne bis zum 17. Juni 2026 im Auge behalten, sollte für die englische Kickstarter-Fassung aber solide Englischkenntnisse mitbringen. Wer lieber auf Deutsch spielt, wartet auf die von Haba lokalisierte Ausgabe. Einen Blick wert sind auch unsere weiteren Crowdfunding-Vorstellungen, etwa zu Leviathan Wilds: Shattered Peak. Die Auslieferung ist für Mai 2027 geplant, der bei Crowdfunding übliche Vorbehalt gilt also auch hier.

The Legacy of Mars: Terraforming Mars wird zum Kampagnenspiel

21. Mai 2026 um 09:01
The Legacy of Mars: Terraforming Mars wird zum Kampagnenspiel

The Legacy of Mars bringt das Terraforming-Mars-Universum als wiederspielbare Kampagne auf Gamefound. Die Ankündigung des Spiels haben wir bereits gemeldet, hier geht es um die jetzt laufende Kampagne. Wir ordnen ein, was das Spiel mechanisch bietet, welche Pledge-Stufen Stronghold Games anbietet und worauf Sie vor einer Unterstützung achten sollten.

Eigenständiges Spiel, aber vorerst die halbe Geschichte

The Legacy of Mars ist ein eigenständiges Spiel, kein Zusatzmodul. Die Box enthält alles zum Spielen, inklusive einer Ausgabe des Terraforming-Mars-Grundspiels. Sie ist aber Teil eines größeren Bogens: Die Kampagne erzählt sieben Missionen. Die jetzt auf Gamefound finanzierte Box deckt die Missionen 1 bis 4 ab. Die Missionen 5 bis 7 sollen laut Stronghold Games als zweiter Teil Ende 2026 in einer eigenen Gamefound-Kampagne folgen. Wer nur Teil 1 kauft, kann die Kampagne nach Mission 4 mit einem Sieger abschließen. Den vollständigen Sieben-Missionen-Bogen gibt es nur mit beiden Boxen.

Als Designer nennen FryxGames und Stronghold Games Jacob Fryxelius, den Autor des Terraforming-Mars-Grundspiels von 2016. In den strukturierten Datenfeldern der Gamefound-Seite ist kein Designer hinterlegt. Die Urheberschaft ist also über den Verlag belegt, nicht über die Kampagnen-Eckdaten.

Was Sie im Spiel tun

The Legacy of Mars baut auf der bekannten Terraforming-Mars-Mechanik auf. Sie übernehmen einen Konzern und entwickeln Mars und Sonnensystem mit Projektkarten weiter. Karten kaufen Sie auf die Hand und spielen sie gegen Ressourcen aus. So steigern Sie Ihre Produktion. Das Spiel läuft über mehrere Runden, sogenannte Generationen, mit je einer Karten-, einer Aktions- und einer Produktionsphase. In der Aktionsphase führen Sie pro Zug ein bis zwei Aktionen aus. Wer eine Begrünung platziert, hebt den Sauerstoffwert und damit einen der drei globalen Parameter. Städte bringen dagegen vor allem Siegpunkte und Einkommen, ohne die globalen Werte direkt zu verschieben.

Neu sind mehrere Schichten obendrauf. Nach den bisher öffentlichen Informationen ergänzt The Legacy of Mars das Grundsystem um Bevölkerung, Arbeitskräfte, schmelzende Gletscher sowie einen wachsenden Stapel an Innovations- und Entwicklungskarten. Hinzu kommen mehrere Hundert neue Karten, neue Spielpläne und eine neue Ressource. Jede Mission spielt sich mit eigenen Parametern und einem eigenen Kartenpool. Wer eine Mission gewinnt, wird Gouverneur des Planeten und nimmt einen Bonus in die Schlusswertung mit. Diese Schichten erhöhen die Regellast spürbar. Wie viel länger das Erklären dauert und wie stark sie das Grübeln am Tisch antreiben, beziffert die Kampagne nicht. Wer schon das Grundspiel als fordernd empfindet, sollte The Legacy of Mars als deutlich schwergewichtiger einplanen.

Wie die neuen Elemente konkret im Zug eingesetzt werden, etwa die Arbeitskräfte, beschreibt die Kampagne im Fließtext nicht. Gamefound vermittelt viele Details über Bilder statt über Text. Offen bleibt auch, ob sich die Interaktion am Tisch verändert: Terraforming Mars ist im Kern ein indirektes Rennen mit begrenzter Konkurrenz um Felder und Boni, und ob die Kampagne daran etwas dreht, sagt sie nicht. An diesen Stellen bleibt die Kampagne unkonkret.

Spielerzahl, Solo-Modus, Spielzeit und Alter

Die Kampagne nennt eine Spanne von 1 bis 5 Spielenden. Ein Solo-Modus ist damit enthalten. Wie er sich über eine mehrteilige Kampagne hinweg spielt, ob also jede Mission solo bestreitbar ist und wie ein Gegner simuliert wird, beschreibt die Gamefound-Seite nicht. Das Grundspiel von 2016 hat einen etablierten Solo-Modus. Für The Legacy of Mars bleibt der Punkt offen.

Eine Spielzeit gibt die Kampagne ebenfalls nicht an, auch keine Altersfreigabe. Zur Orientierung: Das Grundspiel von 2016 dauert laut BoardGameGeek rund 120 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Dieser Wert gilt aber nur für eine einzelne Partie des Grundspiels. The Legacy of Mars stapelt Zusatzsysteme auf dieses Gerüst und erzählt sieben Missionen. Das Zeit-Commitment liegt damit sehr wahrscheinlich deutlich höher, eine belastbare Zahl nennt der Verlag aber nicht. Planen Sie die 120 Minuten daher nicht als Richtwert für eine Legacy-Mission ein.

Legacy ohne Zerstörung

Legacy verbindet man oft mit Aufklebern und zerrissenen Karten. Genau das passiert hier nicht. Stronghold Games und FryxGames betonen, dass nichts dauerhaft verändert wird: keine Sticker, keine zerstörten Komponenten. Sie spielen die Kampagne durch, setzen sie zurück und können sie erneut spielen. Der Verlag bewirbt das Spiel deshalb als „fully replayable campaign", also als vollständig wiederspielbare Kampagne. Das unterscheidet den Titel klar von klassischen Legacy-Spielen. Technisch zurücksetzbar heißt allerdings nicht automatisch spielerisch abwechslungsreich. Die Kampagne verspricht Varianz über missionseigene Kartenpools und Parameter. Wie unterschiedlich sich ein zweiter Durchlauf wirklich anfühlt, ob also andere strategische Linien tragen, zeigt sich erst am Tisch.

The Legacy of Mars: Terraforming Mars wird zum Kampagnenspiel
Die Deluxe-Stufe legt knapp 300 3D-Plättchen bei, spielerisch ändert sich dadurch nichts. Bild: Stronghold Games / FryxGames via Gamefound

Milestones statt Stretch Goals

The Legacy of Mars nutzt keine klassischen Stretch Goals. Die Kampagne spricht stattdessen von Milestones. Eine einzeln aufgeschlüsselte Liste dieser Milestones liegt in den strukturierten Kampagnendaten nicht vor. Sichtbar ist: Die freigeschalteten Inhalte wandern als sogenannte Milestone-Promos in jede Box, unabhängig von der Pledge-Stufe. Schon die Einstiegsstufe enthält laut Gamefound alle in dieser Kampagne freigeschalteten Milestones.

Soweit erkennbar handelt es sich dabei um zusätzliches Promo-Material, vor allem Karten, also um spielerische Inhalte. Reine Komponenten-Aufwertungen wie 3D-Plättchen oder Metallwürfel laufen dagegen nicht über Milestones, sondern über die höheren Pledge-Stufen. Eine vom Verlag selbst veröffentlichte Trennung in mechanische Inhalte und Komponenten-Boni fehlt im Text.

Die Pledge-Stufen

Es gibt fünf Stufen, die Preise in US-Dollar:

  • Legacy of Mars (109 USD): das vollständige Spiel mit den Missionen 1 bis 4 und allen Milestones. Diese Stufe enthält die komplette spielerische Substanz.
  • Deluxe Legacy of Mars (249 USD): dasselbe Spiel in größerer Box mit knapp 300 3D-Plättchen und Markern. Eine reine Komponenten-Aufwertung, spielerisch identisch zur Einstiegsstufe.
  • Super Deluxe (409 USD): Spiel, 3D-Plättchen, Milestone-Promos, Metallwürfel und Kartenhüllen. Ebenfalls vor allem ein Komponenten-Paket.
  • Everything New (419 USD) und Almost Everything (549 USD): zwei umfangreiche Bündel mit zusätzlichem Terraforming-Mars-Material aus früheren Projekten. Hier kommt spielerischer Mehrwert hinzu. Allerdings beschreibt die Kampagne beide Stufen sehr ähnlich, was die Abgrenzung erschwert.

Wer The Legacy of Mars spielen will, braucht spielerisch nur die Einstiegsstufe. Die teureren Stufen verkaufen vor allem Material und Sammelobjekte. Ein Vorbehalt bleibt: Diese Box deckt nur die Missionen 1 bis 4 ab. Den vollständigen Sieben-Missionen-Bogen gibt es erst mit der zweiten Box, deren Preis Stronghold Games noch nicht nennt. Das reale Gesamtbudget für die ganze Kampagne steht also noch nicht fest.

Was Sie vor der Unterstützung wissen sollten

Die Finanzierungszahlen sind beeindruckend. Das Ziel von 20.000 USD fiel innerhalb von Minuten. Am 21. Mai 2026, an Kampagnentag 9, standen rund 1,75 Millionen USD und 7.105 Unterstützende zu Buche, also rund 8.766 Prozent des Ziels. Diese Quote ist ein Signal für Nachfrage, mehr nicht. Das niedrige Ziel war symbolisch, das Spiel faktisch vorverkauft. Über die Qualität sagt eine hohe Finanzierungsquote nichts aus.

Ein Kritikpunkt aus der Community betrifft die Aufteilung. Sieben Missionen verteilen sich auf zwei getrennte, kostenpflichtige Kampagnen. Den Preis für Teil 2 nennt Stronghold Games noch nicht. Wer den ganzen Bogen erleben will, zahlt zweimal und kennt die Gesamtkosten bisher nicht.

Für den DACH-Raum ist außerdem wichtig: Kampagne, Pledge-Stufen und Abrechnung laufen auf Englisch und in US-Dollar. Das Terraforming-Mars-Grundspiel erscheint auf Deutsch beim Schwerkraft-Verlag. Zu einer deutschen Ausgabe von The Legacy of Mars gibt es bislang keine öffentlichen Informationen. Die Auslieferung ist nach der bisherigen Berichterstattung für 2027 geplant.

Die Gamefound-Kampagne läuft noch bis zum 30. Mai 2026.

Königreich Legacy: Erforschungen, neue Solo-Erweiterung

21. Mai 2026 um 08:33
Königreich Legacy: Erforschungen, neue Solo-Erweiterung

Der Schwerkraft-Verlag bringt Ende Mai 2026 mit „Königreich Legacy: Erforschungen" eine neue Erweiterung für sein Solo-Kampagnenspiel „Königreich Legacy - Feudale Welt" heraus. Wir ordnen ein, was das 160-Karten-Paket bietet, für wen es gedacht ist und wo die Verlagsangaben einen zweiten Blick verlangen.

Worum es geht

„Königreich Legacy: Erforschungen" ist keine eigenständige Box, sondern eine Erweiterung. Das Grundspiel Königreich Legacy - Feudale Welt ist zum Spielen zwingend nötig. Im Karton liegen 160 Spielkarten und 4 Aufkleberbogen. Hinter der Reihe steht Designer Jonathan Fryxelius vom Originalverlag FryxGames. Die Pressemitteilung von Schwerkraft nennt ihn nicht. Für eine faire Einordnung gehört der Name aber in den Text.

„Erforschungen" erweitert den bestehenden Kampagnen-Loop um Material, statt die Regeln umzubauen. Mechanisch bleibt die Erweiterung der Reihe treu. Es ist ein Legacy- und Kampagnenspiel: Sie bauen ein Kartendeck auf, verwalten Ihre Handkarten und arbeiten sich Zug für Zug durch einen Kartenstapel. Dazu kommen narrative Entscheidungen, die über nummerierte Absätze ablaufen, sowie Push-Your-Luck-Momente, in denen Sie ein Risiko gegen einen möglichen Gewinn abwägen. Laut Verlag ist die englische Fassung „Exploration" die inhaltsreichste der Erweiterungen, wenn Sie mehr Karten und ein größeres Königreich suchen. Schwerkraft merkt zugleich an, dass dieses größere Königreich im Spiel ressourcenintensiv wird.

„Königreich Legacy: Erforschungen" ist die vollständig deutsche Ausgabe dieser Erweiterung. Das ist hier kein Nebenaspekt: Die Reihe erzählt stark über Text und nummerierte Absätze. Eine deutsche Lokalisierung entscheidet also mit über den Spielfluss, anders als bei einem weitgehend sprachneutralen Add-on.

Ein Solospiel, kein Mehrspieler-Titel

Eine Formulierung aus der Pressemitteilung braucht eine klare Einordnung. Schwerkraft schreibt, „Erforschungen" könne „sogar von zwei Königreichen gespielt werden". Das ist kein Mehrspieler- und kein kooperativer Modus. „Königreich Legacy: Erforschungen" ist und bleibt ein reines Solospiel für genau eine Person. Gemeint ist etwas anderes: Das Kartenmaterial reicht aus, um zwei getrennte Kampagnen, also zwei separate Spielstände, zu versorgen. Die Schwerkraft-Produktseite zu „Erforschungen" spricht von bis zu zwei Königreichen mit je vier Durchgängen. Gespielt wird trotzdem allein.

Spielzeit, Alter und Preis

Bei der Spieldauer lohnt eine Trennung. Schwerkraft nennt 15 bis 60 Minuten. Diese Spanne gilt für eine einzelne Sitzung, also für eine einzelne Erforschung. Das Grundspiel ist als Kampagne angelegt und summiert sich über viele Stunden. Die 15 bis 60 Minuten sind also kein Gesamtumfang, sondern das Maß für eine Partie zwischendurch.

Bei der Altersangabe gibt es eine Unstimmigkeit. Die Schwerkraft-Produktseite zu „Erforschungen" nennt „ab 12 Jahren". BoardGameGeek führt das Grundspiel dagegen mit 14 Jahren. Wir nennen die Verlagsangabe, behandeln sie aber nicht als gesichert. Wer das Spiel verschenkt, prüft die Altersfreigabe am besten selbst.

Der Vorbestellpreis liegt bei 16 Euro, regulär kostet die Erweiterung 18 Euro. Der Vorbesteller-Rabatt läuft bis zum 22. Mai 2026, der Erscheinungstermin ist Ende Mai 2026.

Was sonst noch von Schwerkraft kommt

„Erforschungen" kommt nicht allein. Vom Grundspiel gibt es jetzt eine Big-Box-Version mit größerer, stabilerer Schachtel, in der auch ein bereits gewachsenes Königreich Platz findet. Dazu erscheint eine fachhandelsexklusive alternative Starter-Box. Den aktuellen Zyklus schließt „Erforschungen" laut Verlag ab. Schwerkraft teasert aber bereits einen neuen Zyklus an, der „deutlich kälter" werden soll. Wer mag, findet bei uns weitere Schwerkraft-Neuheiten.

Ein Hinweis zur Transparenz: Die Illustrationen der Reihe sind KI-generiert und stammen aus Adobe Firefly. In der DACH-Spieleszene ist der Einsatz von KI-Bildern ein Diskussionspunkt, deshalb nennen wir es offen.

Einordnung

Der Verlag lobt die Reihe deutlich, unter anderem als „unangefochten das Solo-Spiel-Erlebnis überhaupt". Belastbarer als das Eigenlob sind die Zahlen: Auf BoardGameGeek steht das Grundspiel bei rund 8,0 Punkten aus etwa 2.960 Wertungen und rangiert ungefähr auf Platz 640. Das ist eine solide Marke für ein reines Solospiel. „Erforschungen" richtet sich klar an alle, die den Kern der Reihe mögen und mehr davon wollen. Ob die Erweiterung diese Linie hält, zeigt sich, sobald die ersten Kampagnen ausgespielt sind.

Leviathan Wilds: Shattered Peak läuft auf Kickstarter

21. Mai 2026 um 07:59
Leviathan Wilds: Shattered Peak läuft auf Kickstarter

Der kooperative Boss-Battler Leviathan Wilds bekommt Nachschub: Mit Shattered Peak sammelt der US-Verlag Moon Crab Games auf Kickstarter Geld für die zweite große Erweiterung der Reihe. Die Kampagne läuft auf Englisch, und das Grundspiel bleibt zum Mitspielen zwingend nötig.

Es ist die zweite große Erweiterung. Die erste war Deepvale (2025). Die beiden Mutation Packs zählen nicht mit: Sie sind kleinere Varianten-Packs, keine vollwertigen Erweiterungen.

Leviathan Wilds: Shattered Peak – Eckdaten im Überblick

Die folgenden Werte gelten für das Grundspiel und damit auch für Partien mit der Erweiterung:

  • Spielerzahl: 1 bis 4
  • Spieldauer: 45 bis 90 Minuten (Verlagsangabe)
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Ausrichtung: kooperativ, mit vollwertigem Solo-Modus

Die 45 bis 90 Minuten sind ein Richtwert für eingespielte Runden. In voller Vierer-Besetzung und in den ersten Partien mit den noch unbekannten neuen Klassen und Leviathanen kann eine Partie deutlich länger dauern.

So funktioniert Leviathan Wilds

Leviathan Wilds dreht sich ums Klettern. Die Spielenden erklimmen riesige Kreaturen, die Leviathane, und bringen deren Kristalle auf null. Wer alle Kristalle einer Kreatur ausschaltet, gewinnt. Das Spielbrett ist ein spiralgebundenes Buch. Die Bewegung läuft über ein Raster und kostet Aktionspunkte. Karten lassen sich mehrfach nutzen, unter anderem als „Griff“, mit dem man sich an einem Leviathan festhält. Ein Kampagnenmodus verbindet einzelne Szenarien. Weil das Spiel rein kooperativ ist, wächst mit jeder weiteren Person vor allem der Abstimmungsaufwand am Tisch, während Solo- und Zweier-Partien fokussierter ablaufen.

Designer ist Justin Kemppainen, die Illustration des Grundspiels stammt von Samuel R. Shimota. Auf BoardGameGeek liegt das Grundspiel bei einer Komplexität von 2,47 von 5 und einer Durchschnittsbewertung von 7,86.

Was Shattered Peak hinzufügt

Shattered Peak führt elf neue Leviathane ein. Laut Verlag sind darunter geflügelte Schlangen, tobende Sturmwolken und Kreaturen, die im Berg selbst lauern. Das Setting ist ein Aufstieg in ein zerborstenes Bergmassiv, das vor Jahren durch eine Explosion zerrissen wurde.

Dazu kommen drei neue Kletterfiguren, im Original „Climber“ genannt, also spielbare Charaktere. Zwei davon nennt die Kampagne beim Namen: Recoil, spezialisiert auf Präzisionsschüsse, und Dare, auf der Suche nach dem Nervenkitzel. Den Namen der dritten Kletterfigur nennen die uns vorliegenden Quellen nicht.

Ebenfalls neu sind drei Klassen. Benannt werden der Alchemist mit Fokus auf Gebräue und der Geomant, der Kristalle manipuliert. Die dritte Klasse bleibt in den Quellen ohne Namen.

Als zusätzliche Mechanik-Ebene bringt die Erweiterung einen neuen achtseitigen Kristallwürfel mit, der seine Position wechselt, sobald er getroffen wird. Wie dieser Sprung genau ausgelöst und gesteuert wird, geht aus dem uns vorliegenden Quellmaterial nicht hervor. Auffällig ist die Nähe zur neuen Klasse: Der Geomant manipuliert Kristalle, und die Erweiterung dreht eine neue Kristall-Mechanik auf. Ob beide direkt zusammenspielen, sagt die Kampagne aber nicht ausdrücklich.

Der Erweiterungs-Pledge enthält außerdem das Wood Token Set 2, ein Holz-Token-Upgrade für die neuen Figuren und Klassen.

Solo-Modus

Leviathan Wilds ist kooperativ und bringt einen vollwertigen Solo-Modus mit. BoardGameGeek führt dafür die Mechanik „Solo / Solitaire“. Shattered Peak ist eine Erweiterung und baut auf diesem Gerüst auf. Eine eigene, abweichende Solo-Mechanik nur für die Erweiterung nennt die Kampagne nicht.

Finanzierung und Stretch Goals

Die Crowdfunding-Kampagne ist erfolgreich: Rund 232.600 US-Dollar von 3.442 Unterstützenden (Stand: 21. Mai 2026) stehen etwa 465 Prozent des Ziels von 50.000 US-Dollar gegenüber. Kickstarter führt das Projekt als „Staff Pick“. Bei dieser Quote sind freigeschaltete Stretch Goals üblich. Eine nachprüfbare Stretch-Goal-Liste, die sich in Mechanik-Inhalte und reine Komponenten-Upgrades trennen ließe, stellt die Kampagnenseite in Textform aber nicht bereit. Wir führen deshalb keine auf. Eine hohe Finanzierungsquote ist ein Signal für Interesse, kein Qualitätsurteil.

Pledge-Stufen und DACH-Bezug

Die Kampagne rechnet in US-Dollar, der Versand kommt obendrauf. Die wichtigsten Stufen:

  • 3 US-Dollar: nur Zugang zum Pledge-Manager, dem Bestellsystem nach Kampagnenende. Kein Spielmaterial.
  • 49 US-Dollar: die Erweiterung Shattered Peak, inklusive Wood Token Set 2.
  • 56 US-Dollar: „Returning Backers: Everything New“. Enthält Shattered Peak, Mutation Pack 2 und Wood Token Set 2. Mit 2.699 Unterstützenden die mit Abstand beliebteste Stufe.
  • 79 US-Dollar: die Erweiterungen Deepvale und Shattered Peak zusammen.
  • 162 US-Dollar: „New Backer: All Gameplay“. Grundspiel plus alle Gameplay-Inhalte.
  • 188 US-Dollar: „New Backer: Everything“. Die komplette Sammlung, inklusive Deluxe-Komponenten.

Kurz zur Orientierung: Wer Grundspiel und Deepvale schon besitzt, ist mit der 56-Dollar-Stufe komplett versorgt. Wem nur Deepvale fehlt, greift zur 79-Dollar-Stufe. Neueinsteiger brauchen zwingend eine Stufe mit Grundspiel, also 162 oder 188 US-Dollar.

Gameplay-seitig zählt, was in den Stufen ab 49 US-Dollar an Erweiterungen steckt. Das Wood Token Set 2 ist dagegen ein reines Material-Upgrade und ändert nichts am Spielablauf. Auch die 188-Dollar-Stufe legt mit den Deluxe-Komponenten vor allem eine Material-Aufwertung obendrauf.

Einen deutschsprachigen Pledge gibt es nicht. Das Grundspiel ist zwar bei Frosted Games auf Deutsch erschienen, eine bestätigte deutsche Ausgabe der Erweiterung nennen die uns vorliegenden Daten aber nicht. Wer mitmacht, bekommt eine englische Ausgabe. Konkrete Versand- oder Einfuhrkosten für Deutschland und die EU weist die Kampagnenseite in den uns vorliegenden Daten ebenfalls nicht aus.

Termine

Die Kampagne läuft noch bis zum 2. Juni 2026, 22 Uhr MESZ. Moon Crab Games schätzt die Auslieferung auf Juni 2027. Wichtig für Interessierte: Shattered Peak ist allein nicht spielbar. Ohne das Grundspiel Leviathan Wilds bleibt die Erweiterung im Karton.

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