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QUIZ-O-METER

03. April 2026 um 16:00

moses, 2025
Autor: Paul Schulz
2-4 Spieler:innen, ab 14 Jahre, ca. 20 Minuten

Ihr sitzt am Tisch, vor euch liegt keine klassische Frage-Antwort-Karte, sondern ein kleines Bedienfeld mit Schiebern, Drehscheibe und Zeichenfläche. Genau daraus zieht „QUIZ-O-METER“ seinen Reiz. Statt Lösungen anzukreuzen, tastet ihr euch mit Wissen, Gefühl und etwas Mut an Zahlen, Verhältnisse und Zuordnungen heran. Das Spiel ist ein Quiz, das seine Fragen in vier sehr unterschiedliche Denkaufgaben aufteilt und damit deutlich spielerischer wirkt als ein reines Frage-Antwort-Format. Es ist klar im Bereich Familien, Gelegenheitsspiel und lockeres Party-Quiz einzuordnen.

Alle spielen gleichzeitig und das ist hier der wichtigste Kniff. In jeder Runde beantwortet ihr nacheinander vier Fragen aus vier Stapeln. Mal schiebt ihr einen Regler auf eine Zahl zwischen 1 und 50, mal schätzt ihr einen Prozentwert über ein Tortendiagramm, mal bringt ihr drei Begriffe in die richtige Reihenfolge, mal ordnet ihr fünf Begriffe in eine Schnittmenge ein. Danach wird gemeinsam ausgewertet, wobei exakte Treffer mehr Punkte bringen, aber auch gute Annäherungen belohnt werden. Dazu kommen Joker, die entweder auf Risiko spielen oder euch bei Mitspieler:innen abschauen lassen. So entsteht eine schöne Mischung aus eigenem Grübeln, Beobachten der Runde und kleinen Mutproben beim richtigen Timing. Weil alle parallel knobeln, bleibt der Spielfluss flott, auch wenn die orange Schnittmengen-Kategorie etwas mehr Aufmerksamkeit verlangt als die anderen drei.

Am meisten überzeugt mich bei „QUIZ-O-METER“, dass hier nicht einfach nur Wissen abgefragt wird. Das Spiel gibt euch für jede Frage eine kleine Aufgabe in die Hand, und genau dadurch fühlt sich eine Partie lebendiger an als bei vielen klassischen Quizspielen. Ihr schätzt, sortiert, ordnet ein und diskutiert dabei oft schon, bevor überhaupt aufgelöst wird. Gerade dieses gemeinsame Rätseln sorgt für eine lockere, wache Stimmung am Tisch. Mal liegt ihr erstaunlich nah dran, mal ist eine Antwort völlig daneben und genau diese Momente machen den Reiz aus. Gut gefällt mir auch der flotte Ablauf. Weil alle gleichzeitig beschäftigt sind, entsteht kaum Wartezeit. Niemand sitzt lange untätig daneben und selbst in voller Runde bleibt das Spiel angenehm zügig. Die Interaktion ist dabei hoch, aber nicht anstrengend. Ihr schaut neugierig auf die Einschätzungen der anderen, freut euch über überraschende Treffer und habt immer wieder Anlass zum Lachen oder Staunen. Das macht das Spiel sehr zugänglich, auch für Leute, die bei Quizrunden sonst eher zurückhaltend sind. Ganz ohne Schwächen ist das Ganze aber nicht. Die Aufgaben leben stark davon, dass euch Schätzen und allgemeines Wissen Spaß machen. Wenn in eurer Runde lieber geplant, getüftelt oder langfristig vorausgedacht wird, dürfte dieses Spiel auf Dauer etwas zu leicht wirken. Auch die Kategorien sind nicht alle gleich stark. Vor allem die kniffligeren Zuordnungen können den Fluss kurz bremsen, weil sie mehr Konzentration verlangen als die schnelleren Schätzfragen. Das ist nicht dramatisch, aber spürbar. Beim Material bleibt ein gemischter Eindruck. Die Grundidee mit den verschiedenen Eingabemöglichkeiten ist ein echter Blickfang und macht sofort Lust auf eine Partie. Gleichzeitig wirkt nicht jedes Detail gleich hochwertig. Vor allem bei häufigem Einsatz könnte sich zeigen, welche Teile robust sind und welche schneller Gebrauchsspuren bekommen. Die Gestaltung ist insgesamt klar genug, damit ihr euch schnell zurechtfindet, ohne dabei besonders auffällig oder verspielt zu sein. Für Familien, Freundesrunden und gemischte Gruppen ist „QUIZ-O-METER“ aus meiner Sicht besonders passend. Wer ein Quizspiel sucht, das mehr Bewegung in die Antworten bringt und ohne lange Wartezeiten auskommt, bekommt hier ein unterhaltsames Gesamtpaket. Für Gruppen, die vor allem taktische Tiefe oder viele unterschiedliche Wege zum Sieg suchen, ist es eher nicht die erste Wahl. Wenn ihr aber Lust auf ein zugängliches Wissensspiel habt, bei dem ihr gemeinsam rätselt, schätzt und euch auch über herrlich falsche Antworten amüsieren könnt, werdet ihr hier viel Freude haben.

Trivial Pursuit: Genus VI

Von: ferengi
22. Februar 2026 um 11:51

Wie lautet der bürgerliche Vorname von Atze Schröder?

1979, in den Anfangszeiten der Computerspiele, war es für Scott Abbott und Chris Haney schwer, Begeisterung für ihre Spielidee zu finden. Erst nachdem die reinen Wissensthemen durch Fragen zum Schwerpunkt Film getauscht und Schauspieler als Werbepartner gefunden wurden, begann 1983 die Erfolgsgeschichte von Trivial Pursuit. Ab 1984 war das Spiel auch in Deutschland erhältlich und es landete auch in unserem Schrank. Interessant ist, dass für die deutsche Version alle 200.000 Fragen und Antworten bis 2012 von einer Person, Willi Andresen, erstellt wurden.

 

Etwas bunter als früher, aber am Spielprinzip hat sich (leider) nichts geändert.

Neben unzähligen Varianten und Ergänzungen gab es auch Umsetzung für den Computer und Fernsehsendungen. Während damals meine Disney-Ergänzung (1992) eine Seltenheit war, kamen später mit Herr der Ringe (2018) oder Harry Potter (2019) unzählige Fragenpakete auf den Markt, zuletzt Rick & Morty 2020. Besonders hervorzuheben ist die Version des Deutschen Panzermuseums Munster. Wie immer haben Fans eines Themas hier einen Vorteil.

Mit 2400 Fragen ist die hier getestete Genus-Version VI von 2005 eine kleine Klassik-Version, aber bunt aufgemacht. Die Fragenkategorien mit Erdkunde, Unterhaltung, Geschichte, Kunst & Literatur, Wissenschaft & Technik sowie Sport & Vergnügen entsprechen der Erstauflage von 1984.

Das Quizspiel ist einfach aufgebaut: Wir würfeln und ziehen unseren Wissensspeicher entsprechend weiter. Beantworten wir eine Frage richtig, dürfen wir Weiterwürfeln. Beantworten wir eine Frage auf einem Eckfeld richtig, bekommen wir einen der sechs verschiedenen Wissensecken, die wir alle sammeln müssen. Zum Ende würfeln wir uns zum Zentrum und müssen dort eine Frage nach Wahl der anderen Spieler beantworten, um zu gewinnen.

Bei zwei Möglichkeiten und dann noch leichten Optionen ist das Spiel schon ungerecht.

Fazit:

Nervig ist das Würfelglück. Es kann schon viele Runden dauern, bis wir auf dem Feld sind, das uns noch fehlt. Auch sind die Fragen nicht gut ausbalanciert. So kann es sein, dass man eine entweder-oder-Frage bekommt oder man sich schon gut in Historie oder Geographie auskennen muss. Die hiermit zu recht angegebene Spieldauer von 4 Stunden kann man durch die vorgeschlagenen Hausregeln abkürzen, indem z.B. jede beantwortete Frage zu einer Wissensecke führt und man nicht nur glücklich auf den Eckfeldern landen muss. Aber es macht schon Spaß, sich mit richtigen oder lustigen Fragen abzuquizzen und man kann Trivial Pursuit immer mal wieder als Lückenfüller mit Hausregeln spielen.

Stubenscore: 5,8 / 10


TRIVIAL PURSUIT VI
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Otto Normalo

27. Januar 2026 um 02:33

„Ein Spiel, bei dem weder die Besten noch die Schlechtesten gewinnen“ – so steht es auf der Spielschachtel und das beschreibt auch schon die Herausforderung dieses durchaus unterhaltsamen Schätzspiels. Otto…

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Let’s schätz – Spielkritik

Von: Paddy
08. Januar 2026 um 07:29
Let's schätz

So viele Dinge im Leben werden mit Zahlen festgelegt. Doch wovon gibt es mehr und wovon weniger? Beim kooperativen Let’s schätz treffen wir unsere Einschätzungen und bringen Ordnung in unser Halbwissen, bis die Reihenfolge stimmt. Bei diesem Spiel kann man

Der Beitrag Let’s schätz – Spielkritik erschien zuerst auf brettspielblog.ch.

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