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Eternal Decks Messepartie und Strohman Games Neuheiten

Von: ravn
03. November 2026 um 18:30

Einmal einen Rundumschlag bitte. Auf der Neuheitenschau der SPIEL Essen 2026 konnte ich mir das Verlagsprogramm der Strohman Games Neuheiten von Gibberers bis Eternal Decks zeigen lassen. Den zwischenzeitlichen Favoriten der Fairplay Scoutaktion habe ich dann am Freitag direkt gekauft, während Eternal Decks leider schon ausverkauft war. So blieb nur eine Kennenlernpartie in entspannter Dreierrunde am Messesonntag, die dramatischer verlief, als es den optischen Anschein hat. Meine Vorbestellung zum Januar 2027 steht.

Folgt mir zusammen mit Marco von Strohmann Games über das Verlagsprogramm. Im Zentrum der Vorstellung stehen bei Gibberers die Hürden und Herausforderungen, über die Entwicklung der eigenen Sprache kooperativ voranzuschreiten. Kooperation gibt es auch beim Kartenspiel Eternal Decks, das unsere Handkarten als Lebenspunkte nutzt. Was uns in 1. Kontakt zur kooperativen Hetzjagd auf ein notgelandetes Alien per Deduktion bringt. Eine Neuheit, die lang erwartet als deutschsprachige Lokalisierung vorliegt. Reingelauscht.

Am Sonntag hatte ich dann die Chance, Eternal Decks inmitten des Messetrubels von Halle 3 kennenzulernen. Routiniert erklärt von Chris von Strohmann Games, nur unterbrochen vom prasselnden Gewitterregen aufs Hallendach. Für Euch ebenso als Audio-Mitschnitt festgehalten, aber dank moderner Filtertechnologie nicht mehr störend im Hintergrund zu hören.

Was für ein Kartenritt als Messeerlebnis. Kooperativ herausfordernd, so war unsere Kennenlernpartie. Auch weil im Spielverlauf untersagt war, uns über unsere kooperative Taktik oder Karten abzusprechen. Einzig zwei Marker pro Mitspieler können anzeigen, was wir eventuell vorhaben. Missverständnisse sind so vorprogrammiert, was aber auch den Reiz und die Dramatik ausmacht. Denn unsere Handkarten sind zeitgleich Lebenspunkte und einmal gespielt, sehen wir die nie mehr wieder. Wir müssen also sehen, dass wir neue Kartendecks freispielen und zwar für alle Spieler am Tisch.

Aktive Flüche verhindern zudem, dass bestimmte Zahlenwerte gespielt werden. Blöd, wenn man die Kartenhand voll davon hat, es aber nicht äußern darf. So entstand ein hochtaktischer Drahtseilakt fernab der verbalen Kommunikation, was angenehm nervige Alphaspieler ausbremst. Wir haben zwar verloren, aber Eternal Decks war eines meiner Messe-Highlights, die ich mir für Anfang 2027 vormerke, wenn es dann wieder lieferbar sein wird. Absolute Empfehlung.

Drillers: Interview mit dem Autor und Erstpartie auf der SPIEL 26

Von: ravn
31. Oktober 2026 um 16:10

Drillers ist ein Eurogame, in dem wir vorausplanen und schwierige Entscheidungen treffen. Mit Schrottplatzteilen und viel Mut bohren wir nach wertvollen Mineralien und das im direkten Wettstreit mit unseren Mitspielern. Auf der Neuheitenschau der SPIEL 2026 in Essen konnte ich mit dem Autor Adam Španěl sprechen und am letzten Messetag die Neuheit selbst anspielen. Seid ebenso bei meiner Erstpartie in entspannter Viererrunde per Audio-Mitschnitt dabei. Das Info-Rundumpaket aus erster Hand.

Drillers ist trickreich, wie selbst erlebt. Nur wer sein Aktionsdeck optimiert, um möglichst tief und mit Gespür fürs Timing zu bohren, und erkennt, wenn es sich lohnt, wieder an die Oberfläche zurückzukommen, wird als siegreicher Spieler die einsturzgefährdete Mine bezwingen. Lauscht der kompetenten Spielerklärung am Messesonntag und meinem begleiteten ersten Spielzug, der zeigt, wie sich Drillers so spielt.

Verlag: HeidelBÄR Games
Titel: Drillers
Autor: Adam Španěl, Říman

Drillers erinnerte mich im besten Sinne an das Spielgefühl von Die verlorenen Ruinen von Arnak. Wir erforschen zwar keine Tempelanlagen, sondern bohren hier in immer tiefere Schichten nach Mineralien, die wir verkaufen und in noch bessere Ausrüstung investieren. So wird unser Kartendeck immer effektiver, aber auch spezieller. Im Kern ist es ein Wettlauf, um die besten Karten und um die wertvollsten Rohstoffe. Zeitverlust will sich keiner leisten, weshalb der eigene Spielzug gut geplant sein will. Und genau da sehe ich einen Knackpunkt in Vierer-Vollbesetzung.

Wir spielen unsere komplette Kartenhand, sammeln Mineralien, verkaufen und investieren. Erst dann ist der nächste Spieler am Zug. Grübler können dabei zum Problem werden. Unsere Runde hat experimentierfreudig spontan gespielt und während der Mitspielerzüge schon vorausgeplant. Im Zweifel in kleinerer Runde spielen, wie der Autor selbst bestätigt hat, oder ausreichend Geduld für Eure Erstpartie mitbringen. Mitspieler, die zwingend alles optimieren müssen, obwohl sie das Spiel noch gar nicht kennen, würde ich persönlich ausschließen und auf den Solo-Modus verweisen.

Auf der Habenseite präsentiert sich Drillers erstaunlich klar und übersichtlich. Alles ist auf der doppelseitigen Spielhilfe beschrieben und die Icons waren in meiner Anspielpartie in Essen direkt eindeutig. Wer ein schnörkelloses Eurogame auf Kennerniveau sucht, das vielfältige Möglichkeiten bietet, ist hier richtig. Deshalb habe ich es auch direkt am Messestand gekauft. Einzig das Auspöppeln der Spielertableaus ist ein wenig mühsam. Nehmt Euch dafür die notwendige Zeit, damit die vielen Ausstanzungen nicht einreißen. Drillers hat meine Empfehlung als Kauftipp der SPIEL 2026 Neuheiten.

Final Titan Spielpartie: Mein bestens SPIEL 2026 Erlebnis

Von: ravn
29. Oktober 2026 um 20:28

Final Titan als taktischer Auto-Battler von Richard Garfield zu bezeichnen ist zweifach nur die halbe Wahrheit. Kommt mit auf meiner Entdeckungsreise zu einem Spiel, das ich als einen meiner absoluten Höhepunkte der SPIEL 2026 in Essen bezeichnen möchte. Dabei ist es ganz nüchtern betrachtet, nur ein Würfelduell. Aber eines, das voller Emotionen steckt.

Erstmalig hatte ich von Final Titan im Vorfeld meiner SPIEL 2026 Recherche nach aussergewöhnlichen Neuheiten in einem Dice Tower Vorschau-Video mitbekommen, dass es dort mehrfach erstaunlich hoch bewertet wurde. Der Autorenname Richard Garfield zieht natürlich und weckte auch bei mir Neugier. Aber eventuell ist es auch nur der Nachhall einer erstaunlichen Persönlichkeit, die uns Magic The Gathering gebracht hat. Das habe ich übrigens wie fast alle Trading Card Games nie gespielt, weil mir der Sammelaspekt und der Deckbau fernab des Soieltisches nicht zugesagt haben.

Mit Mindbug konnte ich in seiner verdichteten Art auf wenige Karten in meiner Erstpartie nicht recht warm werden, weil mir die spielentscheidenden Keywords nicht eingängig genug waren. Und auch Keyforge habe ich trotz des neuen Druckkonzepts, das damit in einem Deck alles möglich sein konnte, nach dem Starterset nicht tiefer erforscht. Die Idee fand ich damals besser als das Spielgeschehen an sich.

Umso überraschender, das mir Final Titan so viel Spaß macht. Aber eventuell ist dafür auch der zweite Autor Christian Kudahl verantwortlich, der mit Agent Avenue die Essenz des „Einer teilt, der andere wählt“-Mechanismus in einem herrlich taktisch spannenden Ich-denke-dass-Du-denkst-Mindfuck herausgearbeitet hat. Jetzt also Final Titan, das mir Marvin von Nerd Labs auf der Neuheitschau am Messe-Mittwoch euphorisch überzeugend vorgestellt hat.

Ich war skeptisch, ob ein Auto-Battler mit bewusst seichtem Spielablauf mich überzeugen würde. Angeblich sollte das Spielgefühl mit jeder Partie wachsen und zum regelrechten Sog werden. Ich wollte das selbst erleben und so steuerte ich direkt am Messe-Freitag um kurz vor 10 Uhr den Stand von Nerd Labs in Halle 5 an, um Final Titan zu spielen. Eventuell gab es ja noch Restposten der Ultimate Deluxe Version zu kaufen, aber bei so einem Spiel sollte die normale 40-Euro-Version eigentlich völlig ausreichen. So redete ich mir im Vorfeld zumindest ein.

Lauscht im Audio-Mitschnitt, wie ich die Spielerklärung und ebenso unsere launige Vierertruppe aus Messe-Zufalls-Mitspielern erlebt habe. Wir haben unsere Champions gegenseitig angefeuert und das Mitbieten auf die Mitspielerkämpfe ohne eigene Beteiligung war ebenso spannend. Final Titan spielte sich dabei weitaus taktischer als ich dachte. Um als letzter Champion zu gewinnen, muss man das richtige Timing abschätzen, wann man was wagt und wann eher nicht. Die Kämpfe gehen superflott und machen Spaß, weil dabei so viel und so viel Unerwartetes passieren kann. Hier kam bei uns echte Arena-Stimmung auf, die ich bei King of Tokyo wegen des gemächlichen Spannungsaufbaus vermisst hatte. Bei Final Titan geht es die ganze Zeit zur Sache und das macht es für mich besonders und spielenswert.

Eigentlich reicht die Grundbox für 40 Euro völlig aus. Eigentlich wollte ich die nach meiner Anspiel-Session mit der auf zwei Champions verkürzten Partie auch kaufen und dabei auf Sleeves verzichten. Eigentlich, so hatte ich es mir vorgenommen. Weil dann gab es trotz fortgeschrittener Messezeit unerwartet doch noch die Ultimate Deluxe Version und die passenden Sleeves dazu und ich konnte mit Karte diesen Spontankauf zahlen. Tja, was soll ich sagen? Der Rest ist Geschichte und mein persönliches Messegeschenk, das ich mir gegönnt habe, fernab aller Vernunft. Muss auch mal sein und das ist auch gut so.

Wie die Ultimate Deluxe Version aussieht, mit ihrem besonders schimmernden und kräftigen Druck dank UV-Lack-Veredelung mitsamt den dickeren und größeren und ebenfalls mit UV-Lack-Veredelung versehenen Pappcountern, das könnt Ihr in meiner Unboxing-Bildergalerie sehen. Aber laßt Euch eines sagen: Rein spielerisch reicht das Grundspiel mit seinen 100 statt 135 Champions und doppelseitigen dünneren Pappmarkern locker aus. Für 40 Euro ist Euch dieser Draft-Battler, weil Ihr in einer regulären fernab einer Anfängerpartie Eure Champions passend selbst per Kartendraft zusammenstellt, ans Spielerherz gelegt. Aber ebenso wie das Kennerspiel des Jahres 2023, das viele schon längst verdrängt haben, könnte auch Final Titan die Meinungen spalten und so manchen von Euch kopfschüttelnd zurücklassen.

SPIEL 2026: Pressekonferenz und Neuheitenschau Einblicke

Von: ravn
21. Oktober 2026 um 21:11

Wer diesmal aus Gewohnheit das Glasfoyer am Eingang Ost der Messe Essen angesteuert hatte, der stand vor verschlossenen Türen. Zumindest wenn er kein Aussteller ist, denn nur die haben mit ihren Aufbauteams am Messe-Mittwoch Zugang zu den Messehallen. Da der Platz sowieso nicht mehr ausgereicht hätte, wurde die diesjährige Pressekonferenz samt anschliessender Neuheitenschau in die direkt benachbarte Gruga-Halle ausgegliedert. Kommt mit auf meiner kleinen bebilderten Erlebnisreise samt ersten Erfahrungen und Meinungen.

Glück muss man haben. Eigentlich war ich am frühen Mittwochmorgen der SPIEL 2026 in Essen ausreichend früh dran. So dachte ich und so war es eigentlich geplant, um den besten Blick auf die Pressekonferenz zu haben. Ein Auffahrunfall auf der A40 ohne meine Beteiligung wollte es aber auf meinem Anfahrtsweg anders und verlängerte meine Anreise mal eben auf unentspannte 80 Minuten wegen Stau im Berufsverkehr. So kam ich erst nach dem offiziellen Einlass und nur 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn an. Ein Platz in der dritten Reihe direkt vor der Bühne war aber noch frei, wie sich spontan auf Nachfrage ergab, und so hatte ich doch noch unerwartet beste Sicht aufs Geschehen.

Carol Rapp und Robin de Cleur vom veranstaltenden Merz Verlag führten wie gewohnt kurzweilig, zweisprachig und sympathisch durch die Pressekonferenz. Klickt Euch für die Details einfach durch meine Bildergalerie in 50er-Blöcken oder schaut und hört Euch direkt die offizielle YouTube-Aufzeichnung an. Kurz für Euch zusammengefasst, wird die SPIEL dieses Jahr erneut größer in der Fläche sowie bei den Ausstellern und den Neuheiten. Wir bewegen uns hier in Zahlenbereiche, die ich in ihren Details schlicht nicht mehr fassen kann. Selbst an allen vier Messetagen könnt Ihr nicht alle Neuheiten sichten und schon gar nicht anspielen. Also fokussiert Euch lieber auf Eure Lieblinggenres und pickt Euch dank der SPIEL App die Neuheiten heraus, die für Euch vielversprechend klingen vom Titel oder toll aussehen. Wenn Ihr zudem auf Naturthemen und Wohlfühlspiele steht, dann könnt Ihr ganz im aktuellen Thementrend in der Auswahl schwelgen. Aber selbst die abstrusesten Randthemen werden bedient, neben den ganzen typischen Eurogames und verschachtelten Komplexitätsmonstern. Die SPIEL 2026 wird für jeden etwas bieten können – man muss es nur in der Neuheitenvielfalt finden.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurden auch die Sieger des DSP bekannt gegeben. Artengarten hatte ich mal so gar nicht auf der Rechnung, aber das Feuerland Spiel in den Fußstapfen eines runderneuerten Arche Nova hat seine Fans bei dem Publikumspreis gefunden. Ich selbst hab es noch nicht gespielt, gratuliere Autor Mathias Wigge aber ganz herzlich und wünsche dem Feuerland Verlag gute Verkaufszahlen, sodass auch weiterhin solche Ausnahmetitel wie Vantage möglich sind. Gewinner beim Deutschen Kinderspielepreis ist Toriki vom Autor Wojciech Grajkowski im Mirakulus Verlag, der vor allem Familienspiele für den deutschsprachigen Markt lokalisiert. Auch hier unbekannterweise herzlichen Glückwunsch!

Nachdem für die SPIEL 2027 ebenso Essen als Messestandort auf Publikumsnachfrage bestätigt wurde, öffnete sich der große Vorhang zur Neuheitenschau. Direkt aber zunächst abgetrennt von der Pressekonferenz-Bestuhlung nur einen Schulterblick entfernt. Streift mit mir durch die langen Tischreihen und erhascht weitere neue Eindrücke von potenziellen Neuheiten, die Ihr eventuell in den nächsten Tagen vor Ort anspielen wollt. Ich habe die Chance genutzt und 14 Kurzinterviews im Audioformat geführt, die diesmal dank neuer Filtertechnologie (KI macht hier endlich mal Sinn) für einen entspannteren Hörgenuss sorgen. Stelle ich zeitnah online. Los geht es anschliessend zu dieser News mit dem Mann mit grünen Haaren.

Was bleibt unterm Strich? Die SPIEL 2026 entwickelt sich auch dieses Jahr weiter, wird größer und umfangreicher denn je, und bietet Euch Neuheiten im Überfluss. Was davon was taugt, und zwar für Euch, hängt in erster Linie von Euren Erwartungen und Eurem Spielegeschmack ab. So richtig miese Spiele scheint es eh nicht mehr zu geben, aber eventuell ein Übermaß des Bekannten auf der ewigen Suche nach rar gesäten Innovationen. Am Ende zählt sowieso nur, ob die gespielte Neuheit Euch Spaß macht.

Und wer jetzt ein wenig neidisch auf meine Presseakkreditierung wird, dem sei gesagt, dass ich wie üblich auf der Neuheitenschau kein einziges Spiel anspielen konnte und meine eigentliche Arbeit nach einem Messetag erst mit der Aufbereitung beginnt. Im Gegenzug gab es für die ersten Reihen auf der Pressekonferenz, die in den Genuss von Tischen kamen, kostenfreie Kaltgetränke im Miniformat. Das kleine Wasser ohne Kohlensäure habe ich mir auf Kosten des Merz Verlags gegönnt, der Suppe und auch den Schnittchen am Pressetag trauere ich hingegen ein wenig hinterher. Das waren damals noch Zeiten, die aber längst vergangen sind. Was bleibt, ist aber meine ungebrochene Faszination für Brettspiele und genau deshalb erzähle ich Euch gerne ein wenig davon – in den nächsten Tagen sicher gehäufter als sonst. Bis dahin, man sieht sich eventuell am Freitag oder Sonntag auf der SPIEL.

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