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Frisch gezockt 06/2026

Von: Andi
15. Juni 2026 um 14:35

Puh…da ist es ja sehr sehr lange still gewesen. Wie die Zeit vergeht 😀
Ja es ist derzeit eine sehr spannende Zeit und die Spielgewohnheiten haben sich (wieder mal) ziemlich umgestellt.
Das wird heute eine etwas längere Liste.

3 Chapters

1 Mal pro Monat organisiere ich in der Arbeit einen Spieleabend. Fast alles Leute die wenig bis gar nichts spielen. 3 Chapters ist dort sehr gut angekommen und hat mir selbst auch sehr gut gefallen. Hier wird zuerst in 7 Wonders Manier zuerst eine Hand zusammengedraftet. Danach spielt man in Kapitel 2 seine Karten wie in einem Stichspiel aus (Farben gibts nicht. Höhere Zahl gewinnt). Seine Karten behält man sich aber und in Kapitel 3 wertet man alle seine Handkarten. Die wichtigste Information hab ich unterschlagen. Jede Karte hat natürlich auch eine Fähigkeit bzw. gehört zu einer oder mehreren Kategorien. Manche Fähigkeiten wirken nur in einem bestimmten Kapitel, manche in allen Kapiteln. Das alles hört sich in der ersten Partie nach viel Information an aber durch das Märchenthema weiß man schon ganz gut was zusammengehört.

Altay – Aufbruch der Völker

Ein Spiel dass Deckbau mit Gebietskontrolle und „Forschung“ kombiniert.
Das haben wir zu zweit angespielt. Grundsätzlich finde ich es gut aber wir haben das zu defensiv gespielt. Da man für jede erbeutete gegnerische Siedlung 1 Punkt und auch ein Verlust einen nicht komplett aus dem Spiel kegelt hätte man da mehr darauf achten müssen. Diese inkludierte Promo braucht es dann zu zweit unbedingt, damit man übers Wasser kommen kann. Ansonsten dauert es am Landweg ziemlich lange bis man sich begegnet.
Ich dachte echt, dass es weniger Platz am Tisch brauchen würde aber durch die Kartenauslage + die Behälter für die Ressourcen + der Spielplan + die erforschten Technologien. Es läppert sich zusammen. Ersteindruck. Erfrischende Grafik und ich mag wie der Deckbau umgesetzt wurde. Zu zweit … mal schauen. Wie gesagt ich denke wir sind das zu defensiv angegangen.

Duell um Cardia

Ja was soll ich sagen. Ich mag dieses kleine Duellspiel sehr. Es erinnert mich an Hol’s der Geier bzw dem GOPS nur mit … mehr. Schnell erklärt und gespielt und es bietet für den Preis von unter 20€ eine Menge Spiel.

Hero Story

Hier haben wir ein Stichspiel, dass auch Solo spielbar ist. Das ist die Entstehungsgeschichte unseres Superhelden. Hört sich nicht nach einem Stichspiel an … ich weiß.
Man spielt mehrere Runden. Zu Beginn jeder Runde darf man dann Fähigkeiten von einem Stapel ziehen und 1 zu seinen hinzufügen. Mit wachsender Rundenanzahl hat man auch mehr Ausdauer und diese nutzt man um auszuwählen welche Fähigkeiten man aktivieren will.
Gefällt mir gut und es funktioniert auch solo gegen die Bots. Die sind eine Mischung zwischen dem sehr planbaren Herr der Ringe Stichspiel und dem Zufall von für Northwood.
Der größte Kritikpunkt den ich derzeit habe ist, dass man zu Beginn auch entscheidet ob man diese Runde Superheld oder Bösewicht ist … wobei der Bösewicht keine Stiche machen will.
Die Belohnung dafür (ohne andere Spezialfähigkeiten) ist im Vergleich zu den normalen Stichen etwas mau.

Karak 2

Lange war ich auf der Suche nach einem Spiel in Heroes of Might and Magic Manier. Die Serie hab ich am PC immer gerne gespielt. Jetzt gibt es Mage Knight oder auch Heroes of Might and Magic 3 aber beide Brettspielumsetzungen haben etwas das mir zu solitär ist bzw. viel zu lange dauert und viel zu komplex ist, im Vergleich zur PC Reihe. Die konnte ich mit 10 ohne Probleme spielen ohne 30 Seiten Regeln lesen zu müssen. Sie gehen zwar in Richtung der PC Spiele aber die haben die meisten ja auch solitär gespielt und ich hätte gerne eine Spiel gehabt, dass in einer akzeptablen Zeit, das miteinander schafft… gerne in simpel. Karak 2 ist eben so ein Spiel mit dem man mit einem Helden durch die Lande zieht, eine Stadt baut und ausbaut, Einheiten rekrutiert und Monster bekämpft. Dabei ist es von Haus aus interaktiver da alle Spieler auf dem selben Plättchen starten. Man bekämpft sich zwar nicht direkt aber es gibt schon Interaktionen.
Ich hab auch gleich beide Erweiterungen dazu gekauft (und ein Insert auf Etsy), denn ein paar Elemente aus den Erweiterungen wie z.b. die einzigartigen darftbaren Einheiten und Gebäude sind schon sehr toll.
Das alles hat natürlich seine strategischen Anteile aber es wird in dem Spiel sehr viel gewürfelt. Schönes lockeres und sehr zugängliches Spiel von dem sich an einem Abend auch eine 2. Partie ausgeht.

Kingdom Builder

Ja das ist nicht neu aber ich habe es seit mehreren Jahren wieder einmal gespielt. Ich habe vor einer Weile schon hin und herüberlegt ob ich mich vom Spiel trennen soll, da ich mit meinem Vater nun hauptsächlich Dominion spiele und nicht mehr Kingdom Builder und die Schachtel doch einiges an Platz wegnimmt.
Also … alles für das erste Spiel aufgebaut wie laut Anleitung. Hat mir wieder gezeigt warum das so lange so weit oben in meinen Top Listen ist. Zu zweit haben wir keine 20 Minuten gebraucht und dennoch hast du interessante Kombinationen mit den Ortsplättchen, wie du da das Maximum rausholen kannst. In 20 Minuten! Das ganze wird jetzt umgekehrt ablaufen. Einige andere Spiele die einfach sind und hauptsächlich aus irgendwas ziehen und irgendwas ausspielen bestehen werden gehen müssen. Zu zweit hat man nicht viele Interaktionspunkte aber mit mehr Leuten kommt man sich durch den gemeinsamen Spielplan in die Haare.

Waldland

Hier haben wir ein interessantes Drafting Spiel. Im Grunde hat man 3 Stapel. Man sieht sich die Karten von einem Stapel an und entscheidet ob man diese Karten will oder nicht. Will man sie nicht, legt man eine zusätzliche Karte zu Stapel 1 dazu und schaut sich den nächsten Stapel an.
Natürlich teilt man sich mindestens 1 Stapel mit einem der Mitspieler.
Ich mag den Mechanismus sehr. Ebenso wie die Illustrationen. Den Aufbau der Schachtel mit Pappboxen für die einzelnen Komponenten ist auch gut gelungen …. aber … ich weiß noch nicht ob ich das Spiel mit 4 Leuten gut finden werde. Zu zweit kommen wir auf ca eine 3/4 Stunde. Zu 4. werden das sicher 90min werden. Ob das Spiel „genug“ dafür hergibt muss ich erst sehen. Ersteindruck ist aber gut.

Würfelkönig

Einer meiner Neffen ist mittlerweile 7 dh. schön langsam kann man mit ihm ein paar Spiele spielen. Was soll man sagen. Es hat etwas von Kniffel nur ist das was man Würfeln will dynamischer, weil die Auslage wechselt und auch die Position der Karten interessant ist und es mit niedlichen Illustrationen versehen. Gefällt mir.



Hero Story: Polarisierend atmosphärisches Stichspiel

Von: ravn
28. April 2026 um 22:09

Die Ursprünge dieser bisher von mir völlig übersehenen Neuheit aus dem Winter 2025 liegen bei den Autoren Jamey Stegmaier und Pete Wissinger. Seit Februar 2026 gibt es die deutschsprachige Lokalisation von Feuerland Spiele und zwei Monate später habe ich das Kartenspiel auf der Spiel DOCH! in Dortmund entdeckt und bei meiner Anspiel-Session abgefeiert. Aber nicht jeder war in meinem Umfeld begeistert, als ich es danach auf den Tisch bringen wollte.

Die Spiel DOCH! 2026 in Dortmund hat mir mal wieder ausführliche Gelegenheiten geboten, all das für mich zu entdecken, was ich die Monate davor schlicht verpasst hatte. So auch die deutschsprachige Version von Origin Story aus dem Hause Stonemaier Games. Anscheinend war ich mit Vantage ausreichend ausgelastet, sodass ich die ganzen Ankündigungen und sogar das Entwickler-Tagebuch von Jamey Stegmaier seit Oktober 2025 übersehen konnte. Erstaunlich, aber so war die Überraschung umso größer, als ich Hero Story bei Feuerland Spiele sah. Das Kartenspiel an sich ist gleich geblieben, der Titel wurde allerdings angepasst und natürlich die Kartentexte mitsamt Anleitung übersetzt. Das Thema Sprachhürde ist hier also keines. Der Einstieg gelingt umso leichter. Und noch leichter wird es für Euch, wenn Ihr die Spielerklärung lauscht, die ich direkt vom Feuerland Spiele Messestand bei meiner Erstpartie mitschneiden konnte:

Richtig gehört, Hero Story ist ein recht gradliniges Stichspiel, bei dem Bedienzwang herrscht und Ihr für gewonnene Stiche Punkte bekommt. So geht das über fünf Runden, in denen wir normalerweise unsere acht Handkarten ausspielen. Nur normal ist bei Hero Story schon mal gar nichts, denn schließlich geht es um Superhelden und Superschurken. Für welche Seite Ihr Euch Runde für Runde entscheidet, das ist Euch mit Blick auf Eure Kartenhand überlassen. Wollt Ihr Eure böse Gesinnung ausleben, solltet Ihr möglichst Stiche vermeiden, um die vier Bonuspunkte einzusammeln. Ihr seid eben als Held noch ganz am Anfang Eurer Geschichte und könnt Euch noch nicht so recht für eine Seite entscheiden.

Und schon sind wir mittendrin im Thema und das ist die Besonderheit von Hero Story. Denn die komplette Aufmachung von Hero Story atmet das Herzblut eines Comic-Nerds. Schon bei der Auswahl der einzigartigen fünf Charaktere im Spiel. Jeder hat sein eigenes Spieler-Tableau mit großformatigem Cover und den illustrierten Ablagefeldern für Eure Storykarten auf der aufgeklappten Innenseite. Von Spielrunde zu Spielrunde schreibt Ihr so Eure Geschichte aus einer Zufallsauswahl von besonderen Fähigkeiten fort. Wer wollte nicht schon immer mal unsichtbar sein oder eine verbündete Jägerin an seiner Seite zu wissen? Hero Story macht das alles möglich und das in einem Stichspiel.

Natürlich kommt in der Mitte des Spiels in Runde 3 ein besonderes Ereignis ins Spiel, das für alle Mitstreiter gilt und 18 verschiedene wie überraschende Story-Wendungen bietet. Körpertausch gefällig? Die letzte Spielrunde lässt Euch dann abschließend Eure bisher geheime Superidentität enthüllen. Als was wollt Ihr in die Geschichte eingehen? Ihr bestimmt es aus der erneut zufälligen Auswahl von zwei Karten selbst, die bisher auf der Rückseite für Euch den Rundenablauf dargestellt haben. So etwas nenne ich schön durchdacht und genau an diesen vielen Kleinigkeiten merke ich, dass mir Hero Story außergewöhnlich gut gefällt. So gut, dass ich es mir direkt auf der Messe gekauft habe. Für 25 Euro konnte ich an der kleinen Schachtel nicht vorbeigehen.

Für mich eines meiner Spiel DOCH! 2026 Messehöhepunkte. Nur sieht das nicht jeder so und das ist auch völlig in Ordnung für mich. In meinem spielerischen Umfeld wurde es schon auf der Spielefreizeit in Bad Holzhausen gespielt. Selbsterklärt anhand der Anleitung und eventuell in Details falsch gespielt. Zumindest kam es dort unter Stichspiel-Liebhabern nicht an. Eine weitere Mitspielerin, die es in einer wohl ungünstigeren Runde am Sonntagmorgen in Dortmund kennengelernt hat, war ebenfalls nicht begeistert. Lag es an der Spielrunde, am Spiel selbst oder dem eigenen Geschmack? Hero Story scheint zu polarisieren. Ich selbst hatte es bei meinem Messerundgang am zunächst vollbesetzten Tisch als „ok, doch nur ein Stichspiel im Superhelden-Thema“ fast schon abgetan. Zum Glück ergab sich kurz vor Messeschluss noch die Chance, es selbst spielen zu können. So können sich Meinungen ändern. Deshalb spielt es selbst und bildet Euch Eure eigene Meinung.

Noch ein letztes Wort zur Spieleschachtel. Die ist ungewöhnlich kompakt. Finde ich eigentlich gut, weil Luft in der Schachtel braucht wirklich niemand und meine Spielesammlung auf der Suche nach einem Regalplatz schon mal gar nicht. Allerdings müsst Ihr es Euch deshalb abschminken, alle Karten sleeven zu wollen. Ich selbst habe nur die eigentlichen Spielkarten, die dauernd in Benutzung sind, in matte Kartenhülle von Gamegenic gepackt. Fühlte sich für mich besser an, auch weil ich damit einfacher mischen kann. Die anderen Karten mischt Ihr hingegen nur ein einziges Mal vor der Partie, zieht die vom Stapel und legt die auf Euer Tableau ab. Das sollte auch ohne Kartenhüllen klappen. Aber abgenutzt sahen die bespielten Karten auf der Messe auch nicht wirklich aus. Ist also eher eine Kopfsache von mir und keine Notwendigkeit für Euch.

So wirklich gar nichts habe ich Euch bisher zum Solomodus erzählt, denn dazu kann ich Euch an dieser Stelle schlicht nur die blanke Theorie sagen: Das Spielmaterial bringt eine eigene Solo-Spielregel unter dem Markenzeichen „Automa“ mit, diverse Solo- und Extrakarten und eine eigene Spielhilfe. Mit acht Seiten genauso umfangreich wie das Grundspiel für 2 bis 5 Spieler. Da steckt eine Menge Spiel in dieser kleinen Schachtel. Klingt zu gut? Eventuell ja, aber lasst den Hypetrain lieber an Euch vorbeituckern und spielt Hero Story selbst an. Schon am ersten Maiwochende 2026 habt Ihr dazu die Gelegenheit auf dem SpieleWahnsinn in Herne.

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