Die Logikreihe Brains aus dem Knizia-Universum gibt es in verschiedenen Szenarien: Drachen, Zaubertränke, Japanischer Garten und die Schatzkarte. 50 knifflige Rätsel sind mit minimaler Ausrüstung zu bewältigen:
Puzzle-Tafel auswählen und einige der 8 Schatzkartenplättchen so einlegen, dass die Vorgaben der Tafel erfüllt sind. Am Rand der Tafel gibt es dann Vorgaben, wie z.B. „der Weg muss vom Start zum Ziel vorher über einen See führen“ oder an einer Schatztruhe vorbeikommen. Oder man muss eine bestimmte Anzahl Dörfer besuchen.
Level 1 ist einfach, zumal es nur ein Plättchen mit einem See gibtLevel 5: Nur vom See-Plättchen weiß man, dass es dabei sein mussDas hat schon etwas gedauert: Die Zahlen geben an, über wieviele Plättchen der Weg führen muss. Hierbei werden Plättchen doppelt gezählt, falls der Weg ein weiteres Mal in ein Plättchen führt.Mit war bewußt, dass ich die 5 Plättchen mit den Hütten brauche. Aber nach einer Stunde habe ich mir Hilfe aus dem Lösungsbuch geholt. Hier kann man sich einen Tipp (ein Plättchen) oder die Komplettlösung anschauen.Die letzte Level. 30 Minuten und inzwischen hatte ich die Systematik zum Lösen der Rätsel optimiert und auch mögliche Wege vorgezeichnet. Hier muss jeder Weg über 5 Plättchen führen und dann noch das X angeschlossen werden.
Fazit:
Ja, ich mag Puzzlespiele und Logiktrainer. Und das Team Knizia hat von leichten bis komplexen Spielfeldern ein schönes Solospiel designt. Ist aber sicher nichts für jeden Stubenzocker. Natürlich kann man die Rätsel auch mit ausprobieren lösen, aber ein bisschen logisches Denken schadet nichts. Gefällt mir. Nach drei Dänemarkurlauben bin ich nun durch.
Vor über 200 Jahren verschwand das Dorf Kuldhara über Nacht. Zurück blieben nur Ruinen, Legenden und Geschichten über versteckte Schätze tief unter dem Sand. In Kuldhara begeben wir uns genau dorthin: als Schatzsuchende durchstreifen wir mit unseren Dromedaren die Geisterstadt, graben Edelsteine aus und fertigen daraus wertvolle Schmuckstücke, bevor die Nacht hereinbricht.
Spielablauf: Wasser managen, Edelsteine puzzeln, Schmuck herstellen
Eine Partie Kuldhara verläuft über vier Tagesphasen vom Morgen bis zum Abend. In jeder Phase starten alle Spielenden mit einer festen Menge Wasser, das als Ressource für sämtliche Aktionen dient. Wer kein Wasser mehr hat, muss passen und ist fertig für die Runde. In meinem Zug führe ich eine oder zwei Aktionen aus. Ich kann mein Dromedar über das Spielfeld bewegen, Edelsteine ausgraben, diese ins Lager bringen oder mir Schmuckkarten sichern, die ich später erfüllen möchte. Alle Aktionen kosten unterschiedlich viel Wasser, je nach Größe der Edelsteine und der Ausrichtung des drehbaren Spielplans.
Die gesammelten Edelsteine lege ich auf meiner Werkbank in ein Raster. Dort entsteht das eigentliche Puzzle: die ausliegenden Schmuckkarten verlangen bestimmte Muster aus Edelsteinen. Sobald ich ein passendes Muster gelegt habe, kann ich das Schmuckstück herstellen und erhalte dafür Punkte. Besonders spannend ist dabei, dass ich in den niedrigeren Karten-Levels Schutzplättchen erhalte, die einzelne Edelsteine dauerhaft sichern und so für mehrere Schmuckstücke genutzt werden können.
Zusätzlich kann ich Werkzeuge einsetzen, um mein Raster zu verändern, Edelsteine umzulegen oder kurzfristig mehr Wasser zu erhalten. Diese Flexibilität ist hilfreich, lässt sich aber nur sehr begrenzt einsetzen. Am Ende gewinnt, wer die wertvollsten Schmuckstücke gefertigt und seine Ressourcen am besten genutzt hat.
Schönes Material trifft auf interessantes Puzzle
Kuldhara macht direkt Eindruck auf dem Tisch. Das Material aus Re-Wood fühlt sich hochwertig an und sorgt für eine tolle Präsenz, wobei die Papp-Dromedare etwas stabiler sein dürften. Gerade das zentrale Spielbrett mit den Ruinen und die eigenen Werkbänke ziehen Blicke auf sich und brauchen für ein Puzzle-Spiel dieser Größenordnung erstaunlich viel Platz.
Spielerisch überzeugt vor allem das Puzzle auf der eigenen Auslage. Die Frage, wie ich meine begrenzten Wasserpunkte nutze und in welcher Reihenfolge ich Schmuckstücke fertige, ist spannend. Besonders gelungen finde ich die Schutzplättchen: Sie sorgen für eine Art Engine-Building, weil ich einmal gesicherte Edelsteine mehrfach nutzen kann. Dabei kann ich mir aber auch meine eigene Auslage für weitere Schmuckstücke blockieren, die eine andere Farb-Kombination benötigen. Hier ist es wichtig, schon mehrere Schmuckstücke im Blick zu haben, die ich hintereinander basteln möchte.
Interessante Entscheidungen, aber wohlbekannt
So schön das Puzzle ist, wirklich neu fühlt sich Kuldhara nicht an. Viele Mechaniken kennt man aus anderen Spielen, und auch der Ablauf wiederholt sich von Partie zu Partie recht stark. Die Mechanik der Schutzplättchen und die damit verbundene Vorausplanung erinnern sehr an Splendor, wobei es hier deutlich haptischer zugeht und ich mir die Ressourcen zum Verbauen mühsamer erarbeiten muss. Das Beschaffen der Edelsteine durch die Aktionen macht hier aber durchaus einen besonderen Reiz aus.
Dazu kommt ein nicht zu unterschätzender Glücksfaktor beim Nachziehen der Schmuckkarten. Wenn genau die passenden Kombinationen ausliegen oder eben nicht, kann das den eigenen Plan deutlich beeinflussen. Die Werkzeuge können hier wohl dagegen wirken, aber sind sie einmal aufgebraucht, war es das dann auch.
Fazit: Schönes Schmuck-Puzzle mit begrenztem Wiederspielreiz
Kuldhara ist ein optisch sehr ansprechendes Puzzle-Legespiel, bei dem ich mir meine Ressourcen und Möglichkeiten durch die stark begrenzten Wasser-Aktionspunkte erarbeiten muss. Das Zusammenspiel aus Wasser-Management, Edelstein-Puzzle und Schutzplättchen-Engine funktioniert gut und bietet interessante Entscheidungen. Gleichzeitig fehlt mir aber etwas die Innovation und vor allem die Abwechslung zwischen den Partien. Kuldhara bleibt ein solides, reizvolles Puzzle, aber keines, das mich dauerhaft immer wieder an den Tisch zieht. Wer sich von der Optik angesprochen fühlt und gerne mehrstufige Puzzles mag, kann aber durchaus mal eine Reise nach Kuldhara wagen.