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CMON stoppt NFT-Investment in Blissful Link

29. Juli 2026 um 15:26
CMON stoppt NFT-Investment in Blissful Link

Der Brettspielverlag CMON, bekannt für Miniaturenspiele wie Zombicide und Blood Rage, zieht sich aus einem Ausflug in die Blockchain zurück. Wie das Branchenmagazin BoardGameWire am 23. Juli 2026 unter Berufung auf eine Pflichtmeldung an die Börse Hongkong berichtet, kündigt CMON das im April 2026 angekündigte Investment von 2,1 Millionen US-Dollar in den NFT-Spieleentwickler Blissful Link wieder auf.

Capverse: Was Blissful Link mit NFT-Charakteren plante

Blissful Link entwickelt Capverse, laut Unternehmensangaben ein Play-to-earn-Videospiel auf Blockchain-Basis. Spielerinnen und Spieler kaufen darin NFT-Charaktere namens Sumer und lassen diese online gegeneinander antreten. Der Reiz für den Käufer liegt weniger im Spiel als im Handel: Die Figuren sind digitale Besitztitel, die weiterverkauft werden können. Die Namen des Entwicklerteams hinter Blissful Link nennt die Meldung nicht.

Warum CMON den Blissful-Link-Deal abbläst

Als Grund für den Rückzug gibt CMON an, die Bedingungen für den Vollzug seien nicht erfüllt worden. Konkret nennt der Verlag laut Bericht offene Punkte bei der Prüfung von Finanzen und Rechtsstruktur von Blissful Link sowie bei vertraglichen Gewährleistungen. Welche Prüfung im Detail scheiterte, legt CMON nicht offen.

Der ursprüngliche Deal bewertete Blissful Link mit über 95 Millionen Dollar. Dem stehen magere Zahlen gegenüber: Für 2024 weist das Unternehmen einen Verlust von rund 197.000 Dollar bei einem Umsatz von gut 408.000 Dollar aus, dazu Nettoverbindlichkeiten von etwa 889.000 Dollar. Die Angaben sind ungeprüft, Zahlen für 2025 fehlen. Ziel des Investments war es laut CMONs Verwaltungsrat, „relevant in der Spielebranche zu bleiben" und den Umsatz zu verbreitern: Marken wie Massive Darkness und Super Fantasy Brawl Reborn sollten als digitale Assets in die Blockchain wandern.

CMON in der Krise: Verluste, Markenverkäufe, wartende Backer

Der Rückzug fällt in eine angespannte Lage. CMON summierte 2024 und 2025 rund 23 Millionen Dollar Verlust, mehr als das Fünffache der Gewinne der neun Jahre davor. Die Wirtschaftsprüfer äußerten Zweifel am Fortbestand des Unternehmens. Um Liquidität zu sichern, verkaufte CMON zentrale Marken: Zombicide und Cthulhu: Death May Die gingen an Asmodee, Blood Rage, Rising Sun und Ankh an Tycoon Games.

Parallel warten Unterstützer auf Ware. Kampagnen wie DC Super Heroes United (4,4 Millionen Dollar) und DCeased (2,5 Millionen Dollar) sind noch nicht ausgeliefert, CMON erwartet die Lieferung nun für das vierte Quartal 2026. Neue Crowdfunding-Projekte hatte der Verlag im April 2025 wegen der US-Zölle auf in China gefertigte Spiele pausiert, ein Wiederanlauf ist für Ende 2026 geplant.

Schlechtes Timing: der NFT-Markt seit 2021

Der Zeitpunkt für den NFT-Einstieg wäre ohnehin heikel gewesen. Der NFT-Hype erreichte 2021 seinen Höhepunkt, die Spekulationsblase platzte bereits ein Jahr später: Viele Token verloren über 90 Prozent ihres Höchstwerts. Kickstarter verbietet NFT-Inhalte weiterhin: Die Kampagne Wonders of the First musste 2024 genau daran scheitern.

Star Trek: Captain's Chair, Welle 2: Frosted Games bringt ein zweites Grundspiel auf Deutsch

29. Juli 2026 um 12:46
Star Trek: Captain's Chair, Welle 2: Frosted Games bringt ein zweites Grundspiel auf Deutsch

Das expertengewichtige Kartenduell aus der Imperium-Meta-Reihe wächst auf Deutsch weiter: Frosted Games kündigt die zweite Welle von Star Trek™: Captain's Chair an. Im Zentrum stehen ein komplett eigenständiges zweites Grundspiel, eine Erweiterung und ein exklusives Promoset. Wir ordnen ein, was die neuen Boxen spielerisch bringen, und trennen das von der Vorbestellaktion, die parallel läuft.

Auf einen Blick

  • Spieleranzahl: 1 bis 2
  • Spieldauer: 60 bis 120 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Gewicht (BGG): rund 4 von 5 (Kenner- bis Expertenbereich)
  • Design: Nigel Buckle und Dávid Turczi (neue Titel zusätzlich Adam Turczi)
  • Verlag: Frosted Games (Original: WizKids)

Captain's Chair: Spielprinzip, Spielerzahl und Dauer

Captain's Chair ist ein Duell für ein bis zwei Spielende, ausgelegt auf 60 bis 120 Minuten und ab 14 Jahren. Diese Zeitspanne ist eine Verlagsangabe für ein Duell, das die BoardGameGeek-Community bei einem Gewicht von rund 4 von 5 verortet, also im Kenner- bis Expertenbereich; Erstpartien liegen erfahrungsgemäß eher am oberen Ende.

Mechanisch gehört das Spiel zur Imperium-Engine von Nigel Buckle und Dávid Turczi. Statt das Deck ständig neu zu mischen, läuft man es im Spielverlauf durch und veredelt es dabei Schritt für Schritt. Jede Seite führt ein asymmetrisches Captain-Deck und baut es per Deckbuilding aus. Im Kern ringen beide Captains Kopf an Kopf um Gebiets- und Einflussmehrheiten (Area Majority). Offener Konflikt ist dabei aber nicht der einzige Weg zum Sieg: Je nach Captain führen auch Diplomatie, Exploration und Wissenschaft zum Ziel. Das öffnet dem Duell mehr Wege als reines Aufeinanderprallen.

Einen Solo-Modus gegen einen automatisierten Gegner gibt es ebenfalls. Beim ersten Grundspiel ist er in der Community ausgesprochen stark aufgenommen worden: Bei BoardGameGeek ist die Ein-Personen-Variante als beste Besetzung markiert. Diese Einordnung bezieht sich ausdrücklich auf das erste Grundspiel. Für die beiden neuen Titel ist die Stimmenbasis noch zu dünn (rund 70 und rund 33 Bewertungen), um eine belastbare Solo-Aussage zu treffen.

Verantwortlich für das Design sind Nigel Buckle und Dávid Turczi, bei den neuen Titeln zusätzlich Adam Turczi. Das Original stammt von WizKids, die deutsche Ausgabe kommt von Frosted Games, dem Verlag hinter dem Kennerspiel-des-Jahres-Gewinner Rebirth.

Unendliche Weiten (To Boldly Go): sechs neue Captains

Das neue Grundspiel Unendliche Weiten (im Original To Boldly Go) ist eigenständig spielbar und tritt mit sechs neuen, asymmetrischen Captains an. Es lässt sich laut Frosted zu 100 Prozent mit dem ersten Grundspiel kombinieren, alle Decks beider Boxen sind mischbar. BoardGameGeek nennt unter den Captains James T. Kirk, Khan Noonien Singh, Philippa Georgiou und den Pakled-Commander Rebner. Der Newsletter führt zusätzlich Jonathan Archer an. Die vollständige Captain-Liste kommuniziert Frosted bisher nicht, wir tragen sie nach, sobald sie vorliegt.

Zweiter Kontakt (Second Contact): drei Captains und ein Crossover

Die Erweiterung Zweiter Kontakt (Second Contact) bringt drei weitere Captains ins Spiel: Carol Freeman, William T. Riker und Christopher Pike. Sie benötigt die Common-Cards eines Grundspiels und führt einen neuen Mechanismus mit Crossover-Karten ein. BoardGameGeek nennt dazu Krulmuth-B als neuen Startort, ein Portal durch Raum und Zeit, das plausibel den Kern dieses Crossover-Mechanismus bildet. Frosted vermarktet die Box als thematisch ganz auf Lower Decks ausgerichtet. Das trifft nur teilweise: Carol Freeman stammt aus Lower Decks, Christopher Pike gehört in die Ära von Strange New Worlds und der Classic-Serie, William T. Riker in die Next Generation. Es gibt also einen Lower-Decks-Schwerpunkt, aber eben nicht nur.

Ein Hinweis zur Einordnung: Als etablierte Gesamtwertung taugen die BoardGameGeek-Zahlen der beiden neuen Titel bislang nicht; dafür ist die Stimmenbasis noch zu klein.

Die Vorbestellaktion, nüchtern

Frosted Games hat für die zweite Welle ein Vorbestellfenster geöffnet, das bis einschließlich 12.08.2026 läuft. Exklusiv beim Verlag liegt Promoset 2 bei: sechs Karten und ein Raumschiff-Standee. Wer nur Unendliche Weiten bestellt, erhält es gratis dazu.

Dazu gibt es zwei Bundles. Das Khaaaaaaaan!-Bundle fasst alle neuen Inhalte zusammen (Unendliche Weiten, Zweiter Kontakt und Promoset 2) und kostet 99,00 Euro statt 107,90 Euro, versandkostenfrei nach Deutschland, mit reduzierten Versandkosten nach Österreich. Das Warp-5-6-7-8-Bundle (All-In) enthält zusätzlich das erste Grundspiel samt Promoset 1 und liegt bei 169,00 Euro statt 185,85 Euro, ebenfalls versandkostenfrei innerhalb Deutschlands. Frosted bietet kein Split-Shipping: Alle Inhalte gehen erst gemeinsam raus, sobald die neuen Titel lieferbar sind. Einen exakten Liefertermin nennt der Verlag bisher nicht, ebenso wenig einen deutschen Einzel-UVP der Produkte.

Wer vor der Entscheidung Bewegtbild sehen möchte: Spartacus von Spartacus Spielt Solo hat bereits ein Let's Play veröffentlicht, Jonathan Archer aus Unendliche Weiten gegen Carol Freeman aus Zweiter Kontakt. So kommen Grundspiel und Erweiterung gemeinsam in Aktion aufs Bild.

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