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Scythe im Test

23. September 2024 um 22:27

Scythe ist ein strategisches Brettspiel, das in einer alternativen Vergangenheit in den 1920er Jahren spielt. In einer vom Ersten Weltkrieg geprägten Welt kämpfen verschiedene Fraktionen um Macht, Ressourcen und Kontrolle über Osteuropa. Mit seinem Mix aus Strategie, Ressourcenmanagement und asymmetrischen Fraktionen hat sich Scythe schnell als moderner Klassiker etabliert. Dank der drei Erweiterungen – „Invasoren aus der Ferne“, „Kolosse der Lüfte“ und „Aufstieg der Fenris“ – bleibt das Spiel auch langfristig spannend und bietet vielfältige neue Herausforderungen.

Um was geht es in Scythe?

In Scythe übernehmen die Spieler die Führung über verschiedene Fraktionen in einer alternativen Vergangenheit, die stark von den Ereignissen des Ersten Weltkriegs und den technischen Innovationen dieser Zeit geprägt ist. Das Spiel ist im fiktiven Osteuropa angesiedelt, wo gigantische Mechs das Schlachtfeld dominieren und wertvolle Ressourcen in der Region „Die Fabrik“ gewonnen werden können. Die Spieler wetteifern um die Kontrolle über das Land, indem sie Gebiete erobern, Ressourcen abbauen, militärische Stärke aufbauen und wirtschaftliche Vorteile ausnutzen.

Das zentrale Ziel in Scythe ist es, als erste Fraktion eine bestimmte Anzahl von Erfolgen zu erzielen. Diese können durch den Aufbau von Gebäuden, das Erobern von Gebieten, das Entwickeln von Technologien, den Aufbau von Militärmacht oder das Absolvieren von Kämpfen erreicht werden. Doch das Spiel belohnt nicht nur kriegerische Erfolge, sondern auch ökonomisches Geschick und strategische Planung. Jeder Zug erfordert gut durchdachte Entscheidungen – welche Aktion wird gewählt, welche Ressourcen werden genutzt und wie reagiert man auf die Züge der Gegner?

Was Scythe besonders fesselnd macht, ist der nahtlose Übergang zwischen friedlichem Aufbau und militärischer Eroberung. Spieler müssen geschickt zwischen Wirtschaft und Krieg abwägen, um erfolgreich zu sein. Trotz der thematischen Schwere bleibt das Spiel durch seine klare Struktur und das intuitive Design zugänglich und spannend.

Die 1. Erweiterung: Invasoren aus der Ferne

Die erste Erweiterung, Invasoren aus der Ferne, fügt zwei neue Fraktionen hinzu: die Togawa-Shogunate und das Albion-Königreich. Jede dieser Fraktionen bringt ihre eigenen asymmetrischen Fähigkeiten und Mechaniken ins Spiel, was die strategischen Möglichkeiten erweitert. Diese Fraktionen sind nicht nur optisch und thematisch einzigartig, sondern verändern auch das Spielgeschehen, da sie mit neuen Taktiken und Spielstilen eingeführt werden. „Invasoren aus der Ferne“ verleiht Scythe somit nicht nur mehr Vielfalt, sondern auch eine noch größere strategische Tiefe und Flexibilität. Fans des Grundspiels werden die neuen Herausforderungen und Möglichkeiten zu schätzen wissen.

Die 2. Erweiterung: Kolosse der Lüfte

Mit der zweiten Erweiterung, Kolosse der Lüfte, werden gewaltige Luftschiffe in die Welt von Scythe eingeführt. Diese mächtigen Einheiten bieten den Spielern neue Bewegungs- und Kampfoptionen. Die Luftschiffe sind flexibel einsetzbar und können Truppen schnell über das Spielfeld transportieren, was die taktischen Möglichkeiten noch erweitert. Zudem bringt die Erweiterung neue Auftragskarten ins Spiel, die für zusätzliche strategische Entscheidungen sorgen. „Kolosse der Lüfte“ fügt somit eine neue Dimension der Mobilität und des strategischen Kampfes hinzu, die das Spielgeschehen dynamischer und noch spannender macht.

Die 3. Erweiterung: Aufstieg der Fenris

Aufstieg der Fenris, die dritte Erweiterung, bringt eine völlig neue Spielweise in Scythe: eine Kampagne. Diese Erweiterung besteht aus acht Episoden, die miteinander verbunden sind und eine epische (zurücksetzbare) Geschichte erzählen, die den Spielern die Möglichkeit gibt, ihre Fraktion weiterzuentwickeln und anzupassen. Was diese Erweiterung besonders spannend macht, ist die Möglichkeit, geheime Module und neue Regeln nach und nach freizuschalten, was den Wiederspielwert enorm erhöht. Darüber hinaus können die neuen Module auch außerhalb der Kampagne verwendet werden, um das reguläre Spiel zu erweitern. „Aufstieg der Fenris“ bietet somit nicht nur eine narrative Tiefe, sondern auch vielfältige Anpassungsoptionen für zukünftige Partien.

Fazit zu Scythe

Scythe ist ein Meisterwerk der strategischen Brettspiele, das durch seine asymmetrischen Fraktionen, tiefgründigen Mechaniken und seine spannenden Erweiterungen überzeugt. Egal, ob man sich auf wirtschaftlichen Aufbau oder militärische Eroberung konzentriert, das Spiel bietet unzählige Möglichkeiten und Herausforderungen. Dank der Erweiterungen bleibt es langfristig spannend und abwechslungsreich.

Kein Spiel ist für Jedermann. Ob Scythe etwas für euch ist, entscheidet allein ihr.


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1. Thema

Scythe strotzt vor Thema – nicht nur optisch! Alles an diesem Spiel entspricht dem Geist der Zeichnungen von Jakub Rozalski. Scythe fühlt sich in allem sehr thematisch an, bis… ja bis man seine Mechs ins Wasser bewegt um einen Fluss zu überqueren. Denn dann haut einem das Spiel eine Balancing-Regel um die Ohren wie einen sprichwörtlichen Zaunpfahl: Die Mechs können je nach Fraktion, zu der sie gehören, das Wasser nur an bestimmten Terraintypen verlassen. Beispielsweise ist es einem bestimmten Mech nicht gestattet von Wasser aus ein Grasland zu betreten, aber mit Bäumen oder Gebirgen gibt es keine Probleme. Eine Regel, die unthematischer nicht sein könnte. Zum Glück fällt dieses „Problem“ im Gamedesign mit den Kolossen der Lüfte vollends vom Tisch und die ansonsten perfekt inszenierte Welt rettet hier die Wertung.

2. Material

Scythe ist eines der Spiele, die man mit Unmengen an Material aufwerten und verbessern kann. Beschränkt man sich nur auf das originale Material von Stonemaier Games / Feuerland Spiele und die lizensierten Produkte von Meeple Source, kann man dennoch ganz schnell bei über 800 € landen. Sagte mir zumindest… ein Freund! Und das ist eigentlich gar nicht nötig, da das Spiel im Originalzustand schon tolle Holz- und Kunststoffteile dabei hat, hervorragende Kartenqualität und einen Karton so stabil, dass man damit umziehen könnte.

3. Optik

Laut einem Interview kam der Designer Jamey Stegmaier erst durch die fantastischen Artworks von Jakub Rozalski auf die Idee zu Scythe. Und das sieht man dem Spiel an. Alles hier wirkt wie aus einem Guss und versprüht diesen merkwürdig interessanten Vibe von Historie und dennoch fortschrittlicher und uns fremder Technologie. Hervorragend!

4. Setup

Zwar ist Scythe ein großes Spiel, doch das Spielbrett gibt einem lauter Hinweise, wo was zu platzieren ist. Dazu wählt jeder Spieler eine Fraktion sowie eine Ausrichtung und bekommt das Holzmaterial der Farbe, die er (wie angegeben) auf seinem Board platziert. Abgesehen von Ressourcen, Zielkarten und ein paar Kleinigkeiten war es das auch schon. Für ein Spiel dieser Größe und taktischen Tiefe geht das beeindruckend leicht von der Hand!

5. Spieleranzahl

Das Grundspiel ist spielbar mit bis zu 5 Spielern. Durch die Invasion Invasoren aus der Ferne kommen die Möglichkeiten für einen 6. & 7. Spieler dazu. Aus meiner Sicht wird das aber etwas übertrieben sein, denn mehr als 5 Spieler wären mir persönlich zu viel für einen runden Spielablauf – daher gibt es einen Punkt Abzug. Die hohe Punktzahl ist hier – da ich das Gesamtpaket Scythe bewerte – tatsächlich dem modularen Spielplan geschuldet: Erst dieser bringt die nötigen Veränderungen mit sich, um auch bei weniger als 4 Spielern schnell Grenzen zu schaffen und diese knisternde Spannnung zwischen Frieden und militärischer Abschreckung zu provozieren. Der modulare Spielplan ist für mich bei unter 4 Spielern ein MUSS!

6. Zugänglichkeit

Auch hier gibt es eine hohe Punktzahl, denn das Spiel ist sehr einfach gesteuert: Jedes Tableau besteht aus 8 Aktionen, von denen jeweils 2 (von Fraktion zu Fraktion unterschiedlich) gruppiert sind. Ich muss mich jede Runde für eine andere Paarung entscheiden, wobei schon nur noch 3 zur Auswahl stehen. Die obere Aktion bringt mir meist Einkommen, die untere eine Möglichkeit diese Ressourcen auszugeben. Scythe ist im Grundsatz ein leicht zugängliches Spiel, dessen so rundes Bild allerdings durch seine Sonderregeln für Bewegung, Transport und Kampf etwas kränkelt. Nichts, was man sich nicht merken könnte, jedoch definitiv der trägste Regelabschnitt bei Scythe.

7. Spieltiefe

Das Spiel ist an sich recht euro-mäßig gesteuert, obwohl es so nach Kriegsspiel aussieht. Und das gibt dem Spiel seine enorme Tiefe. Scythe glänzt erst dann, wenn Spieler Grenzen zu einander aufbauen. Denn Krieg zu führen ist in Scythe immer schlecht. Er kostet Ansehen und das ist im Endeffekt der Multiplikator für unsere Siegpunkte. Man sollte sich also ganz genau überlegen, wo man eine offene Konfrontation hochkochen lässt und wo man es bei der Abschreckung belässt. Dieses Gefühl ist schon ziemlich gut eingefangen.

8. Spieldauer

Lässt man mögliche Konflikte außer Acht, kann jede Kombination aus Nations- und Spielertableau das Spielende nach derselben Anzahl optimaler Züge erreichen – gut, zwei Kombinationsmöglichkeiten benötigen rechnerisch weniger Runden und sind daher auch offiziell „gebannt“. Jedoch muss man auf dieses Niveau auch erstmal kommen. Scythe ist ein Wettrennen zum Erreichen der Ziele und wenn die Piloten schlafen bzw. nicht wissen, wie sie schnell zum Ziel kommen, dann kann sich auch eine Partie Scythe ziehen. Gerade mit höheren Spielerzahlen kann das ermüdend werden.

9. Downtime

Abgesehen von Kämpfen – die aber sowieso für jeden Spieler interessant sind und schnell ausgeführt werden – gibt es recht schnelle Züge: Eine Kombination auswählen, oben generieren, unten zahlen, der nächste Bitte. So gut, so vereinfacht. Dennoch ist und bleibt Scythe eine sehr thematische Karosse auf einem Euro-Motor. Und der erlaubt und benötigt manchmal etwas Gehirnschmalz. Gerade in den gehobeneren Spielerzahlen und im letzten Drittel des Spiels kann die Downtime dann schon ansteigen.

10. Preis

Mit rund 65 € ist das Grundspiel von Scythe ein echter Kracher! Und selbst mit jeglichem Erweiterungs-Content landet man ohne zusätzliches Blingbling bei nicht einmal 175 € Neupreis. Das ist eine Kampfansage an so viele moderne Kickstarter, die vermutlich in Puncto Qualität mit Scythe nicht mithalten können. Volle Punktzahl!

Ergebnis

Mit 44/50 Punkten ergattert Scythe einen hervorragenden Punktestand und damit das Prädikat „Ausgezeichnet“!

Dieses Spiel ist von der Webseite Boardgamefan.de ausgezeichnet worden.

Star Wars Rebellion im Test

23. September 2024 um 15:09

Star Wars Rebellion ist ein episches Brettspiel, das den galaktischen Konflikt zwischen dem Imperium und der Rebellion in einer weit entfernten Galaxie auf den Tisch bringt. Mit strategischer Tiefe und filmreifen Schlachten tauchen die Spieler tief in das Star Wars-Universum ein. Einer übernimmt die Kontrolle über das mächtige Imperium, der andere führt die Rebellenallianz in den verzweifelten Kampf um Freiheit. Die Erweiterung „Aufstieg des Imperiums“ bringt frische Spielmechaniken und Charaktere aus der Star Wars-Saga, um das Erlebnis noch spannender zu gestalten. Doch kann das Spiel halten, was der Name verspricht?

Um was geht es in Star Wars Rebellion?

In Star Wars Rebellion erleben die Spieler den epischen Konflikt zwischen dem tyrannischen Imperium und der Rebellenallianz. Es handelt sich um ein asymmetrisches Strategiespiel, bei dem sich die beiden Fraktionen grundlegend unterscheiden. Während das Imperium seine militärische Überlegenheit einsetzt, um die Kontrolle über die Galaxis auszuweiten, versucht die Rebellenallianz, durch Guerillataktiken und geheime Missionen den imperialen Giganten zu Fall zu bringen.

Das Herzstück des Spiels ist die geheimnisvolle Rebellenbasis, die der Imperiale Spieler finden und zerstören muss. Der Rebellenspieler dagegen setzt alles daran, die Rebellion am Leben zu erhalten, während er geheime Missionen plant, um das Imperium zu destabilisieren. Diese Mechanik führt zu einem spannenden Katz-und-Maus-Spiel, das jede Partie einzigartig macht.

Mit ikonischen Charakteren der ursprünglichen Trilogie wie Darth Vader, Luke Skywalker, Leia Organa und vielen mehr, wird jede Partie zu einer interaktiven Neuinszenierung der klassischen Star Wars-Saga. Die Spieler können legendäre Momente nachspielen oder alternative Geschichten im Star Wars-Universum schreiben. Mit Raumschiffen wie dem Todesstern, Sternenzerstörern und X-Wings ist das Spielfeld ein Mikrokosmos der galaktischen Kriegsführung. Jede Partie ist eine Mischung aus strategischem Überlegen und filmreifen Actionszenen.

Asymmetrische Fraktionen

Eine der herausragenden Besonderheiten von Star Wars Rebellion ist die Asymmetrie der Fraktionen. Das Imperium spielt sich völlig anders als die Rebellion, was für spannende und abwechslungsreiche Partien sorgt. Das Imperium verfügt über nahezu unbegrenzte Ressourcen, gigantische Flotten und die Möglichkeit, den gefürchteten Todesstern zu bauen – zur Not auch gleich mehrfach! Im Gegensatz dazu muss die Rebellion mit begrenzten Mitteln arbeiten, ihre Kräfte geschickt einsetzen, offenen Konflikten so gut wie möglich aus dem Weg gehen und auf Diplomatie und geheime Missionen setzen, um das Imperium zu schwächen. Diese asymmetrische Struktur verleiht dem Spiel eine enorme strategische Tiefe und zwingt die Spieler, ihre Taktiken auf die Stärken und Schwächen ihrer Fraktion anzupassen.

Die Erweiterung: Aufstieg des Imperiums

Die Erweiterung Aufstieg des Imperiums bereichert das Grundspiel mit neuen Charakteren, Missionen und Mechaniken, die durch das Prequel „Rogue One“ inspiriert sind. Mit neuen Einheiten wie dem U-Flügler und TIE-Strikern sowie neuen Anführern wie Jyn Erso und Director Krennic bringt die Erweiterung frischen Wind ins Spiel. Besonders die neuen Taktik-Karten sind ein Highlight, da sie die doch recht trägen Schlachten des Grundspiels komplett über Bord werfen und die Gefechte so noch strategischer und weniger zufällig/beliebig machen. Zusätzlich erlaubt es die Erweiterung den Spielern, die Todesstern-Pläne zu stehlen, was dem Spiel zusätzliche Dramatik verleiht. Nicht nur für eingefleischte Fans des Grundspiels ist „Aufstieg des Imperiums“ ein Muss.

Filmreife Gefechte

Ein Highlight von Star Wars Rebellion sind die intensiven, filmreifen Gefechte, die auf dem Spielfeld ausgetragen werden – wenn man denn die Erweiterung besitzt. Von gewaltigen Weltraumschlachten mit Sternenzerstörern und X-Wings bis hin zu Bodenkämpfen auf Planeten wie Hoth oder Endor, jede Auseinandersetzung fühlt sich episch an. Besonders die Möglichkeit, den Todesstern einzusetzen und ganze Planeten zu zerstören, bringt das Star Wars-Gefühl perfekt auf den Spieltisch. Auch die Missionen der Anführer verleihen dem Spiel eine cineastische Note. Ob Luke Skywalker zum Jedi ausgebildet wird oder Darth Vader einen Aufstand niederschlägt – die Spieler erleben packende Momente, die direkt aus einem Star Wars-Film stammen könnten. Diese filmische Inszenierung ist es, die Star Wars Rebellion zu einem Erlebnis macht, das weit über ein einfaches Brettspiel hinausgeht.

Hohe Komplexität, leichter Einstieg

Obwohl Star Wars Rebellion ein strategisch anspruchsvolles Spiel ist, gelingt es ihm, auch Neulingen einen relativ leichten Einstieg zu bieten. Die Regeln sind klar strukturiert und werden durch detaillierte Anleitungen unterstützt. Vor allem die thematische Bindung an das Star Wars-Universum hilft dabei, das Spielgeschehen intuitiv zu verstehen. Dennoch sollten Spieler sich auf lange Partien einstellen, da die Komplexität im Laufe des Spiels zunimmt. Die zahlreichen Optionen und möglichen Strategien bieten dabei genügend Tiefe, um auch nach mehreren Partien neue Taktiken zu entdecken. Trotz der hohen Komplexität bleibt das Spiel spannend und bietet sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Strategen ein tiefes, belohnendes Erlebnis. Wobei es dennoch so viel zu lernen gibt, dass ein erfahrener Spieler einen Anfänger regelrecht an die Wand spielen würde.

Fazit zu Star Wars Rebellion

Star Wars Rebellion ist ein absolutes Muss für Star Wars-Fans und Strategen gleichermaßen. Mit seiner Asymmetrie, der epischen Inszenierung und der Erweiterung „Aufstieg des Imperiums“ bietet es unzählige spannende Spielstunden. Wer bereit ist, sich auf die Komplexität einzulassen, wird mit einem einzigartigen Brettspielerlebnis belohnt.

Kein Spiel ist für Jedermann. Ob Star Wars Rebellion etwas für euch ist, entscheidet allein ihr.


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1. Thema

Das Thema „Star Wars“ ist allgegenwärtig. Viel mehr kann ein Spiel ein Thema nicht transportieren. Besonders gut gefällt mir hier, dass sich das Spiel nur an die alte Trilogie anlehnt und selbst mit Erweiterung nur die Welt von Rogue One dazu kommt, der ja in derselben Zeit spielt.

2. Material

Star Wars Rebellion kommt mit zwei großen Spielplänen, vielen Kartensätzen, Custom Dice und einer Menge Miniaturen. Die Kartenquaslität ist FFG-typisch auf hohem Niveau. Auch die Miniaturen sind – vor allem in Anbetracht ihrer geringen Größe – sehr detailliert und vor allem stabil. Negativ fallen einzig die Zustandsringe auf, die an die Basen der Anführer angehängt werden können. Hier können nach einigen wenigen Partien schon starke Verschleißerscheinungen zu Tage treten.

3. Optik

Wie gewohnt liefert FFG hier vor allem Artwork ab, das man aus anderen Star Wars spielen bereits kennt und liebt. Darunter leidet aber nicht die Qualität. Überall, wo viel Text vorhanden ist, setzt das Spiel auf große Karten. Das Spiel trägt die Handschrift von Star Wars durch und durch. So sind manche Karten allein mit dem Cockpit eines Tie-Fighters bzw. des Falken versehen. Der Spielplan ist sehr übersichtlich, die Ikonographie weitestgehend selbsterklärend. Alles wirkt aufgeräumt und an seinem Platz. Einzig die Icon-Versionen der verschiedenen Gerätschaften in Verbindung mit ihren Würfeln können Anfangs zu etwas Kopfzerbrechen führen und die bereits oben erwähnten Zustandsringe lassen ohne die dazugehörige Karte ihre Funktion nur erahnen. Sicherlich steigert die Kenntnis über die Filme den Wiedererkennungswert, jedoch muss auch das erstmal gelernt werden.

4. Setup

Rebellion ist ein großes Spiel und braucht entsprechend einiges an Aufbau-Zeit. Die verschiedenen Einheiten wollen sortiert und je nach Startaufstellung in der Galaxie verteilt werden. Zusammen mit dem zusammenstellen der Decks (was durch die Erweiterung noch mehr Optionen bekommt) dauert seine Zeit. Da man vieles davon parallel und als Teil des Spieles abhandeln kann – die Wahl der Decks kann schon Teil der Strategie sein – fällt dies zwar nicht negativ ins Gewicht. Dennoch verbringt man mit dem Aufbau schon so einige Zeit. FFG-typisch gibt es mal wieder kein Insert, was dieses Spiel so dringend braucht. Sofern man sich hier organisiert hat, geht es um einiges schneller. Dennoch ist der Aufbau „out of the box“ ein kleiner Zeitfresser.

5. Spieleranzahl

Rebellion ist als reines 2 Personen-Spiel konzipiert. Kein Wunder, spielen wir doch den Konflikt zwischen zwei Parteien nach. Die Schachtel gibt allerdings 2-4 Spieler an. Diese Einschätzung können wir nicht wirklich teilen. Denn bei 3 Spielern müssen sich zwei Spieler eine Fraktion teilen während ein Spieler den gegnerischen Part übernimmt. Zwar sehen vier Augen mehr als zwei. Jedoch handelt es sich bei Rebellion um ein Spiel, bei dem es darum geht den Gegner auszutricksen, ihm etwas vorzumachen, seine Strategien und Finten zu erkennen und ihn in eine Falle zu locken. Die Absprache darüber am selben Tisch erschwert das Spiel mit 2 Spielern pro Fraktion ungemein. Das gilt ebenso für die 4 Spieler-Partien, dann ist es jedoch zumindest ausgeglichen.

Thematisch versucht das Spiel das Kommando zwischen Luft- und Bodeneinheiten zu trennen und an die Spieler zu verteilen. Das macht zumindest thematisch Spaß. Nichts desto trotz wirkt der Modus mit mehr als 2 Spielern eher aufgesetzt.

6. Zugänglichkeit

Gemessen an seiner Vielfalt, den Strategien und Möglichkeiten ist das Spiel sehr einfach zu lernen. Im Grunde genommen muss nur erklärt werden wie man Anführer einsetzt, wie man Truppen bewegt und wie gekämpft wird. Der Rest erklärt sich durch den Text der Karten, die man ausspielt. Das ist umso beeindruckender, weil sich jede Partie anders entwickelt, aber jeder Anfänger dennoch sehr schnell ins Spiel findet. Die Spielhilfen sind gut gestaltet und geben die wichtigsten Informationen zum Kampf preis. So müssen komplexe Spiele aussehen!

7. Spieltiefe

Wie schon unter Zugänglichkeit angemerkt ist Rebellion sehr vielseitig. Partien variieren stark in ihrer Länge, dennoch sind sie immer dramatisch. Schon die Auswahl der Decks bestimmt die Strategien (bin ich als Rebell eher der Saboteur oder suche ich den offenen Konflikt?). Keine Partie gleicht der vorherigen und dennoch sind sie für sich genommen so spannend, dass man sich nach Wochen noch an einzelne Details erinnert. Ein erfahrener Spieler spielt einen Anfänger mit Sicherheit gegen die Wand. Allein schon wenn er weiß, wann der Gegner welche Karten auf die Hand bekommt. So ist es beispielsweise den Rebellen zu Anfang nicht möglich den Todesstern anzugreifen bzw. zu zerstören. Das wird erst später im Spiel möglich.

Dazu ist das Empfinden des Spielgeschehens auf beiden Seiten sehr unterschiedlich. Als Rebell fühlt man sich vom Imperium nahezu erdrückt, muss Schlupflöcher suchen, Bewegungen antäuschen, seine Truppen verstecken und den offenen Kampf meiden. Die Galaxie fühlt sich viel zu klein an. Auf der Seite des Imperiums aber scheint die Map irrwitzig groß zu sein. Die Rebellen könnten überall stecken und ihre Sabotage-Aktionen verhageln die Produktion neuen Kriegsgeräts wann immer es geht.

8. Spieldauer

Die Spieldauer kann variieren, wenn eine der beiden Parteien zu riskant spielt. Im Allgemeinen aber ist Rebellion ein abendfüllendes Spiel. Um die 2 Stunden reine Spielzeit – also ohne Aufbau und Regelerklärung – sollte man einplanen. Das fühlt sich aber zu keiner Zeit langatmig an. Eine kürzere Spieldauer ließe auch keine groß angelegten Strategien zu. Dennoch kann das Spiel schon nach kurzer Zeit in jeder Runde enden, sodass die Spannung immer hoch ist. Hier langweilt man sich keine Sekunde!

9. Downtime

Downtime ist nahezu nicht existent. Die Planungsphase geschieht zeitgleich und das Ausführen der Aktionen des Gegners kann von eigenen Einheiten aktiv interveniert werden. Jede Aktion des Gegners kann eine Kettenreaktion in Gang setzen oder die eigenen Pläne durchkreuzen. So ist jede Fraktion – passiv oder aktiv – immer Teil des Geschehens. Natürlich auch im Spiel mit mehr als 2 Spielern.

10. Preis

Der Preis von ca. 80 € für die deutsche Version ist natürlich eine Menge Geld. Jedoch bekommt man dafür ein tisch- und abendfüllendes Paket und eine prall gefüllte Schachtel. Die Materialqualität ist super, der Umfang des Materials ebenfalls. Hier bekommt man wirklich eine Menge geboten und dem steht auch noch ein super spannendes Spiel gegenüber, das sich sehr hochwertig anfühlt. Wer mit Star Wars und 2 Spieler-Spielen etwas anfangen kann, der wird den Kaufpreis hier nicht bereuen.

Ergebnis

Mit 43/50 Punkten ergattert Star Wars Rebellion einen hervorragenden Punktestand und damit das Prädikat „Ausgezeichnet“!

Dieses Spiel ist von der Webseite Boardgamefan.de ausgezeichnet worden.

Uprising – Curse of the last Emporer im Test

23. September 2024 um 14:07

Uprising: Curse of the Last Emperor ist ein episches, kooperatives Brettspiel, das durch seine packende Geschichte und strategische Tiefe überzeugt. Die Spieler kämpfen als Rebellenfraktionen gegen zwei mächtige, AI-gesteuerte Gegner – das Imperium und die Chaos-Horden. Mit seiner einzigartigen Mischung aus Strategie, Zufall und Ressourcenmanagement bietet das Spiel eine intensive Herausforderung, die durch die Erweiterungen „Arch-Nemesis“ und „Titans of the First Age“ noch weiter vertieft wird. Wer komplexe, strategische Spiele liebt, soll hier voll auf seine Kosten kommen. Ob das auch bei uns zutrifft, klären wir im Test.

Worum geht es in Upsiring?

Uprising: Curse of the Last Emperor spielt in einer düsteren Welt, in der das mächtige Imperium und die Chaos-Horden die Menschheit unterdrücken. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Rebellenführern, die versuchen, durch strategische Kriegsführung und geschicktes Ressourcenmanagement ihre Fraktionen gemeinsam zum Sieg zu führen. Ziel des Spiels ist es, sich gegen die beiden mächtigen Gegner zu behaupten und dabei jeden Spieler besser abschneiden zu lassen als die AI-Konkurrenten.

Das Besondere an Uprising ist die Mischung aus Kooperation und eigenem Erfolg. Die Spieler müssen zusammenarbeiten, um die beiden AI-gesteuerten Feinde zu besiegen, am Ende muss jeder Spieler einzeln mehr Siegpunkte besitzen als beide AI-Fraktionen.. Dies verleiht dem Spiel eine interessante Dynamik. Jeder Spieler muss seine Armeen und Helden weise einsetzen, um Gebiete zu erobern, Quests zu bestehen und gleichzeitig den gemeinsamen Feinden Einhalt zu gebieten. Zufallselemente wie die Würfelkämpfe und Ereigniskarten sorgen dabei für Abwechslung und unvorhersehbare Wendungen. Das Spielgefühl ist geprägt von ständiger Spannung, da man sowohl die Gegner als auch die Mitspieler im Auge behalten muss.

Die Welt von Uprising ist außerdem detailliert und atmosphärisch gestaltet, mit einer Vielzahl von Helden, Kreaturen und mystischen Orten, die alle zur Tiefe und Immersion beitragen. Auch die Geschichte hinter dem Spiel zieht die Spieler in ihren Bann und verleiht jedem Zug zusätzliche Bedeutung. Dank eines modularen Spielfelds ist jede Partie einzigartig und erfordert unterschiedliche Herangehensweisen, was den Wiederspielwert enorm steigert.

Die zwei AI-Fraktionen

Eine der herausragenden Besonderheiten von Uprising: Curse of the Last Emperor ist die gleichzeitige Präsenz von zwei AI-gesteuerten Fraktionen: dem mächtigen Imperium und den chaotischen Horden. Beide agieren unabhängig voneinander, verfolgen unterschiedliche Ziele und können sich sogar gegenseitig bekämpfen. Dadurch entsteht eine ständige Bedrohung, die von zwei Seiten kommt und das Spielgeschehen unvorhersehbar macht. Diese Dualität der Gegner sorgt dafür, dass die Spieler nicht nur gegen die AI, sondern auch gegen die Uhr kämpfen. Die AI-Fraktionen agieren rücksichtslos und verlangen den Spielern strategisches Geschick und gute Planung ab, um nicht unterzugehen.

Hervorragendes Material

Ein weiterer großer Pluspunkt von Uprising: Curse of the Last Emperor ist die erstklassige Qualität des Spielmaterials. Die Spielbrett-Teile sind aus dickem, stabilem Karton gefertigt und sorgen für eine robuste Spielfläche. Besonders hervorzuheben sind die detailreichen Standees statt Miniaturen, die jede Fraktion, Armee und Einheit visuell beeindruckend darstellen – ein Vorteil gegenüber dem Einsatz von Miniaturen ist hier, dass die bedruckten Acryl-Standees bereits sowohl in Spielerfarbe markiert, als auch bunt illustriert sind – don’t play in grey! Auch die farbenfrohen Würfel und Marker sind funktional und optisch ansprechend gestaltet. Die Spielkarten bestehen aus hochwertigem Material und sind angenehm in der Handhabung, während die Illustrationen und das Artwork insgesamt eine packende Atmosphäre schaffen. Alles in allem unterstreicht das hochwertige Material den Premium-Charakter des Spiels und trägt erheblich zum immersiven Spielerlebnis bei.

Die 1. Erweiterung: Arch-Nemesis

Die erste Erweiterung, Arch-Nemesis, bringt eine weitere spannende Herausforderung ins Spiel. Sie fügt mächtige, einzigartige Feinde hinzu, die die Spieler auf Trab halten. Jeder dieser „Erzfeinde“ hat besondere Fähigkeiten und agiert unberechenbar, wodurch die taktische Tiefe des Spiels noch weiter erhöht wird. Zusätzlich bringt die Erweiterung neue Helden und Quests, die das Basisspiel ergänzen und für noch mehr Abwechslung sorgen. Arch-Nemesis ist eine ideale Erweiterung für Spieler, die den Schwierigkeitsgrad und die strategische Komplexität von Uprising noch weiter steigern möchten.

Die 2. Erweiterung: Titans of the First Age

Mit der zweiten Erweiterung, Titans of the First Age, kommen riesige, uralte Kreaturen ins Spiel, die als Fraktionen mit sehr wenigen Einheiten gespielt werden können. Diese Titanen haben nicht nur immense Kampfkraft, sie heben sich durch ihre Spielweise auch stark von den anderen Fraktionen ab. Die Spieler können darüber hinaus Söldner anheuern, die zeitweise für sie in die Schlacht ziehen. Die Erweiterung bietet zudem neue Spielmechaniken und eine Vielzahl von zusätzlichen Spielinhalten, die das Grundspiel bereichern und die taktischen Möglichkeiten erweitern. Titans of the First Age sorgt dafür, dass jede Partie von Uprising noch dynamischer und unvorhersehbarer wird.

Sehr hoher Anspruch, variable Spieldauer

Uprising: Curse of the Last Emperor ist kein Spiel für Zwischendurch. Es fordert seine Spieler sowohl durch seine komplexen Regeln als auch durch die Dauer einer Partie heraus. Eine vollständige Partie aus 4 Akten kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen, und das Verständnis der Spielmechaniken erfordert Einarbeitung. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar modular, aber stets hoch, da die Spieler ständig unter Druck stehen, gegen zwei mächtige AI-Fraktionen zu bestehen. Wer jedoch Geduld und strategisches Geschick mitbringt und dennoch einem häufigen Würfelwurf nicht abgeneigt ist, wird mit einem einzigartigen Spielerlebnis belohnt. Für erfahrene Brettspieler ist Uprising ein echter Genuss, der lange Abende füllt.

Fazit zu Uprising

Uprising: Curse of the Last Emperor ist ein episches, kooperatives Strategiespiel, das mit seiner Komplexität und Tiefe überzeugt. Es erfordert Geduld und taktisches Geschick, bietet aber im Gegenzug ein intensives und spannendes Spielerlebnis. Die Erweiterungen machen das Spiel noch abwechslungsreicher und fordernder – ideal für erfahrene Strategen.

Kein Spiel ist für Jedermann. Ob Uprising etwas für euch ist, entscheidet allein ihr.


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1. Thema

World-Building haben die Jungs von Nemesis Games drauf! Als alte Rollenspiel-Veteranen liegt ihnen eine gute Hintergrundgeschichte sehr am Herzen. Ich wünschte, dass jeder Verlag so viel Liebe ins Detail in seine Spiele stecken würde!

2. Material

Auch ohne das Upgrade-Set ist das Material von Uprising bereits beeindruckend! Bedruckte Standees (mir mittlerweile lieber als graue Miniaturen!), tolle Karten, Custom Dice, wertige Tokens und tatsächlich ein recht funktionales Insert. Der Verlag Nemesis Games hat hier sehr viel Herzblut hineingesteckt und das spürt man an jedem Detail.

3. Optik

Natürlich muss man dem Stil des japanisch angehauchten, düsteren Stils etwas abgewinnen können, aber darum geht es in dieser Bewertung auch nicht. Es geht darum, wie stilsicher, qualitativ und vor allem konsistent das Design aufgebaut ist. Und auch da – ähnlich wie im Worldbuilding – bleiben keine Wünsche offen.

4. Setup

Ein großes Spiel mit viel Material erfordert viel Aufwand im Setup. Das ist natürlich so. Darüber hinaus jedoch erfordern gleich zwei AI-Fraktionen, die unterschiedlich agieren, auch ihr eigenes Material. Dazu kommt, dass das Spiel in verschiedenen Schwierigkeitsgraden gespielt werden kann, was zusätzliches Aussortieren von einzelnen Karten aus diversen Stapeln bedeutet. Das Insert bzw. die Inserts helfen dabei auf ihr Möglichstes, dennoch bleibt der Aufbau eine echte Aufgabe, die oft bewältigt werden muss, bis man sie ohne die Hilfe der Anleitung bewältigen kann. Zumal die Änderungen der leichteren Schwierigkeitsgrade wie oben beschrieben auch weitere Vorbereitung bedürfen als das finale spielen auf den beiden höchsten Schwierigkeitsgraden. Dazu kommt auch, dass die Erweiterungen so gut sind, dass ich sie schon als essenziell ansehe. Das resultiert aber wieder in 2 weiteren Boxen + hervorragendem Deluxe-Upgrade (2 Boxen) und den ebenfalls hervorragenden Spieler-Tableaus (1 Box). All das aufzubauen kostet Zeit und Platz. Nemesis Games arbeitet wohl gerade an einer Lagerlösung mit einer All in-Box, die hier Abhilfe schaffen könnte. Aber je höher die Varianz, desto komplexer der Aufbau. Man kann nicht alles haben.

5. Spieleranzahl

Das Spiel kann mit 2-4 Fraktionen gespielt werden, die von 1-4 Spielern gespielt werden können. Einen „echten“ Solo-Modus gibt es also nicht, hier wird ein Zweispieler-Spiel simuliert. Dennoch skaliert das Spiel hervorragend mit den unterschiedlichen Spielerzahlen. Einzig die Spieldauer steigt durch den kooperativen Anteil und die durch mehr Spieler steigenden Möglichkeiten vor allem Anfangs enorm. Eine Kennenlern-Partie würde ich nur mit zwei Spielern empfehlen, wenn die geübt sind auch gern 3 oder 4.

6. Zugänglichkeit

Zwar gibt Nemesis Games so gut wie alles, um einen leichten Einstieg in das Spiel zu bieten: Die Spielhilfen sind hervorragend, der Rundenablauf auf dem Spielbrett vollständig und nachvollziehbar, die Ablaufpläne der Kämpfe und Gegner-Aktivierung sehr hilfreich. Aber man sieht hier schon, dass das Spiel von Haus aus vieler Hilfsmittel bedarf, um rund zu laufen und fehlerfrei gespielt zu werden. Das ist gerade am Anfang anstrengend. Und auch die zwei AI-Fraktionen, die unterschiedlich agieren, helfen nicht gerade dabei einen flüssigen Spielverlauf zu ermöglichen. Das muss gelernt werden. Dazu kommen über 100 Seiten Anleitung, auch wenn diese sehr ausführlich, gut bebildert, hervorragend gelayoutet und mit viel Fluff daher kommt. Die Einarbeitung dauert und erfordert Engagement.

7. Spieltiefe

Extrem! Taktiken der verschiedenen Völker, Items, Einheiten, Asymmetrie, 2 AI-Fraktionen und eine interessante und einnehmende Welt. Uprising holt mich hier voll ab! Das Spielgefühl der Fraktionen ist unterschiedlich und steigert sich besonders mit den Fraktionen der beiden Erweiterungen. Dazu 4 Schwierigkeitsgrade und die Möglichkeit gegen unterschiedliche Bosse im Endgame anzutreten runden das Paket ab.

8. Spieldauer

Zwar lässt sich die Anfänger-Partie von 4 auf 3 Akte beschränken, dennoch steigt mit der Spieldauer auch die Komplexität der Aufgaben. Ich bin der Meinung, dass ein Spiel mit einer epischen Geschichte auch eine epische Spieldauer benötigt, um langfristige Planung und Wirken von Veränderungen spürbar zu machen. Dennoch schlaucht der hohe Verwaltungsaufwand der 2 AI-Fraktionen irgendwann sehr. Ich kann auch nach der 10. Partie die Aktivierung der AI-Fraktionen nicht fehlerfrei ohne Spielhilfe in jedem Fall abhandeln und muss das nachlesen. Auch der Kampf ist zwar relativ schnell gewürfelt, jedoch folgt er einem aufwändigen Ablaufplan. All das ist zwar gut gemacht und logisch, laugt aber bei der langen Spieldauer irgendwann aus. Nach einer Partie spürt man die Erschöpfung seiner Truppen am eigenen Leib.

9. Downtime

Die Downtime steigt mit zunehmender Spieleranzahl schon an. Die Helden sind zwar sehr mobil auf dem Spielplan, können aber allein nicht kämpfen. Und die Armeen sind dagegen sehr träge und werden dazu noch vom Terrain beeinflusst. Das alles erfordert sowohl Planung als auch Absprachen.. Denn eines ist sicher: Mit den 2 AI-Fraktionen geht man nicht leichtfertig um. Je höher also die Spieleranzahl, desto stärker kann die Downtime negativ ins Gewicht fallen. Aus diesem Grund sollten die Spieler in einer Partie zu 4. auch wissen, was sie tun.

10. Preis

So hervorragend das Spiel auch ist, es hat seinen Preis. Und der ist nicht ohne! 340 $ (mit Rabatt 299 $) + Versand und Steuern rief Nemesis Games über Gamefound für das Deluxe-Bundle (All-In) ab. Das ist kein Pappenstiel. Allerdings muss man zugutehalten, dass man hier wohl mit das beste bekommt, was die Brettspielwelt an Material zu bieten hat. Wer also diesen Betrag investiert und weiß, was für eine Art Spiel er bekommt, wird garantiert nicht enttäuscht werden.

Ergebnis

Mit 37/50 Punkten ergattert Uprising einen sehr respektablen Punktestand und damit die Note “Empfehlenswert”!

❌